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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für Mt Kreise Marburg inb Kirchhain. - Illustriertes
Expedition Markt 2L — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Koch. °
Marburg,
M 879
L Jahrgang.
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irell . 3U»6riertea Zmmti-oblaU
sämtliche Postanstalten, unsere Agentur m
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hegenübersteht und daß seine Jnteressenpolitik au-
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f an ^ricnt s^ gegenüberstehenden Interessengruppen ) Pf a ?ur Oon den Mitteln zur Kriegführung abhängt, Pf a \ iür den europäischen Frieden nur so lange kck « P16 gewisse Garantie gegeben ist, als Rußland noch acht die notwendigen Mittel besitzt, um den Krieg
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ei kurz, 3Vv»/. ■ Kün! ibarun
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"fite mit traurigem Ernst:
»Gustav, ich habe doch wohl Unrecht gethan, Dein M zu werden, und eS wäre für uns Beide vielleicht *net gewesen —"
| Er ergriff ihre Hand, die, Wirer durch de« feinen
lichsten Paar zu machen, während vuu ihre Lebenswege weit anSeiuander ging n.
So hatten fie längere Zeit schweigend dageseffen, biS der Pfiff der Loko» olive eine Station avküudete und der Schaffner die Thür öffnend, eine Viertel, tunde Aufenthalt verkündigte. Als er fich entfernt, fragte Gustav Eschenbach st ine Gattin, die ihn mit matten Augen ausah, ob fie eine Erfrischung begehre. Sie lehnte die» dankend ab, und blickte, fich aufrichtend, »ach dem hell erlenchteteu Bahnhof, in deffen Wartesäle» eS jedoch still und verödet war. Ihre Uhr hervorziehend, sah fie, daß fie »och lange zv fahren hatte», ehe fie die rheinländische Stadt erreichten, welche hinfort ihre Heimat sein sollte.
Nur wenige Personen stiegen ans »nd ein, sie aber blieben, Dank dem guten Trinkgeld-, alleto. Bald aber ging es wieder fort in die dunkle Herbst- »acht hinan». ES war ewpfiudlich kalt, Elisabeth zog den weichen Reisemantel fester um ihre Gestalt, ehnte fich wieder gegen die Polster deS Wagens »ud chloß die Ange», nicht nm zu schlafen, sonder« fich nochmals ungestört ihren Gedanke» zu überlaffeu, >ir fich bald mit dem schnelle» Wechsel ihres Ge« chickeS fest dem verfloffeue» Winter beschäftigten, >aS nun einen Abschluß gefunden, wie fie eS so wenig geahnt, so wenig gehofft. Und wie mochte >te Zukunft für fie werden, für fie, die «och nicht ihr neunzehntes LebeuSjahr erreicht?
Während fich »ach und »ach die Abspannung ihrer Nerven geltend wachte uud sie, vo« Müdigkeit überwältigt, einschlief, sa»n auch ihr Gatte über seine Lebenslage nach and legte sich bald die Frage vor, ob er wohl recht getha», ElisabetbS Geschick an da» seinige il» fesseln und sie, die ohne Liebe und nnr dem Gesetz uud dem Wort der Kirche nach sein eigen war, uv« glücklich zu machen?
.ES kann für uns »och alle» gut werden, wie wir Beide es anch gehofft-, sagte er fich dann.
