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Illustriertes Sonntagsblatt.

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Sammer, der Mangel eines energischen und uneigen­nützigen Regimentes. Ein Teil der Franzosen haßt das Regierungsshstem wegen seines Egoismus, der die Taschen der republikanischen Machthaber füllt, ein anderer Teil verachtet es deshalb und endlich der dritte Teil hat den Respekt vor der Regierung verloren und sehnt sich deshalb nach Veränderung. Es wäre namenlos thöricht, Bulanger zu verhaften und ihm den Prozeß zu machen; dadurch würde er erst recht populär werden. Es bleibt der Regierung nur übrig, den Ernst und festen Willen eines kräf­tigen Regimentes zu zeigen, und an diesen Willen wird im Lande nicht eher geglaubt werden, als bis

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»Wenn sich nicht au8 seinen anderen Streichen Böswilligkeit beweisen ließe', warf Starkloff mit festem, drohendem Tone ein.

Er erhob sich vom Soph«, wo er bis dahin neben seiner Gattin gesessen, und stellte sich au sein Arbeits­pult, um seine täglichen Geschäftsnotizen zu machen. Diese Zeit benutzte Frau Hedwig sehr häufig zu einem kurzen Spaziergang in der nächsten Umgebung des Hauses. Es war ein Stillstand rn ihrer häns- licheu Beschäftigung und ein Ruhepunkt in all ihren Pflichte». Die kleinen Mädchen waren dann zu Bette, der Gemahl beschäftigt, die Dienstboteu alle beisammen, um ihr Abendbrod zu verzehre». Wohl- gernnt trat Fra» Hedwig zur Hausthür hinaus. Das Haus lag srei i« Walde, kein Zaun, keine Mauer, kein Sitter hegte es ein und schloß cS von der Lichtung ab, die es auf mehrere hundert Schritt und von allen Seiten umgab. Hier fanden sich Wiesen, hier lag Ackerland, wo Gemüse und Obst für die Wirt­schaft gehegt wurde, hier weideten Kühe und Ziegen, hier bleichte und trocknete Fran Hedwig ihre Wäsche. Munteren Blicks spähte sie ringsum, ob auch alles in Ordnung sei, ob die Kühe im Stall und die Trockenleiueu abgemacht waren. Dan» schritt die junge Frau neben der Wiesenfläche on: einem breiten, fefigetreteneu Fußpfade nach dem Eingang des Waldes, von wo aus men eine vollständige Ueberficht des weiten Feldes hatte. Ein rosiges Licht zitterte durch die lichten Zweige der ctuzelneu Bäume. Es war das letzte matte Wolken, gold der untergehcudeu Sonne. Die Kühle des Abendwiudes that ihr unbeschreiblich wohl; sie atmete tiefer uud rascher als wolle sie Erquickung aus dem quellende» Lvftstrom ziehe». Jetzt sta»d sie hioter der letzte» Wölbung der Bäume, die ihre Krauen zu einem natürlichen Thor znsammeugebogeu, und der goldige Wolkenstreiseu begrenzte die wollende» Korn, felder. Sie hob die Arme gegen deu Lichtstreifev. Dort, dort lag die herrliche, die prächtige Stadt, die ihre Heimat »ar; dort, aber weit, weit von ihr

6. Kapitel.

Frau Hedwig fühlte sich merkwürdiger Weise von einem leichten Schauer durchzuckt, als im selben Augenblicke ein Geräusch wie von harten Tritten zu ihr drang. Sie richtete zwar hastig die Augen dem Schall nach, trat aber unwillkürlich einigeSchritte zurück.

.Schön' gute» Abend, Frau Forstmeister', ertönte es hinter dem Gebüsche, .erschrecke» Sie nicht, der alte Lorenz ist's. Ich wollte nur dem Herrn Forst­meister Nachricht bringen, wie der Besitzer von Altenbek heißt; gnädige Frau, Sie könnten mir de» Weg in's HauS erfpereu, weuu Sie'S ihm bestellen wollen.'

.Recht gern, Loreuz, recht gern', entgegnete Frau Hedwig, neugierig au ihn herantretend.

