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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Gitxbition ■ HRoxtt 21. — RÄXlktwn, Druck unb Verlag von 3 oh. Inp. Koch.
Erstes Blatt
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Gelegenheit sich 6ot, ist der praktische Beweis der
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Deutsches Reich
ben alten Satz berufen: „Goit schütze mich vor' entdeckt worden fein?
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der Nationalwirtschaft soweit zu schützen, daß sie nicht ernstlich erkranken, von dein Gedanken getragen, allen Deutschen unter dem Schutze des starken nationalen Gemeinwesens die gedeihlichste Entwickelung der eigenen Kraft in nützlicher Arbeit zu sichern.
Wenn demgegenüber der Sozialdemokrat Liebknecht im Reichstage bei der Etatsdebatte versucht hat, die Politik des Reiches als eine nach innen und außen unfriedliche zu bezeichnen, so steht diese Behauptung mit den Thatfachen in so direktem Widerspruche, daß es zur Widerlegung nur des Hinweises auf diese bedarf. Aber charakteristischer noch für die Haltlosigkeit dieses Standpunktes ist die Art, wie Herr Liebknecht ihn zu begründen versuchte. Denn er konnte hierfür nichts anderes anführen, als die Energie, mit welcher die auf Seiten der Regierug stehende' Presse sich sowohl gegen die französischen Revanchcbestrebungen, wie gegen diejenigen Richtungen in Deutschland wendet, deren Politik wesentlich auf die Verhetzung der Gemüter beruht. Wer aber den inneren wie den äußeren Frieden will, dessen Aufgabe ist es in erster Linie, den friedcnstörenden Elementen das Handwerk zu legen. Der sozial- demokraiifchen und der nur zu häufig mit wetteifernden demokratischen Agitation.mag es sehr erwünscht sein, wenn ihr Hindernisse in den Weg gelegt werden, allein der innere Frieden kann dadurch nur gcwinnnen, genau so wie der auswärtige durch die stete Erinncrurg an die Gefahr, welche in der in Frankreich vielfach noch vorhandenen Revanchetendenz liegt.
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meinen Freunden, mit den Feinden werde ich mich chon selbst abfinden." Wir geben gern zu, daß Provokationen österreichischer Blätter, insbesondere des „Pester Lloyd", bei leicht beweglichen Gemütern Verstimmungen veranlaßt haben könnten; aber dieser mildernde Umstand kann uns von der Pflicht einer aus-
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unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern v. Boetticher, abgehaltcnen Plenarsitzung erteilte der Bundesrat dem Zusatzvertrag zu dem Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz vom 23. Mai 1881 die Zu- stinupung und genehmigte die Berechnung der nach dem Entwurf des Reichshaushalts-Etats für 1889/90 öur Deckung der Gesamtausgabe aufzubringenden Matrikularbeiträge mit den Aenderungen, welche sich aus den Beschlüssen des Bundesrates zu dem Entwurf ergeben. Auf den seitens des Ausschusses für Handel und Verkehr erstatteten Bericht erklärte sich die Versammlung damit einverstanden, daß der Transit von lebenden Rindern aus Oesterreich-Ungarn durch Preußen auf der Eisenbahnstrecke über Ziegenhals nach Nieder-Lindewiese in vollständig geschlossenen und desinfizierten Wagen mit der Maßgabe ausnahmsweise gestattet wird, daß die Desinfektion der benutzten Eisenbahnwagen amtlich zu bescheinigen und der Aufenthalt auf deutschem Gebiet aus das unbedingt erforderliche Zeitmaß zu beschränken ist. — Die „Nordd. Allg.Ztg." schreibt: Die in Karlsruhe erscheinende „Badische Landeszeitung", ein national- liberales Blatt, brachte in ihrem ersten Blatte vom 29. v. Mts. einen längeren Artikel über das Verhältnis Deutschlands zu Oesterreich-Ungarn, welcher es wunderlicherweise als kaum zweifelhaft bezeichnete, daß die bisherigen herzlichen Beziehungen beider Staaten eine Trübung erfahren hätten. Die einzige Hoffnung, das deutsch-österreichische Bündnis über Sßaß’et zu halten, beruhe jetzt auf dem mildernden Einflüsse des Kaisers Joseph u. s. f. Wir haben düse für unsere Freunde in Oesterreich-Ungarn so vielfach verletzenden Elukubrationen in dem bezeich- nelen Artikel der „Badischen Landeszeitung" mit Bedauern gelesen. In einem fortschrittlichen, französischen ober in manchem russischen Blatte würden wir uns über denselben nicht gewundert haben. Aber die „Badische Landeszeitung" bewegt sich im national- liberalen Fahrwasser und hat sich bisher, wie wir annehmen, die Aufgabe gestellt, die auswärtige Politik der Regierung zu unterstützen. Wenn sie wirklich glaubt, daß ein Artikel, wie der in Rede stehende, diesem Zweck entspreche, so können wir uns nur auf
Seit -em Abschlüsse -es deutsch- sramökscheu Krieges
ist von Deutschland planmäßig und zielbewußt die
Illustriertes Sonntagsblatt
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drücklichen Mißbilligung des Artikels der „Badischen Landeszeitung" nicht entbinden.
