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Wöchentliche Beilagen: Krers-Blatt für die Kreise Marburg nab Kirchhaiu^zoZüuftriertrs Sountagsblatt,
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kurze, schneidige Trinkspruch auf die preußische und deutsche Armee, die preußischen und deutschen Kameraden Oesterreich-Ungarns, welchen Kaiser Wilhelm mit einem Hoch auf die österreich-ungarischen Kameraden Deutschlands beantwortete. Diese Worte
eigentlich sagen, daß überhaupt kein Krieg mehr möglich ist; jeder Angriff auf diese furchtbare Macht muß doch erfolglos abprallen und würde schwer bestraft werden. Alles das sagt der schlichte gesunde Menschenverstand. Wenn der immer die Oberhand hätte, würde allerdings kein neuer Krieg kommen, aber die Thorheit und Unvernunft gewinnen ja bekanntlich dann am ehesten die Oberhand, wenn am wenigsten daran gedacht wird.
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Die Wiener Kaisertoaste
machen fortgesetzt von sich reden, und sie haben auch eine Bedeutung, die in ganz Europa gewürdigt wird. Was sind dagegen die Trinksprüche, die bei der Anwesenheit KaiserWilhelmsll. in Peterho; ausgebracht wurden? Höfliche Etikettenworte, die weder kalt, noch warm machen. Ganz anders in Wien! Beide Kaiser haben in ihren Toasten au einander den unentwegten Fortbestand der alten bewährten Bundcsgenossenschaft betont, sie haben
in Potsdam neben der Friedenskirche der Grundstein zu der Grabkapelle gelegt werden, in welcher Kaiser Friedrichs sterbliche Hülle die letzte Ruhestätte finden soll. -Die Kaiserin Friedrich wird mit den Prinzessinnen - Töchtern der Feier beiwohnen. Die Entwürfe zu der Grabkapelle find bereits von dem Kaiser Wilhelm und der Kaiserin Friedrich genehmigt worden. — Nach dem neuesten Terminkalender für Justizbeamte Preußens ist zu konstatieren, daß auch im Jahre 1888 die Zahl der Referendare wieder zuriickgeMmgen ist; sie beträgt 3216 gegen 3385, 3724, 3839, 3919, 3937 und 3928 in den Vorjahren bis 1882 zurück. Die Zahl der Assessoren hat sich allerdings seit dem Vorjahre wieder erhöht; sie beträgt 1652 gegen 1485 im Jahre 1887; 1886 waren 1237, 1885 1010, 1884 894, 1883 747, 1882 656 Assefforen vorhanden. Wenn indesien, was ja bei den augenblicklichen Verhältnissen nur zu wünschen ist, die Zahl der Referendare auch in der Folgezeit ebenso, wie in den Vorjahren regelmäßig abnimmt, so wird diefer Vorgang auch auf die Zahl der Assessoren zurückwirken müffrn, und wir würden dann endlich, wenigstens was den juristischen Beruf betrifft, allmählich die Mißstände der Ueberfüllung beseitigt fdjen.
Leipzig, 7. Okt. Zur feierlichen Grundsteinlegung für das Reichsgerichtsgebäude (Sl; Oktober) hat, wie man der „K. Ztg." meldet, außer dem Könige von Sachsen auch Kaiser Wilhelm sein Erscheinen zugesagW ■ ■ ■ v
Stuttgart, 8. Oktbr. Der „Staatsanzeiger" meldet: Der König empfing heute den konsultierenden Leibarzt von der Universität Tübingen. Seit lange besteht bei dem Könige eine erhöhte Neigung zu katarrhalischen entzündlichen Erkrankungen der Atmungsorgane. Diese Prädisposition ist um so mehr zu berücksichtigen, als gleichfalls schon jahrelang Ver- inderungen innerhalb des Gefäßsystems vorhanden find, welche imfalle des Hinzutretens neuer Störungen der Gesundheit drc Wiederherstellung er- chweren würden. In'Erwägung dieser Umstände waren die Aerzte der entschiedenen Ansicht, daß der König noch vor Eintritt der rauhen Jahreszeit zum Winteraufenthalte den Süden aufsuchen möchte. Der König reift am 20. Oktober nach der Riviera ab; die Königin folgt ihm später dahin nach.
