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Mitgliedern des Reichs-Versicherungsamts bei Aus­führung der land- und forstwirtschaftlichen Unfall­versicherung zu gewährende Stimmenverhältnis Be­schluß gefaßt. Mehrere Eingaben, welche sich au- die Ergänzung und Abänderung des Krankenver­sicherungsgesetzes richten, sowie die Eingabe eines Gewerbetreibenden wegen Befreiung seines Gewerbe­betriebes von der Unfallversicherungspflicht wurden dem Vorsitzenden des Bundesrats überwiesen. Der Eingabe des Vorstandes einer freien Hülfskasie, be­treffend die Kosten der staatlichen Beaufsichtigung der freien Hülfskaffen, und dem Anträge einer Sektion der Müllerei-Berufsgenossenschaft auf Aus­scheidung aus dieser Genossenschaft und Bildung einer neuen Müllerei-Berufsgenoffenschaft für den Bezirk dieser ^Sektion beschloß die Versammlung keine Folge zu geben. Das Gesuch des Vorstandes einer Berufsgenoflenschaft um Auslegung der Be- schlüffe des Bundesrats vom 21. Mai 1885, be­treffend die Bildung der Berufsgenossenschaften für die unter das Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juni 1884 fallenden Betriebszweige, wurde den Aus­schüssen für Handel und Verkehr und für Justiz-

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Volksschulen seinerzeit vom Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Mcdiziniü-Angelegen- heiten je ein Bildnis Kaiser Wilhelms I. erhalten haben, so soll ihnen, wie dieSchief. Ztg." meldet, von derselben Behörde demnächst auch je ein Bild Kaiser Friedrichs überwiesen werden. Jnbezug au: dieses letzterwähnte, noch anzufertigende Bildnis hat die Kaiserin Friedrich den Wunsch ausgesprochen, daß es nach dem im Schkefischen Museum der bil­denden Künste befindlichen Angclischen Gemälde her­gestellt werden. Die Vervielfältigung wird durch die Berliner Hof-Kunstanstalt von Troitzsch in den Räumen des Museums in Breslau ausgeführt werden. In der gestern abgehalteueu Plenar­sitzung des Bundesrats machte der Vorsitzende, Staats - Minister, Staatssekretär des Innern von Bötticher, zunächst Mitteilung über die durch Kaiser­lichen Erlaß erfolgte Neubildung der Ausschüsfe für das Laudheer und die Festungen und für das See­wesen. Sodann wurde über das den Vorständen der landwirtschaftlichen BerufSgenoffenschaften, sowie den Ausführungsbehörden für Reichs- und Staais-

Wie die preußischen

Zwei junge Mädchen.

Der Coruet ritt also wieder nach Neuenrode. * Ls war, wie mau schon weiß, nicht bloßer Zufall oder lüchtige Saune, war ihn dahin zog; eS kam ihm da* selbst doch beffer vor, alS anderswo.

Er hatte nicht versäumt, tu aller Eile seine» Anzug sowett herzustelleu, daß er mit Anstand auf, treten konnte. Aus diesem Rttte, bei er, wenn auch nicht ganz in demselben Matze, wie bei seiner Flucht aus Wieruczchv, beeilte, schien seine Sorglofigkett ganz entschwunden Wt seich denn er blickte recht ent» vor pch hin.

r. (Fortsetzung folgt.)

(Nachdruck verboten.)

Aer Deserteur.

Novelle von EtaniSlauS Graf Grabowski.

(Fortsetzung.)

Cornet wollte dem Oberste» in der wärmste» Weise seine» Dank auSsprecheu aber der Herr unterbrach ihn schon bei den erste» Worte», in halb strengem, halb lannigem Tone:

Stillgeseflen! Vergesse Er nicht, daß er nun Cornet Seiner Majestät der Königs von Preuße» ist und ich bin Sei» Oberst und Regiments-Kommandeur. Er wird mir auch außer Dienst im meinem Hause immer lieb und angenehm fein, aber gewöhne Er sich alle unnützen Komödien ab, Graf Zarnickil Nehme er sich bett braven Seutnant von Seelen, meinen Adju­tanten, darin znm Beispiel. Hat Er Geld, sich eine Equipage zu beschaffen?

