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Illustriertes Sonntaqsblatt.
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Are Kaisermanöver
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DMOg denen der Vorjahre: Kaiser Wilhelm II., der alles
tretet einem Gute bei dem kleinen Orte Müncheberg auf,
obwohl er bei der geringen Entfernung des Manö-
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i 98 derterrains von Berlin recht wohl im königlichen
Schlosse der Hauptstadt Absteigequartier nehmen und
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(5358 . täglich in das Manöverterrain hinausfahren könnte.
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fls Kriegsherr in vollem Maße zu genügen. Der
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Mau beriet nun, ob sie gleich nach der Refideoz
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praktisch durchmachen will, wird sich nicht mit der Oberaufsicht und der Kritik über die stattgehabten Manöver begnügen, er wird selbst das Kommando führen. Der Kaiser bleibt deshalb auch mitten unter den Truppen. Er schlägt sein Hauptquartier auf
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4151 kmmeu würde, brachte dann aber in Erfahrung, daß ste den Sommer am Genfersee velleben würde.
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Daß es dem Kaiser darauf ankommt, sich seiner Vorgänger würdig zu zeigen, lehrt der diesjährige ürstenbesuch zu den großen Manövern. Es ist auch amit anders, wie in früheren Jahren. Nicht um ohe Gäste handelt es sich, die die Übungen als änzendes militärisches Schauspiel sich gern mit ansehen, ndern um gründliche Kenner und Schlachtenlenker, er Besuch des Königs Albert von Sachsen, des währten Feldmarschalls von 1870, ist natürlich jeder selbstverständlich. Wie schon bei der großen arade über das Gardekorps wird er auch diesmal der Seite des Kaisers halten. Dann folgt der Großfürst Nikolaus von Rußland, der Onkel Alexan-
Wenige Mtuuteu später wtukte Aenncheu Leo Weitem den letzten Abschiedsgruß zu. s
'Truppen selbst bei harten Strapazen kräftig auszu- harren wissen, stolz sind auf den kaiserlichen Führer, der beim Allarm der Erste, beim Schluß der Übungen
Aennchen weinte bittere Thronen, als sie von der Een Elsbeth Abschied nahm. Es war doch eine «rrliche Zeit gewesen, die sie in dem alten Förster- Uuse verlebt hatte, besonders anfangs, als der stille Riede dieses Mädchenherzens noch nicht durch fremde «iuflüsie gestört war. Wie froh und glücklich hatte ™ damals von dem alten Schlosse ia die sonnige «elt hineingeblickt l
Nun ging sie in die weite Fremde hinaus. War nicht wie ein Traum? Sie, die arme Aenncheu Einhard, die sich einst mit den ungeschickten Fingern »riner Kinder so titel zu schaffen hatte machen müsse», El da» tägliche Brod zu erwerben, war mm reich, Eruehm und von Menschen umgeben, die e8 sich zur *hre aurechueteu, von ihr bemerkt zu werde»?
(Nachdruck verboten.)
Prinzessin Sol-Haar.
Roman von I. Steinmann.
(Fortsetzung.)
107»/, 104?/, L027/t 107»/, 1027/, 102»/, 69*/. 85
100»/, 103»/, 74’/, 60 84»/, 84V, 98
121V, 02 V, 85V, 03»/, 01V, 99V» 08
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Sept. Der Kaiser und Prinz Heinrich trafen morgens 7 Uhr aus Wilhelmshaven ein und stiegen im königlichen Schlosse ab. — Der Kaiser, der Erzherzog Albrecht, die Prinzen Arnulf und Alfons von Bayern, die Prinzen Heinrich und Leopold, der Kronprinz von Griechenland, der Prinzregent von Braunschweig, der Fürst von Hohen- zollern, der Herzog von Schleswig-Holstein, das gesamte militärische Hauptquartier, der Generalstabschef Graf Waldersee, der Feldmarschall Graf Blumenthal, der Kriegsminister, die fremdherrlichen Offiziere und der Oberstallmeister Graf Rauch reisten um 8 Uhr 44 Minuten mittelst Extrazuges nach dem Manöverterrain bei Müncheberg ab. Ein zahlreiches Publikum brach in- begeisterte Zurufe aus. — Dem „Reichsanzeiger" zufolge trägt auf allerhöchsten Befehl die königliche Familie nach Ablauf der Hoftrauer um Kaiser Friedrich noch bis zum 15. Juni 1889 Familientrauer. — Erzherzog Albrecht kehrte mit dem Prinzen Albrecht, den Prinzen Arnulf und Alfons von Bayern und den Prinzen Heinrich und Leopold nachmittags 3 Uhr von dem Manöver zurück, während der Kaiser im Hauptquartier zu Müncheberg verbleibt. — Die .Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Die Nachricht, daß demnächst eine anderweite Besetzung des Postens des Handelsministers zu erwarten sei, will noch immer nicht aus der Presse verschwinden. Dieselbe beruht, wie wir bereits konstatterten, rein auf Erfindung, und wir möchten heute hinzufügen, auf einer Erfindung, welche nicht gerade für die politische Bildung ihres Ürhebers spricht. Der Betteffende muß in der That von der Entwickelung unserer staatsrechtlichen Verhältnisse eine verkehrte Vorstellung haben. Unser Handel ist ein nationaler, ein deutscher; die auf den Handel bezüglichen staatlichen Funktionen gehören also in das Gebiet der Reichsgewalt. Es ist widersinnig, sich den deutschen Handel als getrennt, in der Form eines preußischen, bayerischen, sächsischen, württembergischen Handels und seine Pflege als konkurrierende Aufgabe der Einzelstaaten vorzustellen, daher ist auch die Institution des preußischen Handelsministeriums auf die Dauer eine politische Unmöglichkeit; sie steht mit dem Geist der Reichsverfassung im Widerspruch. — Die Pflege des Handels — also die wichtigste Thätigkeit des Handelsministeriums — gehört nicht zu den Aufgaben her Einzelstaaten, sondern zu denen des Reichs. Daß das preußische Handelsministerium tropdem
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg Md Kirchhain
Expedition-. Marti 21. — Reaktion, Druck und Verlag von Joh. »ug. Koch.
17. Kapitel. x
Die entscheidende Frage.
Monate waren seit diesem Tage,verflösse». Aennchen Leinhard hatte Trost bei der Natur gesucht und ihn in der herrlichen Umgebung des Genfersees im reichste» Maße gefunden. Wenn sie durch die schattigen Laubgänge des Gattens schritt, welcher die reizende, mit üppigen Schlinggewächsen umwucherte Villa umgab, daun erschien ihr die Vergangenheit wie ein banger Traum, in welchem wenig Freude und viel Leid gewesen war. *
Sehnte sie dieselbe zurück?
Wie still und voll heiligem Fttedeu hatte sich das Leben hier für ste gestaltet! Da gab es keine Unruhe, keine Sorge und Not. Und so lag die ganze Zukunft vor ihr, spiegelglatt und eben wie eine blnmenae- schmückte Ebene.
Frau von Groningens Umgang war für das junge Mädchen außerordentlich anregend. Sie war eine feingebildete Dame, die in dem Verkehr mit dem an« mutigen Kinde, denn in manchen Dingen war Aennchen wenig mehr, wieder neuen Lebensmut in ihrem Innern aufflammen fühtte.
Man sah Frau von Groningen und ihren Schütz. Ung nicht unzertrennlich beisammen und gerade dattn lag ein besonderer Reiz des gegenseitige» Verkehrs. Die Zimmer Beider lagen von einander getrennt und die eine wurde nie durch die andere gestört. Dann wieder, wenn das Bedürfnis eines gegenfeüigen Gedankenaustausches borlag, sah man sie auf der Veranda des Hanse», mit trgenb einer Arbeit beschäftigt, beisammen.
Leo von Rabenau unterhielt mit Aennchen einen ziemlich lebhaften Briefwechsel, aber derselbe entsprach seinen Anforderungen an einen solchen nicht im mindesten. Ihre liebenswürdigsten Briefe empötten ihn am meisten.
■ Der Monarch fühlt sich aber auch als oberster Kriegs- nd aut r Herr zu sehr als schlichter Soldat, als daß er für tter ui -M bei diesen Übungen besondere Bequemlichkeiten (5463 beanspruchte, die ihm ja auch im Kriege fehlen würden.
, Er ist für feine eigene Person weit anspruchsloser, als mancher Gardeoffizier, und kernst offenbar nur
das eine Bestreben, zu zeigen, daß er trotz seiner Jttoöct gxunundzwanzig Jahre im Stande ist, seinen Pflichten
01 8 Kaiser schont die Truppen mehr als sich selbst; er :r und hat das bei den schon stattgehabten Manövern ge- r oder zeigt; er hat sich aber auch überzeugt, daß die
>■*$ fehle es obersten Kriegsherrn. Die Kaisermanöver (5462 unterscheiden sich in diesem Jahre wesentlich von
bestehen geblieben ist, erklätt sich lediglich dakaus daß die preußische Gesetzgebung dem ministeriellen Ressort, welches jenen Namen führt, eine Anzahl von Funktionen beilegt,, für welche nur durch Aenderung der Gesetzgebung ein Ersatz geschaffen werden könnte. Stände dieser Umstand nicht entgegen, so würde schon längst das preußische Handelsministerium mit dem Reichsamt des Innern verschmolzen worden sein. So aber war eine formale Beibehaltung des Namens und des Ressorts notwendig, ohne daß indeß ein selbstständiges Gehalt für den Titnlar desselben ausgeworfen worden wäre. Die Geschäfte übernahm der Reichs - Staatssettetär des Innern. Die Pflege und Beaufsichtigung des deutschen, einschließlich des preußischen Handels blieb in der Hauptsache da, wo sie nach Bildung des Reiches hingehört, nämlich beim Reichsamt des Innern, unter genereller Verantwortlichkeit des Reichskanzlers. Zur Zeit des Staatsministers Hofmann waren Reibungen zwischen der preußischen Einwirkung und der des Reichs auf den deutschen Handel eingetreten. Um dieselben abzuschneiden und ihrer Wiederkehr vorzubeugen, übernahm der Kanzler persönlich das Handelsministerium und damit sowohl den preußischen wie den Reichstitel zur Leitung der gemeinsamen Handelspolitik. Letztere gehört im Reichsdienste zum Ressott des Reichsamts des Innern, und entspricht es formal der Reichsverfassung und sachlich den preußischen Handelsinteressen, wenn die reichsgesetzliche Vertretung des Reichskanzlers im Bereiche des Reichsamtes des Innern durch eine kollegiale Vertretung des Staatsministers v. Boetticher im preußischen Handelsministerium vervollständigt und dadurch eine einheitliche Behandlung der politischen Aufgaben ermöglicht wird. Es genügt, an diese Entwickelung der Dinge zu erinnern, um für jeden, der sehen will, klar zu stellen, wie ungeschickt die Nachricht bezüglich der Ernennung eines neuen Handelsministers erfunden ist. Eine solche Ernennung würde mit jener Entwickelung geradezu im Widerspruch stehen."
Neuenhagen, 13. Sept. Der Kaiser, vom Erzherzog Albrecht von Oesterreich, den Prinzen Arnulf und Alfons von Beyern, den Prinzen Heinrich, Albrecht und Friedrich Leopold von Preußen, dem Fürsten von Hohenzollern und dem Herzog von Schleswig-Holstein begleitet, ist heute früh 9 Uhr 12 Min. hier eingetroffen. Auf dem Perron war eine Ehrenkompagnie vom 24. Regiment aufgestellt, außerdem hatten sich der Landrat und die Geistlichkeit eingefunden. Als die Herrschaften den Waggon Es war nicht die Spur eines wärmeren Gefühls darin enthalten, des eines freundschaftlichen abgerechnet. Hätte ihn die eigene Liebe nicht so sehr verblendet und er ste nicht als seine ihm verlobte Brant betrachtet, er müßte doch allmälig zu der Ueberzengnng gekommen sei», daß eS ihm »immer gelinge» wurde, ihr Herz zu gewinnen.
Sieben Monate waren jetzt fett dem Tode de8 Försters verfloffeu, eine lauge Zeit für einen ungeduldigen, jungen Mann, der die Tage bis zu dem Moment, wo es ihm vergönnt fehl wird, die Geliebte als feine Brant in feine Arme zu schließen, zähtt. Nun endlich dünkte es ihn Zeit, fich auf den Weg zu machen und ste an ihr Versprechen zu erinnern. Sie konnte ihm das nicht Übel deuten. Lange genug hatte er gewartet, zu lange für seine Ungeduld, seine Sehn- sucht nach der Geliebten.
Wenige Tage vor seiner Abreise langte ein Brief für ihn an und Leo war nicht wenig erstaunt, ei» Lebenszeichen von dem Grafen von der Zeche zu sehen, wie ihm sofort der Poststempel anbeutete.
Ernst von der Zeche schrieb, daß sein Befind«» ihn zwinge, schneller, als er beabsichtigte, nach Europa znrückzukehreu. Er sei sehr krank gewesen und der Arzt halte es für notwendig, ihn ans Egypten zu verbannen, so ungern er jenes Land verlasse. Anfangs habe er daran gedacht, nicht nach Schloß Freiburg zurückzukehreu, aber es ziehe ihn doch wieder mächtig dorthin und wenn Leo von Rabenau die Güte haben wolle, einmal auf Freiburg Ums hau zu halte» und ihm über die wichtigsten Ereignisse Nachricht zu geben, so werde er ihm sehr dankbar dafür sein.
Leos Abreise nach dem Genfersee wurde dadurch natürlich verzögert, denn ihm lag selbstverständlich da- ran, die Wünsche seines ehemalige», zuvorkommende» Wittes vollständig zu befriedigen. 6t reifte sofort »ach Schloß Freiburg, nm dort die bevorstehende Ankunft de» «rasen zu melden und damtt die grösste Verwirrung unter dem ganzen Hauspersonal hervor- zurufen. Dann stattete er einen ausführliche» Bericht
Das Gerücht bestätigte sich und vor dem Winter bar also nicht daran zu denken, die Vielbesprochene M sehen und zu feiern. Herr von Rabenau hatte fit Aennchen eine reizende Villa am Genfersee ge- - «ietet und bereits in den ersten Märztagen reifte ste «Fran von Groningens Begleitung dotthiu ab. Die alte Elsbeth hatte, trotz aller Bitten, darauf Verzicht :Sf Weiftet, ihrem Prinzeßchen zu folgen. Sie war alt M gebrechlich. Seit dem Tode des Försters fühlte _ & das doppelt und ste war der Meinung, daß sie Aenncheu nur eine Last fein würde. Unter dem Vorleben ihrer überhand nehmenden Schwäche, hatte ste H im Dorfe bei einer ehemaligen Jugendfreundin hu Unterkommen gesucht, allerdings für die Alte ein ittnndliches Heim für ihre alten Tage, wo sie in Aer Ruhe und ohne Sorgen ihr Leben beschließen konnte.
ders III., russischer Feldmarschall und Höchstkommandierender im letzten russisch-türkischen Kriege. Großsürst Nikolaus gilt als ein sehr tüchtiger Heerführer, und wenn im Kriege n von 1877/78 unter seinem Oberkommando doch manches schief ging, so liegt die Schuld daran zum nicht geringen Teil in den eigenen russischen Heerverhältnissen und der Rivalität der Generale. Und der interessanteste Gast endlich ist der Erzherzog Albrecht von Österreich. Der Erzherzog ist ein anerkannt tüchtiger Feldherr, die Feldzüge in Italien haben das zur Genüge bewiesen, und sein Sieg bei Kustozza im Jahre 1866 war eine Meisterleistung. Aber dieser Besuch des österreichischen Feldmarschalls hat doch auch seine hohe politische Bedeutung. Ter Erzherzog hat das Jahr 1866 schwer verwinden können, und wenn er als Soldat auch nicht daran denken konnte, gegen das deutsch - österreichische Bündnis zu protestieren, so war doch allgemein bekannt, daß er wenig davon erbaut war. Erzherzog Albrecht war der erste Träger der österreichisch - russischen Freundschaft in Wien und hat sich wiederholt warm für dieselbe ausgesprochen. Indessen auch er hat sich der That- sache nicht verschließen können, daß allein im Bunde mit Deutschland für Österreich-Ungarn Heil zu finden ist, daß Rußland es ist, von welchem ihm Gefahr droht. Tas Wiedererscheinen des Erzherzogs in Berlin nach langen vierundzwanzig Jahren, 1864 war er zum letztenmale in Berlin, beweist, * daß die Sympathieen Österreich-Ungarns dem Deutschen Reiche nunmehr voll und ganz gehören.
So werden sich die Kaisermanöver unter den Augen berufener Richter abspielen und sicher auf's neue die hohe Leistungsfähigkeit der deutschen Truppen zeigen, die das Äußerste ausbieten werden, dem alten Ruhme Ehre zu machen. Die Armee hat sich unter Kaiser Wilhelm II. verjüngt, aber ihre innere Kraft, ihre kernfeste Ausdauer ist nicht verringert, eher gewachsen. Die großen Manöver bieten wichtige Anhaltspunkte zur ferneren Ausbildung der Armee und zur Erhöhung ihrer Schlagfertigkeit. Aber diese Schlagfertigkeit soll, das wissen wir ja alle, nicht dazu dienen, die Kriegsfackel in Bälde zu entzünden, vielmehr dazu, ihren Brand zu verhüten, dem Deutschen Reiche und möglichst auch ganz Europa den Frieden zu sichern, der allen Staaten zum Segen ist. Deutschlands militärische Kraft vergrößert sich von Jahr zu Jahr, seine Macht ist eine riesengroße, wie sie die Welt kaum geschaut, aber von Jahr zu Jahr vergrößert sich auch unsere Friedensliebe und der feste Wille, Frieden zu halten.
Bevor sie ging, kamen noch zwei Herren, die fich ihr als Verwandte der Familie von Dorneck vor- stelltk» und von denen der eine zu ihrem Vormund ernannt worden war. Das alles regte Aennchen ungemein auf; sie zeigte fich äußerst still, und nur einmal stieß man bei ihr auf Widerstand, als man von ihr forderte, sie solle nun auch in Zukunft den Titel eines FreifräuleinS von Dorueck führen, wie eS den Bestimmungen der Vorfahren angemessen war. Ihr Vater war ein Ehrenmann gewesen und sie hatte alle» Grund seinen Namen hochzuhalten, vielleicht erinnerte sie sich auch noch der Aenßeruugen des der. ftorbenen Onkels.
Au einem kühlen Märzmorgen nahm sie von Schloß Freiburg Abschied.
Die Welt lag in Nebel gehüllt, welcher Berg und Thal vor ihren Blicke» verbarg. Darüber wölbte sich jedoch ein lichtblauer Himmel und als die Sonne höher stteg, drückte sie de» Nebel zu Bode» und nun breitete er fich in leuchtenden Tropfen über die frisch grünenden Wiesen ans.
Unten im Dorfe nahm sie von Elsbeth Abschied und bann ging es weiter bis nach der nächsten Stadt.
Leo von Rabenau begleitete sie und als sie neben Frau von Groningen in dem Koupee saß, ttat er noch einmal an sie heran. Er sah nichts weniger als heiter an». Es gelang ihm nicht, fich in ihrer Nähe zu erwärmen und zuweilen waren eS bange Ahnungen, die in ihm ausstiegen.
»Darf ich zuweilen an Sie schreibe», Fräulein Aenncheu?»'
Sie nickte lächelnd mtt dem Kopfe, indem fie ihm noch einmal ihre Hand reichte.
»Sie sollen nicht zn lange ans eine» Brief warten, Herr von Rabenau', sagte fie beinahe wehmütig. „Ich habe Ihnen so unendlich titel zu danken und bin noch nicht int Stande gewesen, ein Körnchen von dieser Schnld abjirttagen.*
Der Schaffner trat a» das Koupee heran.
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Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS btt der Expe- sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Loaler
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^nen^Cljnfertlon«flebü&t für die gespaltene Zelle SvNNabeNd, 15. September 1888. Moffe in^anksntta.M,lserlin,Münzenm«ln; L 2ULUL ^yrgaNg.
10 Mg.. Rellomen für die Zeile 25 Pfg. r Dauben.Co.in Frankfurt a.BL, Berlin, Hannover.Paris.
gesucht, der Letzte ist. Auch die beiden gesamten Armeekorps erden diese frische und schneidige Kraft des Kaisers
haben nunmehr ihren Anfang genommen. In dichten ...... Kolonnen sind die Truppen des preußischen Garde- aNigei jDrp§ unb des brandenburgischen Armeekorps über
Berlin in das Manövergebiet abgerückt, und an die 60 000—70 000 Mann harren nunmehr der Be-