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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg Md Kirchham. - Illustriertes Sountagsblatt.
ExpEou Markt 81. — Redaktion, Druck und «erlag ernt Jotz. Lug. *’
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»Lasse den Winter noch vorübergehe»', bat er. »Euer Haus steht mir jetzt offen, ich werde Dich oft sehen und mir indeffeu die Zuneigung Deines Vaters b-llständig zu gewiunneu suchen. Bi» dahin habe ich
»Schon gut. Gehe Er hier durch die beiden Nebenstubeu — ich habe noch eine kleine Weile zu thun, klopfe er an die dritte Thür, obgleich das Klopfen nicht militärisch ist. Er J»trb die Helene nnd das Frühstück finden. '
Der Alte wandte sich wieder seiner mühseligen Schreiberei zu, und der Coruet, der ihn bereits genug »nute, öffnete die Thür zum Nebenzimmer und machte ächelud den vorgeschrtebenen Weg.
»Hereiu l' ries Helenens helle Stimme, als er an die dritte Thür geklopft hatte.
Er befand fich wieder tu dem Zimmer, in dem er ben Abend vor feiner Flucht mit dem Obersten und dessen Tochter zugebracht hatte. Aus dem Tische vor dem Sopha war das Frühstück serviert. Helene taud in recht geschmackvoller HauStoilette dabet und ließ einen leisen Ruf der Ueberraschung aus, als fie den Cornet vor fich sah.
Da fie abeu. eben nur freundschaftliche Gefühle ur ihn hegte, geriet fie nicht ganz aus der Fassung, onderu kam ihm mit der Verttaulichkett einer alten Freundin entgegen und bot ihm die Hand mtt einem l Sefichtt, auf dem bk Freude über seine glückliche RüKehr deutlich zu sehen war.
stärker vertreten. Aus diesen wenigen Anlühruugen ist jedenfalls zu ersehen, daß die Arten der Anstaltm einigermaßen entsprechend dem Bedürfnis der einzelnen Provinzen fich verteilen, wobei bemerkt werden muß, daß im Osten, obwohl derselbe mit seiner ausgedehnten Landwirtschaft, für welche die Land- wirtfchaftsschulen kaum ausreichen dürften, eine entschiedene Hinneigung zum humanistischen Gymnasium besteht. Ob dieselbe immer auf gesunder Grundlage ruht, mag dahingestellt bleiben. Die Schulreformbewegung ist wesentlich von industriellen Kreisen ausgegangen; es war hauptsächlich die Berechtigungs- srage, an welcher eingesetzt wurde, weil es natürlich ist, daß ein gewisser Prozentsatz von Schülern realer Bildungsanstalten Neigung zu gelehrten Berufen empfindet, die ihm nicht alle offen stehen. Aber mit dieser Forderung entrückte man das Realgymnasium wenigstens teilweise seiner Hauptaufgabe, für die technischen Wissenschaften die eigentliche Borbildungsanstalt zu sein, und kam in die durchaus nicht im Wesen der Sache liegende Feindschaft gegen das humanistische Gymnasium hinein. Kurz, es wurde die wichtige Frage in unerfreulicher Weise durch Leidenschaftlichkeit verdunkelt. Der heutige Zustand des realen Bildungswesens ist zu zersplittert und bedarf der Sammlung; dies erkennt man namentlich, wenn man die bunte Schaar der realen Bildungsanstalten im Westen unseres Vaterlandes betrachtet. Da gibt es Realgymnafien, Real-Progymnasien, Realschulen, Gewerbeschulen, mit verschiedenen Lehrplänen. Es wäre zu wünschen, toenn sich die Bemühungen der hauptsächlich beteiligten Kreise auf Vorschläge richteten, die einer einheitlichen Organisation dieser Anstalten vorarbeiteten. Damit würde einem großen Teile der Beschwerden abgeholfen und der Verstimmung der Boden entzogen werden können.
