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die wahren Kaiserfreuden und diese Tage seiner Fahrt im Süden werden Wilhelm II. sicher für
Will *SJUUV« | VVy IV V die alte Kaiserstadt Konstanz die Versöhnung mit dem Herzog Adolph von Nassau sah, in München, das waren Tage des Triumphes, welche künden, daß die Einheit zwischen Nord und Süd eine un-
Herr Georg, wie wir ihn von jetzt an nur kurzweg neunen wollen, war eine kleine, zierliche, magere Gestalt mit einem feinen und blassen Gesichte; in
Aus der gegen Norden gewandten Rückseite sah das Schloß noch bei Weitem besser aus, denn hier war vor der unteren Etage eine Art offenen Säulen- aanges angebracht und aus dem sanft abfallenden Hange ein Blumengarten angelegt, der sich mit geschmackvollen belaubten Partie» bis an den Fvß der Höhe erstreckte. Aus diesem Garten und von den Fenstern deS HauscS eröffnete sich eine freie, zur Sommerszeit sehr liebliche Aussicht auf Felder und Wiesen, Gebüsche und andere Dörfer mit ihren schlanken Ktrchthürmcn.
Ans dieser Seite lagen die Wohngemächer, die Herr von Brandt und seine Tochter gewöhnlich benutzten, auf der anderen die Fremdenzimmer und der große Gesellschaftssaal, den vorzüglich Oelgcmälde der altehrwürdigen Vorfahren in Lebensgröße schmückten. Die innere Einrichtung deS ganzen Hauses war einfach und anständig; nirgend« fehlte eS an Bequemlichkeit, aber nirgends sah man auch gesuchte», übertriebenen Luxus, denn Hen Georg von Brandt, der sich seines schwächlichen Körperbaues wegen von Jugend aus nur der Landwirtschaft hatte widmen können, war ei» gnter Wirt.
Er war eben so alt wie sein Letter, der Oberst; wenn sich aber auch in ihren Gefichtszügen die Familienähnlichkeit nicht ganz verleugnete, so war das Seußere Leider doch so himmelweit verschieden alS ihre Gemütsart und ihr ganze» Wesen.
Verstorben ist in Breslau der foziakdemökratische Abgeordnete Kräcker. — Die Nachrichten a»Ä unseren ostafrikanischen Schutzgebieten lauten noch immer nicht beffer. Die Erhebung der Araber gewinnt immer weitere Ausdehnung und es wird große Mühe kosten, die Ordnung völlig wieder herzustellen. -
In Frankreich stehen die Dinge sehr schief; der Boulangismus macht immer weitere Fortschritte und die Regierung denkt mit Entsetzen an die im nächsten Jahre bevorstehenden Wahlen. Der Minister des Auswärtigen, Goblet, hat Boulanger neulich in einer wüthcnden Rede ungemein heftig angegriffen, aber alle diese Worte werden dem General nicht viel schade», man erkennt zu deuttich, daß sie von der blanken Furcht eingegeben find. Dabei wächst im Volke die Abneigung gegen Regierung und Kammer von Tage zu Tage. Einen schweren Mißgriff gegenüber dem Auslande hat die ftanzösische Regierung nun noch begangen, indem sie dem Drängen der Fremdenfresier in Frankreich, welche gern alle gewerblich'konstirrierendrn Ausländer vertreiben möchten, Gehör schenkte und erschwerende Maßnahmen für die dauernde Niederlassung von
Wochenschau. IV
Die Woche gehört der Kaiserfahrt nach dem Süden, und immer mehr zeigt diese neue große Reise Kaiser Wilhelms II. ihr charakteristisches Merkmal, wodurch sie von dem früheren Ausfluge nach Petersburg erheblich abwcicht. Bei dem Besuche in der Zarenstadt war die Hauptsache die Hoffest-
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Novelle von Stanislaus Graf Grabowski.
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Bestellungen auf das vierte Quartal (Oktober bis Dezember) nehmen auf die
O-erhesfische Zeitung
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Die Exped. der Oberh. Zeitung.
