Expedition Markt 21.
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„Ewald wird wohl die ihm zur Kur geschickte» fünfhundert Thaler nicht ganz gebrauchen und jeden, falls mir den Rest einhändigen, denn er ist sparsam. Was aber hilft mir das? — Ich gebrauche znm Winter mancherlei uad muß dabei besonders auf seine Pflege bedacht fein."
„Karoline", unterbrach sie ihr Bruder, „daun soll, test Du gleichsam sparsam werden, denn ich könnte nicht irumer imstande fein, Dir so ansehnliche Zu, schüffe wie bisher zukommen zu lassen."
„Dergleichen Reden sind lächerlich," fiel ihm die Majorin schnell in's Wort, „denn was sollte auch dem alten und guten Geschäft zustoßen; oder denkst Du gar bei Deiner kräftigen Gesundheit au ehe» frühen Tod? — Mir scheint, daß Dir seit Deiner Heirat allerlei schwarze Gedanken kommen, die Du rüher nicht g könnt hast, und ich rate Dir, Dich zu zerstreuen und ebenfalls Deiner jungen Frau Zer, treuung zu »erschaffe», denn daS fortwährende Allein, ein in der stillen Villa taugt nicht für Euch beide."
Gustav Eschenbach hatte keine Erwiederung auf diese Bemerkung seiner Schwester, die ihn wir ein gerechter Vorwurf traf, der er aber auch einen ander» Sinn unterlegte, und es folgte eine längere peinliche Pause. Endlich sagte er:
< „■AarrolJne' ich will Dir tausend Thaler geben, daS heißt für den Augenblick die Hälfte, daS Uebriae n einem Jahre, womit Du hofftnilich einverstanden ei» wirst.'
»Wen« eS nicht anders sein kann — übrigen» danke ich Dir Gustav", antwortete die Majorin inner, lich erfreut.
«Ich kann für den Augenblick meinen PrivatauS- gaben die ganze Summe nicht entziehen", entgegnete er nachdenklich.
.Dann sollte ich mir fast ein Sewiffeu daraus machen, die Hälfte auzuuehmen", erwiederte »»gläubig lächelnd feine Schwester.
x ,@enug aber von de» lästigen Geldangelegenheiten u»d nun zu etwas Andere»!'
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1 Jahrgang.
Elisabeth, welche sehr bleich auSsah, erhob fich »nd
Majorin die Hand reichend, sagte sie :
(Nachdruck verboten.^
Die Villa am vhei«.
Original-Novelle von Mary Dobson- (Fortsetzung.)
,WaS ist geschehen? Dieser Brief ist doch nicht —*
.Nein Karoline', erwiederte ihr Bruder ernst, „er
t Licht auS Gastein, sondern von unserer Mutter.'
.Gottlob!' rief fie mit fichtlicher Erleichterung. «Ader wie konnte ich auch denken, daß Ewald, welcher üsj) gestern so beruhigend geschrieben, plötzlich ge. stzrlich erkrankt sei? Doch waS schreibt denn die tite Mama?'
y Redaktion, Druck und Verlag von Joh. An« Koch
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»ud Jugenderinnerungen aber haben für jeden Men, scheu einen besondere« Reiz; weshalb sollte meine Fra» eine Ausnahme machen?"
»Lassen wir ElisabethsJugenderinnerungen,Gustav, welcher Art fie auch sein mögen; doch solltest Do ihrer großen Dankbar keit gegen die Familie Stein nicht allzusehr die Zügel schießen lassen."
Auch diese Bemerkung war nicht ohne Wirktwa auf ihren Bruder, der mit Nachdruck antwortete: ”
„Karoline, ich weiß, worauf Du hindeutest, woher aber weißt Du--"
„Deine Frau selbst hat wir, als wir über Fräu- lei» Stein» Zukunft sprachen, gesagt, daß fie und hre Mutter zehntausend Thaler für Hermine ange- e0l W eine ^hr große Summe, die
doch Deinen Kindern entzogen wird."
Gustav Eschenbach sagte diese Wendung des Ge. prächs wenig zu und in gemessenem Tone erwiederte er:
«Ich bitte Dich inständig, Karoline, daS Vermögen meiner Frau, über da» ihr die alleinige Verfügung zusteht, nie wieder zu erwähnen. Elisabeths Erbschaft ist mir nie willkommen gewesen!"
