gute Sache unterstützt. Befremdend ist, daß gerade tzie Lehrerwelt, die doch auch berufen ist, das Rationalgefühl zu heben, sich der Sache verhältnismäßig so wenig annimmt. Hoffen wir, daß die Herren dem Vereine nicht mehr ferne bleiben und den edlen Zweck desselben nach Möglichkeit fördern.
'______________ '' ' (R. C.) ;
Telegraphische Depesche«.
^Friedrichsruh, 20. Sept. Der österreichische Minister des Aeußern, Graf Kalnoky, wird heute abend 11 Uhr 35 Minuten die Rückreise antreten.
Hannover, 20. Sept. Eine hier betreffs der deutschen Emin-Expedition unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten v. Bennigsen tagende Versammlung «ar von etwa 2000 Personen besucht. Die Asrika- reisenden Dr. Peters, Lieutenant Wißmann und Paul Reichard sprachen über das projektierte Unternehmen. Die Versammlung beschloß, eine thatkräftige Unterstützung des Unternehmens in der Provinz Hannover zu organisieren und ein Huldigungstelegramm an den Kaiser zu richten. Bennigsen äußerte unter dem Beifall der Versammelten: die einzelnen Regierungen und die Landesvertretungen müßten für dieses nationale Werk zusammenwirken.
Strastdurg, 20. Sept. Der Großherzog und der Erbgroßherzog von Baden sind heute abend zu -en Manöver» der 30. und 33. Division bei St. Avold abgereist.
Rom, 20. Sept. Anläßlich des 18. Jahrestages der Befreiung Roms war heute die Stadt reich beflaggt. Unter dem Geläute der großen Glocke des Kapitols begab sich der Gemeinderat zum Grabe des Königs Victor Emanuel, um dortselbst einen Kranz niederzulegen, ebenso, gemeinsam mit einer Deputation der Armee und begleitet von einer zahlreichen Volksmengo, an derjenigen Stelle der Stadtmauer, wo die Kanonen bei dem Piusthore Bresche gelegt hatten. Der Bürgermeister verlas ein Telegramm des Königs Humbert aus Monza, und hielt eine patriotische Ansprache. Die Volksmenge begleitete die Rede mit Beifallszeichen und den Rufen: „Es lebe der König, es lebe Rom, die unantastbare Hauptstadt Italiens!" Der König wohnte derweil in Biella der Enthüllung des Denkmals für Sella bei und wurde aus diesem Anlaß lebhaft begrüßt. Professor Hoffmann aus Berlin hielt die Festrede, worin er die Verdienste Sella's hervorhob, durch dessen Politik das deutschitalienische Bündnis angebahnt worden sei.
U«iverktäts-Chro«ik.
— Die philosophische Fakultät der Universität Göttingen erneuerte dem Prof. Roscher aus Anlaß seines 50jährigen Doktorsubiläums sein s. Z. dort
erworbenes Doktordiplom und sprach demselben warme Glückwünsche aus.
— Der Professor der Geologie Dr. Roth in Berlin feierte am 15. d. M. seinen 70. Geburtstag.
Fttterarifches.
— Soeben erhalten wir Host 2 bis 6 der im Verlag deS Süddeutschen Verlags-Instituts (vormals Emil Hänselmann's Verlag) in Stuttgart erscheinenden prächtigen illustrierten Zeitschrift „Für Jung und Alt". Was die Verlagshandlung bei der Ankündigung des 1. Heftes versprochen hat, ist treulich gehalten worden: Es wurden keine Mühen und Opfer gescheut, um ein echtes Haus- und Familienbuch zu schaffen. Die Hefte enthalten patriotische Erzählungen und interessante Geschichtsbilder aus Vergangenheit und Gegenwart, prächtige lebenswarme Schilderungen aus Heimat und Fremde, treffliche Bilder aus der Tier- und Pflanzenwelt, populäre, der Jugend vollkommen verständliche Aufsätze über hervorragende Erfindungen und Ereignisse, Gedichte, Musikstücke, Spiele, Rätsel u. s. w. Jedes Heft ist ferner mit" 2—3 Vollbildern, darunter ein Farbdruckbild, sowie zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen unserer ersten Künstler geziert und ist es ein großes Verdienst der Verlagshandlung, daß sie durch den denkbar niedrigsten Preis — pro Heft 50 Pfg. — selbst der unbemittelten Familie die Anschaffung dieser Zeitschrift, die wahre Schätze an belehrenden und unterhaltenden Aufsätzen enthält, ermöglicht. Wir hoffen und wünschen, daß kommende Weihnachten dieses Familienbuch unter keinem Christbaume fehlt und empfehlen ganz ausdrücklich unserem jungen Volke, dieses hochintereffante und nützliche Buch in erster Linie für ihren Wunschzettel vorzumerken.
Vermischtes.