— Das Reichs - Versicherungsamt hak-an. die Vorstände der ausschließlich ihm unterstellten landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften ein Rundschreiben gerichtet, in dem es sich über die Art unb, Weise äußert, auf welche diese Berufsgen ffsenfchasten am zweckmäßigsten die ihnen obliegende Krankenfürsorge erfüllen. Das Amt bespricht darin, nachdem es aufmerksam darauf gemacht, daß es durchaus nicht, durch eine generelle Anleitung einer individualisierenden" Prüfung und Behandlung der einzelnen Fälle aüK"" schließen wolle, die Alternative, ob die Berufsgenossenschaft, wenn sie die Fürsorge der Erkrankten d<r Gemeindekrankenversicherung oder Krankenkasse nicht übertragen kann, dem Verletzten die Mittel zur Bestreitung des von ihm selbst zu veranlassenden Heilverfahrens in Geld gewähren oder die zur Heilung dienenden Maßnahmen ihrerseits herbeiführe» und ihm unmittelbar angedeihen lassen soll und erklärt beide Wege für gangbar. Das erstere Verfahren dürfe aber keinesfalls dahin führen, daß,"' weil die zu erstattenden Kosten des Heilverfahrens in ihren Endsummen noch nicht feststehen, dem in der Regel unbemittelten Verletzten es überlassen wird, in der Zwischenzeit die zum Heilverfahren erforderlichen Kosten aus eigenen Mitteln aufzubringen. Das letztere Verfahren werde allerdings vielfach int Interesse der Erkrankten selbst, denen namentlich auf dem Lande eine geeignete ärztliche Hülfe häufig nur schwer'zugänglich sei, den Vorzug verdienen und zugleich der Berufsgenossenschaft auch insofern nützen, als ihr dadurch eine sachgemäße Einwirkung auf die Krankenbehandlung gesichert ist.
— Die Nachrichten aus Belgien lassen auf ein unaufhaltsames Wachsen der Gährung unter den Arbeitern schließen. Wie gemeldet wird, hat der Kongreß von Chatelet gestern mit 35 gegen 17 Stimmen beschlossen, ben allgemeinen Ausstand zu proklamieren. Das klingt sehr bedrohlich. Allem Anschein nach geht Belgien wieder sehr schweren Tagen entgegen. Auch direkt alarmierende Nachrichten werden bereits verbreitet. So soll in der
Ortschaft Morlanwelz. ein geheimes Waffenlager - Ferner soll am Sonntag .UL. Carmores bei Mons ein Dynamit-Attentat statt-, ss gefunden haben. Gegen wen ober., was dieses Attentat verübt worden sei, wird " in der Meldung, nicht gesagt. Der Kongreß von Chatelet,. der dm ’’ allgemeinen Ausstand proklamiert hat, scheint • eine.’; Lösung auf friedlichem Wege nicht für absolut ülU." —————----—-■-- c
^Nachdruck verboten.^
Die Villa am Nheia. “
Original-Novelle von Mary Dobson» (Fortsetzung.) '• ••
»Nur wird (8 raifam sein", fuhr Gustav Eschen- »ach fort, „hier sogleich die nötigen Vorkehrungen M treffen. In Mentone aber ist, wie Du weißt, schon unsere Villa bereit, welche, wie der dortige «rzt mir geschrieben, mit aller Fürsorge gewählt und ausgestattet ist, die Dein Zustand erfordert.*
Dststn Worten folgte eine kleine Paus«, welche aber die Rätin durch die Frage unterbrach:
„Gustav, willst Du nicht auch Deiner Schwester A Anzeige von Eurer Abreise machen? Ihrem letzten *«kfe nach sehnte sie sich fo sehr, uns einmal dnederzusehen.*
Bei dieser Bemerkung ihrer Mustek umdusterteu ach Elisabeths Züge, waS j.boH »ieNtwb gewählte; M Gatte aber sagte:
.3a, Falkenbcrgs müssen Nachricht haben und Werden auch gern roch einige Tage bei uns verlebest. Glaubst Tu, Elisabeth, ihrem Besuch am Ende der Woche annehmen zu können?" ;
.Ja, Gustav",'erwiderte sie, ihn ruhig anblickeud. »Lade fie nur rechtzeitig «in, damit sie nicht verhindert sind."