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Kaiser die Grenzen des Reiches überschritten hat. In Wien hat ihn nicht nur Kaiser Franz Joseph, hat ihn die ganze Hauptstadt mit der größten Innigkeit begrüßt. Nicht die geringste Störung ist bei dem feierlichen Einzug in 'die Stadt vorgekommen. Wie in dm süddeutschen Hauptstädten fanden /auch in Wien nur Hosfestlichkeiten ohne lautes Geräusch statt, es find damit auch verschiedene Streitereien vermied^, die in Wie« unter den politischen Parteien auszubrechm drohten. Von äußerster Vorsicht beseelt hat sich die österreichische Polizei gezeigt, indem sie das Aushissen von schwarz- rot-goldenen Fahnen verbot. Das zeigt so recht die engherzige Wiener Bureaukratie, die von Dingen, an welchen niemand etwas findet, erst recht reden macht. Uns kann's gleich sein, aber in Wien selbst hat die Verordnung sehr verdrossen. Dem Aufenthalt in der Donaustadt werden mehrtägige Jagden in Steiermark folgens' und dann wird der Kaiser die Reise nach Italien antreten. Über die politische Bedeutung der Fahrt nach Wien und Rom waltet nicht der geringste Zweifel mehr ob; es handelt sich hier nicht darum, Pläne gegen fremde Staaten zu fassen oder über schwebende politische Fragen zu entscheiden, einzig und allein die Bekräftigung des bewährten Friedensbundes steht in Rede, und an ihm werden die Fürsten und die. Völker urcher-
IeuMes Rridf. -
Berlin, 5. Okt. Die „Nordd. «llg. Ztg." erklärt die Behauptung eines Berliner Blattes, daß es deS Eintretens des Reichskanzlers bedurft habe, utzi bei dem Kaiser die Einleitung des Stras- verfahrens wegen der Veröffentlichung des" Tagebuches durchzusctzK>,..für eine dreiste lügnerssche Er- findung, ebenso daß der Reichskanzler sein Verbleiben im. Amte davon abhängig gemacht habe. Ferner sei zu bemerken, daß, solange Geffcken als Thäter noch nicht bekannt war, solange es sich also um die Ein- leihtng des Verfahrens gegen die „Deutsche Rund
schau" handelte, die Ermittelung den preußischen Behörden oblag; erst durch das Vorgehen des Justizministers konnte festgestellt werden, daß ein der Rerchskompetenz unterliegendes Verbrechen vorliegt. Nach der- Strafprozeßordnung haben übrigens, um einem Verzüge vorzubeugen^ die Landesbehörden die reichsgerichtliche Untersuchung zuerst in Angriff zu nehmen. — Der Magistrat genehmigte die gestrigm Beschlüsse der Stadtverordneten, betreffend die Bewilligung von 500000 Mark für Errichtung einer Kaiser-Friedrich-Stiftung und für die Sammlungen zu einem Denkmal für Kaiser Friedrich. — In der heutigen Sitzung des Vorstandes und Ausschusses des Amerikanisten-Kongresses wurde Paris zum Sitz der nächsten Versammlung gewählt.' '
Ausland.
Wien, 4. Okt. (Ausführlichere Dkldnng.) Der große Redoutensaal der Hofburg war anläßlich des Galadiners zu Ehren des Deutschen Kaisers präPkig geschmückt; alle Wände eMkang sowie in allen Ecken und Nischen und am Eingcyig waren sarchenreiche prächtig duftende Blumen und Gebüsche ausgestellt und die Galerien mit kostbaren Gobelins bekleidet. Die Tafel war in Hufeisensorm aufgestellt. Auf derselben standen mächtige, von prächtigen Tafelbuketts umschlossene Girandolen. Der Einzug des Hofes erfolgte in nachstehender Ordnung'. Kaiser Wilhelm, d« Kaiserin Elisabeth am Arm führend, der Kaiser Franz Jos^h «fit der Kronprinzessin, der Kronprinz mit der Erzherzogin Maria Theresia, dieanveten Erzherzöge mit den Erzherzogiurien, die anderen geladenen Gäste. S Kaiser Mhckn trug österreichische Uniform; Kaiser Franz: Joseph,^dex Kronprinz, die Erzherzöge Carl Ludwig-, Albrecht und Wilhelm hatten preußische IsnisoM angelegt. Die Kaiserin trug ein silberfarbenes Kleid, mit Süberstickerei bedeckt, in dem offenen geMllten Haar ein Brillantdiadem. Die Kronprinzessin trag ein
Kleid von rotem Brokat, in dem hochfrisierten Haar ein aus zwei Reihen bestehendes Brillantdiadem und
ein Advokat, als ein Landbesitzer von allem, bestem ; Adel ans; die grau gepuderte Perrücke und die Brille in goldener Fassung trugen nicht wenig zur Bestätigung dieses Eindruckes, den ex ans jeden wachen mußte, bet.
