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Illustriertes Sountagsblatt.
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Am Lage vor» Sedan.
^Nachdruck verboten.^ Ein bayerisches Jafauterteregimeut marschierte
888. Prinz Friedrich Wilhelm unendlich viel beigetragen. Tie beiden großen Schlachtenlenker, deren Andenken Ule.' wir vor allem jetzt pietätvoll ehren, sind von uns geschieden, der große Schlachtenlenker Feldmarschall straf Moltke fühlt die Last des Alters und hat sich lö« »übe von den Geschäften zurückgezogen. Nur einer
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg mü> Kirchhain
Expedition- Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. 2na. K,ch.
irechen sollte für das teure deutsche Vaterland.
Achtzehn Jahre sind seit dem großen Tage ver- trichen, eine lange Zeit, welche die Kinder des Zahres 1870 zu Mannern hat heranwachsen sehen. Iber unvergeßlich wird ihnen für ihr ganzes Leben ter begeisterte Jubel bleiben, welcher erscholl, als
der der Zuruf erklungen: „Wir werdeu's den Preußen
Hou zeigen, daß wir daS Raufe» verstehen!" Daun >em ?? das Regiment abmarschiert. Alle Offiziere waren rrn 1? ^reu Mannschaften, und manch aufmunterudeS ■teii si klang zu den Soldaten aus ihrem Munde hiu- "T*. «rr und wurde ebeufo beantwortet. DaS Regiment . trichterte so flott und leichtherzig, als winke zum ne- vtziussx bag Wirtshaus mit schäumenden Krüge» eler hb nicht der Tod.
nd» 3n der erste» Kouwaauie drS zweite» BataÄouS
|)»m Scdautage.
In eigener Stimmung begehen wir zum achtzehnten Male die Feier des glorreichen Tages von Sedan. Immer deutlicher wird uns zum Bewußtsein geführt, welche lange Zeit schon seit dem großen Siege verstrichen: Fast alle großen Feldherren und ■ Heerführer, welche in dem furchtbaren Kampfe die ■ deutschen Truppen geführt, sind von uns geschieden. ■ Prinz Friedrich Karl von Preußen, der Großherzog ■ Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin, die ■ Generale von Manteuffel, von Werder, von Gäben, ■ Frhr. von der Tann und wie sie alle heißen, haben ■ längst dem Tode ihren Tribut bezahlt. Das laufende M i Jahr hat uns nun auch wider Erwarten schnell die ■ beiden Männer entriffen, auf welchen die Augen ■ des deutschen Volkes vor allem ruhten, unseren _■ guten alten Kaiser Wilhelm I. und seinen Sohn, :rker> den Kaiser Friedrich. Unter König Wilhelms Ober-
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2 der Feldherren von Sedan lebt nou; in voller Kraft ® md das ist König Albert von Sachsen. Diese
mit Kameraden wegen der Treffsicherheit de« Ignaz gewettet: Zwanzig Kugeln hinter einander sollten das Schwarze treffen. Und er that'S. Seitdem war er der Hahn im Korbe. Aber das war nicht alles: Ignaz hegte eine wortlose, aber erbitterte Todfeiud- chaft gegen de» reichen Banersohn Joseph, der in derselben Kompagnie diente. Joseph hatte auch den Grund davon, als er einmal z« viel getrunken, erzählt. Ignaz war Holzfäller, er wilderte nebenbei leidenschaftlich, tote eS allgemein bekannt war. Seine ganze Einnahme sparte er aber nach Kräften, er liebte die Schwester des Joseph und wollte sie heiraten. Er war auf den Hof gekommen und hatte um die Hand deS Mädchens angehalten. ES ging ihm, wie er sich hätte denken können; der Bauer wies ihm die Thür, und Joseph, der ihm aufgelauert, warf ihn hinterrücks die Treppenstufen hinab. Eine breite rote Narbe unter dem Raupenhelm zeugte von dem Fall. —
DaS Regiment hörte längst deu Kanoueadouuer und das Knattern des Kleingewehrfeuers, aber die lustige Laune blieb unverändert dieselbe. Einige schwere Geschoffe flogen herüber, mit lautem Lachen wurden sie begrüßt. Bisher war niemand verwundet. Aber von der Front kam nm so bösere Kunde. In BazeilleS kämpften die Landsleute gegen eine schwere Uebermacht, und von den Dorfbew»h»ern waren zurückgebliebene bayerische Verwundete getötet. Da gab eS finstere Blicke, die Häude packten das Gewehr ester, und grimmige Racheschwüre wurden laut, stau drängte ungestüm nach dem Kampfplatz. Aber tatt deffen kam der Befehl „Halt!" Eine halbstündige last wurde gemacht, aber da dachten nur wenige aus kffen, alle Blicke lenkten sich vorwärts gegen das n». heilvolle Dorf oder folgten verwundeten Kameraden, >ie von Granaten gettoffen warben. Ein Adjutant prengte in rasendem Salopp über den Höhenrücken, und machte vor dem RegimeutSkommandenr Halt. Er alutterte kmz: „Befehl der Königliche» Hoheit: da» Regiment greift BazeilleS in der Flanke und hält sich unter allen Umstände». SnkkurS folgt!"
