Einzelbild herunterladen
 

g

Illustriertes Sonntagsblatt. ;

\5-'-

Willen nicht durchgesetzt. In England ruht das

Bi

und

Die Exped. der Oberh. Zeitung

Aq v

Wer spricht aus der Kollegen Rech'» Zu des Verstorbene« Preise?

AIS eiugesenkt der Sarg gar schwer

r

r

Inhalt hiuu»ter. Da» blaffe Srficht rötete sich unter

der Tavervevwirtin zu viel. Sie erschien und befahl,

1 e

sich röß.

s

l

JSF

Doch wer wird uuu der Redner sei» Aus dem so große« Kreise?

spannenden Lesestoff bringen werden zwar zunächst die Novelle

Der Deserteur"

von Stanislaus Graf Grabowski.

sNachdruck verboten.^

Gitte Sefchichte ohue Liebe.

Eiue elende, rauchgeschwärzte Kneipe warS im ärmsten Viertel der Riesenstadt Loudon. ES war noch früh am Nachmittag, aber in diese Höhle drangen nur einige sehr spärliche Sonnenstrahlen, und war der Tag trüb, so mußten wie jetzt, den ganzen Nachmittag hindurch bereits die Lampen brennen. Die Beleuchtung war übrigens ebenso erbärmlich, wie daS ganze Lokal. Ucber dem Buffet flackerte trübselig eiue einsame Gasflamme und machte vergebliche Versuche, den Tabaksduust zu durchdringen; eiue zweite Flamme, die ober nur einem gelben Punkte in einem Nebel­meer glich, befand stch mitten in dem Hanptscheuk- rauw, und eine drttte war in einem kleinen Setten, gemach. Der Kalk fiel iu den niedrigen Räumen von Decke und Wänden und wurde von umge. schütteten Bier, uud Branntweioresteu angefeuchtrt. Der Fuß, der nicht fest auftrat, konnte auf diesem Boden sehr leicht auSgleiteu.

Es ging heute gewalttg hoch her in Mutter BethyS Taverne. In einer Ecke saß ei» blaffer, ab. gerissener Mensch, eine Geige in der Hand und spielte anS Leibeskräften darauf los,' einen Tanz »ach dem andere», je toller desto besser. Und daS Publikum tanzte darnach mit so dröhnenden Schritten, daß das ganze Lotol erzitterte. ES war«» Seeleute, Arbeiter, Mitglieder der ehrsame» Zunft deS Janhagels, die Tänzer, die Tänzertunen Frauen und Mädchen, denen 4)ft genug daS Laster, nicht minder ost aber der grausamste Hunger an» den Auge» schaute. Et» Stück Brod wäre für manches dieser armen Geschöpfe

ner d in

Unsere geehrten Abonnenten bei der Post machen wir darauf aufmerksam, daß ihnen die Zeitung nur bis zum 30. September geliefert wird, wenn nicht vorher die Bestellung auf das vierte Quartal erneuert ist, wir ersuchen deshalb die Be­stellungen auf die -1 3

Oberhesfische Zeitung

rrrbst Kreisblatt

für die Kreise Marburg und Kirchhain

und

Illustriertes Sonntagsblatt um vollständige Exemplare zu erhalten vor dem 28. September bei den Postanstalten zu machen.

In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen und hier in Marburg unsere Expedition.

Wir bemerken noch, daß wir für die nahenden langen Winterabende einen höchst

und die deutsche Politik zeigen allerdings noch nicht diese Harmonie, aber beide find doch von dem Ge­fühl der Friedensliebe beseelt. In Rußland war das freilich nicht immer so, aber die persönliche Freundschaft Alexanders III. für unseren Kaiser garantiert uns doch, daß man in Petersburg sich vorläufig wenigstens ruhig verhalten wird. Auf seiner Reise nach dem Süden ist dem deutschen Kaiser aller Orten der wärmste Empfang gesichert, dort harren seiner nur vertraute Freunde des deut­schen Reiches und des deutschen Namens, die ihm die herzlichste Begrüßung bereiten werden. Die Anwesenheit des Kaisers in den süddeutschen Bundes­staaten, in Wien, in Rom wird das alte gute Ein­vernehmen felsenfest knüpfen, die Einheit des deut­schen Reiches und des großen europäischen Friedens- bünduisses in glänzendem Lichte zeigen. Darin liegt die hohe Bedeutung der Reise und dieser BedeutuiH freuen wir uns. Sie sagt ganz Europa, daß der alte, seit Jahren geschlossene Bund fest besteht und seine Kraft unvermindert ist.