Sein Gesicht wär nicht so gutmütig, als das deS i Obersten; daran nmtzte vorzüglich seick leidender ' kärperlichrrInsttokt dir Schltld^träged. Roch jetzt < ging er än wenig gebückt und hüstelte oft; fflt«
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i zerreißbare, felsenfeste ist, an der niemand zu rütteln auch nur wagen darf. Und in feinen Ansprachen hat der junge Kaiser gezeigt, daß er gewillt ist, es wie sein Vater und Großvater zu halten, Treue um Treue zu bieten. Tie Herzlichkeit der Begrüßung ist eine unveränderte geblieben, auch nachdem der
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain
Expedition- Markt 21. — Redaktion, Druck und Setlag von Sah. Sag. Koch.
auf die Tochter, die puipurrÄ geworden war und emsiger akS zuvor weiter nähte, als wollte sie das BeUänrnto nachholen.
- .Warn« seufztest Dn, «ein Kttldtz^ftchtortznS alte Herr tu feine« gewöhnlichen Ernste.
KSthchen lhät, als habe fi»--die-Fr<Uwnicht »WH nemmex; Herrn Georg aber wußte das heiße Erglühen hM Wangen doch wohl bedenklich Vorkommen, denn tQfshr fort: ,Jch willmtcht fürchten, daß Du ir-eud eine
3°* kin ganzes Leben unvergeßlich bleiben. Er kam inden' mit offenem Vertrauen und mit Herz und Hand unter begrüßten ihn Schwaben und Bayern. Der Ausent- ndsten halt des Kaisers in Stuttgart, am Bodensee, wo
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einem der Fenster des Wohnzimmers, während der Baker, der sich nicht selten geistig unterhielt, «tt einem Buche in der Hand an dem andere» Fenst« Platz genommen hatte. x _ X
Käthcheus Figur war ebenso zart und zierlich gebaut, wie die ihres BaterS; wenn ihr Teint auch äußerst weiß und durchsichtig war, so lag in dieser Färbung doch keineswegs etwas Krankhaftes, wie bei jenem, sondern das lieblichste Rot schimmerte auf ihren Wangen. Man denke sich schöne," in bifite Zöpfe geflochtene lichtblonde Haare, recht sanfte und gefühlvolle blaue Augen, eine feingeschnittene Nase, die mau mit einiger Malice ein Stumpfnäschen hilltzp nennen können, den kleinsten roten Mund, Grübchen in Kinn und Wangen, und man wird sich eine ge. uügende Vorstellung von Käthchen von Brandt machen können, oder wie mau ste anch scherzwekst natoth die Rosenknospe m«; Neuenrode.
