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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition- Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Koch.

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_ - Illustriertes Sonntagsblatt.

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Feiert ^en.^^Q«^<AbomremeMs^^^^bei der Expe- Marburg, sowie d. Annoncen-Brweanx von HaasaHeü, tmb^Bogter

Donnerstag, 13. September 1888. Tttl J»hrgmg

10 «fg., Reklamen für die «eile 25 Pfg. O 1- Dauben.So.«Frankfurt a.et,Berlin,Hannover.Pari».

führenden Inspektoren; in der Proviantamtspartie: die Stellen als Proviantmeisterf zum Teil auch die Kontrolleur- und Rendantenstellen; in der Lazarett­verwaltungspartie: die Stellen als Oberinspektoren, zum Teil auch die Jnspektorstellen. Auch die Re­gistraturen bei den Generalkommandos werden für die Folge nur mit inaktiven Offizieren besetzt. Nunmehr ist auch die Fernsprechverbindung zwischen Breslau-Berlin fertiggestellt und wird gegenwärtig von Seiten der Postbehörde praktischen Prüfungen unterworfen. Die Uebergabe der neuen Einrichtung an den Verkehr wird in naher Zeit erfolgen. Wie verlautet, soll die Veröffentlichung der vom Reichsamt des Innern herausgegebenen amtlichen Mitteilungen aus den Jahresberichten der Gewerbe­räte in allernächster Zeit zu erwarten sein. Da die sächsischen, hessischen, bairischen Berichte bereits vorher bekannt geworden sind, so werden nur die Mit­teilungen der preußischen Beamten von besonderem Jntereffe sein. Diesmal ist das Lehrlingswesen Gegenstand besonderer Ermittelungen seitens der Ge­werberäte gewesen. Hie überseeische Auswan­derung hält sich andauernd auf der Höhe der vor­jährigen. Nach dem eben erschienenen Julihefte zur Statistik des deutschen Reichs sind im Juli d. I. aus Deuffchland über deutsche Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam 6773 Personen ausge­wandert gegen 6798 im Juli v. I. Im ent­sprechenden Monat der Vorjahre bis 1880 zurück hatte die Auswanderung 5272, 7136, 10 500, 11469, 12 221, 12 589 und 7585 Personen um­faßt. Seit Beginn des laufenden Jahres bis Ende Juli sind int ganzen 63 505 Personen auf dem an­gegebenen Wege ausgewandert gegen 63 979, 45 869 und 74101 im gleichen Zeitraum der Vorjahre bis 1885 zurück. Preußen stellte zu den Auswanderern die ersten sieben Monate dieses Jahres 31 981 Per­sonen, von denen allein 9605 aus Posen, 8595 aus Westpreußen und 5249 aus Pommern kamen. Der zweite deutsche Jnnungstag ist gestern vor­mittag hier zu seiner ersten Hauptversammlung zu­sammengetreten. Auf derselben gab zuerst Ober­meister Brandes-Berlin einen Bericht über die Ent­wickelung des Jnnungswesens seit der Abhaltung des ersten deutschen Jnnungstages im Juni 1885 in Berlin. Herr Brandes feierte die Verdienste der Abgg. Ackermann, v. Helldorf und Biehl. Nach Angabe des Herrn Brandes sind seit 1. Dezember 1886 bis 1. Dezember 1887 in Preußen 1123 Innungen neu entstanden. Ueberhaupt gab es in Preußen bis zu diesem Zeitpunkt 6699 Innungen

neine» Lebens nicht verbittern wollen, Aeunche». Es t mein Trost, meine Beruhigung in all der laugen Zeit gewesen, Dich unter dem Schutze eines braven Mannes znrückzulassen. Herr von Rabenau hat bei mir um Dich angehalten. Dn würdest allein stehen, ohne ihn ein reiche», schönes Mädchen ohne Schutz, weißt Du, was das bedeutet?"

Sie gab keine Antwort, fie sah'ihre« Onkel in namenloser Angst an. Aber dieser fnhr fort:

Aenuchen machte nicht den Versuch eines Wider- tandes. Alles war so plötzlich, so überraschend ge­kommen, und wie wäre es möglich gewesen, de» tot» kranken Manne zu widersprechen? Vielleicht hatte er gar Recht.

