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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain. » - Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck tnxb Serlog von Jotz. Luq. Koch. * T

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Jtl 254.

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Oberhesfische Zeitung

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Die Exped. der Oberh. Zeitung.

Deutsches Keich. - j

Berlin, 25. Okt. DerReichsanzeiger" ver­öffentlicht die Berichte des deutschen Generalkonsuls in Sansibar, Michahelles, welche beweisen, daß die arabische Aristokratie mit ihren sklavenhändlerischen Interessen der eigentliche Gegner Deutschlands in Ostafrika ist. Den hiesigen Abendblättern zufolge hob das Landgericht in Duisburg die Beschlagnahme der Broschüre des Dr. Mackenzie auf. Im Kul­tusministerium begann heute die Sitzung der W i s s e n- schaftlichen Deputation für das Medi­zinalwesen unter erstmaliger Hinzuziehung der Vertreter der 12 preußischen Ärztekammern. Es sind dies: 1. Dr. Crüger aus Insterburg, 2. Dr. Lissauer aus Danzig, 3. Geh. Sanitätsrat Dr. Körte aus Berlin, 4. Professor Dr. Kräbler aus Greifswald, 5. Generalarzt Dr. Henrici aus Posen, 6. Geh. Medizinalrat Professor Dr. Förster aus Breslau, 7. Sanitätsrat Dr. Hüllmann aus Halle a. S., 8. Regierungs- und Geh. Medizinalrat Profeffor Dr. Bockendahl aus Kiel, 9. Sanitätsrat Dr. Saxer aus Goslar, 10. Sanitätsrat Dr. Morsbach aus Dortmund, 11. Kreis - Physikus Dr. Grandhomme aus Höchst, 12. Geheimer Sanitätsrat Dr. Graf aus Elberfeld. Minister von Goßler begrüßte die neu eingetretenen außerordentlichen Mitglieder mit einer besonderen Ansprache, worauf der Direktor der Deputation, Wirkliche Geheime Rat Dr. Sydow die Leitung der Verhandlungen übernahm. Als ordent­liche Mitglieder gehören der Deputation außer den drei technischen Mitgliedern der Medizinalabteilung des Ministeriums Dr. Skrzeczka, Dr. Kernsandt und Dr. Schönfeld noch folgende Universitäts-Professoren an: Dr. Virchow, Dr. von Hofmann, Dr. Barde­

leben, Dr. Westphal, Dr. von Bergman, Dr. Leyden, Dr. Koch, Dr. Gerhardt, Dr. Olshausen und endlich der Regierungs- und Geheime Medizinal - Rat Dr. Pistor vom hiesigen Königlichen Polizei - Präsidium. Auf die Tagesordnung der diesjährigen Sitzung ist von dem Minister gesetzt: 1. die Beratung der Grundsätze, deren Beachtung bei Anordnungen der Verwaltung zur Verhütung emer gemeinschädlichen Verunreinigung öffentlicher Wasserläufe vom Stand­punkt der öffentlichen Gesundheitspflege für erfor­derlich erachtet wird, 2. die Erörterung der sogen. Schularztfrage. Mittels Allerhöchsten Erlasses vom 22. September d. Js. ist für die Deputation eine neue Geschäftsanweisung des Ministers genehmigt, welche an die Stelle der Instruktion vom 13. Jan. 1817 getreten ist. Nach Schluß der heutigen Verhandlung lud der Kulturminister sämtliche Teil­nehmer zu einem Diner ein.