Stockholm, 14. Sept. Gerade jetzt, wo in allen Zeitungen das Erscheinen der Mackenzieschen Verteidigundsschrift angekündigt wird, dürste eine Äußerung von allgemeinem Interesse feie, die gleichfalls aus dem Munde einer sehr hochgestellten Persönlichkeit stammt. Bekanntlich war der letzte, der dem todkranken Kaiser einen Besuch abstatten konnte, der König Oscar von Schweden. König Oscar hatte sich vorher vorsorglich erkundigt, ob sein Besuch für den leidenden Kaiser von nachteiligen Folgen begleitet sein könne; es wurde ihm, und zwar doch wohl nur auf Mackenzies Veranlassung hin, die Antwort zuteil, daß sich Kaiser Friedrich zur Zeit ausnehmend wohl befinde und jeden Besuch entgegennehmen könne. Über diesen Besuch machte König Oscar vor einiger Zeit folgende kurze Mitteilung : „Ich war sehr erfreut über diesen Bescheid und
war geneigt, Herrn Mackenzies den man in der deutschen Preffe so heftig angegriffen hatte, mein volles Vertrauen zu schenken, solle ich mich doch in wenigen Stunden persönlich von den Erfolgen seiner Behandlung überzeugen dürfen. Aber wie erschrack ich, als ich mich dem armen Kaiser gegenübersah ; er wollte sich erheben, als er mich erblickte, aber er hatte sich kaum aufgerichtet, als sein Körper schon wieder kraftlos zusammenfiel wie ein Packet. Von dieser sterbensmüden Mattigkeit und allem andern, was ich in den entstellten Zügen des Leidenden wahrnahm, war ich so erschüttert, daß ich mich nach wenigen Augenblicken in tiefster Bewegung zurückziehen mußte; ich fand später noch Gelegenheit, Herrn Mackenzie meine schmerzlichsten Befürchtungen anzudeuten und ihn um seine aufrichtige Meinung zu befragen; aber dieser freche kecke .... hatte die Stirn, mir auch jetzt noch in diesem furchtbar ernsten Augenbluk, wo sich der Tod dem Kaiser schon genähert hatte, zu sagen, daß sich der Patient verhältnismäßig beftiedigend befinde, daß der letzte Anfall fast ganz überwunden sei und daß man sich jetzt wieder auf eine lange Ruhepause im Fortschreiten der Krankheit die berechtigste Hoffnung machen könne." Diese Mitteilungen König Oscars, welche aus ganz unmittelbarer Quelle geschöpft sind, beweisen auf's neue, daß Mackenzie sich bis zum allerletzten Augenblick entweder selbst oder andere und selbst „sehr hochgestellte Persönlichkeiten" getäuscht.hat.
Gottesdienst. Sonntag, den 23. September.
Luthcrische Pfarrkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Bernhard. Nachmittags: Herr Pfarrer Heermann.
(Konfirmation.) ;,'a'hs<h>c Sr. Elisab ethkirch e:
Vormittags: Herr Pfarrer Seibert. Nachmittags: Herr Professor Dr. Achekis. Reformirte Stadt- und Univ.-Kirche:
Vormittags: Herr Pfarrer Scheffer. Nachmittags: Herr Pfarrer Schindewolf.
Marktberichte.
Berliner Produktenbörse vom 20. September.
Auf dem Getreidemarkt war Weizen anfangs etwas fester,, schwächte sich aber später wieder ab und schloßt 1 Mk. unter gestriger Schlußnotiz. Roggen bei stillem Geschäft schließlich etwas besser; aber unter gestrigem Preis. Hafer lag flau infolge von Realisationen.
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Roggen per 1009 Kilogr. Gek. 600 T». Kün- digungspreis 156 Mk. Solo behauptet. Termin« höher. Soko 148 bis 161 Ml nach Qualität, SieferungSqualität 156 Mark, inländischer mittel bis guter 157,5 bis 158,5 ab Bahn bez., eine Ladung neuer mit Geruch 155 ab Babn bez., per Sept. - Ott. 155,75 dis 156,75 bez., per Oktober - November 156.25 bis 157,5 bez., per Nov -Dez. 158,5. bis 159 bez. per Dezember 160 bis 161,25 bez.
Gerste per 1000 Kilogr. Behauptet. Große und kleine 133 bis 196 Mk. nach Qual., Fnttergerste 133 bi» 144 Mk
Hafer per 1000 Kilogr. Soko behauptet. Termine wenig verändert. Soko 133 bis 164 nach Qual., Lieferungs» Qualität 138 Ml., pommerfcher mittel bis guter 146 bis 152, do. feiner 155 bis 161, schlesischer mittel bis guter 146 bis 152, do. feiner 155 bis 161 ab Bahn bez., preußischer mittel 136 bis 140 ab Bahn bez, per Sept.- Oktober 133,5 bis 133 bez, per Oktober-November und per Nov-Dezember 131 bis 130,75 bez.
Erbsen per 1000 Kilogr. Kochwaarr 164 bi» 190, Futterwaare 142 bis 162 nach Qualität.
Mais loko fest. Loko 136 b,S 148 nach Qual.
Weizenmehl per 100 Kilogr. brutto inll. Sack» Nr. 00 : 26,25 bi» 24,25. Nr. 0 : 24,25 bis 22,25.
Roggenmehl Nr. 0 u. 1 per 100 Kilogramm brutto inll Sack. Anfangs matt, schließt höher. Ba diesen Monat, per Sept.-Olt., per Ott. - Nov. und per Nov.-Dez. 21,80 bis 22 bez-, per April-Mai 22,90 bi» 22,80 bis 23,10 bez. — Roggenmehl Nr 0 ul 22 bis 21, do. feine Macken Nr 0 u. 1: 23,25 bis 22. — Roggenmebl Nr 0: Ml 1 75 höher als Nr. 0 u. 1.
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Freitag, den 28 d. M., ist wegen Reparatur der Fahrbrücke von Treisbach nach Amönau dieselbe für den Fuhrwerksverkehr gesperrt
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