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OhrftltVd Anzeigen nunmt entgegen die «xp^itiou b Blatte»,

Wv” t VIW' lp sonne d. Nnnonren-Bnremls von Haafenftei» und Vogler

Dienstag, 30. Oktober 1888. ™ Jahrgang.

Dauben.(So.m Frankfurt a.*.,Berlin,Hannover.Pari».

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Sirchh^^^ÄdtstrierdS Sanntaqsblatt.

' Expedition- Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Ich. Luq. Koch. *?'*f )AUJi[tl .1 •' -

Bestellungen für die Monate November md Dezember nehmen auf die

vberhesfische Zeitung

nebst Kreisblatt

Mr die Kreise Marburg und Kirchhai« und

Illustriertes Sonutagsblatt ij£ sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition noch fortwährend entgegen.

Die Exped. der Ober«. Zeitung.

Deutsches Keich.

Berlin, 27. Okt. Die Einweihung der Kirche zum Heiligen Kreuz fand vormittags 11 Uhr in Gegenwart des kaiserlichen Paares statt, welches von den Ministern v. Bötticher und v. Goßler, dem Konsistorialpräsidenten Dr. Hegel, dem Polizei­präsidenten o. Richthofen und den städtischen und kirchlichen Gemeindevertretern empfangen wurde. Der Erbauer, Geh. Regierungsrat Professor Otzen, überreichte dem Kaiser die Schlüffe!, welcher auf die an ihn gerichtete Ansprache erwiderte, er freue sich, an der Stätte thätig zu fein, wo er die Spuren der Wirksamkeit seines Vaters wahrnehme, und auch darüber, daß eine neue Stätte geschaffen sei, um der kirchlichen Not Berlins zu begegnen. Das kaiserliche Paar nahm alsdann vor dem Altäre Platz. Das Weihegebet sprach Probst Dr. Brückner, die Predigt hielt Prediger Stage. Anwesend waren noch Mi­nister v. Maybach, viele hohe Beamte und Mit­glieder der Geistlichkeit. Kaiserin Friedrich hatte abgesagt. — Der Kaiser empfing mittags 12'/» Uhr im königlichen Schlosse die städtische Deputation, welche die Glückwunsch-Adresse der Stadt Berlin anläßlich der Rückkehr des Kaisers in die Heimat überreichte und um die Erlaubnis bat, zum Andenken an dieses Ereignis den von Professor Reinhold Begas modellierten Brunnen in Erz und Stein auf dem Schloßplatze errichten zu dürfen. Der Kaiser sprach seine Freude aus über die Teilnahme, womit die Hauptstadt ihn auf seinen Reisen begleitet habe. Das freundliche Entgegenkommen, das er überall ge­funden, habe nicht bloß seiner Person, sondern auch dem deutschen Reiche und der Hauptstadt Berlin gegolten. Für die freudige Ueberraschung, die ihm