Zn befehlen, nein, Herr Oberst", antwortete bei Graf in ganz dienstlicher Haltung, obgleich das leichte, auf feinen Sippen schwebende Lächeln doch verriet, daß ihm die mit ihm vorgegangene Metamorphose ein wenig scherzhaft vorkomme.

Es ist gut, so werde ich Ihm daS Nötige vor. chießen und allmählig vou seiner Gage abziehen. Ist Ihm das recht?'

Zu Befehlen, ja, Herr Oberst.'

Warte Er einmal! Er, Seelen, kann die Er­nennung gleich in den Regimentsbefehl aufnehmeu.'

Der Adjutant schrieb etwas in feine Schreibtafel, »er Oberst schien über eine andere Sache uachzn- deuken. Nach einer Pause fuhr er fort:

Meint Er nicht, Seele», daß die Russe» mich noch einmal belästigen könnte»? Nu», ich will ihnen ordentlich grob kommen; sie sollen in zwei Stunden aus der Stadt sein. Aber unnötiger Lärm muß ver­mieden werden; so wird eS Seine Majestät wohl verstanden wissen wolle». Er hat drei Tage Urlaub, Coruet Gras Zaruiki. Nehme Er sich Sattel und Zaum aus meine« Stalle und mache Er, daß Er

Zum 22. Oktober.

Der Kaiser zog von dannen Wett in die Welt hinaus, Doch nicht mit Roß und Manne» Z» blut'gem Kampf und Strauß.

Und doch, ix allen Reiche», Wohin er mochte geh'«, Ein Siegeszug, deß Gleiche» Noch kaum die Welt geseh'n.

Zu ihrer Heimat Gauen

Da zog mit stillem Sinn Die herrlichste der Frauen, Die deutsche Kaiserin.

Der Volkes Wohl und Wehe

Trägt sie in ihrer Brust, De« ganzen Volkes Siebe Ihr Stolz und ihre Lust.

Der Kaiser kehrt zurücke

Bon seiner weiten Fahrt Zu einem besser'n Glücke, DaS ihm sein Haus bewahrt.

Zu Kindern fromm und ftöhlich, Zu einer holden Frau, Sie macht sein Heim so selig, Wär's auch kein Marmorbau.

Nu» faltet still die Hände

An diesem FreudeMag:

Herr Gott, Dich zu nn8 wende So oft er kommen mag! - j FMYO'k

ein paar Meilen vou hier fort kommt; Er wag sich aber hüten, mir eine Stunde über den Urlaub zu bleiben! Wohin gedenkt Er sich zn wenden?'

Wenn der Herr Oberst nicht wieder Husaren nach Neuenrode schicken wollen', antwortete der neue Coruet lächelnd,so möchte ich wohl diesen Weg eiuschlagen.'

Was will Er denn schon wieder in Neuenrode?'

Hm, es ist dort eben so gut, wie anderswo.'

Meinethalbeu, lasse Er sich aber nicht wieder fangen.'

Bon den Russe» gewiß nicht, Herr Oberst, und die Preußen werden mich jetzt wohl als ihren Offizier erkennen.'

Gut, so gehe 6r. I» drei Tagen hoffe ich, Ihn wieder zu sehen.'

Der Cornet blieb noch stehen »od warf ein paar unruhige Seitenblicke auf Leutnant vou Seelen.

Wünscht Er noch etwas vou rntt?' fragte der Oberst.

Befehleu, ja, Herr Oberst.'

Nun, so spreche Er doch!'

ES gehört nicht zum Dienst, Herr Oberst.'

Spreche Er, ich befehle eS Ihm; ich habe keine Geheimnisse vor meinen Untergebenen.