— Dem „Hamb. General-Anz." zufolge reist der Kaiser am Sonntag nach Friedrichsruh, übernachtet daselbst und trifft am. 29. d. M. mittelst Sonderzuges mit dem Reichskanzler in Hamburg ein. — An den europäischen Börsen, so schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.", fühlte man sich gestern beeinflußt durch einen Artikel des Wiener „Fremden- Blatt", der nun im Wortlaut vorliegt und folgendermaßen lautet: „In einer seiner letzten Nummern spricht der „Graschdanin^ gegenüber der deutschen Presse, namentlich gegenüber bet ,,Köln. Ztg/-, die ernste Beschuldigung aus, daß sie über angebliche russische Rüstungen falsche Nachrichten verbreite. „Solche lügnerische (?) Mitteilungen — bemerkt ,,Graschdanin" hierbei — seien keine besondere Ern-
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Bestellungen für die Monate November unb Dezember nehmen auf die
Oberheffische Zett««-
nebst Kreisblatt
für die Kreise Marburg nnd Kirchhai« und
Illustriertes Sonntagsblatt sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt unsere Expedition noch fortwährend entgegen.
Die Exped. der Oberst. Zeitung.
auch schon eine festere Stellung in meinem fjegimente gewonnen. Dann treten wir vor Deinen $tter und gestehen ihm unsere Liebe, ich komme mit j Unterstützung meines alten Obersten um ben Mglichen Konsens ein, und Käthchen v»n Brandt V plötzlich die Frau Coruet Gräfin Zarniki.'
i. Der junge Mann, der dies in halb scherzhaftem i 5*#e sagte, zog das Mädchen an feine Brust und $ M ben rosigen Lippen, ohne daß fie ihm allzn seht / Kderstrebt hätten, einen heißen Kuß. Käthchen» -A Zangen glühten.
laben', melbete der Coruet scherzend, indem er ihre Hand an seine Lippen zog und einen herzhaften Kuß darauf drückte.
»Gott sei Dank, daß Sie glücklich zurückgekehrt find', erwiderte Helene in bewegtem Tone.
»Was ich Ihnen, mein Fränlein, und dem Edelmute Ihres Herrn Vaters danke! Sie find ein Engel an Güte und Milde.'
»LaffenSie dies nicht meine KousineKSthchen hören.'
,£), fie weiß -S bereits durch meinen eigenen Mund. 34 bringe Ihnen taufend Grüße von Käthchen.
Der Coruet mußte, nachdem er sich uiedergesetzt hatte, von seinem Aufenthalte in Neuenrode erzählen.
,O, dieser unglückliche Haß zwischen ben Vätern!' seufzte Helene.
»Unb biefe eble Freundschaft zwischen den beiden Koufiueu, die fich noch nie gesehen haben!' fügte der Coruet hinzu.
Eine Viertelstunde später erschien der Oberst. Das freundschaftliche Zusammensein der beiden jungen Leute mußte ihn freuen, denn er lächelte und strich sich behaglich ben langen Schnurrbart.
Der Oberst hatte ohne Zweifel seine eigenen Ideen, wenn er an den gefühlvollen Handkuß und das Flüstern dachte, was er damals, als der Graf Zarniki so stötzlich von feinem Hause schied, vernommen hatte; darum war e» ihm auch gar nicht recht, daß der Coruet das Käthchen von Neuenrode kennen gelernt hatte. Väter und Mütter haben oft solche Ideen, >ie mehr aus Saune als aus Ueberlegung entspringen.
Das Frühstück wurde unter allgemeiner Heiterkeit verzehrt; in seiner Privatwohnung war der Oberst nicht mehr Regiments-Kommandeur.
Erscheint tLglich außer an Werktagen nach Sonn- und QIIa.X»» .. .
Feiertagen. — Quartal-LbonnementS-PreiS bei der Sxpe- ZOLQlJlJlIIjQ,
bition 2% 9tL bei den Postämtern SMi b0 Pfg. lexkl. _
Donnerstag, 25. Oktober 1888.
iu Psg., Reklamen für etc neue «o Pfg. u
. Den Ausschreitungen des französischen Fanatismus nachgerade zu sehr gewöhnt, um erneute Vorkommnisse der Art tragischer zu nehmen, als sie es wert sind. Ihr Endurteil darüber, Westen Deutschland sich von Frankreich eintretenben Falles zu versehen hat, kann natürlich burch bie stete Häufung ber Ausbrüche des Deutschenhasses um so weniger mo-
■ infiziert werben, wenn sie gleichzeitig von dem Thun und Treiben ber angeblich, um deutsch zu lernen, nach Deutschland beurlaubten französischen Offiziere Kenntnis erhält. Was der französische Pöbel in
1 Havre und was französische Offiziere in Dresden bezw. in anderen deutschen Plätzen thun, läßt sich in letzter Instanz auf dieselben Beweggründe zurückführen. — Der bekannte Kavallerieführer, Generalmajor von Rosenberg in Metz ist unter Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur ber 1. Kavalleriedivision in Königsberg ernannt worden. — Feldmarschall Großfürst Nikolaus von Rußland, welcher den deutschen ^.aisermanövern beigewohnt hat, spricht sich in Petersburg überall höchst anerkennend über das, was er beobachtet hat, aus und rühmt besonders die bewundernswerte Energie des jungen Kaisers und dessen scharfen militärischen Blick. Am besten hat dem Großfürsten die Kavallerie gefallen, die, wie er meint, alles das ausführte, was er als russischer General-Inspekteur der Kavallerie nicht mit gleichem Erfolge predige. Die Ordnung in den Biwaks ber Kavallerie hatte nicht seinen vollen Beifall, auch hat er Klagen über die Intendantur vernommen; was Beweglichkeit und Verhalten im Gefecht anlangt, so stellt er das dritte Armeekorps höher als das Gardekorps, welches fich zu sehr in den alten überkommenen Formen bewege.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wenn in ber Tagespreffe über Schulreform geschrieben wird, so vermißt man sehr oft eine genügende Kenntnis ber einschlägigen Verhältnisse; es ist klar, daß in den einzelnen Provinzen bei preußischen Staates, je nachdem die verschiedenen höheren Lehranstalten in denselben vertreten sind, verschiedene Anschauungen auf diesem Gebiete herrschen müssen. Darauf wird aber nur in den seltensten Fällen Rücksicht genommen; somit wird die, Bewegung für eine radikale Reform des höheren Unterrichts, die hefttge Befehdung des humanistischen^ Gymnasiums als ein Zeichen ber Zeit, als eine Folge unserer Kulturentwickelung hingestellt, währeub im wesentlichen nichts mehr unb nichts weniger als Wünsche verschiebener Kreise unseres Volkes in bieser Bewegung einen leider nicht gerade deutlichen Ausdruck
So machten bie beiden Liebenden ihre Pläne unb malten fich bie Zukunft in ben schönsten Farben aus.
Der brttte Tag, mit bem ber Urlaub beS Carnets ablief, kam heran; ber Graf hätte den Obersten nicht warten lassen mögen, so schwer es ihm auch wurde, sich von Neuenrode loszureißen. Er ließ daher sein Pferd satteln, küßte Käthchen, bie ihre Bewegung gewaltsam zurückdrängte, in Gegenwart deS Vaters ehrerbiettg bie Hand, schüttelte herzlich die des letzteren, nnd versprach auf feine dringende Einladung, bald wieder einen Spazierritt nach Neuenrode zu machen.
Ganz zufriedengestellt, ritt er ab unb traf zur bestimmten Zeit in Wartenberg ein, um fich sofort bet dem Obersten zu melden.
Letzterer empfing ihn dieses Mal mit etwas mehr militärischer Steifheit als bisher; als ber junge Mann eintrat, flog aber doch ein zufriedenes Lächeln iber fein Gesicht, mochte dasselbe nun dem Wieder- ehen überhaupt oder der Pünktlichkeit seines neuen Offizier» gelten.
»Nun, wo ist Er gewesen?' fragte er.
»Im Schlosse zu Neuenrode, Herr Oberst.'
,Wa» ? im Schlosse ? — bei meinem Vetter Georg? — Wie ist Er denn dahin geraten?' rief der Alte, nnd seine Stirn zog fich in bedenkliche Falten.
Der Cornet erzählte dasselbe, was er Herrn Georg gesagt hatte.
»Hm, hm', erwiderte ber Oberst brummend. »Das ist mir eigentlich gar nicht lieb, obgleich ber Mann mein Vetter ist, ober eben deshalb. Nun, ich kann's Ihm freilich nicht verbieten, denn Er ist Offizier und fein freier Herr, das heißt: toemt Er nicht im Dienste ist.'