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Sonntag, 2. September 1888.
Uhr vch den stillen Grund. ES waren hohe, kräftige ;afk Halten, diese «blauen Jungen", fast alle Gcbirgs- \ -ne, und im Raufen gar wohl geübt. Der Kom- [Cf.f rrudeur hatte ihnen Allen vor dem Aufbruch eine eich lt8e- kräftige Rede gehalten, eS werde heute einen rißen Tag geben, nun sollten fie einmal zeigen, wie . k Bayern dreinzuschlagen verständen. Ein lautes L vrrroh hatte ihm geantwortet, und aus der Front
statt Tatsachen rufen das Gefühl stiller Wehmut am tiesjährigen Sedantage hervor, mehr denn sonst ge- icnten wir derer, die uns den Tag gewinnen halfen, mehr denn je regt sich in uns das Bewußtsein und
fällt Leitung wurde am 1. und 2. September der Sieg ernt Sedan vollzogen, ihn zu gewinnen hatte Kron-
3» der erste» Kompagnie des zwette« BataÄouS -ser kfaud sich ein finsterer Gesell, der wenig ans die oeit s Meren Reden seiner Kameraden achtete. Diese >01 ; Men fdas auch gewohnt zu sein, ließen eS ohne gen Zerrede geschehen, wie er ihre Worte ignorierte aus seiner Feldpfeife vor flch hinrauchte. Mau freilich hinter seinem Rücken allerlei von dem Kaz und nicht ohne Grund. Da war zunächst feto __MterhafteS Schießen. Kein Mau» tu der Kompagnie »er-- 2®od)te es ihm darin gleich zuthnn, und es taren 87 p sammt und sonders keine schlechten Schützen. 86. u Schießübungen in der Garnison verliefen für c 3»»az Huber einmal wie da» andere Mal. Der f trat an, hob sein Gewehr und schoß hinter
Aetttsches Keich.
Berlin, 31. Aug. Dem Vernehmen nach ist der König von Schweden von dem deutschen Kaiser als Admiral ä la suite der deutschen Marine gestellt. — Das bereits festgestellte Programm der Festlichkeiten, welche die Stadt Rom zu Ehren des Kaisers Wilhelm bei deffen Anwesenheit veranstalten wird, ist dem „Stritte“ zufolge: Große Festkantate, komponiert von Vesella und ausgeführt von sechs Militär- und der städtischen Kapelle; Zapfenstreich mit Fackelzug; großer Empfang auf dem Kapitol; glänzende Beleuchtung des Koloffeums, des Forum Trajanum, des Pantheon, der Piazza Viktorio Emanuele u. s. w.; Festvorstellung im Argentina- Thcater mit Verdis „Othello"; großes Künstlerfest für die italienischen und insbesondere die deutschen Künstler, lieber das, was die Regierung thun wird, ist, außer einer großen Revue, noch nichts Endgiltiges festgesetzt. Der Kaiser wird, nach einem Bericht der „Voff. Ztg.“, genau so, wie es im Jahre 1883 sein Vater gethan, ehe er den Papst besucht, den Quirinal verlassen, sich in die deutsche Botschaft begeben und von da ab in dem Wagen des Herrn v. Schlözer in Begleitung desselben nach dem Vatikan sich begeben. — Das im Reichsamt des Innern
Der Oberst zog seine» Dege», die Signale klangen über das Feld. Im nächste» Augenblick ginge» auch die Schützenlinien vor und ein heftige» Feuer entspann sich. Die Franzosen schiene» etwas zu weiche». Ein neuer Kommando, und im Laufschritt ging eS vor. wär», so schnell als möglich. Da fuhr eine Batterie auf und schmetterte ihre Geschosse in die austürmeu- den Reihen. Zu Dutzende» fielen die Brave», aber wieder schlosse» sich die Glieder, »»heimlich blitzte» die Augen. Der Regimentskommandeur hob sich hoch im Sattel, der eherne Kriegsmavn fuhr sich angesichts der entsetzlichen Verlnste über die Augen, aber da gab es kein Zögern; alle Tambourn des Regiments schlugen mit voller Gewalt de» einförmig! n »ud doch so ent- etzlich aufregenden Sturmwarsch und mtt gefälltem Bajouuet brache» die Kolonne» »ege» das Dorf vor. Ei» rase»deS Feuer schlug ihnen entgegen, aber unter donnerndem Hurrah brach die aus die Hälfte zu- ammevgeschmolzeue erste Kompagnie des zweiten Bataillons in die Batterie ein. Das Bajonnet erhielt eine gräßliche Arbeit, aber in diesem entsetzlichen blutige» Gewirr hörte alle Besinnuug auf, mr ein Gedanke herrschte, nieder mtt den Sünder»! lnd auch die Frauzofeu ließe» es au heldenmütiger Tapferkeit nicht fehlen.
