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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg mld Kirchhain.

Zllnstriertes Sonntagsblatt.

Expüntiou- Markt 21. — Redaktion, Druck und «erlag von Joh. Lug. Koch.

von

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von und

an der Hauptkadettenanstalt zu Lichterfelde, wurde heute anläßlich seines 50jährigen Lehrer - Dienst­jubiläums durch den Direktor der Kriegsakademie der Kronenorden 2. Klasse überreicht. Viele be­glückwünschende Deputationen, sowie zahlreiche Tele­gramme und Briese trafen im Laufe des Tages ein. Am 20. d. M. findet zu Ehren Professor Herrigs ein großes Festmahl statt. — Nachdem das Er- cheinen einer Uebersetzung der amtlichen Protokolle der deutschen Aerzte über die Krankheit Kaiser Friedrichs durch Mackenzie in England bis heute mit allkn Mitteln verhindert worden war, hat die Berliner Verlagshandlung der deutschen Broschüre in letzter Stunde eine englische Uebersetzung noch so schnell gefördert, daß dieselbe heute in Berlin ausgegeben werden wird.

Köln, 13. Okt. Der Erzbischof Philippus ver­öffentlicht einen Erlaß zu den Landtagswahlen, worin er die Beteiligung allen Gläubigen dringend ans Herz legt. Machet von dem Wahlrecht gewissen­haften Gebrauch, wählet Männer, die Sinn und Eifer für Recht und Gerechtigkeit, Verständnis für die wahre» Bedürfnisse des Volkes, Herz für Arme, Bereitwilligkeit und Thatkraft für die Beseitigung der sozialen Notstände, Liebe zum Vaterland, zur Kirche haben, christliche Männer, welche den christ­lichen Charakter der Schule sicherzustellen und die unveräußerlichen Rechte der Kirche zu verteidigen entschlossen sind! Zu meinem Klerus hege ich das Vertrauen, daß er nicht nur selbst wähle, sondern

auch durch Wort und Beispiel auf die Wahl Abgeordneten hinwirke, welche Gott fürchten den König ehren.

Dresden, 13. Okt. Der König ist heute Wien in Strehlen eingetroffen.

I» demselben Augenblick ließ sich der schärft Trab- schritt von mehreren Pferden auf dem zum Schlöffe führende» Wege vernehme». Der Graf, der einen Augenblick frohlockt hatte, wurde von Neuem uuruhig. Er sah, wie etwa zehn Reiter, die er bald al» Husaren erkannte, sich der Gruppe schnell näherte», in der er sich selbst befand.

es fiel ihm sogleich ein, daß er sie doch nicht benutzen könnte, weil der Schuß das ganze Dorf allarmtereu mußte. Er that daher das Einzige, was ihm in diesem Falle übrig blieb; er blieb ruhig auf der Stelle stehen und kreuzte die Arme, deon jede Be­wegung wäre den großen Hunden gegenüber lebens, gefährlich gewesen.

Wirklich schien seine Ruhe den beide» Tieren zu imponieren. Nachdem sie sich ihm mit lange» Sätzen bis auf wenige Schritte genähert haben, stutzten sie; dann umkreisten sie ihn mtt lautem Bellen, ohne fich ihm indeflen zu nähern.

Der Graf war ei» Gefangener in verzweifelter Lage. Er wüßte, daß der Lärm die Leute erwecken mußte und daß fie ihn finden, wahrscheinlich auch als Einen, der Diebstahl beabfichtigt habe, er. greifen würden; ein solches Mißverständnis ließe sich aber aufklären. Wollte er dagegen fliehen, so hatte er das Schicksal, von den Hunden zerrissen oder wenigstens schwer verletzt zu werden, vor Augen.

Wirklich dauerte es nicht fünf Minuteu, so ließen fich aus dem Wirtschaftshofe menschliche Stimmen höre»; gleich darauf erschieuen fünf oder sechs Knechte die, halb augekleidet, fich mit den ersten besten Acker, gerätschaften bewaffnet hatten, um den vermeintlichen Dieb zu fangen.

Dem kühnen Husaren-Cornet schlug dieses Mal doch das Herz schneller und unrnhigrr.

Auch unten im Dorfe schien eS lebendiger zu werden. Was ging dort vor?

