Einzelbild herunterladen
 

f. «St R

r.

7122,

Bestellungrn für den Monat Dezember

Bild

•-

ufte)

che»

ld

fette

Ile,

rli», »aille

1.20, 1- > Pfd.

-.75, —.20 (7124 iw

iftn, Pfirhlt ld

Hflern, ere ich 6,80 Nach- irantle

Gumbinnen, 23. Nov. Bei der Reichstags- Ersatzwahl im Wahlkreise Insterburg-Gumbinnen Ijat Oberregierungsrat Dodillet (konservativ) mit 1000 Stimmen Majorität über Landschaftsrat Maul (reisinnig) gesiegt.

Metz, 23. Nov. Der Lothringische Bezirkstag bewilligte für das in Metz zu errichtende Karsey- Wilhelm-Denkmal einen Beitrag von 10 000 Mark.

(719 er,

>OPf

►

herr- Mf. (7028

ihrer wartenden Wagen zu sühreu.

Tief ergriffen von der feierlichen Handlung, während welcher fi» Elisabeth wiederum gelobt, ihrem Gatten mit allen Empfindungen ihres Herzens und jeglichem Gedanken auzuhongeu, schritt sie überall teilnehmende» vud bewundernden Blicken de- lleguend, au seiner Seite dahin. Ju der Nähe der SurganÄihür, durch welche die kühle Abeudlnkt eiu- drang, hüllte er sie fester in den kostbare» Mantel, Heu sie trug, und dann wiederum ihren Arm nehmend, wollte er die Schwelle des Gotteshauses mit ihr überschreiten, als st« merklich erbebte, und mit einem 7 «nterdrLÄen Ausruf einen Moment stillstaud, dann aber schmll weiter ging. Uebrrrascht, erschreckt blickte ihr Gatte fie an, ihre Wangen waren fast bleicher als ihre weiße Umhüllung, ihre Hand zuckte sühMr auf seinem Arm und stillstehend wollte er eine Frage

au sie richten, als fie halblaut und hastig sagte: .Es ist nichts, Gustav. Mein Fuß stieß gegen einen Stein —*

Er glaubte ihrer Bersichernng und führte fie durch die Reihe der ueugierigen und teilnehmenden Menschen, welche das Brautpaar sehen wollten, nach dem Wagen, den sie bestiegen und der Wohnung der Rätin zu« fuhren, wohin die U-brigeu folgte». Berauscht von dem Gefühl seine» Glückes, schloß er fie in seine Arme uud sagte voll leidenschaftlicher Zärtlichkeit mit kaum vernehmbarer Stimme:

.THeureS geliebtes Weib! — Endlich mein — mein, bis der Tod uns scheidet 1"

,3a, Dein", erwiderte Elisabeth, ohne ihn auzusehen.

Mit ihren Begleitern im Hause der Rätin ange­langt, nahmen die Neuvermählten nochmals die Glück­wünsche Aller entgegen, Elisabeth mit unverkennbarer Anfregnug, ihr Gatte mit glück- und freudestrahlendem Gesicht. Dann fand das HochzesiSmahl statt, belebt durch Tischreden und Trinksprüche, bei welchem jedoch die Rätin und ihre Tochter stiller nnd ernster als ihre Gäste waren und mit schwerem Herzen dem Trennungsangenblick eutgegensaheu.

Endlich, da das Ehepaar den Coniierzng benutzen trollte, nahte dieser Augenblick. Mit Hülfe ihrer Mutter und Freundinnen ordnete Elisabeth ihren Reiseanzug und bald darauf begaben sie sich, nm Abschied zu nehmen, inS Wohnzimmer zurück. Mutter und Tochter trennten sich sprachlos und unter heißen Thränen und während die elftere sich ihrem Schwieger­söhne znwavdte, der ebenfalls bewegt dastemd, sagte seine Gattin den Freunden ihrer Jugend und ben neuen Verwandten, welche noch einige Tage bleiben wollten, auf unbestimmte Zeit Lebewohl. AIS auc> Gustav Eschenbach sich von diesen verabschiedet, be­stiegen fie den Wagen, der sie dem Bahnhöfe znführte. Elisabeth war heftig erregt und konnte sich der Thränen nicht erwehren. Ihr Gatte gewahrte dies und fie zärtlich umfassend, versnchte er fie durch LiebeSworte