Aber erst ei» Stück der schweren Arbeit war gethan. Da» Dorf selbst mußte genommen werden, und aus deu Steinhäusern pfiffen die Kugeln wie die Hagelschlosieu herab. Anch ein ftauzöfisches BataÄon rückte auf der engen Straße vor. Aber jetzt brauchte e8 keine Aufforderung zur Tapferkeit mehr, auf der Dorfstraße erblickte mau mehrere bayerische Soldaten mtt durchschnittene» Hälse». SBie eine Wasserflut rach das Regiment über die Franzose» her, jedweder Liderstand wurde im Handumdrehen überwunden, reilich unter fürchterlichen Opfer». Aber Niemand >achte an zurück, die Franzose» mntztm geschlagen, der Platz mußte geholte» werden.
Eine wilde Freude überzog da» Gesicht Jg»az Huber», all die Trommeln deu Sturmmarsch z»
vorschreiben zu wollen. Wir rühmen unsere Friedensliebe und können die Mäßigung unserer Reichsregierung preisen, denn nie hat ein Staat nach solchen riesenhaften Erfolgen eine solche Bescheidenheit und Mäßigung bewahrt dem Auslande gegenüber, als das Deutsche Kaiserreich. Und das macht es, daß wir ruhig und zuversichtlich in die Zukunft schauen können: Friedensliebe, gutes Recht und starke Waffen sind bei uns vereint, sie haben uns über 18 lange Jahre glücklich ohne Kriegsfährde hinweg- geholfen, wir sind überzeugt, sie helfen uns weiter. Wir stehen allesamt auf einem festen, sicheren Boden, wir stehen auch im Kampfe allesamt für einen Mann. Mit Kaiser Wilhelm H. beginnt für das Deutsche Reich und die deutschen Stämme eine neue Periode, ein Verjüngungsprozeß wird mehr und mehr sichtbar. Aber wenn auch die weißen Haare ftroinben, die alte Kraft bleibt, und darauf ver- trauen wir. Wehmütig gedenken wir heut derer, die nicht mehr sind, die unsere Liebe und unseren Dank in so hohem Maße sich errungen haben, aber nicht verzagt. Der alte Schlachtruf „Mit Gott für Kaiser und Reich!" wird beute noch ebenso kräftig erschallen, Ivie früher, und uns, wenn es sein muß, auch unter Kaiser Wilhelm II. zum Siege führen.
: bearbeitete „Handbuch für die Handelsmarine auf : das Jahr 1888“ ist soeben zur Ausgabe gelangt. I Zum ersten male ist die Zahl der eingetragenen
Handelsschiffe unter die Zahl von 4000 herabge- : gangen; das Register verzeichnet nämlich nur noch : 3979 Schiffe, darunter 727 Dampfschiffe. Fort-
: schreitend hat sich die Zahl der Segelschiffe ver-
: mindert, und zwar seit dem 1. J-muar 1885 um
■ ungefähr 600, während die Dampfschiffe sich in
■ derselben Zeit um ungefähr 200 vermehrt haben.