«Nach der gehabte« vielseitige« Aufregung wird Ruhe für fie eintreten, ihre Gedanke« und Gefühle
hrte er in ihren Augen Thräien. .Er maß herübergekomwe» fein, den» ich habe ihn ge-
werden ins Gleichgewicht kommen und noch könnte eS doch vielleicht durch meine Liebe uud unablässige Sorge gelingen, in ibrem Herzen gleiche Gefühle z« wecken, ur.d welches Glück käme dann de« meinigen wohl gleich !*
Als er gewahrte, daß fie etngeschlafen war, betrachtete er die schönen jugendlichen Züge, die einen o schmerzlichen tieftraurigen Ausdruck hatte», uud fügte hinzu:
.Lieber wM ich entsagen, al» daß fie durch mich unglücklich wird und ihr junge» Lebe» an meiner Seite vertrauert! Das meinige ist bisher ei»sam »nd der Arbeit geweiht verflossen nnd ich werde dann de« Traum vou Liebe und möglichem Glück zn vergeffe» uchen uud wiederum uur meiner Pflicht und meinem
Berns leben.*
Das abermalige Pfeifen der Lokomotive weckte Elisabeth aus längerem Schlaf und wie ihrem fie aufmerksam beobachtenden Gatten nicht entging, blickte te im ersten Moment entfremdet nwher und richtete ich dann mit einem leisen Seufzer ans. Der Schaffner kam und sagte sdreiviertel Stunde« Aufenthalt au uud als der Zog hielt uud er ihr vorschlug, auSzusteige», war fie im Begriff, dies ab- zulchneu, allein den schmerzlichen Ausdruck feine» Gesichtes gewahrend, erwiderte sie:
.Eine kurze Bewegung im Freien mag gewiß gut fein —• ,
.Gewiß, Elisabeth*, entgegnete er schnell, .denn wir haben noch mehrere Stunden zu fahren*, itnb den Wagen verlassend, reichte er ihr den Arm, indem er zunächst dem Schaffner avfttng, für ihre Plätze Sorge zu tragen.
Elisabeth hatte ihren Arm in den seinigeu gelegt, wie fie so oft scho« seit ihrer Verlobnog gethan. Seide durchfuhr dabei ein leise» Beben und »»will« Üürlich kam ihnen der Gedanke, daß sie ein Neuvermählte S Paar uud auf ihrer, weun auch uur kurze« Hochzeitsreise, begriffe» feien. Schweigend schritte» ie auf dem hell erleuchtete» Perron auf uud ab, kein
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Oberhesfische Zeitung
«rbft Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
am allerersten gefährdet sind. Die Zinszahlung für die russischen Papiere wird in Berlin und Frankfurt a. M: sicher sofort aufhören. Der.Rubelkurs" wird damit fast auf Null sinken. Rußland wirb,, wenn es mit Westeuropa in Krieg gerät, jeden Pfennig, den es zur Zinszahlung Mwandte, selbst brauchen; und wie das Ergebnis ausfällt nach wiederhergestelltem Frieden — das ist'''unberechenbar. Vielleicht spitzt man sich schon hie und da — einem gewissen internationalen .Patriotismus" ist alles möglich — darauf, daß Deutschland unterliegt und gezwungen wird-, die russischen uud französischen Schulden zugleich zu übernehmen. Das wäre ein Börsentriumph, eine neue „solide -Basis für eine kräftige und nachhaltige Hausse.*U Aher dieser, Milchtopf scheint uns doch sehr zerbrechlich zu sein. Kann selbst die perfideste Börsengesinnung sich darüber täuschen F i daß, bevor irgend eine Entscheidung fällt, die ruisischen Werttitel einen grenzenlosen Krach machen werden? Daß die, Kapitalisten, welche dieselben verkaufen wollen, sie meist gar nicht los werden können und daß, wo sie etwa losgeschlagen werden, dies unter dem größten Berluste geschehen muß? Alles dies liegt auf der Hand. Wo bleibt also die Vertretung der Interessen des Kapitals durch die Börse, indem sie es übernimmt, eine russische Anleihe sogar über Paris nach Deutschland zu lancieren? Gerade diese Anleihe, indem sie von stanzösischen Firmen übernommen wurde, soll doch.die russisch-französische Kor- dialität mit ihrer Spitze gegen Deutschland fördern, — und Berliner Börsenfirmen bieten dazu die Hand; ja, sie laffen sogar durch ihre Preffe verbreiten, sie hätten die Zustimmung der deutschen Regierung dazu, diese zwischen Rußland und Frankreich abgeschlossene Kordialitäts-Anleihe, für welche sich aber in Frankreich kein Geld findet, durch Heranziehen des deutschen Kapitals erft zu verwirk- llchk» ■ Erinnert solche Felonie nicht an diejenige von 1870, wo auch Frankfurter Bankiers die Frechheit so weit trieben, daß sie sich an der französischen Kriegsanleihe gegen Deutschland beteiligten?