Während die Kaiserin Victoria mit den kaiser­lichen Prinzen sich für die Dauer der Abwesenheit ihres Gemahls nach Primkenau begeben hat, ist der Kaiser in Detmold eingetroffen, um einer Einladung d.s Fürsten Waldemar von Lippe zur Jagd im Teutoburger Walde zu entsprechen. Von Detmold ist der Kaiser nach der Hauptstadt Württembergs, nach Stuttgart, gereist, wo ihm der glänzendste Empfang zuteil geworden ist. Von Stuttgart be- giebt sich der Kaiser nach der Insel Mainau, um dort der Geburtstagsfeier seiner greisen Großmutter, der Kaiserin Augusta, beizuwohnen. Die hohe Frau, die in diesem Trauerjahr so unsäglich schwer heim­gesucht ist, wird ihr Wiegenfest in größter Zurück­gezogenheit begehen. Nur die großherzoglich badische Familie und der Kaiser werden tut ihrer Seite sein. Die ehrwürdige Frau, die sich mit so regem Eifer der Fürsorge sür die Kranken und Leidenden gewidmet hat, wird dem deutschen Reiche hoffentlich noch recht lange Zeit erhalten bleibe». Mag ihr nach diesen Trauertagen auch ein heiterer Lebens­abend beschieden sein.

Bor seiner Abreife aus Berlin hatte der Kaiser noch eine längere Unterredung mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck, der plötzlich aus Friedrichs­ruhe nach Berlin gekommen war. Natürlich hat dieser Ausflug der Reise des Kaisers nach dem Süden gegolten; es war ja doch mancherlei zu be­sprechen, denn politische Fragen werden in Wien und Rom selbstverständlich erörtert werden. Man

__

War in die Grabeshöhle, Trat an den Rand der Baldinger, Daß nicht ein Redner fehle. Der langen Rede war er fettld;

Was nützen schöne Worte?

Und »eil was kurz, ihm gut erscheint, Sprach er am ernste« Orte:

,D« gingst dahin, kommst wieder nicht, . ?

DaS Sonnenlicht zu sehe«, J UiHilk. v Uns aber rttft de« Lebens Pflicht,

L«fl laßt »ach'tzans «»S gehen!'*) - jr Ti

*) Rach andern» Berichte hat Bmdingrr drastischer gesagt: »Laßt u»S in» Wirt»hau» gehe«!' jetzt tzrißt»: den Salamander laßt uns rnh«! x .

sagt aber auch, die Audienz des Reichskanzlers beim C...

Kaiser habe der eben stattgehabten Publikation des politische Leben völlig. Kriegs-Tagebuches Kaiser Friedrichs aus den Jahren ' 1870/71 gegolten. Die Aufzeichnungen find sehr viel besprochen worden. Bis heute ist noch nicht bekannt, wer der Urheber der Veröffentlichung war und welcher Zweck damit eigentlich verbunden ist.

Thalsache ist auch, daß die Publikation ohne Wissen und Willen Kaiser Wilhelms II. und der Kaiserin Friedrich erfolgte? Der Name des Autors wird

Wöchentliche Bellagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition; Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag do» Joh. Ang. Koch.

Krank war ein Munn, der hochgelehrt De» Lehrstuhl eingenommen, Und zn ihm ist, als Arzt begehrt, Der Baldinger gekommen.

Wie wohl thut sonst deS Arzte, Näh, Fehlschlag das Ordinierte, »Gehst hin', sprach er, ,$« der Armee, Die schon vorgurmarschierte.' Hin ging der Mann, wie prophezett, Nun galt's ihn zu begraben, Er mußte, wie's Gebrauch zur Zett ; « i DeS Standes Ehre haben.

