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KSchentiichc Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt

Expü-itiou Mar« 81. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. lap «sch.

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«»scheint täglich außer an Werttageu »ach voun» und Feiertagen. Quartal-Aboimements-Preir bei der Expe­dition S',13RL bei den Postämtern S Mi. 50 Pfg. lex«. Bestellgeld!. JnserttonSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

Ntarburg,

Freitag, 18. Januar 1889.

Anzeigen mannt entgegen die Expedition d Blatte«, sowie d. Annonrrn-Bureaux von Haafenstein und Bögler v- Jahrgang.

Daube u. So. in Frankfutt a. WL, Berlin, Hannover. Pari«.

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Aus den Aeußerungen des Generals von Stosch und des Schriftstellers Gustav Freytag geht hervor, daß der Kronprinz selbst die Veröffentlichung : rtft nach sehr langer Zeit für thunlich gehalten habe. Die Anklageschrift veröffentlicht einzelne Stellen . '> de« Tagebuchs, deren Geheimhaltung für das Wohl

roder Deutschen Reiches erforderlich war; die bezüg . hchen Stellen betreffen die Entstehung der deutschen Reichsveriaffung, die Beziehungen zur Kurie, zu Rußland, England, Luxemburg und den Garantie­mächten der Neutralität desselben, zu Belgien und Frankreich. Als Diplomat, Staats- und Bölker- nchtslehrer konnte der Angeschuldigte über den Mahren Charakter der veröffentlichten politischen

je Publikation durch einen Erlaß des Kaisers an i Reichskanzler vom 13. Januar, worin der Reichs - Wanzlcr beauftragt wird, den Bundesregierungen und .Reichsanzeiger" amtliche Mitteilungen zu chen, wüche erforderlich feien, um den Regie­gen und den Reichsangehörigen ein eigenes Urteil r die Reichsjustizverwaltung in der Unter-- ungssache wider Geffcken zu ermöglichen. Ein richt des Reichskanzlers vom 13. Januar an den iser hebt gegenüber der Tendenz der reichsseivd- ichen Pvrsfe, das Verfahren der Reich^anwaltfchast j dwd des Reichsgerichts im Lichte der Parteilichkeit Lier wd der tendenziösen Verfolgungen darzustellen, «vor: dem gegenüber fei es ein Bedürfnis, für

Berlin, 16. Jan. Da im laufenden Jahre r Geburtstag des Kaisers aus einen Sonntag fallt, soll die Schulfeier in den höheren Lehranstalten üblicher Weise am Sonnabend, den 26, d. M. r Ausfall des Unterrichtes veranstaltet werden. Der .Reichsanzeiger" veröffentlicht Schriftstücke, ffend den Prozeß Geffcken. Eingeleitet wird

illsdann folgt der Beschluß des Reichsgerichts vom t. Januar, sowie die gesamte Anklageschrift. Aus aassiz, ter letzteren ist hervorzuheben, daß das von Geffcken laut veröffentlichte Tagebuch ein Exeerpt aus dem ihm

im März 1873 vom Kronprinzen übergebenen

700 Seiten umfassenden Tagebuche war. Geffcken Pieper, prbt zu, daß er zur Veröffentlichung keinerlei Er­ian. »ächtigung gehabt, auch nicht geglaubt habe, daß ners. « eine solche von der Kaiserin Friedrich erhalten eicheli an cbs.

ie Justizverwaltung die Möglichkeit eines eigenen, iuar: toä) die ichsfemdliche Presse nicht gefälschten .jli« Urteils bei den Regierungen und in der öffentlichen IIIlV'pRehnwg herzustellen. Dies könne nur durch Ver- . Mosa offentlichung des gesamten Materials geschehen.

