Wöchentliche Beilagen: Kreis - Blatt für lit Kreise
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck mid Verlag von Jotz. Ang. «och.
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Landrates gemäß § 35 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 anzuhalten. Gegen die Verfügung des Landrats steht dem Besitzer des Gutes, dem Grundherrn, als Vertreter des Gutsbezirks und det auf seinem Grund und Boden befindlichen Anwohner die Klage beim Bczirksausschusie zu, welcher auf Grund der Prüfung einerseits, ob die Feststellung der verweigerten Stiftungen von der Behörde innerhalb der Grenzen ihrer Zuständigkeit erfolgt ist, andererseits, ob und in wie weit die festgestellten Leistungen dem Gutsbezirke, bezw. dem Besitzer des Gutes, dem Grundherrn, gesetzlich obliegen, im Verwaltungsstreitverfahren zu entscheide» hat. Der Kreisausschuß ist zu einer Entscheidung hierüber nur in den Fällen und unter den Voraussetzungen des § 46 (Abs. 1 und Abs. 3) und des § 47 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 berufen. Hiernach war, wenn der Gutsbezirk Q. mit der von der Regierung behufs Errichtung einer zweiten Lehrerstelle gestellten Anforderung sich nicht einverstanden erklärte, der Kreisausschuß lediglich mit dem Anträge anzugehen, durch Beschluß die zu gewährende Anforderung festzustellen, und es hatte der Kreisausschuß lediglich darüber Beschluß zu fasten, ob und in welchem Betrage die zu gewährende Anforderung festzustellen sei. Gelangt dann die Re- gierung zu dem Ergebnisse, daß der Gutsbezirk durch die an denselben gestellte Anforderung überbürdet werden toütbe, so hat sie diese Anforderung entsprechend zu ermäßigen. Für diesen Fall ermächtigt der Minister die Regierung, zur Deckung des Fehlbetrages die Gewährung einer Staatsbei- hülfe zur Lehrerbesoldung in Aussicht zu nehmen. — In einem Erlaß bedauert der Unterrichtsminister die Unsicherheit der Zunft der Lehrenden an den Privatschulen, weist auf die vom Ministerialdirektor Dr. Greiff geleitete „Allgemeine Deutsche Pensions- Anstalt für Lehrerinnen und Erzieherinnen" als eine wirksame Abhilfe hin, und stellt anheim, ein ähnliches Institut für die Lehrer ins Leben zu rufen.
Potsdam, 18. Okt. Heute nachmittags 2 Uhr and die Grundsteinlegung zum Mausoleum für Kaiser Friedrich in Gegenwart der Kaiserinnen Augusta, Victoria und Friedrich, der Prinzessinnen- Töchter des verstorbenen Kaisers, des Kronprinzen von Griechenland, des Erbprinzen und der Erbprin- zessin von Meiningen und des Prinzen Friedrich Leopold statt. Nach dem Gebete und der Weiherede verlas Prinz Friedrich Leopold die Grundstein- Urkunden, die mit vielen Münzen und Schriftstücken
World" in Berlin, Herr Poultny Bigelow, erlangte neulich bei einem Ritt zu den Manövern von dem deutschen Kaiser, mit dem er gemeinschaftlich das Gymnasium in Cassel besuchte, eine Unterredung, worüber er seinem Blatte natürlich einen ausführlichen Bericht erstattet. Wir entnehmen demselben folgendes: Der Kaiser zeigte sich über die gegenwärtig in den Vereinigten Staaten auf der Tagesordnung stehenden Fragen sehr gut unterrichtet. In die Emzelnheiten des zwischen den Vereinigten Staaten und Canada obschwebenden Fischereistreites war er genau eingeweiht. Die Geschichte unseres Bürgerkrieges ist für den Kaiser ein offenes Buch. Er hat die einzelnen Feldzüge und Schlachten nicht bloß gründlich studiert, sondern sich auch von den bedeutendsten Militärschriftstellern über die Terrain- verhältniffe und über die in unserem Kriege gemachten