Illustriertes Sonntagsblatt.
Jto 230.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg m Kirchhain.
Expedition. Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lnq. Koch.
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Bestellgeld). Jnserti°n»gebLhr fttr di- gespaltene Zelle SONNttbeNd, 29. September 1888. Moste in ßronltzrta.Äeckn,Münchenn. «dl»; ». L. ü »
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ir Kreise Marburg nud Kirchhain
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In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Kindt Bestellungen entgegen und hier in lliarburg unsere Expedition.
Wir bemerken noch, daß wir für die mhenden langen Winterabende einen höchst pannenden Lesestoff bringen werden und war zunächst die Novelle
»„Ker Deserteur"
von Stanislaus Graf Grabowski.
Di- Exped. der Ob-rh. Zeitung.
Kaiser Wilhelm II.
at die Reise nach dem Süden angetreten. Wovon o lange schon in den Blättern gesprochen war, was vieder und immer wieder erörtert worden, das vird nunmehr Thatsache. Die Reise nach dem Süden bildet ein Pendant zu des jungen Herrschers Nordlandfahrt, aber sie übertrifft die letztere an Wichtigkeit und findet auch im Deutschen Reiche die (höchste Sympathie. Kaiser Wilhelm II. hat durch Keinen Besuch in Petersburg dem Zaren Alexander, Mußland und der ganzen Welt bewiesen, daß er Nicht allein Erbe des deutschen Kaiserthrones, son- Mrn auch Erbe der strengen und ehrlichen deutschen - Friedenspolitik geworden ist; er hat Kaiser Alexander :Hen und herzlich die Freundeshand gereicht, und
Ur Zar hat, soweit persönliche Zuneigung ins Spiel > äüftmt, ebenso geantwortet. Wenn der Petersburger
sNachdruck verboten.^
Vor dem Schwur.
Eine Geschichte aus der Börde von Friedrich RoSciuS.
(Schluß.)
Weniger Jutereffe war bei den beisitzeuden Richter» u finden; manche mochten an etwas ganz anderes gedacht haben, gerade wie ein Gewohnheitskirchgänger Mum die Worte des Pastors, geschweige de» Sinn per Predigt vernimmt.
Unter den Zuhörern der gerichtlichen Verhandlung Gahmen die Städter schon vollkommen für de» Ange. I «at'», die Bauer« natürlich immer noch gegen den. Milten Partei. ES ist ja einer von ihnen, den er f r ermorden gewollt und der abgebrannte Schober i'l. ,a ans ihrem lieben Gruud »nd Boden ge. fanden — — solche Delikte erfordern eine hohe «Strafe »ud der Miffethäter kann in ihren Augen Durch nichts rein gewaschen, auch durch nichts — Jttb spräche der handgreiflichste Beweis zu seinen
Gunsten — eMschuldigt werde».
ES wird zur Zeugenvernehmung geschritten. HauptbelastuugSzeuge ist der Verletzte, Gut», »ud Fabrikbesitzer Friedrich Schulte, auf dessen Aussage» « hauptsächlich im Prozesse ankommt.
s Er würdigt de» Angeschuldigten kaum eines flüchtigen Blickes und tritt in de» für die Zeuge» bestimutte» Raum. Sei» GefichtSavSdrvck ist infolge des überstavdeue» Leidens herber als früher, feine hohe Gestalt etwas gebevgt.
Die abgehärmte Frau vorn an der Brüstnng über, fällt, als sie ihn eintreten steht, vieder ein Zitter» *ie vorhin; sie mutz sich diesmal ans die Bank Siebersetzen, um nicht umzufinke».
Schutte beantwortet die ihm zunächst vorgelegteu Generalfragen der Reihe »ach; bei de» Worte» des Präsidenten: .Sind Sie mit dem Aageklagteu ver. wandt oder verschwägert?* macht er eine Handbe. wegung gegen den letztere» und fragt «Ü beleidigtem
Besuch keine großen politischen Folgen bisher gehabt hat, so war das vorauszusehen; weder unser Kaiser noch Fürst Bismarck haben wohl gedacht, daß diese Visite sofort eine radikale Änderung der russischen Politik, ein Ablenkcn derselben von den panslawistischen Irrlehren zur Folge haben würde. Ihnen kam es vor allem darauf an, der Welt in schlagendster Weise klarzulegen, daß das Deutsche Reich trotz des Schutz- und Trutzbündnisses mit Österreich - Ungarn und Italien Friede und Freundschaft auch mit Rußland will, und dies Ziel ist vollinhaltlich erreicht. Ausgeschlossen ist cs ja außerdem nicht, daß der Kaiserbesuch in Wien und Rom doch noch die Basis zu erfreulichen Ereigniffen legt, welche schließlich als Nachwirkung der Petersburger Entrevue betrachtet werden können. Mit Freuden sehen wir unseren stolzen ritterlichen Kaiser gen Süden ziehen, wir wissen, daß man ihn in den Hauptstädten der verbündeten Reiche mit großer Sympathie und voller Herzlichkeit empfangen wird, wir wiffen, daß die dem deutschen Kaiser erwiesenen glänzenden Ehren auch dem deutschen Reiche und der deutschen Nation gelten, , r - .., :• ■
Kaiser Wilhelm II. überschreitet zum erstenmale seit seinem Regierungsantritt die Maingrcnze, nm die verbündeten süddeutschen Fürsten zu besuchen. Lange galt der Main als trennender Strom zwischen Nord und Süd, bis diese vom Vorurteil gezogene Grenze in der flammenden nationalen Begeisterung versank. Die deutschen Bundesfürsten von jenseits des Maines, welche selbst das Reich mit errichten halfen, sind bereitwillig aus ihren Residenzen nach der Reichshauptstadt geeilt, um dem jungen, wider Erwarten schnell auf den Thron berufenen Kaiser bei seinem ersten großen Regierungsakt zur Seite zu stehen. Der Besuch des Kaisers in Württemberg, Baden und Bayern ist sein Dank für dieses treue Festhalten an Kaiser und Reich, welches in der ganzen Welt den tiefsten Eindruck gemacht hat. Daß der Empfang des Herrschers in Süddeutschland ein des Reichsoberhauptes würdiger sein wird, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. Nicht auf die Jahre kommt es an, sondern auf den Mann. Das gleiche' gilt von Wien. Die Bundesfreundschaft mit Deutschland, die so herrlich sich bewährt, ist den Oesterreichern längst in Fleisch und Blut übergegangen; ihre Tellnahme an den herben Verlusten, welche uns in diesem Jahre betroffen, war offen und herzlich, die treuste Erinnerung bewahrt man auch an der Donau den erhabenen und großen Helden Wilhelm I. und Friedrich III. Tie
»nd unaussprechlich geringschätzigem Tone: »Mit dem da?' und schüttelt zum nochmalige» Protest energisch mit dem Kopfe.
„Sie müsse» Ihre Aussage beschwöre», Herr Schulte, uud wiffen, waS der Eid für eine Bedeutung hat, indem Sie Gott zum Zeugen der Wahrheit und Rächer der Unwahrheit anrufen. Der Meineid ist eine schwere Sünde uud wird vom weltlichen Richter mit langjährigem Zuchthaus, vom himmlischen Richter mit ewiger Verdammnis bestraft. Erheben Sie also Ihre drei Finger der rechten Hand und spreche» mit »ach. Ich bemerke »och, daß der Eid sich auch auf die Jhueu vorhin vorgelegteu Fragen erstreckt.'
Schutte uickte uud hebt die Hand zum Schwur hoch empor; aller erhebt sich im Saal vou feinen Sitzen.
„Ich Friedrich Schulte schwöre', spricht der Präsident vor und der Zeuge spricht die Worte eben nach — da dringt plötzlich aus dem Zuhörerraum ein gellender Schrei aus dem Munde des blassen WeibeS au der Barriere uud sie stürzt, Schweißperleu auf der Stirn, in den Raum, wo der Zeuge steht uud ruft: .Halt! nicht weiter l'
Aller ist sprachlos über diese» Zwischenfall; der Präsident meint, das Weib sei plötzlich irrsinnig geworden und winkt »»willig dem GerichtSdiever, sie hinauSzuführe».
Aber die Frau wehrt tim do» sich und ruft mit augstdurchbebter Stimme: »Hoher Gerichtshof, höreu Sie mich au! Ich biu nicht wahufinnig, wie eS wohl de» Anschein hat, sondern ich wM diesen Mau» da — sie weist aus den Zeugen — vor einem Meineid bewahren. Der Angeklagte Ehrich Glockmaanv ist — sei» Sohn, sei» Ki»d u»d meines, so wahr mir Gott helfe!'
Die unglückliche Mutter sinkt platt ans die Erde nieder; die Geschworeue», die Richter sehe» einander sprachlor a» und im ganzen Saal ist» so still, daß man eine Stecknadel fallen hören würde.
Der Angeklagte starrt mti dem Ausdrucke höchster
Verehrung, die ihnen gewidmet wird, überträgt sich auf ihren Nachfolger und läßt ihn mit Enthusiasmus willkommen heißen.
Von allen Besuchen unseres Kaisers ist der interessanteste der in Rom. Zum erstenmale seit vielen Jahren wird die ewige Stadt wieder einen deutschen Kaiser sehen, keinen Schattenkaiser, wie in den Tagen des heiligen römischen Reiches, sondern eine kerndeutsche Kraftgestalt. Den Italienern ist, wie allen Südländern, die Gleichgiltigkeit fremd; entweder Liebe oder Haß, ein Drittes giebt es nicht hei ihnen. Sie werden zweifellos den Besuch des deutschen Kaisers hoch aufnehmen, ihn mit brausendem Enthusiasmus begrüßen. Er ist ihnen willkommen schon als Sohn Kaiser Friedrichs. Denn gab es einen Fürsten, der in Italien populär war und ist, so ist es Kaiser Friedrich. Jeder Römer spricht noch mit Begeisterung von der einzigen Szene, als nach dem Tode Viktor Emanuels König Humbert mit seiner Gemahlin und seinem Sohn, sowie dem deutschen Kronprinzen auf dem Balkon des Quirinal- palastes erschien, der Kronprinz Plötzlich vortrat, den kleinen italienischen Kronprinzen auf seine Arme nahm und mit ihm, während der Knabe liebevoll seine Arme um den Hals seines Trägers schlang, vor das Volk trat. Der Quirinalplatz erdröhnte von Jubelrufen und seitdem kannte man „il principe Federigo" in jeder italienischen Hütte. Kaiser Wilhelm^!!. hat treu das Vermächtnis seines Vaters bewahrtgeht nach dem Tiber, den eng verbündeten König persönlich zu begrüßen, und zugleich auch Papst Leo XIII., das Oberhaupt der katholischen Kirche. Mit kluger Besonnenheit ist der Reiseplan so eingerichtet worden, daß niemand sich in Rom verletzt fühlen kann, weder Staat, noch Kirche, jedem der beiden Faktoren wird der Kaiser die gebührenden Ehren erweisen. Es ist eine weite Reise, welche Kaiser Wilhelm II. antritt, sie wird für ihn eine Triumphreise werden, und für das deutsche Volk, so hoffen wir zuversichtlich, eine Reise des Segens, aus welcher uns noch manche frohe Jahre des Friedens erwachsen.
Deutsches Deich.
Berlin, 27. Sept. Der „Reichsanzeiger" enthält eine Bekanntmachung des Ministers des Innern, laut welcher die Wahlmännerwahl aus den 30. Oktbr., die Abgeordnetenwahl auf den 6. November festgesetzt wird. — Die „Nordd. Allg. Ztg.' erinnert, angesichts der abfälligen Urteile über den bayerischen König Ludwig in dem angeblichen Tagebuch des
Seclenangst auf Schulte, dieser ebenso auf den An- geklagten.
Ein Gerichtsdiener bringt ans Befehl des Präsidenten ein Glas Wasser herbei nnb besprengt die Schläfe der auf den Dielen liegenden Fran, die bald darauf die Augen anfschlägt und sich aufrichtet..
Der Z uge Schulte bietet einen jämmerliche» Anblick dar. Die Wucht des eben Gehörten scheint ihn zu Boden zu drücke», feine Züge sind erschlafft nnb seine Finger spielen konvulsivisch mit ber schweren golbeneu Halskette .... Gott weiß allein, was in ihm vorgeht nnb welche Umwandlung sich in seinem Innern vollzieht.
Der Präsident ergreift wieder das Wort:
»Herr Zeuge Schutte, kennen Sie diese Fran?'
Das Auge des Gefragten erhält wieder Glanz, als er sich zu ihr niederbengt und sie fragt: »Bist Du S Agathe?'
»Ja, ich binS, Friedrich; Agathe Glockman»! Freilich eine andere, wie vor dreißig Jahre» — aber Dich hab ich ttotzdem gleich wiedereikanat!'
Iw Auge Schultes schimmert es vou Thiäneu: »Willst Du mir verzeihe», Agathe, so mach ich heute noch <ut, was ich damals — o Gott! — an Dir gefrevelt habe!'
Der Präsident mutz das Zwiegespräch, wen» auch ungerr, unterbrechen:
»Wie ich sehe, beruht die Aussage der Fra» auf Wahrheit — wollen Sie, Herr Schutte, noch jetzt gegen den Angeklagte» zeuge»? Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß, wen» Sie ihn als uatür- lichen Sohu reklamiere», Sie Ihr Zeugnis verweigern dürfen!'
»Wes vergefle», alles vergebe», Herr Präfideat!' ruft Schulte mit plötzlicher jugendlicher Munterkeit; »ich zeuge nicht gegen meinen Sohu, aber als einen brauchbaren Mensche» will ich ih» der meuschltche» Gesellschaft wiedergebe» nnb ich bitte ih» barum nicht so hart zn bestrafen.'
,6o find Sie als Zeuge entlaflen', spricht der
Kaisers Friedrich daran, daß die entscheidende Kundgebung der nationalen Gesinnung Ludwigs nicht in der Frage der Redaktion seiner formellen Anregung der Kaiserwürde, obschon auch diese den Dank Deutschlands für ewige Zeiten verdiene, sondern in der schnellen Entschließung liege, womit er unmittelbar nach der am 15. Juli 1871 erfolgten preußischen Mobilmachung am Vormittag des 16. Juli die Beratungen seiner Minister durch den kurzen telegraphischen Befehl beendete, die Armee zu mobilisieren. Durch diesen hochherzigen Entschluß aus ganz freier Initiative habe sich Ludwig ein unzerstörbares Denkmal in den Herzen des deutschen Volkes gesetzt. „Keine nachträgliche Kritik kann dieses Verdienst rauben; ebensowenig, daß er in voller Konsequenz einer prompten pattiotischen Entschließung nicht nur der Herstellung des Kaisertums zugestimmt, sondern die Forderung desselben in einem eigenhändigen Schreiben an den König Wilhelm gestellt hat. Ebenso unvergeffen bleibe die deutsche Gesinnung des bayerischen Stammes, welche in der heldenmütigen Tapferkeit der Bayern im ganzen Verlaufe des Krieges ihre Bethätigung gefunden habe. — In der gestrigen unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Reichs- Justizamts, Wirklichen Geheimen Rats Dr. von Schelling abgehaltenen Plenarsitzung erteilte der Bundesrat den Anträgen Preußens und Hessens und dem gemeinschaftlichen Anttage Preußens und Hamburgs wegen erneuter Anordnungen aufgrund des § 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie die Zustimmung. Sodann wurde über die Inkraftsetzung des Gesetzes, betreffend die Anfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen für die Gebiete mehrerer Bundesstaaten, über die Wiederbesetzung erledigter Stellen bei Disziplinarkammern für elsaß - lothringische Beamte und Lehrer, über die Anrechnung von in früheren Dienststellen zugebrachten Zeitbeträgen bei der Feststellung des Ruhegehalts mehrerer Reichsbeamten, sowie über die Zollbehandlung verschiedener? Gegenstände Beschluß gefaßt. Neu eingegangen sind: Vorlagen wegen Gründung eines Verbandes der Kassen zur Versicherung von Fischerfahrzeugen im deutschen Nordseegebiet, wegen Abänderung der Formulare zur Montanstatistik, wegen der Bemeffung der Kaution des Rendanten der Bureaukasse der physikalisch-technischen Reichs-Anstalt, Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz über die Statistik des Waarenverkehrs des deutschen Zollgebiets mit dem Auslande, ein Antrag, betreffend die Bildung einer
Präsident weiter und ein Zucke» feiner Mundwinkel verrät, daß die Szene nicht gleichgiltig an ihm vorübergegangen ist. »Sie dürfen jetzt im Zuhörerraum verweile», wen» Sie wollen.'
Hand in Hand gehe» die beiden Leute, die sich endlich miebergefunben haben, auf bie Tribüne nnb lauschen von boribem fernem Gana bet Verhandlung.
Diese würbe balb beendet sein, wenn nicht der Staatsanwalt ber einzige Mensch im Saale gewesen märe, welcher kein menschliches Rühren empfunden hätte. Mit dieser Schwachheit ist er nicht behaftet, nnb so spitz, wie bie beiben Enden feines Schnurrbarts bie er in ber Erregung feiner Rebe nervös dreht, sind feine anberthalbstündigen Deduktionen. Der Angeklagte ist in feinen Auge» ei» völlig veroheter, jedes besseren Gefühls, jedes sittlichen Halts barer Mensch, dem Verbrechen so wohlfeil find, wie Brombeere» uud ber, menn er einem Mitmenschen dar Lebenslicht ansbläst, nicht mehr GemütSregnng da- bei empfinbet, als wenn er eine Distel köpft. Ihm sei deshalb auch sehr wohl basjeuige Verbrechen, welches Salon in feinem Strafgesetzbuch zu erwähnen vergessen, nämlich ber Vater mord, zuzuttaueu; er — ber Staatsanwalt — halte es nämlich für wahrscheinlich, baß Angeklagter bie näheren Beziehungen zwischen ihm nnb beut ic. Schutte gekannnt und sich um irgenb einer Ursache willen an bemfelben habe rächen wollen.
Die Bravbstiftnng zumal charakterisiere sich von vorn herein als ber reine Racheakt; eine Pfeife habe ber Angeklagte Überhaupt nicht uub bie Zündhölzchen burchans nicht zufällig bei sich getragen. Gerade;» lächerlich fei eS, wenn rc. Glockman» Trunkenheit bei Begehung ber Verbrechen vorschütze; ein Mensch vom Schlage beS Angeklagte» würbe überhaupt nicht be» trunken, am wenigsten burch eine fo geringe Quantität Branntwein, wie er erwiesenermaßen an jenem Abende zn sich genommen habe.
Alles in allem genommen, bittet der Staatsanwalt am Schluß feiner Rede die Geschworenen, die ihnen vorgelegten Schuldftagen samt »nd sonder» zu