(Nachdruck verboten.)
Der Deserteur.
Novelle von Stan islaus Graf Grabowski.
(Fortsetzung.)
Erschrak Käthcheu über die Waghalsigkeit seines UnternehmeS, die sie nicht einmal richtig zu würdigen vermochte, an und für sich schon, so wurde sie erst recht blaß, als der Cormt außer Diensten den Namen ihres Verwandten nannte, von dem sie sich »ach einzelnen Andeutungen ihres Vaters die Vorstellung etwa eines Bären gemacht hatte, welche letzteren zur damaligen Zeit in den polnischen Wäldern noch gar nichts Seltenes waren. Aber der junge Mann lachte zu den wenigen Worten, mit denen sie ihre Besorgnis ausdrückte, und versicherte, der alte Oberst von Brandt scheine der beste Mann von der Welt enb ein richtiger Hnsar zu sein.
.Und wa» wird nun geschehen?" fragte Käthcheu kleinlaut. .Sind wir den» jetzt ei» bischen besser daran, als vorher?«
.Das wollte ich meinen", erwiderte Zarnickt mit triumphierender Ueberzeuguug; ,iu wenige» Woche» »erde ich preußischer Offizier sei», denn der Oberst hat mir versprochen, deshalb an den König zu schreiben. Dan» werde ich vor Deine» Vater trete» und uw Deine Hand anhalten."
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I würdest D» lieber thu», Sithchr»?
Air gänzlich entsage», nachdem ich «einer Liebe zu Dir das größte Opfer gebracht habe?'
.Neiu, »ei»', antwortete sie stotternd, .lieber
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stnd keine selbstverständliche Höflichkeit, sie ziehen den Schleier von den geheimsten Abmachungen zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn, denn sie beweisen, daß die beiderseitigen Armeen im Ernst- I falle nicht nebeneinander, sondern zusammen (0< 1 I marschieren werden, und damit erhält das Friedens- erpen.t büridnis einen ungeheuer vermehrten Wert.
beteuert, daß sie unverbrüchlich an den abgeschlossenen Verträgen festhalten würden, welche nicht nur den so eng verbündeten Nationen, sondern ganz Europa tafr. zum Heil und Segen gereichen. Diese Aussprüche
Ä wurden erwartet; nicht erwartet aber wurde der
kritischer Lage ist jede Minute kostbar. Und zwei Generale in einer Schlacht kommandieren, geht nun und nimmer an. Im Kriege kann
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i E. Deutsches Leich. ,
I _ Berlin, 8. Okt. In verschiedenen Blättern
: ünden sich Meldungen. über einen nochmaligen Be- 1 such unseres Kaisers in Wien. So wird der 1 Wiener .Presse' von hier von angeblich zuver- ■ lässiger Seite gemeldet: „Die Reisedispositionen des deutschen Kaisers haben eine wichtige und
1 erfreuliche Aenderung erfahren. Kaiser Wilhelm wird auf der Rückreise von Neapel nach Berlin in Begleitung seines Bruders, des Prinzen Heinrich, nochmals Wien mit einem Besuche erfreuen und einige Tage hier verweile». Kaiser Wilhelm dürfte am 20. d. hier eintreffen und wird erst am 23. d. in Berlin zurückerwartet." DaS „Fremdenblatt" giebt diese Meldung wieder und knüpft daran folgende Bemerkung: ,S«>iA in unterrichteten Kreisen verlautet, ist indes ein Endgültiger Beschluß inbetrcff der Rückreise deS deutschen Kaisers in Wien noch nicht bekannt; es ist aber nicht ausgeschlossen, daß Kaiser Wilhelm auch feinet Rückreist von Rom »ach Berlin über Wien antrjtf und hier einen kurzen Aufenthalt nimmt. In diesem Falle.' würde sich höchst wahrscheinlich auch der Bruder des Kaisers, Prinz Heinrich, in dessen Begleitung befinden." — Der .Pester Lloyd" erwähnt noch, daß Kaiser Wilhelm am 4. Oktober im Arbeitszimmer des Kaisers Franz Josef mit diesem eine über eine Stunde währende Unterredung gepflogen And nach derselben den Grafen Kalnoky empfangen hahe. — Im Laufe dieser Woche werden die auswärtigeü Mitglieder des Bundesrats zu den hiesigen Geschäften zurückkehren. Wie man hört, sind in der Zusammensetzung der Ausschüsie, welche bekanntlich nach Staaten erfolgt, Aenderungen nicht zu erwarten. Gegen Ende des Monats werden die Mitglieder- des Bundesrat» sich nach Hamburg begeben, um an de» den ^ollanschluß begleitenden Feierlichkeiten teilzunehmen. — Von verschiedenen Seiten, städtischen Behörden und sonstigen Körperschaften, ist eine ernste Feier des 18. Oktober geplant, auf welchen Tag der Geburtstag weiland Kaiser Friedrichs fällt. An diesem Tag wird von btt Aimee; das lag, rote gesagt, in ben damaligen Zeitverhältuissen. UebrigenS mußte die Anstellung deS Flüchtlings beeilt werde«, den» ehe ihn nicht die preußische Uniform schützte, konnte eS seine» einflußreiche» Verwandten leicht möglich werden, seine Auslieferung zu erlangen.