Erfahrungen eingehende Belehrung verschafft. Als besonders beachtenswert hob der Kaiser die großartigen Marschleistungen hervor, welche auf beiden Seiten und namentlich auf der des Nordens zu verzeichnen gewesen wären. Von diesen Leistungen hingen oft die wichtigsten Folgeergebnisse ab. Ferner hätten die amerikanischen Truppen große Rührigkeit bewiesen, indem sie sich am Ende eines jeden Tagesmarsches alsbald verschanzten und dadurch in vielen Fällen einem erheblichen Verluste an Menschenleben vorbeugten, wwie sich den Besitz eines guten Stückes feindlichen Terrains sicherten. Endlich seien die Amerikaner, sobald sie mit dem Feinde Fühlung gewannen, zum Kampfe mit demselben übergegangen und hätten keinen Unterschied darin gemacht, ob die Fühlung am Ende eines langen Tagemarsches oder sonst nach Ueberwindung einer erheblichen Schwierigkeit stattfand, und dieses Vorgehen ohne Besinnen und Zögerung sei in den meisten Fällen mit dem Erfolge gleichbedeutend. Die Kavallerie-Bewegungen beider Armeen seien, dank Stuart und Sheridan, die denkbar großartigsten und nachahmenswertesten gewesen, wenn es auch, trotz des in Amerika gegebenen Beispiels, nicht immer ratsam erscheine, einzelne Truppen - Detachements sich um mehr als zwei Tagemärsche von der Hauptarmee entfernen zu lassen. Was speziell Sheridan anbetreffe, so finde derselbe die herzlichste Würdigung und Anerkennung in Deutschland und sei ja auch während des deutsch- ranzösischen Krieges im Hauptquartier vortrefflich ausgenommen worden. Um so unwahrscheinlicher werde es, daß der kürzlich erschienene, angeblich von ihm herrührende Brief echt sei, in welchem derselbe ein ab- iprechendes Urteil über die deutsche Heeresleitung abgab.
Johann machte ein eigentümliches Gesicht, er sah halb traurig, halb freudig aus, jede- falls etwas bestürzt.
»Der Herr Graf von Zarnicki", — stotterte er.
„Schon wieder? Was will Er denn mit dem Menschen?*
„Er läßt fragen, ob er dem Herrn Oberst seine gehorsame Aufwartung machen dürfte.* .
„Ist Er den» ganz verrückt?"
„Er steht beinahe so ans, Herr Oberst, seine Kleider find zerrtffen nnd voll Staub."
Der Oberst und gleichfalls der Adjutant fuhren zurück uud starrten Johann seltsam an. Ersterer faßte ich mit der Hand nach der Stirn und schien sich alle Mühe zu geben, um seine Aufregung zu beruhigen.
„Er hat wohl zu früh in die Flasche geguckt, Johann ?"
Der alte Husar vergaß alle dienstliche Haltung und legte beteuernd die Hand auf das Herz, er mochte ein Gesicht, als sei er schwer gekränkt.
„Der Herr Oberst wissen doch, zu befehlen, daß ich nie trinke, seitdem wir aus dem Felde zurück sind."
„Das ist wahr, nehme Er e8 seinem alten Oberst nicht übel. WaS will Er aber eigentlich mit seiner Faselet?•
»Aber, Herr Oberst, der Herr Graf find mit Leib und Seele draußen."
Der Adjutant machte der Geschichte ein Ende, indem er ohne Befehl zur Thür ging und diese hastig öffnete; der Graf Zaruicki trat, sich lächelnd verbeugend, ein.
Der Oberst machte iu seinem Lehnstuhl einen Satz als wolle er ihn umwerfen, auch der Adjutant trat überrascht einen Schritt zurück; Johann sah sehr triumphierend au» und verschwand mit dem Tröste eines gut geschutten Bedienten.
«Ist Er es denn wirklich? Kann Er es denn fein?" ragte der Herr, fich noch immer die Sttru reibend.
Man sieht, er hatte bereits das gewähltere „Sie" mtt dem militärischen „Er" vertauscht, denn er konnte ich den Grafen, nun er ihn wieder vor fich hatte, nur noch als seinen Untergebenen vorstellerr.
(Fortsetzung folgt.)