Es zogen mit in langem Chor - 7 !?< Im WichS die Studios alle, 'ZMi

Und Marburgs MufikantenkorpS BlieS mit Trowpttevschalle. Mtz"

ntiett; ist Aber nicht so sehr weit her damit. Die Soldaten höben, wie vorurteilslose Augenzeugen berichten, den besten Willen gezeigt, allein die Aus­bildung ließ Vieh zu wünschen übrig und mehr noch zu tadeln wärenDie Fähigkeiten der höheren Offiziere. Es find Schnitz» in Menge vorgekommen, und der Zar soll gerodetem sonderlich erfreutes Gesicht ge­macht HMn.^Juzwsschen lebt and «giert der Fürst Ferdinand von Bulgarien recht vergnügt weiter. An ein Berlafsen von Bulgarien denkt er nicht im Entfernteste», s«Pc Mutter, die Herzogin Clementine von Kirburg, wird vielmehr auch djesen Winter in Sofia.»hei ihrem Sohne zubringen. Es war die Rede, zwischen den Großmächten fei nun endlich eine Einigung darüb« zu Stande gekommen, wie die bulgarische Fraga am besten zu lösen sei. Aber es war wieder nichts. Hingegen ist eine neue, auch für Deutschland Micht ganz uninteressante Verlobung zu Stande gekommen: der Prinz Georg von Griechen­land hat sich mit der Prinzessin Margarethe von Chartres verlobt. Dadurch wird die künftige Kron­prinzessin von Griechenland, Prinzessin Sophie von Preußen, die Schwägerin einer Prinzessin von Orleans.

Die britische Expedition nach Sikkim in Ccnttalafien ist jetzt zum Angriff gegen die Thibetauer .übergegangen und hat sie zurückgedrängt. Ein entscheidender Schlag ist aber noch nicht gefallen. In Afghanistan, wo sich der Emir. Abhurrahman und sein Vetter Jsak Man bekämpfen, steht noch alles in bet Schpsbtz, Die Nachrichten sind-sehr unsicher.

Die Petersburger Blätter - haben' mit den glänzenden Leistungen der russischen Truppen aus den ElisabethgraKer Kaisermanövern gewaltig rencm-

rt»3 tttH sr ms-rchsK ,.E 4 .M ms, tüä nrllsftst

wohl noch bekannt werden. Fürst Bismarck, der sich recht wohl befindet, ist gleich nach der Unter­redung mik dem Kaiser nach Friedrichsruhe zurück­gekehrt, wo er auch vorläufig verbleiben wird. Gra: Herbert Bismarck schließt sich später in München dem Reisegesolge des Kaisers an.. -

Wenig erfreuliche Nachrichten käme«' fortgesetzt aus dem deutschen Küstengebiet in Ostafrika. Die von den arabischen Sklavenhändlern aufgehetzten (Singebornen haben sich gegen alle Weißen erheben, auch mehrere Deutsche sind ermordet worden. Selbst der weiße Befehlshaber der Truppen des Sultans von Zanzibar, General Mathäus, hat vor den. wütenden Arabern flüchten müssen. Das deutsche KriegsschiffLeidig" ist wiederholt energisch ein­geschritten und hat die Eingebornen flut schwerem Verlust vertrieben, aber die Aufregung ist doch noch sehr groß und efr wird Mühe kosten., die Ruhe völlig wiederherzustellen.

) Nach längerer Krankheit ist in Madrid der frühere französische Marschall Vazaine, der in Metz sich 1870 mit seiner ganzen Armee gefangen geben mußte, gestorben. Bazaine's Name war halbver­gessen, da er in der spanischen Hauptstadt in arm­seligen Verhältnissen allein und zurückgezogen lebte, verlassen selbst von seiner Familie. Er war ein tapferer Sohat und entschieden der beste von allen Generalen Napoleons III., aber die Franzosen, die ihn nun einmal zum Sündenbock für 1870/71 und zmn Verräter gestempelt haben, laffen sich von ihrer Ansicht nicht abbringen. So sprechen die Pariser Blätter in recht häßlichem Tone von dem Toten, befien Begräbnis in Madrid aber doch unter sehr gtzoßer Teilnahme erfolgt ist. Im Uebrigen ist es in Paris stlll. Die Kammern treten erst zum 15. Oktober wieder zusammen und Boulanger schweigt fi$ aus. Ht dem Budgetausschuß der Deputierten- fdtnmer ist es zu Streitereien mit dem Kriegs- und Äarineminister gekommen, denen verschiedene Forde­rungen gestrichen sind. Die Herren Minister protestieren dagegen, aber bisher haben sie ihren

