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gebliebenen Fahnen überzutreten, und wäre er auch nur nach Polen destrtirt, das damals bekanntlich ganz unter russischem Einflüsse stand und zum Teil von russischen Truppen besetzt war, so würde er offenbar der Verhaftung und Bestrafung nicht entgangen fein. Auf seinem zweiten Grund zur Desertiou, das im Dunkeln gehaltene Verhältnis zu einer Dame, legt« Oberst von Brandt nicht viel Wert, denn er hielt s für eine jugendliche Schwärmerei, die bald ver» liegen würde. Vor allen Dingen war er übrigens >auz damit zufrieden, wenn er einen jungen Manu, »er ein so vielversprechendes Aeußere hatte, in sein Regiment bekommen und einen guten Oifizier au ihm gewiuueu konnte.

Wäre der Oberst Kommandeur des RegimeutS Vladimir geweseu, so würde er alle Douuerwetter auf deS Deserteurs Haupt herabgeflucht haben; jetzt hatte ich die Anschauung dieses militärischen Verdrehens »edeutend verändert. Bestand nicht ein großer Teil der zu damaliger Zeit geworbenen preußischen Armee auS Deserteure» aller Grade?

Die Revanche für de« Daß;wa«g

Die französische Regierung hat jetzt die Revanche für den in Elsaß-Lothringen eingeführten Paßzwang genommen, der Präsident der Republik, Herr Carnot,

0,1 Prozent) gelingt es. Sv ist es ober doch nicht mit allen. Daß auch die besser Gerüsteten jetzt durchfallen, dürste ein Zeichen davon fein, daß die Examinatoren Weisung haben, die Prüfung in schärfster Weise vorzunehmen. Dem könnte nun wieder, falls es so ist, das Bedenken entgcgengestellt werden, daß die übermäßige Ausdehnung des Frei­willigen - Instituts nur durch gesetzliche Erschwerung, aber nicht durch einseitige und über die gesetzliche Normen strenge Prüfung eines begrenzten Teiles der Aspiranten beseitigt werden dürfe. Indes lauten die gesetzlichen Vorschriften über die Einjährigen­prüfung für Externe in der That so, daß nur ein ungewöhnlich vielseitiges Talent den ausgestellten Erfordernissen wirklich genügen kann. 99 Prozent sollen durch, wenn die Prüfung auch nur mit not­dürftiger Innehaltung her gesetzlichen Vorschriften vorgenommen wird. Und zu einer größeren Milde ist durchaus kein Grund. Die Stadtverordneten genehmigten in ihrer heutigen Sitzung den Antrag des Ausschuffes auf Bewilligung von 500 000 Mk. zur Errichtung einer für die Förderung der Volks- wohlsahrt bestimmten Kaiser-Friedrich- Stiftung, deren spezieller Zweck der Kaiserin Friedrich vorzu­behalten ist, sowie die Veranstaltung von Samm­lungen zur Errichtung eines Denkmals für Kaiser Friedrich in Berlin. Nur zwei sozialistische Stadtver­ordnete stimmten dagegen. Die bezüglichen Beschlüffe sollen der Kaiserin Friedrich in einer am 18. Okt., dem Geburtstage Kaiser Friedrichs, durch eine Deputaton zu überreichenden Adresse zur Kenntnis gebracht werden. - Der heutigen zu Ehren des Amerikanisten-Kongreffes veranstalteten Abendunterhaltung bei Werner Siemens in Charlottenburg wohnten gegen 400 Personen bei, darunter alle auswärtigen Kongreßmitglieder, ferner Kultusminister von Goßler mit Gemahlin, Ministerial­direktor Greiff, Admiral Reibnitz, die Professoren Helmholtz, Virchow und viele andere Celebritäten. Die vorzüglichen Gesang« und Musikaufführungen, in denen hervorragende Mitglieder der königlichen Oper mitwirkten, unterstützten wirksam den glänzenden Verlaus des Festes.

sFür st Bismarck und seine Wiber- acher.j Die ,N. R. C." schreibt hierüber: Während der deutsche Patriot Gott nicht genug danken kann, daß dem deutschen Volke in der Person des Fürsten Bismarck ein Staatsmann von seltener Bedeutung und Größe geschenkt ist und daß ihm dieser Meister der Staatskunst in voller Kraft in der schwierigen Zeit nach dem Tode des Begründers der deutschen Einheit erhalten ist, giebt es in dem Partei- und

2. Kapitel.

Ei» Rendezvous.