Herr Oberst, Ihr Fräulein Tochter* Leutnant von Seelens Augen schossen einen Blitz auf den jungen Mann, und er biß sich auf den Schnurrbart.

Der Oberst wurde ein wenig röter.

Ich banke Ihm, lieber vou Seelen, Er kann nun gehen.'

Der Abjutant machte Kehrt, daß die Sporen klirrten, und verließ das Zimmer.

Was will Er von der Tochter feiner Oberste»?'

Darf ich, ehe ich fortgehe, Fräulein Helene nicht daukbarst die Hand dafür küssen, daß fie mir vor. gestern eine so schöne, echt weibliche Teilnahme be> zeigt shat?' ..

Der Oberst zupfte sich in peinlicher Verlegenheit a« Schnurrbart; er mochte so seine eigene Idee haben.

»Höre Er, lieber Graf', sagte er nach einer gantete

sie in feinen Proklamationen, Thronreden und An- schreiben wie die an den Kongreß für innere Mission, Gustcch-Adolf-Verein und evang. Bund vorliegen. ittrzsch-tooM » dtrti

Das von dm Herren Gerhardt und v o n Bergmann an den Ersten Staatsanwalt des Königlichen Landgerichts zn -Duisburg gerichtete Antworifchrewen WinaWeheÄ>en Wortlaut: Wir beehren uns, auf Ew. Hochwohlgeboren geehrtes Schreibm vom 17? ij: Mts. ganz ergebenst zu er­widern, daß wir die Aufforderung, einen Straf­antrag gegen den Arzt Mackmzic, den Buchhändler Spaarmann und den Drucker Kühne zu stellen, glauben ablehnen zu müssen. Wir verkennen nicht, daß in den von Ihnen bezeichneten Stellm Äuße­rungen vorkamen, welche nach dem deutschen Sprach­gebrauch als Beleidigungen unserer Person anzusehen sind; wir find aber der Meinung, daß diese Belei­digungen auf den zurückfallen werden, von dem sie ausgegangen sind, und daß eine Entscheidung hier­über, durch das Gericht nur Äußerlichkeiten berühren würi>e. Die wissenschaftliche Frage der Wahrheit und Meter Stellung- zu Mackenzie kann in erster Stellung ihre Lösung nur durch Männer der Wissen­schaft und weiter das gesamte gebildete Publikum finden. Um ein solches Urteil zu ermöglichen, ist es von unserem Standpunkte sehr wünschenswert, daß die Mackenziesche Broschüre dieselbe Verbreitung finde, wie die im Sommer dieses Jahres erschienenen Berichte aus den Akten des königlichen Hausmini­steriums. C. Gerhardt. E. ».Bergmann.

Potsdam, 21. Oft. Der Kaiser ist heute vormittag 81/* lU)r auf Station Drewitz eingetroffen. Heber die Ankunft des Kaisers ist noch zu melden: Kurz vor Ankunft des Zuges trat die Kaiserin dicht an das Geleise heran und blieb dort ganz allein stehen. Die Herrschaften vom Gefolge blieben zurück. Und wie stand Deutschlands Kaiserin da! Die hohe Frau stand da, wie ein Vorbild aller Frauen, aller Mütter in deutscher Einfachheit. Ein schwarze an­liegende Robe, ein ebensolcher kurzer Pelzkragen und ein Kapotthütchen bildeten den schlichten Anzug. In der rechten Hand hiett die Kaiserin ein winziges Sträußchen weißer Blumen und mit glückseligem Lächeln sah sie dem heranbrausendrn Zuge entgegen. Der Zng fuhr ein; ein begeistertes Hurra durchdrang die Luft. Am Fenster stand der Kaiser in Husaren­uniform und dankte huldvoll. Dann aber sprang er schnell aus dem Wagen, eilte auf seine Gemahlin zu, umarmte sie und küßte sie wiederholt. Dann kam die erste Frage:Was machen die Jungens?"

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FZ" Dienstag, 23: Pktober 1888.