Dem gegenüber kann wenigstens die deutsche Presse nicht ruhig zusehen. Auch das deutsche Jn- teresfe soll jener Jämmerlichkeit gegenüber nicht unvertreten bleiben. Erst wenige Wochen sind vergangen, seitdem die Börsenpreffe ihres Geschreis kein Ende wußte, als die Finanzvertreter aufgefordert worden waren, etwas zu thun für die sozialen und religiösen Notstände in dem Lande, aus dem sie ihre Gewinnste kapitalisieren. Da hieß es: wie so
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blatte». f®»ne d-Armoncen-Bureairx von Haasenftein tmb Vogler tn Beamtet •- flL, CaffeL Maadevnra u. Sun; Äubolf _ --,tnn.Jtohi; S. 8.
angtantTttrt a. M., Berlin, Hannover. Pari».
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ditto» 21/. ®tL bei den PostSm Bestellgeld). Jnfertionsgebühr 10 Bfg., Reklamen für
diesem Gebiete der österreichischen scharf entgegen« steht, so daß dort nicht nur leicht eine Zuspitzung zum Kriege erfolgen kann und daß dieselbe sogar befürchtet wird; ja man kann sagen, daß der ewaltsame Zusammenstoß zwischen den beiden im
auch feine Schwierigkeiten schon jetzt hat, Geld in England ober Holland aufzunehmen.
Es erscheint daher m diesem Falle als eine besonders wichtige Voraussetzung eines russischen Angriffs auf Mitteleuropa, daß es die ihm selbst mangelnden Mittel für jenen aus letzterem selbst herauszieht, sowohl um damit Kriegsmaterial anzuschaffen uud Kriegseinrichtungen herzustellen, als auch sich einigermaßen unabhängiger hinsichtlich der Herstellung jenes Materials vom Auslande zu machen.
\ Um so klarer ist es, daß das politische Jntereffe Mitteleuropas gebietet, gegen alle russische Anleihen sich ablehnend zu verhalten, so lange nicht Rußland seine Politik auf der Balkanhalbinsel, soweit dieselben die Gefahr eines russischen Zusammenstoßes mit Oesterreich bedingen, ändert. Jedermann, der die öffenttichen Verhältniffe und die polittschen Umstände genauer int Auge behält, muß dies erkennen, und die Börse, welche bekanntlich auf politischem Gebiete das Gras wachsen hört, kann am allerwenigsten Zweifel Hegers, daß es nur eine Maßnahme der Verteidigung für Mitteleuropa ist, Rußland die Zufuhr von Mitteln für seine Kriegsrüstungen und sonstigen kriegerischen Vorbereitungen zu versagen, und daß man es geradezu als selbstmörderisch bezeichnen müßte, wenn Mitteleuropa trotz dieser Erkenntnis seine Kapitalmittel dennoch zu Hunderte» von Millionen an Rußland ausliefern wollte.
Kann sich die Börsenjobberei bei ihrer polittschen Findigkeit am allerwenigsten dieser Einsicht verschließen, so kommt bei ihr noch das besondere Jntereffe des Kapitals in Betracht — neben dem wirklichen ober angeblichen Jntereffe am Frieden und an politischer Ruhe im allgemeinen, welche nach jener unausgesetzt wiederholten Behauptung die Voraussetzung des vorteilhaften Börsengeschäfts sein sollen. In der That behauptet die Börsenpresse ebenfalls unausgesetzt, die Börse sei die Interessenvertretung des Kapitals.
Muß sich nun die Börse sagen, daß die Zuführung von Rüstungsmitteln nach Rußland den Ausbruch eines Krieges zwischen Rußland und Oesterreich und infolge dessen auch Deuffchland beschleunigen wird, so muß sie auch sofort erkennen, welche schwere Gefahr sie durch Uebernahme einer russischen Anleihe nicht nur für Europa im allgemeinen, sondern auch für das Kapital im besonderen fördert. Es kann doch keinem Zweifel unterliegen, baß nach Ausbruch eines Krieges zwischen Rußland und Oesterreich sowie Deutschland, die Kapitalisten
Handschuh fühlte, eiskalt war und entgegnete mit einem Blick, der ihr feine unaussprechliche Liebe uud Treue verriet:
.Nein, Elisabeth, Du trägst keine Schuld, denn Du hattest mir Deine Neigung zu Helbert Wendtorfs anvertrant, uud ich war der feste» Ueberzeugung gewesen, durch meine Liste, die auch in diesem Augeu- blick noch so tief uud innig ist, wie fie vou je gewesen, die deinige zu erwerbe«, ohne die ich nicht leben zu könne« meinte. Dieser schönen Hoffnung, die fich auch verwirklichen zu wolle« schien, habe ich mich vertrauensvoll hingegeben, bis jetzt durch Helbert WeudlorffS unerwartetes Erscheinen mir klar geworden, daß ich mich furchtbar getäuscht und daß sei« Bild noch unverändert in Deinem Herze« lebt!"