.Nun denn, Frau Forstmeister, so höre» Sie, was mir der Apotheker iu Trebitz alles erzählt hat. Das ist nichts Nobler, wenngleich es adlig ist, sagte der Herr Apotheker, der «ehr von der Welt weiß als unser eins. 68 find ihrer .Zwei' Besitzer von Altenbek, zwei Brüder, wovon der eine gar nichts thut als Zeitungen lesen uud Zigarreu reucheu, und der andere aus lieber Langweile lauter Dum«, heiteu wacht.'

,U»d wie heißen diese liebenswürdige» Brüder?' fragte Frau Hedwig lachend.

.Schweitzer heißen sie, ja, Schweitzer heiße» sie." Schweitzer?" wiederholte die Dame etwas be­troffen und richtete ihren Blick, wie in eine weite Ferne schauend, nach dem matt glühende», westliche» Horizont.

Ja, der Aelteste heißt Gregor vou Schweitzer, er hat eine reiche, schöne Frau gehabt, hat zwei kleine Jungens, die wild aufwachsen wie zwei kleine Rehböcke, und will nicht wieder heiraten, weil er bei häusliche Leben in der Ehe sehr langweilig gefunden." Der alte Fasaueriewärter betonte die letzten Worte mit einer eingelernten Wichtigkeit. Frau Hedwig sah ihm verwundert ins braune, runzelvolle Gesicht Was sollte daS bedeuten? Regte sich schon das wüste Geschwätz der Klatschsucht, hatte mau von de» albernen Redereien deS Herr» vou Schweitzer Kenntnis erhalte», der sich erdreistete, von einer früheren Bekanntschaft mit ihr zu sprechen? Der alte Lorenz machte ihre» Befürchtungen ei» Ende.

Gewiß, Fra» Forstmeister, das hat Herr Gregor von Schweitzer selber zum Herr» vo» Bunsen ge­sagt', bekräftigte er feine Worte. .Der Herr Apotheker hat es wohl vier Mal wiederholt und dabet sehr verschmitzt gelacht. Was nun den jüngeren Herrn betrifft, so ist nur eine Stimme in ganz Drebitz über den Herrn Arthur vou Schweitzer*

»Arthur von Schweitzer?" fiel ihm Frau Hedwig erschrocken iu die Rede. Der Alte nickte.

»Mau hält ih» für einen Nichtsnutz, für eine» Skandalwacher, für einen Thuuichtgut, dem el Spaß macht, alle Mensche» boshaft zu erschrecke» uud z» ärgern. Ihm geschehe schon Recht, sagte der Herr Apotheker, weuu ihm da» Handwerk 'mal gründlich gelegt werde. Na nichts für ungut, guäd'ge Frau, mm wissen Sie alles. Also Herr Gregor von Schweitzer; aber unser Sünder heißt Arthur vo» Schweitzer. Verwechsel» Sie das nicht.' 6r »ah« respektvoll die Mütze ab und ,gtug eilend deu Weg zurück.

Stumm hatte Fra» Hedwig ih« zugehört; »ach-

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das Ministerium die Kammern nach Hause schickt und unbeeinflußt von so und soviel parlamentarischen Machthabern regiert. Boulanger hat die Volksver­tretung seines Landes in einer Weise heruntergemacht, daß es eine Schande für Frankreich ist; und was jagt die Hauptstadt dazu, das Herz Frankreichs? Sie giebt ihm eine Viertel Million Stimmen. Da kann man sehen, in welcher Achtung das Parlament beim Volke steht. In der republikanischen Partei herrscht nach der anfänglichen Siegeszuversicht heil­lose Bestürzung; bei den Boulangisten ausgelassene Freude. Der General wird gefeiert wie der Monarch eines Staates. Aber sofortige Folgen dürfte die Wahl für den Boulangismus in praktischer Form nicht haben.