Mauk Präzipualbeittag Preußens zum Bau des Nordostsee - Kanals, 514 540 Mk. Rückerstattungen aus die aus dem Reichs-Festungsbau-Fonds gelei­steten Borschüffe, 106 000 Mk. aus der von Köln zu zahlenden sechsten Kaufgeldrate für die ehemaligen Festungsgrundstücke; der Gesamtbetrag repräsentiert hierbei einen Minderbedarf gegen das Vorjahr von 317 089 005 Mk. Was die fortdauernden Ausgaben anbelangt, so setzen sie sich folgendermaßen zusammen: Reichstag 383 520 Mk., Reichskanzler und Reichs­kanzlei 147 960 Mk., Auswärtiges Amt 8 518 854M., Reichsamt des Innern 8 373 172 Mk., Verwaltung des ReichSheeres 336 905174 Mk., Marinever­waltung 34512781 Mk., Reichs-Justiz-Verwaltung 1 851596 Mk., Reichsschatzamt 286 709 966 Mk.,

zu trösten, waS ihm tudetz, tote er recht bald gewahrte nicht gelang.

So erreichte» fie ben Bahnhof, wo schon bie Reiseuben sich etnfanden, nnb Elisabeth in das Warte- zimmer erster Klaffe führend, ging ihr Gatte, nm die Billete und das Gepäck zu besorge«.

In einem der Sophas Platz nehmend, fiel der Schein der Gasflamme ans ihr bleiches Geficht, das sie der Thür znwandte durch welches er verschwunden war. Ihre Züge waren so erregt doch sprach darin nichts von der Liebe und dem Glück eines jungen Weibes, das soeben das Hochzeitshaus verlassen. Sie ahnte nicht, daß sie beobachtet ward, beobachtet von einem Manne, der den Filzhut tief in die Stirn gedrückt, den untere» Teil des Gesichtes tief im Rock­kragen, in einiger Entfernung von den Fenstern anf und ab ging. Einmal hielt er inne nnb wachte eine Bewegnng, nm das Wartezimmer zu betreten, zog sich aber bann schnell in beu Schatten beS PenonS zurück. Hier sah er halb Gustav Esckeubach etntreten nnb, als er seine Gattin erreicht, sich zu ihr »eigen, deren Mund sich zu einem leisen Lächeln verzog. I' tzt kam der erwartete Zug. der Schaffner rief zehn Minuten Aufenthalt, einige Reisende stiegen aus nnb ba bie Zeit brängte, snchten diejenigen, welche dem Süden zufahren wollten, noch einen Platz. Auch Elisabeth erhob sich uud den Arm ihres Gatten nehmend, welcher zugleich einige Tücher und Decken ergriff, schritt sie mit ihm einem Wagen erster Klasse zu, wo er sie etnsteigeu ließ nnd durch ein gutes Trink­geld ben Schaffner zu bewegen wußte, fie in bem Coupee allein zu lassen. Sich ihr darauf wieder zuweudeud, sah er voll Ueberraschung, daß fie mit starren Augen uud erschreckte» Züge» nach dem Fenster blickte und daß ihre Wange» noch bleicher als vorher waren. Hastig ben Wagen betreten!», fragte er, aufs Höchste besorgt:

„Um Himmels willen, Elisabeth, waS ist benn Dir?"

„Nichts, Gustav', ertoiberte fie, »ach Atem ringend. „Nichts.'

Reichs - Eisenbahnamt 298 240 Mark, Reichsschuld 37 483 500 Mk., Rechnungshof 555 048 Mk., All­gemeiner Pensionsfonds 34 510 836 Mk., Reichs- Jnvalidenfonds 26 174 843Mk.,zus. 806 425 490Mk. Die einmaligen Ausgaben setzen sich zusammen: Auswärtiges Amt 604 000 Mk., Reichsamt des In­nern 398 189 Mk., Post-und Telegraphenverwaltung 5 988 860 Mk., Reichsdruckerei 719 000 Mk., Ver­waltung des Reichsheeres 18 940 012 Mk., Marine­verwaltung 9 062170 Mk., Reichsjustizverwaltung 450 000 Mk., Reichsschatzamt 145 900 Mk. und Fehlbettag des Haushalts des Etatsjahrs 1887/88 22 696 484 Mk., zusammen 58 554 615 Mk. Die Summe der fortdauernden und einmaligenAusgaben des ordentlichen Etats beträgt sonach 864 980105 Mk. Es ergiebt mithin der Entwurf zum Reichshaushalts­etat pro 1889—90: Nach Ausscheidung des außer­ordentlichen Etats von 84,123,882 Mark verbleiben 864,980,105 Mark. Ausgaben mit gleich hoher Deckungssumme bei den ordentlichen Einnahmen. Von letzteren sind 281,440,000 Mark als lleberweisungen an die einzelnen Bundesstaaten aus den Einnahmen an Zöllen, Tabaksteuer, Branntweinsteuer und Stempel­abgaben in Ausgabe gestellt, so daß für den eigenen Haushalt des Reichs 583,540,105 Mark verbleiben. Darunter sind die Mattikularbeiträge mit 221,140,567 Mark, das sind 1,765,108 Mk. mehr als im laufen­den Etatsjahre, enthalten.