Nachrichten nicht im Zweifel sein, falls er nicht geisteskrank war, was allerdings die Familie, fowie zwei Hamburger Aerzie annahmen, während es der Berliner Stadtphysikus Wolf verneinte, welcher nur langjährige Hypochondrie nut periodischen Anfällen von Angst und Verwirrtheit annahm. Die Motive und der Endzweck der Veröffentlichung liegen in der öffentlichen Diskreditierung der Reichspolitik, welche außerdem im geheimen bezweckte, die Politik des Reichskanzlers bei dem Kaiser in Mißkredit zu bringen. Hierfür spreche die von dem Angeschuldigten entworfene Denkschrift mit dem Titel: Ausblicke auf die Regierung Kaiser Wilhelms II. Aus der Anklageschrift ergiebt sich cndlich, daß der Erlaß Kaiser Friedrichs an den Reichskanzler nebst dem AufrufeAn Mein Volk" vom 12. März 1888 von Geffcken versaßt worden war und zwar bereits im Juni 1885, als Kaiser Wilhelm in Ems einen tiefen Ohnmachtsanfall hatte. Geffcken habe die Entwürfe damals mit General v. Stosch besprochen und am 26. August 1885 feien sie dem Kronprinzen zugestellt worden. Frhr. von Roggenbach und General von Stosch haben sich übrigens dahin ausge­sprochen, daß nach ihrer Ansicht Geffcken sich nicht bewußt gewesen fei, daß feine Veröffentlichung das Wohl des Deutschen Reiches zu gefährden geeignet fei. Beigefügt sind zwei Briese von Roggenbach vom 24. August und 6. Sept. 1888.

Ter Kaiser wird am Freitag, den 18. Januar, am Krönungstage der preußischen Könige und am Tage der Wiederaufrichtung des Deutschen Kaiserreiches, zum erstenmale seit seiner Thron­besteigung als Souverän und Oberhaupt des hohen Ordens vom Schwarzen Adler mit den anwesenden kapitelfähigen Rittern die feierliche Investitur einer großen Anzahl neu ernannter Ritter vornehmen und ein Kapitel abhalten. Letzteres geschieht im Kapitel- saal nach Beendigung der Zeremonie im Rittersaal. Ter Kapitelsaal ist erst vor wenigen Jahren unter der eingehendsten Anteilnahme des Kaisers Friedrich künstlerisch renoviert und umgestaltet worden. Unter einem purpurnen sammetnen Baldachin, den eine reiche, streng im Styl der Zeit vergoldete Krönung ziert, steht der Thronsessel. Er ist aus vergoldetem Holze und von einem Reichtum und einer Ueppigkeit der Ornamente, rote nur das vollste Macht- und Souveränetätsgesühl der Zeit dieselben erzeugen konnten. Von der hohen Lehne fallen reiche Lorbeergewinde auf die Arme herab, über der Lehne ist der Stern des Schwarzen Adlerordens angebracht mit der De­vise:Suum cuique". Darüber erhebt sich von

zwei Adlern mit dem Namenszuge Friedrich I als Brustschilden an die goldene Königskrone. Sitz urb Lehne des Sessels find aus Purpursammet und mit goldenen Treffen besetzt. Dieser Throitsesf.l ist in allen Teilen demjenigen nachgebildet, von dem aus Friedrich I. die Stiftung des Ordens vollzogen und die erste Investitur abgehalten hat. Er befand sich vollständig abgebildet auf einem Porträt des Königs, welches zu dem Zwecke der Reproduktion des Thrones auf Befehl des Kaisers Friedrich aus Caffel hierher gebracht wurde. Dem Thronsessel ist das Bild des Großmeisters zugekehrt. Der König ist in Lebens­größe in voller Ordenstracht dargestellt, tm blauen Sammetrocke, rotseidenen Strümpfen, rotsammetnem Ordknsrnantel mit dem Stern und der Ordeitsketle. Vom Haupte wallt eine Allongeperücke auf die Schultern herab. Auf einem Tische zur Seite liegt der schwarze aufgekrämpte Hut, den eine Agraffe mit Straußenfedern schmücken. Dies Bild ist ein Werk des Malers Bülow. Größer im Umfange ist das in Otl gemalte Bild A. v. Werners, welches den Fenstern gegenüber in die Wand eingelassen ist. Es stellt die Stiftung und erste Investitur des Ordens vom Schwarzen Adler dar, die am 17. Januar 1701 stattfand. Im vollen Ordenskostüme sitzt der Großmeister auf einem silbernen Thron­sessel. Vor ihm kniet auf der untersten Thronstufe, vom Ordensmantel umwallt, der erste Ritter, dem der König die Ordenskette umlegt. Rechts vom Throne sieht man die blühende, jugendliche Gestalt des Kronprinzen, während an der linken Seite die allegorischen Figuren der Herrschertugenden den Thron umgeben. Eine fitzende n eidliche Figur hält auf ihrem Schooße das Orangeband mit dem Ordens­kreuze ausgebreitet. Rechts im Kreise gruppieren sich um den Thron die Würdenträger und ersten Ritter, in Porträtähnlichkeit dargestellt. Links im Vordergründe erscheint in sitzender Stellung die Kö­nigin Sophie Charlotte, umgeben von den Damen ihres Hofes. Im Hintergrund steht ein Militär­orchester in voller Arbeit. Uebcr dem Bilde schwebt eine Fama, umgeben von Genien, welche den Namens­zug des Königs auf einem von einer Kurfürstenkrone überragten Schilde tragen, während ein hinter dem throne aufsteigender Schwarzer Adler die Zukunft des preußischen Königshauses .repräsentiert. Als eine besondere Huldigung für seine erhabenen Vor­fahren hat der Kaiser Friedrich in die mittelste Fensternische die Marmorbüste des Königs setzen lassen, ein Werk Schlüters, das sich bis dahin tm Schlöffe zu Charlottenburg befand.

Die Reichstagskommission für daS Gesetz, betreffend die Alters- und Jnvalidiiäts-Ver- ächerung, setzte gestern abend ihre Beratungen fort. Zu § 1 liegen abermals mehrere Anträge vor, welche teils neu sind, teils vordem eingereichte An­träge modifizieren. Die Verhandlung drehte sich hauptsächlich um die Frage, ob die Hausindustrie, wie vom Abg. Gebhard beantragt worden, obliga­torisch unter das Gesetz zu ziehen ist. Für diesen Vorschlag tritt außer dem Antragsteller auch Abg. Struckmann ein, während sich die Abag. Hahn und Fürst Hatzfeldt, wegen der Schwierigkeit der Prak­tischen Ausführung, gegen die Ausnahme der Haus- Industrie erklären. Bei der Abstimmung wird der Antrag Gebhard abgelehnt, dagegen ein Amendement Graf Adelmann angenommen, wonach der Bundesrat befugt sein soll, für einzelne Bezirke auch Zweige der Hausindustrie dem Gesetz zu unterwerfen. Alle übrigen Anträge werden ebenfalls abgelehnt und schließlich § 1 mit dem Amendement Graf Adel- mann angenommen. Abg. Siegle (natllib.) bean­tragt sodann einen neuen § la, wonach die Witwen- und Waisenversorgung in den Bereich des Gesetzes bezogen werden soll, welche Versorgung jedoch ins­gesamt 75 Prozent der Invalidenrente nicht über­schreiten solle. Ein Antrag Lohren (Reicksvartei) will dagegen nur Erziehungsbeihülfen an Witwen mit Kindern gewähren. Auf Wunsch des Staats­sekretärs v. Bötticher werden indes beide Anträge vorläufig zurückgezogen, bis die ersorderlichen Be­rechnungen regierungsseitig beigebracht sind. § 2 lautet in der Fassung der Regierungsvorlage:Als Lohn ober Gehalt gelten auch Tantiemen und Naturalbezüge. Der Wert der letzteren wird nach Durchschnittspreisen in Ansatz gebracht; dieselben werden von der unteren Verwaltungsbehörde fest­gesetzt. Eine Beschäftigung, für welche als Entgelt nur freier Unterhalt gewährt wird, gilt im Sinne dieses Gesetzes nicht als eine die Versicherungspflicht begründende Beschäftigung. Durch Beschluß des Bundesrats wird bestimmt, in wieweit vorübergehende Dienstleistungen als Beschäftigung im Sinne dieses Gesetzes nicht anzusehen sind." Nach längeren ein­gehenden Verhandlungen, während deren anfänglich gestellte Amendements von den Antragstellern zurück­gezogen werden, wird § 2 unverändert angenommen.

Bückeburg, 16 Jan Der Kaiser, der Fürst und der Erbprinz begaben sich vormittags 9Vi Uhr zur Jagd nach dem Forstrevier Baum, wo ein für die drei Fürstlichkeiten eingestelltes Jagen auf Hirsche veranstaltet war. Der Kaiser fuhr mit dem

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W Villa am Rhein.

Original-Novelle von Mary Dobson.

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Später führte Elisabeth ihre Gäste in das Speisezimmer, wo der Tisch festlich gedeckt war nnd ein verspätetes Mahl aufgetragen wurde, an dem diesmal auch die Kinder teilnehmeu durften. Während desselben wurden die Ereignisse der letzten Wochen «zählt und immer wieder erzählt und in der heitelsten Stimmung wurde auch daS Programm für die nächsten Tage entworfen, denn so lauge hatte der Fabrikherr seine Anwesenheit zugesagt.

AIS dann endlich die Herren zur Stadt gefahren Waren und die Rätin fick mit den Kindern zur Ruhe begeben hatten, suchte Elisabeth Hermine in ihrem Zimmer auf und von gleichen Gedanken und Ge- Mhlen bewegt, schloffen die Freundinnen, die im Leben so viele Schicksale geteilt, fich in die Arme nsb hielten fich eine Weile sprachlos umfaßt.

Lu bist glücklich, Elisabeth, nicht wahr? ES bedarf wodl meiner Frage nicht?" fragte Hermine.

Ja, Hermine, ich bin glücklich glücklich in HelbertS Liebe, die er mir so lange treu bewahrt, in dem Gefühl, sie ihm vergelten zu können", antwortete Elisabeth.

Und Du verdienst Dein Glück, über daS alle treuen Freunde sich mit mir freuen werden", erwiderte nicht minder bewegt die ältexe Freundin.Du verdienst es ober auch um Deinen verstorbenen Satten*, fuhr sie fort,denn Du bist während Eurer Verbindung der Sonnenschein seirnS Lebens gewesen, und hätte nicht die schreckliche Krankheit tag vor seinem Tode feinen Geist umnachtet, so würde er gewiß Deine Vereinigung mit Seibert Wendtorff gebilligt haben, um Dich nud die Müder t» sicherem Schutze zu wifleu.*

. diesen Gedanken*, sagte Elisabeth, .habe ich Helder! Wendtorff »eine Hand gegeben, der

meinen «indem ein guter Vater sein wtrd. Er liebt sie bereits von Herzen.*

Er liebt sie, weil sie Dir so ähnlich find", sagte Hermine gerührt.

Es mag sein wie Du sagst, ober sie haben auch selbst den Weg zu feinem Heizen gesunden."

So wtrd denn alles zu einem glücklichen Ziele führen", sagte Hermine.

Das hoffe ich zu Gott und daS ist auch mein täglicher Gebet. Aber nun laß unS bau Dir sprechen, Du treues Herz, auch Du wirst glücklich werden."

Ja, Elisabeth, ich hoffe eS wie Du", antwortete zuversichtlich Hermine.Mit dem letzten Wunsche meiner teuren Toten vertraut, freut es mich, daß alles fick so gefügt' hat, und ich werde darnach streben, sie würdig zn ersetzen."

So ist es recht, Hermine", erwiderte zustimmend Elisabeth.Doktor Bäumer ist ganz der Mann, dies an;nerternen und zu vergelten, und dessen innige Zuneigung Dir gewiß ist."

Lauge noch saßen die Freundinnen in vertrau- lichem Gespräch und erst am anbrecheuden Morgen begaben sie sich zur Ruhe, um durch einen kurzen Schlaf fich für den kommenden Festtag zu stärken, wo die Doppelverlobnug gefeiert werden sollte.

Eine schöne und glückliche Zeit folgte nun für die Bewohner der Billa am Rhein; in erster Reihe natürlich für Helbert Wendtorff, aber auch sür Doktor Bäumer, der jeden Tag znm Besuche seiner Braut erschien.

Auch Helbert pflegte schon früh am Morgen zu kommen, um feine Korrespondenz in der Villa zu besorgen, wozu Elisabeth ihm das Arbeitszimmer ihres verstorbenen Mannes eingerichtet, das Hilda und Rudolf immer mit frischen Blumen schmückten.

Einige Wochen nach der Verlobung war Elisabeth mit ihren Kindern uud Helbert zu einem längeren Aufenthalte in ihrer Vaterstadt gewesen und hotte ihren Schwiegereltern den versprochenen Besuch ab­gestattet.