„Da denkst Du nicht wie andere Männer," wandte eine Schwester mit leichtem Spotte ein.
mag sein. — Was übrigens die zehntausend Thaler betrifft, die eine so edle Verwendung gefunden, so ergänzen fie sich schnell u»d deren Ausfall wird kaum noch z» spüren sein."
_ »Wenn Ihr so leicht über eine so bedeutende summe denkt und Elisabeth fie so wenig entbehrt, o möchte ich wünschen, falls fie einmal wieder eine Anwandlung von Großmnt hat, daß fie mir dieselbe znwevdet!" fuhr die Majorin fort.
„Karoline", sagte schnell ihr Bruder und maß re mit einem fast erschreckenden Blicke, „könntest Du wirklich daran denken, von meiner Frau irgend welche Summen anzuuehmen?"
„Gewiß', erwiederte fie gleichgültig, „und gerade . etzt wären mir tausend Thaler sehr willkommen."
„Aber ich habe doch Falkerchcrg -*-♦ । £3 4
ÜN, München u. Köln; G L.
R., Berlin, Hannover. Barts.
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0* Köchentiiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain
Zahl von Menschenleben in Frage steyt.^ Mindestens sind jedoch die Beweggründe für Zulässigkeit der Prüfungspflicht im Schornsteinfegergewerbe nach Verordnung vom 14. März 1880 für das Baugewerbe zutreffend.'
Stuttgart, 7. Dez. Die Thronrede, mit welcher Prinz Wilhelm heute die sechsjährige Legislaturperiode schloß, spricht das Bedauern des Königs aus, persönlich zu erscheinen und verhindert zu sein, erinnert sodan* an^p Hintritt der Prinzessin Marie, ^vr^ie ^an^dD^im Muse des Jahres eingetretenen IP’NPw und an die Trauer bei dem HchscheidLn 8er &ii» Kaiser. Die freudige Teilnahme,' als Saffet Mlhelm II. zum erstenmale die
lstatt Eaffel, Magdeburg a. <Bien; Rudolf
Htscheint täglich außer an Werktagen n«ch bornr- wnb Feiertagen. - DwRtel-lbennemeBt4.^ei8 bei der Erpe- : bition 2*/« WL, bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exll. BestellgÄ». 3nfertinn8gebübr für bte gespaltene Zelle
10 Sfg., Reklamen fit We Rette to Pfg. «
is’y. »toeroiß, rjii]aoeiy, tiwicucuc er, pr ntvcwu f-5is it W ttösteud umfassend, .ich werde gleich alle Vor. *ttitungen treffen.' ......
aber die ostafrikanischen Verhältnisse, welches poxaus- gchtlich morgen dem ReistageWugeht, ist schr umfangreich. Es enthält eine Historische Darstellung btt Uebernahme der ostasrikanischcn Küste in deutschen WM sowie die Verhandlungen mit dem Sultan vSk Sansibar, sodann die Berichte über den Aufstand und die deswegen mit dem auswärtigen Amte gewechselten Depeschen, schließlich die Verhandlungen die Unterdrückung des Sklavenhandels und die strchsührung der Blockade. — Der bekannte Gesetz- ____urf, betreffend die Vorarbeiten für das National- «ikmal Kaiser Wilhelms I. ist dem Reichstage zu- : egangen mit dem Inhalte: „Zu einer Preisbe- i erbung für das, dem Kaiser Wilhelm I., dem ründer des Reichs, zu errichtende Denkmal wird j ine Summe von 100 000 Mark zur Verfügung ' 4 rstellt.' — Es handelt sich nach den schon früher ‘ä ütgeleilten Motiven um ein Preisausschreiben, welches die deutschen Künstler auffordern soll zu t r Vorschlägen für eine Denkmalsanlage innerhalb der - Stabt Berlin dem großen Straßenzuge mit seinen ■i Plätzen und nächsten Umgebungen, welcher von dem bii "ä königlichen Schlosse aus unter den Linden entlang i bis m den Tiergarten hinein sich erstreckt. Die 5 lbü 000 Mk. sollen zu mindestens neun Preisen verwandt ■i -erden, und zur Einreichung der Vorschläge ist eine i tift von neun Monaten in Aussicht genommen. — i Ibn den mit Unterstützung von vier Freisinnigen « tob einem Demokraten im Reichstags seitens der : Sozialdemokraten gestellten Antrag bezüglich Aus- i bebung der Ge t r< i d ezöll e rc. äußert die „Na- r 3 ttonallib. Korresp.': „Es kann dabei nalürlich nur
n ler Zweck fein, eine Agitationsdebatte im Reichstag
.Sie teilt uns mit, daß gestern Nachmittag die Doktorin Stein aus diesem Leben geschieden ist", lautete He Antwort des Bruders. .Ein Lungeuschlag hat
■i ihrem Dasein ein plötzliches Ende gemacht!'
