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Wöchentliche Beüagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain

Expedition Markt 21. Rebaftton, Druck und Verlag von Joh. Lna Koch.

gebung ist von humanen Grundanschauungen diktiert.

Kiel, 6. Okt. Die Feier zur Eröffnung der

Wer dies berlenut und die Geister gegen einänder neuen Marineakademie Md Marineschule sand' Herste

hetzt, gehöre er welcher Richtung immer an, hat auf

tzhmalea Blätter derselben, wie Fausts Gretchen auf ihr die stmgetkOsf

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a. f.tt

allen Damen gemai

darüber, und daun kümmerte sie sich nicht weiter darum.

dem Hofprediger Stöcker bestanden, und am wenigsten huldigt unser Kaiser den extranei

R Au eine« Berte blieb sie, wie unwillkürlich, stehen, brach eine blaue Aster, und indem fie die einzelnen

.Er liebt »ich, er liebt «ich nicht, er liebt mich, er liebt «ich nicht.'

Meinen Beifall nicht zu rechnen. Es giebt wahrlich Ernsteres zu thun.' Ich kann versichern, daß Se. Majestät, nachdem er diese ihm zugeschriebene Aeußerung gelesen hatte, zwar bemerkt hat, er ent-

sNachdruck D.ibokii.J

Der Deserteur.

Novell« von Stan isla uS Graf Grabowski.

(Fortsetzung.)

.Ich, lieber Vater?' stotterte daS Fräulein ohne aufzublicken. .Nein, gewiß nicht; an was sollte eS mir im Haufe eines so gütigen VaterS fehlen? und wer würde mich hier betrüben?'

.Ich weiß eS auch nicht, mein Kind, aber ich finde eS nicht naturgemäß, daß junge Mädchen deines Alters umsonst seufzen.'

.Ich dachte, ich wollte", stotterte Käthchen; »habe ich denn wirklich geseufzt? dann ist eS ganz ohne mein Wiffeu und Willen geschehe».'

Der alte Herr, dem die Verlegenheit seines Töchterchens unmöglich entgehen tonnte, blickte wieder in fein Buch, schlug ein neues Blatt um und sagte, ohne aufzuseheu:

.Du weißt, daß Du Deinem Vater alles der. trauen kannst, was Du auf de« Herzen hast; ich möchte Dich daran erinnern, daß dies sogar Deine

| Herr Georg küßte seine Toi und la«, anscheinend unbekümm«

Graf Douglas über Kaiser Wilhelm II.

Aus einer Rede, welche Graf Douglas in einer Wähler Versammlung zn Aschersleben gehalten hat, entnehmen wir folgendes:

Nachdem Redner eingehend in warmen, patrio- tffchen Worten von dem Leiden und dem Heimgang der beiden erhabenen Kaiser, wie von den Trauer­und Gedächtnisfeierlichkeiten und den bezüglichen Vor­gängen in den Parlamenten gegeben hatte, führ er fort: Es wird Friedrich III. ewig unvergessen bleiben, daß er zuerst es war, der mit einsichtiger Weisheit die traditionellen Schranken der abgesonderten Prinzen- Erziehung zu durchbrechen wußte, um den dercin- ftigen Thronerben in die Mitte der Schuler d. h. in die Mitte des Volkslebens zu stellen und ihn so mit den Kreisen des praktischen Lebens in Be­rührung zu bringen.

Nie hat vor unserem Kaiser ein preußischer Prinz mit eigenen Augen so viel vom praktischen Leben gesehen. Es war ein kühner Versuch, den Erben des preußischen Thrones in Cassel aus die Gymnasial­bank zu setzen und ihm die Ausgabe zu stellen, zu lernen, was seine Mitschüler zu lernen hattkn und die Abgangsprüfung nach genau denselben Grund­sätzen zu bestehen, die für jeden anderen Abiturienten gelten. Nur wenn der Versuch gelang, konnte er Frucht bringen. Aber Dank der zähen Willens­energie des Prinzen Wichelm gelang er glanzend, so daß die praktischen Eindrücke der Gymnasialzeit nunmehr auch im akademischen Leben zu Bonn nach­wirken und sich weiter ausgcstalten konnten. Wie der junge Prinz mit Leib und Serie Schüler ge­wesen er trug z. B. bei einem Schulfeste auf seine Veranlassung selbst die Fahne so war er hier ganz Student, und die Zeitgenossen können nicht genug von seinem frischen, echt kameradschaft­lichen Wesen erzählen, wie von seiner unvergleichlich kräftigen Klinge. Unser junger Kaiser hat eine gründliche wissenschaftliche Ausbildung genossen, er hat anhaltend und ausdauernd arbeiten gelernt, und er hat es verstanden, die Eindrücke des praktischen Lebens mit den Ergebnissen seiner wissenschaftlichen Studien auf das glücklichste zu verbinden. Auf diese mit vorzüglicher Sorgfalt von den liebenden Augen des auf der Höhe humaner Bildung stehenden Vaters und der ungewöhnlich vielseitigen und scharf­sinnigen Mutter geleitete Erziehung des Prinzen ist nächst seiner ungewöhnlichen natürlichen Begabung ohne Zweifel das treffende Urteil und die schnelle glückliche Auffassung zurückzusühren, die unseren