der Beschluß wegen der Errichtung des Brunnens bereite, danke er um mehr, als sie ihm an dem Tage bereitet werde, an dem die Hellig-Kreuzkirche, für welche sein Vater stets das größte Interesse be­wiesen habe, eingeweiht worden sei. Er hoffe, es würden bald noch mehr schöne Kirchen in Berlin erstehen. Von seinen Reisen erhoffe er auch für das Reich die besten Folgen. — Bei dem Empfange drückte der Kaiser noch sein Bedauern und feinen Unwillen darüber aus, daß während der Zeit, in der er sich nach besten Kräften für die Jntereffen des Reiches bemüht habe, in der Berliner Presse ein Streit über die Verhältnisse seiner eigenen Fa­milie entbrannt sei, wie ihn sich kein Privatmann gefallen lasten könne. Der Kaiser forderte die Deputation auf, ihrerseits dafür zu sorgen, daß diese Ungehörigkeit aufhöre; er würde gerne als Berliner zwischen Berlinern wohnen. — Der Verlauf des Empfanges der Deputation bildet das Tagesgespräch in allen Kreisen. Es wird dar­über noch gemeldet: Der Empfang war feierlicher, als sonst bei ähnlichen Gelegenhesten. Nachdem die Deputation unter Führung des Oberbürgermeisters von Forckenbeck sich versammelt hatte, erschienen zu­erst zwei Flügeladjutanten, bald darauf der Kaiser, begleitet vom Chef des Zivilkabinetts Lueanus. Er begrüßte die Herren mit einer Verneigung, ließ sie sich aber nicht einzeln vorsttllen. Nachdem Herr von Forckenbeck die Adresse verlesen, antwortete der Kaiser zwar in ernstem Tone, aber nicht, wie es nach dem Bericht einiger hiesigen Blätter scheinen könnte, unfreundlich. Er dankte für die ihm be­reitete Ueberraschung, erwähnte den glücklichen Ver­lauf feiner Reise, die Sympathieen, denen er dabei begegnet und die auch dem Reiche und seiner Haupt­stadt gelten. Anknüpfend an die Einweihung der neuen „Heiligen Kreuzkirche", der er kurz vorher beigewohnt halte, gedachte er wiederholt des beson­deren Interesses, welches fein Vater für diesen Bau gehabt habe, und sprach den Wunsch aus, daß in Berlin noch mehr schöne Kirchen gebaut würden. Schließlich äußerte er sein Bedauern oder Befremden — der Ausdruck „Entrüstung", der sich in einigen Berichten findet, ist zu stark — wie oben mitgeteilt. Was der Kaiser eigentlich hiermit gemeint hat, ist den Mitgliedern der Deputation nicht klar geworden und bis es gelingt, eine offizielle Aufklärung darüber zu erhalten, was versucht werden wird, ist man auf Vermutungen angewiesen. Die einen glauben, daß der Kaiser damit auf die Erörterungen seines Ver­hältnisses zu seiner Mutter angespielt habe, andere

Was hat Er da gesagt?' fragte Ersterer »ach

Georg die Stirn; er tmn.it bfc Verdrießlichkeiten, einet längere» Pause.

Der Coruet hütete sich natürlich wohl, zu ihm Jon den Absichten zu spreche», die Oberst von Brandt ™ Bezug auf die Hand seiner Tochter zu haben Meine. Er lobte seinen RegtwentS-Kommaudenr sthr und mst offeubarerAufrichtigkest. Such dazu runzelte «rr Georg die Stir»; er konnte bk Verdrießlichkeit«»,

die früher zwischen ihm und seinem Vetter stattge- habt hatten, so leicht uicht vergessen. Damit fie sich auf andere Weise nicht wieder erneuerten, ver­langte er entschieden von seinem Schwiegersohn in spe, daß dieser dem Obersten sogleich »ach seiner Rückkehr nach Warteuberg die Verlobung dienstlich a»zeigte und umBefürwortungdeSKouseuSgesucheS bitte.

Beeilung war de» beiden Liebenden schon recht; Käthchen errötete zwar ein wenig, aber deS CornetS Angen snnkelteu wieder Heller.

Herrn Georg war er übrigens mit dieser Beeilmrg der Hochzeit Ernst, da die Verlobte» sich ja schon lange genug kannten und er seine Tochter, so ungern er dieselbe das HauS verlasse» ließ, in seiner fast un­mittelbaren Nähe behielt; er war der richtigen An­sicht, daß lauge Verlobungen selten zu Segen führen.

Der Cornet verließ Neuenrode dieses Mal noch weniger gern al» sonst, aber sein Dienst rief ihn nach der Garnison zurück. Er zagte doch etwas, als er sich zum Obersten begab, um diesem die ge- wiß höchst unwillkommene Eröffnung von seiner Ver- lobnng zu machen «nd daran noch eine Bitte zu knüpfen, die leicht abgeschlagen werden konnte, da rs höheren und höchsten Orts selten gern gesehen wurde, wenn so junge Offiziere schon in den Ehestand treten wollten. >

Der Oberst bewillkommete seinen Liebling wie gewöhnlich, zwischen dienstlicher Strenge und Wohl­wollen geteilt.

Der Cornet bemühte sich, mit der größte» Ruhe und Sicherheit, aufzutreten.

«3<6 habe die Ehre", beganu er streng dienstlich — «dem Herrn Obersten ganz gehorsamst zu melden, daß ich soeben meine Verlobung mit Fräulein Katharina von Brandt aus Neuenrode abgeschlossen habe.'