Gustav Eschenbach schrieb au seine Schwester und oiese empfing den Bries mit großer Freude, denn ne hatte schon besorgt, das Ehipaar könne ohne persönlichen Abschied nach Italien reisen. Sie sehnte sich aus besonderen Gründen, Beide wieder zu sehen, Mte aber nicht gewagt, unaufgefordert in der Villa f®1 Rhein zu erscheinen. Bei Elisabeths zunehmen- «t Genesung hatte sie längst eine Einladung erwartet «ud bereits gefürchtet, nnter den Gatten möge vielleicht ««St alles nach Wunsch stehen. Der Brief ließ nun “üt Besorgnis schwinden.
8m folgenden Sonntag trafen Schwager und Schwägerin in der Villa ein unb Elisabeth begrüßte l L 2.
habt, nm sich von allem in Kenntnis zu setzen, was ihr in bezug auf ihren Bruder und feine junge Gattin von Wichtigkeit war. Am. nächsten Tage nahm sie mit dem Major von den Verwandten wieder Abschied, bei welcher Gelegenheit fie wieder die größte Zärtlichkeit für ihre Schwägerin zeigte, die ihr auch versprach, von Mentone zu schreiben. Der Major schied mit den besten Wünschen für ihre Gesundheit und sprach zugleich die Hoffnung auf ein glückliches Wiedersehen aus. Am Bahnhofe trennte sich Gustav Eschenbach von seiner Schwester und dem Schwager und die Majorin stieg mit fröhlichem Herzen in de« Waggon, denn ihre Tasche barg eine Rolle Gold, welche der Bruder ihr für das nahe Weihnachlsfest geschenkt hatte.
Acht Tage später trat Elisabeth Eichenbach in Begleitung ihres Gatten und der Frau Feldmann die Reise nach Italien an und zwar von ihrer Vaterstadt aus, wo fie sich einen Tag aufgehalten, um als selbstständige Erbin ihres Onkels Einsicht in die Geschästsaugelegeuheiten zu nehmen. Die Doktorin Stein und Hermine hatten mehrere Stunden mit ihnen verlebt und alle Verabredungen bezüglich ihres gemeinsamen Aufenthaltes in Mentone getroffen, wohin auch sie sich bald darauf begaben und in der ersten Hälfte deS Januar mit der Rätin und Hermine eintrafen, » - 4 ** ** d i
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Zwei und ein halbes Jahr find seitdem vergangen. Es ist Juni und in der höchsten Sommerpracht liegen bie Ufer des Rheins da und auch die Umgebung der Villa, wo Elisabeth als junge Frau einen so traurigen Einzug gehalten und die sie jetzt als glückliche Gattin bewohnt. In der Verauda, mit dem schonen Blick auf jenseitige Berge und auf dem mit der größten Sorgfalt gepflegten Garten erblicken wir eine blühende, letzt einundzwanzigjährige Frau, in der wir ohne Mühe Elisabeth Eschenbach wiedererkenuen. Ihre Gestalt ist fast noch hoher und entwickelter geworden,
allein die Schönheit der Formen und Anmut der,-' Bewegungen ist ihr geblieben; fie trägt das jugendliches Haupt mit mehr Bewußtsein, Ruhe und Entschlossenheit, .' was indeß ihrer Schönheit keinen Abbruch thnt, wenig wie der sinnende Ernst, ihren lieblichen Zügen, wenn Re tiefblauen Augen inS Weite schauen. Jub, jenem Augenblick aber, wo wir dem Lchtr Elisabeth i Eschenbach wieder vorführe», verklärt der Ausdrucks innigster Mutterfreude ihr Angesicht, beim sie blickte voll Liebe unb Zärtlichkeit auf ihr einjähriges Töchterchen, das sie auf dem Schooße halt. Das Kind hatte ihre Augen, ihr Haar utrb ihren Gesichtsschnitt unb kräftig und gesund, macht es bereits W strengungen zum Gehen unb Sprechen unb läßt bie schöne junge Mutter, deren Wangen glühen und AuKN leuchten, nicht zur Ruhe kommen. r n;;# . T,'5