.Das ist allerdings traurig", entgegnete dieMajorin '»gleichgültigem Tone, »doch ließ fich dies nach dem Wen Briefe erwarten und kommt gewiß auch Euch
erste Versävimlung der deutschen Volksvertreter eröffnete, sowie' die Begrüßung desselben in Stuttgart ließen erkennen, daß die Einigung der deutschen Staaten durch das Band des Reiches eine treue Stütze in den Herzen des Mürttembergischen Volke» gefunden habe. Die ThrMede gedenkt sodann bet ersprießlichen Thätigkeit der Stände und spricht denselben Dank und AnerkenmmM auS. Ein günstiger Einfluß der Reichssteuergesetze auf den württem- bergischen Staatshaushalt sei zu erwarten. — Alsdann wurde im Austtage dÄ Königs der Landtag geschlossen.
Strassburg, 8. Dez. Die französischen Zeitungen sind unerschöpflich in der Erfindung von Schauergeschichten, die sich an der Grenze zugetragen haben sollen, indes' m den seltensten Fällen auch nur einen geringen greifbaren Anlaß bieten. Weinende Töchter, die zum Sterbebett oder zum Sarge des Vaters oder der Mutter wollen, spielen darin eine Haupttolle; ist dergleichen doch ganz besonders geeignet, die Herzen der — Leserinnen zu rühren und die Erbitterung gegen die „Prussiens" ip die Familien zu tragen- M. schreibt dje heuMe Amtliche „Landes- zeitunff": Ein Pariser Blatt, das „XIX. Siöcle', wußte diesertage von zwei neuen Fällen „odioser Härte" zu berichten, die sich an der deutsch-französischen Grenze, aus der Station Altmünsterol, bei Handhabung der Paßpolizei zugetragen haben sollten. Erster Fall: Ein ehrenwerter Geschäftsmann von Belfort, den seine Angelegenheiten zu häufigen Ausflügen nach dem Elsaß nötigen, hätte sich mit dem vorgegebenen Paß versehen und den Bahnzug dahin genommen. In Altmünsterol angelangt, hätte er feinen Paß vorgewiesen und als einzige Antwort des Spezialkommissars die Weisung erhalten, Paß und Zug nach Belfort zürückzunehmcn, ohne daß ihm die Beweggründe dieser Entscheidung mitgeteilt
»DaS vermag ich, da ich fie kaum gekannt habe, «H zu beurteile»', erwiederte die Majorin, deren a «bvrigung gegen die Familie Stein schnell zugenommen.
.Nein, das kannst Du allerdings nicht', versetzte Üsabeth und sich ihrem Gatten zuweudeud, fügte sie »zu: .ES bleibt also bei unserer Verabredung, Ifta». Gestattet Doktor Bäumer nicht, daß Hilda 'b ieb die Reise unternehmen, so gehst- Du allein 1 Beerdigung."
-,Gewiß, Elisabeth,' erwiederte er, fie liebevoll
Hervorzurusen und puchvo« dieser Seite her Por- befeitängen f9t die Wahlbewegung zw' treffen. ä8fe: praktischen Erfolg des Antrages können dessen Urheber selbst unmöglich rechnen. Die Preissteigerung
Mrf Häher die Pes BttmSbiMer M
des Getreides ist keineswegs in dem der Allgemeinheit eingetretzen, wie^. PLWch einigen Wochen vorMsgesiigt ^wordtziI
Zkg." hat ihre bezügliche Agitationsrubri? bereits
überraschend!'