Der Oberst sah ihn so starr au, als habe er kein Wort verstände»; der Eorurt zuckte nicht mit den Wimpern.

^Nachdruck verboten.j Ker Deserteur.

Novelle von Stan iSlau» Graf Grabowski.

(Fortsetzung.)

Köthcheu warf sich ihm, von Neue« in Thränen «Sbrechend, an die Brvst, der Coruet beugte sein «nie vor dem alten Herru und zog dessen Hand an seine Lippen. Auch Herr Georg war sehr gerührt; leder Zug von Kälte oder Strenge, deren wir früher "wähnten, war ans seiukm Gesicht eutschwuudeu. Er legte schweigend, aber mit bedeutungsvollem Blicke die Hände der beiden Verlobte» in einander. Diese Scene hatte etwas Feierliches, beinahe Weh­mütiges, denn gewiß erinnerten sich Käthchen und Ar Vater, die mit einer Thräue im Auge zum Himmel aufsahen, der Verstorbenen, die nicht mehr Zeugin des Glücks ihrer Tochter wurde; deS Cornets Sugeu blitzteu noch feuriger als sonst, er blieb auch fast ernst.

Später plauderten die drei jetzt zu einet Familie Bereinigten, in munterem nnd herzlichem Tone. Zu seinem großen Staunen, wobei sich seine Stirn dock ein wenig faltete, erfuhr Herr Georg nun erst, daß Me B-kamttschaft seiner Käthe mit dem Grafen sich doch schon aus längerer Zeit herschreibe, als er je geglaubt hatte; jedenfalls billigte er die Heimlichkeit feiner Tochter nicht, obgleich er nicht einmal etwas M>n der roten Weinlaube erfuhr, sondern nvr von den Bälle» in Militsch; aber er bedachte doch, daß ein gerbe.- Tadel nun nicht mehr am Platze sei, am wenigste» m dieser Stunde. Auch daß der Graf gerade KäthcheuS Megen aus Rußland desertiert war, schien ihm uicht Mcht in den Kopf zu »ollen.

denken an das von verschiedenen Blättern lan­cierte Gerücht Hu der nahe bevorstehenden Ver­heiratung der Prinzessin Viktoria. Vielleicht — und das ist nicht das Unwahrscheinlichste — hat der Kaiser mich seiner Mißstimmung über mancherlei Berichterstattungen Ausdruck geben wollen, die sich bis in die Kinderstube und auf die jüngsten Prinzen erstreckt. Der Kaiser entließ schließlich die Deputation ntif einer Verneigung. — Eine offiziöse Korrespondenz hatte gestern die Richtigkeit der von der „Kreuz-Ztg." gebrachten Mitteilung bestritten, daß die angeblich beim Tode Kaiser Friedrichs aus dessen Zimmer gestohlene geheime Chiffreschrift sich jetzt unter den Papieren eines Flügeladjutanten ge­funden habe. Die .Kreuz-Ztg." hält demgegenüber ihre Nachricht aufrecht. — Die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet die Meldung der „Daily News", der deutsche Botschafter m Konstantinopel habe der Pforte^ vorgestellt, daß die Zeit zur Anerkennung des Fürsten Ferdinand als legitimen Herrschers von Bulgarien gekommen sei, als albern. Von Unter­handlungen zwischen dem deutschen Botschafter in Konstantinopel und der Pforte, welche eine Aner­kennung des Fürsten Ferdinand ins Auge faßten, habe, wie für jeden gebildeten Polstiker selbstredend sei, niemals die Rede sem könne».

München, 27. Okt. In dem gestern begon­nenen Sttasprozesse gegen 11 Sozialdemokraten, darunter Auer, bestritten heute die vernommenen Reichstags-Abgeordneten Singer und Bebel zeugen­eidlich, von einer geheimen Zentralorganisation der deutschen Sozialdemokratie und einer solchen zur Verbreitung verbotener Druckschriften irgend etwas zu wissen. Wenn nach der Anklage geheime Ober­leiter existietten, denen Untermitglieder zu blindem Gehorsam verpflichtet seien, so müßten sie die Ober­leiter kennen, was nicht der Fall sei.

