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Illustriertes Sonntagsblatt

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ein Exempel statuieren zu müssen, um ähnliche Er- eigniffe zu verhindern, und fünf der Aufhetzer en­deten am Galgen. Und es hat geholfen.

Besonders weitgehend ist die Rücksichtslosigkeit der Amerikaner aus wirtschaftlichem Gebiete. Aeußerst hohe Zölle schützen die Industrie, und sein Angriff aus diese Zölle führte bekanntlich die Niederlage Clevelands bei den Präsidentschaftswahlen herbei. Aber auch die Arbeiter sollen gegen fremde Kon­kurrenz gewahrt bleiben, und das erste Mittel dazu war die Beschränkung der Chineseneinwanderung.

Die Rücksichtslosigkeit, mit welcher in einzelnen Staaten gegen die Chinesen vorgegangen ist, streift geradezu an Brutalität, und die Folgen davon sind auch nicht ausgeblieben; die Kaufleute in China üben Repreffalien und brechen den geschäftlichen Verkehr mehr und mehr ab mit Nordamerika. Damit ist es aber nicht genug, nun sollen auch die euro­päischen Arbeiter an die Reihe kommen. Gänzlich mittellose Personen wurden schon seit längerer Zeit an der Einwanderung gehindert; nun sollen auch die fremden Arbeiter zurückgewiesen werden, welche keinen Anstellungsvertrag vorweisen können. Außerdem soll aber jeder Einwanderer fünf Dollars, also zwanzig Mark, Einwanderungssteuer zahlen. Die Maßnahme ist ersichtlich hart, denen, welche ihr Glück in Amerika versuchen wollen, wird damit rundweg die Thür vor der Nase zugeschlagen. Aber diese Anordnung bestätigt auch die trüben Schilde­rungen von den Zuständen in den Vereinigten Staaten und erneuert die Warnung, hübsch daheim zu bleiben. Daß die Union sich ferner Verbrecher und politische Verschwörer vom Halse halten will, das ist ihr -weniger nach den gemachten trüben Erfahrungen zu verdanken. Die neuen Einwanderungsbestimmungeu werden im Laufe dieses Jahres noch in Kraft treten.

Wird die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika in Zukunft fomit erheblich erschwert werden, so wird cs von anderer Seite um so weniger an Verlockungen fehlen, Europa zu verlassen und den Wanderstab zu ergreifen. Be­sonders aus verschiedenen Staaten Süd-Amerikas und aus den australischen Kolonieen Englands sind in letzter Zeit verstärkte Aufforderungen ergangen, auszuwandern, und dabei haushohe Versprechungen

ohl des eigenenIch". Die Freiheit der Be- Mng dauert deshalb in der nordamerikanischen ton auch nur gerade so lange, als sie den Jnter- w nicht widerspricht. Tritt dieser Fall ein, wird ht Gnade und Erbarmen eingeschritten. Das ist wirtschaftlichen Leben, wie im politischen, und bst der sozialdemokratische Reichstagsabgcordnete

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I in Europa. Die vor nichts zurückschreckende Wlütigkeit der Amerikaner zeigt auch das Urteil Chicagoer Anarchfftenprozeß. Nach europäischem cht hätten die Dynamitführer, da ihre Schuld

gemacht worden. Warum soll nicht einmal ein Auswanderer das große Los gewinnen? Aber im allgemeinen läßt sich konstatieren, daß ein solches Hundeleben, wie es die Auswanderer in überseeischen

