Einzelbild herunterladen
 

feJta 277

it

uptag;

Deite

nnb einen immer günstigeren Eindruck von ihm erhielt.

8. Ju»

ose

tark.

on

und

»

lbCTTr

schenk

35 (XX

20 (XX

echte auch wird it der

nter die

(A e 5 ca

haus ver-

i der fahr,, denn hung

en- hrem

von 7108

ge­lten

ende eder echt-

l von

8S<

t

j gr-1

mit pftrn Lloi

Lage der Reichsfinanzen. Infolge der in den letzten Jahren unter Ihrer Mitwirkung eingeführten Re­formen auf dem Gebiete der Zölle und Verbrauchs­steuern lassen sich Mehreinnahmen erwarten und auf Grund derselben werden nicht nur zur Erfüllung der unabweislichen Aufgaben des Reichs neue Mittel bereitgestellt werden, sonderst es können auch den Bundesstaaten erhöhte Ueberweifungen -für ihre Zwecke in Aussicht gestellt werden.

Mit Freude begrüße Ich die Anzeichen eines Aufschwungs auf verschiedenen Gebieten wirtschaft­licher Thätigkeit. Ist auch der Druck, welcher auf der Landwirtschaft lastet, MH nicht gehoben, so erhoffe Ich doch im Hinblick auf die neuerdings 'eingetretene Möglichkeit einer höheren Verwertung einzelner landwirtschaftlichen Eyeugniffe eine Besserung auch dieses wichtigsten Zweiges unseres wirtschaft- llchen Arbeit. M - ..

Der bereits früher angekündigte Gesetzentwurf zur Regelung der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossen­schaften wird Ihrer Beschlußnahme unterbreitet werden. Es steht zu hoffen, daß die Zulassung von Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht, welche der Entwurf vorschlägt, auch für die Hebung des landwirtschaftlichen Kredits sich heilsam erweisen werde.

Einzelne auf dem Gebiete der Krankenwr- sicherung hervorgetretene Mängel bedürfen der ge­setzlichen Abhülfe. Die dazu erforderlichen Vor­arbeiten sind soweit gefördert, daß Ihnen im Laufe der Session voraussichtlich eine entsprechende Vorlage wird gemacht werden können.

wuudeiuug erregte. Gerührt, fast beschämt und keines Kortes fähig, zu ihm ausblickend, umfaßte er sie saust und sagte mit tiefer, bewegter Stimme:

aber er darf Mich nicht hindern, den Anforderungen der Pflicht nach dem Vorbilde Meiner in Gott ruhenden Vorgänger mannhaft und treu gerecht zu werden. Von diesem Pflichtgefühl getragen und das gleiche bei Ihnen ooraussetzend, entbiete ich Ihnen bei der Wiederaufnahme Unterer gemeinsamen Ar­beiten Gruß und Willkommen.

Auf Weinen Reisen, welche Mich in verschiedene Teile des Reichs geführt haben, sind Mir überall, sowohl von Seiten Meiner Hohen Bundesgenossen wie der Bevölkerung die Beweise entgegengetreten, daß die Fürsten und die Völker Deutschlands dem Reich und seinen Einrichtungen mit rückhaltlosem Vertrauen anhängen und in ihrer Einigkeit die Bürg­schaft ihrer Sicherheit finden. Aus solchen Kund­gebungen werden Sie mit gleicher Genugihuung wie Ich Selbst die Ueberzeugung geschöpft haben, daß die im Reich verkörperte Einigkeit tiefe und feste Wurzeln im gesamten Volke geschlagen hat. Es ist Mir Bedürfnis, Meiner dankbaren Befriedigung hierüber auch an dieser Stelle Ausdruck zu geben.

Daß der Anschluß der Freien und Hansestädte Hamburg Bremen an den Zollverband des Reichs nach schwierigen und opferreichen Vorarbeiten nunmehr zur Ausführung gekommen ist, erfüllt Mich mit Genugthuung. Ich erblicke darin eine segensvolle Frucht Unserer einmütigen Bestrebungen. Mögen die Erwartungen, welche sich für das Reich und die beiden bedeutendsten Seehandelsplätze an diese Erweiterung des Reichs-Zollgebiets knüpfen,, in vollem Maße in Erfüllung gehen.