Ausland.

Wien, 27. Okt. An der Sitzung des Budget- ausfchusscs wünschte der Abgeordnete Hausner, die Mitglieder der Opposition möchten Referate über ben Voranschlag annehmen. Abgeordneter Plener erklärte namens der Opposition, daß keine Gründe vorhanden seien, von ihrer bisherigen Haltung ab­zugehen, demnach müsse der Anttag, betreffend die Uebernahme von Referaten, dankend abgelehnt wer­den. Sodann erfolgte die Zuweisung der Referate. — Tas .Fremdenblatt" schreibt anläßlich des Jubi­läums des russischen Ministers des Aeußern, Herrn v. Giers: Die Friedensliebe Alexanders III, dessen

Der Cornet wiederholte seine Meldung mit den- selben Worte» und mit derselben Festigkeit.

Das Gesicht des Alten verzerrte sich beinahe, ob­gleich er sich gewiß zu beherrschen strebte; die Adern ans seiner Stirn schwollen a», seine Augen ruhten uuheimlich düster aus dem Coruet, und seine Stimme war äußerst rauh uud kurz herausgestoßeu, als er ausstaud und dicht vor seinen Offizier trat.

.Er hat sich verlobt mit meiner Nichte — wollte sagen mit dem Fräulein vou Brandt aus Neuenrode?'

.Befehlen', erwiderte der Coruet, — „wir lieben uns schon lange. Entsinnen sich der Herr Oberst nicht gütigst, daß ich Ihnen bei meinem ersten Ei», treffe» Hierselbst mittellte, welcher Grund mich haupt­sächlich über die Grenze gebracht habe?'

Der Oberst faßte sich mit der Hand au die Sttru, und fein Gesicht »ahm einen Ausdruck an, der ihn wirklich bedauernswürdig erschiene» ließ; einer seiner Liebliugspläne war so ganz nnerwartet geschettert.

.Er wird sich doch nicht einen Scherz mit Seinem Obersten und Komma»deur erlauben?" fragte er bei­nahe in weichem Tone und sah den Coruet dabei so au, als wolle er, gänzlich a»S der Rolle fallend, ihn bitten lieber zu widerrufen, als zuzugebeu, daß er keinen Scherz getrieben habe.

Der Cornet bemitleidete ihn, er wollte sich Vor­würfe mache», daß er de» allen Mann, der sich ihm stets so gfitig erwiesen, getäuscht habe, aber wie hatte er anders handel» können? Er konnte doch uicht aus Gefälligkett für deu Obersten mit Käthchen breche» und Helene, die ihn nicht einmal liebte, heiraten!

«Wie könnten der Herr Oberst glauben, daß ich es wagen würde, in einer so ernstes Angelegenheit zu scherze»', entgegnete er mit gti gespielter Ver­wunderung.

.Schon gut,' unterbrach ihn der Aste barsch. .Hätte Er mir dar früher gesagt, so würde ich Ihn de» Teufel »a» —• jedenfalls wollte er sage»: — ,6t »ein Regiment xnb mein Hans anfgen-ichn«

Wunsch es sei, fein Reich in Europa nicht den un­absehbaren Folgen eines gewaltsamen Zusammenstoßes der bewaffneten Völker auszusetzen, finde in Giers einen aufrichtigen und unermüdlichen Diener und treuen Förderer. Die zahlreichen Beweise von Freundschaft und Hochachtung, welche Giers an dem Festtage aus verschiedenen Hauptstädten Europas, namentlich aus jenen Staaten zukommen, deren Ziel es war, die Leidenschaften unfiarer Gemüter zu be­kämpfen, werden chm am besten beweisen, daß seine friedlichen Gesinnungen und fein Bestreben, große Fragen durch eine ruhige Entwickelung zum natur­gemäßen Abschluß zu bringen, würdige und schätze. Man wisse wohl, wer die Stützen der Friedens­politik an der Newa seien und man baue auf deren unerschütterliche Macht. Nicht dieses Rußland und dessen umsichtiger Staatsmann, Minister v. Giers, sei dasjenige, das nicht selten die verbündeten Staaten mit Besorgnissen über die Notwendigkeit, den Frie­den mit Eifersucht zu überwachen und zu stärken, erfüllt haben, es seien andere Strömungen, welchen die Verantwortung dafür zufalle. Giers könne über­zeugt fein, daß die aufrichtigen Freunde des Friedens und der ruhigen, legalen Ausgestaltung aller Fragen, die nur im gleichen Interesse aller Mächte gelegen fein könne, lediglich wünschen könnten, daß es dem Jubilar noch lange vergönnt sein möge, als Dol­metsch der Intentionen des Kaisers von Rußland - auf seinem schwierigen Posten auszuharren, um seine Thätigkeit mit gleichem Erfolge für die Sache des Friedens seines Landes wie Europas fortzufetzen.