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Weile der Uederlegung,lasse Er das lieber heute sein; Er wird die Heleue »och oft genug spreche» könne», wenn Er zurückkommt. Adieu, und Gott befohlen!'

Der Cvrnet ging, holte sich Sattel und Zaum aus des Obersten Stall nnb ritt nach Neuenrode ab.

Gegen Mittag erschienen die beiden russische» Offiziere doch wieder in Wartenberg. Der Oberst agte ihnen, er werde sich doch nicht mehr nm ihren Deserteur bekümmern, nachdem er ihnen denselben einmal weit axSgelieferi nnb fie ihn nachläfsiger Weise hätten entwischen lasse». Eine halbe Stunbe darauf verließen fie mit biefem Bescheide wieder bie Stobt, und gaben bie Verfolgung auf.

Die Kvsakex, bene» die Schuld an der Ent- weichnug des A restanten zxfiel, bekamen eine mäßige Anzahl Knutenhiebe; die ganze Sache wurde ander« »argestellt, als fie gewesen; wahrscheinlich meldete» die Offiziere, sie hätte» de» Deserteur gar nicht wieder« gesehen. Die Regierung ließ eS dabei bewende^ denn fie bekümmerten sich im Ganzen nicht sehr nm einen Husareu-Corxet mehr ober weniger, obmein nicht um den Polen.

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Feiertage» Oxartal-NbmmemeMS-PreiS bei der Sxpe- dition 21/. Ml-, bei den Postämtern 9 RL 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 15 Pfg.

-n- Deutsches Seich.

3C" Berlin, 20. Oktober. Der Kaiser hat 'das Protektorat des deutschen Fischerei - Ver-

«igen mmmt entgegen die «rpeditinn b Watte«, . , ne d. Annoncen-Bureaur von Haasensteix und Log«

L Jahrgang.

ittbe u. Lo. in Frankfurt a. Berlin, Hannover. Pari«. /

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wesen zur Vorberatung übergeben. ImFrtt. JoMn." wirdvon durchaus zuverlässiger" Seite die Meldung aufrecht erhalten, daß der Justizminister von Friedberg sein Abschiedsgesuch eingereicht habe. Nur die Nachricht, daß Staatssekretär t>. Schelling bereits zu seinem Nachfolger bestimmt sei, wird für unbegründet erklärt, eine Nachricht, die uns durch Nennung eines andern Namens bestätigt wird. Die drei preußischen Freimaurer-Großlogen werden in Ausführung eines bereits am 17. Juli ds. Js. gefaßten Beschlusses an Kaiser Wilhelm II. demnächst eine Ergebenheits - Adresse richten,in welcher um ferneren Schutz gebeten wird." Daß dieser Schritt nicht früher erfolgte, erklärt sich derSchles. Ztg." zufolge daraus, daß vonseiten der Großlogen die Besorgnis gehegt wurde, die Trauer des Kaisers zu stören. Dann kamen die Reisen des Kaisers in Be­tracht, so daß jetzt erst der Augenblick gekommen ist, einen Schritt zu thun, durch welchen Kaiser Wil­helm II. ersucht werden soll, an die Tradttion Friedrichs des Großen und Kaiser Wllhelms I., der erlauchten Protektoren der Freimauerei in Preußen, anzuknüpfen. Den preußischen Großlogen lag auch ein Schreiben der großen Mutterloge des eklektischen Freimaurerbundes zu Frankfurt a. M. vom 16. August d. I. vor mit dem Vorschlag, an den Kaiser Wfl- helm II. bie Bitte zu richten,das verwaiste Pro­tektorat Pi übernehmen." DerStandard"- Korrespondent ii/stom erfährt aus bester Quelle, daß Graf Douglas einem hochstehenden Italiener gegenüber seine Befriedigung über die Aufnahme, welche seine Rede über den Kaiser in Italien ge­funden, ausgedrückt habe. Zugleich müsse er aber bedauern, daß ein Teil der italienischen und deutschen Presse daraus auf eine gewisse Vertraulichkeit zwischen ihm und Seiner Majestät geschloffen habe, welche zwischen einem einfachen Unterthanen und dessen Souverän nicht am Platze sei.Der Kaiser", so schloß der Graf,ist außerordentlich gütig gegen mich und es ist meine höchste Ehre und meine höchste Pflicht, ihm zu dienen das ist alles." Viele aber sind der Ansicht, daß Graf Douglas dem Kaiser viel besser gedient hätte, wenn er die Rede nicht ge­halten hätte, welche dem Kaiser, weil sie ihn po­litisch' präjudizieri, noch recht unangenchm werden kann, zumal Herr Douglas seine Aussprüche nicht als seine persönliche Meinung, sondern als authen­tische, durch den Kaiser gewissermaßen selbst autori­sierte Kundgebung hingestellt hat. Wir halten uns deshalb aller dieser Kundgebungen des Grafen Douglas gegenüber an die Worte des Kaisers, wie