gesehen hatte, würde Überzeugt gewesen sein, daß ihr der Seufzer auf dem Herzen lag. Langsam kehrte Re zu ihrer Arbeit zurück; ohne daß sie eS wußte, hatte sich eine Thräne tu ihr Auge gestohlen. Ob Herr Georg dies bemerkte, wer weiß? Er sagte kein Wort. In der That war er nicht ganz ohne Besorgnis um seine Tochter; er glaubte aber, wohl nicht ganz mit Unrecht, er thäte am besten, darüber zu schweifen, und im Stillen zu beobachten. Wenn junge Mädchen, sowie Frauen ein Geheimnis haben »ad eS nickt freiwillig offen­bare», so ist eS nicht allein überflüffig, fie darüber anszuhorcheu, sondern dies kann sogar gefährlich werden.

Käthchen war, wie schon gesagt, immer ein uh* schuldiges und fröhliches Kind gewesen; Herr» Georg schien eS aber, als habe fie fich seit einigen Monate» geändert. DaS Mädchen, das sonst ohne Anfhören plauderte und scherzte, saß jetzt stundenlang nachdenk, lick da und sprach kein Wort; dann wurde» ihre Wangen bald bleich, bald rot, und war von irgend einer Sache die Rede, die, ohne fie selbst zu berühren, daS Gefühl nur einigermaßen anzuregen vermochte, so traten ihr die Thräuen tu die Augen; mit einem Worte: eS hatte fich ihrer eine gewisse Sentimentalität bemächtigt.

War eS eine natürliche Folge ihrer jnngfränliche» Entfaltung allein, oder hatte eS einen besonderen Grnnd, den fich der Vater nicht zu enttätseln ver- mochte?

Der Tag, an de« fich diese kleine häusliche Scene zutrug, oder vielmehr der Abend denn die Sonne senkte sich bereit» stark gegen den westliche» Horizont war ein schöner und milder, wie ihn die vorgerückte Jahreszeit nur noch selten, gleichsam zum freund­liche» Abschied von dem Sommer, zu bringe» pflegt. Da» Laub der große» Bäume im Schloßgarten begann sich bereit» zn röten und hatte ein mattes Dunkelgrün angenommen; Georgine und Aster waren die herrschruden Königinnen der Blumen-Vegetation geworden, und über die Waldungen und Dörfer in

jn politischen tttrtt konfessionellen Parteianschauungerr; welche man an

sinne sich der Worte nicht mehr, aber er nehme keinen Anstand, sich yj joet tmxch ausgydrückten Auf­fassung zu bekennen. ' *

Zu dieser gegenwärtig einiges Aussehen erregenden Rede bemerkt dieN. Pr. Ztg.', daß Graf Douglas, so nahe er auch dem Kaiser stehen möge, nicht überall genügend unterrichtet sei fie bezieht das -offenbar auf das Verhältnis des Koffers zu Stöcker .Md schreAt dann: Im Uebrigen scheint augen- bki<Wh die Gepflogenheit sich einbürgern zu wollen, die Personm unserer jüngst Heimgegangenen Regenten einer öffentlichen Besprechung zu unterziehen P die von Indiskretionen und subjektwen Dcutungsversüchen sich nicht fernhalter^ kann.. Wie wir die Art und Weise, üt der di« soeben' tmt demTagebuch" Friedrichs geschehen ist, lebhaft bedauert habens so können wir auch das neueste Vorgehen, wie es dem Grafen Douglas beliebte, nicht billigen. Gerade wenn man, wie er, näherer persönlicher Beziehungen zu unserem Kaiser gewürdigt ist, sollte man bedenken, daß derartige Biwößentgchüngen ihre mißliche Seite haben. Es kann nicht ausbleiben, daß durch ein solches Verfahren die Pepson des Königs in die öffentliche Wahl-Diskussion gezogen wird, und daß daraus sich allerlei bedauerliche Konsequenzen ergeben.

