Einzelbild herunterladen
 

- Illustriertes Sonntagsblatt

resken zum Abdruck, worauf wir besonders

chenkr, fo gedenkt die dnitsche Nation am Christfest

aufmerksam machen.

'N

f

und heischt seine Rechte. Eine süße, lindernde innerung bietet die Wcihnachtsbotschaft, sie rückt fort aus dem tosenden Strudel der Gegenwart

Er- uns und

der nimmer ganz zu tilgenden Mangelhaftigkeit alles Irdischen, mit ein in die Worte: Ehre sei Gott in der Höhe!

Und Friede auf Erden", so heißt es wester. Wir wüßten nicht, ob wir das gegenwärtige Christ­fest im ungetrübten Frieden feiern würden, bange Besorgnisie wurden wiederholt bezüglich der Erhaltung des Friedens laut. Es war nicht die Besorgnis des Schwachen, der sich vor dem Äußersten fürchtet, cs war der Wunsch einer friedliebenden Nation, die keinen höheren Wunsch kennt, als den Werken des Friedens zu dienen, die weiß, daß alle Lorbeeren auch die Ströme von Blut nicht verdecken werden, welche ein großer, siegreicher 'Krieg fordert. Mit außerordentlicher Ruhe und Selbstlosigkeit ist das Deutsche Reich seinen Weg geschritten, unbekümmert um alle Schmähungen und Verdächtigungen, ein treuer Freund seiner Freunde, kein Feind seiner Feinde. So haben wir den Frieden auf Erde» be­halten und werden ihn, was in unseren Kräften steht, weiter zu erhalten suchen. Und wenn heute so viel­fach gesagt wird, ein Krieg muß und wird kommen, wessen Weisheit ist so hoch, daß er mit Sicherheit einen solchen Ausspruch zu thun vermag. In diesem Jahre haben ganz unerwartete Schicksalsschläge Deutschland getroffen; wer will sagen, ob nicht auch andere Nationen in einer Weise heimgesucht werden können, welche den jetzt herrschenden gespannten Ver- hältniffen ein unerwartetes Ende bereiten? Deutsch­land steht fest, Dank der Wehrhaftigkeit seiner Nation, der Rechtserkenntnis und Friedensliebe seiner Leiter; aber mehr als ein Staat in Europa gleicht einem Koloß auf thönernen Füßen, dessen schwache Grund­lage durch die ungeheuere Wucht der waffenstarrenden Rüstung zerdrückt werden kann. Deutschland wünscht keinem europäischen Staate eine furchtbare Prüfung, nur Gedeihen durch friedlichen Fortschritt, damit die Verheißung wirklich wahr werde:Friede auf Erden." v

-Den Menschen ein Wohlgefallen." Ja, zu Weih­nachten hat das Wort schon seine Berechtigung, aber im anderen Teile des Jahres sehen wir uns häufig traurigen Verhältniffen gegenüber. Kämpfen und Ringen freilich ist die Losung für einen jeden, aber ehrlich soll der Kampf sein um das tägliche Brot, ehrlich das Ringen nach einem ruhigen Genuß irdischen Besitzes. So weit sind wir lange nicht und ob wir dahin je kommen, ist eine Frage, die kaum bejahend beantwortet werden kann. Und auf der anderen Seite, wo Unzufriedenheit mit den heu­tigen Zuständen, Neid gegen beffer Situierte, Miß-

Weihuachte« 1888.

Wieder brennen Weihnachtskerzen! Wieder wirft ihr briter Schimmer Leuchtend Gold auf frohe Menschen! Wieder klingt das Weihnachtslied! Und des Christbaums grüne Zweige, Schwer beladen, reich geschmücket, Künden wieder frohe Hoffnung, Boten reiner Weihnachtslust.

Unverändert ist das Christfest, Unverändert seine Freuden, Die belebend und AquicEenb, Sind in Winters trüben Tagen; Christkinds Lob preist jede Zunge, Pceist's in sangessrohen Weisen, Von den Thürmen ruft's die GloÄ Weit hinaus ins stille Land. ~ 5

Uns re schöne deutsche Weihnacht Haben wir uns treu erhalten, Treu bewahrt sie fest im Herzen ! Hin durch aller Zeiten Drang! Wie ein Lichtstrahl in der Oede, Äls die Palme der Oase, jfc So erschien unS oft das Christfest, Das wir freudig heute grüßen.