Die Knechte des Herrenhauses rillen, als fie im Mondschein nvr einen Mann uuter den alten Linde» stehen sahen rasch auf diesen zn, wobei fie durch­einander schrieen, drohten nnd fluchten, die Hunde zurückriefen oder wieder hetzten.

Der Graf biß in seiner Verzweifluug die Zähne aufeinander, aber er rührte fich nicht; er hoffte in« deffen noch immer, avcS werde gvt ablaufe».

Als die Knechte ihn erreicht hatte», blickte» fie fich nnd ihn verwundert an; seine Ruhe und sei«

lautet, von Sr. Majestät dem Kaiser morgen nach Beendigung der Truppenparade in der deutschen Botschaft empfangen werden.

— Bei der gestrigen Galatafel, zu welcher 120 Einladungen ergangen waren, nahmen Kaiser Wilhelm und König Humbert die Plätze in der Mitte der Tafel ein. Zur Rechten des Kaisers saß die Königin, neben dieser Prinz Heinrich, links vom König saß die Großherzogin von Aosta, neben biefet der Kron­prinz. Dem Kaiser und dem König gegenüber saß der Herzog von Aosta, zur Rechten desselben die Herzogin Witwe von Genua und der Herzog von Genua, an der linken Seite des Herzogs von Aosta saß die Herzogin Isabella von Genua, neben dieser Staatsminister Graf Herbert Bismarck. Nach der Tafel fand Cercle statt, der bis gegen 10Vi Uhr dauerte. — Etwa eine Stunde vor Beginn der Galatafel hatte Kaiser Wllhelm den Ministerpräfi- denten Crispi zu sich berufen lasten und demselben eine längere Audienz «teilt. Am Schlüsse der Audienz verlieh Se. Majestät dem Ministerpräsidenten unter huldvollen Worten den Schwarzen Adlerorden.

— Die Toaste bei der gestrigen Galatafel wurden enthusiastisch ausgenommen, namentlich wurde die Betonung des Bündnisses beider Völker und die Notwendigkeit zur Erhaltung des Friedens in der Rede Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm freudigst begrüßt. — Bei der gestrigen Vorstellung des Kaiserlichen Gefolges im Vatikan richtete der Papst an dasselbe sehr freundliche Worte (in französischer Sprache) und gab wiederholt seine Freude darüber kund, Deutsche hier begrüßen zu können, wo so viel Angehörige der Deutschen Nation, namentlich Gelehrte und Künstler stets verdienst­voll gewirkt haben.

— Seit dem frühen Morgen ist eine gewaltige Menschenmenge nach Centocelle hinausgeströmt, um der Parade vor dem Kaiser Wilhelm beizuwohnen. Um 9‘/« Uhr fuhren die Königin und die Herzoginnen von Aosta und von Genua, auf dem Wege vom Publikum lebhaft begrüßt, nach dem Paradefelde. Um 91/* Uhr folgten in einem Zweispänner, mit begeistertem Jubel der Bevölkerung begleitet, Ihre Majestäten Kaiser Wilhelm und König Humbert. Kaiser Wilhelm trug Garde-du-Korps-Uniform mit der Kette des Annunziaten-Ordens und dem großen Bande des Militär - Ordens von Savoyen. König Humbert Generalsunisorm mit dem Schwarzen Adler- Orden. Se. König!. Hoheit Prinz Heinrich, der Kronprinz von Neapel, die Herzoge von Aosta und von Genua, Staatsminister Graf Bismarck und das

Ausland.

Wie«, 13. Okt. Die amttiche Zeitung ver- öfferftlicht ein kaiserliches Handschreiben an den Ministerpräsidenten Grafen Taafe, in welchem unter Genehmigung der Anträge desselben der Minister ohne Portefeuille Ziemialkowski auf sein Ansuchen vom Amte enthoben, demselben in Anerkennung seiner durch eine lange Reihe von Jahren mit pattiottscher Hingebung und eifriger Pflichterfüllung geleisteten treuen Dienste das Großkreuz des Leopold - Ordens verliehen und derselbe als lebenslängliches Mitglied in das Herrenhaus berufen wird. Gleichzeitig wird der bisherige Statthalter für Galizien, Ritter v. Zaleski zum Minister ernannt Ferner wird Baron Prazak von der Leitung des Justizministe­

,WaS bedeutet den» das nun wieder?« fragte Herr Georg oben.

Er erhielt keine Antwort.

Die Husaren waren schnell zur Stelle und hatte» de» Grafe» und die Knechte umziugell, so daß a» eine Flucht nicht zu denken war.

Der Offizier ritt dicht au die Leute heran und fragte barsch:

,Wa8 flieht es hier?«

Der Graf hatte de» Leutnant von Schlieffen erkannt, er stand zu ihr» in den freundschaftlichste» Beziehungen und atmete leichter auf, dennoch schwieg er, weil er de» Offizier in Gegenwart seiner Leute nicht kompronttttiere» wollte.

Herr Georg erklärte, über das plötzliche Erscheine» der Husaren sehr verwundert, vom Fenster aus ben ganze» Vorfall. Indessen hatte der Leutnant de» Reisende», dem ei» solcher Unfall passiert war, scharf in da? Auge gefaßt nnb ohne Zweifel erkannt; bet den meiste» der Husaren mochte dies auch bet Fall sei», denn fie steckte» ihre Pistolen ohne Kommando in die Halfter». Ma» wird fich erinnern, daß der junge Pole bet den alten Husaren sehr beliebt war.

„Bitte um Verzeihung, mein Herr!« rief der Leutnant zum Fenster hinauf. Wir suchte» eine» Deserteur. Dteser hier ist eS nicht. Alle- ht Ord­nung! Sammeln zum Abretten I«

Aber ein anderer Retter, der die rusfische Husaren« uniform ttng, ritt dicht an den Grafe» heran.

„Gras Zarniki!« ries er überrascht. „Sie find e8! Es thut mir leid, daß ich Sie finden mußte.«

Sich j» dem preußische» Offizier wendend, sagte er dann:

riums enthoben und an seiner Stelle der Statt­halter für Mähren, Graf v. Schönborn zum Justiz­minister ernannt. Auch dem scheidenden Minister von Prazak ist in Anerkennung seiner hingebungs­vollen Thätigkeit das Großkreuz des Leopold-Ordens verliehen worden. Außerdem enthält die amtliche Zeitung auch die entsprechenden kaiserlichen Hand­schreiben an Minister Ziemialkowski, Ritter v. Za­leski, Baron Prazak und Graf Schönborn und des weiteren noch die Verleihung desselben hohen Ordens an den Statthalter für Nieder-Oesterreich Baron Possinger. — Mit Bezug auf den von der „Italic" reproduzierten Artikel eines hiesigen Korrespondenz­blattes über die Tendenzen der Tripelallianz und die Stellung des Sultans zu derselben ist das „Fremdenblatt" von berufener Seite zu der bestimm­ten Erklärung ermächtigt, daß der ganze Inhalt des Artikels erfunden sei und daß zwischen den Allianz­mächten weder ein Ideenaustausch in der angedeu­teten Richtung stattgefunden habe, noch jemals ver­sucht worden sei, die Türkei zu einem fotmellerr Anschlüsse an die Tripelallianz zu bewegen. Die konservativen Tendenzen der Politik der Türkei stimmten ohnehin mit den Zieftn der Verbündeten Friedensmächte überein und es unterliege keinem Zweifel, daß die Türkei, falls dieselbe in ihrem Besitze von irgend einer Seite angegriffen werden sollte, mit traditioneller Tapferkeit für den Frieden und chr Recht einzustehen wissen werde. Die loyalen und freundschaftlichen Gesinnungen der Verbündeten Monarchen für die Person des Sultans, welche der letztere in vollem Maße erwidere, widerlegten schon an sich die lügnerischen Insinuationen, welche in der erwähnten Korrespondenz mit der Absicht der Ver­leumdung und der Verhetzung eingestreut seien.