Die Regierung der Schweizerischen Eidgenossen­schaft hat eine Revision des Handelsvertrages zwsschen Deutschland und der Schweiz in Anregung gebracht. Von dem Wunsche geleitet, das bestehende freund- nachbarliche Verhältnis zwischen beiden Ländern auch auf handelspolitischem Gebiete zu bethätigen und zu fördern, bin Ich dem Anträge bereitwillig entgegen­gekommen. Die Verhandlungen sind unter Be­teiligung von Vertretern der der Schweiz benachbarten Bundesstaaten geführt worden und ihr Ergebnis besteht in einer Zusatzübereinkunft, durch welche die vertragsmäßige Grundlage des beiderseitigen Verkehrs erweitert und der Austausch der Erzeugnisse der gewerblichen Arbeit erleichtert wird. Die Ueberein- kunft wird Ihnen nach erfolgter Annahme durch den Bundesrat mit dem Anträge zugehen, derselben Ihre verfassungsmäßige Zustimmung zu erteilen.

Der Haushalt für das nächste Rechnungsjahr wird Ihnen unverweilt vorgelegt werden. Ter Voranschlag giebt Zeugnis von der befriedigenden

[ Eröffnung des Reichstags.

I Berlin, 22. November 1888.

t Nach Allerhöchster Bestimmung des Kaisers, vom . d. Mts., ist der Reichstag heute mittags 12 Uhr I eröffnet worden.

[ Der der Eröffnung vorhergehende Gottesdienst, k welchem Seine Majestät beiwohnte,. wurde für die k evangelischen Mitglieder in der Schloßkapelle abge- | halten und begann um 11 Uhr. Der Ober-Kon- ksistorialrat, Ober-Hosprediger I>. Koegel legte seiner n Predigt den Text Psalm 23 V. 3:Er führet mich Rouf rechter Straße, um seines Namens willen" zu Warunde. Für die katholischen Mitglieder des Reichs- ktags fand um 11V» Uhr in der St. Hedwigskirche leine Segensandocht statt, welche der katholische Feld- Wpropst Bischof D. Aßmann hielt. -

U Nach beendigtem Gottesdienst versammelten sich Ebie Mitglieder des Bundesrats im Marine-Salon, k während die Generale, die Wirklichen Geheimen l Räte, die Räte erster und zweiter Klasse und die L Obersten bezw. Regiments - Kommandeure unter der t Tribüne auf der Lustgartenseite des Weiße» Saales, t die Abgeordneten zum Reichstage aber gegenüber Ebern Throne im Weißen Saale Aufstellung nahmen. kDie Mitglieder des diplomatischen Korps nahmen Di» den Logen Platz, welche sich auf der nach der k Kapelle zu belegenen Tribüne befinden. :

[ Sobald im Weißen Saale die Abgeordneten zum k Reichstage versammelt waren, erschienen die Bevoll- i mächtigten zum Bundesrat und stellten fich links von E dem Throne auf. , ... _

> Der Kaiser erschien hierauf in Begleitung der E hier anwesenden Prinzen des Königlichen Hauses V nebst Allerhöchstem und Höchstem Gefolge und wurde i von der Versammlung mit einem dreimaligen be­geisterten Hoch empfangen, welches der erste Vize-

sNachdruck verboteu.s

Die Villa am «hei«.

Original-Novelle von Mary Dobson.

(Fortsetzung.)

ä JfjiXS

.Darf ich sie erfahren ?' fragte Gustav Eschenbach, sie überrascht anblickend.

Während nun ihm gegenüber die Rätin zum ersten Male ihres Bruders in Batavia erwähnte, von ihrem langen Zwist erzählte und darauf wiederholte, was sie und Elisabeth durch den Brief erfahren, fand in dem Gasthofe, in welchem die Familie Falkenberg fich anschickte, die GerichtSrätin Waldheim aufznsuchen ein ähnliches Gespräch statt.

Der Major hatte, ivdeß seine Gattin noch mit der Toilette beschäftigt war, den Wirt kommen lassen, nm von ihm, da ihm die Gebräuche der Stadt bei feierlichen Gelegenheiten fremd waren, einige Auskunft über dieselben bezüglich der Hochzeit zu erhalten. Dieser hatte die gewünschten Mitteilungen gemacht, einige Bestellungen eutgegeugeuommen und sagte, als eben Frau von Falkenberg dos Zimmer betrat:

»Die Frau Gerichtsrätin und ihre Tochter sollen diesen Nachmsttag eine große Ueberraschuug gehabt haben--"

«Eine Ueberaschung?" fragte der Major.

»Ja, und eS muß wohl etwas Wahres an der Sache fein, denn die Herren, welche im Gastzimmer davon sprachen, wollen sie von Fräulein Waldheims Vormünder vernommen haben!'

Aber erzählen Sie doch das Nähere!' unterbrach ungeduldig die Majorin. ,

,DaS ist bald gesagt, gnädige Frau. Die Ge- rtchtSrätin und ihre Tochter.haben eine jede zweimal» hunderttausend Thaler geerbt!'

»Geerbt?' fragte einstimmig das Ehepaar. »Bon wem aber mag das sein?'

Der Wirt, welcher neben audernTugeudeu seine» Be­rufes auch die der Redseligkeit besaß, berichtete um­ständlich, waS ihm als einem Eingeborenen der Stadt in bezug auf die Sache bekannt war. Er wußte sogar, daß noch zwei amtliche Briefe augekommeu seien, deren Inhalt man erst nach einigen Tagen erfahren werde. Als er abgerufen ward, sachte der Major lebhaft zu seiner Gattin: M ...

zu erhalte». j

Nach Verlesung der Thronrede trat der Vize- Präsident des Staats-Ministeriums, Maats-Minister von Bötticher, vor den Thron und erklärte den Reichstag für eröffnet.' sim/ ;ui

Der Kaiser verließ darauf unter erneutem'drei­maligem Hoch der Versammlung, ausgebracht von dem Königlich bayerischen Gesandten, Grafen von Lerchenfeld - Koefering, in Begleitung der Prinzen des Königlichen HausH, huldvoll grüßend den Weißen Saal." ' -- kss»>

Köchentuchc Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain

Expedition? Markt 21. Reaktion, Druck und Setlag von J»h. lag. Koch.

Illustriertes Sonntagsblatt.

_____________ K

Weg zur Erreichung dieses Zieles in Vorschlag bringt.*« = *'* 1 -'"A

Untere afrikanischen Ansiedelungen haben das Deutsche Reich an der Aufgabe beteiligt, jenen Welt­teil für christliche Gesittung zu gewinnen. Die Uns befreundete Regierung Englands und ihr Parlament haben vor hundert Jahren schon erkannt, daß die Erfüllung dieser Aufgabe mit der Bekämpfung des Negerhandels, und der Sklavenjagden zu beginnen hat. Ich habe deshalb eine Verständigung zunächst mit England gesucht und gefunden, deren Inhalt und Zweck Ihnen mitgeteilt werden wird. An die­selbe werden sich weitere. Verhandlungen mit an­deren befreundeten und beteiligten Regierungen und weitere Vorlagen für den Reichstag knüpfen.

Unsere Beziehungen zu allen fremden Regierungen sind friedlich, und Meine Bestrebungen unausgesetzt dahin gerichtet, diesen Frieden zu befestigen. Unser Bündnis mit Oesterreich und Italien hat keinen anderen Zweck. Die Leiden eines Krieges, und selbst eines siegreichen, ohne Not über Deutschland zu verhnngen, würde Ich mit Meinem christlichen Glauben und mit den Pflichten, die Ich als Kaiser gegen das deutsche Volk übernommen habe, nicht verträglich finden. In dieser Ueberzeugung habe Ich es als Meine Aufgabe angesehen, byld nach Meinem Regierungsantritt nicht nur Meine Bundes­genossen im Reich, sondern auch die befreundeten und zunächst benachbarten Monarchen Persönlich zu begrüßen und mit ihnen die Verständigung zu suchen über die Erfüllung der Aufgabe, die Gott Uns ge­stellt hat, Unfern Völkern Frieden und Wohlfahrt zu sicher», soweit dies von Unserem Willen abhängt. Das Vertrauen, welches Mir und Meiner Politik an allen von Mir besuchten Höfen entgegengekommen ist, berechtigt mit zu der Hoffnung, daß es Mir und Meinen Bundesgenossen und Freunden mit Gottes Hülfe gelingen werde, Europa den Frieden

'wunocn Uuu tyn uuau ihihuhcvcu«,

sagte die Rätin zn ihrem Schwiegersöhne:

»Heutevor kaum einer Stunde hat schon Elisabeth ttanu rwartetts HochzeitSgeschenk bekommen, denn wir haben heute eine so unerwartete Nachricht erhallen.'