Potsdam, 25. Oktbr. Der Kaiser ist mit Gefolge heute nachmittags 1 Uhr 41 Minuten nach Blankenburg zur Jagd abgereist. Die Rückreise des Kaisers ist, nach einer Berechnung derKöln. Ztg.", in ununterbrochener Eisenbahnfahrt (von Rom nach Drewitz, 1696 Km.) in 41 Stunden und 5 Minuten zurückgelegt worden. Die langsamste Eisenbahnfahrt fand auf den gebirgigen Strecken statt; von Florenz nach Bologna wurden 29,5, von Verona nach München 36,4 Km. in der Stunde durchfahre»; die Fahrt von Rom nach Florenz wurde dagegen mit 48,8, die von Bologna nach Verona mit 46 und die auf der deutschen Linie von München nach Drewitz mit 61'/, Km. in der Stunde durchfahren. Zum Vergleich sei angeführt, daß der schnellste tägliche Zug zwischen Rom und Berlin 43 Stunden erfordert, daß auf der ebenen Strecke Berlin- Köln der Jagdzug 59,1 Km. u. auf der Strecke Stendal- Hvnnover 75 Km. die Stunde zurücklegt. König Humbert und seine Gemahlin übersandten der Kaiserin Augusta Viktoria ein kostbares Körbchen in alt­römischem Stile, ganz aus Silber gearbeitet und oben mit einem kunstvollen Masaikdeckel, welcher das Bild der Siegesgöttin enthalt. Der Inhalt des Körbchens besteht aus einer herrlichen Garnitur, zu welcher ein Diadem, Ohrgehänge und Armbänder gehören, alles mit kostbaren Perlen in Gold gefaßt. Der Anfertiger dieses wahrhaft königlichen Geschenkes, deffen Wert auf 70 000 Lire geschätzt wird, ist der ausgezeichnete römische Juwelier Castellani.

Magdeburg, 21. Okt. Nachdem die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft mit Glück zwei allgemeiue deutsche landwirtschaftliche Ausstellungen in Frank­

furt a. M. und Breslau abgehalten und damit den Samen guter und nützlicher Gedanken und greifbarer Anschauungen ausgestreut hat, ist sie im Begriff, hier im Mittelpunkt einer hochentwickelten landwirt­schaftlichen Industrie, in Magdeburg, eine Ausstellung vorzubereiten. In der durch den Gesamtausschuß der Gesellschaft am 11. Oktober dieses Jahres end­gültig festgestellten Ausstellungsordnung sind auch manche Wünsche berücksichtigt, welche inbezug auf eingehendere Teilung der Tiere in die einzelnen Bewerbungsklassen u. s. w. laut geworden sind. Bis jetzt sind für Tiere allein 43 000 Mark an Geld­preisen ausgesetzt. Von den landwirffchaftlichcn Er- zeugnissm wird die Moorkultur, aber nicht nur in ihren Früchten ausgestellt, sondern es wird auch die ganze Art und Weise der Einrichtung und des Be­triebes dieser Kultur zur Anschauung gebracht werden; daneben sind Gegenstände der Preßfutter- Gewinnung, Handelsfuttermittel und Düngrkalke zur Preisbewerbung zugelaffen. Eine besondere Auf­merksamkeit widmet die Gesellschaft der Maschinen- Abteilung, welche in großartiger Weise beschickt zu werden verspricht.

Stuttgart, 24. Okt. Die MünchenerNeuesten Nachrichten" haben dieser Tage von hier einen Ar­tikel über den Umgang des Königs von Württenberg mit amerikanischenFreunden" gebracht, der aller­dings dem entspricht, was man sich in der schwä­bische» Hauptstadt erzählt, aber, da das Blatt kon­fisziert worden ist, jedenfalls zum Gegenstände eines Majestäts-Beleidigungsprozesses werden wird. Mit der wie in München geschehenen offenen Aussprache er­halten auch bekannte Dinge oft genug ein anderes Gesicht, als sie haben, solange der Schleier des Ge­heimnisses über ihnen ruht. Die Angelegenheit ist nicht derart, daß sie für irgend ein praktisches Ein­greffen dir Handhabe bäte. Sie muß hingenommen werden, wie sie ist, und die Heilung kann nur von innen heraus erfolgen. Daß dies geschehe, ist nicht blos der sehnliche Wunsch aller Freunde des Vater­landes, sondern es ist auch Ursache vorhanden, an­zunehmen, daß der Wunsch wirklich in Erfüllung gehen wird. Zu einer Analogie mit Ereignissen, die wir vor 2 Jahren voll Entsetzen mit erlebt haben, scheint übrigens nicht der geringste Grund vorzuliegen.