Parteile itung auf die Redaktion derKreuz-Ztg." keinen Einfluß besitzt. Gleichzeitig ist von dem Be- schluffe in angemessener Weise dem Ka iser und de» Reichskanzler Mitteilung erstattet worden." Die Trauerfeier für den verstorbenen Vizeadmiral Grafen Monts fand heute im Sterbehause statt, wo der Sarg auf einem Katafalk im Saale ausgebahrt war. Vor dem Trauerhause war die von de» General v. d. Knesebeck kommandierte Trauerparade aufgestellt, die aus einem Bataillon des 3. Garde­regiments zu Fuß mit der Fahne und Musih je einer Schwadron der Garde-Kürassiere und Garde- Ulanen, einer Batterie und einer Kompagnie der Marine-Artillerie bestand. Der Sarg war mit Trauerkränzen, kostbaren Blumenspenden und Pal­menwedeln über und über bedeckt. An der Spitze der den ganzen Saal und den Vorplatz füllende» Trauerversammlung befand sich der Kaiser in der Marineuniform. Ferner waren anwesend Prinz Heinrich und die Prinzen Leopold, Georg und Alexander, der schwedische Gesandte im Namen des Königs von Schweden, Staatsminister Graf Bis­marck mit einer Deputation des auswärtigen Amtes, Mitglieder des Bundesrates, das Reichstagspräsidium und zahlreiche Abgeordnete, ferner eine Deputation > des Offizierskorps der Marine mit den Admiralen Heusner, v. d. Goltz, Knorr und Paschen an der Spitze, mit fünfzig Matrosen, Unteroffizieren und Heizern, und die gesamte hier anwesende Generalität. Nachdem der Kaiser, der bei seiner Ankunft ehr­furchtsvoll begrüßt wurde, der Witwe sein Beileid ausgesprochen hatte, hielt Feldprobst Richter die Ge­dächtnisrede. 12 Unteroffiziere des Seebataillons trugen sodann den Sarg, dem vier der jüngste» Marineoffiziere mit den Orden des Verstorbene» vorauf schritten, nach dem Leichenwagen, worauf sich der imposante Zug unter den Klängen eines Trauer­marsches nach dem Matthäckirchhof bewegte, wo die Beisetzung mit militärischen Ehren erfolgte. Von dem kaiserlichen Paare und dem Prinzen Heinrich wurden prachtvolle Kränze gespendet, auch von der österreichischen Marine wurde ein Kranz gesandt.

lieber den verstorbenen Chef der Admiralität, finden wir in derKreuzzeitung" folgende biogra­phische Angaben:Alexander XVI. Graf v. Monts de Mazin, am 9. August 1832 als der Sohn des 1870 verstorbenen General-Leutnants z. D., zuletzt Kommandanten von Posen, Grafen v. Monts, ge­boren, trat am 29. November 1849, 17 Jahre alt, als Kadett in die preußische Marine' und that dann längere Zeit in der königlich englischen Marine

Deutsches Reich.

Berlin, 22. Jan. DasArmee-Verordnungs­blatt" veröffentlicht eine Verordnung, wonach bei denjenigen Infanterie - Regimentern, deren 3 Ba­taillone sämtlich schwarzes Lederzeug führen, die BezeichnungFüsilier-Bataillon" in3. Bataillon" umgeändert wird. Die Besetzung der Stellen der Kommandeure der Füsilier-, bezw. 3. Bataillone und der Kompagniechefs der Füsilier-Kompagnieen, bezw. der Kompagnieen der 3. Bataillone bedarf künftig nicht mehr der Bestätigung der kommandierenden Generäle, bezw. Divisions-Kommandeure. Ferner ver­öffentlicht dasArmee-Verordnungsblatt" eine Kabi­nettsordre betreffs Abänderung des Paragraphen 14 der Tisziplinar-Strafordnung für das Heer, wonach der kommandierende General bis zu 14 Tagen, der Divisions-Kommandeur und der Kommandant einer großen Festung bis zu 10 Tagen und der Brigade- Kommandeur bis zu 8 Tagen Stubenarrest verhängen dürfen. In der heutigen Bundesratssitzung wurde die ostafrikanische Gesetzesvorlage eingebracht und in derselben Sitzung gelangten auch die Berichte des Ausschusses über das Gesetz zur Beratung. Der Bundesrat genehmigte dann die ostafrikanische Vor­lage. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Vorstände der konservativen Fraktionen des Reichs­tags, des Abgeordnetenhauses und, soweit sie zur Stelle waren, auch des Herrenhauses, nahmen aus dem mit den WortenDas monarchische Gefühl" beginnenden Artikel derKreuz-Ztg." Anlaß zu einer gemeinsamen Beratung, worin die Erklärung beschloffen wurde, welche als offizielle Kundgebung der konservativen Parteileitung gekennzeichnet, an der Spitze derKonservativen Korrespondenz" veröffent­licht wird und besagt:Die Publikation des Artikels Tas monarchische Gefühl" in der Sonnabendnummer derKreuz-Ztg." wird in der Partei bedauert und giebt Veranlaffung zu der Erklärung, daß die

vberhesfische Zeitung

nebst Kreisblatt

jr -ie Kreise Marburg und Kirchhai«

| und

| Illustriertes Souutagsblatt

Etliche Postanstalten, unsere Agentur in irchhain, sowie für hiesige Stadt un- re Expedition noch fortwährend entgegen.

