n
ter
ober
■'s ,1
fader.
Suiffo,
Z
SxPüntwU! Markt N. — Redaktion, Druck und Verlag von J oh. An- Koch.
!"-m4 Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
.4?» r< W •
ipnadhiT M .M ;
Illustriertes Sonntagsblatt.
L <t.ru \ i f 3»*iag& < -
litt
önthan
Sonnabend, 13. Oktober 1888.
Blum, .nunmehr betreten und ist in Rom angekommen.
23.
zu bieten, ist Kaiser Wilhelm II. über die Alpen
gegangen- als Freund des Königs und des Landes'
ild
> bi
M.
•. 4i5<Ii'8 tvi
Gros 4333 t's
Italiens militärische Macht ist wohl von Gegnern ches .Staates bespöttelt und herabgesetzt worden, Mindesten mit Unrecht. Man läßt bei solcher Kritik außer Acht, wie die Verhältnisse vor fünfundzwanzig Zähren lagen und wie sie heute liegen. Es ist richtig, .daß Erzherzog Albrecht von Oesterreich die
3.
oder:
13
15
n*lt
ii
3%
*%
®%
uxk
liegen auf den Schlachtfeldern Italiens begraben, .aber keine bittere Erfahrung konnte die deutschen Kaiser des Mittelalters von dem schönen südlichen L«rde fernhalten, wohin es sie wie mit ZaubergewaLt zag. Auch die größten der deutschen Kaiser von Karl dem Franken an, wie Otto I, Friedrich Barbarossa, Friedrich II., haben nach Italien gestrebt Md weniger darauf geachtet, daheim chre Herrschaft sicher zu stellen. Die Romfahrten waren das Unglück des alten Reiches, aus ihnen erwuchs die Schwächung uyd Zersplitterung seiner Macht. Heute ist das anders; das: deutsche Reich ist mit dem geeinten Königreich Italien eng verbündet und um
«nwigx, mwwt entgegen dir Expedition d Watte-, P -r. s»w« d^Lmumceu-Bureanx von Haaseustein und Bogle»
Der Kaiser in Italien* .,fi..
Kaiser Wilhelm II. hat den Boden Italiens
[Nachdruck verboten.^
Noma.
(Schluß.)
Worüber. Aus dem bunten italienischen Staaten- stündel ist ein Einheitsstaat, eine Großmacht ge- — worden und wir hüten uns wohl, daran zu rütteln.
SJßre es doch unser eigener Schade, würde und «wüßte die deutsch-italienische Bundesfreundschaft doch bann mit einem male ihr Ende erreicht haben und . djese Bundesfreundschaft ist für uns sehr wertvoll.
05
02% 07% 02%
08% 59% 34
>9%
*%
am 25. Juni der Reichstag im Beisein aller deutschen regierenden Fürsten eröffnet wurde, sprach sich der.Kaiser über die Beziehungen zu Italien folgenderuwßen aus: „Gleiche geschichtliche Beziehungen wib gleiche nationale Bedürfnisse der Gegenwart verbinden uns mit Italien. Beide Länder wollen die Segnungen des Friedens sesthalten, um in Ruhe der Befestigung ihrer neugewonnenen Einheit, der AuMldung ihrer nationalen Institutionen und der Förderung ihrer Wohlfahrt zu leben."' Diese Harmonie der Interessen, welche erst vor kurzem in dem Beitritt JtaliE ^ ''deck österreichischungarisch-deutschen Bunde einen festen und sichtbaren Ausdruck erhalten.hat, führt den Kchser jenseits der Alpen. Wie aber jede der drei Zenträlmächte ihre Sonderinteressen hat, welche für Hie befreundeten Mächte nicht^ existieren, so ist es selbstverständlich, daß Kaiser Wilhelms Romfahrt nicht den Zweck haben kann, den speziell auf dem Gebiete der inneren Verhältniffe liegenden Sonderintereffen Italiens Vorschub zu leisten. Mag man auch an der Tiber im Gefühl der Genugthmmg, daß achtzehn Jahre nach der Herstellung der Einheit Italiens der jugendliche Kaiser des Deutschen Reiches in die neue Hauptstadt einzieht, in diesem Ereignis eine Stärkung, Bekräftigung und Anerkennung des italienischen Einheitsgedankens erblicken und daraus für die inneren politischen Verhältniffe Kapital zu schlagen suchen, 0 ist dies doch eine sachlich unbegründete Auslegung der Absichten des Kaisers, welcher mit seinem Besuch nur die Freundschaft mit dem italienischen Königshause befestigen und vor aller Welt das innige Einvernehmen beider Mächte in allen Fragen und Jntereffen der europäischen auswärtigen Politik! bekunden will. . Hiermit steht nicht nur nicht im Widerspruch, sondern in vollem Einklang , daß Kaiser Wilhelm in Rom auch dem Heiligen Vater seinen Besuch abstattet und auch diesem die Gefühle seiner Verehrung, seine Genug- thuung über die Wiederherstellung des kirchlichen Friedens und seine Hoffnung, diesen Frieden erhalten zu sehen, zum Wisdruck bringen dürfte.