— Dem Etat des Auswärtigen Amtes ist eine Denkschrift betreffend bie finanzielle Verwaltung ber drei westafrikanischen Schutzgebiete und den Zuschuß des Reiches für das südweftafrikanffche Schutzgebiet beigegeben. Derselben ist folgendes zu entnehmen: „Die finanzielle Verwaltung der drei westafrikanischen Schutzgebiete regelt sich nach dem bei Gelegenheit der Feststellung der früheren Reichshaushaltsetats

(Fortsetzmtg.) •

6. Kapitel. '

Selten hatte eine schönere »nd lieblichere Brant als Elisabeth Waldheim am Altar der alten Haupt- kttche gestanden und seltener noch hatte ein Prediger an dieser Stelle herzlichere und bewegtere Worte ge­sprochen, als der ehrwürdige Geistliche, welcher schon i|re Eltern getraut, fie getauft »nd konsumiert nni Mn auch ihre Verbindung mit Gustav Escheubach ringest gnet batte. Tief gerührt hatte das Brautpaar nnd, soweit feine Rede gedrungen, die Anwesenden ihm zugehört, denn mehr als sonst bei einer Trauung war nie die Kirche mit Andächtigen, Teilnehmenden Und Neugierigen angefüllt gewesen. Nachdem Gustav Wb Elisabeth Eschenbach bie Glückwünsche ber Hochzeitsgäste, bie ihnen in herzlicher Weise bärge» bracht würben, entgegengenommen, reichte der Ehe- »an» seiner Gattin den Arm, um fie a»S der Kirche, in der die Dämmerung bereits begann, »ach bem

isser :hmert ine uv- Wohl iPf.b«9 feg 34

angenommenen Grundsatz, wonach die lokalen Aus­gaben aus den in den Schutzgebieten aufkommenden Einnahmen zu bestreiten sind und nur insoweit, als die letzteren zur Deckung der bezeichneten- Ausgaben nicht ausreichen, ein Reichszuschuß eintritt. Für das Etatsjahr 1889/90 werden das Kamerungebiet und das Togogebiet eines solchen Zuschuffes nicht be­dürfen, da die Lokaletats dieser Schutzgebiete in Einnahme und Ausgabe — mit Mk. 190 500 be­ziehungsweise Mk. 80 000 — balancieren. Dagegen bleibt das südwestafrikanische Schutzgebiet, für welches bei der Unfertigkeit der dortigen Berhältniffe bisher Verordnungen wegen Einführung von Zöllen oder anderen Einnahmequellen nicht zur Ausführung ge­langen konnten, für das nächste Etatsjahr noch auf die Subvention des Reiches angewiesen. Nach ber speziellen Aufstellung beläuft sich der Zuschußbedarf für dies Schutzgebiet auf Mk. 102 000. Es ergiebt sich demnach außer den bei den früheren Zuschuß­forderungen veranschlagten sachlichen Ausgaben von Mk. 22 000 ein Mehrbedarf von Mk. 80 000. Bezüglich des Verwendungszweckes dieser Summe ist folgendes zu bemerken: Als Amtssitz für den Kaiserlichen Kommissar im südwestafrikanischen Schutz­gebiete ist seinerzeit Otyimbingue im Herero-Lande gewählt worden, well dieser nördliche Teil des Schutzgebiets wirtschaftlich die größere Bedeutung hat. Der Kommissar konnte jedoch von Otyimbingue aus auf die Gestaltung der Berhältniffe in dem südlichen Teile des Schutzgebietes, dem Namaqua- Lande, infolge der großen Entfernungen bisher keinen genügenden Einfluß ausüben. Eine Handhabung der Gerichtsbarkeit und Polizei, soweit sie Sache des Kommiffars ist, war unmöglich. Die friedlichen und deutschfreundlichen Häuptlinge des Namaqua- landes konnten in ihren Bemühungen zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung nicht unterstützt werden. Unter diesen Umständen ist die baldige Stationierung eines vom Reichskommissar reffortierenden Beamten im Namaqualande Bedürfnis. Des Weiteren muß in beiden Teilen des Schutzgebiets auf eine Ver­mehrung der Polizeimacht Bedacht genommen werden. Die deutschfreundlichen eingeborenen Streitttäfte werden mit Hülfe geeigneter, dem deutschen Unter­offizierstande zu entnehmender Instrukteure zweckmäßig zu organisieren, sowie mit Waffen und Munition zu versehen sein. Alle diese und sonstige zur Stärkung der Exekutive in beiden Teilen des Schutz­gebiets erforderlichen Maßregeln werden nach dem gemachten Anschläge einen Kostenaufwand von im ganzen Mk. 80 000 beanspruchen."