Ausland.

Rom, 25. Okt. In der gestrigen Sitzung des Munizipalrates teilte der Bürgermeister mit, Kaiser Wilhelm habe ihn beauftragt, dem Munizipalrate für die beschlossene Bcgrüßungsadresse und der ge­

samten Bevölkerung für den herzlichen, enthusiastischen Empfang zu danken. Ferner ließ der Kaiser dem Bürgermeister 6000 Lire zur Unterstützung der an ihn mit Bittgesuchen sich gewandt habenden Personen zugehen. Der Papst empfing gestern mittag etwa tausend neapolitanische Wallfahrer und erwiderte auf die vorgelesene Adresse: Die Italiener hätten durch ihre Kundgebungen anläßlich seines Jubiläums die Feinde der Kirche Lügen gestraft, welche glauben machen wollten, daß ganz Italien dem Papsttum feindlich gesinnt sei und dahin strebe, die Gläubigen vom Papststuhl loszutremren, von dem allein das Heil kommen könne. Anstatt das Papsttum zu be­kriegen, sollten die Feinde dasselbe mit Achtung umgeben und ihm seine Freiheit gewähren. Aber ganz im Gegenteile hie^u setzten die entarteten Söhne den Papst, insbesondere nach seiner Rede an den italienischen Klerus, herab, trotzdem diese doch nichts neues enchalten, sondern nur gegen die unwürdige Lage des apostolischen Stuhles reklamiert hätte. Er, der Papst, habe stets die Freiheit und Unabhängigkeit gefordert und frage sich daher, warum man sich zu neuen, dreisten Unternehmungen Hegen den päpstlichen Stuhl veranlaßt gesehen hätte? In Rom insbesondere sei der Kampf heftiger als anders­wo infolge der Sekten und des dort konzentrierten Hasses gegen die weltliche Macht des Papsttums. Man wage, die begangenen Usurpationen und Ge- waltthätigkeiten durch neue Injurien zu bekräftigen. Ohne die großen Geschicke Roms zu begreifen, wollten die Feinde dasselbe zur einfachen Hauptstadt eines Königreichs herabsetzen, während Rom die Königin und die Hauptstadt der katholischen Welt sei. WaS immer man thun möge, Rom werde die Hauptstadt der katholischen Welt bleiben, weil daselbst der Stellvertreter Christi residiere, der seine Pflichten kenne und sie niemals aufgeben werde. Nach der Rede erteilte der Papst der Versammlung seinen Segen

Paris, 24. Okt. Der Kriegsminister Freycinet befindet sich zur Besichtigung der Festungswerke und der strategischen Punkte noch immer an der italienischen Grenze. Gestern war er in Mentone und morgen begießt er sich mit dem Aviso Carp von Nizza aus nach Toulon. General Jappy ging bei einem Effen, das der bürgerliche Kriegsminister den Behörden in Nizza gab, demselben folgendermaßen um den Bart: Anfangs war die Armee ungehalten darüber, daß sie von einem Zivilisten befehligt werden solle,- seit dieser aber bewiesen, wessen er fähig ist, hegen alle, Offiziere und Soldaten, den heißen Wunsch, ihn

fNachdruck Verboten.]

Der Deserteur.

Novelle von Stanislaus Graf Grabowski.

(Fortsetzung.)

.Vielleicht mehr, als Sie glauben*, erwiderte er. .Wenn ich nun ein größeres Anrecht an diese Dame hätte, wie Sie?'