Wer so Elisabeth Eschenbach g^che»,- für eine glückliche Frau halten mb wie sie ihrem Gatten bei ihrer Genesung gesagt, wollte ste-O- auch au seiner Seite sein. Er liebte fie unverändert mit derselben Leidenschaft, bie er beim ersten Anblick für sie ewpsunden, ja er liebte sie vielleicht noch inniger, seit sie ibnt ei« Kind geschenkt, das ihr Ebenbild war.
Trotzdem aberwar Elisabeth Eschenbachdoch nicht fo glücklich wie es bea Anschein hatte, denn nicht Gelb Und Gut verwogen das, wenn auch nur leise Sehne» eines nicht ganz befriedigten Herzens zn stille». Auch störte gewissermaßen ihr Gatte, aber sicherlich, ohne eS M wolle», ihr Glück, denn wie oft Männer, bie jüngere und schöne Frauen geheiratet, würbe er, als er kaum ahnte, te seiner Liebe Egoist. Llls reicher unabhängiger M«n hatte er vor seiner Verheiratung die Freuden des Lebens reichlich genosieu unb dachte nicht daran, baß seine jang« Gattin, welche ihre erste Jugend unter anstrengender Thätigkest verlebt, dieselben kaum kennen gelernt. U»b die» war bei Elisabeth der Fall, wenn fie auch jede Andeutung darüber 6er» mied. Sie liebte Theater, Musik unb Geselligkeit und hatte daS Bewußtsein, sich mit ihrem Reich thum alle biefe Genüße verschaffen zu können, unb doch
Berlin, 4. Dez. Der Kaiser machte heute mittag eine Spazierfahrt. — Premierlieutenant Wiß- mann ist auf Einladung des Fürsten Bismarck nachmittags nach Friedrichsruh abgereist. — Staatsminister Graf Herbert Bismarck gab Montag abend in seiner Wohnung Königgrätzerstraße 136 eine größere Abendgesellschaft. Die Räume sind etwas klein für einen solchen Zweck, aber sehr geschmackvoll eingerichtet. Ter Gastgeber empfing seine Gäste selbst. Bundesratsmitglicder, sämtliche preußische Minister, Beamte des Auswärtigen Amtes, zahlreiche Reichstaasabgeordnete verschiedener Fraktionen mit .Ausnahme des Freisinns und der Sozialdenrokratie hatten'sich cingefunden. Eine vorzügliche Bewirtung erfreit^bie Geladenen, die Unterhaltung war sehr animiert, drehte sich aber meist um nichtpolitische Fragen. In bester Stimmung trennten sich die Teilnehmer um 12Vr Uhr nachts. — In der gestern
die Gäste. Von Seiten der Majorin geschah dies unter lebhaften Umarmungen, vouSetten ihres Gatten aber mit einem warmen Händedruck und einigen herzlichen Worten, bann sagte bie elftere, bie junge Frau anscheinend mit großer Teilnahme betrachtend:
«Meine teure Elisabeth, wie unbeschreiblich glücklich macht mich Dein Anblick! — Als ich Dich vor Wochen verließ, da warst Du allerdings schon außer Lebeusgefahr, allein ich hätte nie auf eine so schnelle Herstellung gehofft!"
«Ich fühle, daß ich bald vollständig genesen sein werde, Karoline", entgegnete Elisabeth.