Eine solche Besorgnis schien der ehemalige Cornel aber gar nicht zu teile», ben» er bewegte sich in feinen neuen unsicheren Verhältnissen mit der größten Uu. befangenheit und Sorglosigkeit.
Bald war er ein Liebling der Offiziere und selbst der schnurrbärtige» Korporale und Husaren geworden, die zum großen Teil noch den fiebevjährigen Krieg mitgemacht hatten, denn er begleitete sie auf seinem vortrefflichen Ukrainer Rappe» zu allen ihren Exerzier- Uebungeu und machte ihnen dabei so viel Reiterkunst. lückchen vor, daß sie seine Geschicklichkeit und Toll, kühnhest bewunderte». Er schien förmlich auf dem Pferde geboren zu sein, wie man von ben Tscherkeffen des Kaukasus oder den afrikanische» Beduinen zu sage» pflegt; wie diese» war eS ihm ganz gleich, ob er im Sattel saß ober stavd, sich in dem vollsten Karriere von ihm herabwarf unb wieder heraufvolti- gierte, ob er eine steile Anhöhe hioabjagte, daß daS chuaubende Pferd sich zu Überschlagen drohte, oder durch die Flügel einer bei scharfem Winde gehenden Mühle sprenge, »nd was dergleichen Probe» mrbe. greuzler Waghalsigkeit mehr find.
Dabei ging et mit seinen fünfhundert LoniSdorS » freigiebig um, als besitze er außerdem »och eine ßanje Million, er war ganz der liebenswürdige, uhne und leichtsinnige polnische Edelman». Le- onderS hatte der alte Oberst feine Freude an ihm »nd gestand sich offen, er selbst sei nicht einmal in einer Jugend et» so talentvoller Hasar gewesen.
DeS Grafe» Besuche in seinem Hanse trugen ibrigenS nicht wenig zn seiner Erheiterung bei, denn ' bet alte Herr hatte jetzt bort schwere Tage, obgleich er sich nicht» davon merke» laste» wollte. ■ - ।
Er hatte sich de» HeiratSautrag Leutnant» von i
Ausland.
8. Okt. Der deutsche Kaiser unb der Kaiser von Oesterreich begaben sich heute "um 10 Uhr zur Jagd nach dem Lahngraben, wohin die Seelen nochmals wohl überlegt, nachdem er ziemlich barsch seine Helene zur Rede gestellt, von ihr ei» offenes Bekenntnis erhalte» hatte, »nd ihre Astlge» nun täglich vom Weinen gerötet, ihre Wange» blasser fand. -
DaS arme Kind, das im strengen Gehorsam erzogen worden, hatte keinen Widerspruch gegen daS Verbot ihres Vaters gewagt, sich ben Abjutanten aus dem Sinn zu schlagen, unb Beim sie dazu auch wohl nicht den ernstlichen Willen hatte, so gab sie sich doch die erdenklichste Mühe, de« Vater kein ttübeS Gesicht zu zeigen, aber vergeblich.