An Fräulein von Brandt?' fragte der, Cornet rasch und dachte dabei: .Er mutz von Sinnen fein.*

.Ich habe eS gehabt, ehe Sie zum Unglück hier erschienen, um sich in einer Weise zu benehmen, die der Ehre dcS Fräuleins nahetritt.*

Die beiden Offiziere hatten so heftig miteinander gesprochen, datz sie sich selbst keine Zeit zur lieber« legong ließen; beide zitterten vor mühsam verhaltenem Zorn. Der Cornet hatte bereits unwillkürlich mit der Hand nach dem Säbel gefatzt, aber er zog ste wieder zurück und sagte mit mühsam erzwungener Fassung:

.Die Sache ist zu dellkat, um ihrer noch mit einem Worte zu erwähnen. Ich versichere Sie, datz ich Ste »icht verstehe, Herr von Seele»; nach den letzten Worten, die Sie mir gesagt, gibt es indeffeu nur »och einen Weg der Ausgleichung zwischen uuS.*

.Ich bin ganz derselben Ansicht', erwiderte der Adjutant in demselben Tone.

Der Cornet wandte sein Pferd und verließ ihn mit einem Blicke tätlichen Hasser.

Um den Zorn der beiden Offiziere gegen einander zu verstehe», muß man sich ganz in ihre rasche Heftig­keit hineindenke»; eS war nur .Fräulein von Brandt' genannt worden; der eine dachte an Helene von Brandt, den» er wußte nicht einmal, daß ei» Käthcheu do» Brandt existiere, der andere dachte als Verliebter »nr a» die Geliebte. Der eifersüchtige Adjutant suchte längst eine Gelegenheit, die Bitterkeit seines Herzens an de» vermeintlichen Nebenbuhler, den der väterliche Wille d«S Oberste» begünstigte, auSzulafleu, der Cornet war dagegen von der überraschenden Mit»

8<ige||isei

teilung, Leutnant von Seelen beanspruche ein Recht auf Käthchen von Brandt, so konsterniert, daß er ebenso eifersüchtig wurde, wie es jener schon längst gewesen war. Wir sagten schon: die Eifersucht macht blind. Mochte die Sache sich verhalten, wie sie wollte, jedenfalls hatte der Adjutant durch seine letzten Worte schwer des CorvetS Ehre angegriffen.

Das heiße Blut deS Polen duldete keinen Aufschub; überhaupt pflegte mau damals mit solchen Angelegen, ßeiten schnell zu Werke zu gehen und sie ohne große Förmlichkeiten zu erledigen.

Der Graf ritt sofort zn einem anderen Offizier heran und teilte ihm einfach mit, er habe Streit mit dem Leutnant von Seelen gehabt, der blutige Bei­legung fordere, da er aber ebensowenig wie jener, eine gütliche Ausgleichung erwarten könne, so wünsche er und lasse seinen Gegner auffordern, die Sache nn- verzüglich auf die herkömmliche Weise zu erledigen.

Der Kamerad übernahm daS Amt eines Kartell, trägers bckeitwillig, und brachte dem Cornet, noch ehe die Schwadronen in die Stadt eingerückt waren, die Nachricht zurück, Leutnant von Seelen werde sich un- verzüglich mit ihm auf Säbel uud zwar zu Pferde, wie sie da seien, schlagen.

Der Dienst war eben vorüber, als vier Offiziere, wie zum Spazierritte, die Stadt wieder verließen.

.Wir find zur Stelle*, sagte der Adjutant kalt­blütig, als ste auf einem na^e der Stadt gelegenen Wiesenplatze angckommeu wäre».

Es wurde kein Wort mehr gesprochen, denn die Sekundanten kannten nicht einmal die Veraulaffung des Streites. Der Adjutant und der Graf machten sich eine kurze uud kalte Verbeugung und zogen die Säbel. Ein paar Sekunde» später hatte ein so hübsches Reitergefecht begonnen, wie man die Vor­übungen dazu »nr auf dem Exerzierplätze sehe» kann.

Beide Reiter ritten n»d führte» die Waffe ziem­lich gleich gut, dem knndige» Ange aber mußte es bald klar werden, daß der Cornet seinem Mteien Gegner überlegen war. f . , ,

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Die Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten; nach Verlauf einer Minute sank des Adjutanten rechter Arm kraftlos herab uud ließ den Säbel fallen; von Seelen wurde sehr blaß uud schwankte ein wenig im Sattel.

Der Cornet steckte seine Klinge kaltblütig in die Scheide und ritt dicht an den Gegner heran.