»Herr von Brandt ist ein sehr würdiger und gast- reundlicher Mann', bemerkte der Graf bescheiden; »ich habe in feinem Hanse ein paar recht angenehme Tage zngebracht.'
»Glaub's wohl, hat Er auch die Käthe gesehen, meine Nichte?'
Hnjetgen ntranl entgegen die Expedition d Blatte», sonne d. Aimonceu-Bureanx von Haaseastein unb Seglet ™L Jahrgang.
Daube tu Le. m Frankfurt a. «t, Berlin, Hannover. Paris.
»Er ist nun preußischer Offizier und steht unter >em Schutze Seiner Majestät, unsere» allergnädigsten Königs', meinte er unter anderem zu dem Cornet. »Seine Equipage habe ich Ihm bereits von Berlin verschrieben, Sie wird morgen ober übermorgen hier eie» »ur* 1 treffen; thneEr mir nur den ordentlichen Husarendienst,
Durch Regimentsbefehl zn« Frühstück einge-s daß Seine Majestät und ich Freude an Ihm erleben!'
in der Empfindung suchen, daß für die Vorbildung ihres Nachwuchses in besserer Weise gesorgt werden müsse. Um nun das Bedürfnis zu erforschen, welches diesen Wünschen zugrunde liegen muß, wird es zunächst erforderlich fein, einige statistische Uebersichten über die Verteilung der einzelnen Arten von höheren Lehranstalten im preußischen Staate beizubringen. Im ganzen Staate bestehen 246 humanistische, 91 Realgymnasien, 12 Ober-Realschulen, 40 Progyrn- nafien, 17 Realschulen, 86 Real-Progymn^ien, 21 höhere Bürgerschulen mit der Berechtigung zum Ausstellen von Zeugnissen für den einjährig-freiwilligen Dienst, 16 Landwirtschaftsschulen, 6 Privat-Lehr- anstalten, die ebenfalls obige Zeugnisse ausstellen dürfen, und eine Gewerbeschule, die upter besonderen Bedingungen dieselben ausstellen kann. Interessant ist es, festzustellen, wie sich diese einzelnen Arten von Anstalten auf die verschiedenen Landesteile verteilen. Die humanistischen Gymnassen sind naturgemäß ziemlich gleichmäßig in allen Provinzen zu finden, dagegen finden die Realgymnasien offenbar besseren Boden im Westen; diese Erscheinung ist durchaus natürlich: im Westen unseres Vaterlandes haben die großen Jndustrieen ihren Sitz. Hannover Westfalen und die Rheinprovinz haben bei 23, 21 und 31 humanistischen Gymnasien 12, 11 und 13 Realgymnasien. Dazu hat die Rheinprovinz 3 Ober-Realschulen, 5 Realschulen, 13 Real-Progymnasien, 5 sonstige Lehranstalten mit der Berechtigung zum Erteilen von Zeugnissen zum einjährigen Dienst und 2 Landwirtschaftsschulen. ES sind somit in dieser Provinz 41 reale Anstalten gegen 31 Gymnasien und 13 Progymnasien vorhanden. Noch stärker ist das reale Schulelement in Hessen-Nassau vertteten. Diese Provinz hat 13 humanistische Gymnasien und 1 Progymnasium, dagegen 4 Realgymnasien, 1 Ober-Realschule, 9 Realschulen, 12 Real- Progymnasien, 2 sonstige Bildungsanstalten und 1 Landwirtschaftsschule. In Hannover stehen sich beide große Kategorieen von Anstalten der Zahl nach gleich. Wie anders sieht es dagegen im Osten des Staats aus. In Ostpreußen gibt es 16 humanistische Gymnasien und 2 Progymnasien, dagegen nur 5 Realgymnasien und 2 Real-Progymnasien Und eine Landwirtschaftsschule. Das Verhättnis in Westpreußen stellt sich für beide Arten 17 zu 8 und Pommern 21 zu 10, wobei die Real-Progymnasien die vollen Anstalten an Zahl übertreffen, während es nur 2 Progymnasien und 19 Gymnasien gibt. In Schlesien, das bekanntlich ähnlich wie der Westen große Industrie hat, ist das reale Bildungselement naturgemäß wieder
»Zu Befehlen, Herr Oberst.'
»Ist da» Mädchen hübsch?'
Der Oberst blickte den Cornet orbenllich bär- beißig an.
»Man nennt fie allgemein die Rose von Neuenrode.' »Bah, Redensarten, Schmeicheleien! Er hat fich in ben bret kurzen Tagen auch wohl in das Mädchen verliebt?'
»Zu Befehlen, nein, Herr Oberst.'
Der Alte wurde offenbar wieder freundlicher.
.Er kann zum Frühstück bei mir bleiben', fagte er nach einer kleinen Paufe. »Er wollte ja ohnehin die Helene sprechen, obgleich ich eigentlich nicht be- greife, wofür Er ihr zu danken hätte.'
»Herr Oberst —'
Deutsches Reich.
Berlin, 23. Okt. Die „Post" sagt, die gegen« '»artige russische Truppenverschiebung sei bereits im Frühjahr angekündigt worden. Daß sich Rußland gegenwärtig mit Vorbereitungen zu einer kriege- rffchen Aktion nach Westen beschäftigt, erscheine durch die europäische Gesamtlage ausgeschlossen. Seit dem Besuch des Kaisers Wilhelm in Petersburg find die Beziehungen fortdauernd gute und freund- :jj, schastliche geblieben. Das Publikum thut gut, sich zur Zeit aller Besorgnisse zu erwehren. Das „Berl. Tagebl." erklärt alle Gerüchte über das Vermählungsprojekt der Prinzessin Viktoria mit dem Prinzen Alexander von Battenberg für völlig unbegründet. — Es darf als feststehend angesehen werden, daß die Frage wegen Vorbedingungen für den einjährig - freiwilligen Dienst einer anderweiten Regelung entgegengeführt werden soll, indessen wer- ^den die Mitteilungen, welche bis jetzt darüber ge- i nacht worden sind, nur als Fühler angesehen, Be- i timmtes ist noch nicht festgesetzt; einstweilen sind über verschiedene Vorschläge Gutachten eingesordert worden, j — Über den Zwischenfall in Havre schreibt die „Nordd. | Allg. Ztg." : Der das französische Volk beseelende - Deutschenhaß hat sich kürzlich wieder eine demonstrative Ausschreitung, diesmal in Havre, zwchulden I kommen lassen, indem daselbst nächtlicher Weile das Schild des deutschen Konsulats abgerissen und auf j bie Straße geworfen worden ist. Von zuständiger sämtlicher Seite sind allerdings, sowohl in Havre 1 -bem deutschen Konsul, als in Paris dem diesseitigen Botschafter gegenüber bedauernde Erklärungen abge- | geben, auch ist die Untersuchung sofort eingeleitet J worden. Bei uns ist die öffentliche Meinung an
I sNachdruck »erboten.]
Der Deserteur.
; Novelle von Stanislaus Graf Grabowski. (Fortsetzung.)
Der Cornet bekam fein Zimmer im Schlosse; es «ar mit aller Eleganz eingerichtet. Käthchen hatte dicht vergassen, selbst die Hand daran zu legen.
ES versteht fich von selbst, daß in dem langen Zeitraum von drei Tagen Käthchen unb der Cornet Belegenheit fanden, sich unter vier Augen zu sehen I ttb auszusprechen. Unb Herr Georg merkte noch 4 Mmer nichts.
»Käthchen, wie spricht Dein Vater von mir, wenn - er mit Dir allein ist?' fragte ber Coruet, während die Hand deS jungen Mädchens in der feintgen Welt, diese» Mal nicht in ber roten Weinlaube, fonbern « Gesellschaftszimmer. Herr Georg war auf das i Selb htnauSgeritten.
Käthchen versicherte, der alte Herr sei ganz einge- vmmen von seinem Gaste, unb fügte seufzend hinzu, baß sie doch recht unrecht handle, ihren Vater in der 1 Täuschung über ihr beiderseitiges Verhältnis zu er» Nten. Der Cornet erwiderte darauf achselzuckend, - bie Notwendigkeit gebiete es noch so.