Ungefähr auf dem halben Wege zwischen Warten, berg und Milttsch, gute drei Meileu vou ersterem Städtchen, dar damals zwei Schwadronen der Re. giments Prinz Eugen vou Würtemberg zur Garnison diente, entfernt, lag oder liegt vielmehr noch unfern der Grenze der heuttgeu Provinz Posen, der durch die Teilung von 1772 an Preußen gekommenen ehe­maligen polnischen Landesteiles, der hier eine schmale

-pitze gegen Süden hin bildet, daS ansehnliche Rittergut Neuenrode, noch zum schlefischeu Territorium gehörig.

Schon seit Jahren, vielleicht Jahrhundert« gehörte eS der Familie von Brandt, d. h. eine« anderen . weige derselbe», eil dem, zu welchem sich der Oberst von Brandt zählte, «er längerer Zett hatten diese

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Illustriertes Sountagsblatt.

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sondern alle Fremden getroffen, und das duldet Paris nun und nimmer. Keine große Stadt in Europa ist so aus den Fremdenverkehr angewiesen, wie Paris; stockt dieser, herrscht in der ganzen Stadt Heulen und Zähneklappern. So ist ja auch die für nächstes Jahr vorbereitete Weltausstellung gar nichts weiter, als ein Stück schillernder Reklame für Paris. Deshalb werden auch von dem Fremdendekret nur die Ausländer getroffen, welche dauernd sich in Frankreich niederzulassen gedenken. Denen, welche nur dorthin kommen wollen, um für einige Zeit au: großem Fuße zu leben und viel Geld auszugeben ist dies glänzend gewährt.

Daß das Dekret aber doch nichts weiter ist, als eine Revanche für den deutschen Paßzwang, ergiebt sich aus der ganzen Abfassung. Die Ver­ordnung ist so unbestimmt, wie nur irgend möglich'; es ist der reine Kautschuk, den man ziehen und dehnen kann, wie man will. Lägen genau geregelte Paragraphen vor, von denen der Russe in Frank­reich ebenso gut betroffen würde, wie der Deutsche und der Italiener, so hätten wir nicht den geringsten Anlaß zu irgend einer Bemerkung. Aber das ist nicht der Fall; man merkt die Absicht, und wird verstimmt. Das Dekret sagt einfach, der dauernde Aufenthalt jedes. Fremden solle davon abhängig ge­macht werden, daß die betreffende Persönlichkeit sich genau mit amtlichen Belägen über seine Nationalitäts-, Vermögens- und Familienverhältnisse ausweisen könne. Hieße es nun im Dekret, bei genügendem Ausweis müsse jedem Ausländer der Aufenthalt in Frankreich gestattet werden, dann wäre es ja gut; denn die Forderung des persönlichen Ausweises von einem Ausländer kann durchaus nicht als ungerecht be­zeichnet werden. Aber die französischen Behörden haben es völlig in der Hand, den Nachweis genügend zu befinden oder nicht, können also auch nach Be­lieben Jedem den Aufenthalt verweigern. Die Dinge in Frankreich sind soweit gediehen, daß die Ausländer nicht mehr mit gleichem Maße gemessen werden; der staatliche Schutz, auf welchem beispiels­weise Deutsche und Italiener in Frankreich rechnen önnen, ist äußerst schwach. Wenn sie sich nicht elbst helfen, so thun die Behörden zu ihrer Sicher­heit wahrhaftig nichts. Erscheint hingegen ein Russe, o wird er fetiert, als habe der liebe Herrgott einen Engel vom Himmel gesandt. Der gebildete Franzose ist ein sehr liebenswürdiger Mensch, mit dem sich vortrefflich auskommen läßt; aber er hat Furcht vor dem Pöbel. Und so ist's mit den Behörden. Wenn nun die französischen Gewerbtreibenden oder Ge-

Marburg,

Sonnabend, 6. Oktober 1888.