»Ich hoffe, daß es keine große Bedeutung habe» wird", sagte er, .damit wir unseren Kampf bald wieder fortsetzen können, falls Sie mir nicht die Er­klärung geben, daß Sie an meinem Benehme» gegen Fräulein von Brandt auf Neuenrode nichts mehr auszufetzeu haben.*

Der Adjutant hatte einen gewaltigen Hieb über den Oberarm erhalten, das Blut floß ziemlich stark über den zerrissenen Aermel des blauen Pelzes. Er sah etwas angegriffen aus, aber bei bat Worten des Coruets richtete er sich wieder fest im Sattel auf.

.Auf Neuenrode?' fragte er verwundert. .Alle Teufel I siebt es den» da auch ein Fräulein von Brandt?'

Der Cornet starrte ihn groß au, ihm ging, wie mau gemeinhin zu sagen pflegt, ein Licht auf.

»Nun, haben Sie sich denn ihrethalben nicht ge­schlagen, wie ich?' fragte er langsam.

«Mit aller Achtung vor der Dame, hole sie!" rief der Adjutant, vor Schmerz die Zähne zu. samwenbrißend.

.Mei» Gott, wen meinten Sie dann aber!* rief der Cornet. .Doch nicht Helene, die Tochter

.Allerdings!' seufzte von Seelen, indem er de» Grafen mißttauisch ansah. .Bewerben Sie sich nicht um sie, und unterstützt Sie nicht der Alte ? Aber still jetzt!"

Die beiden anderen Offiziere, die fich etwas zurück- gezogen hatte», kamen heran. Der Cornet schlug sich vor die Sttru uud brach in ein so herzliches Lachen aus, daß fie ihn verwundert anblickten. Sich ober sogleich besinnend, in welcher keineswegs angenehmen Lag« fein Gegner sei, zog er ein Tuch hervor, um deffen Wuude zu verbind«.

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»Also nicht Helene von Brandt?', fragte der Adjutant leise imb mit noch immer ungläubiger Stimme.

»Nein aus mein Wort nicht, ihre Kousine Käthchen von Brandt.*

Auch der Adjutant begann zu lächeln uud reichte dem Cornet die Haud.

,Dauu hätten Sie mir auch diesen verteufelten Säbelhieb sparen köuueu", sagte er, nicht ohne einen leichten Seufzer.

.Bitte tausendmal um Entschuldigung, hoffent» lich heilt er bald wieder*, meinte der Cornet, während er von Seelen die Wunde mit großer Sorgfalt ver. baud, um das Blut zu stille».

.Nun, es hat nichts weiter zu sage». Sprechen wir uns offen aus und suchen wir dann den ChirurguS.*

Ein bloßes Mißverständnis I* sagte der Coruet achselzuckend zu den Sekundanten, welche die beiden Kämpfer nicht recht zu begreifen schieueu.

®ie vier Herren ritten wieder nach der Stadt zurück, von Seelen befand fich ziemlich wohl, denn die Enttäuschung von seinem Verdachte wirkte beffer auf ihn, als es die Kunst des Chirurgns vermocht hätte. Nachdem er fich von letzterem regelmäßig hatte verbinden lassen, verlangte und erhiett er vollständige Aufklärung von dem Cornet, der ihm unter dem Siegel strengster Diskretton sein Geheimnis opferte. Beide schüttelten fich noch einmal herzlich die Hände und verabredeten in voller Uebereinsttmmuug ihr ferneres Verhalten dem Obersten gegenüber; der Cornet erfuhr jetzt erst, welche Absichten der Oberst in bezug auf Helene und ihn zu haben scheine, und mußte sich selbst gestehen, daß deS Adjutanten Snficht nicht ganz grundlos sein möge.

Centnant vou Seele» war infolge feiner Arm- wuude vorläufig dienstunfähig. DaS ließ sich de« Oberste» nicht verschweige», und venu ihm auch Niemand geradqu sagte, sein Adjutant habe ein Duell bestanden, so verbreitete fich nicht allein daS

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