Boulanger wird sich hüten, jetzt die Zügel der Regierung zu ergreifen; das kann er erst auf Grund einer Mehrheit, weiche Neuwahlen ihm gebracht haben. Das ganz unfähige Ministerium Floquet wird freilich sehr bald weichen oder sich doch rekonstruieren müssen. Die Vereinigung aller Re­publikaner ist jetzt dringend geboten, denn mit radikalen Phrasen allein wird nie etwas zu erreichen sein. Boulanger die Uebernahme der Regierung anzubielln, dazu liegt kein Anlaß vor, und das Ministerium wird sich hüten, solche Schwäche zu zeigen. Voraussichtlich wird es die bereits geplante Aenderung des Wahlgesetzes und andere Maßregeln gegen den Boulangismus beschleunigen; aber wer will sagen, ob die Neuwahlen nicht trotzdem für Boulanger ausfallen, und dann liegt die Republik im Graben. Das einfachste Mittel, die zerrüttete Republik wieder auf feste Füße zu stellen, haben wir oben gesagt: Suspension der Verfassung wenn nicht mit, so ohne Zustimmung des Parlamentes. Uebertragung der höchsten Regierungsgewalt an den Präsidenten der Republik und dessen Regierung. Die Boulangisten würden Zeter und Mord in diesem Falle schreien, aber das werden sie auch ohnedem thun, so lange ihr General nicht an der Spitze des Staates steht, und gegen offene Putsche hat die Republik die Armee, auf die sie bei Ent- schloffenheit weit eher bauen kann, als bei einer zaghaften Politik. Eine alte Erfahrung aus der Geschichte aller Staaten und Völker lehrt, daß Gewalt unter Umständen eine Notwendigkeit ist. Und die französische Republik steht jetzt auf dem Punkte, wo der Kampf um ihre Existenz beginnt, mithin sind alle Mittel, wie im Kriege, recht.

Crispi übersandte namens der Regierung dem Reichskanzler Fürsten Bismarck ein Telegramm, worin er denselben bittet, bei Kaiser Wilhelm der Dolmetscher der Gefühle des italienischen Volkes zu sein, von denen der Kaiser bei seiner Anwesenheit in Italien so beredte Beweise erhielt. Acht politische Vereine mit Bannern versammelten sich gestern nachmittags außerhalb. Roms bei der Ponte Pomentano, um die Erinnerungsfeier anläßlich der Kämpfe bei Dijon zu begehen. Unter den Zuschauern (etwa 1000) befanden sich auch Riccioti Garibaldi mit Frau und Kindern. Vom Balkon der Land­schänke bei der Brücke aus hielt Garibaldi mehrere Reden. Der Vizepräsident des Veteranenvereins

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ostafrikanlsche Gesellschaft dem Reichskomnnssar über­tragen werden sollte, zu streichen, und genehmigte hiernach die abgeänderte Vorlage mit allen gegen zwei Stimmen. Staatssekretär Graf Herbert Bis­marck hatte sich mit dem Antrag Huene einver- tanden erklärt und gleichzeitig bemerkt, von dem ge­orderten Kredit seien 800 000 Mark für einmalige Anschaffungen, eine Million Mark für Proviant, Munition und Geschenke und 200 000 Mark als Reservefond bestimmt. Die Kommission des Ab­geordnetenhauses für das Volksschullastengesetz hat folgende von der Regierungsvorlage abweichende Faffung beschlossen:Die Höhe des nach Absatz 1 des Gesetzes vom 14. Juni 1888, betreffend die Erleichterung der Volksschullasten, aus der Staats­kasse zu leistenden jährlichen Beitrags zum Dienst­einkommen der Lehrer an den Volksschulen wird fortan so berechnet, daß für die Stelle 1) eines alleinstehenden sowie ersten ordentlichen Lehrers 450 Mark, 2) eines anderen odentlichen Lehrers 350 Mark, 3) eines Hülfslehrers und einer Hülsslehrerin 100 Mark gezahlt werden. Das hiernach vom 1. April 1889 noch zulässige Schulgeld ist nach § 4, Nr. 2 des Gesetzes vom 14. Juni 1888 erneut festzustellen." Die Budgetkommission des Abge­ordnetenhauses hat heute die Erhöhung des Gehaltes der Unterstaatssekretäre von 15 000 auf 20 000 Mk. abgelehnt.

Anslarrr.