dem Einfluß btt geistigen Getränke, die Ange» be­faßen einen mtheimlichen Glanz. Plötzlich sprang er von seinem Stuhle auf »»d schrie:Platz da! J-tzt sollt Ihr meine Maud tanze» sehen. Ich hoffe aber, daß Ihr nachher den klingenden Lohn nicht vergessen werdet!' Ei» jubelndes Beifallsgebrüll antwortete. Aus dem kleinen Seitengemach kam eine mürrisch aussehende Frau heraus. Fast gewaltsam zog fie ein iu ein langes, schmutziges Tuch gehülltes junges Mädchen von etwa vierzehn Jahre» »ach sich. Ei« paar leise Bittworte von den Lippen deS Mädchens verhallten uugehört. DaS Tuch fiel, und daS Kind, eS war ja noch ei» halbes Kind, stand im flitterbesktzten kurze» Röckchen vor de» gaffenden Zuschauer». Ein paar heiße Thräne» quollen in die schönen braune» Augen, als der Mann mit der Geige jetzt sei» Justrumeui erhob und ankündigte: ,@entleme», Sie werden jetzt die brillanteste Tanzkünstleri» iu aiW5ngIenb sehe», Miß Maud Herward!'

Das Spiel begann, und die Kleine begann einen phantastischen Tanz. Anfangs war es, als ob die Füße nur mechanisch stch »ach den Klängen bei Musik bewegten, baS Gesicht war schneeweiß, unb um ben Mund zuckte eS fortwährenb. Dauu aber stieg leise Röte in die zarten Züge», der Tanz belebte sich, bis schließlich bte ganze Gestalt in ben phantastischen Figaren beS TanzeS lebte unb webte. Immer rascher und feuriger wurden die Bewegungen, dar kleine Gesicht war hochgerötet, und als endlich dir Geige schwieo, blieb Maud tief aufathmend stehe». Rausche«, der Beifall wurde laut und zahlreiche Geldstücke raffelten in das bargebotene Tambouriu. Maud fiüchttte mit der älteren Frau wieder in das Neben- gemach, während der Geiger munter weiter tränt.

Der viel zu reichlich genossene Branntwein war ihm zu Kopse gestiegen. Er lärmte »ud schrie, während die Auwefenden lachten und mit ihm ihren Scher,

Deutsches Ktiri).

Berlin, 28. Sept. DieRational - Zeitung" veröffentlicht einen- ihr. mitgÄeilten eigenhändigen Brief des Kronprinzen d. d. Versailles. 17. Januar 1871 einen Prinzen des Königlichen Hauses, worin es bezüglich des $h: führenden Kaisertitels heißt:Mithin kann der TitelKaiser von Deutsch- land" Nirgends zur Anwendung kommen, also auch Unsere Familie nicht deutsches kaiserliches Haus ge­nannt werden, tchis nur der Träger der Krone und der Thronerbe aus der Familie heraus in jene Würde zu treten haben." DieN.-Z." stellt dem die widersMechenden Einträge in dem angeb­lichen Tagebuches des Kaisers Friedrich gegenüber. - DieNationätzeitung" und mehrere andere' ben Betrunkenen auf bie Gaffe zu werfen, bort könne er feinen Rausch ansschlafen. Unb so geschah eS. Die Begletterinuen bes Geigers hatten ben Vorgang ruhig beobachtet, ohne ein Wort zu sagen. Das fiel einem besser gekleideten Gast auf, der während dell' TanzeS den Raum betreten hatte.Euch scheint das Schicksal Eures Mannes wenig z» kümmern", sagte er zu der Frau.Er ist nicht mein Mau»!', aut. »ortete diese kurz,und wenn er es wäre, wäre ich auch froh, ihn los zu ifeta.'Aber Maud ist? doch Eure Tochter?', fragte der Fremde weiter. »Mein Pflegekind', war die! Erwiderung.So, so", machte der Mau» nachdenklich. Sodau» bestellte er besseres Getränk und war bald mit dem Weibe in ei» flüsterndes Gespräch bertieft. Die letzte» Worte derselbe« warenAlso hnndtrt Pfand bar! Ab­gemacht!*

