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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fiir die Kreise Marburg ob Kirchhain. ^ Illustriertes- Souutaqsblatt,
Expckitiou- Markt 21. — Redaktion, Druck unb Verlaq »on Joh. Sagt. K«h. " * '
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verschaffen zu wollen, hörte ich Hurra rufen. Wir glaubten, der König käme, aber es war Fritz Karl.
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ihre ursprüngliche Farbe in etue gelbliche verändert. Irgend einen Teppich, überhaupt irgend welche auf Bequemlichkeit berechnete Ausstattung sah mau nirgends; den einzigen LoxuS bildeten vier Kupferstiche in breiten schwarzen Holzrahme». Eines dieser Bilder stellte den alte» Fritz dar, auf seinem Schimmel fitzend und den Stock nachdenklich an die Lippen führend, das zweite Seidlitz, wie er als Signal zur Attacke seine kurze Pfeife in die Luft wirft, das dritte Ziethen, ,a»S dem Busch kommend", das vierte endlich ein Paar Husaren vom Regtmente Eugen mit sauber kolorierte« weiße» Dollmans und blauen Pelzen.
Ein Sopha ließ sich auch nicht in diesem Zimmer bemerken, unb hätte Oberst von Brandt nicht so viele alte Wunden gehabt, die ihn öfter schmerzten, so würde auch wohl der schwarze PiKsterstuhl wrggebliebeu sein. Rechts au der weißgetünchteu Wand, nahe dem Feaster stand der vom Alter geschwärzte Schreibtisch, ein einfaches Möbel, auf dem neben einem großen hölzerne» Tinten- and Sandfaffe nicht allzuviel Papiere lagen. Links in der Ecke neben der Thür stand ein Pfeifengestell mit wenigstens dreißig langen und kurzen Pfeiff«, die meistens große Köpfe von Meerschaum mit Silberbeschlag hatten. Au der Wand gegenüber sah «an einen kleinen niedrigen Tisch und auf ihm eine große Waffe, flache, sowie eiu Trinkglas.
Endlich hingen über diesem Tisch an der Wand fünf oder sechs sehr gekrümmte und breite Säbel, Säbeltasche, Cartouche und die gewaltige Pelzmütze mit Geierbusch und schweren vergoldeten Adlerflügeln, letztere dar Abzeichen der Kommandenre.
Oberst von Brandt selbst war, wie gesagt, zwei- undsechzig Jahre alt trotzdem aber dem äußere» An, ehe» nach »och sehr rüstig. Seine Gestatt war unter stittelgröße und recht wohlbeleibt; in aufrechter, so- »ic i» fitzender Stellung krümmte fich zwar der iück»« kaum bemerklich, wenn der Oberst aber bteuft, che Geschäfte hatte, so nah« er sich zusammen, reckte ch in bi« Höhe unb trat fest auf, daß die Sporen- räber klirrte». .... . -
Ereignisses in meinem Leben hätte sein sollen. Aber Siege ersetzen nicht den Verlust eines Kindes, vielmehr bricht der bohrende Schmerz unter solchen gewaltigen Eindrücken sich erst recht Bahn.
Aber ich mußte mich daran erinnern, daß hier keine Zeit sei, irgend welchen Gefühlen nachzugehen, daß vielmehr alle Gedanken nur auf den geschlagenen Feind, auf die richtige Benutzung des erfochtenen Sieges gerichtet werden mußten . . Graf Dohna vom oftpreußischen Jägerbataillon lag, durch die Brust geschossen, unweit von der Leiche von Theißen, dem wir noch Schärpe und Kette für die ©einigen vom Halse abnahmen. Dohna trug mir noch Grüße für seinen Vater auf und konnte mir noch sagen, daß vom Bataillon nach einer ungeheueren Salve österreichischer Jäger, nur zwei Offiziere gesund geblieben.
Leutnant v. Pape vom 2. Garde-Regiment zu Fuß, der einzige Sohn des Kommandeurs, ward, von drei Kugeln getroffen, vorübergetragen, ich umarmte ihn, den ich von Kind auf kannte, im Namen seines Vaters, daneben meldete mir Leutnant Loris vom 2. Garde-Regiment zu Fuß, er habe ein Geschütz erobert!