st- dH. hte<
5556
ild
Marburg, ß
zu Wasser und zu Lande bedeutende Anstrengungen gemacht, seine Großmachtstellung kräftig zu stützen und heute haben wir eine italienische Armee und Marine, mit der sehr gerechnet werden muß. Der Wortlaut des deutsch - italienischen Bündnisses ist nicht bekannt; daß er sich auf die Verteidigung gegen Frankreich in einem von diesem begonnenen Kriege richtet, ist natürlich selbstverständlich und das weiß man auch in Paris, weiß daß Frankreich, wenn es heute einen Krieg begönne, ganz anders noch geschlagen werden würde als 1870/71. Der Minister Goblet hat ja neulich erst gesagt, wenn Frankreich jetzt einen auswärtigen Krieg begönne, würde es denselben unter sehr ungünstigen Verhältnisse» führen müssen. ... :M,
Die -beiden verbündeten Monarchen reichen sich .in Rom die Hände und besiegeln damit den Bund der Völker. Jeder deutsche Kaiser des neuert Reiches hatte bisher eine Zusammenkunft mit den Herrschern Jtirliens. Kaiser Wilhelm 1 erwiderte in den siebziger Jahren den Besuch Viktor Emanuels in Mailand, Kaiser Friedrichs der als Kronprinz wiederholt in Rom war, trat sich mit dem König Humbert, mit dem er eng befreundet war, auf der Rückreise von San Remo in einem kleinen Orte vor Genua, und Kaiser Wilhelm II. ist nunmehr nach Rom gegangen." Fest wie die Freundschaft der Fürsten ist auch die der Regierungen; Fürst Bismarck und der italienische Ministerpräsident Francesco Crispi sind schon lange befreundet, und seit Abschluß des Friedensbündnisses treffen sie sich alljährlich zum Meinungsaustausch, der völlige Übereinstimmung der .Ansichten bekundet. So ist alles vortrefflich geordnet, und dieser Einmütigkeit wird auch der Empfang des deutschen Kaisers entsprechen. Bei dieser Reise tritt' die politische Seite derselben ganz außerordentlich hervor, weit mehr, als bei der nach Wien, das erkennt man aller Orten. Der Kaiser ist auf dieser Reife von dem Prinzen Heinrich, seinem Bruder, begleitet, der mit ihm auch nach Rußland fuhr; die Fahrt nach Rom bezeichnet also einen hervorragend wichtigen Akt. Wir sind überzeugt davon, daß er dazu beitragen wird, die Erhaltung des Wlkerfriedens zu sichern, unruhige Gedanken zu verscheuchen. • ,
Deutsches Reich.
Berlin, 11. Okt. Die Kaiserin Augusta Victoria überbrachte dem Generalarzte Dr. von Lauer zu dessen gestrigem achtzigstem Geburtstage persönlich die Glückwünsche der Majestäten und ver-
Wieviel Menschen die Petersktrche fassen kann? Ich vermag eS wirklich nicht zu sagen, vielleicht haben fünfzigtansend Platz darin. Die wunderbare Pracht dieser Kirche mit ihren zahllosen Statuen, das herrliche Grab des Apostelfürsten, sie blenden widerstandslos jeden, der diesen unvergleichlichen Raum betritt, mag er nun Katholik oder Protestant sein. Irgend welchen Unterschied zwischen den verschiedenen Konfessionen macht man übrigens weder im Vatikan, noch in der Petersktrche. Jeder, der den Wunderwerken der Knust huldigen will, ist willkommen, und die Höflichkeit, welche jedem Fremden erwiesen wird, berührt vortrefflich. Eine wahre Fundgrube au unermeßlichen, gar nicht zu schätzenden Kunstwerken bildet der Vatikan, die Residenz des Papstes, wo der Kaiser dem Oberhaupt der katholischen Kirche seinen Besuch abstatteu wird. Einen glanzvollen Empfang von weitester AuSdehnnng kann der Papst fremden Besuchern nicht recht erweisen, dazu wäre doch wohl freie Verfügung über den Peterhos nölig. Aber ans dem üben die stalieuischen Polizisten die Aufsicht, und sie und der päpstliche Hofstaat und die Palasttruppen gleichen Feuer und Wasser. Die feindlichen Elemente stehen einander nahe genug. Vor den Säulenhallen befinden sich die Italiener, aber hinter den Colounadeu, in dem großen Portal bei Vatikans stehen die Schweizergarden des Papstes, unb ein Posten hält Gewehr bei Fuß Wache. Der, ganze Empfang muß ich mithin notwendigerweise in den immensen, inneren Räumen des päpstlichen Palastes abspielen. Nur eine geringe Zahl vvu Personen wird Zeuge deS historischen Ereignisses sein.