Die drei Personen schritten auf die Gaffe hinaus. Neben der Thür lag der Geiger unb schlief. Niemand kümmerte sich «m ihn. Als man schon eine Strecke Wegs gegangen war, sagte die Fra» zu dem Mädchen: D<K ist der Onkel, Maud, von dem ich Dir schon oft gesprochen. Dn wirst jetzt bei ihm bleiben unb hast ihm zu gehorchen. Mach ihm viele Freude. Lebe, wohl!' Damit schritt fie davon. Der Fremde aber faßte das Kind fast am Arm uud sagte:Tu wirft also jetzt bei mir bleibe», Maud. Wen» Du artig und willig bist, wirst D» eS sehr gut habe». Sowft^ tonn ich aber auch streng sein. Das merke Dir.' Er bestieg mit bem willenlose» Kinde einen Wagens und das Gefasst rollte rasch in den Abend hinein. ' ! * ES war vier Jahre später. In einem Löndoneff Theatex war eine Balletgesellschast enfgetreten, bie großer Aussehen machte. DaS Hauptinteresse ton* jentrtrte sich inbeffen auf eine junge Tänzerin, die durch ihre Schöuhest ebenso bezauberte, wie ihre Knust. EsV<Ü.Mrub Herward. Ihr .Oheim', der fie an tat» Abend ftstAutter Belhh» Taverne für hundert Pfund gekauft, hatte bereits ein Vermögen auB den Leistungen des Mädchens herauSgeschlageu, auch Maud

' * X e

t 1«

eine Wohlthat gewesen, aber hier gab eS nur Bräunt, meta, immer wieder stftamttwein.

"Dem Spielmann wurde von den Tänzer» tapfer .. -pigettuuke». Seine zÜternde, welke Hand faßte immer i wieder nach den bargebotene» Gläser» »nb goß deren

Erscheint täglich außer an Wetttage« nach Sonn» mid Anzeigen nimmt entgegen bie «xpedttion b Blatte-/

3eterlogen. Onurtal-Sbounements-PreiS bn derErp^> sowie d. Annonken-Bureanr vonHaaseüsteinund Bögler

Schttäeli,^nserti°nrgebühr für dtt gespÄte/e Zelle SvNNtag, 30. SePtLMbeT 1888. 2ML JahrgÜNg

10 Bkq. Rellamen für d,e Zelle SS Pfg. r Daube u. So. in Frankfutt a.»., Berlin, Hammoer. Bari«. mo ;rr.

Wochenschau.

Kaiser Wilhelm II. hat seine lange besprochene Reise nach dem Süden angetteten! Diese Reise bildet ein würdiges Pendant zu der großen Nord- seefahrt, übertrifft die letztere sogar noch in Wich­tigkeit, und ganz besonders herzliche Wünsche der deutschen Nation begleiten ihren jungen Kaiser, der im Interesse des Reiches diese zweite große Reise unternimmt. Die Reise nach Petersburg sollte aller Welt beweisen, daß Deutschland und sein Kaiser mit dem großen östlichen Nachbarreiche und seinem Beherrscher, dem Zaren, von Herzen gern Friede und Freundschaft halten wollen, wenn nur drüben der gleiche Wunsch besteht. Der Zar Alexander III. hat in seinem persönlichen Auftreten unserem Kaiser gegenüber gezeigt, daß er den Enkel Wilhelms I. seine vollste Sympathie entgegenbringt; die russische

Kaldiuger halt eine Grabrede.