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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg nnb Kirchhain

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von J»h.

Illustriertes Sonntagsblatt,

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Bestellungen für die Monate Februar und März nehmen auf die Oberhesfische Zeitung «ebü Kreisblatt

fit die Kreise Marburg und Kirchham

und

Illustriertes Sonntagsblatt sämtliche Postanstalten , unsere AgerNur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition entgegen.

Soweit der Vorrat reicht wird der Warrd- und Schreibkalender für 1889 den Bestellungen beigegeben werden.

Die Cxped. der Oberh. Zetta«-.

Deutsches Reich.

Berti«, 29. Jan. DerStaats - Anz." ver­öffentlicht folgenden Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler:Aus Anlaß Meines Geburtstages, des ersten, den Gottes Gnade Mir nach einem so Geraus wehmutsvollen Jahre auf dem Throne Meiner Väter beschieden hat, sind Mir von nah Md fern zahlreiche Glück- und Segenswünsche der «aunichfachsten Art dargebracht worden. Auf das freudigste bewegt durch diese Beweise treuer Liebe und Anhänglichkeit ist es Mir ein lebhaftes Bedürf­nis, allen, welche Meiner mit so inniger Teilnahme gedacht haben, Meinen warm empfundenen Dank »uszusprechen. Ich beauftrage Sw, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu Bringen.* Das f.Militärwochenblatt" bestätigt, daß Falkenhayn, Hauptmann vom Generalstabe, bisher Militär-

Frau Hedwig hatte schon das Geständnis auf den Appen, daß fie es wünschenswert finde, wenn sich v Hatte so wenig wie möglich bei diesen Strafau- üigku beteilige, da sie eingestehen müffe, wirklich zu Herrn Arthur von Schweitzer tx Beziehungen ge- ---- 1 Waden zu haben, die, zwar wehr lächerlich als ge- Miltch, dennoch eine gewisse Grundlage zu seinen «ldernhkiten boten. Ihr Blick suchte zu erforschen, ib Etaikloff in der Laune sei, scherzhafte Srklärungeu uchtig aufzunehmen. Nein, seine Stirn war bewölkt, "ia Auge flammte düster. Sie schwieg. Sie ließ WtloS das Gespräch fallen. Aber von Stunde zn vtnnde wurde der Druck in ihrer Seele uuerträg- Aer. Sie fühlte ihre Furcht wachsen, obgleich 618» Ulen bei der Rückeriuneruug au jene Begebenheit A ein sonuenglriches Lächeln durch die Wolken Vtt sorgenvollen Aengstlichkeit stahl. Entschlüsse *« Arten durchfuhren ihren (Seift, sie wollte Allerlei Mancherlei, um fick> aus der Affaire zu ziehen, Uche ihres Gatten Mißmut zu wecken im Staude I **b von Allen geschah iudeß nichts, sondern Frau zog es plötzlich vor, die Bürde selbst von vew Herzen zu werfen, mochte dann entstehe» was * wollte.

7. Kapitel.

2,1»/, Die Feierabeudruhe des schöne» Tage» hatte ihr ;04'N r®e Erquickung gebracht, im Gegenteil, das »»er. W,» gliche Geheimnis vor de« Gatten nahm Gespenster« ex und bedrohte sie mit MittenrachtSgrauS.

r* benutzte tapfer ihreu woweatane» Mut und Me, Heben ihm im Sopha Platz uehmeud: .Hast für «ich, Oswald? Ich habe Dir Gestäud- z» wache».'

Der Max» fxhr blitzschnell zu ihr her»« xsb

_ Attachee in Paris, zum Militär - Gouverneur des I Kronprinzen und des Prinzen Eitel Friedrich kom-

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in ein Gegen Exp. [665

9/oröD. Allgem. Ztg." veröffentlicht in einer vom 18. Dezember v. Js. datierten Mitteilung aus San­sibar Details über die bereits bekannten Vorgänge bei Bagamoyo und Dar-es-Salam, sowie über die Wegnahme einer Sklaven enthaltenden Tchau. Am Schluffe heißt es: Die Untersuchung der Dhaus er­folgte bisher ohne Schwierigkeiten, der Aufforderung zum Beidrehen wird meist willig gehorcht und es wird voraussichtlich bald der Eindruck gewonnen, daß die Blockade nicht gegen den friedlichen Handel gerichtet ist. Der Dhauverkehr zwischen Sansibar und der gegenüberliegenden Küste ist noch recht leb­haft, hat dagegen nördlich und bei Mafia sehr nach­gelassen. Im ganzen sind bisher 130 Dhaus rebibiert worden. Nach einer imZentralblatt* für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen" mitgeteilten Übersicht hatten von den im Ersatzjahre 1887/88 eingestellten preußischen Mannschaften 4,15 Prozent nur in der nichtdeutfchen Muttersprache ihre Schulbildung genoffen, die meisten davon ans den R«;ierungsbezirken Danzig (10,44 Prozent), Marienwerder (13,01), Oppeln (19,91), Bromberg (24,45) und Posen (27,39). Die Schulbildung entbehrten 1,07, davon im Regierungsbezirk Brom­berg 1,23, Oppeln 1,94, Danzig 3,07, Königsberg 3,33, Posen 4,52, Marienwerder 4,8, Gumbinnen 5,4 Prozent der Bevölkerung. Wie russisch­polnische Blätter berichten, haben die preußischen Verwaltungsbehörden, bewogen durch die Klagen der Arbeitgeber in den Grenzbezirken über Arbeiter­mangel gestattet, daß Arbeiter aus Russisch - Polen nach Preußen arbeitshalber herüberkommen dürfen. Die Ankömmlinge sind lediglich gehalten, den zu­ständigen diesseitigen Behörden ihre Grenzüberschrei­tung unverzüglich zu melden und den jedesmaligen Aufenthaltsort in Preußen anzugeben. Die Leib- Gendarmerie trug gestern zum erstenmal die neue Uniform: weiße lederne Beinkleider, Achselstücke mit dem verschlungenen Namenszug W. R., auf dem Stahlhelm der goldene Adler mit der Königskrone und ein kurzer breiter Pallasch. Der dunkelgrüne Rock ist beibehalten. DieKreuz-Ztg." schreibt: Die Nr. 32 unserer Zeitung ist wegen des Artikels Das monarchische Gefühl" nachträglich mit Beschlag belegt worden. Die letzte Beschlagnahme einer Nummer unserer Zeitung hat unter dem konserva­tiven Ministerium Manteuffel stattgefunden". Gleich­zeitig wird gemeldet, daß in der Redaktion der Kreuz-Ztg." heute eine Haussuchung stattfand nach dem Manuskript dieses Artikels, welches, von Hammerstein sofort verabfolgte.

chaute mißtrauisch in ihr liebes Gesicht, welches neben dem gewöhnlichen Lächeln eine kleine Beklommen« heil zeigt.

.Geständnisse?' wiederholte er. ,Xnb Deine Hand zittert, Hedwig?'

,3a, ich zittere innerlich vor Furcht, daß D» ehr streng fein werdest.'

Er lächelte ermutigend. .Laß hören, was Du zu berichten hast.'

»Sieh, Oswald, ich war vierzehn Jahr alt' ,D«S ist lauge her, Hedwig'

»Genau zwölf Jahre, Liebster, länger nicht.' .Magst dazumal eiu schöner Backfisch gewesen sein.' .Das wollt' ich meinen, Oswald!" rief sie in komischer Wichtigkeit.Alle Gymnasiasten betete» mich an von Quarta bis Prima! Du lachst? Frag' nur «eine Brüder, wenn Du Zweifel in meine Worte legen solltest, frag' den ernsten Otto, rag' de» pedantische» Fritz, frag' de» lustigen Emil, ob's nicht wahr ist, daß man mich in lateinischer, 1 griechischer und hebräischer Sprache besungen hat."

Weiter, »eiter, Liebchen, ich glaube eS schon l" »Also, ich war vierzehn Jahre alt, «iS ich mit

großer Feierlichkeit zum Ball geladen wurde, welchen 1 die Gymnasiasten in Veranlassung eine« Jubelfestes gaben. Gleich bei meinem Eintritt in den Saal ! liefe sich ein kleines, dünnes Jüngelchen von meinem 1 Bruder Emil, dem Obertertianer, meiner Mama vor« = teilen nud bat «ich alsdann »m die Ehre,Cotillon mit mir tanze» zu dürfen.« Es ärgerte mich einiger« ' maßen, daß so einlüttger Junge" eS wagte, mich um den Haupttauz zn bitten« :

»Dn machtest höhere Ansprüche«, fiel Starkloff > postend ein.

Jawobl! Glücklicher Weise hatte mich schon ein i tatüicher Primaner durch Bruder Ott» engagieren 1 affen, mithin gab ich hochmütig eine abschlägliche

' taten tt." <

»Das kann ich mir sehr gut borstellen." | . »Nicht wahr?« fragte Hedwig, in vollen leier«

bri We Expedition b Blatte»

eiW,io»ÄÄ* Ml 8 Donnerstag, 31. Januar 1889..' M. Jahrgang.