„Unb wenn wir erst in Italien — in Mentone sind'', fügte Gustav Eschenbach lebhaft hinzu.
.Ihr glücklicher Menschen I" unterbrach bie Majorin tnaffikiieiter Wüse. „Wer doch mit Euch bas Land wo bie Citronen blühen, besuch!», an der Riviera den Winter dahinschwinden sehen könnte. — Wahrlich, Ihr seid zu beneiden!'
„Nein, Karoline, das sind wir keinesfalls!" fi-l ernst ihr Bruder ein, „denn unsere Reise hat eine zu traurige Veranlassung!"
- „Das ist wohl wahr", antwortete fie i» schnell verändertem Ton und zu ihrer Schwägerin gewendet, setzte sie hinzu: „Du wirst wohl ans dem Wege auch Deine Vaterstadt besuchen, Elisabeth?"
„Wir begleiten vor allen Dingen meine Mutier dorthin und bann ftnb ja auch noch Geschäfte zu erledigen, die durch meine Krankheit so lauge verzögert worben ftnb.
„Wie machst Du es nur möglich, Gustav, so lange in Deinem Kowptoir zu fehlen?" fragte jetzt der Major, welcher auf dem eben noch so heiteren Gesicht seines Schwagers einen Schatten bemerkte.
„Mein erster Buchhalter vertritt meine Stelle und kann es einmal nicht anders sein, so mutz ich auf einigeTage hierher reisen", erwiederte GustavEschenbach welcher in der Thal merklich ernster geworden war.
Das kurze Beisammensein verging schnell genug, doch hatte Fra» von Falkeuberg hinlänglich Zell ge- . |
immer sie verschieden sich gestalteten, stets nur den Charakter eines Friedensbundes gehabt. Fragen, welche die Gefahr der Entzündung eines europäischen Brandes enthielten, wie "die bulgarische, find trotz des scharfen Tadels eines großen Teils der einheimischen, einer gefährlichen Gefühlspolitik das Wort redenden Presse mit der kühlsten und umsichtigsten Zurückhaltung behandelt, selbst dem revanchelustigen Frankreich gegenüber ist in dem Falle Schnäbele, wie bei anderen Grenzvorfällen das weitgehendste Entgegenkommen bewiesen worden.
In dem gleichen Maße ist die innere Politik bedacht, die Ursachen zu Unfrieden und Hader zu beseitigen. Die in energischer Durchführung begriffene Sozialpolitik auf der Grundlage des praktischen Christentums bezweckt nichts weniger, als den schwerwiegenden Nachteil der wirtschaftlichen Stellung des Arbeiters, welcher Darin liegt, daß seine wirtschaftliche Existenz von der Arbeitssätzigkeit Wesentlich '
»dhängt und von der Beeinträchtigung der letzteren gefährdet wird, in weiteren! Umfange durch Versiche- mng gegen die Folgen des zeitweiligen oder dauernden, gänzlichen oder teilweisen Verlustes der Arbeitsfähigkeit auszugleichen und so den Stachel, welcher in der wirtschaftlichen Jnforiorität gegenüber der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung liegt, zu beseitigen. Unb wenn auf anderen Gebieten der Sozialgesetzgebung, insbesondere der sogenannten Arl'eitcrfchutz- gesetzgebung die größte Vorsicht obwaltet, so liegt doch der Grund allein in der Besorgnis, durch wohlgemeinte, aber in ihren Folgem niebt sicher voraus- Krberechnenden Maßnahmen die wirtschaftliche Lage der Arbeiter und ihrer Familien zu vtu schlechtem und, während man eine Quelle des Unfriedens zu berstopsen meint, in Wahrheit -nur Mc neue Quelle des Mißvergnügens zu eröffnen. Endlich, ist doch Msere gesamte Wirtschaftspolitik, welche darauf ab- ielt, e in ungünstigerer Lage arbeitenden Zweige j
friedfertigsten Gesinnung und völliger Uneigennützig- 3,50. fcit geliefert worden. Unsere Bündnisse haben, wie Psd - ii
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E dition 2'/, Äb, bei ben Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (ejtt. * ***»' < tn^arrffartT 1SL b ® rv .
e* Donnerstag, 6. Dezember 1888. M». İhrgang.
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