Bei dieser Gelegenheit besprach auch Helbert seine Zukunftspläne mit seinem Vater, der die stille Hoffnung gehegt, sein Sohn würde sich wieder an feiner Fabrik beteiligen, um sie später allein zu übernehmen. Diese Hoffnung sollte iudkß nicht erfüllt werde», denn Helbert hatte mit feiner Braut bereits einen anderen Plan entworfen. Wie sie, hotte auch er eine große Vorliebe für die Villa am Rhein, die in bezug auf Lage, Bauart und Ein­richtung einzig in der Umgegend dastand; auch wußte er, daß Elisabeth dieselbe als ihr persönliches Eigentum nur sehr schwer verlassen würde. Deshalb hatte er als dritter Teilhaber der Firma ,H. Walker* beschlossen, ein größeres Geschäftshaus in der nahen Stadt zu gründen, welche sehr günstig sür seine Zwecke war. Bei reiflicher Ueberlegung konnte der Fabrikherr den Plan seines Sohnes nur billigen, war er ja wieder mit ihm auSgesöhnt uud hatte noch dazu die Gewißheit, ihn durch feine Heirat für immer an Deutschland geseffelt zu haben.

Wenngleich die Majorin von Falkenberg nicht im Kreise der glücklichen Menschen gewesen, die zur Sommerzeit die Villa als Gäste gesehen, so ward ihr doch durch Elisabeths Edelsinn eine angenehme Ueberrafchung zu teil. AIS nämlich in Konrad Heimanns Angelegenheit die gewünschte gerichtliche Entscheidung erfolgt war, hatte Elisabeth unter Zu­stimmung der Vormünder der Majorin ein Drittteil der Zinsen d-s wiedererlangten Kapitals zur Ver­fügung gestellt. So vergalt Elisabeth auch hier BöseS mit Gutem und sammelte so feurige Kohlen auf daS Haupt ihrer Feindin. Glückliche Menschen vergeben ja so leicht.

Endlich kam der September und mit ihm die Familie Walker, die namentlich von Hilda und Rudolf mit der größten Ungeduld erwartet wurden, denn Herr und Fran.Walker brachten ihre vier Kinder mit und auch einen jungen schwarzbraunen Neufundländer und die versprochene» ausländischen bunten Söget Dann wurden die Zurüstungen zu

der Doppelhochzeit gewacht, die tu ter Villa statt» finden sollte. Alle Freunde und Verwandt- aus der Heimat wurde» dazu geloben, nur die Majorin von Falkenberg hatte die Einladung Elisabeths abgelehnt und sich durch einen Krankheitsanfall entschuldigt. Sie mochte indeß andere Gründe gehabt haben, ober ihre Abwesenheit erregte kein Bedauern, und sie wurde von niemand vermißt.

An einem sonnigen Morgen um die Mitte deS Monats war der große Saal der Villa in eine Kapelle umgewandelt und finnig mit Blumen und Kränzen geschmückt worden. Zu beiden Seiten deS Traualtars waren Stühle aufgestellt worden, uud eine zahlreiche festlich geschmückte Versammlung hatte Platz genommen, während Hilda uud Rudolf er­wartungsvoll bei den Großeltern standen.

Jetzt trat bet Geistliche ein, ein Freund d-s ver­storbenen Gustav Eschenbach ueb bis Doktor Bäumer ein und dann öffneten fich die Flügelthüren und eS erschienen die zwei Brautpaare, Doktor Bäumer mit Hermine, gefolgt von Helbert Wendtoiff mit Elisabeth. Alle Augen schauten voll Bewunderung auf die junge Wittwe, die an ihrem erst-n Hochzeitstage kaum schöner gewesen war. Elisabeths Blick schaute mit dem Ausdrucke inniger Liebe ihre Kinder an, die fich an ihrer und ihres künftigen Vaters Sette auf- stellteo.

Der Priester begann feines Amtes zu Watten und als daS bindende Jawort gesprvchen und beide Paare ehelich verbunden waren, wollte« die herz­lichen Glückwünsche der Verwandten gor kein Ende nehmen. Helbert W-ndtorff küßte nun als Vater seine Kinder, die jetzt feine eigenen geworden waren uud die Elisabeth unter Thränen an ihre Brust schloß.

Dann folgte das Hochzeitsmahl voll Heiterkeit und Frohsinn und am Abend traten die neuner- wählten Paare die Reise «ach verschiedenen Richtungen an Doktor Bäumer führte seine ®attin nach Paris und Loudon, wohin ihnen die Familie Walker bald zu folgen gedachte: Helbert Wendtorff aber fein geliebte»