Der Anzug des jungen MädcherS war einfach häuslich, ohue jede Koketterie, die nicht ftdstu jungen Mädchen vollkommen erlaubt sein jsollte. In de« Zimmer herrschte die tiefste Stille- Mr durch das Geräusch «uterbrochen, das die Blätter deS Buches ma»ten, wenn Herr Georg sie Umschlag. «
' Plötzlich ließ sich ein schwerer Seufz« vernehmen; er kam von den Lippen Käthcheus, die ihre Arbeit nur mechauksch verrichtet und sich zweiftlloS ganz in ihre Gedanken versenkt hatte. a ------
: • ^Ärr.Georg blickte verwntchett ühs sMLuch fort auf die Tochter, die purpurrot geworden war trab
ein Perlenhalsband mit Diamantschloß. Kaiser Wilhelm nahm in dtt Mstw -der Mel Mn der kurzen Seite des offenen Rechtecks, zwischen dem Kaiser Franz Joseph und der Kaiserin Elisabeth Platz. Neben Her Kaiserin saß der Kronprinz, neben dem Kaiser Franz Joseph'dK LroupritizeW. MH dem vierten Hang erhob sich Se. Majestät der Kaiser Franz Joseph und sprach Folgendes: '„Ich gebe Meiner innigen Freude und Meinem Dqnk Ausbruch, daß es Mir gegönnt ist, Se. Majestät
Ausländern in Frankreich anordnete. Wer aber zum Vergnügen nach Paris kommen und dort sein Geld aus^beu will, de« soll dies gnädigst gestattet sein. 15)ie Bestimmungen haben in den Frankreich benachbarten Staaten einen sehr schlechten Eindruck gemacht tmd verschiedentlich trägt man sich mit dem Gedanken an scharfe Repressalien. So ist leider kein Zweifel, daß es mit der Republik Frankreich in der inneren, wie in der äußeren Politik gewaltig bergab gdjt. Man muß sich ordentlich wundern, daß die gegenwärttge französische Regierüng stets gerade das herausfindet, was sie vor dem Jnlande und dem Auslande am meisten diskreditiert. Der Premierminister Floquet galt zwar schon lange nicht als großes Licht unter den Staatsmännern, aber daß er sich so sehr als politischer Lakai Herausstellen trürde, das haben wohl seine schlimmsten Gegner nicht erwartet. Es ist wirklich nicht mehr mit ihm los, als mit seinem bitteren Feinde Boulanger.
Im Uebrige« herrscht totale ©tiCe. In London beschäftigt man. sich weit mehr mit den unaufhörlichen rätselhaften Frauenmorden, nach Heren Urheber die Polizei bis heute vergeblich flicht,' ' als mit der Politik. Es liegt auch in England nichts vor, was besonders zu interessieren vermöchte. Vielleicht bekommen die britischen Truppen in Egypten bald mehr Arbeit, denn der Mahdi Abdullah in Khartum ist plötzlich gestorben oder ermordet, und sein Nachfolger soll ein sehr kriegslustiger Mann sein. "Außerdem ist die Festung Suakin am Roten Meere von den Arabern sehr bedroht; ihr Fall scheint unvermeidlich. Die russische Kaiserfamilie legt ihre Rundreise durch den Kaukasus langsam zurück und wird überall begeistert empfangen. Man kann auch recht gern glauben, daß der Zar dort populärer ist, als im eigentlichen Rußland, wo der Zar denkt, die Beamten aber lenken. Die Rückkehr nach Petersburg erfolgt zum Schluß des Monats.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und , Feiertagen. — Ouattal-AbouuemeutS-PrstS bei der Sxpe» ±, * JlO c3|. ■ bitten2‘aSU, bei den Postämtern SMbv Pfg. stxtl. ,
Lestellgelv). JufertteuSgebühr für die gespaltene Zeile
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lichkeiten; wohl jubelte die Bevölkerung dem Monarchen weitzer aber es war doch nicht jene stürmische Kund-
Illustriertes Sonutagsblatt.
tJULX. Inyiyn nrnant entgegen die «ipebitten b. Blatte«, sowie d. Lnuonceu-Bureanx von Haasenstein und BogÄ
Nag, 7. Oktober 1888/31 W»
Daubeu.tzo.inFrankfutt a.Vk», Berlin, Hannover.Paris. '
Die ganze Gegend macht einen freundlichen Eindruck, wenn das Land der Wälder igrünt und die Kornfelder ihre gelben Halme tragen.