^M» junge MKchen hütete sich diesmal wohl, wieder laut zu seufzen, »er ihr aber in die Augen

jetzigen Kaiser zum Erstaunen aller derer auSzeichnen, die berufen sind, geschäftlich mit ihm zu verkehren, eine Wahrnehmung übrigens, die sich jedem numit- telbar aufdrängt, der das Glück fjat, mit Hm in Berührung zu kommen.

Möge das Volk für diese Erziehung dem hoch­seligen Kaiser Friedrich ewig danken, so-wird es am besten im Sinne des erhabenen Sohnes handeln.,

Man hat unseren Kafferernst" genannt. Gewiß, der Ernst des Lebens ist an ihn frühzeifig heran-' getreten, und er hat ihn auf sich wirken lassen, wie es natürlich recht war. Aber dieser hohe sittlich Ernst des Kaisers, getragen von einer tief inner­lichen religiösen Gesinnung, dem schönen Erbteil seiner Väter, hindert ihn nüht, mit gesundem, Hellen Blick dem praktischen Leben:fröhlich ins Auge zu sehen, und nichts liegt unserem jungen Kaiser ferner, als eine finstere krankhafte Auffassung des Lebens. Wer jemals mit ihm verkehren durfte, wird den Eindruck gewonnen haben, daß er es hier mit einer gesunden, männlichen, heiteren Natur zu thun hat, die ihre ganze Kraft mit freudiger Energie in den Dienst des Landes und des Volkes stellt, aber für jeden finsteren, schlaffen und trübsinnigen Quie­tismus vollständig unzugänglich ist.

Inmitten der militärischen Anstrengungen findet der Kaffer durch eine wohlgeordnete Einteilung seines Tages immer noch die ausgiebige Zeit, um die Re­gierungsgeschäfte aller Ressorts mit gleicher Liebe, gleichem Interesse und gleich lebhaftem Verständnis gewissenhaft zu erledigen, seinem hochseligen Groß­vater auch darin gleich, daß er niemand über Dinge zum Worte verstattet oder ihm sein Ohr leiht, der nicht durch sein Amt berufen ist, gerade diese Ange­legenheiten ihm vorzutragen. Darin liegt die nicht hoch genug zu schätzende Gewähr dafür, daß der Kaffer allem Kotierte- und Kamarillawesen entschieden feind ist, und daß er für Einflüsterungen von unbe- rusener Seite niemals ein Ohr hat.

Offen aber liegen auch die Ziele unseres Kaisers bezüglich der inneren Politik zutage. Jn den denk­würdigen Thronreden, mit denen er Reichstag und Landtag im Juni eröffnete, hat sich Kaiser Wilhelm zu dem Vermächtnis seiner großen Vorfahren bekannt.

Sie wissen, wie eine Versammlung, welche bei dem jetzigen Chef des Generalstabes, Grafen Walder- see, abgehalten wurde und an der der damalige Prinz Wilhelm teil nahm, ausgebeutet wurde, um den Prinzen in der öffentlichen Meinung zu ver­dächtigen und ihn mit den politischen Parteibestre­bungen hochkirchlicher Kreise, insbesondere mit denen

Pflicht ist.'

Die letzte» Worte klangen »och ernster al» ge- wohnlich und mußten eine» besonders tiefen Eindruck auf Käthchen mache», den» fie legte schnell ihre Arbeit bei Seite, stand auf und ging zu de« Vater, deffeu Hals fie »«faßte, und liebkoste ihn herzlich.

.Ich habe stets volles Vertrauen zu Ihne», «ein Later', sagte fie, nicht ohne ein kau« bemerkbares Stocken der Sttmme;Sie find mit aller, seit­dem ich «eine gute Mutter verloren habe. Ver. kennen Sie »ich niemals.' , <

Nein, mein Kind, ich habeimmer an Deine -Aufrichtigkeit geglaubt.' ; ~

uf die Stirn seine« Luche

mdDeutsches Reich. -^23.

Berlin, 6. Okt. DieNordd. Wlg. Zig.' schreibt: Nach englischen Zeitungsnachrichten soll Admiral Fairfiyc beabsichtigen, auf der Fahrt von Tonga nach den Samoainseln die Savage-Insel an­zulaufen, um daselbst, «iyem Gesuche der Einge­borenen entsprechend, ein englisches Protektorat zu errichten. Uns ist nicht bekannt, ob die Eingeborenen das englische Protritorat nachsuchten, dagegen ist sicher, daß die englische Regierung nicht in der Soge ist ein Protektorat üb« Sie Savage - Insel cmzn- nehmen, da dieselbe nach dem deutsch-englischen Ab­kommen über die Abgrenzung der beiderseitigen Macht­sphären vom 6. April 1886 für neutral erklärt ist.

Potsdam, 6. Okt. Ihre Majestät die Kaiserin Victoria Augusta traf mit den 5 Prinzen um 4 Uhr 46 Minuten mittelst Sonderzuges hier ein und führ sofort nach deck Marmorpalais weiter.

den Namen dieses Abgeordnetenzu knüpfen pflegt. Darüber besteht volle, unzweideutige Klarheit. Und wenn versucht worden ist, den Kaiser sogar mit der antisemitischen Bewegung in VsMndung zu bringen, so ist auch dies eine Dreistigkeit^ der ich auf das Bestimmteste entgegentreten kann. Ich darf in dieser Beziehung auf eine derBerliner Börsen-Zeitung" von vertrauenswürdiger Seite Hugegangene Mit­teilung Bezug nehmen. Danach hm der Kaiser gelegentlich einer Unterredung ähnliche Anschauungen geäußert wie:Ich kenne nur Vaterlandsfreunde und Gegner unserer gesunden Entwickelung. Niemand wird Mir zutrauen, das Rad der Zeit zurückschrauben zu wollen. Im Gegenteil, es ist der Hohenzollern Stolz, über das zugleich edelste und gereifteste wie gesittest« Volk zu regieren. Und in dieses Lob schlleße Jch Blldeutschland ein. Unsere gai^e Gesetz-

des HoftwÄigers Stöcker zu identifizieren. Alle diese Versuche, dem Kaiser eine persönliche Stellung­nahme zugunsten bestimmter Parteianschauungen zu- zuschreiben, beruhen aus posittver Entstellung der Wahrheit. Mein verehrter Freund, der national- liberale Abgeordnete v. Benda, welcher jener Ver­sammlung.- beigewohnt hatte, hat sich unmittelbar nachher notiert, was ihm im. Verlaufe derselben be- merkeWwert erschien. Jn diesen Notizen heißt es wörtlich'.Dkr Prinz Hob ausdrücklich hervor, daß' es sich füx ihn um Bestrebungen handele, welche Mem einseitigen sträflichen Standpunkte fern liegen." Das ist die authentische, nicht zu mißdeutende Wider­legung aCet" jener thörchiten oder böswilligen Ge­rücht«. . ? v. Ich halte es gegenüber den versteckten Angriffes, welche gegen unfern Kaiser aus Anlaß der damaligen Versammlung noch jetzt erhoben werden, für geboten, zu konstatieren, daß die Beziehungen, welche der Kaiser zu dem Hofprediger Stöcker unter­halten hat, nur sehr vorübergehende waren, die sich lediglich auf echt humane, weil echt christliche Be­strebungen behufs praktischer Hilfeleistung bei den unteren Kkafsen ihrer Notlage gegenüber beschränkt haben. Darüber hinaus hat keine Verbindung mit

ihrem Vater einen BaZ iti Mlststh HrichA; fie »ar auf ihm voll fröhlicher Unbefangenheit, oeitn »ernt ihr die stmgettOffixere iwwden Husaren und Tosorczy» sei eWEngeL eine Fet Schönheit ie: habe btt. tzlegmckeste Toilette von

Erscheint täglich außer an Werktagen nach toonn- und 6111 **!****

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Jtl 238 Kti-n S'/., btt den Postämtern SM 60 Pfg. (exv M «. H

»estellgeä^^sertwnrgebühr ffct Me gespaltene Zelle DlkNstag, 9. Oktober 1888?

10 Pfg., Reklamen für btt Zeile Sb Pfg.

der Ferne breitete sich früher »18 bisher ein grauer DämmerungSschleier.

»Wenn Eie erlaube», mein Vater', sagte Käthchen, nachdem eine lange Weile seit de« letzten Worte, daS fie mit ihrem Vater gewechselt hatte, vergangen war, .so will ich in den Barten hinab gehe» und die milde Abendlust genießen, die wir baß) nicht mehr haben werde».' p n -1

.Wie Du willst, meine Tochter.* f *

-l. »Sie wollen mich nicht begießen

.Ich danke Dir, dieser Buch interesstert «ich ganj besonders.'

Käthchen verließ ihren Platz und das Zimmer. Sie schlug einen leichten Shawl nm, setzte den runde» Strohhut auf und trat dann auf die Treppe mit dem eifernen Geländer, die fich an der dem Dorfe zuge- wandte» Seite deS Hauses befand.

Den einen runden Arm auf da» Geländer stützend, stand fie hier eine ganze Weile; ihr ganzes Gesicht verriet dabei dasselbe ttänmerische Nachdenken wie oben bei der Näharbeit. Sie blickte fast unverwandt aus die Dorfgaffe und die Sttaße, die, als deren Fortsetzung, gegen Süden auf die große Straße von Wartenberg nach Militsch führte. Wa» fie dabei denken mochte? Gingen Knechte oder Mägde vo» Herrenhose oder Einwohner de» Dorfes vorüber, so grüßten fie jedesmal ehrerbietig das Fräulein, und diese» dankte ihnen dann mtt einer Anmut, die fie schon längst zu Aller Liebling gemacht hatte.

Käthchen seufzte wieder, geuril, daß fie biefeSmal niemand belauschte, und ging bann durch das Hau» »ach der Säulenhalle an der entgegengesetzten Sette; von da ans stieg sie in den Bbkmeugarten hinab.

Anzeigen nnmmt entgegen bi, «rpedition d Blattes, 'IO sowie b. Annoneen-Bureaur von Hänfenste in und Vogler

S? M Jahrgang.

Daubeu.to. in Frankfurt a.»., Berlin, Hannover.Patt». ; W ttMt i. 6-,.

Mittag in der Aula des neuen Gebäudes statt. Stationschef Vizeadmiral von Blanc übernahm den prächtigst Bem für Äe Marine und übergab den­selben dem Direktor des Bildungswesens, Kapitän Scheering. Letzterer gab in seiner Rede einen Rück-

Er liebt mich nicht', sagte fie traurig, als ihre zarten Finger da» letzte Blumenblatt berührte», «mb wieder traten Thräne» in ihre Ange».Nein, er liebt mich nicht, eS ist ganz gewiß so. Warn« wäre er sonst nicht wieder gekommen, wie er mir ver­sprochen hatte? eS find ja jetzt beinahe zwei Monate darüber vergangen, seitdem vir nnS zum letzienmale in der Laube t« Obstgarten sahen. Mein Gott, und wie sehr habe ich ihn geliebt!'

Käthchen wanderte, vo» einem innere» Triebe ge­zogen, nach der Laube von wildem Weine im Obstgarten, die durch eine kleine hölzerne Pforte in eine« Bretter­zaun mit dem Blumengarten in Verbindung stand. Hier konnte mau fie vo« Schlöffe au» nicht mehr beobachte», wenn fich trgettb j ntanb die Mühe dazu aeatben haben sollte. ,-

Die Laube, die i» dem durch die Mauer ge­bildete», »ach Nordost hervorspriugeuden Winkel lag, sah um diese Herbstzett fast noch romanttscher an» als int Sommer; die letzten Sonnenstrahlen gaben den im Welke» begriffenen große» Blätter» ein zauberisches Rot. In der Laube stand nur eine kleine roh gezimmerte Bank. Käthchen ließ fich auf sie nieder; fie hatte noch die Tbränen in de» binnen Angen, die noch immer melancholisch vor sich hinblickte».

DaS junge Mädchen, das kein Geräusch, nicht einmal der Gesang eines Vogel» störte, träumte dort einen süßen und doch beängstigenden Traum; man sah eS daran, daß fie zuweilen saust lächelte, ^zu­weilen der Ausdruck bitterer Hoffnungslosigkeit Mer die Züge ihres Antlitze» flog. Sollen »fr betraten, wo» Käthchen von Brandt träumte z

Zu Ende de» vergangenen Winter» hatte fie mit