Not mtt dem Wasser; das heimische Getränk war das reine Eholerawaffer. Seitdem eine neue Wasser-, lettung hergestellt worden, bei deren Bau übrigen» der Schwindel in höherem Stil betrieben wurde, haben sich die Verhältnisse sehr gebessert. Das Gleiche gUt von den Wohnungen, die oft in höhlenaitigeu, Haffen Löchern bestanden. Freilich bleibt immer noch recht viel zu thuu. In den Hafenbezirken gibt es noch Sttaßen, in welche kaum ein Sonnenstrahl fallen kann, so eng find ste. Und erbarmt fich ein- mal die liebe Sonne, so werden ans allen Stock, werken so viele Wäschestücke zum Fenster hinaus zum Trocknen gehängt, steigt ein so entsetzlicher Dunst von unten auf, daß die Sonne schleunigst davon, flieht. Au der Urwüchfigkett neapolitanischer Toilette darf man fich nicht stoßen. Daß ein Kind im Hemd auf der Straße umherlänst, ist nichts Besonderes, nnd die jungen Mädchen glauben für den Wochentag oft genug genügend bekleidet zu sein, wenn fie znm groben Hemd einen Unterred anlegen und ein buntes Tuch um den Kopf binden. Schuhzeug kostet viel Geld, daran wird also für die Woche überhaupt nicht gedacht. Die berühmten Lazzaroni find von allen Neapolitanern die schmutzigsten, ruppigsten und unsaubersten, und ich will niemanden raten, fich an einem Ort uiederzulafien, wo eben ein Lazzaroni giessen. Aber, ob arm und reich, stolz find alle Neapolitaner auf ihre Vaterstadt. Die Stadt zähtt zahlreiche vornehme und reiche Familien, und einer Corsofahrt beizuwohnen, ist ein Genuß. Da gibt es an tadellosen, feurigen Schönhetten Ueberflnß, elbst der Corso von Rom muß fich vor dem Neapel» verstecken. Die Kttche übt in der Stadt einen ge> wattigen Einfluß; es liegt im Charatter de» Volkes, lch gern an glänzenden Kirchenfesten zu erfreuen, ebenso aber auch, nur zu arbeiten, wenn es nicht anders geht. Das fleißigste Völkchen find die Neapolttaner nicht. —
sNachdruck verboten.j
Der Deserteur.
Novelle von Stanislaus Graf Grabowski.
(Fortsetzung.)
Wieder saß Oberst von Brandt in seinem Arbeitskabinett, — eS war der Morgen de» folgenden Tages — und unterzeichnete mit sehr verdrießlichem Gesicht den Bericht, den Leutnant von Seelen an den König aufgesetzt hatte und in dem gemeldet wurde, was mit dem Grafen Zaruicki inzwischen vorgefallen sei.
Der Adjutant mußte heute auch unter der bösen Banne seines Kommandeur» leiden.
„Jetzt haben sie ihn schon jenseits der Grenze", brummte der alte Herr zwischen den Zähnen, mit einem Blicke, wie man ihn wohl an ihm gesehen hatte wenn er fein Regiment in das Gefecht führte. „Der arme Junge! Und was Seine Majestät dazu sagen »erben! Wirb doch meinen, baß ich ein alter Esel bin, weil ich mir ihn habe nehmen lassen, — vielleicht bekomme ich noch gar den Abschied in Gnade», weil ich nicht mehr zum Husaren tauge. Was meint Er, don Seelen?"
„Zu Befehlen be» Herrn Obersten, nicht."
Der Alte malte seinen Namen weiter, bann warf er ben Brief auf bie Ecke des Schreibtisches.
„Möge mir Seine Majestät ben scheinbaren Mangel an Respekt verzeihen", sagte er erschrocken «ber feine eigene Heftigkeit. „Er hats doch nicht gesehen, von Seelen?"
„Zu befehlen nein, Herr Oberst."
Der Adjutant faltete bescheiden daS Papier zusammen.
„Den Zopf wollte ich mir abschneiden lassen, wenn ich die Geschichte ungeschehen machen könnte!" brummte der Oberst weiter.
Die Thür öffnete fich, und Johann, der eine Art hon Halbuniform trug, erschien.
„WaS will der Kerl ?' fuhr der Oberst barsch heraus.
sNachdruck verboten.) Napoli.
(Schluß.)
Man sollte meinen, daß die Neapolitaner bei hrem naiven Charakter auch ein Herz für die Tiere haben. Aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Ein Tierschutzverein, der die Pferde-Behandlung in Neapel sähe, würde vor Zorn außer sich geraten. Wenig Futter und viel Prügel, daS ist das Erziehungsprogramm für die Vierfüßler. Sein blaues Wunder kann man dabei erleben. Ich war an einem Sonntag «ach Torre bei Greco hinansgeschlenbert, wo die Korallenfischerei zu Hanse ist, unb man für 50 Mk. einen ganzen Sack voll Korallen kaufen kann. Auf der breiten Lanbstraße rasten bie zweirädrigen Karren der Ortsbewohner in toller Geschwindigkeit dahin, e8 gab förmliche Wettfahrten. Mindestens 15—20 Personen standen, zum Sitzen Mr kein Platz, auf jedem Gefährt, und bie mageren Pferde, die mit iöchfter ßraftanftrengung zogen, erhielten zur Belohnung eine Tracht Prügel nach der anderen. Mich wundert eB heute noch, wie die Tiere diese fürchter. liche Strapazur ausgehalten haben. Genügsam ist dafür die Bevölkerung bis zum äußersten; ein Stück trockenes Brod, ein schäbiger Käserest, ein paar in Del gesottene Maccaroni, ein Stück Melone, da» genügt. Gibt es noch einen Trunk Wein ober einen gebratenen Fisch, so ist ber Jubel groß. Das ist aber schon ein Somttagsgericht. Am Hafen stnb bie Sarköche zu Hanse. Da wirb in Kesseln und Pfannen ütchterlich gebraten und geschmort, es riecht aber auch darnach. Es ist mstnuter da» reine Brechmittel, was da zusammengerührt wird. Man ist übrigens » Deutschland ziemlich allgemein der Ansicht, staccaroni schmeckten in Butter am besten. Das ist indessen ein starker Jrrthum. Wer Maccaroni in wirklich reinem Olivenöl gegessen, ber wirb mir bet. »flichten, daß letztere Zubereitung die schmackhafteste ist« Früher hatte mau tu Neapel auch seine liebe
Deutsches Reich.
Berlin, 18. Okt. Die Adresse, welche eine Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten der Kaiserin Friedrich heute überreichte, gipfelt in der Erklärung, daß die Vertreter der Reichs- Hauptstadt, deren stetige Entwickelung dem Kaiser Friedrich allezeit Gegenstand erörternder Teilnahme gewesen ist, zum bleibenden Andenken an denselben eine dessen Namen tragende Stiftung begründen. Die Stiftung solle im Sinne des hochseligen Kaisers der Förderung der allgemeinen Volkswohlfahrt gewidmet sein und aus den Mitteln der Stadt mit 500 000 Mark ausgestattet werden. Die nähere Bestimmung des Zweckes werde nach einhelligem Beschlüsse der Kaiserin Friedrich anheim gegeben, welcher als der erhabenen Genossin aller idealen, auf die Förderung der Volkswohlfahrt gerichteten Bestrebungen des Kaisers, als der verständnisinnigen Ver- ttauten feines Dichtens und Trachtens die Entscheidung gebühre. Die Kaiserin hörte die Verlesung der Adresse in tiefster Bewegung unter fortwährend hervorftrömenden Thronen an unb sprach dem Oberbürgermeister ihren innigen Dank mit der Versicherung aus, bie Stiftung im Sinne der Stifter nutzbar zu machen. — Der Erste Staatsanwalt des Landgerichts Duisburg forderte heute die Professoren von Bergmann und Gebhardt auf, ihre Strafanttäge gegen Mackenzie, den Buchhändler Spaarmann und den Buchdrucker Kühne wegen Beleidigungen, verübt in der Broschüre: „Kaiser Friedrich der Edle", zu stellen. Beide Professoren haben ablehnend geantwortet und bemerkt, Mackenzies Beleidigungen fielen auf ihn selbst zurück, sie wünschten daher im Gegenteile die möglichste Verbreitung der Broschüre. — Die „National;." veröffentlicht gegenüber Mackenzies Anschuldigung, daß Prof. v. Bergmann einen falschen Weg durch die Luftröhre gemacht habe, wodurch der Tod des Kaisers Friedrich beschleunigt woröen fei, und da Mackenzie sich zum Beweise hierfür auf das Sektions-Protokoll beruft, eine gemeinsame Erklärung der Professoren Virchow und Waldeyer, daß in dem Sektions-Protokolle von einer Abszeßhöhle gar keine Rede sei, noch habe jemals eine solche bestanden. Das Gewebe, in welchem nach der Broschüre die falsche Kanüle gewesen fein soll, wurde bei der Sektion normal und ohne narbige Veränderung gefunden. Die Luftröhre war bis zu den Bronchien geöffnet worden.
