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Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag boa J»h. Luq. Sech.

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Erscheint täglich außer en Betttegen »ach botm- und Feiertagen. Quarttll-LboxnextentS-Preir bei der Expe­dition 21/« 9ÄL, bei den Postämtern 2 SU. 50 Pfg. (exv. vestÄgeld). Jnsertion-gedü-r fte die gespaltene Zeile 10 Pfg., Räumen ftt die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 27. Januar 1889.

Knieigen m**t entgegen die Expedition d Blattes sowie d. Lnuoneen-Burcanx den Haasenstein und Bögler 'r°-!- »w Daube u. ko. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover. Paris.

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Des Weiser» Ninnenskag

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Dach langer, langer Kraurrfnst Iaf's nm nun wie-er Kommen ist Ii« Daiferlag dem deutschen WolK, Im Vag der Heb' und Weene v»l! Tod wir in frnhre« helle» Tage» De« greise» Haisrr shar Jagen Wlaog froher Du»sch vo» Dah »ad Irr«, So Klingt rr hrut drw /nagen Herr»!

Drei Walser gab ria einzig Kahr: Der erstr hrrr iw Silbrrhaar;

Der zwnlr riar stoljr Iich', Doch drr vom Dlih grtroff ar» glrich; Der dritte da«» ia favgrr Wraft, In ihm schäumt' voll des Aebens Saft, 1« deutschem Mat «ad drntschrm Stalj,

-Mir Irit ging hi« so schwer aad dang Wo« Varmr «ft dir ßloLr Klang; Doch »er rs «icht ria Irradrograß, Der leicht brschwiagtr jrdr» Iah, Is »ar ria wehmutsvolles Magen Jin Schmrrjrnslaat fast pua Wersagra: Jia ganzes langes Kahr entschwand, Doch Musertag war nicht hn Jaud.

Heil Heiser Dilhrl«! Dratfchlauds Mehr, Des Irirdens Ichirmrr, unsrer Ihr Grtrrarr Uächtrr «Irr Jett, Irrn blrL' fortan ihm allrs Irid! < S» wünscht das WolK vom Irls zam Mrrr, Mir ItarmgrtSs, fo branp s daher; Mn rjn'grr Nnusch aas riu'gem Fand Dnugt fiegrrjch durch das Watrrlaad:

Alldrutschlaad strks p> rechter Irrad: -Des Heisers Nohl, de» Reiches GlSrk!" Jo schallt'», da» Ich« gi^bts pirüL. Des Reiche» Haupt auf seine» Dege» Drzlrite fürder Heil und Jegr», Tad was dann auch la JuKaaft droht, Wir strhra fest i» Hamxf aad Rot-

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Der Geburtstag des Kallers.

; Zum erstenmale feiert Kaiser Wilhelm II. als >berhsupt des deutschen Reiches seinen Gebuitstag. ie eigenartiges Zusammentreffen fügt es, daß der mge Herrscher an seinem bevorstehenden Wiegenfeste mau ein Dritteil der Jahre zählt, welche am letzten stburtstage eines deutschen Kaisers, Kaiser Wilhelm I. is seinem ehrwürdigen Haupt vereinigte. Dec letzte eburtstag Wilhelms I. war der neunzigste, drei Menschenalter hatte der greise Herr vollendet, der E:e Geburtstag Wilhelms II. als Kaiser ist der ißigste, auf ein Menschenalter blickt der Monarch 27. Januar zurück. Den Geburtstag des zweiten disers, Kaiser Friedrichs, zu feiern, ist dem deut- chen Volke verwehrt geblieben. Doch es denkt der Hingeschiedenen liebevoll bei der jetzigen Festfeier essen, der da erntet in reichem Maße, was seine Vorgänger gesät, die Macht und den Glanz der iaiserwürde, die Liebe einer Nation. Und weiter »d weiter, so hoffen wir zuversichtlich, wird unter niscr Wilhelm II. sich der gewaltige Bau deutscher Herrlichkeit ausdehnen, gefestigt gegen alle Fährden, ® sicherer Schutz, eine zuverlässige Zufluchtsstätte d alle Söhne des geeinten Vaterlandes.

Als Mann von dreißig Jahren feiert Wilhelm II u» erstenmale seinen Geburtstag als deutscher Mer. Wir haben zahlreiche Herrscher in der Ge­richte, welche in diesem Alter den Thron bestiegen I Men, aber sehr wenige, welche in diesem Alter toe Stellung einnahmen, wie heute der deutsche Mei. Mit dreißig Fahren der erste Herrscher Mopas zu sein, das ist ein stolzer und erhebender Monte, ein Gedanke, der wohl das menschliche Herz Shoren, den Flug kühner Hoffnungen erwecken kann. 3 ist eine bekannte Lehre, daß der Mensch, auch Monarch im Purpur nicht, allzu großen Glanz M>er erträgt» es zeigen uns beispielsweise Alexander

Große und Napoleon I. das Bild von Regenten, Mhe sich von ihrem Glücke bethören und zu Händ­igen hinreißen ließen, welche die Geschichte nicht l M und auch nicht klug nennen kann. Solchen -ilbern steht unser Kaiser als der ernste, pflichtge- i>e und gegen sich selbst strenge Herrscher gegen«

desM Ehre die Ehre des deutschen Reiches der sein Kaiserwort gegeben, zik hüten, zu achten ] zu wahren, was in ernsten Tagen zwischen den Irschen Fürsten und dem deutschen Volke ver- i>art, das Recht und die Verfaffung, der sich selbst v*i Diener des Staates genannt hat. Kaiser Wil- II. hat sich nicht auf den Standpunkt kaiser- pfr Allgewalt gestellt, er hat in seinen Kundge- ^gen betont, daß ihm die Wahrung der Bolksrcchte <*eniosehr am Herzen liegt, wie die der verbündeten

Hoch Raifrr Wilhelm IX

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Regierungen. Unerwartet schnell ist der Kaiser zum glänzendsten Throne gelangt, die traurigen Ereigniffe, welche seine Thronbesteigung herbeiführten, haben in ihm den ernsten Sinn und den festen Willen be­stärkt, selbst auf dem Posten zu sein, nicht nur deutscher Kaiser zu heißen, sondern sich auch als deutscher Kaiser zu bewähren, der großen Ahnen würdig zu sein und zu bleiben.

Die Verlockung, sich Lorbeerzweige des Ruhmes um die jugendliche Stirn zu winden, ist groß für einen Monarchen in diesen Jahren, besonders, wenn derselbe über ein so mächtiges Heer verfügt, wie das deutsche, welches nicht nur das erste in Europa genannt wird, sondern dies auch in Wahrheit ist. Aber wie Wilhelm I. und Friedrich III. spricht auch der jetzige Deutsche Kaiser aus, daß es ihm nicht nach kriegerischen Thaten gelüste, sondern nach einem Lorbeer des Friedens. Dem jungen Herrscher stehen noch gewaltige Aufgaben zu lösen bevor: Der weitere Ausbau des Deutschen Reiches ist ein so hohes und edles Werk, daß vor seinem Gelingen selbst glänzende Kriegszüge erblaffen muffen. Kaiser Wilhelm hat den Willen, seine ganze Kraft dafür einzusetzen, daß dem deutschen Vaterlande der Frieden erhalten bleibt, welcher die Vorbedingung für die Entwicklung der Einrichtungen des Reiches und des nationalen Wohlstandes ist. Seine bekannten Reisen dienten nur diesem einen großen Ziele, und daß sie von Erfolg begleitet gewesen, zeigen die Thronreden zur Eröffnung der verschiedenen Parlamente seit Antritt der Regierung. Das Deutsche Reich hat im abgelaufenen Jahre eine recht harte Krisis zu über­stehen gehabt, jetzt wo Wilhelm II. zum erstenmale seinen Geburtstag als Kaiser begeht, herrscht Ruhe und Frieden nicht nur in Deutschland, in ganz Europa, die Aussichten für die Zukunft sind so gut, wie seit Jahren nicht! Der junge Kaiser ist getreu die Wege seiner Vorgänger geschritten, sich selbst und dem Deutschen Reiche zum Segen.

So begehen wir heute mit voller Teilnahme den 30. Geburtstag des Kaisers, die enge Bande mit der ganzen Nation verknüpfen. Aller politischer Streit und Hader hat an diesem Tage zu schweigen, der dem Oberhaupt der genialen deutschen Stämme gehört. Und die deutsche Nation kann mit ruhiger Zuversicht auf Kaiser Wilhelm II. blicken, ihm werden hoffentlich noch lange Jahre beschieden und die Jahre zeitigen Erfahrungen, welche schließlich auch die Richt­schnur der Mächtigen der Erde bilden. Unser Kaiser kann uns besonders lieb fein seiner ernsten Arbeitslust und seiner geraden Ehrlichkeit willen. Was er denkt, das spricht er uns, soweit es möglich, und es ist immer gut, wenn ein Volk genau weiß, wie es zu seinem Herrscher steht und für die Ar­

beitslust des Kaisers, für den festen Willen, alles selbst kennen zu lernen, um in jeder Weise feine hohe Stellung voll und ganz auszufüllen, dafür haben wir Beispiele genug. Die entschlafenen Kaiser schauen segnend herab auf ihren Sohn und Enkel, unter welchem die deutsche Einheit kräftig fortge­deiht, unbeschadet von Meinungsverschiedenheiten in einzelnen Dingen, unter welchem auch Alldeutschland fest und treu zu Kaiser und Reich steht und dem erhabenen Monarchen seinen Glückwunsch darbringt in dem einstimmigen Ruf:

Hoch Kaiser Wilhelm II.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. Jan. DerReichsanzeiger" meldet: Vizeadmiral von der Goltz ist unter Entbindung von seiner bisherigen Stellung als Chef der Marine- station der Nordsee zum kommandierenden Admiral ernannt worden. Der zur Vertretung des Chefs der Admiralität kommandierte Kontre-Admiral Paschen wird von der Vertretung des kommandierenden Admirals entbunden. Für die Vertretung der Marineangelegenheiten im Reichstage und Bundesrate bleibt Kontre - Admiral Heusner stellvertretender Bundesratsbevollmächtigter. Der Fürst zu Wied ist nach den Konferenzen mit dem Herzoge von Nassau hier angekommen behufs Besprechungen über die Luxembnrger Frage. Die diesjährigen Kaiser­manöver finden zwischen dem 10. und 9. Armee­korps statt. Der Bundesrat erteilte in der gestern unter dem Vorsitz des Vize - Präsidenten, Staats­sekretärs des Innern, von Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung dem Entwurf eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen, betreffend die Ausgabe für den Elementar­unterricht, dem Gesetzentwurf über die Geschästs- sprache der gerichtlichen Behörden in Elsaß-Lothringen, und dem Entwurf von Bestimmungen, betreffend die Stattftik der Branntweinbrennereien und der Branntweinbesteuerung, die Zustimmung. Sodann wurde über mehrere Eingaben in Zoll- und Steuer- Angelegenheiten Beschluß gefaßt. Die Stadt Hnders- leben wurde aus ter Reihe der Orte, an welchen gcmischte Privat-Transillager »en den in Nr. 9 des Zolltarifs aufgeführten Waren (Getreide rc.) ohne amtlichen Mitoerschluß gestattet werden dürfen, ge­strichen. Dem Bundesrat ist eine Nachweisung über die den Bundesstaaten bis Ende Dezember 1888 überwiesenen Beträge an Reichs-Silber-, Nickel- und Kupfermünzen zugegangen. Nach derselben sind überwiesen: an Preußen für 287,7 Millionen, an Bayern 66,1, Sachsen 38,6, Elsaß-Lothringen 25,7, Württemberg 23,1, Baden 22,1, Hamburg 9,0, Braunschweig 7,6, Hessen 2,5, Bremen 2,2 Millionen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen - Weimar, Sachsen-

Meiningen, Sachsen-Koburg-Gotha, Anhalt, Schwarz-- burg - Sondershausen und Reuß j. L. für je etwas über 1 Million, a« die übrigen Bundesstaaten für je unter 1 Million. An Kaisers Geburtstag wird sich ein militärisches Schauspiel eigener und seltener Art vollziehen. Die sämtlichen Fahnen und Standarten der Truppen der Berliner Garnisvn, welche sich zurzeit noch im Fahnenzimmer des Palais unseres unvergeßlichen hochseligen Kaiser Wilhelm befinden, werden am Vormittag des Geburtstages nach dessen Residenz, dem Königlichen Schlosse, zu dauernder Ausstellung unter Leitung des Generals v. Schlieffen übergeführt werden. Nach der Kreuzztg." lag es ursprünglich in der Absicht, daß die oberen Beamten der Reichs - Zentral - Behörden Berlins aller Refforts in diesem Jahre die Feier des Geburtstages des Kaisers gemeinschaftlich durch ein Festdiner rc. begehen sollten. Nunmehr soll man wieder davon abgekommen sein und hat aus verschiedenen Gründen, namentlich aber mit Rücksicht auf die Lokalfrage, beschlossen, es bei dem früheren Modus zu belassen, so daß die Beamten der ver­schiedenen Refforts auch in diesem Jahre die Feier des Tages für sich im abgeschlossenen Kreise begehen werden. Die Beamten des Auswärtigen Amtes (Vortragende Räte, Legationsräte rc.) werden diese Feier in dem neu eröffnetenHotel Monopol', Friedrichstr. 100, begehen; derselben wird auch der Staatssekretär des Aeußeren, Staatsminister Gras Herbert Bismarck, beiwohnen.

(Ankauf von Pferden.) In dem Etat der Gestüteverwaltung ist bekanntlich eine Mehrforderung von 200 000 Mk. zum Ankauf von Pferden ent­halten. Dieser Posten hat eine interessante Vor­geschichte , der auch unser Kaiser Wilhelm II. nicht fern steht. Im Februar 1888 war auf Befehl des Kaisers Wilhelm I. eine Kommission aus höheren Offizieren und Gestütbeamten in Berlin zusammen­getreten, welche darüber beraten sollte, ob die zur Ergänzung der Armee erforderliche.Anzahl von brauchbaren Reitpferden, besonders für den Kriegs­fall, vorhanden sei. Die Kommission bezweifelte dies und war der Ansicht, daß staatlicherscits die notwendigen Maßregeln getroffen werden müßte«, einem etwaigen Mangel vorzubeugen. Im Monat April 1888 trat in Berlin die Landespserdezucht- Kornrnission zusammen, um über denselben Gegen­stand zu beraten. Die Kommission setzte sich zu­sammen aus Beamten des landwirtschaftlichen Mi­nisteriums, des Kriegsministeriums, aus Beamten der Gestütverwaltung, ans den von verschiedenen landwirtschaftlichen Zentralvereinen zu diesem Zwecke gewählten Delegierten, eines Vertreters des Union­klubs und schließlich auS Sachverständigen, welche