.Dennoch ist ihr Tod viel ,n früh für fie - Alle, die ihr im Leben nahe gestanden, ein« ü »troffen", erwiederte Elisabeth meinenb, „denn sie i « weder ihren Kinder» noch meiner Mutier und
sowohl in seinem eigenen Nutzen als aW^um Wohle der Gesamtheit in einer ihm zweckmäßig er- fcheinKihen Weise, a ber^ auch Unabhängig verwerten ktziKe^ wtzche MicksÄch heOW Ansässiger Fachgenossen bisher iWu anLKSH^. «Woß:betreibende von der selbstständigen Ausübung des Gewerbes ausschloffen. Es sollte mithin mehr eine freie Konkurrenz der Fachmessen in Ausnutzung des von ihnen Erlernten als^Me zügellose Beteiligung sachunkundiger und iwg6ibtee- PrrschrG zugelaO»Dv«A«M Hir-tzas MechigW Wr duW die Zwchjtzs- üüd BKmreW bedstGte» MvschMKmgen wa^rnzwW, kWesttW aber die Schädigung des Gewerbestandes und die Gefährdung des Gemeinwohls. Hierfür spricht insbesondere der Umstand, daß das ziemlich zu gleicher Zeit erlassene Reichs-Strafgesetzbuch in den §§ 222 und 230 es als einen Strafschärfungsgrund hinstellt, wenn die Aufmerksamkeit außer Acht gesetzt wird, zu welcher jemand vermöge seines Gewerbes besonders verpflichtet war, also Verstöße gegen die anerkannten Regeln seines erwählten und ausgeübten Berufes sich zu Schulden kommen ließ. Voraussetzung dessen ist aber, daß der Betreffende die erforderliche Fachkenntnis sich erwerben, also die technischen Fertigkeiten seines Berufsfaches erlernen muß. Denn ein Können und Wissen ist unzertrennlich von einem vorgängigen Unterrichten uad Unterweisen. Deshalb ist der Schluß gerechtfertigt, daß die Gewerbeordnung den freien Gewerbebetrieb nur für diejenigen einführen wollte, welche die technischen Fertigkeiten und Kenntnisse ihres Berufsfaches sich angeeignet haben. Wo das öffentliche Wohl durch die Ausübung eines Berufes seitens untüchtig vorbereiteter Personen in höher:m Grade gefährdet und in Mitleidenschaft gezogen werden kann, ist solche von einer obrigkeitlichen Genehmigung (§§ 29, 31, 39) abhängig gemacht, für welche der Nachweis einer Befähigung gefordert werden darf. Dies geschieht, um möglichst z» verhüten, daß die Berufs- unkenntnis einzelner .dem Allgemeinwohle schädlich werde.. Das Baugewerbe gehört aber zweifellos zu denjenigen, welche eine Gefährdung nicht allein der in ihm beschäftigten Personen, vielmehr noch m erhöhterem Grade derjenigen in sich bergen, welche fehlerhaft errichtete Bauwerke in Benutzung nehmen. Deshalb liegen hier die gleichen Voraussetzungen zugrunde, welche eine Prüfungspfllcht der Seeschiffer auf große und kleine Fahrt erforderlich erscheinen ließen, indem bei beiden die Gefährdung
nahezu eingehen lassen müssen. In der gegenwärtigen Lage des Getreidemarftes [gnn ein zwipaender Anlaß nicht liegen, ehre ersOvoDso kurzer ZH ein- gesührte Maßregel, beten dauernde Wichuyg sich »och femearoegS MerDhetz läßt, LKckgängigtzv Hachen. Und wen» aud) der Heichstzig dazu bereit wtzre, so wäre es der Bundesrat sicherlich nicht." Der General-Stabsarzt der Armee, Professor Dr. Gustav von Lauer, der langjährige Leibarzt Kaiser Wilhelms I, begeht am 12. d. Mts. sein 60jähriges Dienstjubiläum. Der Tag dieser seltenen Feier soll, wie die „Nat.-Ztg." hört, noch von Kaiser Wilhelm I selbst bestimmt worden fein. Der greife Jubilar, der am 8. Oktober seinen 80. Geburtstag beging, erfreut sich jetzt wieder eines befriedigenden Wohlbefindens. In militärischen, wie in ärztlichen Kreisen werden für den Jubilar besondere Ovationen geplant. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt heute in ihrer Rundschau: „Der italienische Ministerpräsident Crispi ergriff in der gestrigen Sitzung des Senats das Wort zu einer Darlegung seiner Auffassung der gegenwärtigen politischen Soge. Dieselbe kann im großen und ganzen als durchaus konform mit den Anschauungen betrachtet werden, welche auch sonst überall an unterrichteter Stelle vorwiegen, namentlich was die Zurückweisung der Sorge vor einer unmittelbaren Kriegsgefahr anlangt, freilich nur unter der Einschränkung, daß die Lage Europas immerhin eine ernste ist und Italien nötigt, seine Rüstungen entsprechenb zu erweitern.'
