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Wöchentliche Beilage«: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain. - Illustriertes Sonntaasblatt.

Expedition- Markt 81. — Redaktion, Druck und Lerlag von Joh. Auq. -och. ,y® "

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die deutsch - freisinnige Presie, indem sie in der pietätlosesten Weise den toten Kaiser gegen seinen Sohn auszuspielen suchte, sich eines Aktes der Felonie schuldig machte, welcher notwendig die Gefühle des Kaisers verletzen mußt/. Vor der Wahrheit hält Heuchelei und Lüge nicht Stich, auch nicht die zu Wahlzwecken erheuchelte Loyalität und Königstreue.

Auf ihrem Zimmer augekommen, weinte Käthchen lange still für sich; die Thräneu erleichterten ihr Herz. Sie dachte an das Glück, das ste bisher an der Seite ihres Verlobten genossen, an eine glückliche Zukunft und lächelte, sich selbst unbewußt; bald aber fuhr sie wieder aus diesem süßen Traum auf und empfand dann in verdoppeltem Maße den Schmerz und die Hoffnungslosigkeit des Augenblicks.

Die Minuten und Stunden schliche» ihr «ueudlich langsam dahin. Was hatte ihr Stephan noch zu sagen? Konnte sein Vorschlag ihn und sie zum Glücke führen? Diese Ungewißheit lastete drückend auf ihrem Herzen. Draußen breitete sich eine warme, weiche Frühlingsnacht, von sanftem Mondschein erleuchtet, über Garten und Feld; es war bald zehn Uhr.

Käthchen schlug einen leichten Mantel um, 6er» lüllte ihr Haupt und verließ ihr Zimmer, in dem sie, um allen Verdacht zu vermeiden, das Licht brennen gelaffen hatte. Leise stieg sie die Treppe hinab und verließ das HauS durch die zum Garten führende Htnterthür; ein paar Minuten saß sie, wartend und ehmnd, wie damals, auf der Bank in der Wein» laube, — aber dieses Mal war Käthchen noch viel erregter und ihr Herz klopfte noch um vieles lauter und schneller.

Wie damals ließ sich bald ein Geräusch, von vorsichtigen Schritten verursacht, au der Gartenmauer vernehmen, und wenige Augenblicke später saß ber Coruet neben Käthchen auf der Bank.

Zuerst erzählte er ihr die ganze Unterredung, die • tr mit ihrem Vater am Vormittage gehabt hatte, um ihr zu beweisen, daß ihre Sache ganz hoffunugS- oS geworden f t, falls sie sich nicht auf ihn aüeirr verlasse. Das arme Käthchen wußte das Letztere bereits wld war zu Letzterem entschlossen. Such sie teilte bem Geliebten mit, daß der Vater bei ihrem heißen Flehen unbeugsam geblieben sei, nnb daß er sie schon in den «achsten Tagen von Neuenrode fortführen wolle. — ste wisse nicht einmal, wohin.

.Du weißt, Käthchen", meinte der Gras, »daß

-er Kaiser rm- die freisinnige Presse.