Daube u. <o. in Frankfutt a.»., Berlin, Hannover.'«ari».

vier nichtständige Mitglieder binru von hLn Z L ber ^^tzgeber zu einem Verbote der Hebet« I von den Genoffenschaftsvorständen ^aus ihrer Mitte I -r annahm, daß dieselbe

! gewählt werden und die Klaffe der Arbeitgeber ver- Ann^«^^ Entstehung verdanke. Diese

treten, während die anberen ImeTafs Stre^r £ ä, "?^b°ten" in einem

Arbeiter durch den Bundesrat berufen werden Der tamjS der Ueberversicherung" als

Bundesrath ist ,n der Auswahl bietet ISonen 9 zutreffend. Die Ucherber-

an das Gesetz selbst gebunden, welches vorschreibt wen» s? tn 99 unter 100 Fällen, selbst

1 daß zur Vertretung der Arbeiter nur männliche orok- T s 6 ^eulenb se>. überhaupt nicht wissentlich, - jährige auf Grund des Gesetzes versicherte Verürnen IUnkenntnis und Selbsttäuschung über gewählt werden, welche In Betrieben der Genoffenfe ??Xt V-rsich-rungsobjekts, nament- schastsmitglieder beschäftigt sind sich im Besitzender I ^"" dieses aus beweglichen Gegenständen bestehe, bürgerlichen Ehrenrechte befinden undnick^dnrck ILbe" seltenen Fällen, wo eine

richterliche Anordnung in der Verffiauna über Ueberverstcherung vorliege, sei sie meist

UM aus ber Ver-

Arbeitervertreter ist eine vierjährige Der Bundes- ^rung einen unrechtmäßigen Vorteil durch Brand- rat hat nunmehr in A^Tung dilse! Äetz-s ^dern in der Regel und nament-

als Arbeitervertreter berufen: 1. für die Stelle nickt-k "ur deshalb, um den zu hoch

ständiger Mitglieder den Hofmeier Kasche zu Kiew- rwÜE ui Derficherungsobjekts zu Kredit- Ziethen bei Groß-Ziethen (Kreis Teltows ^von her wu'*" ausgiebig benutzen zu können,

preußischen Regierung; den Arbeiter Louis Birken- Sb r* ? ^brauch der Feuerversicherung, ber, scheu Regierung vorgeschlagen; 2 für die Stellen I l ' dauspekulationen u. s. w. begünstigt, erster Stellvertreter dieser Mitglieder den Oberboli n 8 Ta ba ^rvErete, fei die Strafbarkeit ber bnuer $ate in aWebriJÄ?*?* ** ^gesetzt worben. - Regierung; ben Arbeiter Friedrich August Jacob in wT !? ??« nun ausgeführt, wie das Delitt Dresden, von der sächsischen Regierung vorgeschlagen künstlich auf unzutreffenden

3. für die Stellen tter Stellvertteter ien/r' ^raussetzungen aufgebaut fei und daher juristisch glichet den Vorarbeiter A Robr in Knwn Dasein habe; namentlich sei dtt

Schulzendorf b-, £gel bon ber toürHCmbCrQüZ U-berversicherung, die in

Regierung und den Privatsörster Seite aus Schüfe" wcktS Prck und paffe selbst

Schadenfalle niemals zn einem Gewinne iührrn gelangt unb gesetzlich festgestellt wird,

z» 'dich)^d-! KE? uog-sthrllch. T-h-r mich

Maßregeln ergriffen, um den Eintritt eines solck<-n ^"^ben vorbeugende Mittel, die soge-

Falles zu verhindern; einem solchen ilweck soll auch I 6 P^?bntibkontrolle, welche darin besteht, daß das Verbot'von Ueberversicherungen dienen obwohl N Versicherungsobjekt vor dem Abschluß des

dasselbe bei normalem Geschäftsgänge nicht T; x°" ber Ortspolijeibehörde

überflüssig, sondern sogar schwer vttst^dlick ersS cT ^ S^ust wird, ob fein Wert zur Ber- Aber das Publikum ist vielfach in dem ^rtum h« I""gesetzt ist, und baß jede fangen, daß es von der Versicherunasaefellickast im erst nach polizeilicher Er«

Mein nafeweffe^Gestcht^ttzürMe^dTn TüttaenOber'I thl] beBn nid,t8 t° diese«

^rtianer" keineswegs, et bat mich um elie Lotta' I ^^erspiel?" fragte Oswald barsch.