Wir schlendern znrück in die Stadt; der Corso und die Bia Nazionale die beiden glänzenden Haupt- kraßen Roms, »eigen, was die nicht nubedenteude Industrie der Stadt vermag, sie find in der That Straßen, einer Hauptstadt eine! modernen Groß- taates würdig. Ein bnntel Leben unb Treiben herrscht in ihnen, hier wird.von bent zahlreichen römischen Adel die ganze .Pracht ihrer Häuser zur
s uni [6149 \tx it
Dor-
, w [Nachdruck »erboten.]
Der Deserteur.L
von Stan iSlau- Graf «rabvwSki.
(Fortsetzung.)
Die Kanonenschüsse waren das allbekannte Zeichen,
ein Deserteur sei entkommen, und sollte dazu dienen, die ganze ländliche Gegend ans den Flüchtling aufmerksam zu machen, damit sie bei seiner Ergreifung hilfreiche Hand leiste. ES stand ein verhältnismäßig hoher Preis ans die Ergreifung eines Deserteurs und die Bauern pflegten sich deshalb bei dieser Gelegenheit sehr rührig zu zeigen.
In bem um diese Stunde sonst so stillen Warten- berg wurde eS lebendig, Fenster und Thüren wurden auf und zugemacht, auf den engen Straßen bildeten sich einige Gruppen Neugieriger, die baldhaarsträubeude Geschichten von Desertion eines preußischen Husaren erzählten, der vorher einen Offizier niedergestochen habe und dergleichen mehr. Kleine Hnsareupatrouillen mtt auf der Lende gesetzter Pistole traten über da» Pflaster fort zum Stäbchen hinaus.
Stach einer Stunde war alles wieder stM. Die guten Bürger träumten in ihren Betten von dem gräßlichen auf den unglücklichen Offizier angeführten Attentate und der feierlichen Zeremonie, mit der der entflohene und eingebrachte Deserteur auf der grünen Wiese draußen erschossen werden würde. Nur im Hause des Obersten war noch Licht zu erblicken.
Der alte Herr hatte sich nicht zn Sekt gelegt, andern ging in seinem Schlafzimmer noch immer mtt ans den Rücken gelegten Händen starken Schrittes auf upd nieder, wöbet er leise fluchte und Mischen den Zähnen «mmelte: 4
.Er hat einen guten Vorsprung gehabt, ich weiß, wie »ein Brauner geht. Wenn er aber unvorsichtig
Erscheint täglich anher an Wecktagen nach Sonn» und Feiertagen. — Onackal-AbonnementS-PreiS bei der Uxpe- dition 2% $tL bei den Postämtern 2 Ml 50 Pfg. (exst. Bestellgeld). JnfertionSgebLhr fär die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen ftr die Zelle 25 Pfg.
«werden ihn auch die Italiener mit Enthusiasmus EMU s°mpfangev. Die Zeiten, in welchen Deutschland .!• Italien selbst Interessen zu vertreten hatte, sind
^9^4 bent alliierten Könige die Freundeshand zum Gruße
)len=
Ausland.
Florenz, 11. Okt. Kaiser Wilhelm traf heute morgens um 8 Uhr auf dem prachtvoll geschmückten Bahnhofe zu Pistoja ein, wo das Frühstück eingenommen wurde. Um 9 Uhr traf der Zug im hiesigen Bahnhofe ein. Se. Majestät wurde von dem deutschen Botschafter Grafen zu Solms begrüßt, welcher die anwesenden Spitzen der Civil- und Militär- gewesen ist, dann Gnade ihm Gott! Die Russen spaßen mit Deserteuren noch weit weniger, als wir. Ein herrlicher Junge, den ich so in mein Herz geschlossen habe 1 Und, waS das schlimmste ist, so wahr ich noch daS Auge eines alten Husaren habe, die Helene ist in ihn ganz verschossen! Habe ich nicht mit meinen eigenen Augen gesehen, daß er ihr jetzt beim Abschiede die Hand küßte und heimlich zu ihr flüsterte? — Gut, mir solls schon recht sein, denn er ist ein Pracht- junge, und sein Vermögen bekommt er doch früher oder später wieder, wenn er erst wohlpateutterter und bestellter preußischer Offizier ist. , 4, y
Der alte Oberst von Brandt »ar doch ein bischen inkonsequent, denn Graf Zarnicki hatte zur Zett noch viel »ewiger als Leutnant von Seelen, und die Hoffnung aus dereinstiges Vermögen war unter den obwaltenden Umständen jedenfalls etwas heißblütig, aber der junge Pole war einmal fein Liebling geworden.
Endlich lange nach Mitternacht, als noch immer keine Meldung von den ausgesandten Patrouillen eingetroffen war, legte der Oberst sich zur Ruhe nieder und schlief ttotz seiner Bekümmernisse so sanft wie ein alter Soldat, der nicht auf Feldwache, sondern , in den weichen Bettkiffen seiner Garnison liegt
In Helenens Augen dagegen kam während der ganzen Nacht kein Schlaf. SBie sie den Adjutanten ihres Vaters im ttefsten Herzen trug, fo hatte Re sich auch der Freundschaft und Teilnahme zu dem jungen Grafen mtt ganzer Seele hingegeben. Teils hatte dies fein eigenes Benehmen verursacht, hauptsächlich aber das verttauliche Bekenntnis seiner Liebe zu ihrer Kusine. Helenens Herz war noch empfänglicher für die Freundschaft, als für die Liebe, obgleich sie, letztere, nachdem -sie sich ihr einmal offenbart, mtt unerschütterlicher Treue festhielt Sie hatte sich sehr... ost nach ihrer Koufiue gesehnt, von der sie nur bet starre Eigensinn de» Vaters Neunte; sie war glücklich, ein LerstäuduiS »wischen sich und ihr «öffnen ü können, inbem sie ihr vielleicht die pößteu Dienste 3 trMmttittörÄ »M r;a
.i7?rchk7 ag
.Seit langen, langen Jahren weilt zum erstenmale -wieder ein deutscher Kaiser in Rom, der Beherrscher «des urkräftigen, neuen Germanenreiches, welches so ^glänzend das zum Beginn des Jahrhunderts entschlafene, altersschwache „heilige römssche Reich 1 deutscher Nation" ersetzt.. Deutschland ist frei «von Italien, welches dem alten Reiche stets und ständig ,nur. Unheil gebracht hatte. Tausende von deutschen
weilte längere Zeit im Kreise der Familie. Die Kaiserin war von den beiden ältesten Prinzen begleitet. — Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Kaiser verlieh dem Oberbürgermeister IN. Miquel den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Stern und Eichenlaub.. — Der .Nationalzeitung" zufolge fand sich heute morgens ein hiermit beauftragter Untersuchungsrichter bei dem Herausgeber der .Deutschen Rundschau" ein, um von demselben die Herausgabe des Manuskriptes des veröffentlichten Tagebuches zu verlangen. IN. Rodenberg kam derAufforderung nach. — Die .Post" meldet: Der russische Generalstabsarzt Geheimrat Remmert zeigte dem Komitee zur Errichtung eines Langenbeck - Hauses in Berlin an, der Kaiser von Rußland habe die Genehmigung erteilt, unter den russischen Militärärzten eine Kollekte für dasselbe zu eröffnen. — Bei der heutigen Zusammenkunft der Chefs hiesiger Bankfirmen bei dem Reichsbankpräsidenten von Dechend legte letzterer dar, daß es sich um die Beteiligung au einer Sammlung des evangelisch-kirchlichen Vereins handele; dies entspreche dem Wunsche der Kaiserin^ welche die Zwecke des Vereins fördere. Die Gelder würden lediglich zu hunumttären Zwecken und zur Linderung der kirchlichen Notstände verwendet; jeder parteipolittsche Standpunkt fei ausgeschlossen. Seitens der Teilnehmer an der Zusammenkunft erfolgten alsbald Zeichnungen.
— Die große Reise des Deutschen Kaisers erfährt in diesen Tagen mit seinem Besuche in Rom und Neapel ihren Abschluß. Dieser Besuch ist im Vergleich zu den vorhergegangenm nfofern von größerer politischer Bedeutung, als es das erstemal ist, daß ein Kaiser des neuen Deutschen Reichs in her Hauptstadt des neuen Königreichs Italien weilt Langjährige Tradittonen persönlicher und politischer Natur haben zwischen Berlin und St. Petersburg feste Beziehungen geschaffen, welche Kaiser Wilhelm II. nur aufzufrischen und seinerseits zu bestätigen brauchte. Traditionen gleicher Art verbinden, wenn der Gang der Politik auch oft zu abweichenden Wegen nötigte, schon seit langem Berlin und Wien. Die Freundschaft mit Italien aber ist, wie dieses Königreich selbst, erst neueren Datums und hat sich erst aus der gleichartigen Entwicklung der Jntereffen und der neueren Geschichte Deutschlands und Italiens ergeben. Die Jugend dieser Freundschaft thut aber ihrer Festigkeit und Aufrichtigkeit leinen Abbruch: Dies vor aller Wett zu bekräftigen , -ist der Zweck der Reise, welche Kaiser Wilhelm II. nach Rom •unternommen hat? In seiner Thronrede; mit welcher
Schau getragen. Freilich fehlt eS auch in der ewigen Stadt nicht an katilinarffchen Existenzen, welche die größte äußere Eleganz zur Schau tragen, aber oft mit trockenemBrod sich sättigen mfiffen.
___ihm weit überlegene italienische Armee 1866 bei BÄ Custozza ganz empfindlich auf's Haupt geschlagen PT? hat, aber man muß daran denken, daß sich eine H tue schlagfertige kriegsbereite Armee nicht in ein paar Jahren bilden läßt und Italien hatte 1866 noch I*- nn sehr unvMkommenes Armeewesen. Seitdem hat
- sich aber alles bedeutend geändert; der Staat hat
wich. ’ mer. taflet. ?pel. hweitze i)(üter.< * ttel. Hamkr inbatt
>w An bet Engelsbrücke herrscht ein außerordentlich reges Leben, diverse Bierrestaurants zieren die Runde, assel jenseits liegt die Engelsburg, das Grabmal, welches
11 Kaiser Hadrian sich gebaut und das in späteren Zeiten manchem Papst als Zufluchtsstätte gedient. Jetzt ist e8 italienisches Militärmagazin, und ein kl f Infanterist hält vor derselben Wache. Wenn die State nur nicht solche entsetzlichen Tschakos hätten. --~*c haben auch niemals Schönheit gesehen. Die in «om liegenden Regimenter weisen recht stramme Leute auf, und die Kavallerie mit bem immttierten altrömischen Helm macht sich recht propper. Eine g, - tage, dunkle Straße führt unS zum PeterSplatz.
Wir ahnen schon, daß wir ihm nahe sind, denn alle Laden zeigen Heiligenbilder, Rosenkränze, Kruzifixe rc. u»d da liegt er vor uns, der PeterSdow, die größte, Wundervollste Kirche der Erde. Die Bettler, welche nch früher auf den Stufen zum Eingänge drängten, md von der italienischen Sarabiuerie unbarmherzig tutfentt, man wird nur noch wenig oder auch gar W von ihnen belästigt. Der Platz selbst, der von Säulenhallen umgeben ist, erscheint nicht sonderlich §°ß, so lange man mitten darauf sich befindet, ^ttht man aber vor bem Portal ber Petersktrche, zu "rlchem Karl der Große auf den Kuieen hinaufge- Mcht sein soll, so erkennt man die ganze mächtige droße. Bon der Loge oberhalb deS Domportals pflegt, ber Papst früher de» auf dem Platze der- lamwelteu Tausende» seinen Segen zn spenden. T4» dem 20. September 1870 hat dies fein Ende Mcht, und Leo XHI. ist erst an» Anlaß seine» ^"szrsjährigen PriesterjubtläumS in diesem Jahre £*.m erstenmale in den PeterSdow überhaupt gekommen, x« Schwelle deS Dome» ober de» dabei liegenden Attkan», seines Wohnsitze», überschreitet ber Papst «ranuttH nicht. ?>•■£ 4 , '■= ■ I
nta htiwflß .tzttors MLiznm-schuvrÄk Aul rrjittL schLs-5 chr« rrckM MwtzM *»*$i
4----* M «i wiwM :