Der Kaiser hatte die Gelegenheit bei der Ueber- reichung eines Huldigungsgeschenkes und einer ent­sprechenden Adresie seitens der Berliner städtischen Behörden wahrgenommen, um sein Mißfallen über das Hineinziehen der Person und des Andenkens Kaiser Friedrichs in die Wahlagitation und den Miß- Kauch des Namens des Letzteren zur Bekämpfung der von ihm befolgten Regierungspolitik zu äußern und daran eine eindringliche Mahnung zur Besserung zu knüpfen. Obwohl nun kein Zweifel darüber be­stehen konnte, daß diese Mahnung ausschließlich an die deutschfreisinnige Presse gerichtet war, welche in der pietätlosesten Weise den Namen Kaiser Friedrichs als Sturmbock gegen die Regierung seines Sohnes und die zur Unterstützung derselben bereiten Parteien zu gebrauchen versucht hatte, wurden von dieser Presse nach einem offenbar vereinbarten Plane die kaiser­lichen Worte dahin mißgedeutet, als ob sie gegen >ie Presse der nationalen Parteien gerichtet seien welche doch nur gegen einen derartigen Mißbrauch des Andenkens Kaiser Friedrichs Front gemacht hatte. Dieses Manöver fand nicht nur, wie vorauszusehen, die volle Unterstützung der klerikal-demokratischen Presse, sondern auch einige hochkirchlich-konservative Blätter gaben sich unbegreislicherweise dazu her, der steisinnigen Presse dadurch zu sekundieren, d«ß sie den kaiserlichen Worten eine gegen die ihnen un­bequemen Reden des Grafen Douglas und des Herrn von Benda gerichtete Spitze andichteten, oder die ihnen nicht minder unbequme Presse der anderen nationalen Richtungen als mit­betroffen auszugeben versuchten. Ob man sich selbst aus dem Leserkreise dieser Presse, bei welchem sich bekanntlich weit mehr als anderwärts Mangel an eigenem selbstständigem Denken und blinde Hinnahme der von seiner Presse vertretenen Auffassungen findet, durch solche Ausstreuungen hinter das- Licht führen ließ, steht dahin; jedenfalls bewahrheitete sich auch in diesem Falle das Sprüchwort, daß Lügen kurze Beine haben. In der Sonnabendnummer des .Reichsanzeigers" wird mit der größten Bestimmtheit erklärt, daß jene Kaiserliche Mahnung sich aus­schließlich an die Adresse der freisinnigen Berliner Presse richtet. Damit ist denn dem Versteckspiel ein rasches Ende bereitet. Noch heucheln zwar einzelne Blätter dummdreister Weise nicht zu wiffen, - worauf der Tadel sich gründet. Allein es wird nicht gelingen, die Maske festzuhalten. Jedermann tst es jetzt vielmehr über jeden Zweifel klar, daß

aus längere Zeit verlassen. Ich weide nie grausam gegen das Herz meiner Tochter handeln und ste zu einer anderen Ehe zwingen, das verspreche ich Ihnen; bleiben Sie und Käthchen so lange einander treu, bis Sie ihr die Hand reichen dürfen, so werde ich Euren Bund von Neuem segnen. Das ist mein letztes Wort, Herr Graf, und hier meine Hand, die ich Ihnen mit dem Bewußtsein reiche, als Ehrenmann und nach Vaterpflicht gehandelt zu haben."

Der Coruet fühlte sich überzeugt, daß an dieser Stelle nichts mehr zu thuu sei; er konnte Herrn Georg nicht einmal zürnen, denn in dem Sinne eines vorsorglichen, der Leidenschaft fernen Vaters handelte er richtig. Er ging rasch auf ihn zu und drückte, keines Wortes mächtig, die ihm gebotene Hand, dann stürzte er aus dem Hause, warf sich auf sein Pferd und sprengte im Galopp durch das Dors fort.

Schweren Herzens setzte sich Herr Georg wieder nieder und wollte sich eben auf die Unterredung mit 'einer Tochter vorbereiten, als die Thür heftig ge­öffnet wurde uud Käthchen, leichenblaß und mit von Thronen überströmten Augen, auf ihn zueilte und ihm, ehe er es verhindern konnte, zu Füßen sank.

Sie hatte den Hufschlag des galoppierenden fferdeS vernommen und bald von einem Diener die kftätigung ihrer bangen Befürchtung, daß Graf Zarnicki fortgeritten sei, erhallen.

Eine herzzerreißende Scene entwickelte sich zwischen Vater uud Tochter. Vergebens flehte Käthchen und chwur, daß ihr ganzes Glück und Leben an -ben Grafen gefesselt sei, Herr Georg war bis zu Thräneu gerührt, aber dadurch, daß er seiner Tochter nochmals die ganz richttgen Gründe entwickelte, die seinen E»t- chluß gebieterisch forderten, bestärke er sich selbst in der Notwendigkeit beS letzteren nur noch mehr, l ebrigenS sagte er zum Tröste, wenn eS überhaupt ein Trost genannt werden konnte, dasselbe, waS er >em Grafen versprochen hatte, daß er später, wenn ch die Berhälluisse anders gepalten sollten, ihren

Wünschen freie« Lauf lassen wolle. -

Deutsches Reich.