Helles Jauchzen, laute Freude Klingt drum durch die WeihnachtSrunde; Liebe, Gaben, froh Entzücken, Händedruck und Herzensdank Binden enger noch sie Alle, Schließen fester noch die Bande, Schaffen so ein kräftig Bollwerk, Gegen arger Zeiten Trutz.

Alles, alles so wie früher.

wehmütig der uns entrissenen Kaiser, die ebenfalls die ihrigen um den brennenden Tannenbaum zu versammeln pflegte, treue deutsche Art und Sitte wahrend. Das Jahr zwischen den beiden letzten Festen hat uns aber auch gezeigt, daß ein starkes Volk unter kraftvollen Führern jede Gefahr über­stehen kann. Es waren trübe Tage und Wochen für unser Volk, aber es ist darin gehoben; 1888 bildet gewiffermaßen den Uebertritt des deutschen Reiches von den Jugendjahren in das Mannesalter. Kräftig steht es da, kräftig wird es bleiben, das soll unsere Sorge fein. Und wenn wir um uns schauen und sehen, wie kein Steinchen von dem stolzen Bau des Reiches abgebröckelt, wie der Kaiser in starker Hand unentwegt das Reichspanier hält, das deutsche Bürgertum seiner Kraft und seiner Stärke sich be­wußt ist in bescheidenem, mannhaftem Stolz, dann lauschen wir besonders andächtig den ersten Worten der Wcihnachtsbotschaft und stimmen in Erkenntnis

gurrst über die Erfolge Glücklicherer herrscht, sehen wir gleichfalls nur zu häufig in mürrische Gesichter. Uab endlich der Streit der Meinungen, der so viele verbittert, so viele zu Gegnern macht. Alles das sind nicht erfreuliche Bilder aus unseren Tagen, aber sie sind doch immer auch nur Au»nahmen, feine Regel. Gerade in Deutschland regen sich die gesunden Elemente zu kräftigem, uneigennützigem Schaffen, die Volksvertretung und die Leiter des Staates gehen unentwegt an die Lösung bcr Auf­gaben, welche bie Zeiten ferbern. Mögen da die Ansichten sich scheiden über diesen und jenen Punkt, derselbe ist doch der Wille. Das sind die Gedanken, welche in uns emporsteigen im Hinblick auf den Weihnachtsbaum, den deutschen Christbaum. Seine brennenden Lichter, die Freude, die er hcrvorrust, dw sprechen mehr zu Herzen, als tausend Worte es können, sie laffen uns danken, loben und freuen. Und in festem Mut und treuem Sinn wollen wir fürder schreiten durch die rauhe Zeit, die sich doch nicht im Nu vertreiben läßt. In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern von oauzem Herzen recht fröhliche, freudige Weihnachten. "

und

Illustriertes Sonntagsblatt um vollständige Exemplare zu erhalten vor dem 28. Dezember bei den Postanstalten zu machen.

Der Nr. 1 des neuen Quartals wird ein großer Wand- und Schreibkatender für 1889 beigegeven.

Zm neuen Quartal kommt im unter­haltenden Teil der höchst spannende Roman Im Sturm der Eifersucht von Ernst Fritze

neben anderen kleineren Novellen und Humo-

versetzt rms in dir Tage der sorgenlosen Freude, in die himmlisch schöne Jugendzeit zurück. Und sind die Gedanken gewandelt, wird auch die Brust wieder empfänglich für die Festtage, und erlösend, das Schönste verkündend schallt es mit Macht durch die Welt:Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen." Das ist die Macht des Christfestes, die nie sich mindert und ob noch tausend Jahre dahin geschwun­den fein werden ins Meer der Ewigkeit

Ein einziges Jahr trennt auch das gegenwärtige Fest nur von seinem Vorgänger, ein einziges Jahr, aber was in ihm geschehen, das sind Ereignisse genug für zehn und mehr Jahre. Das Jahr 1888 hat uns so recht gezeigt, wie wenig Hoffnungen - und Wünsche der Menschheit Gewähr für Erfüllung in sich bieten, es hat uns gezeigt, daß uns nichts übrig bleibt, als trotz aller widrigen Schicksale festgeschlossen Schulter an Schulter zu stehen, als ein wahrhaft einiges Volk. Und als ein wahrhaft einiges Volk hat Deutschland an den Bahren seiner Kaiser ge­standen! Wie eine Familie am Weihnachtsabend wehmütig des dahingeschiedenen Familienhauptes ge-

Aeutfches Kririi.

Berlin, 22. Dez. Der Kaiser wohnte, wie bereits kurz gemeldet, am Donnerstag dem Ver­suchsschießen auf dem Schießplatz der Artillerie- Prüfungs - Kommission in Kummersdorf bei. Eine große Anzahl hoher Offiziere begleitete Se Majestät nach dem Schießplatz. Man bemerkte nach der Post" den General-Feldmarschall Grafen Mvltke. den General-Oberst v. Pape, den Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff, die kommandierenden Generale v. Meerscheidt - Hülleffem und Bronsardt v. Schellendorff, den Departements-Direktor General v. Blume, den General-Inspekteur der Fcldartillerie, General der Infanterie v. Voigts-Rh ctz, die General­leutnants v. Roerdanz-Golz und v. Lewinsky, ferner drei Abteilungschcfs aus dem Kriegsministerium, die Herren von der Artillerie-Prüfungskommission u. a. m. Vom Hauptquartier Sr. Majestät waren erschienen: der Chef des Militärkabinetts, Generalleutnant von Hahnke, der Generaladjutant Generalleutnant von Wittich und die Flügeladjutanten Majors v. Scholl und v. Pfuel. Auch der Staatsminister Graf Herbert Bismarck begleitete Se. Maj. den Kaiser. Der Schießplatz war durch Mannschaften des Eisen­bahn-Regiments streng abgesperrt; die Kaserne der auf dem Platz einquartierten Versuchs - Kompagnie war festlich geschmückt. Ueber das Versuchsschießen

Ium Weihnachtsfest.

Die Weihnachtsbolschaft erklingt wiederum !Ehre fsci Gott in der Höhe und Friede auf Erden und hen Menschen ein Wohlgefallen," Es ist die Freu- ^dcnbotschaft vom Christfest, die alljährlich wieder- alljährlich Millionen Herzen erquickt und aus- ^richtet, so heilig und gewaltig ist in ihrer einfachen Schlichtheit, Die Weihnachtsbotfchaft kommt uns iwn neuem zum Schluffe eines jeden Jahres, un- Wummert, ob wilder Kampf der Völker geherrscht, die Kricgsfackel lodernd flammte, oder ob Zwie- ppalt der Meinungen einen heftigen Groll unter

einander Nahestehender hcrvorgerusen hat. Weih­nachten kommt, mag bie Schwere ber Zeit ganze Völker drücken ober nur ben einzelnen, mag wenig Neigung fein, ben verstärkten Sinn auf reinere und edlere Gedanken zu richten, das Fest kommt doch

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ssp. *9$.

50 000 Thaleeu, die er persönlich aus die Bank bringen sollte entflohen!"

.Konrad Hermann?' rief Elisabeth entsetzt.

»Leider, ja."

.Aber woher weiß man ba8? ~ Es kann ein Irrtum vorliegeu."

-Nein, das ist nicht möglich, denn das Geld ist nicht deponiert worden und Hermann hat am Tage vor Gustavs Beerdigung die Stadt heimlich verlassen I Der Justizrat will wegen der gerichtlichen Anzeige mit Dir sprechen!"

.Gerichtliche Anzeige?' fragte betroffen Elisa, »eth. .Freilich, um die Wahrheit zu ermitteln, da ia auch ein Unglück geschehen sein kann. Laß uns also gehen, Karoline.'

Dann nahm ste von Hermine Abschied.

.Mut, Mut, Elisabeth!' sagte diese, indem sie ihr den Abcndmautel umlegte. »Er hat Dir biaber nicht gefehlt.'

«WaS auch kommest mag, ich muß ihu mir zu iewahren suchen', erwiderte Elisabeth uud richtete ras schöne Haupt höher auf. .Ein namenlos chwereS Leid, die unheilvolle Krankheit meine» MauueS ist überstanden, jetzt aber habe ich für seine uud meine Kinder zu sorgen."

.Recht so, Elisabeth!'

.Du wirft von der langen Tagereise ermüdet ein, Hermine, begib Dich daher, falls ich zu lauge auSbleibeu sollte, zur Ruhe. Frau Feldmann wird ür Dich sorgen und auch bei ben Kindern wachen.

.34 werde Dich erwarten, Elisabeth, damit ich erfahre, wie eS Dir in der Stadt ergangen ist!" und die Freundinnen schritten hinab ins Kiuder. zimmer, wo Elisabeth die Kleinen küßte und daun mtt ihrer Schwägerin den Wagen bestieg, um der Aufforderung deS langjährigen Freundes der Familie Folge zu leisten.

Sie entfernte sich, nm Hut uud Mantel zu >ole»; die Majori» aber sagte zum Bürgermeister gewendet:

In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Windt Bestellungen entgegen und hier in »Marburg unsere Expedition.