Diesen Worten folgte eine längere Pause, welche Elisabeth unterbrach, indem fie mit unverkennbarer Bewegung sagte: .Gustav, ich bin mit de« besten Vorsätzen, in der Ueberzenanng, eS mit gutem Ge. wisse» thll» zu tonne», die Deine geworden, und wen» Du nur Geduld hast.*
.Geduld, Elisabeth?* erwiderte er und ihm kam das Verlangen, fein schönes junges Weib an» Herz zu schließen, doch beherrschte er gewaltsam diese Regungen. .Es wird wir nie an Geduld fehle», wenn ich nur die AnSficht habe, dckß mir das so er- : ehnte Glück, Deine Liebe, wird.*
.Laß uns das Beste von der Zukunft hoffen*, • versetzte Elisabeth in demselben Ton' »ud eine Bewegung wachend, ihm ihre Hand zu entziehen, gab ! er diese nach festem Truck ans der (einigen frei. Sich i rann traurig abwenbend, hing er seinen schmerzlichen : Gedanken nach, während fie, gegen die Kissen lehnend, i ich mit den ihrigen beschästtgte. Zwar gerührt von j >em Edelmut ihres Gatten, konnte fie doch Helbert : Wendtorfs» tieftraurige Augen und Züge nicht der- । geffen, der von England gekommen, um fie »och einmal, vielleicht zum letzte» Mal, zn sehen, nnd der i zugleich erfahren mußte, welcher Reichthurn ihr zöge, allen war, der mehr al» genügt hätte, fie zum glück.
(Nachdruck »erbaten.]
Die Villa am Vhei«.
Original-Novelle von Mary Dobson.
lFottsetzung.)
.Du hast mein unbedingtes Vertrauen, und wenn den Brief gelesen —*
Mit diesem jetzt an die Lampe tretend, Io» er sichtlichem Erstaunen:
.Nehmen Sie meine innigsten Glückwünsche Fran Eschenbach, nnd zugleich die Verficherung, daß ich absichtlich Ihren Lebenspfad nicht wieder kreuzen werde. *.
Helbert Wendtorfs.*
Sich bann zu ihr setzend, wieberhotte er bie «orte unb fügte hinzu:
.Aber, Elisabeth, ich glaubte Herrn Wendtorfs • England.*
- »Auch ich glaubte ihn dort*, erwiderte fie, zu M usblickeud, und mti unaussprechlichem Schmerz
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rrfiiO !'s,rn, als wir die Kirche verlaffe» wollten, und eben, ’r/ M auf dem Perron, als ich mich allein in diesem «vpee befand!-
Kirchhain, sowie für hiesige Stadt unsere Expedition noch fortwährend entgegen.
Die Exped. der Oberh. Zeitung.
Die Börse mti) der Friede.
r Zu den Schlagwörtern, mit denen die Börse noch am häufigsten um sich Wirft, und womit sie dem soliden Geschäftstreibenden das Bestehen von Jntereffen-Solidarität zur Börse vorzuspiegeln sucht, gehört in erster Linie die Behauptung, daß die Börse Frieden brauche, Frieden suche und den Frieden fördere. Aber — an ihren Früchten sollt
Hc sie erkennen.
tfie 11 Seit Jahr und Tag ist man sich über den Ernst der politischen Lage klar. Man weiß, daß Rußland ien Verhältnissen auf der Balkanhalbinsel feinblidi
jüdisches Geld für christliche Zwecke?! Geld, das aus deutscher Arbeit unter deutschen Gesetzen und Einrichtungen herausgezvgen ist, wie kann und soll das jüdisch«» Geld f«U V". SJwCXS - X
Mögen die betreffenden Herren in ihre Tchche greifen und. der französisch-russischen Sorbialität bpt klingenden Fonds liefern! Aber chch sch dabei in He deutsche Tasche greifen, daß sie das deutsche M- samtkapital dafür in Anspruch nehmen, dagegen ziehe man den Riegel. R. B.»