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg Kirchhain

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Ans ihrem LebexSpfade

Durch alle Zette» hin

Ach bleib mit Deiner Gnade i$d sisiS

Bei «afrer Laiseri»!

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Der Kaiser entließ dann fein Gefolge und fuhr nach Potsdam. Er sieht äußerst wohl, recht gebräunt aus. Die Kaiserin Friedrich und die Schwestern des Kaiftrs erwarteten bie en im Marmorpalais, ber Kronprinz und seine kleinen Brüder waren selbstverständlich im vollen Wichs zurstelle. Die Kaiserin Friedrich und die Prinzessinnen wohnten später einem Gedächtnisgottesdienst für Kaiser Friedrich in der Bornstädter Kirche bei. "

Krefeld, 20. Oft. Der MichstagSaMMete für den Kreis Kempen, Amtsrichter Pfafferott (Centr.) ist heute gestorben. Hugo Pfafferott, Amtsgerichtsrat beim Amtsgerichte Liebenburg i. H., war geboren am 16. Mai 1831 in Hannover. Münden. Von 187376 war er Mitglied des Abgeordnetenhauses für Kempen-Geldern. Seit 1873 Mitglied des Reichstages für Kempen. Mitglied der Reichsjustiz­kommission.

Hamburg, 20. Oft. DerHamb. Börsenh." zufolge hätte der Reichskanzler eine Einladung des Senats von Hamburg zu den Feierlichkeiten am 29. Oktober dankend angenommen und sein Erscheinen zugesagt, falls ihm sein Gesundheitszustand die Teil­nahme gestatten werde.

München, 20. Oft. Der Kaiser traf um 6 Uhr 12 Min. hier ein; da jeder Empfang verbeten war, waren nur der Generaldireftor der Eisenbahnen, der Polizeipräsident und der Bahnhossinspektor auf dem äußeren Rangiergeleise anwesend. Nachdem die Maschine gewechselt war, erfolgte die Weiterreise.

Rosenheim in Oberbayern, 20. Ott. Die Nach­richt der Blätter von einem Unwohlsein des Kaisers während seines Aufenthaltes in Rom ist unbegründet. Kaiser Wilhelm II. erfreute sich auf der ganzen Reise des besten Wohlseins.

Ausland.

Wien, 20. Oft. Wie diePolit. Korresp." aus Belgrad meldet, nahm der König die Demission des Finanzminlsters Ratte an und betraute den Minister des Auswärtigen Mijatovie mit der einstweiligen Leitung der Finanzen.

Ala üt Tyrol, 20. Ott. Hier, auf der Grenz­station der Brennerbahn, eingetroffen, empfing der Kaiser ein Telegramm König Humberts mit erneuten Versicherungen der Freundschaft und des Dankes für den Besuch. Der Kaiser erwiderte die Depesche sofort mit herzlichen Worten und in wiederholten Ausdrücken seiner tiefen Dankbarkeit für den ihm in der Hauptstadt Italiens und in Neapel bereiteten Empfang.

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