Die Exped. der Ober«. Zeitung.

Zur Auswanderung.

Viele Leute, die aus Deutschland nach den Ver- ligten Staaten von Nordamerika auswandern wollen, id n dem Wahn befangen, sie thäten damit den erikanern einen besonderen Gefallen und würden b offenen Armen ausgenommen werden. Das ist ne schwere Täuschung, und mancher ist um eine tae Erfahrung reicher aus demgelobten Lande" mckgekehrt. Die Nordamerikaner sind keine Ge- itsmenschen; von Rücksicht oder Teilnahme ist bei

Ländern zu führen oft gezwungen sind, sie zu Hause im Deutschen Reiche doch nicht zu führen brauchen. Auf die Versprechungen von Auswanderungs-Agenten soll sich niemand verlassen, sondern sich, wenn er die Lust, die Heimat aufzugeben, durchaus nicht unterdrücken kann, an die zuständigen Behörden um Auskunft wenden. Da wird ihm reiner Wein ein­geschenkt. Wer erst fern von Europa in über­seeischen Ländern weilt, dem ist schwer zu helfen; er muß die Suppe, die er sich eingebrockt hat, ausesien, wenn er nicht zuvor stirbt ober verdirbt. Also keine leichtsinnige Auswanderung!

MchentHchc Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nni Kirchhain

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und »erlag von Joh. Anq. »och.

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Erscheint täglich außer an «erktoge» mutz Soun- mW Anzeigen nimmt entgegn die Expedition d Blattes

Feiertagen. Q? mrtal-AbonnemeMS-PreiS beiderSxpe- wiUWUl'Uf sowie d Amwueen-Bureanr von Laasenstein und »oaler

ditionLr/. den Postämtern 2 Mk. SO Pfg. (exll. .. . _ ** . in Stantfwrt a. HL, Lasse!, Magdeburg n. Wien; 3t»to(f YYIV

' DestellgeLiT^öchsertlonkgebühr fär dir S-spKme Zeile DvNNeMag, 24. JaNUav 1889. R-ffe in Araickfnrta.«,Berlin,München». Käl»; L jLAiVe 10 «fg>. Reklamen kür die Zeile 25 Pfg. Daube u.L°. in Frankfurt a. WL, Berlin, Hannover. Pari».

He* ckknecht, der die deutschen Zustände nicht genug ast«» rdammen kann, rief nach den Erfahrungen seiner ax«,- rdamerikanischen Rundreise wütend aus, daß es in rang, i Vereinigten Staaten noch zehnmal schlimmer sei,

h i lium des Aankee, und was außerhalb seiner Pläne ht, ist ihm gleichgiltig; was diese Pläne zu kreuzen lißfa* »ht, muß fort aus dem Wege. Ob durch die an- ie fit wendeten Mittel andere Schaden erleiden, kümmert ein i Nutzer Jonathan" sehr wenig, ihm gilt nur das

Jeder nc® Belieben, Herr von Schweitzer",

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-Was ist« mit der Dame?" fragte Arthur.

ft* »Nichts weiter, als daß man sie ignoriert? »Warum denn?"

und wurde von dem alten, gtchtbrüchigeu Herrn

-Darüber wird die Dame sehr unglücklich sein",

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& Kreisen unserer G-selligkeit geduldet, wenn sie ^tfcTttgen Grundsätzen huldigen; mein Prioat- biefle für Sie veranlaßt mich, Ihnen von den Mtgen Gebräuchen Mitteilung zu wachen, damit es

ranfri Puter Post' iplare h &

»Weil ihr Vorleben zweifelhaft, weil ihr jetziges «n mißliebig ist. Die Dame war jung und schön, lotete aber dessen ungeachtet den alten, sechzig- irigen Herrn von Orta», gebar ihm ein Töchter-

sNachdruck verboten.^

Am Sturm der Eifersucht.

Roman von Ernst Fritze.

(Fortsetzung.)

u nicht eines Tages ergehe wie der jetzigen Be- primk |6;n von Ortauhos dort hinter dem Walde." (357 Fine rasche Bewegnng des älteren Herrn von Ung.) Sweitzer wachte, daß er schwieg und sich demselben --) sandte. Die Bewegung mußte zufällig gewesen Kitt' i>exn ®refi,r spante schläfrig wie vorhin in

«e in Glas gegen das Sonnenlicht hebend, die Klarheit des WeineS zu prüfen.Hier zu üSeN'ti« wird ausgemerzt, aas nicht unzweifelhaft ; kbar ist. W-der Herren noch Damen werden in

|J- Der Amtmann ließ es stillschweigend geschehen, w. r Arthur den Kork der letzten Flasche herauszog __*- 6 sein Glas bis zum Rande füllte.

Tri* A.Elbiu seines stark verschuldeten, schlecht bewirt.

Weten, kleinen Gutes eingesetzt. Man keimt sie i« ®an achtet sie nicht, man kümmert sich nicht ob sie hier oder in irgend einer anderen . Ag- L^velSgegend lebt, Fran von Ortau auf Ortauhos «a» * t6tn iür niemand in der Gegend da in der Welt."

Ewwerlich", antwortete der Amtmann, welcher den versteckten Spott nicht merkte.Sie flattert lustig in der Welt umher, wo es Kreise übergenug giebt, die auf den Ruf einer Frau nichts gebe». Jhr^ Tockter Lida ist nun erwachsen. Sie soll tapfer in die Fußtapfeu ihrer Mama treten."

Ist sie auch schön wie ihre Mntter?" nnterbrach Arthur ihn.

Ich kenne Fräulein Lida nicht; sie ist seit Jahren nicht hier gewesen, da ihre Ausbildung in einer Er- zlchurgsanstalt des Auslandes vollendet werden soll."

Eine Pause entstand. Dann begann Herr von Buuscu wieder:Ich wollte schon immer fragen, was Sie Beide denn wohl bewogen haben könne, ein Land­gut zu kaufen, da Sie doch augenscheiulich weder Lust noch Liebe zur Ockonomie haben."

Das ist lediglich eine Marotte meines viellieben Benders", fiel Arthur ein;er will aus Abwechselung den Eremiten spielen."

Etwas anders verhält sich die Sache", wendete Herr Gregor ein.Es bot sich uns die Gelegenheit, Heb kleine Rittergut durch Tausch zu erwerben. Der s.ilherige Besitzer, Herr Siwrock, wollte ein Groß­städter werden, und ich wünschte, Gutsbesitzer zu heißen. Da haben Sie das große GeheimuiS in wenigen Worten, Herr Amtmann."

Ist es Ihre Absicht, ständig hier zu wohnen, das heißt Sommer und Winter?"

Gott behüte uns davor!" schrie Arthur.

Halte Du das, wie Du willst, Arthur, ich habe große Lust, mich gründlich über den Wert des Gutes zu informieren, und dazu wird es uotweudig sein, hier zu überwintern."

Aber doch nicht in dieser lächerlichen Glasbude? So viel mir bekannt geworden, haben Sie außer dem Schlafzimmer im Gnlshaufe nichts möblieren laffen."

Gregor lächelte spöttisch.Sie scheinen in amt­licher Eigenschaft zu nuS gekommen zu sein, Herr von Lunsen."

Nein, nein! Privatinteresse, nichts weiter! Sie haben mir gefallen, meine Herren."

Viel Ehre für unSl" meinte Arthur vorlaut.

Wir find die nächsten Nachbarn, und ich wünsche, gute Nachbarschaft zu halten."

Sehr verbunden", versetzte Gregor kalt und vornehm.Ich will Ihnen die wahre Sachlage offenbaren, Herr von Bunsen. Es besteht ein lieber, einkommen zwischen mir und Herrn Simrock, wonach wir erst nach Jahresftist den Tausch unseres Eigentums rechtskräftig machen. Bis Ostern des nächsten Jahres bewohnt er frei meine glänzende Wohnung in meinem Refidruzhause, und bis Ostern des nächsten Jahres verwalte ich, so zu sagen sein Gnt mit allen Einnahmen unter der Beihilfe seines alten Verwalters Erik. Gefällt mir meine Rolle als Rsttergutsbefitzer nicht, so habe ich ihm Rechunng abzulegen, eventuell eine Abstandssumme zu zahle». Dann ziehe ich wieder in mein Refidenzhans, und Herr Simrock übernimmt sein Gut wieder."

Bunsen hatte mit offenem Munde und weitauf- gerisseueu Auge» zugehört. Jetzt schlug er die Hände über dem Kopf zusammen.

Herr des Himmels, find das 'mal wunderliche Einfälle! Da hört ja alles auf! Ist das eine Spekulation von Ihnen?"

Sott Spekulationen erwartet man Vorteile, ich stehe aber entschieden im Nachteil."

DaS begreife ein Anderer. I», ja, ich dachte es mir wohl, daß Sie zu de» vom Geschick be­günstigten, jungen Männern gehörten, denen allzu- früh eine völlige Unabhängigkeit zu Teil geworden ist; ich dachte eS mir, daß Sie hinlänglich mit Mitteln versehen wäre», um Ihren Wünschen und Einfällen gemäß leben zu könne»; ich dachte mir auch, daß Sie Ihre schönsten Lebensjahre verjnbelt hätte«, daß Sie nun anfangen wollte», Ihr Dasein ernster ,» betrachte», ja, ja, alle diese Gedanke» lagen nahe, aber eine lächerliche Idee, wie Sie ins Werk gesetzt, nm Ihr Geld zu vergeuden und der

ganzen Umgegend zum Spott in GlaSbudeu zu wohnen, eine solche Idee kam mir wahrhaftig nicht in den Sinn, Herr von Schweitzer. DaS muß eint besondere Bewandtnis haben. Für eine kurze Komödie baut man nicht so kostspielige Konliffen, wenn es nicht auf Zauber und Verblendung abge­sehen ist. Nu», was geht eS mich an, meine Herren?" Er erhob sich bei diesen Worten und tränt stehend fein GlaS ans. Gregor ließ seine Blicke über die Figur des würdigen ManneS gleiten und sagte mit schläfriger Sanftmut:

Begreiflich ist es mir tu der That nicht, weshalb Sie uns mißtraue« wollen."

Weil die Art Ihres Erscheinens Hierselbst die Vermutung weckt, daß etwas Besonderes dahinter stecken muß", entgegnete Herr von Bunsen freimütig.

Man hält u»S wohl für verkappte Räuber und Mörder", warf Arthur hin.

Bitte, Sie haben nichts Räubennäßiges gezeigt", schkrzte der Amtmauu.Kommt dergleichen zum Vorschein, schicke ich Ihne« meine Gensdarrnen über den Hals. Gehaben Sie sich wohl, meine Herren, und halten wir gute Nachbarschaft. Altenbek und Drebitz find in uralter Zeit als Stammsitze der regierenden Grafen Badenberg verbunden gewesen. Ja, ja, e8 war ein mächtiges Geschlecht, diese Badeu- berg; sie find eingeschrnrnpft und ans ein kleines Besitztumohne Macht" beschränkt, so geht eS in der Welt, meine Herren", schloß er seine lange Rede, wer es nicht versteht, sich oben zu halte», der gleitet allmählich hinab; merke» Sie sich das!"

Sind Sie fertig mit Ihrer Predigt?" rief Arthur herausfordernd.

Noch nicht, Herr Arthur, antwortete Bunse« ge. mütlich.Der Schluß der Rede lautet: Wer nicht höre» will muß fühle». Lebe« Sie wohl, auf baldiges Wiedersehen, meine Herre«. 6b fitzt sich, eS trinkt fich, eb ißt fich vortrefflich in Ihre» GlaSbndeu!" Er schwenkte, Abschied nehmend, seinen Schlapphut, verbeugte fich mit Würde und Anstand,