Zähren «meint Erian- rügen, züglich Haut- echten, [5888 Herr« markt.

nehmen auf die

Overhesfische Zeitung nebst Kreisblatt X für dir Kreise Marburg «nd Kirchhai« und F

. Illustriertes Sonntagsblatt «T sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition noch fortwährend entgegen. Die Exped. der Oberh. Zeitung.

n, US gt» (7076 aus), nafiit )0 Pi ittee

[Nachdruck verboten.^

Die Villa am Vhein.

Original-Novelle von M ary Dods owe N '

Pfg, )6 . w „ (7123 lild

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Nov. Tie besonders herzliche und ftierliche Weise, mit welcher der russische Thron­folger hier von Kaiser Wilhelm empfangen wurde, ist allgemein sehr bemerkt worden, Tie Begleitung 6er Einfahrt durch Kavallerie - Abteilungen ist, wie die ,Nat.-Ztg." hervorhebt, ein sonst nur außer­ordentlich selten geübter Brauch. Die Teilnahme des Kaisers an dem Abendeffen in der russischen Botschaft ohne vorherigen Besuch des Thronfolgers im Kaiserlichen Schloß beweist, wie sehr der freund- schastliche Charakter des Aufenthalts des russischen Thronfolgers dahier in den Vordergrund gerückt werden sollte. — General v. Sch lot heim, Kom­mandeur des 11. Armeekorps wird, wie dem „Hamb, f Corr." gemeldet wird, seinen Abschied nehmen. — Der Reichshaushalts-Etat sür 1889/90 liegt nunmehr im Druck vor. Der Etat balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 949103 987 Mark; von den Ausgaben entfallen 806 425 490 Mk. auf fortdauernde, 58 554 615 Mk. aus einmalige Aus­gaben des ordentlichen Etats und 84123 882 Mk. aus einmalige Ausgaben des außerordentliche» Etats. Diese letzHedachte Summe umfaßt die auf besondere Deckungsmittel verwiesenen Ausgaben. Es setzen sich diese vorerwähnten 84 123 882 Mk. zusammen «s 500 000 Mk. sür den Reichstagsbau, 73 570 176 Mark einmaliger Ausgaben für Rechnung der Ge­samtheit der Bundesstaaten, 4 933166 Mk. ein- mliger Ausgaben für Rechnung der Gesamtheit der Bundesstaaten mit Ausschluß von Bayern, '1560 000

Seife M merie«

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blatte«, sowie d. Annoneen-Bureanx von Haas«Kein nnd Bögler

™L Jahrgm»,.

Dauben.io.m Frankfurt a.».,Berlin, Hannover Bari«.

verden -rund, frage» E 5, (6942

eld lurch

Ausland.

Rom, 23. Nov. Dem „Osservatore" zufolge könne die Nachricht, ber Papst würde im Falle eines Krieges, woran Italien aktiv teilnähme, Rom verlassen, weder bestätigt, noch bementiert werden. Das Richtige könne mit der Annahme gettoffen werben, daß wirklich der Tag kommen könne, wo der Papst, wenngleich mit Bedauern, Rom verlaffen werde; dieses würde geschehen, wenn die Lage des Zapstes sich so gestalten sollte, daß demselben keine ireiheit zur Aktion und Kommunikation mit der acholischen Welt bleiben sollte.

Paris, 23. Nov. Mehrere konservative und boulangistische Blätter beschuldigen die Regierung, anläßlich der am 2. Dezember stattfindenden Kund­gebungen um Grabe Baudm's einen Staatsstreich zu beabsichtigen. Man werde einen Konflikt Hervor­rufen, indem man ein Komplott gegen die öffentliche Sicherheit vorspiegele. Die Führer der konservativen und boulangistischen Parteien würden dabei verhaftet und zur Aburteilung vor ben Senat gestellt narben. — Die friedliche Thronrede des deutschen Kaisers hat in Paris den besten Eindruck gemacht, zumal man dank den Verdächtigungen ber Hetzprefse eine andere Sprache gefürchtet hatte. Ein gutes Zeichen dafür war auch, daß die Börse die Rede in keiner Weise für ihre Zwecke auszunutzen verstand. — Dem Matin zufolge wird der Armee-Ausschuß der Kammer der von Freycinet beabsichtigten Errichtung von 16 neuen Vatterieen keine Schwierigkeiten entgegensetzen. Diese Batterieen sind als Ersatz für die den Armee­korps entnommenen 12 Batterieen zur Verteidigung der Alpengrenze und die 4 nach Korsika und Tunesien gesandten Batterieen bestimmt. — Der Kammer­ausschuß für Zollangelegenheiten verwarf heute den Antrag Ricard's, die in Frankreich zur Verfertigung von Aepfelweiu eingeführten Aepfel und Birnen mit einem Eingangszoll zu belegen, mit der Begründung, daß wegen der bestehenden Hundelsverttäge, die erst 1892 ablaufen, ein solcher Zoll nicht erhoben werden könne. Kersansson meldete den Antrag an, ben Eingangs­zoll auf Aepfelweiu von 1 Fr. auf 3 Fr. zu erhöhen.

Sei» Gesicht umbüfierte sich ur.b traurig blickte er auf baS schöne junge Wesen, da« vor wenigen Stunden neben ihm am Traualtar gestanden nnb bem offenbar das erste, waS zum Glück ihres ehe­lichen Lebens erforderlich mar, das Vertrauen zu ihm abging. Elisabeth hatte sich in die Wagenecke ge­lehnt nnb schien im Begriff zn spreche», als der Schaffner die Thür öffnete »nd ihr eine» Brief mit bei Bemerkung überreichte, daß er ihn von einem Herrn für Fran Eschenbach erhalten, nnb sich bann schnell entfernte.

Elisabeths Wangen färbten sich dnnkelrot, nm bann toteber tätlich zu erbleichen. Sie betrachtete ben Brief, schien unschlüssig was zu ihn», öffnete bann aber bas Konvert. Ja biefem Moment setzte sich ber Zug in Bewegung unb fuhr bald mit einer Schnelligkeit, die e8 ihr unmöglich machte, den Inhalt zu lesen, ohne sich der Lampe zu nähern. Dan» kam der Schaffner, um die Billete zu revidieren unb seinem freigebigen Fahrgast nochmals zu versichern, daß er unb die Dame allein bleiben würden, worauf er die Thür wieder schloß.

Elisabeth hatte unverwandt auf die Abreffe deS Briefes geblickt, die eiligst nnb, wie bie Tinte zeigte, kurz zuvor geschrieben war nnb wenngleich fie die Handschrift nicht kannte, wußte fie doch, von wem er gekommen. Endlich ben Blick erhebend, sah fie in die ernsten tranigen Augen ihres Gatten und ihm ben Brief reichend, sagte fie ruhig:

„LieS ihn, Gustav. Ich habe vor Dir kein Geheimnis!'

Er nahm baS Papier, faßte aber zugleich ihre Hanb nnb sagte in herzlichem Tone:

„Doch', Elisabeth, Du verbirgst mir etwas, daS । Dich in schrecklicher Weise aufregt, währeub ich doch gehofft, Dein Verbauen zu besitze».'

' ‘ (Fortsetzung folgt)

Köcheufiiche Beilage,: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg al Kirchham. - Illustriertes Sonntagsblatt

I • -.'.s#/ Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und «erlag von 3oh. Lug. koch.

| Erscheint täglich außer an Werktagen nach isonn^und ”

! ' ••• „ Feiertagen. QUartal-Lbonn-meutS-PreiS bet der Sxpe- v

j >0 £‘ Kion2i/.Mt, bei den Postämtern 2 Rk. 50 Pfg. (exll. .00o

u w ta*---—-- Bestellgeld. ^iertionSg-bühr für die gespaltene Zeile Sonntag, 25. November 1888.

”*10 af£. ÜMUnwe fftr bte Reife » tf» ? v °

Erstes Blatt