Der Oberst war seiner Tochter von ganzem Herzen zugethan, ober er hatte nie einen Widerspruch von ihr geduldet, sie »ar eigentlich tyrannisch von chm erzogen worden. ES that ihm leid, daß et ihren liebsten Herzenswunsch nicht erfftHen sollte, aber er bedachte dabei, daß et selbst aus Liebe unb ohne jedes Vermöge» geheiratet »nd daß dies nachher manche Mißhelligkeit in seinem Leben zur Folge ge» habt habe. Damals war noch Krieg gewesen, und der hatte ibn durch schnelle Beförderung den drückendsten Lebenssorgen übeihobe», waS sollte aber an» einen verheirateten Leutnant werden, jetzt, wo alle Umstände auf lange anhaltenden Friede» beuten? Der Oberst vor überzeugt, die Ehe HeleneuS mtt von Seelen, o sehr er benfelben auch als Mensch und Offizier chätzte, könne mtt der Zett nur eine unglückliche werden. , -ji - ° ,
Daher war er entschlossen, da» LerhältniS der ! Seide» nicht länger zu dulde» »ad riet seinem Adjutanten dasselbe, waS er seiner Tochter besohl« intte; seitdem kam elfterer auch nicht wieder in die Vohnzimwer seines Regiment». Kommandeurs, der ihm übrigen» feint Gunst vollständig bewahrt zu hab« schien.
Bit Helene al» gute Tochter, so gehorchte Leutnant von Seele» al» guter Soldat, fteilich nicht »tat »auch« schweren Seufzer. De»h«ld schlug sich H«l«e
ein Wille herrschen, dem sich alles unterordnen muß. Oesterreich - Ungarn weiß von 1866 her selbst am besten, wohin die Unbotmäßigkeit der Generale sührt. Der ganze verlorene Feldzug ist Benedek in die Schuhe geschoben worden, indessen sehr mit Unrecht. Hoch- sinniger Patriotismus hat den Führer der böhmischen Armee seine Papiere vor seinem Tode verbrennen lassen. Wären sie veröffentlicht, es würden sich sonderbare Dinge ergeben haben. Ein weiteres Beispiel, welches Unheil der Mangel einheitlicher Führung anrichten kann, bieten die schweren russischen Niederlagen bei Plewna, welche wesentlich dadurch hcrvorgerusen sind. Wer indessen weiß, wie eifersüchtig jeder General auf seine Rechte ist, der wird zugeben, daß es bei zwei, verschiedenen Staaten angehörigen Armeeen, nicht so leicht ist, die Frage des Oberkommandos schnell zu entscheiden. Ein weiterer schwieriger Punkt ist der des Übertrittes der Armeeen eines Verbündeten Staates in das Gebiet des anderen, und doch ist das von größter Wichtigkeit. Der nächste Krieg wird ein Riesenkrieg sein, der sonderbare Bilder bringen kann. Natürlich ist es von ungeheuerem Interesse, ob beispielsweise die österreichische Armee ohne alle weiteren Anfragen ein Stück deutsches Gebiet durchschreiten kann, wenn sie davon sich Vorteil verspricht. Ein solcher Marsch erscheint einfach, aber es sind da eine Menge Vorfragen zu lösen und dadurch wird die Sache kompliziert. Die Gegner des Friedensbundes haben bisher fest vertraut, daß solche verwickelte Fragen int entscheidenden Moment die Kraft des Friedens- bundes schwächen könnten; die Wiener Trinksprüche beweffen, daß sie sich gründlich getäuscht. Der Toast auf die Kameraden zeigt, daß alle militärischen Details auf's sorgfältigste nicht nur erwogen, sondern auch endgiltig zu beiderseitiger Zufriedenheit geregelt sind.
Deutschland und Österreich-Ungarn können bei voller Kraftanspannung ca. 5Vi Millionen Streiter auf die Beine bringen; sie haben nicht nur die Führer für dieselben und eine einheitlich oberste Leitung, sie haben auch die Mittel, diese ungeheure Menschenmasse nach Belieben zu dirigieren, sie zu erhalten, so daß sie stets frisch und schlagfertig sind. Mit der Macht Italiens verfügt der Friedensbund über etwa 7 Millionen Soldaten und keiner der drei Staaten hat Anlaß zur Eifersucht auf den anderen, so daß er ruhig seine ganze Militärkraft auf das Kriegstheater gegen die aCgemeinen Feinde werfen kann. Sieben Millionen Soldaten I Würdigen wir diese Ziffer recht, so müssen wir uns würde» wir uns eine Weile iu des Vaters Willen ügen. Er ist so gut, und endlich robb er mein«
Bitten unb Thränen nachgeben."