Rom, 13. Okt. Der König Humbert hat dem Kaiser Wilhelm das Großkreuz des Militär-Ordens von Savoyen, des höchsten itcllienischen militärischen Ordens, verliehen. Der Kaiser hat den Kronprinzen von Italien als Leutnant ä la suite des 1. Hes­sischen Husarenregiments Nr. 13 gestellt, dessen Chef König Humbert ist. Der König hat dem deutschen Bosschafter Grafen Solms das Großkreuz des St. Mauritius- und Lazarusordens, den Generalleut­nants v. Hahnke und v. Wittich, sowie dem Wirkt. Geheimrat und Kabinettsrat Dr. von Lucanus das Großkreuz des Ordens der italienischen Krone ver­liehen und den Botschaftsrat v. d. Goltz zum Groß­offizier des Ordens der italienischen Krone er­nannt. — Die bei dem italienischen Hofe beglau­bigten Botschafter und Gesandten werden, wie ver-

elegante Kleidung verfehlten nicht, einen Eindruck auf sie zu mache». Dieser Man» sah jedenfalls nicht wie ein Dieb ans.

„Rnft die Hunde zurück", sagte der Graf in festem Tone, „diese Bestie» hätte» mich beinahe zerrissen."

„Wer seid Ihr aber? Was habt Ihr »m diese Stunde hier z» suchen?« hieß eS laut durcheinander, während man die Hunde abrief und einen engen Kreis um den Gefangenen schloß.

„Ich bin ein Reisender, der eS in Eurem schmutzigen Dorfkruge, wo mein Pferd steht, die Nacht über nicht anShalten konnte", erwiderte der Graf. „Ich stieg deshalb diesen Berg hinan, und kaum war ich unter den Linde», so überfiele» mich die Hunde. Ihr seht, daß ich weder Dieb »och Räuber bin.«

Im ersten Stock beS HerreuhauseS öffnete fich ei» Fenster und eine männliche Stimme rief, was eS unten gebe. ES war KäthchenS Vater, der un» faust aus seinem Schlafe erweckt worben war.

Die Knechte zogen bie Mützen ab nnb berichteten hinauf, was fie eben von dem Fremden gehört hatten.

„Wer find Sie, mein Herr?« stagte der Edelman».

„Mein Name ist Graf Zarnicki; verzeihe» Sie, daß ich Sie ohne meine Adstcht in der Nachtruhe gestört", erwiderte der Poft mit fester Stimme.

„Bitte tausendmal um Entschuldigung, Herr Graf", tönte el von oben herab, „aber Sie werden begreifen, daß wir in dieser abgelegenen Gegend die Hunde gebrauche», um uns vor Siebereien zu schütze». Schließt die Bestie» an die Kette, Ihr Leute! Führt den Herrn herauf! — ich bin ganz zu Ihren Dienste» Herr Graf!«

„Mein Kamerad, ich ersuche Sie, diesen Mmm zu verhafte», den» er ist der, ben wir suche». Ich bürge Ihnen taffir.«ü,mim n/J.

M Mrtsetzung fM) -

Cxl >. r 1 , ,ae t Äkö

Anzeige» mannt entgegen die Expedition d Blatte», sowie d. Amwncen-Bureanx von Haasenftein und Vogler

™ Jahrgang.

Daube tu Co. m Frankfurt a.»., Berlin, Hannover. Paris.

Deutsches Deich.

