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Erscheint täglich «ß« m w«rtag«»!ch Sonwrmd O)) ««ieiflen nmrmt entgegen die «xpedition d- Blatte«,

Äetettogen. Quartal-Lbonuemeuls-PeeiS bet derSrpe- sowie d. Annoncen-Bureanr von HaasenfteiNund Bögler

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»efteaselb)7Jjnfertton«flebftbC färbte gespaltene Zette DrkNstag, 4. SeVtkMber 1888. Messe in FraMat«u « ,Berlin,»tlnchenn.««L; ch.L AAUL x>ayrgaNg.

10 Psg-, Reklamen für die Zeile Sb Pfg.r ? Daube u. ko. in Fraickfutt a. et, Berlin, Hannover. Paris.

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Deine Hände empfehle ich meinen Geist! Amen

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iwd hoffe auf ihn, er wird es wohl machen! Herr, dein Wille geschehe im Himmel wie auf Erden! Wenn diese Schrift in die Hände der Meinigen fällt,

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gehöre Ich zu den Abgeschiedenen! Möchte cs Mir vergönnt sein, in Meinen letzten Lebensstunden Steinen Geist den Händen Meines Gottes zu em­pfehlen. Möchte es Mir vergönnt sein, von Meinen teuren Mich Ueberlebendcn Abschied nehmen zu können! Sollte ein jäher Tod Mich ereilen, so möge Mein ganzes Leben eine Vorbereitung für das Jenseits gewesen sein! Möge Gott Mir ein barmherziger Richter fein! Ein viel bewegtes Leben liegt hinter Mir! Nach Gottes unerforschlicher Fügung haben Leid und Freude in stetem Wechsel Mich begleitet. Die schweren Verhängnisie, die Ich in meiner Kind­heit über das Vaterland einbrechen sah, der so frühe Verlust der unvergeßlichen, teuren, geliebten Mutter «füllte von früh an Mein Herz mit Ernst. Die Teilnahme an der Erhebung des Vaterlandes war

welches heute schließt, hat sich Gottes Gnade in einer Art über Preußen ergossen, die für so' Biel Erduldetes reichlich entschädigt. In Demut erkenne ich diese göttliche Gnade, die mich ausersehen hat, in meinem vorgerückten Alter eine Wendung der Verhältnisse herbeizuführen, die zum Heil des engem und weitem Vaterlandes bestimmt zu fein scheint. Tas Werkzeug, so Großes zu erreichen, die Armee, steht unübertroffen in diesem Augenblick vor der Welt. Der Geist, der sie beseelt, ist der Ausdruck der Gesittung, die eine sorgliche Hand meiner erha­benen Vorfahren der Nation anerzogen hat. Die Armee finde in allen ihren Teilen in dieser ernst« Scheidestunde des Jahres meinen Herzensdank für die Hingebung und Aufopferung, mit der sie meinem Ruse folgte und vor meinen Augen siegte, ein Erlebnis, für das ich Gott meinen demütigen Dank ftammle! Aber ganz Preußen finde hier meinen königlichen Dank für die Gesinnung, die es in diesem denkwürdigen Jahre an den Tag legte!- Wo "solche Vaterlandsliebe sich zeigt, da ist der gesunde Sinn vorhanden, der Nationen groß macht, und darum segnet sie Gott sichtlich! Meinen heißeste« Dank finden alle hier, die mir halfen, durch schwere Zeiten zu dem Lichtpunkte dieses Jahres zu gelangen! Möge Gottes Segen immer auf Preußen ruhen und Preußen sich dieses Segens würdig zeigen! Mögen Meine und seine Nachkommen solches Volk und solche Armee um sich sehen und durch besonnenes, zeitgemäßes Fortschreiten das Wohl und Gedeihen beider sorglich fördern und Preußen die Stellung sichern, die ihm von der Vorsehung sichtlich ange- mtefen ist! Das walte Gott in seiner Gnade! Mitternacht 66/67. Wilhelm.

3) 31. Dezember 1871. 18701871. Gott war mit uns! Ihm fei Lob, Preis, Ehre, Dank! Als Ich am Schluß des Jahres 1866 mit dank­erfülltem Herzen Gottes Gnade dankend preisen durfte für so unerwartet glorreiche Ereignisse, die sich zum Heile Preußens gestalteten und den Anfang zu einer Neueinigung Deutschlands nach sich zogen, da mußte Ich glauben, daß das von Gott Mir auf­getragene Tagewerk vollbracht sei und Ich dasselbe nun in Ruhe und Frieden fortbildend dereinst Meinem Sohne glückbringend hinterlassen würde, voraussehend, daß ihm es beschicken fein werde, die südliche Hälfte Deutschlands mit der nördlichen zu einem Ganzen zu einen. Aber nach Gottes uuerforschlichem Rat­schluß sollte Ich berufen werden, selbst noch diese Einigung herbeizuführen, wie sie sich nach dem von Frankreich auf das frivolste herbeigeführten, ebenso

-gs Vermächtnis Kaiser Wilhelms I.

Berlin, 1. September.

ImReichsanzeiger" wird folgendes ver­öffentlicht :

Die letztwilligen Aufzeichnungen Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm I, Meines in Gott ruhenden Herrn Großvaters, enthalten ein herr­liches Zeugnis erhabener Seelengröße und edlen, frommen Sinnes, dessen Kenntnis Ich Meinem Volke wicht vorenthalten will. Ich habe deshalb an dem heutigen, für Mein Haus bedeutungsvollen Tage be­schlossen, den beikommenden Auszug aus diesen Auf­zeichnungen bekannt zu geben, als ein Denkmal zur Ehre des Entschlafenen, als ein Vorbild für Mein Haus und für Mein Volk. Sie haben hiernach das weitere zu veranlassen.

Potsdam, den 31. August 1888.

Wilhelm R.

Au den Minister des Königlichen Hauses. 7 Auszug aus den letztwilligen Auf-

i Zeichnungen Sr. Maj. des in Gott ruhenden Kaisers und Königs Wilhelm.

1) Coblenz, den 10. April 1857. Im Gruben ist die Hoffnung! Befiehl dem Herrn deine Wege

(Nachdruck verboten.)

Vrittzessi« Soldhaar.

Roma» von I. Steinman».

(Fortsetzung.)

der erste Lichtpunkt für Mein Leben. Nie kann Ich es Meinem heißgeliebten König und Vater jenugfam danken, daß er Mich teilnehmen ließ an der Ehre und dem Ruhm des Heeres! Seiner Führung, Liebe, seiner Gnade danke ich ja alles, das er mir bis zu seinem Tode vertrauensvoll er- ivies! Die treueste Pflichterfüllung war meine Auf­

gabe in liebender Dankbarkeit, sie war mein Glück! Dem Könige, meinem Bruder, der mir zugleich ver­trauensvoller Freund ist, kann ich nie hinreichend für diese Stellung zu ihm dankbar sein! Wir haben schöne, aber auch schwere Zeiten zusammen durchlebt, die uns aber nur immer enger verbunden haben, vor allem die jüngsten Jahre, wo Verrat und Irrungen das teure Vaterland dem Abgrund nahe brachten. Seiner Gnade und seinem Vertrauen danke ich es, daß ich in Deutschland auf seinen Befehl Ordnung und Zucht Herstellen konnte, nach­dem er im eigenen Lande dies Beispiel gegeben hatte. Alle, die mit mir durch Freundschaft usid Wohlwollen in Verbindung traten und ihre Zahl ist nach Gottes Weisheit nicht gering gewesen finden hier meinen heißen Dank und zugleich den letzten Dank für ihre Liebe, mit der sie mir begeg­neten. Biele sind mir in das Jenseits vorangegangen wie wird unser Wiedersehen fein? Allmächtiger! Du kennst meine Dankbarkeit für alles, was mir hienieden teures und schmerzliches begegnete!. In

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Schloßheu eingetreten. Er wollte der Baronül einen Brief von Herrn von Rabenau überbringen.

Von dem Spiel Aeunchens überwälttgt, blieb er aber am Eingänge stehen und machte der Baronin, die sich bei seinem Eintritt erheben wollte, eine ab­wehrende Bewegnng, welche diese sogleich verstand. Er wollte zuhören, ohne von den Spielenden gesehen zu werden. In demselben Moment aber Aennchen hatte doch wohl etwas gehört, wenn anch nur das Rauschen der seidenen Vorhänge wandte das junge Mädchen den Kopf zur Seite und ihre Augen begegneten denen des Grafe».

Herr von der Zeche sah sie erbleichen, für einen Moment wich auch die letzte Spur »ou Farbe aus den rosigen Wangen nnd ihre Finger zitterten; in einem Mißklang brach das Spiel ab. Doch schnell war die Bewegung überwunden. Kräftig und ruhig griff Aennchen abermals in die Tasten und ruhig und sicher beendete sie ihr Spiel. Als der letzte Ton bei Hangen war, erhob sie sich von ihrem Sitze, dem Schloßherrn eine zierliche Verbeugung machend. Doch die Musik hatte ihn mächtig erschüttert, vielleicht nicht minder der Moment, als er sie erbleichen sah. Vie konnte sein Anblick sie erschrecken, wenn er ihr o gleichgüllig war, wie er es sich gedacht? Der ersten Regung folgend, schritt er ans sie zu.

Verzeihung, Fräulein Leinhard«, sagte er mit leicht vibrierender Stimme, indem er die kleine, zitternde Hand ergriff.Ich war ein ungebetener Gast, aber auf Ihre Güte vertrauend, konnte ich mir den Genuß nicht versagen, Sie spielen zu hören.«

Aennchen war in höchster Verwirrung, aber die Gegenwart Anderer gab ihr ihre Besonnenheit zurück.

.Sie find sehr gütig, Herr Graf«, sagte sie tu ihrer bescheidenen und doch ruhigen Art. .Daß eS einer Verzeihung meinerseits nicht bedarf, ist tzwhl elbsiverstiudlich.« ,l"-

Ihre Worte verletzten ihn, ihre Sprache nicht »dcka. tzr mußte sich getäuscht habe» Da war

glorreichem als blutigen siebennwpatliche» Kriege nunmehr darstellt! Wenn je in der Geschichte sich Gottes-Finger sichtlich gezeigt hak;> fv ist dies in den Jahren 186fi, 1870 und 1871 geschehen- Der deutsch-französische Krieg, bkr-wie ein Blitz aus heiterm Himmel herabfiel, einte ganz Deutschland in wenig Tagen und seine Heere schritten von Sieg zu Sieg und erkämpften mit schmerzlichen Opfern Ereignisse, die nur durch Gottes Willen möglich waren. Dieser Wille fteSte Mir Männer zur Seite, um so Großes vollbringen zu sollen. Dieser Wille stählte die Gesinnung der Kämpfenden in Hingebung und Ausdauer unb nie gekannter Tapfer­keit, sodaß an Preußens Föhnen und an die sicher Verbündeten sich unvergänglicher Ruhm und neue Ehre knüpfte. Dieser Wille begeisterte das Volk zu getarnter Opferwilligkeit, Mr Linderung der GL Pie dtz Krieg'nnvkvnÄlich schlägt! Mit demütig dankerfülltem Herzen preise Ich Gottes Gnade, die unS würdig befunden hat, so Großes nach seinem Willen vollbringen zu sollen! Möge diese Gnade ferner uns'zur Seite stehen beim Aiss­und Ausbau des neu geeinten Deutschlands, zu dem erst der Grund gelegt ist, und Frieden uns be-

Wilhelm.

2) Berti», bat 31. Dezember 1866. Seitdem ich am 10. April 1857 meinen Abschiedsgruß meinen zu Hinterlassenden nicderschrieb, hat das Schicksal mächtig in mein Leben eingegriffen. Die Vorsehung bestimmte in einer ungeahnten Weise über die letzten Lebensjahre meines teuren Bruders und berief mich noch bei seinem Leben zu seinem Nachfolger. Als Gott den vielgeprüften König und Bruder von seinem schweren Leiden gnädig erlöste, mußte ich den Thron der Väter besteigen. Gegen meine Neigung schritt ich zur Krönung, in tiefster Demut, um Preußen mit seinen neuen Institutionen die irdische Macht zu vergegenwärtigen, die zu dessen Heil fest bestehen müsse. Diese meine gewissenhafte Überzeugung hat mich geleitet unb gestählt in den schweren Kämpfen, die ich mit jenen neuen Institutionen jahrelang zu bestehen hatte. Diese Kämpfe haben mich tief er­schüttert, weil ich standhalten mußte gegen ein wirres Andrängen, gegen jene irdische Macht, die ich nicht aus den Händen geben durfte, wenn Preußens Ge­schichte nicht aufgegeben werden sollte. Ich vergebe allen, die wissentlich und unwissentlich sich meinen auf Gewisiensüberzeugung begründeten Absichten zum Wohle des Vaterlandes entgegensetzten, um die Macht der Krone zu schmälern und die Herzen der Preußen derselben zu entfremden. Vergessen mögen meine Nachkommen es aber nicht, daß Zeiten möglich waren, wie die von 186166! In dem Jahre,

des Föisteis, um mit Aennchen zu spielen, und stunden­lang war der Schloßherr gezwungen, den Klängen zu lauschen, die der Wind von dem Nebengebäude zu ihm herübertrug. Er glaubte sie vor sich zn sehen, wie ihre schlanken Finger über die Tasten glitten und dann entschlüpfte Seufzer um Seufzer feinen Lippen. Sie hätte ihm eine düstere Vergangenheit vergessen machen können.

BiSwellen kam Aennchen auch ins Schloß. Sie that es nicht gern, konnte aber doch Melanie die Bitte nicht abschlagen.

Nur ein einziger Mal seit seiner Rückkehr war er an ihr vorüber gegangen, als eben ihre Finger gegen die Thür klopften, die zu den Zimmern der Baronin ährte. Er machte ihr eine förmliche Verbeugung und hatte sie dabei sehr ernst angesehen. Ihr «ar eS gewesen, als hätte ein leiser Vorwurf in feinem Blick gelegen; dieser Blick traf sie bis in dar Innerste ihres Herzens.

Der Baronin unb ihrer Tochter war nichts von »er Entfremdung verborgen geblieben, die zwischen dem Schloßherru und der Nichte des Försters Platz gegriffen, und sie triumphirten. Mit einiger Unruhe bemerkte die Baronefle, daß Aennchen Herrn von der Zeche zu verschiedenen Malen gefolgt war, wenn der. elbe einen Ritt unternommen, aber sie sah anch, daß , eder Versuch deS jungen Mädchens, sich dem Grafen zu nähern, ein vergeblicher blieb. 1

Mit Ungeduld erwartete sie die Rückkehr Leo von Rabenaus, wodurch jede Unruhe ein Ende nehmen i mußte. Er hatte feine Pläne der Baronesse nicht 1 verborgen und sie wußte, daß feine Abwesenheit nur ' »azu dienen solte, jedes Hindernis, das sich ihm viel­leicht entgegen stellen könnte, zu befestige». Eie i zählte die Tage und Stunden bis zu feiner Rückkehr und war sehr erfreut, als endlich die Nachricht kam, daß er in den nächsten Tagen wieder auf Freiburg eintreffen werde. <

schieden sein,die Güter in Demut zu genießen", die in blutigep, heißen Kämpfen errungen wurden! Herr, dein Wille geschehe im Himmel also auch auf Erden!' * Wilhelm.

4) Berlin, den 31. Dezember 1878, '/,!! Uhr abends. Es gehet ein Jahr zu Ende, welches für Mich ein verhängnisvolles fein sollte! Ereignisse von erschütternder Art trafen Mich am 11. Mai und am 2. Juni! Die körperlichen Leiden traten zurück gegen den Schmerz, daß preußische Landes­kinder eine That vollbrachten, die am Schluß Meiner Lebenstage doppelt schwer zu überwinden war und Mein Herz und Gemüt für den Rest Meiner Tage finster erscheinen lassen ! Doch muß Ich Mich ergeben in den Willen Gottes, der dies alles zuließ, aber zugleich feine Gnade und Barmherzigkeit walten ließ, da er Mir nicht nur das Leben erhielt, son­dern Mich in einer Weise gefunden ließ, die Mich zu Meinen Berufsgefchüften wieder fähig machte. So preise Ich Gott für diese seine Führung, in der Ich zugleich eine Mahnung erkenne, Mich zu prüfen, ehe Ich vor dem Richterstuhl des Allmächtigen er­scheinen soll! Daher erkenne Ich in den so sichtbar gewordenen Ereignissen eine gnadenvolle Führung Gottes, die zum Guten führen soll, wie alles, was von ihm in Leid und Freude uns trifft. Darum preise Ich die Vorsehung für die schmerzensvollen

nichts, was ihm ein wärmeres Interesse verraten konnte, als was sie jedem Fremden zürnenden würde.

Er trat zu der Baronin, um ihr den Brief ein. zuhändigen, die ihn mit sichtlichem Vergnügen in Empfang nahm. Aennchen wünschte, daß er sich noch einige Augenblicke mit ihr unterhalten hätte, sie würde vielleicht Gelegenheit gesunden haben, ihm zv sage», daß sie ihm eine Mitteilung zu machen habe nnd eS ihr lieb fein würde, ihn im Hanse des Onkels zn sehen. Aber er wandte sich ihr nur im Allgemeinen wieder zu und sie mußte sich bescheiden.

AIS er sich verabschiedet hatte, bereute Aennchen eS, ihm nicht in Gegenwart der Damen gesagt zu haben, daß sie einen Auftrag on ihn auszurichteu labe und ihn bitte, in die Wohnung des Onkels z« kommen. Nachgerade fing eS an, ihr unerträglich zu werden, noch länger Hüterin eines GeheimuiffeS zn sein, dessen sie sich je eher desto lieber entledigen mußte. Oft hatte sie eS sich vergegenwärtigt, wie er au dem Sterbelager feiner kranken Frau gestanden, euer Frau, bereit Bilb er einst fo geliebt, wie eS pöter in ihm stets nur Schmerz erweckt hatte, unb wie bie Gräfin ihm enthüllt habe» mußte, was mst »em von Aennchen eutbeckteu, geheimen Briefe in 8er. finbung stand. Gewiß «ar sie in Frieden von ihm und aus dem Leben geschieden, aber ob sie ihm auch alles offenbarte? Ob er nach dem Brief vielleicht cho« gar gesucht und ihn vermißt hatte?

Je mehr, je häufiger Aennchen sich diese Fragen stellte, desto peinlicher wurde eS für sie, das Geheim­nis länger |« bewahren. Aber dennoch bot sich ihr keine Gelegenheit, dem Grafen Mittellnng davon zu machen. Eine unbestimmte Scheu, ober «ar eS «stolz? hielt sie außerdem davon ab, den erste» Schritt zu einet Wiederannäherung zu thu». Fürchtete te einen Vorwurf ans feine« Munde?

3la4bem sie die Baronin verlassen hatte, stand le einen Augenblick auf dem Korridor still und sah »ach dem Eingang zu de» Gemächer» des Grafen hinstbek. Wenn sie zn ihm ging! Er »ar ein plötz.

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7 Damals hatte eine stille Trauer um den Tod «r Eltern sie beherrscht, aber der Tod war bet Beiden ein Erlöser von schwerem Leid aufgetreten und » den Schmerz mischte sich ein besänftigendes Gefühl, « Gewißheit, daß ein längeres Leben den geliebten 9Rttttn nur neue Schmerzen und neues Leid bereitet Wen würde. Die stille Trauer hatte nun anderen «fühlen Platz gemacht, von denen sie sich wohl hätte lechenfchaft geben können, aber nicht wollte. Sie ttfte keinen Betrachtungen »achhängen, die ihr die - Überzeugung gegeben haben würden, daß sie mit j Stten Gefühlen als denen des Mitleids eines F Armes gedachte, dessen Lebensweg fern von dem wigen bleiben mußte.

Und doch war es so. Auch der festeste Wille ge. *«gte nicht, sie in ihrem Entschluß, gleichgültig an ud »an Grafen vorüberzugehen, beharren zu lassen. Jedes en Art über ihn erregte sie und war eine Quelle neuer - j Magen und Gedanken für sie. Seitdem er von der ?ife zurückgekehrt war, erschien er noch ernster. Der ^uere Zug in feinem Antlitz machte sich freilich nicht ?chr so bemerkbar, aber das Gesicht hatte einen feit« M veränderten Ausdruck angenommen. Aennchen Wie einen heftigen Schmerz, wenn sie ihn ans der

ciucu 9teigen tsujiucig, wcuu tyu um» vci Erhalle treten und über den Schloßhof gehen sah. »Anfangs hatte sie mit Gewißheit erwartet, den Wen eines Tages die Wohnung deS Onkels betreten sehen. Sr war ja früher btSwellen gekommen, i Diesem und Jenem ru fragen. Aber als acht "8e und darüber fett seiner Rückkehr vergangen *teu, da mußte sie auch diese Hoffnung ausgeben doch fühlte sie sich ernstlich'beunruhigt bei dem ZT,8*'* "och länger in den Besitz der Schreibens

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Tie Baronesse erschien jetzt häufig in der Wohnung^ rouesse Melanie am «lavier saß,