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Bestellungen auf das vierte Quarta (Oktober bis Dezember) nehmen auf die

Overhesfische Zeitung

«röst Kreisblatt für -le Kreise Marburg und Kirchham und

Illuktriertes Sonntagsbtatt sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition noch fortwährend entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

Werbegehilfen gegen deutsche oder italienische Konkurrenz opponieren und Aufenthaltsverweigerung für die Fremden verlangen, werden die französischen Be­hörden Kraft genug haben, dem persönlichen Neid und Nationalhaß zu widerstehen? Zu wünschen wäre es, aber wir wollen einmal abwarten, welche Thatsachen sich aus der Praxis ergeben. Wir glauben, es werden merkwürdige Geschichten an den Tag kommen.

Deutsches Reich.

Berlin, 4. Okt. Der Oberreichsanwalt von Tessendorf ist aus Leipzig hier eingetroffen. Der »Post^ zufolge reift Prinz Heinrich am Sonnabend oder Sonntag nach Italien, um dort mit dem Kaiser zusammenzutreffen. Kürzlich berichteten verschiedene Blätter über neuerdings seitens des Ministers des Innern im Einvernehmen mit den Ministern der öffentlichen Arbeiten und für geistlich-, Unterrichts­und Medizinal - Angelegenheiten festgestellteAnfor­derungen, welche in baulicher und gesundheitlicher Beziehung an Schankwirtschaften zu stellen sind." Wir können konstatieren, daß es sich in dieser Meldung nur um die bereit» unter dem 26. August 1886 durch Zirkularerlaß des Ministers des Innern den königlichen Regierungspräsidenten und 9tegterungen mitgeteiltenAnforderungen" gedachter Art handelt. Neuerdings find diesbezüglich keine neuen Bestim­mungen getroffen. Das Institut der Einjährig- Freiwilligen ist bekanntlich oft genug Gegenstand von Angriffen und von Reformvorschlägen gewesen. Als ein Zeichen der zunehmenden Abneigung gegen dieses Institut ober wenigstens gegen die Ausdehnung, welche dasselbe der ursprünglichen Absicht und Idee entgegen genommen hat, kann man die sehr strenge Prüfung anzusehen geneigt sein, welcher die privatim Vorgebildeten behufs Erlangung der Berechtigung zum einjährigen Dienst jetzt unterzogen werden, so daß die große Mehrzahl davon durchfällt. In Düsseldorf z. B. sind soeben wiederum sämtliche Examinanden durchgefallen, ebenso wie bei der vor­jährigen Prüfung. Bei einem großen Prozentsätze bet Prüflinge sind freilich die durch Privatunterricht oder Selbstlernen erworbenen Kenntnisse so gering, daß das Durchfällen sich von selbst versteht; da nämlich die Zulassung zu der Prüfung nicht an die Erfüllung irgend einer, noch so geringen wissen- chastlichen Bedingung geknüpft ist, sondern einfach jedem freisteht, so wird von vielen die Prüfung einfach einmal versucht in dem Gedanken: vielleicht (das heißt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 oder

Xnyigen numnt entgegen die hpebitio» d- «latteS, svwie b. 31mioncen.»ureax$ von Haasenstein und Vogler 5ÖXÄÄÄ K xxni Jahrgang Daube n. w>. m Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover. Paris.

Erscheint täglich außer an Werktagen »ach Sonn- und Feiertage». O»artal»AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2*/. Mk., bei den Postämtern 2 Btt Sv Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Big.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

beiden Zweige einer altadelige» Familie ärgerliche Prozesse um Neuenrode und audere Besitze geführt; schließlich entschied daS Gesetz zu Gunsten der Linie, welcher der zeitige Besitzer von Neuenrode, Herr Georg von Brandt, angehörte, und seitdem befand sich letztere in ungestörtem Genüsse deS ihr zugesprocheneu Be­sitz thums.

Durch diese Prozesse waren nun Mißverstäuduiffe herbeigeführt worden, welche die beiden Zweige der Familie vollständig von einander getrennt hatten; die Brandts ohne Grundbesitz wollten nichts «ehr vou deu Brandts von Neuenrode wissen und widmeten sich meistens dem Militärstaude, tu dem sie sich ihren alten, fleckenlosen Namen rühmlich zu bewahren wußten. So kam eS auch, daß der alte Oberst von Brandt, obgleich das Gut nur wenige Meilen von seiner Garnison entfernt lag, sich mit eiserner Har uäckigkett nicht im mindesten um seinen reichen Vetter bekümmerte, sondern, wen» von diesem einmal zufällig die Rede war, nur mit den Achseln zuckte, sich den äugen Schnnrrbart drehte und davon ging. Nicht bester machte eS der Herr Georg vou Brandt, der vor Jahren einmal einen Versuch zur Anknüpfung der alten Freundschaft gethan, als dieser zurückgc. wiesen worden, aber den Obersten gehen ließ, und eS offenbar vermied, nach Wartenberg zu kommen.

Die beiden Herren und ihre Famüieu existierten also nicht für einander. Georg von Brandt wußte allerdings, daß fein Vetter, der Oberst, schon einige Jahre vor dem Begin» unserer Erzählung eine treue, rave Gattin durch deu Tod verloren hatte, nnb eine Tochter, die, wie man ihm sagte, schön sein solle, besitze.

Oberst von Brandt wußte zwar reckst wohl, sein etter Georg lebe in recht wohlhabenden, beinahe glänzend zu neuueude« Lerhältuiffeu, sei ebenfalls ötttwer und habe auch eine einzige Tochter, ge» ehe» hatten sich aber die beiden alten Herren feit ihrer Jugendzeit nicht mrd hie beide» Fräulein» noch niemals.

der Deserteur dem Oberst von Brandt vorgestellt hatte, eS war im Herbst des JahreS 1774 be­fanden sich der reiche Rittergutsbesitzer und feine Tochter beisammen in einer Wohnstube deS soge­nannten Schlaffes auf Neuenrode.

Südlich von Neuenrode erstreckte sich in ziemlich gleicher Linie eine Reihe von kleinen Landseen, die durch ein Flüßchen mit einander zusammenhängen, "ach Osten zieht sich bis zur Grenze der jetzige» Provinz Posen und noch darüber hinaus ein ansehn­licher Birken- und Buchenwald, die beiden anderen Seiten find offen, ein ergiebiger, fruchtbarer Bode» erstreckt sich bis an die Seen hinan, die sich in un­unterbrochener Reihenfolge einander anschließen.

(Fortsetzung folgt)

(Nachdruck verboten.)

> Aus unsere« vkr Pfahle«.

Plaudereien auS dem Hause.

_ . (Schluß.)

68 läßt sich in Deutschland sehr behaglich lebe», das wird jeder eingestehen, der weit von seinen Grenze» war, und die Frau trägt nicht zum mindesten dazu bei, das Leben angenehm zu machen. Keine Regel ohne Ausnahme freilich! Wenn wir nun über die Mädchen mit Geld nicht so ohne Weiteres deu Stick brechen wollen, so wolle» wir doch ein Pendant zu ihnen geben. .Sie hat kein Geld!" Wer kennt nicht >ies bitterböse Wort, das schon manchen heimliche», wffnungSvollen Traum einer Mädchenseele zerstört iat? Es ist das TodeSwort für so manche zärtliche Liebe schon gewesen, hat manche Bande zerrissen. die o fest von Herz zu Herz geknüpft schienen. ES ist ein Unterschied zu mache» zwischen armen Mädchen und Mädchen ohne Geld. Die letzteren find nicht lerade arm zn neunen. Sie können sich im Eltern»

ganz behagliche» Daseins erfteueu, auch ie Liter» haben ihr genügendes Auskommen, aber

Wune» bei ihrer Thätigkett keine Kapitalteil

hat auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Floquet ein Dekret unterzeichnet, welches fortan wie ein zweischneidiges Schwert über den Köpfen aller Fremden hängen wirb. Der Paßzwang in Elsaß - Lothringen l ist eine rein politische Maßregel, es soll badurch

dem Unwesen der französischen Agitatoren im Reichs- lanbe gesteuert werden. Das französische Fremden- Dekret wirb offiziell mit wirtschaftlichen Gründen motiviert; da immer mehr Klagen aus dem Lande über die durch die Fremden bereitete Konkurrenz kommen, will die Regierung auf dieselben ein scharfes Auge haben. Eine solche Begründung mußte man übrigens wählen, denn nach der Einführung des Paßzwanges in Elsaß - Lothringen erklärte Premier­minister Floquet in der Kammer, Frankreich sei ein gastliches Land, welches nie und nimmer mit Re­pressalien auf die deutsche Maßregel antworten werde. Die Regierung konnte auch keine Bestimmung einführen, welche dem deutschen Paßzwang geglichen hätte; damit würde niemand mehr unzufrieden ge­wesen fein, als Paris. ,Es ist wahr, die Pariser Volksmasse ist äußerst erbost auf die Deutschen, sie wittert in jedem harmlosen Touristen einen Spion; die Pariser Geschäftswelt wünscht Feuer und Schwefel auf die konkurrierende deutsche Industrie herab, aber wenn Deutsche mit offenen Händen voll Geld zu Einkäufen nach der Seine kommen, bann thut ihnen niemand etwas zu Leibe, man nimmt sie mit offenen Händen auf. Außerdem würden von Paßvexaiionen in Frankreich nicht nur die Deutschen,

1 ^Nachdruck verboten.)

Der Deferte«r.

Novelle von Stanislaus Graf Grabowski.

i (Fortsetzung.)

||Gut, nein Haus steht Ihnen zu jeder Stunde offen; ich werde mich freuen, wenn Sie meine Gast- fteundschast benutzen.'

Der Oberst stand auf und machte eine verbindliche Handbeweguug; der Pole ging, nachdem er sich höflichst empfohlen und dem Obersten einige Papiere überreicht hatte, uw sich ein Quartier zu mieten und einen Stall für fein Pferd im Gasthofe.

Mag es nun unseren Leser» auffällig erscheinen daß ein wildfremder Mensch, sich so schnell die Teil­nahme nnb Unterstützung sdeS preußischen Obersten s erworben hatte, so erklären wir dies dadurch, daß letzerer, vou kernigem Gefühl, aber gerade nicht zu scharfen Verstände, ein besonderes Wohlgefallen an dem junge» Polen gefunden hatte, und was »och diel mehr tu die Auge» falle» muß, daß er mit soldattschem Kennerblick in diesem jungen Manne einen verwegenen und abenteuerlichen Husaren erriet, feie solcher die ruhmvolle Zett deS großen Friedrich bedurfte; übrigens erwieS eine nähere Durchsicht der Papiere, daß er vollkommen die Wahrheit ge» sprachen hatte.

6in Deserteur empfiehlt sich nun natürlich unter allen Umständen nicht leicht, und man hätte glauben sollen, gerade Oberst von Brandt hätte dieses nili> tirische Verbreche» als die achte und schlimmste Tod. siude bettachtet. Aber str diesem Falle ließ sich aller­dings eine Entschuldigung daüfr finde», wean ma» das eigentümliche Berhälttiis in Bettacht zieht, i» feelchem sich die gewaltsam zu Rnsseu gemachte» , polnischen Unttrthaue» nnb vewobner der bei der kkste» Teilung ihres BattrlaudeS (1772) abgetretenen Westeile befanden.

Der junge Graf war durch feine mächtigen B<r- Nnbten daran gehindert worden, p den polnisch

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag vou Zoh. Anp. Loch.

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