Berlin, 5. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht eine Eingabe der in Belfort gemiß- handelten Studenten an den Reichskanzler, wonach läut Erlaß des badischen Justizministers vom 23. Oktober derselbe die Belforter Angelegenheit, soweit sie das diesseitige Ministerium berühre, für erledigt hält, nachdem alle Bemühungen, einen französischen Rechtsanwalt zur Vertretung der Studenten zu ge­winnen, erfolglos geblieben seien. — Die von dem Geheimen Rechnungs-Rat Kleinschmidt, Bureau-Di­rektor des Hauses der Abgeordneten, alljährlich ge­fertigten Uebersichten über die Geschäftsthätigkeit des Hauses der Abgeordneten sind für die letzte ordentliche und außerordentliche Session erschienen. Die ersteren sind m der bisherigen Art mit be­kannter Sorgfalt angefertigt und zerfallen in die Rednerliste, die Uebersicht über den Staatshaushalts- Etat und die Hauptübersicht. Die Rednerliste ergiebt den Tag, an welchem, sowie den Gegenstand, über welchen jeder einzelne Redner gesprochen hat, unter Hinweis auf die betreffenden Seiten der stenogra­phischen Berichte. Die Etatsübersicht macht die be­züglichen Anfragen. Anträge und Verhandlungen er­sichtlich und weist bei den verschiedenen Verwal­tungen sämtliche Etatstitel mit ihren Beträgen speziell nach. Die alphabetisch geordnete Hauptübersicht um­faßt, abgesehen von dem Staatshaushalts-Etat, alle zur Erörterung gelangten Gegenstände, unter Dar­legung des Verlaufs der Beratung. Die Regierungs­vorlagen, sowie die Anträge zu denselben sind darin in ihrem Wortlaut übernommen und die Verhand­lungen über ehr und denselben Gegenstand, auch wenn dieselben zu verschiedenen Zeiten und bei ver­schiedenen Gelegenheiten stattgesunden haben, auf einer Stelle verzeichnet. Zu der Hauptübersicht ge­hört ein besonderes Inhaltsverzeichnis, welchem eine Gesamtüberficht der Beratungsgegenstände beigefügt ist. — Die prinzipiell wichtige Frage, ob ein Vor- chußverein zur Zahlung von Kommunalsteuern heran­gezogen werden kann, ist, nach dem .B. Tgbl.", dieser Tage endgiltig zur Entscheidung gelangt. Der Magistrat zu Löwen (Schlesien) veranlagte den dor­

tigen Vorschußverein zur Kommunalsteuer. Mit seinem dagegen erhobenen Einspruch abgewiesen, klagte der Verein gegen den Magistrat auf Frei­lassung von dieser Steuer, weil sein Geschäftsbettieb nicht über den Kreis seiner Mitglieder hinausgehe, da er Spareinlagen von Nichtmitgliedern nur zum Zweck der Befriedigung des Kreditbedürfnisses seiner Mitglieder angenommen habe. Der BezirEausschuß schloß sich dieser Ansicht au und erkannte auf Frei­lassung des Vorschußvereins von der Zahlung der Kommunalsteuer. Auf die vom Magistrate bean­tragte Revision hat nunmehr das Ober-Verwaltungs- gericht das Urteil des Bezirks-Ausschusses bestätigt, weil nach Einsicht der Geschäftsbilanzen erwiesen sei, daß der Geschäftsbetrieb des Vorschußvereins in der That keinen das Kredftbedürfnis seiner Mit­glieder übersteigenden Umfang angenommen habe; wegen der Annahme von Spareinlagen Dritter könne der Verein aber auch nicht für kommunalsteuerpflichtig erachtet werden, weil dieselben im Wesentlichen zur Erreichung von Vereinszwecken notwendig gewesen seien.

lieber die Frage wegen Errichtung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm I. wird, wie bereits verschiedentlich mitgeteilt worden ist, dem Reichstage eine Vorlage zugehen. Dieselbe wird sich wahr­scheinlich nur auf zwei Punkte beziehen, nämlich auf die Summe, welche für das Denkmal zur Verwen­dung gelangen soll, und auf den Vorschlag, eine Konkurrenz zur Aufstellung von Entwürfen auszu- schreiben. Die Platzfrage ist ganz offen gelassen, so daß die an dem Wettbewerb sich beteiligenden Künstler hierin ganz freie Wahl haben. Auch in dem Ausschüsse, welcher zur Beratung der damit zusammenhängenden Fragen nach dem Reichsamt des Innern berufen war, gingen die Meinungen wett auseinander hinsichtlich -- des z« wählenden Auf­stellungsplatzes; es kamen z. B. in Vorschlag die Schloßbrücke, ber Kreuzberg, Charlottenburg u. s. f. Was die Schloßfreiheit anlangt, deren Beseitigung mit Bezug auf das Denkmal in Erwägung ge­zogen ist, so kommt ein Punkt als bedenklich inbetracht, nämlich die Beschaffung der großen Summe für die Erwerbung der Grundstücke daselbst. Wenn auch das Reich — so wird dazu bemerkt — die Errichtung des Denkmals ausführen laffe, so könne man nicht verlangen, daß das Reich allein so viele Millionen ausgebe, welche wesentlich der Ver- chönerung Berlins dienen sollen. Es müßte dann der größere Tell der fraglichen Summe von anderer Seite beschafft werden. Ob hierzu Neigung vor­handen sei, lasse sich nicht übersehen. Den Abschluß

sNachdruck »erboten.]

Der Deserteur.

Novelle von Stanislaus Graf Grabowski.

(Fortsetzung.)

„Wenn Sie wüßten, wie schwer eS mir wird," Herr Georg fort, „so zu Ihnen und meinet Tochter, wenn es durch Ihre Weigerung nötig wird, sprechen zu müssen!"

„Noch ein Wort, mein Vater!" rief ber Coruet leidenschaftlich. „Geben Sie uns Ihre Einwilligung, sofort trauen zu lassen, Sie können vorschützen, W hätte Ihnen mitgeteilt, der König habe mein Konsensgesuch genehmigt, ich werde später die ganze Verantwortung allein tragen. Man kann Ihnen und Mhcheu nie etwas anhaben, wich wird der König «0 ober ein halbes Jahr auf die Festung schicken; dafür werden Käthchen und ich unser ganzes Leben «ng glücklich fein."

„Sind Sie wahnsinnig?" rief Herr Georg, ^schrocken zurücktretend. „Verlangen Sie von mir, daß ich mich vor dem Gesetze eines Betruges schuldig Sachen soll?"

„Ein Betrug?" fuhr der Fähnrich auf und fetzte »Uier hinzu: „Ich sehe darin nichts als ein kleines ’8agni§, zwei Menschenherzen vor der Verzweiflung i* retten."

„Welcher Prediger würde Sie wohl hauen? Und sich wirklich ein solcher finden sollte, würde der ^o»ig nicht durch einen Machtspruch die Ehe wieder Mßfen?"

„Einen solchen Machtspruch würde ich nimmer. *$r respektieren", rief der Coruet stürmisch. „Was PW zusammengefügt hat, kau» kein Mensch, auch E«« König lösen."

„Gehen Sie", sagte Herr Georg sehr ernst, „jedes •ntere Wort ist umsonst. Wollen Sie meine dringende «ttte erfüllen, so schreiben Sie noch heute von Knenberg aus ein paar tröstende Worte an *°Hcheu, denn morgen wird sie mit mir diese Gegend

über die Preise der Häuser an der Schloßsreiheit Ijabe eine Privatgesellschaft, die schon früher einmal diese Sache ins Auge gefaßt habe, vollzogen. Diese» Konsortium habe dem Reich! das Angebot gemacht die sämtlichen Grundstücke Hr 5 Millionen abzu- (affen; von Amtswegen seien also mit den Besitzes oder sonst Jemand keine Verhandlungen Hierüber gepflogen worden.

— Einen wertvollen statistischen Beftrag M Entwickelung des Jnnungsweseus Met die für da» Jahr 1886 aufgrund ber Angaben ber Junungs- vorstände aufgestellte unb in einer Extrabeilage bes Berliner „Kommunalblattes" veröffentlichte „Nach­weisung über bie Verhältnisse ber Innungen u. s. w." Es waren hiernach in Berlin 64 Innungen vor- hanben, welche Enbe 1885 15 581, Enbe 1886 dagegen 16 551 Mitglieder zählten, so daß sich im Berichtsjahre eine Vermehrung um 6,22 Proz. M giebt. Die Stärke der einzelnen Innungen ist natüer lich eine sehr ungleiche; während bie der Schuh-) matter 2424, die der Schneider 1422, diejenige dyt Tischler 1404 unb die der Weber 1203 Mitglieder zählten, diese 4 Innungen zusammen also fast zwei Fünftel ber Gesamtzahl der Jnnungsmitglieber aus­machten, trafen auf bie Seifensieber und die Brunnen­bauer nur je 17, auf die Weißgerber 13, auf die- Schwertieger 8, auf die Tuchscherer unb auf die Zinngießer nur je 5 Mitglieder. Verhältnismäßig ■ sehr stark ist die Vermehrung der Mitglieder bet * den Gastwirten (von 188 auf 334); eine Anzahl meist kleiner Innungen weist eine Abnahme bec , Mitglieber auf. Die Bäcker, bie Barbiere und Friseurs, sowie bie Böttcher sind burch je 2 Innungen^ vertreten. — An Kapitalvermögen gaben 1886 sämt­liche Innungen zusammen 674065 Mk. nebst zwei Grunbstücken an; hiervon entfielen allein auf bW Tuchmacher (162 Jnnungsmitglieber) 419000 Mk., auf bie Schlächter (551 Mitglieder) 134 000 MkM auf die Schneider 39 261 Mk., auf bie Weber' 15 182 Mk., auf bie Müller (65 Mitglieder) 15 000 Mk., auf bie Schuhmacher ein Grundstück im Werte * bon 120 000 Mk. Die Jahresbeiträge ber Mit­glieder schwanken im allgemeinen zwischen 2 unb 6 Mk.; bei ben Webern, Lackierern, Bürstenmachern, Kammmachern unh Klempnern betragen sie nur 1, bei ben Schuhmachern 1,20 Mk., bagegen bei ben Damenmäntelschneibern 7,80 Mk., bei ben Gelb-, Kunst- unb Metallgießern 10 Mk., bei ben Zahn­künstlern 12, bei ben Bau-, Maurer- und Zimmer- T meistern 20, bei den Schornsteinfegern 24 Mk. Die höchsten im Etat für 1887 ausgeworfenen Ausgaben &

Erscheint täglich außer en Werktagen nach vorm- und . QHl . ______

Feiertagen Qnartal-AbonnemeutS-Preis bei derExpe» Z&FCuITUlIlTUa

dition 2*,. Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (ejH.

Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle MittWvÄ 7. November 1RRR

10 Pfg., Reklamen für dir Zell« 25 Pfg. -uvwuuuu), l. VlVUimUCl 1OOO.

Snjeigen nimmt entgegen die Expedition d Watte«, ' “

!8®« d. Annoneen.Bnr-anr van Haafenstein und Bögler

™' Jahrgang.

Daube u. Lo. m Frankfurt a.«., Berlin, Hannover. Pari«.

Das arme Mädchen mußte endlich alle Hoffnungen auffleben unb schied tief verwundeten Herzens von dem Vater; sie dachte, wie ihr Geliebter, daß sie ihm nicht zürnen dürfe, fühlte aber auch, daß er sie un. endlich unglücklich gemacht habe. Alle ihre Gedanken klammerten sich jetzt nur noch daran, was ihr Stephan bei der zum Abend verabredeten Zusammenkunft mit. teilen werde, denn er hatte ja mit großer Bestimmt, heft ausgesprochen, daß »och ein Mittel übrig bleibe, wen» auch ein gefährliches, das ihrer Zukunft Glück verspreche. Wenn Käthchen den Geliebten auch nicht zu erraten vermochte, so zagte sie in banger Ahnung doch^ebeuso vor dieser Zusammenkunft,als sie dieselbe

Gegen Abend war sie wieder mit ihrem Vater zusammen; er sprach zu ihr milde pnd sanft, aber auch mit großer Entschiedenheit. Schon am Vor. Mittage hatte er von seiner Absicht gesprochen, in den nächsten Tagen mit ihr Neuenrode auf längere Zeit zu verlassen, um eine Vergnügungsreise zu machen, Käthchen hatte in ihrer hohen Aufregung aber nur wenig darauf geachtet. Jetzt sprach er sich zu ihrem neuen Schrecken mtt voller Bestimmtheit darüber aus und riet ihr, mti ihren Reisevorbereitungen nicht zu säumen.

Käthchen hörte ihn stumm an.

Jebe Einwendung würde nutzlos gewesen sein und vor allen Dingen wollte sie erst hören, was ihr Ver- obier, denn als solchen betrachtete sie ihn mit voller Ueberzengung »och immer — dazu sagen würde; sie war ensschloffen, sich seinen Ratschlägen zu unter, werfen.

Große Ermüdung vorschützend, bat sie zeitig, sich auf ihr Zimmer znrückziehe» zu dürfe», und der Vater erteilte ihr die Erlaubnis.

Er schien sehr gerührt, als sie ihm, wie allabend- ch, zum Abschiede die Hand küßte, an» Käthcheus lugen fiele» diese» Mal ein paar Thräneu darauf. 8eibt wechselten fein anderes Wort al» bas eine: «Gute Nacht.*