KOMB
Deutsches Keich.
©erlitt, 24. Nov. Der Kaiser ist heute AbeiL» 8 Uhr 20 Minuten mit seinen Jagdgästen Van Letzlingen zurückgekehrt. — Die »Nordd. Allg. meldet: Den seit langer Zeit vielfach hervor getretenen Wünschen nach Besserung der Rangverhältniffe der Richter fft, wch wir zuverlässig vernehmen, dadurch Rechnung getragen, daß durch Allerhöchsten Erlaß vorn 21. d. M. auf Antrag des Justizministers bestimmt worbest fft, daß die Verleihung eines höheren Amtscharakters mit dem Range der Räte vierter Klaffe durch die Ernennung zum Landgerichtsrat oder zum Amtsgerichtsrat statt wie bisher ein Drittteil, von jetzt ab die Hälfte der Gesamtzahl der Landrichter und Amtsrichter umfaffen kann. — Die vorzügliche Wirkung, welche der eminent friedliche Charakter der deutschen Thronrede auf die öffentliche Meinung Europas hervorgebracht hat, konstatiert heute die »Nordd. Allg. Ztg," in ihrer Rundschau. Am unzweideutigsten und herzlichsten hätten sich bis jetzt die Wiener, Budapester und Londoner Zeitungen vernehmen laffen. Auch in Paris soll — so fährt das genannte Blatt fort — der friedliche Grundzug der Thronrede den besten Eindruck gemacht haben, was, wenn es rücksichtlich des großen Publikums und der Börsenwelt auch zutreffen mag, hinsichtlich der Journalistik doch nur mit Vorbehalt hingenommen werden darf. So leistet die letzte hier ein getroffene Nummer der „Rep. fran$." an systematischer Verdrehung und gehässiger Glossierung der Worte Kaiser Wilhelms II. das Menschenmögliche, und daß die gewohnheitsmäßige Hetzpresse sich von einem Organe, das auf ernstere politische Würdigung Anspruch erhebt, in diesem Punkte sollte übertrumpfen laffen, ist doch mindestens höchst unwahrscheinlich. Das wetterwendische Urteil des großen Hausens aber dürste schwerlich zögern, in die Tonart kräftigst einzu- ttmmen, welche von seinen bevorzugten journalistischen Signaltrompetern angestimmt wird. Alles in allem wird man sonach den Eindruck der neusten deutschen
< . .. Sie setzte nicht dazu, daß Helbert Weudtorff sie [I (|8| ASmal mit der innigsten Liebe und tiefsten Traurig.
® chk augeblickt und sie der feste» Ueberze»g«»g fei, i 7*6 er, wie er auch ihrer Mutter geschriebe», sie nie g ; eft *tgeffen werde.
60 P! . Gustav Eschenbach war vou Allem, wa» er gerat, 1 An unb erfahren, zu schmerzlich berührt, um eine [37 Adidernug für seine Gattin zu haben, bie ebenfalls Zweigend unb mit ihren Gedanken beschäftigt, basaß. Mlich hatte Elisabeth einen Entschluß gefaßt unb
_ ..um den Krieg
beginnen und fortführen zu können. Auch im ( hörigen Jahrzehnt begann Rußland den Orientkrieg erst, nachdem es seine großen „Friedensanleihen" t Macht hatte. Aber gegenwärtig ist die Geldfrage »och wichtiger, weil ein russischer Angriff auf Oestcr- i mch den Krieg mit Deutschland sofort nach sich iiehen würde, so daß die Geldquelle, welche sich Rußland vordem auch nach der Kriegserklärung bmch die , Orientanleihen" eröffnen konnte, sofort 2ö0a ^Possen wäre, da Frankreich, wenn esalsBundes- f fit 8Btoffe Rußlands auftreten will, sein Geld um so *1 D selbst brauchen wird, und da es für Rußland