Blitzschnell jagten diese Gedanke durch ihr Hirn und als Leo von Rabenan sich jetzt zu ihr nieder­beugte und fragte:

«Wollen Sie mir Ihre Zuknnft anvertranen, Aenuchen? Ich habe Sie von ganzem Herzen Heb," da nickte sie leise mit dem Kopfe.

»Ich will er versnchen, Herr von Rabenau. Ich weiß nicht, es ist alles so seltsam und mir ist so bang." stammelte sie geängstigt.

Er hatte sich seine Verlobnng wohl anders gedacht, aber er war auch so zufrieden. Sie war ihm jetzt zngesichert und ihre Scheu, ihre Zaghaftigkeit konnte einen ganz natürlichen Grund haben. Leise half er ihr ans und führte sie nach dem Sopha.

Die Lichter des Weihnachtsbaumes brannten noch mmer. Der Dnst von Wachs nnd Tannengrün erfüllte den Ranm. Nun begann eins der Lichter zn erlöschen, dann ein zweites nnd drittes nnd eine Viertelstnnde später war auch das letzte herabgebrauut uud die kleine Lampe erhellte nur mäßig den Ranm. Der Förster lag still, sein Gesicht erschien geisterhaft bleich, aber seine Atemzüge waren langsam nnd regel­mäßig, wenn auch etwas schwer.

Um die zehnte Stunde erhob Leo sich, nm zn gehen. Aennchen begleitete ihn bis zur Thür.

»Gute Nacht, Aennchen. Ich hoffe, Sie werden Ihren Entschluß nie bereiten."

umgeben, blitzte ihr von dem dunklen Sammetgruude entgegen.

»Herr von Rabenau," sagte sie mit leisem Vor­wurf tu dem Tone ihrer Stimme, «ich kann das nicht annehmen nud Sie hätten das wissen müssen. Ich würde mich gefreut haben, einen kleinen Beweis Ihrer Freundschaft zu empfangen, wie ich diese unbedeutende Zeichnung für Sie entworfen habe, aber dieses Ge­schenk dürfen Sie mir nicht geben."

«Aennchen, Sie haben die reizende Skizze von Schloß Freiburg für mich entworfen?" rief er ent- zückt aus, indem er das dargeboteue Blatt entgegen» nahm. ,O, wie soll ich Ihnen danken?"

«Dadurch, daß Sie dieses Geschenk znrücknehmen, ohne mir zn zürnen. Was soll ich damit, Herr von Rabenan? Ich werde niemals derartige Gegenstände gebrauchen, um mich zn schmücken, und die blitzenden Steine verlangen auch einen anderen Grund als ein bescheidenes Wollkleid.

Der Kranke war dieser Auseinandersetzung mit Lebhaftigkeit gefolgt. Er sah die Verstimmung in Leos Zügen und auch über seine Stirn huschte eine Wolke.

«Aennchen!" rang es sich mühsam von seinen Lippen.

Sie näherte sich rasch seinem Lager.

«Warum willst Du da» Geschenk zurückweisen?"

«Onkel, ich dachte, gute Freunde machen sich nicht solche Geschenke," stammelte sie in höchster Ver­wirrung.

»Ich hoffe, Herr von Rabeuau wird Dir mehr ein," flüsterte er. «Du wirst mir die letzten Stunden

für das vom Kaiser bestellte große Gemälde der Eröffnung des Reichstags" gemacht hat, zu besich­tigen. Der Kaiser sprach sich mit der Darstellung des Künstlers einverstanden und befriedigt aus und blieb l1/« Stunden lang bei ihm (nahm auch eine Tasse Kaffee) in lebhafter Unterhaltung über künst­lerische Angelegenheiten, bei welchen des Kaisers Jntereffe und eingehendes Verständnis uuds Vertraut­sein mit der Thätigkeit und Persönlichkeit verschiedener Künstler und sein klares Urteil überraschten. Vor der Villa hatten sich die Bewohner der Kolonie Wannsee und zahlreiche Gäste (es war am Sonntag gerade Segelregatta) versammelt, welche den Kaiser bei seiner Abfahrt mit lebhaften Hochrufen begrüßten. Der Vorsitzende der Zivilgesetzbuchs-Kommission, Pape, ist heute nachmittag drei Uhr gestorben. (Heinrich Eduard Pape war am 13. Sept. 1816 zu Brilon in Westfalen geboren. Im Jahre 1838 trat er als Referendar in den Justizdienst, wurde 1850 Kreisrichter, 1856 Apellations - Gerichtsrat. Von 185861 gehörte er als preußischer Bevoll­mächtigter der Kommissilm zur Ausarbeitung des deutschen Handelsgesetzbuchs an und wurde zum Rat im Justizministerium ernannt. Von 186164 arbeitete er an dem Entwurf einer Zivilprozeßord­nung für Preußen, nach 1867 beteiligte er sich an der gleichen Arbeit für den Nordd. Bund und wurde 1870 zum Präsidenten des in Leipzig neu errichteten Bundes - (Reichs) - Oberhand elsgerichts er­nannt, welches,Amt er bis 1879 bekleidete. Seit diesem Jahre, in welchem das Oberhandelsgericht in Reichsgericht aufging, leitete er als Vorsitzen­der die Beratungen der zur Ausarbeitung eines bürgerlichen Gesetzbuches eingesetzten Kommission. Es war ihm noch beschieden, die Vollendung des Entwurfs zu erleben und sein Name wird für immer in ehrenvoller Weise mit dem Werke verknüpft bleiben. Von einer Erholungsreise nach Homburg zurück­gekehrt, um die noch nötigen Beratungen der Kom­mission zu leiten, erkrankte Pape vor einigen Tagen an einem Blasenleiden, das seinem Leben schnell ein Ende machte.) Bei verschiedenen Militär­beamtenstellen, die ftüher mit versorgungsberechtigten Unteroffizieren besetzt wurden, gelangen gemäß höherer Bestimmung für die Folge nur inaktive Offiziere, also nur solche, welche durch allerhöchste Kabinettsordre mit Pension und der Aussicht aus Anstellung im Zivildienst verabschiedet sind, zur Anstellung. Zu diesen Stellen gehören u. a. in der Garnisonverwaltungspartie: die Stellen als Direktoren, zum Teil auch die Stellen der kontroll-

KolomMrcitigkeiten

mit fremden Staaten haben für uns seit geraumer Zeit nicht mehr bestanden, und werden hoffentlich auch nicht mehr wiederkehren, aber es läßt sich nicht verkennen, daß von englischer Seite neuerdings wieder Alles aufgeboten wird, um dem deutschen Handelsverkehr in fremden Weltteilen und neuen deutschen Landerwerbungen so viel wie möglich Steine in den Weg zu werfen. Eine Zahl von Bürgern Alt-Englands besitzt bekanntlich den Vorzug einer wahrhaft klassischen Ungeniertheit, und cs scheint fast, als ob sich die Leiter der englischen Kolonialgesellschaften zum nicht geringen Teile aus dieser Klasse rekrutierten. Die Londoner Regierung protegiert diese Herren nicht direkt, aber sie sieht ihnen durch die Finger, so viel sie nur irgend kann. Ein wahres Muster-Institut von englischer Untier« : srorenheit ist die Royal - Niger - Kompagnie, die \ mit aller Welt in den Haaren liegt, und deren Auftreten mitunter etwas gar zu bunt ist. Die in Berlin abgeschlossene afrikanische Akte sichert bekannt- lich Angehörigen. aJLer Nationen im Kongo- und Nigpr-Gebiet t^Ten* handel; auch sollen von den ^Staaten, welche borf Besitz haben, keine anderen Hillle erhobeck.werden, als zur Bestreitung der Vcr- «altungskoster» notwendig sind. Die brave Niger- Compsßnie kehrt sich an diese Bestimmungen nicht im Geringsten, sie verweigert geradezu den Ange- : hörigen fremder Nationen, die schon seit Jahr und Tag im Niger-Gebiet wohnhaft sind, die Ausübung 'der Handelsfreiheit. Auch deutschen Kaufleuten ist von der Gesellschaft wiederholt schwerer Schaden zugefügt, und die deshalb von der Reichsregierung in London erhobenen nachdrücklichen Vorstellungen und Schadenersatzforderungen haben bisher keine Berücksichtigung gefunden, so daß das Anschlägen seines etwas derberen Tones sich als notwendig er­wiesen hat. Damit sind aber die Heldenthaten der Niger-Compagnie noch nicht zu Ende. Es ist ihr 'gar nicht darauf angekommen, friedliche und unab­hängige Stämme der Eingeborenen mit Waffen­gewalt zu zwingen, nur an sie ihre Produkte zu (verkaufen. Es ist darüber selbst zu Mord und Todschlag gekommen, ein neuer Beweis sür die Tiefe der englischen Moral, wenn es sich um Geld und britische Jntereffen handelt. Ebenbilder der Niger-Compagnie sind die Herren von der Cap- iRegierung in Capftadt, die nun zwar nicht thätlich gegen uns Vorgehen können, aber in Verdächtigung und Verhetzung der deutschen Kolonisationsbe-

Ieutsches Keich.

Berlin, 11. Sept. Der Kaiser hat am ver­gangenen Sonntag dem Professor Anton v. Werner einen längeren Besuch auf seiner Villa in Wannsee abgestattet. Der Kaiser kam gegen 5 Uhr nach­mittags mit einem Einspänner, welchen er selbst kutschierte, begleitet vom Flügeladjutanten Major v. Pfuehl, an und fuhr um 6V1 Uhr wieder nach Potsdam zurück. Er hatte mittags seine Ankunft angekündizt, um die Skizzen, welche Anton v. Werner

«Gute Nacht!" flüsterte fie leise.

Sinnend trat fie in ba8 Krankenzimmer zurück. War fie denn so ganz arm?

Sie blieb allein während der Nacht. ES war ihr gelungen, ElSbeth zn überreden, zur Ruhe pr gehen. Nun saß fie au deS «ranken Seite, deffen magere Hand fie in der ihrig« hielt.

(Fortsetzung folgt.)

ftrcbungen leisten, was ihnen irgend möglich ist. Lediglich um die Deutschen zu ärgern, verwei­gert die Kapkolonie die Abtretung der rings von deutschem Gebiet umschlossenen Walfisch - Bay an Deutschland. Hätte dies Stückchen Land sür die Engländer irgend welchen größeren Wert, so wollten wir cs ihnen nicht verdenken, wenn sie die Abtre­tung ablehnten; aber die Walfisch-Bay bringt noch nicht soviel ein, als ihre Verwaltung kostet und zum Überfluß ist im Kap-Parlament noch erklärt worden, daß nur die Abneigung gegen deutschen Koloni­sationserwerb einen Ausgleich über diesen Punkt verhindere. In Ostafrika versucht die britische Kolonisationsgesellschaft mit Unterstützung der eng­lischen Konsularbeamten, den Deutschen auf alle mögliche Weise den Boden unter den Füßen fort­zuziehen. Sehr häßliche Ansichten find da bereits zutage gekommen und werden immer noch berichtet. Tas neueste Musterstück ist der Versuch, den seit Jahr und Tag schon unter deutschem Schutz stehenden Sultan Achmed von Witu gegen uns aufzureizen, und die Übernahme der Verwaltung in den zanzi- baritischen Küstenorten durch die ostafrikanische Ge­sellschaft zu hintertreiben. Es mögen ja vie Ver- hältniffe in so entlegenen Ländergebieten nicht so klar liegen, es mag leicht Grund zu Zerwürfnissen erwachsen, aber offener Streit und ehrliche Aus­sprache sind doch etwas ganz anderes, als dies Jn- triguieren von hinten herum, an dem sich britische Konsularbeamte nur gar zu gern beteiligen. Wäre der Londoner Regierung aufrichtig daran gelegen, zum deutschen Reiche herzliche Beziehungen zu schaffen, so würde sie auch ein Mittel finden, ihre überseeischen Beamten zu einer entsprechenden Hal­tung den Deutschen gegenüber zu veranlassen. Allein in dieser Beziehung rührt sich in London niemand, und deshalb glauben die Vertreter Albions ein Recht darauf zu haben, den deutschen Kolonisations- Interessen unfreundlich entgegenzutreten.Gentleman- lite" ist dies Benehmen in der That nicht.

(Nachdruck verboten.)

Prinzessin Goldhnar.

Roman von I. Steinmann.

(Fortsetzung.)

Am WeihuachtSabeud war er aber wieder recht (Anfällig geworden und das Aufkommen irgend eines stoben Gedankens hinderte das Anfstehen des Kranken, der schon seit einer Stunde mit geschlossenen Augen dalag.

«Zündet die Weihnachtslichter an, mir ist eS so dunkel vor beu Augen," bot er leise, als Leo von Rabenau eben tu das Gemach getreten war, um dem jungen Mädchen ihr Weihnachtsgeschenk zu überbringen.

Aennchen that, wie ihr befohlen war, während Leo sich an dem Lager des alten Mannes niederge- stiffen hatte.

«Licht, Prinzeßchen! Mache doch Licht," murmelte der Kranke.

. Aennchen blickte bestürzt auf den Onkel, fie hatte A die Lichter angezündet.

,3a so, die Lichter brennen! Aber was ist es mit Men? Sie lenchten so glührot. Das ist nicht der Übe, versöhnende Schimmer des Weihnachtsabends." i Sann wurde es dem Kranken wieder Heller vor den Augen. Er sah den Tannenbanm und die bunt» totbigen Wachslichter ganz deutlich; er sah auh sein Prinzeßchen Goldhaar und wie sie bekümmert darein- chante, er sah auch die alte Elsbeth und neben sich Leo n Rabenan.

Jetzt stand derselbe auf und näherte sich Aennchen.

«Fräulein Anna, wollen Sie mir die Freude »scheu und dieses Geschenk von mir anuehweu?" »Sie er, ihr ein Eint überreichend. «ES ist lange «cht wertvoll und schön genug für Sie und ich würde ton etwas Besseres gewählt haben, wenn ich nicht befürchtet hätte, Ihre Unzufriedinhett zu erregen." . Aennchen üffuete das Etui; fie fühlte sich peinlich ?«nhrt und wünschte, Leo von Rabenan habe nie toan gedacht, ihr ein Weihnachtsgeschenk zu machen.

prachtvolles Medaillon von farbigen Steinen

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Der Kranke atmete tief und schwer. Aennchen ank auf die finke vor dem Lager nieder, al» müsse sie um Mitleid nud Erbarmen flehen, aber niemand ahnte, was in ihrer Seele tiorgtng.

»Herr von Rabenau!" tönte da plötzlich die Stimme des Försters laut und vernehmlich durch das Gemach »id der junge Mann folgte sofort dem Rufe, während lenncheu, das Geficht gegen die Kissen gepreßt, wie wn den heftigsten Fieberschauern dmchschüttelt erschien, lrr blieb neben dem jungen Mädchen stehen und der Kranke griff nach feiner Hand.

»Herr von Rabenan, Sie haben eines Tage» von mir die Zusage erbeten, um meine Nichte werben zu dürfen. Ich habe fie Ihnen gern gewährt, obgleich jnter ganz anderen Verhältnissen, weil ich Sie hoch- chätzen gelernt habe. Hat Ihre Neigung zu Aennchen einen Wechsel erfahren?"

»Sie ist nur noch fester, inniger geworden."

«Nun wohl, so gebe ich fie in Ihre Hände", sagte >er Förster und seine Stimme hatte noch immer einen .eften Klang. Dabei nahm er Aennchens zitternde -Sand und legte fie in die Leo von Rabenaus. «Gönnen sie ihr Zett, sich zu faffeu und zu beruhigen. Sie t sich ihrer Gefühle noch nicht klar bewnßt. Ob re für den Augenblick das für Sie empfindet, was nan im Alltagsleben Liebe nennt weiß ich nicht, aber 4 weiß, daß Sie Beide ein stärkeres Band ver. AÜpfeu wird, als ein flüchtiger Rauch von vermeint»

I lichem Glück."

»Leo von Rabenan hat mein Wort, Du wirst ihm auch 1>as Deine geben. Er hat mit größter Siebe und Ausdauer um Dich geworben, würdest Du den Mut haben, ihn jetzt von Dir zu weisen?"

«Aber 0, mein Gott, Onkel," flüsterte fie in Todesangst. «Ich liebe ihn nicht, wie ich ihn lieben müßte!"

' «Liebst Du einen anderen?

Sie hätte aufschreien mögen in endloser Qual, aber te preßte die blutloseuLippen fest auf einander und sagte: