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Illustriertes Sonntagsblatt

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Etats wurden mit Ausnahme einer Kaserne in Kux- Haven genehmigt. Über die neuen Schlffsbauten wurde schriftlicher Bericht ans Plenum beschlossen. Die Kommission für die Alters- und Jnvaliden- Bersicherung beriet den § 7, der über die Alters­und Invalidenrente handelt. Abg. Schmidt - Elber- eld <freis.) beantragt die Altersgrenze auf 65 Jahre ;erabzusetzen. Von einzelnen Mitgliedern aller Par­teien wurde dieser Antrag unterstützt, von anderen bekämpft; zur Abstimmung kam es noch nicht. Die Nachricht, daß Wißmann bereits nach Ostafrika abgegangen sei, ist falsch. Die Abgeordneten Bam­berger und Richter haben die Quittung für ihr un­patriotisches Verhalten bei. der Reichstagsdebatte vom 15. d. Mts. rasch erhalten. Alle englischen Zeitungen, die hier vorliegen, find voll des Lobes und der An­erkennung für die beiden genannten deutschen Volks­vertreter und letztere können sich mit dem rauschen­den Beifall des Auslandes für die traurige Rolle trösten, welche sie im Reichstag spielten, als deutsche Jntercffen zur Beratung standen.

Dem Landtage ist der folgende Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Ergänzung des Gesetzes über die Erleichterung von Volksschullasten vom 14. Juni 1888, zugegange«. Artikel I. Die Höhe des nach § 1 Absatz 1 des Gesetzes vom 14. Juni 1888, betreffend die Erleichterung der Volksschul­lasten, aus der Staatskasse zu leistende« jährlichen Beitrags zu dem Diensteinkommen der Lehrer an den Volksschulen wird fortan so berechnet, daß für die Stelle 1) eines alleinstehenden, sowie eines ersten ordentlichen Lehrers 500 Mk., 2) eines anderen ordentlichen Lehrers 300 Mark gezahlt werden. Artikel II. Wo bei Volksschulen für Kinder, welche innerhalb des Bezirks der von ihnen besuchten Schulen einheimisch sind, eine Erhebung von Schul­geld noch stattfindet, fällt dasselbe in dem Betrage ort, um welchen gemäß der Vorschrift in Artikel I. eine Erhöhung des aus der Staatskaffe zu leistenden Beitrages zu dem Diensteinkommen der Lehrer eintritt. Artikel III. Das gegenwärtige Gesetz tritt mit dem 1 April 1889 in Kraft. Artikel IV. Mit der Ausführung dieses Gesetzes werden der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal - Angelegen­heiten und der Finanzminister beauftragt. Urkund­lich u. s. w. Zu Artikel I. Nach § 1 des Gesetzes vom 14. Juni 1888 sind an jährlichem Staats­beitrag für die Stelle 1) eines alleinstehenden, sowie eines ersten ordentlichen Lehrers 400 Mk., 2) eines anderen ordentlichen Lehrers 200 Mk. und einer ordentlichen Lehrerin 150 Mk., 3) eines Hilfs-

,Sähest Du", meinte Gregor phlegmatisch,nun denn, ich bin durch den Wald gefahren."

.Und Emil und Gustav?'

.Kommen erst mit dem NachmittagSznge."

.So war's von Anfang an bestimmt; Du de, liebtest heut' Morgen es anders zu wiflen, Gregor."

.Irren ist menschlich, Arthur."

Inzwischen waren die Brüder den Gartenzaun entlang bis zum Hause gekommen, das in seiner Einfachheit wohl kau« zu dem auffallend eleganten Aeußeren der beiden Herren gepaßt haben würde, wenn sich nicht seitwärts von demselben äußerst ge­schmackvolle, prächtige Colonnaden von Sptcgelalas und Holz befunden hätten, die nach Belieben geöffnet werden konnten. @tne Orangerie umstellte diesen Anbau und gab dem ganzen, neu mit Oelfarben ge. stricheuen Hause das Ansehen einer Villa. Sine nene Maner hinter dem Gebände schloß eS von dem Viehhose und dem Wirtschaftsverkehr ab. Das alles war dnrch Hunderte von geschäftigen Händen im Umsehen geschaffen, so daß die Einwohner der Um­gegend oftmals beim Vorübergehen ihren Augen nicht trauen wollten. Ihnen schien es ei» Wunderwerk, was aus dem alten Hanse, d«S der Amtmann Stmrock unverändert vierzig Jahre bewohnt hatte, geworden war.

Der Wagen hielt an, der Reiter schwang fich vom Pferde. Ein Diener eilte aus dem Thorwege und führte Roß und Fuhrwerk dorthin.

Die beiden Herren standen nnn nebeneinander. Ein paar athletische Gestalten, unverkennbar ähnlich wie Brüder, und dennoch sehr verschieden. Beide hübsche Männer, aber sie trugen den Stempel eines sehr bewegten Lebens ans den gelblich blaffen Ge­sichtern. Gregor, angenscheinlich um zehn Jahre älter, neigte entschieden znr Korpulenz, während Arthur fast hager genannt werden konnte. Gregor machte bis zu den sehr schläfrigen, fchwermütigeu Auge» de» Eindruck eine» durchweg phlegmatischen Mensche«.

Arthur erschien lebhafter; er ritt wild, sprach

durch die Flucht allen Wetterungen entzogen. Man sah indeß au de« frohlockenden, triuwphtrendeu Aus­druck seines Antlitzes, daß er mit sich selbst sehr zn- frieden war. Folgen wir ihm nun auf seinem Wege.

Er ritt im Galopp bis znr Waldecke, wo der schmale Weg in eine breite Fahrstraße anSmündete, die direkt auf die Eisenbahnstation zuführte.

Hier hielt er an nnd blickte forschend nach de« tau« sichtbaren Stationsgebäude hinüber. Da die Waldecke etwas höher war, so vermochte man von hier aus die ganze, weite Ebene zu überblicken. Der junge Herr that dies mit einem höchst maliciösen Lächeln, das sich jedoch urplötzlich in den Ernst eines große» Erstaunens verlor, als sein Blick auf einen Gegenstand zwischen de« wallenden Kornfeldern fiel der fich pfeilgeschwind fortbewegte.

Partien, eine Equipage!" murmelte er. Dann lachte er hell auf, griff in die Brusttasche seines Reitfracks und holte einen sogenannten Feldstecher hervor. .Es ist unser eigenes Gefährt; in der That, eS ist Bruder Gregor; aber wo kommt er dahin, er wollte ja nach der Eisenbahn fahren,, um seine Knaben abzuholen, und nun saust er von rechts, statt von links daher. Das ist sehr merkwürdig I"

Sein muttgeS Pferd mochte jetzt die Stallkameraden in der Ferne wittern; eS schnob, eS bäumte fich und flog alsdann dem Fuhrwerk nach, das rasend schnell dem Dorfe Altenbek sich näherte, deffen Kirchtnrm- spitze am Horizont sich abzeichnete. Der Reiter ließ seinem Pferde freien Wille». Er jagte wie beseffe» der Equipage nach, erreichte fie indeß erst, als sie an der Gartenzäuuung des GutShoses angelangt war. Der Herr, der in dem kleinen, eleganten Wagen saß, weudeie den Kopf nachlässig, als der Rester neben ihn heran sprengte, und spöttisch fragte:

.Wo bist Du denn gewesen, Gregor?'

.Auf der Eisenbahnstatton, Arthur', gab er zur Antwort.

,DaS bezweifle ich; denn ich sah Dich wie io vou der eutgegeugesetzteu Seite hersahre«, Gregor."

hältniffe obwalten und welche demgemäß besondere Maßnahmen erheischen, wird vorhanden sein können. Die Erfüllung der von der Landesvertretung grund- ätzlich gebilligten Absicht der Beseitigung des Dolks- chulgeldes wird damit als im wesentlichen gesichert erachtet werden dürfen. Zu Artikel III. Die zur Ausführung des Gesetzes erforderlichen Vor­bereitungen können so zeitig erledigt werden, daß dem Inkrafttreten desselben mit dem Beginn des nächsten Etatsjahres kein Bedenken entgegensteht.

Posen, 19. Jan. DerDziennik Poznanski" veröffentlicht ein von dem Fürstbischof von Breslau, Dr. Kopp, unter dem 8. d. Mts. aus Breslau da­tiertes an seine Diözese gerichtetes Schreiben, in welchem derselbe den ihm unterstehenden KleruS warnt, fich an der im Februar hier stattfindenden polnischen Versammlung zu beteiligen, da dieses weder im Interesse der Diözese noch in dem Ober- Schlesiens liegen würde.

Stuttgart, 19. Jan. Der Landtag ist auf den 30. d. M. einberufen worden.

München, 19. Jan. Das Befinden der er­krankten Gräfin Rantzau hat sich etwas gebeffert. Die Afrikareisenden Andreas Küntzel, Ingenieur Gerstäcker und v. Stransky sind nach Witu (Ostafrika) abgereist.

Deutsches Deich.

Berlin, 19. Jan. In mehreren Blättern ist wieder von einem bevorstehenden Besuch des

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, it abend 8/< Uhr gestorben. Die Budget- Mission des Reichstages hat die Forderung für 9 etliche Schiffsneubauten bewilligt. Es wurden [Pr «ächst die im ordentlichen Etat als einmalige Aus- . kn geforderten weiteren Raten für Schiffsbauten

i «hmigt, indem nur von der Schlußrate zum Bau 1 rs Minen - Dampfers 800 900 Mark gestrichen

jsers in Elsaß - Lothringen die Rede. Nach Münzen, die derWes.-Ztg." aus Elsaß-Loth- |tn zugehen, soll der Besuch mit Beginn des hlings stattfinden und zwar soll der Kaiser zu- 1 ft beabsichtigen, Saarbrück - St. Johann zu be- i. ni, wo er bei dem Geheimen Kommerzien - Rat er ; unm absteigen und an einer von dem dortigen saren - Regiment zu begehenden Jubelfeier teil- mtn wird. In Verbindung hiermit trete dann ' Besuch von Straßburg und Metz. In Straß­er.. soll der kaiserliche Aufenthalt zwei, in Metz m Tag betragen. Die Richtigkeit dieier Mel- igtn bleibt abzuwarten. Die außerordentliche >Pfl mkkanische Gesellschaft, welche im Auftrage ihres , pf, j «lveräns dem Kaiser deffen Glückwünsche zur

Mbesteigung überbringt, und die bereits zu An- __ g dieses Jahres in Berlin erwartet wurde, wird

28. d. Mts. hier eintreffen und voraussichtlich -U.. yere Zeit Hierselbst verweilen. Der komman-

rrude Admiral, Vizeadmiral Gras Monts ist

^Nachdruck verboten.)

Am Sturm -er Eifersucht.

Roman von Ernst Fritze.

(Fortsetzung.)

b die anderen Mitglieder des Zentrums aus. r stellvertretende Chef der Admiralität erklärte t, es handle sich um einen einheitlichen Plan, zu tn Durchführung der sofortige Bau aller gefor- ten Schiffe notwendig sei,.sonst sei eine wirksame f- Henverteidigung nicht möglich; durch den Bau »L j r Schlachtflotte werde auch das Landheer enüastet.

tzt wurde die erste Rate für das erste Panzerschiff Ammig bewilligt, die ersten Raten für die übrigen

mzerschiffe nur mit 17 gegen LO Stimmen, die t die Panzerfahrzeuge mit 25 gegen 2 Stimmen, 1 Torpedoboote einstimmig. Die übrigen For- amgen des ordentlichen und außerordentlichen

TM riß ihre Kinderaugen zornig weit auf. ..

v ja forfgtlauftu, Anuy, was Du wohl denkst!" Papa ist wieder in den Wald gegangen, hat H geholt und Hal Dich aufs Sopha gelegt, erklärte »ständig die kleine Schwester.

Ach so, meinte CM von ihrem Dichterttaume teilt.Aber der böse Waldgeist hatte Papa wirk- tz sehr böse gemacht."

Sie berichtete jetzt ganz wortgetten daS feind- ®gt Gespräch zwischen ihrem Vater «nd dem ihodkn Reiter nnb bekundete dadurch, daß fie Wahres ti Erdachtem schmücken konnte, aber mit treuem Gedächtnis daS wirklich Erlebte ttotzdem festhielt. gttr überlassen wir nun die kleine» Mädchen ihre» Wische» Plaudereien, betonen S indeß ausdrücklich, es notwendig war, die seltsame Eigentümlichkeit F* FörstertöchterchenS gleich von vorn herein i»S Wik Licht zu stellen, um bei späterer Bedeutsamkeit Mer Geistesanlage nicht dem Lächeln deS Unglaubens W begegne».

1 Die Vorsehung hatte dieS Kind bestimmt, rätsel- Me Ereignisse vom Schleier deS Geheimnisses zu jrjtien. In dem kleinen, phantafiereichen Köpfchen Nethen entstand die erste Idee, de« Man«einen »len Waldgeist' zu nennen, deffen Dasein ver- «sglltsvoll zn wirken bestimmt war.

Schon durch daS erste Zusammentteffe» dieses *<nne8 «it dem Forstmeister Oswald Starkloff be» J?» eine Kette von Ereignissen, die von Tag zu Tag

Einfluß zunahmen, bis die Ringe der Kette endlich Achtsam geschloßen, und die Schicksale dem Anscheine unabänderlich geworfen waren.

_ 2. Kapitel.

tJifa bei Augenblick hatte der kühne Retter dnrch ^witzigen Hohn nur böse Saat gefäet mb fich dann

eben. Darauf ging man zu den in der Marine­ckschrift geforderten . zwei Panzerfahrzeugen und ti Torpedodivisionsbooten über. Abg. v. Strom- ! (Zentrum) wollte zunächst nur ein Panzerschiff, ty m aber sofort das Doppelte der ersten Rate be- ifiigen, die übrigen Forderungen streichen. In »selben Sinne sprachen sich auch die Freisinnigen

Auslaud.

Wie«, 19. Jan. Wie diePolit. Korresp." aus Belgrad meldet, ist die Nachricht, daß der König den ehemaligen Finanzminister Buic mit der Bildung des neuen Kabinets beauftragt habe, unbe­gründet. Durch ein Handschreiben des Kaisers an den Unterrichtsminister wird dem jeweiligen Bi­schof von Krakau der fürstliche Rang und der fürst­bischöfliche Titel verliehen.

Paris, 19. Jan. Der Ministerrat beschloß heute auf Antrag des Ministers des öffentlichen Unterrichts, Lockroy, nach Befragen des Ministers des Auswärtigen, Goblet, im Theater Gymnase die Vorstellung des Dramas:Der blaue Offizier" zn untersagen, da dasselbe berechtigte internationale Empfindlichkeiten wachrufen und die einer befreun­deten Macht schuldigen Rücksichten verletzen könne, indem in demselben der rusfische Hof auf die Bühne gebracht werde.

Haag, 19. Jan. Nach dem offiziellen Bullettn bleibt der Zustand des Königs zufriedenstellend. Derselbe verbrachte den Tag ruhig und nahm mehr Nahrung zu fich. Die Nacht war etwas weniger ruhig.

rasch und lebendig, lachte gern, scherzte und trieb Possen; aber alles in der eingelernten Manier eines über­mütigen Schulknabeu, dem die Zügel der Erziehung zu früh abgenommen sind. Die beiden Herren träte« nicht in das HauS ein, sondern ließen sich tn der Kolonnade nieder.

Ich hatte Dich schon im Verdacht Gregor", be­gann Arthur, spielend die Reitgerte biegend,daß es Dir eine der Schönen dieser Gegend angetfran «nd Dich zu einer Brautwerberfahrt gebracht hätte."

$t8 jetzt noch nicht", sagte Gregor sehr gelaßen. Apropos, wie hast Du Deine alte Flamme Hedwig Kruse gefunden? Du schweigst, ja, ja, die schönsten, die reizendsten Weiber verdufte» »»d ver­blühe» gar zn schnell, ich habe i» meiner Ehe dergleichen Erfahrungen gemacht. Aber nun der Tod meine Ehe gelöst hat, will ich, werde ich mich sicherlich vor neuen Ehebanden hüten. Das Vermöge» meiner seligen Frau reicht ans, um Emil und Gustav z« erziehen, und dadurch bin ich Herr meines Vermögens geworden"

Und willst eS auf Deine Weise genießen", fiel Arthur lachend ein.Ich wünsche guten Appetit und genieße mit, so lange es reicht."

Du würdest bester thun, eine reiche Gutsbesitzerin zu heiraten, Arthur."