3 Das Dorf Neuenrode war nicht groß, aber es schien sich eines ziemlichen Wohlstandes zu erfreuen, wie er in jener Gegend nur zu ost vermißt wird, die «einen Häuser waren von freundlichem Aeußeren, um sie herum kleine, mehr oder minder gut bestellte Blumen* und Gemüsegärten. Ging mau eine Meile »eiter hin nach Osten, so sah eS dort ganz anders «lS; der deutsche Fleiß und das Bestreben, das Leben nicht allein zu erhallen, sondern auch angenehm zu machen, ist dem polnischen Landmann nie eigen lewesen. Das Wohnhau? des Gutsbesitzers oder das Schloß lag auf einem sanft abfallenden Hügel am Ende deS Dorfes, dessen Häuser eine ziemlich grad- «utge Gasse bildeten. Es war ein zweistöckiges webäude, dessen Architektur nichts Künstlerisches, in •k Augen fallende«, an sich hatte. An der nach dem Dorfe zu liegenden Borderftont erblickte mau im «bereu Stockwerke acht viereckige Fenster, in gleichen Zwischenräumen angebracht, im unteren zwei Fenster Weniger und statt ihrer die große Etngangsthür, zu «t eine mit eisernem Gitter versehene Treppe von wchrereu Stufen hinauffnhrte; vor dieser Seite des Hauses standen einige große dtchtbelaichte Linden in kstler Reihe. Das Gebäude mochte schon all fehl, «ber er war gut erhallen, und der gelbliche Anstrich, «ru er trug, sowie die grünen Fensterläden gaben w ein ganz freundliches Ansehen. 3# < -
Stand man vor diesem Herrenhaus», so hatte «an zur «taten einen weitläufigen ländlichen Hof, von sauberen «hrschastSgebäudeu umgeben, zur Rechten, gegen die . «aldungen im Ostenhta, eine lange, w^l sechrFuß hohe Waner, die einen hübschen parkähnlichen Harten umgab.
sah^ man ein Lächeln über feine starren Züge gleiten. Uebrige' s war Herr Georg als. ein braver und rechtlicher Mann bekannt; der Hauptfehler seines Charakters, dem er mit dem Obersten theilte, war unbegrenzter 1 Eigensinn; darum ließ sich an eine Wiedervereinigung der beiden Vettern gar nicht denke». Trat der Oberst scharf, oft barsch auf, wie er es in seinem Regimeute gewöhnt worden war, so hatte Herr Georg dagegen in seinem ganzen Wesen etwas Schüchternes und Sanftes, das ihn, ohne ben unverbrüchlichen Ernst seiner Mienen, der sich auch ost in seinen Handlungen kund gab, schwach süßlich hätte erscheinen lassen können.
Seine Tochter Katharina oder Käthchen, wie sie gewöhnlich genannt wurde, jetzt in ihrem neunzehnten Jahre stehend, war ein liebliches, frisches Kind mit einem unschuldigen Herzchen, wie jedermann behauptet haben würde, von natürlichem Verstände und gerade so viel Bildung, als man zu damaliger Zett von einer Dame ihres Standes beanspruchte; an Welt- eifaprurg fehlte es itzt jedenfalls noch, denn fast nie hatte sie da« väterliche Gut, auf de« sie durch eine Gouvernante erzogen worden, für längere Zeit ver- laffev. Eine kurze Reise nach BreSlan abgerechnet, hatte sie von der Welt außerhalb Neuenrode nicht mehr gesehen, ai« Me^ umliegenden Landgüter be# freundster Familien tob Militsch, wo ihr Vater fie eintgemale auf die Bälle geführt hatte, welche dort im Stzinter von den umwohnenden Edellente» und einigen Offizieren naher Garnisonen veranstallet zu werden pflegtstr. Käthchen hatte dort froh wie ekn Kind ge. u... —- •‘«n» >» tanzt und geplaudert, und eS war leicht zu bemerken,
setaer alttwdtsch.btos«lich« Tracht fahler eher wie daß -ie. Schmeicheleien, die ihr von galanten, junger! **" -»* Kavalieren dargebracht wurden. leinen nachteil^n
EttrM aus ihre Kindlichkeit anSgeübt ha^rf^hr anfteS Wesen, mit angeborener weiblicher Würde gepaart, .mnßßy jener- Zeit, tw *er ton ,■ esianllicher
gebung, welche sich allenthalben jetzt im Süden zeigt- Es schreit sich auch nicht besonders „Hurra", wenn man bei jedem Blick auf ein halbes Dutzend - Geheimpolizisten trifft, wie es an der Newa doch der Fall war. Wie „ganz anders ist es jetzt in iE Süddeutschland und Österreich, wie enthusiastisch se. klingt die warme Begrüßung des Volkes an das Ohr des jungen Kaisers, wie deutlich zeigt sich ihm der Stolz des Volkes auf seinen Kaiser! Das sind