Die Ex-ed. der Oberh. Zettuug.

Innigen mtmnt entgegen die Expedition d. rBlatteS lowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenftein und Bögler S'SpfSÄttÄiS xxm Jahrgang. »anben.ttc.tn Frankfurt a. M., Berlin, Hannover Paris.

Kraftvoll durch bie Zeiten führen,

Treu und stark unb deutschen Sinnes, Wirb im Krieg dann und im Frieden

* Deutschlands Kaiser Deutschlands Volk! jeta a- w #

Hell nun brennen Wcihnachtskcrzen!

Unb es wirft ihr stöber Schimmer Leuchtend Gold auf alle Menschen, »»-sLraulich klingt das Weihnachtslied fswtfcm

Und des Christbaums grüne Zweige, Schwer beladen, bunt geschmücket, Sind uns wieder gute Boten

Echter deutscher Wcihnachtslust!

Hans Wald.

sNachdruck verboten^

Die Villa am Rhein.

Original-Novelle von Mary Dobsou.^ ®

(Fortsetzung.)

«Er ist auch diesen Morgen gesund uud wohl aus der Kirch« gekommen", berichttte eifrig die Ma- orin, .doch hat er in Folge eines plötzlichen großen Schreckens einen Schlaganfall gehabt. Die HanShälteriu bat bann sofort den Arzt und den Anwalt zn ihrem HKrn gerufen. Dieser hat vollständig die Bestmmng wiedererlangt und ließ mich bitten, Dich von seinem Infall in Kenntnis zn setzen, um so schnell wie mög. lich zu ihm zu kommen, da er Dich noch sehr not­wendig sprechen muß."

.Was mag er wir nnr mitznteileu haben," ent. gegnete Elisabeth. .ES kamt sich doch nur auf das Geschäft beziehen."

.Gewiß, und da ich e« von dem Justizrat Bäumer erfahren, will ich eS Dir im Vorau» sagen', er. mieberte bie Majorin leise, nachdem fie sich überzengt, » Hermine sich am anderen Ende deS großen Zimmers befand.

.Konrad Hermann, der dritte Commis, ist mit

Erscheint täglich außer an Werktagen nach toonn- und ,

nn» Feiertagen. - Quartal-klbonnementS-PreiS bei derSxpe- ZjytQJjIJlirQ.

Wo 303. dition bei den Postämtern S Mk. bv Pfg. (exN. _ . * *>'

wÄÄtor bMee"e ®eUe Dienstag, 25. Dezember 1888

iu V'g., Reklamen für ötc Heue Si) Psg. M v

Unsere geehrten Abonnenten

D bei der Post machen wir darauf aufmerksam, daß ihnen die Zeitung nur bis zum 30. Dezember geliefert wird, wenn nicht vorher J die Bestellung auf das erste Qartal 1889 erneuert ist, wir ersuchen deshalb die Be­stellungen auf die

O-erhesfifche Zeitung

nebst Kreisblatt

M Kr die Kreise Marburg und Kirchhain

Unb doch ist cs anbers worben!

Lenkt nur seitwärts von dem Christbaum Hin die Blicke zu den SSönbenj Wo die Bildev derer schimmern, Auch geschmückt zum Weihnechtsseste, Die die erste Stelle haben Fest in aller Deutschen Herz!

Uns'M ersten deutschen Kaiser, . .. Kaiser Wilhelm, Kaiser Friedrich, Die vor Jahresfrist noch waren thätig Für des Reiches Wohl, Deren fernerer Erhaltung Viele tausend Wünsche galten. Auf uns blicken fie jetzt nieder, Auf ihr theures deutsches Land, f

Deutsche Art und deutsche Sitte," *** MUM« ist sie hochgehalten

Von den beiden hehren Männern,.

Die im erogen Lichte weilen, Hüter uns'rer deutschen Freiheit, Wächter uns'rer deutschen Ehre, Uns entrissen nun seit Monden, Wie durch Blitzesstrahl gefällt.

Dankbar wir gedenken heute

An dem schönen deutschen Feste Auch der großen deutschen Kaiser, Uns'rer sicgesreichen Helden, Die dem Volke Leiter waren, Unermüdet, unverdroflen, ~.

- Bis des Todes Hand fie löste Bon der Erde nicht'gem Tand, . Q

Ihr Gedenken bleib in Ehren, Und ihr Wort in uns'ren Herzen, Vorbild selbst die beiden Hehren All' dem ein'gen deutschen Volk-,