Der Vorschlag schmeckt bitter, Gregor. Unsere jetzige Spekulation verleidet mir die Lust dazu. SRir ist ungefähr zu Mute wie einem Mensche«, der fich dnrch einen Tausch hat düpieren lasten."

Wie so? Wie meinst Du das, Arthur?"

Das ist doch leicht einzusehen, daß Wir durch den Tausch gar nichts gewonnen, sondern an Lebens­genuß eingebüßt haben."

3m Gegenteil. Ich bin schon jetzt zu der Heber, zeugnng gelangt, daß Herr Simrock ein Thor ge­wesen ist, ben Wünschen feiner Familie nachzugeben und unser Haus, das gleich einer Kaserne bevölkert nnb bewohnt fein muß, wen« es rentieren soll, gegen die» einttägliche Landgut auzunehme«. (Frts. folgt)

ehrers und einer Hilfslehrerin 100 Mark vom 1. Oktober 1888 ab zu zahlen. Die Höhe dieser Beitragssätze weicht von derjenigen des Entwurfs des genannten Gesetzes in sofern ab, als der Beitrag zu dem Diensteinkommen einer ordentlichen Lehrerin von 100 Mk. auf 150 Mk. jährlich gesteigert ist. Gegenwärtig schlägt die Staatsregierung vor, ferner den Jahresbeitrag aus der Staatskaste zu dem Diensteinkommen der alleinstehenden und ersten ordentlichen Lehrer von 400 Mk. auf 500 Mk., der anderen ordentlichen Lehrer von 200 Mk. auf 300 Mk. zu erhöhen. Nach dem Ergebnis der für den 20. Mai 1886 stattgehabten statistischen Er­hebungen über das preußische Volksschulwesen waren zu diesem Zeitpuntte 34016 Stellen der ersten und 23 886 Stellen der zweiten Kategorie zusammen allo 57 902 Stellen vorhanden, für welche je 100 Mk. jährlich mehr als bisher aus der Staatskaste gewährt werden sollen. Der infolge der Durchführung des Gesetzes vom 14. Juni 1888 für das Etatsjahr 1889/90 zu erwartende Staatsaufwand von rund 20 000 000 Mk. wird hiernach unter Berücksichtigung der Vermehrung der gedachten Stellen seit dem Mai 1886 eine Steigerung um rund 6 000 000 Mk. zur entsprechenden weiteren Erleichterung der Schul­lasten erfahren. Damit wird insbesondere eine Er­leichterung der direkten Kommunal- und Schulabgaben um so mehr erreicht werden, als inzwischen in der weitaus größten Zahl von Schulverbänden die Er­hebung von Schulgeld bereits beseitigt ist, hier mithin der neue Staatsbeitrag ausschließlich zur Herabsetzung jener Abgaben Verwendung finden muß. Zu Artikel II. In welchem Umfange eine Erhebung von Schulgeld bei Volksschulen mit Ge­nehmigung der Kreis- oder Bezirks » Ausschüsse aufgrund des § 4 Ziffer 2 des gedachten Gesetzes einstweilen noch stattfindet, ist zwar gegenwärtig mit voller Sicherheit nicht zu übersehen. Indes unterliegt es keinem Zweifel, daß bei einer Ver­wendung der in dem Arttkel L bestimmten Erhöhung des Staatsbeitrages zu dem Diensteinkommen der Volksschullehrer nach Maßgabe der zur Sicher­stellung einer zutteffenden Ausführung des Gesetzes geeigneten in den Artikel II. ausgenommenen Vor­schrift der jedenfalls verhältnismäßig nicht bedeutende Restbetrag dieses Schulgeldes von dem Zeitpunkte des Jnkraftttetens des Gesetzes ab in solchem Maße wird weiter ermäßigt werden, daß die gesetzliche Voraussetzung für die Zulastung einer Forterhebung von Volksschulgeld nur noch für wenige Schulver- bände, bei denen besondere ausnahmsweise Ver-

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain

Expüntion! Mar» 21. Redaktion, Druck nnd «erlag von 3»|. Anfi «och.

bei der Sxpe- Marburg, sowieV Ämwnce»z8ttMtt$ von^aasenstri» und Bögler

»MMÄ S Dienstag, 22. Januar 1889. »ÄMÜÄ.'ÄiW-

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