Verwandte zu sehen, wie ich Sie bitte, mich als einen solchen betrachten zu wollen.'

Diese Begrüßung erschien Elisabeth natürlicher mrd ihre Hände in die deS Majors legend, beant­wortete sie freundlich dessen Anrede, während fie die seiner Gattin schweigend angehört. Daun wurde Hermine Stein vorgestellt und hatte fich von der Majorin einer besonderen Anrede zu erfreuen und nach dieser forderte die Hausfrau ihre Gäste auf, Platz zu nehmen. Kaum hatte der kleine «reis sich niedergelassen und die Majorin auch gegen die Rätin ihre Liebenswürdigkeit zn entfallen begonnen, als die übrigen Gäste erschienen und neue Vorstellungen und Begrüßungen erfolgten. Als man einigermaßen be­kannt geworden, kam auch die Erbschaftsaugelegen- heit zur Sprache und der Bürgermeister wollte das unerwartete Ereignis erzählen als der Major erwiderte:

»Wir haben bereits hn Gasthause davon gehört und freuen uns sehr, die Thatsache, welche hierorts sckon da» allgemeinste Interesse erregt, bestätigt zu finden.'

Diese arglos gesprochenen Worte trafen Elisabeth gleich einem Blitzstrahl und plötzlich ward ihr die große Zärtlichkeit ihrer Schwägerin klar. Diese galt also nicht ihrer Persönlichkeit, nicht der Brant ihre» Bruders, sondern dem vielen Selbe, das sie jetzt das rhrige nannte und ohne baß fie in deren Augen nur ein armes der Beachtung kaum würdiges Mädchen gewesen wäre. Sie bemühte fich indeß, das bittere Gefühl und die augenblickliche Verstimmung, welche sich ihrer bemächtigte, zu unterdrücken, um äußerlich unverändert zu erscheinen und fie vermochte, tiB über sich, der lebhaften Unterhaltung der Majorin, während fich ihr Verlobter mit ihren Vormündern besprach, ein williger Ohr zu leihen und fich immer wieder von ihr versichern zu lassen, wie glücklich sie fich ühle, fie ihre nächste Verwandte zn nennen.

X Ersetzung fcht.)

-Iz'rlzätznrttmckrrK M/chf-wm ff

Als der kleine Kreis Platz genommen, wo Hermine den Verlobten ihrer Freundin aufmerksam betrachtete

zog dieser aus seiner Brusttasche ein umfangreiches Packet hervor, und sagte, eS seiner Brant Übergebend, Reid» in ernstem bedeutungsvollem Tone:

stattet »Erlaube mir, meine theure Elisabeth, Dir schon

heute dies Andenken an den Tog unserer ehelichen monC Verbindung zu Überreifen!'

Sie nahm eS und löste die Umhüllung von dem bnnkelroten Sammetetui. Da strahlte ihr ein Diamaut- schwuck entgegen, dessen Funkeln fie einen Augenblick blendete und der Rätin und Herminens laute Be-

arantii (6631

nnt

»Elisabeth, dies ist der Brautschmuck meiner Mutter gewesen, den fie kurz vor ihrem Ende mir mit der Weisung übergeben, ihn einstmals in die rot» Hände derjenigen zu legen, die meiner Ueberzeugung vach die Würdigste ihn zu besitzen sei. Dies habe ich jetzt gethan, trage also die Diamanten auch der theureu Verewigten zum Andenken!'

ücken. »Gustav!' mehr vermochte Elisabeth nicht Über Masche $Ie Lippen zu bringen, aber ihre Augen blickten ihn enftäci dem Ausdruck innigsten Tankes entgegen, während oder 8 bie Rätin und Hermine gerührt auf Beide sahen und ceche«« letztere die Zukunft ihrer Freundin in Gustav Eschen.

und, bachr Liebe und Schutz sicher geborgen glaubte. Der 3°ni* kostbare Schmuck ward auch von ihnen betrachtet und chrtiro bewundert und ihn dann ihrer Tochter znrückgebend,