Pest, 27. Okt. Die Gerüchte von einer Er­krankung des Grafen Julius Andraffy werden unter« richteterseits für unbegründet bezeichnet.

Paris, 27. Okt. Gelegentlich einer Versamm­lung, welche der Bund der Revisionisten gestern abend im Wagramsaale abhielt, kam es zu heftigen Thätlichkeiten. Die Boulangisten wollten den Depu­tierten Vergoin zum Vorsitzenden ernennen, die Antiboulangiften protestierten hiergegen und ver­suchten, die Rednertribüne zu erstürmen, wo Lullier das Wort führte. Infolgedessen entstand ein Handgemenge. Lullier gab einen Revolverschuß ab, woraus et von der Tribüne herabgeriffen und während er noch dreimal schoß, mit Stöcken und Messern mißhandelt wurde, bis es feinen Freunden gelang, ihn aus dem Saale fortzuführen. Die Ruhe wurde erst wieder hergestellt, als das Gas­licht abgesperrt war. Nach den Meldungen der Morgenblätter wurden gegen zwanzig Personen verwundet. — Der Quästor Madier de Montjau

haben I* — Da er sich durch eine solche Aeußeruug doch wohl aber gar zu sehr verrate» habe» würde, brach er schnell ab u»d fuhr bann fort:

»Hat Er denn auch die Erlaubnis des Vater» bereits?'

.Das versteht sich, Herr Oberst.'

.Da hat mir der verd— Georg den schlimmsten Streich gespielt!' dachte der Oberst nnd biß sich aus die Lippen.

Der Cornet fand eS jetzt doch für gut, mit Bei. behaltung aller militärischen Ehrerbietigkeit ein Ge- sicht zu machen, das deutlich genug ausdrückte, er fühle sich durch das sonderbare Benehmen seines Kommandeurs und dessen peinliches Examen verletzt.

Der Oberst mußte dies bemerken uud bereute gewiß, daß er feinem Aerger so offene» Ausdruck gegeben habe; er begann zu fürchten, der Cornet möge dadurch auf feinen jetzt doch rettungslos ge- fcheitertenPlau aufmerksam werden, und fühlte, daß er einlenken müsse. Er that dies mit zusammengcbisieuen Zähnen, indem er dnwpf sagte:

Wundere Er sich nicht, daß mich die Ueberraschung einigermaßen alteriert hat; jeder Mensch weiß hierorts daß ich mit meinem Vetter Georg aus Neuenrode nicht besonders freundschaflltch stehe.'

.Ich habe daS nie geahnt, Herr Oberst.'

.Sollte er es nicht von meinem Vetter erfahren habe»," meinte der Oberst mit offenbarem Mißtranen.

.Ebensowenig als von Ihnen, Herr Oberst, — auf mein Ehrenwort.'

Der Cornet tonnte letzteres unbedenklich geben, denn diese» feindselige Verhältnis war ihm nicht durch die beiden alten Herrn bekannt geworden, obgleich er wohl mit Käthchen, Helene nnb dem Leutnant von Seelen darüber gesprochen hatte. Er hielt den Blick deS Obersten so fest en», daß dieser nicht an der Wahrheit seiner Watte, Abgesehen von der gegebenen Versicherung, Mttfeln konnte; deswegen wurden seine Sie»* aber durchaus nicht freundlicher.

-, Vi >; ii ii jili: (Fortsetzung folgt.)