Nie werde ich den ernsten Ausdruck der Züge Keffels vergeffen, als wir uns hier begegneten, indem er das 1. Garde - Regiment von Chlum sammelte . . .
Um uns herum lagen oder humpelten so viele von den wohlbekannten Gesichtern der Potsdamer unb Berliner Garnison! Jeder hatte etwas zu erzählen. Jammervoll sahen diejenigen aus, die fich ihrer Gewehre als Krücken bedienten oder von mehreren gesunden Kameraden die Höhe hinaufge- sührt wurden. Am schauerlichsten aber sah eine österreichische Batterie aus, deren gesamte Bedienung und Bespannung erschossen lag. So jagten sich die verschiedenartigsten Eindrücke in jeder Sekunde an einem vorbei.
In Rosberitz, wo der Kampf furchtbar erbittert gewesen sein mußte, nach der Unmaffe Leichen und Verwundeter zu schließen, und wo noch Gehöfte brannten, fand ich Anton Hohenzollern, der von drei Kugeln in die Beine getroffen worden war. Er war eigentlich strahlend und zugleich rührend naiv in der Geringschätzung seiner Wunden; er wünschte mir Glück, sagte, er sei int tollsten Feuer mit seinem Zug gewesen, habe Schnellfeuer geben lassen, sei dann verwundet und als solcher bereits gefangen genommen gewesen, so daß sie ihm den Säbel trotz seiner Verwundung genommen hätten,
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Noch ein Tagebuchblatt Kaiser Friedrichs.
Die „Kieler Zeitung" veröffentlicht aus dem Tagebuche des Kaisers Friedrich das Blatt vom 3. Juli 1866. Der größte Teil desselben behandelt den Anteil der kronpriuzlichen Armee an der Schlacht bei Königgrätz und enthält nur that- sächliche Angaben, die aus den Geschichtswerken längst bekannt sind. Wir könne» uns daher aus die Wiedergabe derjenigen Stellen beschränken, in welchen sich die subjektiven Empfindungen des damaligen Kronprinzen aussprechen.
Solche Augenblicke müssen erlebt sein, beschreiben lassen sie sich nicht! Heiße Dankgebete stiegen zu Gott empor, ich mochte sagen Stoßgebete; dann muß man wieder sich in die Sachlage vertiefen, überall Hinsehen, aufpassen und darf kaum den mit Leichen und Verwundeten besäeten Boden betrachten, wo alte Bekannte, die man kurz zuvor lebensfroh in den Kamps hineinrücken sah, hingestreckt liegen. Zu unseren Füßen um Rosberitz herum wütete der Kampf; aber es war bereits das ausgesprochenste Rückzugsarrieregardengefecht, wobei in meiner linken i Flanke, welche Königgrätz zunächst lag, Boyen mit dem 6. Armeekorps noch lebhaft beschäftigt war, auch die Geschütze der Festung zu wirken begannen.
Der Himmel fing an, sich aufzuklären, und ; Connenstretfen fielen auf die blutige Walstatt. Als mir eben der Heldentod des General^ Leutnants von
sNachdruck verboteu.j
Ker Deserteur.
Novelle von Stanislaus Graf Grabowski.
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6r trug, von oben bis unten mit alle» vierund- Mauzig Knöpfe« verfchloffe», den kurze» weißen Dollman mit goldenen Schnüre» u»d Quaste», enge fchoytaschirte Hose» und bis zur halben Wade empor, reichende lederne Stiefel mit goldenen Troddeln. In der Hand hielt er eine kurze Husarenpfeife, die er oft mit lebhafter Bewegung an die Lippe« führte und dann gewaltige Rauchwolken um fich verbreftete.