Berlin, 13. Okt. Die gestern in Rom zwischen dem Kaiser und dem König von Italien gewechselten Trinksprüche finden in der hiesigen Presse eine ähnliche Deutung, wie in der vorigen Woche der gleiche Vorgang in Wien. Besonders bemerkt wird auch, daß der Kaiser, ganz wie vorher der König, Rom als die Hauptstadt Italiens bezeichnet und damit eine von der Kurie bestrittene Anerkennung sich zu eigen gemacht hat. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Den politischen Schwerpunkt des 12. Oktober wird man mit Recht in den zwischen dem König Humbert und unserem Kaiser ausgetauschten Tafelgesundheiten sowie in dem Depeschenwechsel der leitenden Staats­männer beider Reiche erkennen. Was in der Seele ihrer Völker lebt und webt, das verkündete der Mund der Monarchen in Worten, wie sie der Augenblick gebar, die eben in ihrer frischen Unmittel­barkeit schlagender, überzeugender wirkten, als etwa eine von langer Hand vorbereitete Kundgebung zu thun vermöchte. Den Potenziertesten Ausdruck ihrer lebendigen Volkskraft aber besitzen sowohl Deutsch­land als Italien in ihrer Wehrorganisation, daher es nur als eme Verstärkung der friedlichen Accente und als nichts anderes betrachtet werden darf, wenn beide Monarchen Zeugnis ablegten für die deutsch- italienische Waffenbrüderschaft, indem König Humbert '„auf das deutsche Heer, den Schutz und Ruhm N Deutschlands" trank, Kaiser Wilhelm aber in italienischer Sprache nächst den Majestäten „das so sehr brave italienische Heer" leben ließ. Derselbe Geist höchster wechselseitiger Wertschätzung und : Freundschaft, den die Tafelkundgebungen der Monarchen ^arhmen, beseelt auch den zwischen dem italienischen s Ministerpräsidenten und unserem Reichskanzler ge­pflogenen telegraphischen Gedankenaustausch. Die Freundschaft und Bundesgenossenschast der Völker zum Zweck der Verbürgung des Friedens von Europa' tritt uns aus dem zwischen Rom und Friedrichsruh stattgehabten Depeschenwechsel als leitender Grund­gedanke der deutsch-italienischen Politik wiederholt mit plastischer Greifbarkeit entgegen. Aus den Kundgebungen beider Autoritäten spricht eine so augenfällige Gleichartigkeit der Anschauungsweise, Mittel und Ziele ihrer auswärtigen Politik, wie sie von allen an der Erhaltung und Befestigung der gegenwärtig bestehenden internationalen Ordnung (interessierten Seiten nur irgend gewünscht werden kann. — Dem Professor Herrsg, Mitglied der Obermilitär-Examinations-Kommission und Lehrer

(Nachdruck beiboten.]

Der Deserteur. /

Novelle von StaniSlauS Graf Grabowski.

(Fortsetzung.)

Nur et» Gefühl erhob ihn wieder: er konnft mit Wahrheit sagen, daß er allein ihrethalben gehandelt habe, wen» auch nicht mit vollkommener Besonnenheit.

1 l Der Graf wußte selbst nicht, wie lange er in Hefen wachenden Träume» zugebracht hatte. Ein leichter Frost schüttelte feinen Körper und erhob fich. Er ging durch ben Obstgarten, trat in ben Teil, welcher die Blumenpartie enthiett und schlich fich vor­sichtig dem Hause zu. Er kannte die Fenster von KäthchenS Schlafgemach und blickte zu ihnen hinauf; alles war dort finster.

Käthche» ruhte gewiß schon lange und träumte bielleicht von ihm, ben fie nicht tu ihrer so großen Nähe ahnte.

Seuszenb ging er nun um bas Haus herum Alb erreichte wteber ben Platz mit ben Linden vor dem Hause; er zögerte noch, in ben unbehaglichen Krug zurückzukehren.

Im Dorfe unten bellten bie Hunde, und auch «ie Rüden auf dem Wirtschaftshofe des Schlosses schlugen an. Der Graf wurde beunruhigt und wollte schnelle» Schrittes in baS Dorf hinabsteigen. Mochten aber seine Tritte bie Tiere ans bem Hofe auf, werksam geumcht haben, — zwei von ihnen, setzten »ber eine» nichtigen Bretterzaun und stürzte», laut dellend, gerade aus ihn z».

Die Lage wurde bedenklich. Er trug keine andere Waffe bei sich als zwei Pistolen, die er in ben Sattel, halftern des Braunen gesunde» und, als er demselbe» iw Stalle des Kruges das Futter vorgelegt, zu sich Setzeckt hatte. Sie gehörte» ohne Zweifel dem Obersten, »»d er hatte noch nicht einmal Zett gesunden, zu blltersuchen, ob fie geladen seien.

Als bie wütende» Tiere Miene machte», ihn «lznfalle», griff er nach einer dieser Pistole», aber

Erscheint täglich außer an Werktagen »ach teoitn- und

Feiertagen. — Quartal-AbonnemeMS-PreiS bei derExpe.

tition S'/, Rist, bei den Postämter» S Rk. b0 Pfg. (exll-

s" gespaltene Zeile DleNstttg, 16. Oktober 1888.

10 Pfg., Reklamen für die Zelle Sb Pfg. 07