— (Eine Unterredung mit Kaiser Wilhelm.) Der Berichterstatter der „New-Iork
— Das September-Oktoberheft des „Zentralblattes für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen" enthält eine Reihe von Verfügungen, die weiteren Kreisen bekannt zu werden verdienen. So hat der Kultusminister in Erinnerung gebracht, daß zu der Prüfung für Vorsteher an Taubstummen- Anstalten nur solche Taubstummenlehrer zugelassen werden dürfen, welche mindestens fünf Jahre nach bestandener Taubstummenlehrer-Prüfung im Taubstummenunterrichte thötig gewesen sind. — Der Kultusminister wendet seine Aufmerksamkeit unausgesetzt der richtigen Auslegung des Volksschullasten- Erlelchterungsgesetzes zu. Es war nämlich seitens einer Regierung bei dem betreffenden Kreisausschusse beantragt worden, eine Entscheidung dahin zu treffen, daß tin Amtsrat für verpflichtet erklärt werde, in Bezug auf die von der Regierung für eine Volksschule gestellten Anforderungen für seine leistungsfähigen Hintersassen subsidiär einzutreten. Der Minister spricht in einer Verfügung sein Bedauern darüber aus, daß die Regierung durch die Stellung dieses Antrages dazu beigetragen hat, den Kreisausschuß zu verleiten, über Dinge zu beschließen, welche nach dem Sinne des angezogenen Gesetzes gar nicht Gegenstand einer Beschlußfassung des Kreis- ansschusses sind, nämlich über die Frage der rechtlichen Verpflichtung des betreffenben Amtsrates zur Leistung der mehrgeforderten Schulbeiträge und über die Fähigkeit desselben, für seine leistungsunfähigen Hintersassen subsidiär einzutreten und erklärt, der Kreisausschuß sei zu einer Entscheidung darüber, ob und in welchem Betrage der Grundherr für die wegen Unvermögens der Anwohner auf dem Gute Q. nicht beibringlitfjen Schulunterhaltungsbeiträge der letzteren in subsidio einzutreten für verpflichtet zu erachten fei, durch den § 2 des Gesetzes vom 26. Mai 1887 überhaupt nicht berufen. Nach den näheren Vorschriften der §§ 39, 40 der Schulordnung vom 11. Dezember 1845 in Verbindung mit ben §§ 55 bis 62 a. a. O. liegt, so führt die Verfügung des Näheren ans, die Verpflichtung zur Unterhaltung der Schule den Ortsgemeinden und den sonst zur Schule gehörenden Ortschaften, d. h. den Gutsbezirken ob. Unterläßt ober verweigert ein Gutsbezirk bie ihm hiernach gesetzlich obliegenben, öon ber Behörde, b. h. von ber Schulaufsichts- behörbe — eintretenben Falles gemäß § 2 des Gesetzes vom 26. Mai 1887 von bem Kreisausschusse, bezw. von bem Provinzialrate — innerhalb ber Grenzen ihrer Zuständigkeit sestgestellten Leistungen zu erfüllen, so ist er dazu durch Verfügung des
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Feiertagen. — Quartal-AdonnnneMS-PreiS bei der Sxpe- » aVillrilll Vila
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Sonnabend, 20. Oktober 1888.
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Marburg Md Kirchhain, Illustriertes Somtaasblatt.
Druck mrd Berlaa von 5i o i. : ij"? iiQl p
Anzeigen nimmt entgegen bie Expedition b Blatte», (»nrie b. Amwucen-Wittanr von Haasenstete und Bögler
E Jahrgang
U- te Frankfurt 0. t, Berlin, Hannover. Pari».