Rom, 28. Jan. Mittels Dekretes des Königs sind zu Senatoren ernannt: Admiral Sanbon, die Generäle Dezza, Avogadro, der Orientalist Ascoli, der Archäologe Fabretti, der Rechtsgelehrte Ceneri, der Astronom Schiapparelli, die Aerzte Todaro, Durante, Richter, Ellero, der Historiker Carutti und

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Bestellungen für die Monate Februar und März nehmen auf die

vberheffische Zeitung

nebst Lreisblatt

ßr die Kreise Marburg und Kirchhain

und

Illustriertes Sonntagsbtatt sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in -irchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition noch fortwährend entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

sNachdrnck verboten.)

Im Sturm -er Eifersucht.

Roman von Ernst Fritze.

(Fortsetzung.)

Eine Wette? Ach ja, ich erinnere mich!" ries die jinge Frau, schnell erheitert,eS handelt sich um Deine Knltnrkenntniffe. Fürst Pückler schickte die Bäumchen aus Brauitz, aber von der Wette weiß ich nichts.«

»Ich auch nicht, Hedwig! DaS ist ei» Geheimnis Mische» de» beide» alten fürstliche» Herren. Aber ls muß sich nm Bedeutendes handeln, den» es ver­geht keine Woche, ohne daß der alte Graf zur Stelle fährt, wo die Platanen stehen, und mit vergnügtem Gesichte daS Gedeihen der kleinen Anpflanzung be­trachtet. Fürst Pückler muß die Entwicklungsfähig- kett unseres hiesige» Bodens stark in Zweifel ge­zogen und dadurch den Widerspruchsgeist unseres tlten Herrn aufgestachelt habe», denn Graf Baden berg fragte mich eines Tages angelegentlich, ob i< »it der Kultur der Platanen vertraut sei. AIS ich ih« meine Kenntnisse darüber entwickelt hatte, froh­lockte er, legte den Zeigefinger auf den Mund, und wenige Tage später trafen die Setzlinge der Platane» liier ein. ES ist handgreiflich irgend eine Wette Minter, *n einem bestimmten Zeiträume daS durch Sachkenntnis »ad Naiurkräfte zu erziele», was Fürst Pückler durch geheimnisvolle Kunst seinem Beben entlockt.'

.ES liegt als» wahrscheinlich eine ehrenvolle An­erkennung Deiner Berufstüchtigkeit zu Grunde', unter­brach ih» Frau Hedwig bedauernd.

.Gewiß. Mindestens ließ Gras Badenberg oft­mals die Worte fallen: Ihre Shre und mein Triumph, Forstmeister. Freilich, wenn niederttichttger Forstfrevel unsere Bemühungen vernichtet, so können it nichts leisten, Lust und Liebe zum Werke gehen bulare». Aber ich hoffe, gerächt wird das Bubenstück.'

.Der Frevler (an» Unkenntnis vorschütze».'

Koutuugers Sieg.

Wer nicht hören will, muß fühlen! Die fran- zSsifche Regierung hat Boulangers Paris:r Wahl- hmdidatur in den allerletzten Tagen sehr leicht ge­nommen und verbreiten laffen, sie hege nicht den mindesten Zweifel an der Niederlage des Zukunfts- Diktators. Es ist anders gekommen; Boulangerhat einen ganz außerordentlich großen Wahlsieg erfochten, über 80 000 Stimmen erhielt er mehr als der Re­gierungskandidat und das ist in der ersten Stadt von Frankreich und ihrer Umgebung geschehen. Die Stunden, von denen sie sagen kann, sie gefallen ihr nicht, sind für die französische Republik gekommen, der Anfang des Schlußkapitels, welches die Ent­scheidung darüber bringen muß: Republik oder Dik­tatur. Noch hat Boulanger sein Ziel nicht erreicht imb noch ist die Republik nicht verloren. Aber sie wird untergehen ohne Rettung, wenn die Regierung nicht endlich ihre Fehler erkennt und den Weg der Besserung beschreitet. Ihre Fehler sino die grenzen­lose Schwäche der Staatsgewalt gegenüber der

Paessig. iUricMs.

«rfcheim täglich außer an Werktage» mutz bontt- und Feiertagen. Quartal-UbonnementS-Prei- bei der Expe­dition Si/.Mk., bei den Postämter» 8 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die geile 25 Pfg.

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg M Kirchhain

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Zoh. leg. Koch.

Deutsches Leich.

Berlin, 28. Jan. Durch Allerhöchste Kabi­nettsordre ist Prinz Heinrich von Preußen, königliche Hoheit, Korvettenkapitän, unter vorläufiger Belassung in seiner bisherigen Dienststellung als Ab­teilungskommandeur bei der 1. Matrosendivision, zum Kavitän zur See, und gleichzeitig unter Be­lassung L la suite des 1. Garde-Regiments zu Fuß und Garde-Füsilier-Landwehr-Regiments, zum Oberst befördert worden. Der Kaiser verlieh anläß- ltck Seiner Geburtstagsfeier dem Staats - Minister und Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten Dr. von Goßler und dem Staats- und Finanz-Minister Dr. von Scholz das Großkreuz des Roten Adler-Ordens mit Eichen­laub ; dem Staatsminister, Staatssekretär des Aus­wärtigen Amts, Grafen von Bismarck-Schön- Hausen, und dem Staatsminister und Minister des Innern, Herrfurth, den Roten Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub; dem Minister des Königlichen Hauses, v. Wedel!, den Stern zum Roten Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub; dem Ober - Reichsanwalt bei dem Reicksgericht zu Leipzig, Tessendorff, das Kreuz der Komthure des Königlichen Haus-Ordens von Hohenzollern. DasArmee - Verordnungsblatt" veröffentlicht eine Kabinettsordre des Königs von heute, welche 65 Regimentern der Infanterie und Kavallerie und zwei Pionierbataillonen die Namen siüherer preu­ßischer Könige und Prinzen (von König Friedrich Wilhelm I.> an) oder die Namen ausgezeichneter Generale (von Sparr, Derfflinger, Barfuß bis aus die neuesten ausgezeichneten Heerführer herunter) verleiht. Zum Andenken an das Lützowsche Frei­korps erhält das Infanterie-Regiment Nr. 25 den Namenvon Lützow". Neun anderen Regimentern ist der Namen solcher Familien beigelegt, deren Mit­glieder seit langen Jahren in großer Zahl in be­deutenden Stellungen der Armee angehörten (Borcke, Dönhoff, Goltz, Marwitz, Holstein, Bredow, Wedell, Arnim, Dohna). DerPost" zufolge erhielt das Leibgardehusarenregiment silberne Kesselpauken. Die dritte und vierte Kompagnie des ersten Garderegi­ments, welche aus dem Jahre 1688 stammen, er­hielten zu dem bisherigen Spruche auf dem Helme und den Blechmützen den weiteren Spruchsemper talis". Die Kommission für die ostafrikanische Vorlage beschloß auf Anttag des Abgeordneten Huene, die Stelle der Vorlage, wonach die dem Reichskanzler zustehende Aufsicht über die deutsch­

wohnte ihre Familie, ihre Mutter mtt den Brüder», dort schlief ihr Vater den ewige» Schlaf in Friede»! Sie war eines hochgestellten Beamten einzige Tochter unter mehreren Söhnen, sie war von früher Jugend an umgaukelt von westlichen, eitlen Freuden, aber behütet von einem scharfe», treuen Mutterauge, und jetzt? War sie glücklich? Ja, ja! Sie folgte willig und freudig dem geliebten Manne, als er ihr eine Stätte in der Einsamkeit des WaldeS bereit hielt. Sa, sie war glücklich. Sie fühlte eb in diesem Augenblicke, wo sie deu fernen Lieben einen Gruß »oll Sehnsucht weihete, daß sie unaussprechlich glücklich zu nennen fei.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b Blattes sowie d. Nnnoneen-Bmeanx von Haafenftein und «oglee

Mittwoch, 30. Januar 1889. wi^Ä^Äie^,mSenÄi;Ä«.2! Jahrgang,

Daube tu to. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover. Baris.