•r t Der Verband der deutschen Baugewerksberufs- genossenschafteu hat an Bundesrat, Reichstag und Reichsamt des Innern eine Petition, betreffend die Einsührung eines Befähigungsnachweises , für den selbstständigen Betrieb des Bangewerkes,/eingereicht. Tie Begründung der Petition befaßt sich mit dem Grundgedanken, welcher für die Einführung der Gewerbefreiheit bestimmend war, wie solche die Gewerbeordnung vom 21. Juli 1869 durchführt, und findet denselben in dem Bestreben, diejenigen Schranken zu bejeitigen, welche bisher in einzelnen Industriezweigen der freien Entwickelung hemmend entgegen« standen. Dann heißt es weiter: „Als Ziel derselben
.Du mußt mich diese» Abend emschuldigeu, Ku- roline, denn die Todesnachricht hat mich so erschüttert, daß ich kaum imstande bin, mich aufrecht zu et. halten. Gute Nacht.'
.Auch ich wünsche Dir eine gute und ruhige Nacht, Elisabeth', entgegnete die Majorin, .schone Dich nur und gteb Dich dem Schmerz nicht allzusehr hin.'
Gustav Eschenbach führte seine Gattin tn ihr Schlafzimmer, wo neben dem ihrigen das Bittchen der kleinen Hilda stand, die saust und ruhig schlief, während die Wärterin im Nebengemach wachte. Sie traten an das kleine Lager, daS die zärtltchfle Mutterliebe für ihre Erstgeborene auSgestattet hatte, und blickten schweigend auf daS teure kleine Wesen, das beide noch fester an einander gefesselt hatte. Als bann Elisabeths Thränen um die entschlafene mütterliche Freundin von neuem zu fließen begannen, sprach Gustav ihr nochmals Trost ein, verließ fie dann und kehrte zu seiner Schwester zurück.
Diese aber lehnte in der sichtlichsten Verstimmung in einem Sessel und als fie ihre» Bruder erblickte, sagte sie wenig freundlich:
.Gustav, wollt ihr wirklich zur Beerdigung reisen?' .Das heißt, ich allein,' erwiederte er, .den» für Elisabeth und das Kind dürste es nicht ratsam sein!'
.Sicherlich nicht, da fie jede Aufregung vermeiden soll. Auch scheint fie auf ihre früheren Bekannten meiner Meinung »ach gar z» großes Gewicht zu legen.'
.Ich achte n»d billige ihre Anfichten, beim wie Du denke» kannst, ist unter »ns oft die Rede von Ihnen.'
.ES fesseln fich natürlich Kindheit»» nnb Jagend- etinneinngen an die Familie Stein," fuhr die Majori» fort.
Gustav Eschenbach blickte etwas betroffen auf feine Schwester, erwiederte aber in ruhigem Tone:
„Wie könnte das auch anders fein, da Steins und Waldheims stets zufamme» gelebt haben und von je her befreundet gewesen sftch? Alle Kiudheits-
Deutsches Leich. v & * v
Verst», 7- Dez. Graf Herbert Bismarck der einige Tage in Friedrichsruh verweilte, wird heute n» t0It dort zurückerwartet. — Der Bundesrat erteilte ß I L der gestern unter dem Vorsitz des Vize-Präsidenten ii jes Staats-Ministeriums, Staatssekretärs des Innern iti wn Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung den Ent- 'üi würfln von Ausführungsbestimmungen und Dienst- ssirwÄ Mischristen zu dem Gesetz, die Statistik des Waren- nrkehrs des deutschen Zollgebiets mit dem Aus- v) betreffend, v'm 20. IM «* Hn.chyn
rvl" -q »en Ausschüssen für Zoll- unMSteUrmeK, für >0! Handel und Verkehr und sü»Mis«Dohn«K Pust di „Nb Telegraphen vorgeschlagenen Abänderungen die iq Zustimmung. Außerdem wurde auf die Eingabe ’i® mer Handelsfirma über die Zollbehandlung einer »hwaS Warensendung Beschluß gefaßt. — Das Weißbuch
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