Als ein teures Vermächtnis Meines in Gott ruhenden Herrn Großvaters habe Ich die Aufgabe übernommen, die von Ihm begonnene sozialpolitische Gesetzgebung fortzuführen. Ich gebe mich der Hoff­nung nicht hin, daß durch gesetzgeberische Maßnahmen die Not der Zeit und das menschliche Elend sich aus der Welt schaffen lasse», aber Ich erachte eS doch für eine Aufgabe der Staatsgewalt, auf die Linderung vorhandener wirsschaftlicher Bedrängnisse nach Kräften hinzuwirken und durch organische Ein­richtungen die Bethätigung der auf dem Boden deS Christentums erwachsenden Nächstenliebe als eine Pflicht der staatlichen Gesamtheit zur Anerkennung zu bringen. Die Schwierigkeiten, welche sich einer auf staatliches Gebot gestützten durchgreifenden Ver­sicherung aller Arbeiter gegen die Gefahren des Alters und der Invalidität entgegenstellen, find groß, aber mit Gottes Hülfe nicht unüberwindlich. Als die Frucht umfänglicher Vorarbeiten wird Ihnen ein Gesetzentwurf zugchen, welcher einen gangbaren

»ES soll mich wahrlich wundem, wie eS fich mit dieser unerwarteten Erbschaft verhält! Da würden ja Mutter und Tochter eine sehr bedeutende Summe bekommen.

»Gewiß", rmterbrach bie Majorin, deren Züge indeß kaum Freude verrieten. Man kann bann doch wenigstens nicht sagen, baß Gustav ein arme» Mädchen geheiratet!'

Sie begaben sich daraus nach der Wohnung der Rätin, welche Fran v. Fal fenberg mit einiger Spannung betrat, denn fie war sich bewußt, ihrer Schwägerin weniger freundlich geschrieben zu haben, als es ihre Pflicht und Höflichkeit erfotbete. Erstere empfing sie freundlich, doch mit ruhiger Würde. Gustav Escheubach stellte fie darauf vor und bemerkte mit Genugthuung, daß sein Schwager und seine Schwester mit unverkennbarer Bewunderung, die indeß auch Neugierde war, ans seine Braut blickten. Kaum aber hatte er das letzte Wort gesprochen, als die Ma. jorin Elisabeth in ihre Arme schloß, einen Kuß auf ihre weiße Stirn drückte und im Tone tiefer Em. pfiuduug sagte: ;......

»Meine theure Elisabeth, wie lange habe ich mich auf diesen Auge-blick gefreut! Ich habe nie eine Schwester besessen, und bin unbeschreiblich glücklich, in Dir eine solche zu finden.'

Elisabeth wußte nicht, wie ihr geschah, und traute auch ihren Ohren kaum, denn wie hätte sie eine An­rede, wie diese erwarten können? Auch ihr Verlobter war überrascht, schrieb aber die herzliche Begrüßung seiner Schwester dem Eindruck der Anmut und Schön­heit seiner Braut zu, und freute fich über die Au- erkeunnng, welche ihr geworden.

Der Major von Falkeuderg war ehrlicherer Natur als seine Gattin. Er reichte Elisabeth beide Hände und sagte in herzlicher Weise:

»Gestatten Sie auch mir, Fräulein Waldheim, Ihnen meine Freude auSznsprecheu, Sie als die Braut meines lieben Schwagers kennen zn lernen, erlauben Sie auch mir fortan, $ Ihnen eine liebe

... , 'j ;-JU j ttgrs-rz

der Expe- Marburg, sowie b. Aimoncen-Biuceaux

*^^10tMeeUe Sonnabend, 24. November 1888. Ä*£2! Jahrgang.

10 Big.. R-klamn, für bie Beite 25 Psg. Daube u. Lo. m Frankfurt a. Berlin, Hannover Pari».

|| Präsident des Reichstags, Abgeordneter Dr. Buhl, ausbrachte.

Der Kaiser geruhte demnächst, aus der Hand des Bize-Präsidenten des Staats-Ministeriums, Staats- Ministers von Boetticher, die Thronrede entgegen­zunehmen und, das Haupt mit dem Helm bedeckt, dieselbe zu verlesen, wie folgt: . ,.

Geehrte Herren! .V:i ...

Als Ich Sie beim Antritt Meiner Regierung zum erstenmale begrüßte, standen Sie mit Mir unter dem Eindruck der schweren Schickungen, welche Mein Haus und das Reich im Laufe dieses Jahres Zerfahren haben. Der Schmerz über diese Verluste wird bei dem lebenden Geschlechte nie ganz erlöschen,