»Gut, warten wir e8 ab."
W-lche Luftschlösser für ihre Zukunft bauten nun nicht die jungcn L ute mitciuanber während der zwei Stunden, die sie noch in der roten Weinlaube saßen 1 Aber den Glücklichen schlug auch hier die Stunde, das heißt es war ziemlich finster geworden, al» Käthcheu sich erschrocken loSriß und mit bleichem Antlitze versicherte, e» fei die höchste Zeit, sich zu trennen, wen» nicht das ganze Haus sie vermissen und suchen sollte. Der Cornel sah daS ein, er nahm zärtlichen Abschied und schwur, er werde anderen Tage» wiederkommen. Er schwang sich wieder über die Mauer und Käthcheu verschwand wie ein ge. cheuchte» Reh durch die Pforte, welche in den Blumengarten unb von da zum Schlosse führte.
Wie verlockend unb bezanbernb sind doch solche heimlichen Rendezvous! —
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und ___.
Feiertagen. — Quartal-Abonnement S-PreiS bei der Expe« wlU4vUru.
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k“' Mittwoch, 10. Oktober 1888. f.
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Solch' ein Bundesvertrag kann ganz klar und bestimmt abgesaßt sein, unb doch im Kriegsfälle die größten Schwierigkeiten zwischen den Verbündeten Mächten Hervorrufen. Es ist sehr leicht gesagt, zusammenschlagen, aber die Praxis ergiebt Fragen, die nicht sehr leicht zu lösen sind. Deutschland und [389 Oesterreich - Ungarn können die allerbesten Freunde »sein, die sie ja auch thatsächlich sind, aber die militärischen Angelegenheiten können deshalb recht vernickelt bleiben. Nur einige Beispiele seien angeführt : Deutschland wird ebensowenig ohne Weiteres einen Teil seiner Truppen einem österreichischen Oberkommando unterstellen, wie Oesterreich Ungarn Deutschland. Aber es kann im Kriege doch sehr leicht der Fall eintreten, daß die Truppen beider Mächte an irgend einem Punkte des Kriegstheaters sich vereinigen müssen, um einem Angriff des Gegners . Stand halten zu können. In solchen Fällen kann nicht lange erst verhandelt werden, wer führt Oberbefehl und bestimmt die Operationen.
3. Kapitel. ---AH» i Die Reklamation.
Stephan Zaruiki hatte au dem Tage feine» ersten Besuche» bei ben Oberste bereit» seine bisherige Uniform abgelegt. Er teilte seine musevolle Zett nun zwischen ben öfteren heimlichen Ritten nad> Neuen, rode, ben Offizieren in Wartenberg, deren Kamerad er zu werden wünschte, und die ihm fast sämtlich nsolge seiner Persönlichkeit und seiner kühnen sowie liebenswürdigen Äufttetens dieselbe Teilnahme be» zeigten, wie Oberst von Brandt und be« Hanse be» letzteren.
Der Oberst hatte fein Wort gehalten unb seinetwillen an ben König geschrieben, er wußte recht gut, daß Se. Majestät gern Offiziere in die Armee zog, wenn sie ihm warm empfohlen wurden »ud daß er iber das Verbrechen her Desertion zu feiner Armee ebenso milde dachte nrte streng gegen bte Deserteure
»»zeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, sonne d. »uuoueen-Bureaur von Haaseusteiu und Vogler
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Daube u. <o. m Frankfurt a.Berlin, Hannover. Pari».
.Und wenn er sie Dir abschlag« sollte, Stefan?" .Einem preußische« Offizier? — oho! dann reise ich direkt zu« Könige »ach Berlin l"
.Ach Gott, nein, da» darfst Du nicht ihn»", bat 1 *8 junge Mädchen angstvoll; .lieber —* i Sie stockte, und her Coruet, der, wie «au steht, «ntn guten Teil von kühne« Selbstbewußtsein und . : «tliebter Schwärmerei besaß, fragte mit gerunzelter ; i Stirn: