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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg LUd

Kirchhain.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Berlaz von Joh. lag. Koch. |

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Qnartal-AbonnementS-Prei- bei der Expe­dition S«/. M., bei den Postäm Bestellgeld». Insertionsgebühr

10 Ltg.. Reklamen für

Marburg, M sowie^d. Snnoncen-E^Mlnr »oa Haas«Heiu und^zl« bteMeS*$2Douuerstag, 27. September 1888. XXIII. Jahrgang.

flaaitn für die Zeile » Pfg. ~ r Daubeu.Lo.m Frankfurt a.Berlin, Hannover.«ariS.

Unsere geehrten Abonnenten bei der Post machen wir darauf aufmerksam, daß ihnen die Zeitung nur bis zum 30. September geliefert wird, wenn nicht vorher die Bestellung auf das vierte Quarta erneuert ist, wir ersuchen deshalb die Be­stellungen auf die

r Oberhesfische Zeitung nebst Kreisblatt

Mr -ie Kreise Marburg nnd Kirchhain und

Illustriertes Sonnlagsblatt um vollständige Exemplare zu erhalten vor dem 28. September bei den Postanstalten zu machen.

In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen und hier in Marburg unsere Expedition.,^

Wir bemerken noch, daß wir für die nahenden langen Winterabende einen höchst spannenden Lesestoff bringen werden und zwar zunächst die Novelle

Ker Deserteur" von Stanislaus Graf Grabowski.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

Die deutsche Flotte Im Jahre 1888.

Mächtigere Flotillen haben in diesem Jahre die europäischen Gewässer befahren, als die deutsche Übungsflotte es war, wir erinnern namentlich an die vierzehn schwere Panzer starke französische Mittelmeerflotte, aber keins von allen diesen Ge­schwader», weder das englische, noch das französische, noch das italienische, haben sich so leistungsfähig erwiesen, als das deutsche Geschwader. In dieser Feststellung liegt keine Überhebung unserersösts, es ist eine einfache Thatsache, ebenso erfreulich, wie unumstößlich. Dieses Faktum erhält noch eine wesentlich erhöhte Bedeutung durch den Umstand, daß keine von den fremden Flotillen einen so langen und angestrengten Dienst in diesem Jahre gehabt hat, wie die deutsche, ein Dienst, welcher die höchste Anspannung von Offizieren und Mannschaften er-

Lulsemvuhl.

Unter obiger Ueberschrift veröffentlicht das .Deutsche Tageblatt" das nachstehende aus warmer Empfindung entfproffeue

Eriuueruugs. Blatt an '-v

Preußens Kömgm Luise, das Borbild der deutschen Fra« «nd des deutschen Familienlebens.

Kaiser WUHelm I. tun 2. September 1870 Welch' eine Wendung durch Gottes Führung!

Die Zettuugen brachten vor einigen Tagen folgende Mitteilung:

»Der Maler Fritz Werner hat vom Kaiser Wilhelm II. den Auftrag zur Herstellung eines Gemäldes erhalten, welches die feierliche Enthüllung des Standbildes der Königin Luise im Tiergarten zu Berlin zum Gegenstaude haben soll."

Dieser Kaiserliche Austrag gibt uns nicht allein ein beredt» s Zeugnis von der Pietät unseres jungen Kaisers für feine erlauchte Urahne, sondern durch dieses Gemälde erhält das gesamte deutsche Volk eiu Kattonalgescheuk, würdig deS Kaiserlichen Gebers, Würdig der deutsche» Station. Der Kaiser ehrt dadurch fich und das Vaterland, soweit die deutsche Zunge reicht. Sicherlich wird dieses Bild seine» Platz i» der deutsche» Nationalgallerie finde».

We»ige Monate stad der flössen, wo vir am Sterbetage dieser wahrhaft Königlichen Fran und Mutter, ihrer in stiller Weise gedachten. In dieser Zett der Zersetzung, wo düstere, ttu Verborgene» mleicheude Mächte an den Grundmauern deS Thrones, des Vaterlandes, der Familie und des ehe. licheu Lebens zu rütteln versuchen, ist eS wohl ver. tzönut, unserer mtS unvergeßlich bleibenden Königin «nft, welche jetzt am Throne GotteS, als Preußen» Schutz,eist, in inniger nnd ewiger Bereinignug mit dem Gatte», dessen g-uzeS Glück fie war, weilt, ei»

passiert wäre, welches fich zu hämischen Bemerkungen.

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iegreicher Sohu, König Wilhelm, seiner Gemahlin,

Gleich ihrer Urahne Luise, gelangte unsere lieb.

c.-, , ... a _ .... . neuaufgestandeue Luise wtedergegeben? Erinnert ihre, > «7

Seimgaug seiner verklärten Mutter, verkündete ihr die hehre Königin?

»Wenngleich die Nachwelt meine» Namen nicht «ater den Namen der berühmte» Fra»e» nennen wird, so wird fie doch, wen» fie die Leide» dieser Zeit erfährt, wissen, waS ich durch sie gelitten habe, und fie wird sagen: fie duldete viel alb harrte au» « Dulden! Dana wünsche ich nur, daß sie zugleich age» möge: aber fie gab Kindern das Dasein, welche «fftret Zeiten würdig waren, fie herbeizuführea ge. trebt und endlich sie: errungen Haden!"

forderte, weil er unter den Augen des deutschen Kaisers zum wesentlichen Teil stattfand, weil die. Blicke der Welt auf diese Übungen gerichtet waren. Gar zu gern hätte man es anderswo wohl gesehen,

wagen, das Schiff an den Feind zu bringen. Die höchste Gewissenhaftigkeit beseelt die Marineverwal-

sNachdruck »erboten.]

: Gefchichte aus bet BSicke Ha S»tidr»ch RoSci«»..M

' (Fortsetzung.)

Zu beiden Sette» der Chaussee befanden fich drei bi» vier Fuß tiefe Gräben; e» klang dem angestrengt

»Die Kapitulation, wodurch die ganze Armee in Sedan kriegsgefangen, ist soeben mit General Wimpffen geschlossen, der an Stelle des Verwundeten Marschalls Mac Mahon daS Kommando führte. Der Kaiser hat nur sich selbst Mir übergeben, da er das Kommando nicht führt und alles der Regentschaft in Paris über, läßt. Seinen Aufenthaltsort werde Ich bestimmen, nachdem Ich ihn gesprochen habe in einem Rendezvous das sofort stattstndet. Welch eine Wendung durch Gottes Führung! Wilhelm.

Paläste stürze» zusammen, Städte finken in Trümmer Reiche der Welt vergehen. O möchte abefdaS Plätzchen alle» für alle Zeit gehelligt bleiben, ans welchem LntseS ihres Gemahls und zu ihren Füße« ihres tteuesten Sohnes Wilhelm sterbliche Ueberreste ruhe» und nie eine frevelnde Hand es entweihen.

Die Königin Luise war vielleüht die schönste, ficher aber die interessanteste Fran ihrer Zeit. Eine grotze edle Gestalt, Ebenmaß in allen ihre» Verhältnissen und ein Liebreiz in jeder Bewegung zeichneten sie aus; ihre Sprache war sanft und melodisch und flößte anch dem Geringsten Zutrauen ei». Sie verband die Grazie nnd Anmut des Weibes mit der Würde und dem Anstand der Königin. Sie war die treueste und herzlichste Gattin, fbie liebevollste Mutter ihrer l linder, bie ungebetene Mutter ihre» Volk».

So lauge t8 ein deutsches Volk geben wird, s» lauge ein deMsche» Wort gesprochen, ein deutsches Lied gesungen, ein deutscher Wei» im deutschen Römer perle» wird, so lange wird da» Anderen an Preußens unvergeßlich bleibende Königin Lusse indeutschem Herzen wohnen! Wie wnnder bar ist Gotte» Führung! Ist un» nicht in Deutschlands juuKr Kaiserin eine

über die deutsche Seetüchtigkeit ausbeuten ließ, aber es ist rein gar nichts vorgekommen, nicht eine ein­zige Maschine hat, was auf de» übrigen Geschwa­dern wiedscholt vorgekommen ist, den Dienst auch nur für einen Augenblick versagt. Diese Leistungs­fähigkeit und Zuverlässigkeit ist von sehr hohem Wert, denn darauf beruht zum nicht geringen Teile die Entscheidung im Ernstfälle. Bon der Landarmee des Deutschen Reiches weiß es ganz Europa, daß in ihr der letzte Mann und das letzte Gewehr, die im Mobilisierungsplane verzeichnet stehen, auch in Wahrheit vorhanden sind, und nicht blos auf dem Papier stehen. Die deutsche Militärverwaltung kann mit einer staunenswerten Raschheit im Ernstfälle operieren, braucht keine Probemobilisierungen und andere Spielereien, weil sie die unbedingte Über­zeugung hat, daß im entscheidenden Moment alles da sein wird, was da sein muß. Die immense Gewissenhaftigkeit, welche die komplizierte deutsche Militärverwaltung auszeichnet, finden wir nirgends sonst, deshalb geht es aber auch bei uns wie am Schnürchen. Bei der Flotte liegt die Sache weniger einfach; bei der Landarmee ist der General aus Menschen angewiesen, halten die Soldaten aus, sind sie auf dem Platze, so ist der Erfolg sicher.

Der Admiral muß aber enorm schwierigen und verwickelten Maschinerien Rechnung tragen, die in­folge einer ganz geringfügigen Kleinigkeit versagen und dadurch die Mitwirkung des Schiffes verhindern können. Millionen erfordert die Ausrüstung der Panzerschiffe und doch ist. das ganze Geld fortge­worfen , wenn auf der entscheidenden Fahrt die Maschinen plötzlich ihre Leistungsfähigkeit verlieren. Die sichere Funktionierung der Schiffsmaschinen kann nur durch eine ausgezeichnete, kaltblütige Flotten- mannschaft, durch umsichtige und enffchlossene Offiziere garantiert werden; auch dann können fteilich noch böse Zufälle eintreten, aber das mögliche ist doch geschehen. Nun, die diesjährigen Flottenmanöver in der Ostsee und Nordsee haben bewiesen, daß auch für die deutsche Marine gilt, was von der Landarmee schon lange galt. Wenn ein Schiff auf dem Papier als kriegsrüstig angeführt steht, so kann sich der kommandierende Admiral auch fest auf Ma­schinen und Mannschaften verlassen und getrost

Gedenkblatt zn widmen! Und wen» auch mächtigere Federn im Laufe von fast achtzig Jahre» das G-- dächtnis an diese treueste, beste deutsche Frau nicht erbleichen ließe», so glaubt der Verfasser dieser schlichte» Zeilen z» meinen, daß man jede Gelegen, heft benutzen soll, um die deutschen Frauen und Jungfrauen an unsere teuere Königin Luise zu er­innern. Vornehmlich dürfte eS uns, infolge des so bedeutungsvolle" Kaiserlichen Auftrags an Professor Werner, gestattet sein, unser Ange zu erheben zu unserer jetzigen geliebten, jungen Kaiserin, welche ja auch den schöne», verheißungsvolle», anheimelnden Namen Luise mit trägt.

Preußen» verklärte Königin hat Frieden und Segen auf uns herabgewinkt, ihr Königlicher Scepter ist zu Palmen geworden und ihre hohen Tugenden sind die Diamanten, welche jetzt von dem Diademe unserer lieblichen, junge» Kaiserin Luise Augusta Viktoria in neuem Glanze auf uns herabstrahlen.

Eharloiteuburg war ihr so teuer gewesen, und hier errichtete der König sür die sterblichen Ueber- teste der Verklärten ein Mausoleum. Zu ihren Füßen ruhet nun auch ihr treuer Sohn, welcher Preußens und Deutschlands Schmach mit dem Schwert der Gerechtigkeit im starken Arm austilgte. Die Königin schrieb einst im Gefühle ihres eigenen Wertes:

Rahmen, in der Hoffnung und Zuversicht, daß der Geist der strengen Bianneszucht und die ange­spannteste Thätigkeit auch fürdwhin die Oberhand bei dem Offizierkorps behalten werde. In dieser Hoffnung trinke er auf das Wohl des Offizierkorps des Regiments und seiner früheren Mitglieder. Der Kaiser übernahm das Protektorat über die im Jahre 1889 in Berlin stattfindende Ausstellung für Unfallverhütung. lieber die chronologische Ordnung der Kaiser - Reisen orientiert folgende Zusammen­stellung : Am heutigen Dienstag ist der Kaiser nachmittags 1 Uhr 18 Minuten über Magdeburg, Börssum, Löhne nach Detmold gereist, wo die An­kunft 8 Uhr abends erfolgt. Donnerstag, 27. Sept., fährt der Kaiser über Frankfurt a.M. nach Stuttgart; die Kölne^ Meldungen, daß der Kaiser Köln be­rühren, oder dort einen Aufenthalt nehmen werde, sind falsch-. Die Fahrt von Stuttgart nach der Mainau erfolgt am 28. September. Am 29. und 301 September Aufenthalt auf der Insel Mainau. Die Weiterfahrt von der Mainau findet am 1. Oft. statt, und zwar per Dampfer nach Lindau, von da nach ttempten und München. Am 2. Oktober, abends 10 Uhr, Abreise von München, am 3. Oft. Ankunft in Wien. Die Zeit vom 5. bis 9. Oktober ist den Jagden in Oesterreich gewidmet. Die Reise nach Italien tritt der Kaiser am 10. Oktober mittags an, und zwar von Mürzzuschlag aus über Pvntebba, Mestre, Bologna, Pistoja, Florenz, Rom, wo die Ankunft am 11. Oktober, 4 Uhr 15 Minuten nachmittags erfolgt. Bis zum 18. Oktober ist der Kaiser Gast der italienischen Königsfamüie. Am 19. Oktober, nachmittags 3 Uhr, tritt der Kaiser die Rückreise von Rom an und zwar über Arezzo, Florenz, Bologna, Ala, Innsbruck, München, Leipzig, Berlin, wo der Kaiser am 21. Oktober wieder eintrifft. ' f

Berlin, 25. Sept. Der Reichskanzler ist gestern abend hier eingetroffen. Der Gesandte beim Vatikan v. Schlözer hat die Rückreise nach Rom angetreten. Fürst Bismarck ist heute, nachmittags 5 V« Uhr, von Graf Rantzau und Legationsrat Rottenburg .begleite^ nach Friedrichsruh zurückgereist. Tele­gramme aus Sansibar melden, der Oberbefehls­haber der Truppen des Sultans, General Mathews, ein Engländer, fei aus Pangani vertrieben worden, weil die Bevölkerung nur einem arabischen Gouverneur des Sultans gehorchen und keinen Christen in ihrer Mitte dulden will. Auch in Tanga soll gleiche Aufregung gegen alle Christen herrschen. Dieselbe ist vermutlich auf die Agitation des am Sklaven- liche Kaiserin fast in demselben Lebensalter auf den Thron Preußens. Auch fie nahm von Char- lottenbnrg als vermählte Prinzesfi» von Preuße» ihren Einzug in die Residenz Berlin und auch der Kaiserin Luise Augusta Viktoria ist Charlottenbnpg wegen der dort der Königin Luise geweihten Stätte ein geheiligter Ort.

Wenn der Wanderer von dem blauen Gestade der Ostsee nach der Krönungsstadt Königsberg sich wendet, so kommt er an einen Vorort, die Hufen genannt. Dort haben ptttätvolle Hände in dem schönen, früheren Bnsottschen Sorten zur Erinnerung an die Tage, welche die erhabenste und mildeste Königin dort durchlebte, eine Büste der großen Dulderin errichtet und den Ort Luisenwahl genannt Aber ihr dankbarer Kaiserlicher Sohn liefe auch tu dem Teile des Tiergartens zu Berlin, wo der un» so teueren Königin Fufe so mancher Mal geweift, als Erinnerung an seine geliebte Mutter, welche ja auch des Landes Mutter war, ein Denkmal aufstellen, zu welchem nicht nur die Berliner, sondern jeder, welcher nach Deutschland» Hauptstadt kommt, pilgert, nicht etwa blos an dem Geburls-, Hochzetts- oder Todes­tage biefer edlen Königin, sondern zu allen Zetten! Dieses Denftual ist gesetzt zum Gedächtnis an die chöue Zett, welche die gellebte Königin am Arme hier Gatte» und im Kreise ihrer Kinder verübte.

Und wen» jetzt das junge Kaiserpaar dmch de» Tiergarten seinen Weg nimmt, dann erinnert fich jeder an de» jungen Kaisers Wilhelm schöne Wahl, die er getroffen! Sie bleibe für uns und für alle Zeit:

I-nfolU .^Luisenwahl!"

Deutsches Leich.

Potsdam, 25. Sept. Der Kaiser ist um 1 Uhr 18 Minuten mittelst Extrazuges nach Detmold abgereist. Fürst Bismarck und Graf Herbert Bismarck kehrten gleichzeitig nach Berlin zurück. Bei dem gestrigen Abendessen anläßlich der Ueber- gabe der neuen Offizierspeiseanstalt an das Offizier­korps des Leibgarde-Husarenregiments gedachte der Kaiser derKreuzzeitung" zufolge in erhebenden Worten seines Großvaters und Vaters. Er gemahnte daran, wie die neuen Räume nicht eine Stätte des Wohllebens sein sollten, sondern insbesondere eine Pflegestätte echter Kameradschaft. Als besonderes Zeichen seiner Anhänglichkeit übergebe er die herrlichen einleitenden Worte der auf die Errichtung der An­stalt bezüglichen Kabinettsordre weiland Kaiser Wilhelms I. dem Osfizierkorps unter Glas und

der Königin Augusta in Berlin, von dem Schlacht­felde zu Sedan:

pmg gerade so, wie die Militärverwaltung.

_ . Die Kaiserfahrt nach Petersburg, Stockholm und wenn den deutschen Kriegsfchiffen rin kleines Malheur Kopenhagen war für die begleitenden Kriegsschiffe keine Promenadenfahrt. Es war eine ganz tüchtige Uebungsfahrt, auf welcher keinem Schiff und keiner Besatzung auch nur das geringsK geschenkt ist und bei dtzr alle sich bewährt haben, «lieber die folgen­den Angriffsmanöver bei Kiel find die Ansichten heute noch geteilt. Nach langem Kampfe gelang, cs dem Admiral Knorr bekanntlich, die Einfahrt in die Kieler Buchst z» erzwingen, indessen waren die Verhältnisse als so günstige angenommen,.- wie sie im Kriegsfall sich unmöglich stellen. Immerhin haben die angreifenden Panzer eine außerordentliche Entschlossenheit gezeigt und die Marineverwaltung wird den Lehren, welche dieses Manöver gegeben, sicherlich Rechnung tragen Ein ganz bestimmtes Resultat ergaben die Manöver in der Nordsee, deren Schluß unter den Augen des Kaisers statt- fand. Das Resultat war, daß die Angriffe auf Wilhelmshaven rundweg abgeschlagen wurden, der KriegShafen der Nordsee erwies sich in Wahrheit als uneinnehmbar. Kaiser Wilhelm hat in seinem Toast in Wilhelmshaven die ehrenvollen Leistungen der deutschen Kriegsmarine mit ganz besonderer Freude hervorgehoben und unsere wackeren Seeleute verdienen das kaiserliche Lob in hohem Maße. Die stärkste Flotte in Europa ist die deutsche nicht, aber an Tüchtigkeit steht, sie auch der stärksten nicht nach. Das haben ihre Leistungen in diesem Jahre mit großer Deutlichkeit gezeigt.