Der Oberst war nicht allein im Zimmer. Et« ungefähr dreißigjähriger stattlicher Offizier, beffe» Dollmau die Abzeichen deS Premierleutnantsranges trug mit ernstem, entfchloffenem Gefichte, kühn auf. gedrehtem schwarzem Schnurrbarte, gepuderte« Locken «nd dem kurzen Zopfe im Nacken, stand in ehrer- >i«tigft dienstlicher Haltung einige Schritte vor ihm. Unter dem linke» Arm, mit dem er den Säbel a»f- genomme» hatte, trug er eiu Aktenstück, ta der rechte» >ie Pelzmütze, bim der der Kalpak herabhing. Seine lntfor« war übrigens ganz dieselbe, wie die de» Obersten.- . J ! ' >• *: *; ■ ' '
Der Herr mit den verständige«, beinahe «telancholt. cherr braunen Ange», seinen regelmäßigen Gesichts, zügen und der hohen schlank« Gestalt, dem die
Der Kommandeur des preußischen Regiments Prinz fEngen von Würtemberg, der zweiundsechzigjährige Oberst von Brandt, saß im hochlehnigen, mit schwarzem Maroquin überzogenen Polsterstuhle vor dem Schreib- üsche in seinem sogenannten ArbeiSztmmer.
Der alte Herr arbeitete freilich nicht allzuviel mit »n Feder, hatte eS aber mit dem Säbel wacker genug »than, als der große König vor wenigen Jahren stine Husarenschwadronen in daS Feld führte; in de» wti schlesischen Kriege» hatte er wohl gelernt, eine Cchwadro«, ein Bataillon und ein Regiment kunst- zerecht eiuhanen und ben Feind überleite» zu lasse», «nn Ziethen unb Seidlitz waren seine Lehrer ge- dese», — er hatte auch das Lehrgeld ehrlich mtt fünf »is sechs schwere» Wunden bezahlt, — aber dcnnoch *«r er nicht weiter gekomme», als daß er einen kurzen «egimeutSbefebl mit ungeheuren Schriftzüge» »jeder- schreiben und seine» NawenSzug unter obligater Be- Äeitung eines schweren Seufzers darunter setzen konnte, -y Deswegen aber blieb er doch einer der tüchttgst« ikommandenre, die dem alten preußischen Waffen- | whrne überall und zu jeder Stunde Ehre gemacht wen würden.
') die Auch solche Begrüßungen wollen erlebt sein! Vor und - zwei Jahren umarmte ich vor Düppel ihn als Sieger, heute waren wir beide Sieger, und nach lern dem harten Stande seiner Truppen hatte ich die
uch- Entscheidung des heutigen Tages mit meiner Armee
herbeigeführt. '
Uniform wie angegosseen saß, konnte ei» schöner Man« genannt werde».
»Nun, will Er »och etwas von mir, mein lieber von Seele« d* fragte der Oberst offenbar in sehr guter Laune.
»Der RegimentSdimst ist erledigt, zu Gunsten des Herrn Oberst", erwiderte der Adjutant. »Wolle« der Herr Oberst mir jetzt erlaube«, in einer Privatsache mit aller schuldigen Ehrerbietung zu Ihne« gu prechen?"
»Gewiß, mein bester von Seele», ich bin neu, Gerig. was Ihr mir zu sagen habt."
Der Oberst lehnte fich etwas Wetter i» feinen Stuhl zurück und schleuderte ein Paar Dampfwolken nm fich, die ihn fast gänzlich einhüllten; er freute ich herzlich tu seinem Inner«, daß der Morgen» apport vorbei war, der ihn mehrere male seinen
Namen zu schreiben gezwungen hatte.
»Herr Oberst —•
Der Premirrleutnant stockte, »ich eine Pmpnr- röte ergoß fich über sei» Gesicht.
»Nu«, komme Er doch mit der Sprache heraus I"
Der Offizier stotterte i« offenbarer Verlegenheit »och einmal »Herr Oberst l" und kam auch diesmal nicht weiter; dabei drehte er mechanisch fortwährend die Pelzmütze herum.
Eine ziemliche Pause Kat ein; der alte Oberst l>ftrachtete den vor ihm Stehend« durch die Ranchwolke zwar etwas verwundert, aber keineswegs mit unfreundlichen Blicke», den« er schätzte sein« üdjutante«, einen besonders tüchttgen Offizier, sehr ffoch, aber die Verlegenheit desselben war ihm ebenso unerklärlich, als st« ihm bei einem Husaren gar nicht gefall« wollte. Seine Mi«e verdüsterte fich ein wenig, unb als der Leutnant noch immer nicht Worte i« finde» schien, fragte er, nicht ohne Strenge im Tone:
»Er hat mahl Schulde», von Seel«? Ich hätte ms nicht von ihm »dacht; wenn es aber einmal so ist, so spreche er sich off« pph, mir »olle« bann 4a, M ffOu»
•W K<; Ul E im .nhntbhS!
Da« Zimmer, daS Oberst von Brandt sei» „Cibinet peine“ zu nennen pflegte, entsprach ganz der Wohnung n»e» alten Kriegers, der einen großen Teil seine« «benS unter der leichten Decke etue» Leinwandzelter i °»er dem freien Himmel zngebracht hat. E» war kleine» schmales Gemach mit einem Fenster an ein« Wand, und der vom Hausflur heretnführe». N Thür an der oegenüberliegenden; eine zweite Mr führte seitwärts, ohne Zweifel tu da» Wohn- * WBmer.
* DaS Fenster hatte keine eigentlich« Gardine«, de« nur kurze weiße Vorhänge für die unteren leib«; diese Vorhänge hatten durch TabakSdampf
Schon von weitern schwenkten wir uns mit unseren ezug. Mützen zu und fielen uns dann unter den Hurra- iner \ tufen der Truppen meines äußersten rechten und fften fiines äußersten linken Flügels, mit denen ich unserem nal- Könige ein begeistertes Hurra brachte, in die Arme.
durch unser Vordringen aber wieder befreit worden. ®r lag in einem Bauern Häuschen neben sterbenden Oesterreichern, ward aber gleich darauf in einem Johanniterkrankenwagen transportiert.
(Sin Schlachtfeld zu bereiten ist grauenvoll; und es laffen sich die entsetzlichen Verstümmelungen, die sich dem Blick barbieten, gar nicht beschreibe». Der Krieg ist doch etwas Furchtbares, und derjenige, der mit einem Federstrich am grünen Tisch denselben herbeiführt, ahnt nicht, was er heraufbeschwört.
Onkel Karl und Wilhelm Mecklenburg traf ich ebenfalls. Letzterer soll einen flachen Hieb im Kavalleriegefecht erhalten haben. Endlich nach vielem Suchen und Fragen fanden wir den König, ich meldete ihm die Anwesenheit meiner Armee au dem Schlachtfelde und küßte ihm die Hand, woran er mich umarmte. Beide konnten wir eine Zeit lang nicht sprechen, als er zuerst wieder Worte fand und mir sagte, er freute sich, daß ich bisher glückliche Erfolge gehabt, auch Befähigung zur Führung bewiesen, Er habe mir, nrie ich wohl durch sein Telegramm wisse , für die vorhergegangenen Siege den „pour le merite" verliehen. Jenes Telegramm hatte ich nicht erhatten und so überreicht mir den» mein Vater und König auf dem Schlachtfelde, wo ich den Sieg mit entschieden, unseren höchsten Mlitär- verdienstorden. Ich war tief davon ergriffen, und auch die Umstehenden schienen bewegt. Es war ein wundervoller Abend geworden, und gerade während unserer Begrüßung ging die Sonne in ihrer ganzen Pracht unter. Bismarck, ebenso sämtliche Offiziere vom königlichen Hauptquartier, wie auch mein ganzer Stab wohnten dem bet Schweinitz und Reuß VIII. sah ich hier wieder. . "3
Run hatte ich noch eine längere Besprechung mit dem Könige, in der ich ihm angelegentlichst die Generale Blumenthal und von Steinmetz empfahl, beim diese beiden hohen Mkitärs hatten wesentlichen Anteil an Men meinen Anordnung«. Seine Majestät gewährte meine Bitte, General von Steinmetz für seine Verdienste den Schwarzen Adlerorden zu verleihen, und fetzte auf meinen Vorschlag fest, der Schlacht den Namen »Königgrätz- zu geben.
Wir ritten nun »ieber über Chlum, um zu versuchen, in Horenowes Nachtquartier zu finden, aber die. in Königinhof gebliebene Bagage konnte nicht vor morgen früh eintreffen. Nach vielen Jrrgängen, wobei alle Gräuel des Schlachtfeldes bis in die Dunkelheit uns verfolgten, erreichten wir obengenannten Ort, der bereits 3000 österreichische Ge-
DaS Gesicht war das eine» preußische» Husaren aus der gute« alte« Zeit. Bor allem fiel au ihm >ie breite hohe Sttr», die nur »och ziemlich spärlich von weißgraue« kurze« Haare« nmgeben wurde, auf, ebenso ei« Paar graue, sehr lebeudige und feurige Augen unb der starke unb sehr lange Schnurrbart von ber erwähnten Farbe, be« ber Oberst oft durch feine Hänbe laufen ließ. Die Nase war ein wenig zu groß unb breit, da« Kinn Kat zn wett zurück — vom Munbe sah man gar nichts, denn der Schurrbart bedeckte ihn vollkommen. — Die Gesichtsfarbe war ziemlich hochrot, besonders die breite Narbe, >ie fich von der Sttr» herab über Nase und Wange in einer Länge von etwa vier Zoll ausdehute, — und dennoch gab der Oberst immer noch ein hübsches Bild von einem alten Soldaten, besonders preußischen Husaren ab.
igen Meine Gedanken waren jetzt bei meiner Frau, 351 1 meinen Kindern, meiner Mutter und Schwester. MNnser Heimgegangener kleiner Sigismund schwebte UMir vor, als ob fein Tod der Vorläufer eines großen
Vertagen. - Qua^al-Abvunemenä-Prtts^der Marburgf fottrieV »n^cen.Bur^nr^inmH^s^'in unb^Sogfet
K Mittwoch, 3. Oktobe? 1888. »ÄÄ&S ™ Jahrgang.
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nial- bollen Leutnants Theißen vorn vierten Garderegiment dem V Fuß, gemeldet wurde und das Gefühl des von Schmerzes über so viele Verluste anfing, sich Geltung dem
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sangene beherbergte. Die Truppen biwakirten auf allen Teilen des Schlachtfeldes, nur wenige sangen.
Wie aber oft neben dem Ernsten das Komische weilt, so auch hier. Eine Anzahl Infanteristen verfolgte em zahmes Schwein, um diesen Braten am Biwakfeuer genießen zu können. Die Hetzjagd ging die Kreuz und Quer, bis zuletzt sogar der Revolver in Thätigkeit gesetzt wurde, und dicht neben dieser Scene lagen haufenweise die Leichen der Kavalleristen von dem heftigen Gefechte, das nachmittags am Fuße von Chlum stätttzesünden halte und an welchem fich die beiden Gardevragoirerregimenter, das neu- märkische Dragonerregiment, die zweiten branden- burgischeiz.sftapen Mh auch s Ziethenhufciren beteiligt hatten. „ „ -
Wir richteten tnfö in- einem völlig leeren Hause vhne Mölel ein nut Streu und dergleichen, und nachdem wir den ganzen Tag über nur von Brot und Cognac gelebt hatten, nährten wir uns am Abend auch nur von einem zufällig gekauften Marketenderkommisbrot ; & la guerre comme ä, la guerre ging hier im eigentlichen Sinne des Wortes in Erfüllung. Wir selbst hatte» von morgens 8 bis abends halb. 9 Uhr zu Pferde gefeffen, schliefen also trotz der fabelhaften Herberge gut, — sofern die Aufregungen eines solchen Ereignisses einen in Ruhe kaffe« konnte. WH I Ä-/.» “ i- s > >
Ich fühlte, daß heute für Preußen einer ber bedeutungsvollsten Tage eingetreten war, und bat Gott, be» König, und seine Räte zu erleuchten, damit auch die richtigen Folgen für Preußens und Deutschlands Heil und Zukunft daraus erwüchsen. Lebhaft habe ich die Nacht von meiner Frau und meinen Kindern geträumt.
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Berlin, 1. Okt. Ter „Reichsanzeiger" publiziert die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an die Kaiserin Augusta Victoria, und die Ernennung des Senatspräfidenten beim Reichsgericht, Henrici, zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Titel „Exzellenz". — Der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Ludwig Hahn ist gestorben. — Das „Armee-Verordnungsblatt" veröffentlicht folgende Allerhöchste Ordre r Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich, daß das Exerzier-Reglement für die Infanterie vom 1. September 1888 in allen Teilen auch für die Jäger- und Schützen-Bataillone verbindlich wird. Dieselben werde» — wie Ich est bertraue — auch i» der neuen Form die alte Tüchtigkeit bewahren. Ihre Fahnen haben sie