Die gewahrte ich »ad lehnte auch einige'Erttatouren! freilich! Die Rose war so ad.

paterhin nicht ab, da er merkwürdig gxt nnb fi(f>er I daß ich fie im Triumphe Jedem i»

tanitt. Seit diesem Balledeckelte" berIflttge" ?mle<.8ei8te' daß ich siegreich die Ritter. Obertertianer, - wie mein lustiger Bruder Emil ^W"«deS Gebers pries. ES fand eben Niemand Gelegenheit, eS nannte, das heißt: er suchte jede et??8 darin, weil Arthur Schweitzer noch so^

*ÄrÄ ä«, M w,.. asra

Dieser Obertertianer war Arthur von!gehalten »erben fonnte. Er Sifemeiöer, Oswald', flüsterte Hedwig zaghaft. I*1 späterhin furchtbar gewachsen fein, wenn er jetzt .Als« d«ch? Also doch? Ich will nicht fürchten l®ro$eJnLet n °^B Dn.'

bafe Du mir einen Sinderroman zu erzählen boft ?" I k ^dwig. Was wurde schliefelich axl

Die junge Fran schüttelte abwehrend de» Kopf. ber ®»fWtef

. . «Nein! Nut muß ich riugesteheu, daß eS nicht!.,-na.bm -i» klägliches Ende, Oswald. Man« i>eim .Deckeln' blieb, sondern daß Herr Arthur vox!il "^dte wir, dafe ich die prächtige Rose in eine» Schweitzer alle möglichen Versuche machte, mir feine | 3p^ndergläset steckte, worin sie Hyaziuten zog. Verehrung zu beweisen. Damals ergötzte mich seine Obertertianer sein Mützchen ,°g,

übertriebene Anbetung, woran» er gar kein Geheimnis »e ich in strahlender Daukbarkett das Sla» machte. Ich lachte in voller Lnst, wenn Bruder Emil ,er "?°Je Oeflen ihn. So lange die Rose blühte mir erzählte, daß Arthur Schweitzer wieder ein Lob Spiel, bann erlosch meine Dankbarkeit»

lied auf mich gedichtet, worin er beimBrahma" nnb I ® ?e8 Rkittag» kam mein Bruder Emil erhitzt nud beim .Dalai-Lama* geschworen hatte, ich müsse seine «l8 h«0? an8 Schule. Er zog mich tn uns« Braut werden.' Sie hielt wieder inne. " Arbeitszimmer und erklärte mir flüsternd, daß ich

»Nur Wetter, ich bin ans große Thorheiten gefaßt« |rvF Schweitzer nie wieder grüßen dürfe. Darauf warf Starkloff ranh ei». 6 ! zählte er mir, daß derselbe in wahrhaft ftecher

.Ich lachte damals uud möchte iebt IF'l'e ^ne Braut genannt und auf Em« Oswald, dafe ich kindische» Unfinn trieb* saott"^' I ^ewideruug gemeint habe, das Recht bog»

mit drolliger Zerknirschung ihre Lände rinnenh i ^e^en' tvett ichseinLiebespsaud,dieRose«, a» .Deut' Dir, eines Tagest« Ubr?arkckiSmtt 0t^mme^ hatte dann das aude« ge.

der Oberterttauer Arthur do« Schweitzer etoe^R.S &elb<4. Tertianer waren angesichts ber

rose, halb entfaltet bealettet hin 1eo8s I sauzeu Klasse handgemein geworden, hatten sich i»

«-»- Vitali

s xommeu, mich als Braut zu proklamiere»."

manbiert worden ist. Der Kriegsminister General Bronsart von Schellendorff ist zum Chef des Grena­dier-Regiments Nr. 5 ernannt. General von Voigts-Rhetz führt unter Stellung a la suite des 1. Garde - Feldartillerie - Regiments fernerhin den titel:General der Artillerie". Oberceremonien- «eister Graf Eulenburg und Oberhismarschall von Aedenau sind mit dem Charakter als Oberster zu dvi Offizieren von der Armee mit der Uniform des erften Garde - Regiments zu Fuß versetzt. Die -Kreuz-Ztg." bestätigt die Berufung des Generals Trafen von Walderfee ins Herrenhaus. Die

(Nachdruck Derboten.J

Am Sturm -er Eifersucht.

Roman von Ernst -ritze.

(Fortsetzung.)

aus i taffer« 1 und :ex ist April

Srbe. uS talkox stige« spater

14.

be- imern ienan- [662