Der Raumgehalt der Segelschiffe hat sich von . 880 345 Registertons auf 769 818, die Mannschaft ! derselben von 26 014 auf 21226 verringert, der 1 Raumgehalt der Dampfschiffe von 413 943 auf ■ 470 364 Tons und deren Mannschaften von 13897 1 auf 15 856 erhöht. An Schiffen von 2000 Register- ■ tons Nettoraumgehalt und darüber waren im ganzen
38 vorhanden, darunter 8 Segelschiffe. — An der Spitze bet Darnpsergesellschasten steht wie immer der Norddeutsche Lloyd in Bremen, der mit 60 Dampfern verzeichnet ist. An feinen Dampfern kann man am deutlichsten erkennen, wie in den letzten Jahren das Bestreben immer größer geworden ist, möglichst schnell fahrende Dampfer zu bauen. Bis zum Jahre 1870 etwa hatten die größten Dampfer Maschinen bis höchstens 3000 Pserd<.kräste, dann ging man in den 7 Oer Jahren darüber hinaus und gelangte aus 3500 Pferdekräfte, im Jahre 1881 wurde dann die „Elbe" mit 6118, bann 1882 die „Werra" mit 6000 und die „Fulda" mit 6314 Pferdekräften erbaut, ihnen folgte 1884 die „Ems" mit 7000 und 1886 die „Aller", die „Saale" und die „Trave" mit je 8100 Pferdekräften; alle diese Schnelldampfer mit ihren gewaltigen Maschinen haben auch nur einen Nettoraumgehalt von 2800 bis 2900 Registertons und erreichen daher eine bis dahin unbekannte Geschwindigkeit. Tie nächst- große Dampfergesellschaft ist die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktiengesellschaft, welche 25 Dampfer in ihrem Besitze hat. Tie Tampferlinie, welche vor einigen Jahren von Stettin nach den Verein. Staaten ging, ist eingegangen, die Schiffe derselben sind im Register nicht mehr vorhanden, also wahrscheinlich an das Ausland verkauft. Die Schnelldampfer gehen ausschließlich nach Nordamerika, die Linien nach Ostasien und Australien werden nur von Dampfern mit Maschinen bis höchstens 4000 Pferdekräften befahren. — Die Nachwahl für den entmündigten Abgeordneten des VI. Berliner Reichstagswahlkreises, welche gestern stattfand, ergab folgendes Resultat: Der Kandidat der Kartellparteien schlage» begannen. Er kümmerte sich wenig »m de» Feind und dir Todesgefahr, er blickte nach Sepp, der heute znm ersten Male im Feuer war, hinüber; wen» der erbleichte und zitterte, das sollte für ihn die süßeste Rache sein. Er drängte sich neben seinen Gegner hin, um ihn genau beobachte» zu können; Beide tauschte» nur einen Blick und dann stürmten fie vorwärts. Sepp zeigte sich tapfer, wie alle feine Kameraden, und als eta Franzose im Rachekampf nach Ignaz Brust stieß, schoß er ihn nieder. Der Gerettete schien seinem Lebensretter etwas sagen zu wollen, aber eS war keine Zeit, der Sturm ging rastlos vorwärts. Beim Angriff auf die Batterie sah Ignaz, wie ein französischer Offizier nach Joseph mit seinem Revolver zielle. Er sprang schnell Hinz» und triefe jenem das Bajonnet in die Brust. Aber im Fallen entlud sich der Revolver und die Kugel ttaf den Schädel des tapferen Soldaten, dem eben ein Schlag den Helm vom Kopfe gerissen. Joseph beugte sich nieder, Ignaz konnte nur noch flüstern: .Quitt sind wir!' Dann mar'S an». Die alte Feindschaft hatte Ruhe.
Geschlagen war die Schlacht, gewonnen der große Sieg. Aber unter welchen Opfern? DaS Regiment hatte kolossale Verluste, aber eS hatte gehalten, was e» halten sollte. Müde von der blutige» Tagesarbeit, aber doch mtt lautem Jauchze» hörte» die Tapfere» die Kunde vou der bevorstehende» Kapi- tulation. Da forengte auch Kronprinz Friedrich Wllhelm heran, das Regiment zu begrüßen, das iHv mit lautem Hurrah empfing. Und der Feldherr wnßte feine Tapferen zu ehren: er salutierte, bi» der letzte Mann vorübermarschiert war.-----
— Auf einer in Boim gefeierten Hochzeit wurde die »envermählteFran von mehrereu,Freuudeu ihr eSMarme» geküßt. In ihrem Eheherrn wurde die Eifersucht rege mch er fing mit seinen Gästen Händel an. Diese aber prügelte» h» jämmerlich durch, und die schreckliche Folge war, daß er statt in» Brautgemach ins Krankenhaus kam.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, f»»de d. Lmwueen-Vuremer von Haafenstein und Vogler
™L J-chrgMg.
Daube ».Co. in Frankfurt Berlin, Hannover. Paris.
um4 ter Wille, den Vorbildern aus dem großen Jahre igg gleich werden zu wollen und gleich werden zu müssen, wenn die Stunde der Gefahr abermals an-
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Deuschlands. Wie wären wohl die Jahre von 1870—1888 verlaufen ohne den Tag von Sedan? Hätten uns die verflossenen 18 Jahre nur einen einzigen neuen Krieg gebracht, wir hätten zufrieden sein können. Aber aus dem blutigen Tage von Sedan erwuchs die kräftig gedeihende süße Frucht des Friedens, und wenn sie auch manchmal von Hagelschlag und Ungewitter bedroht erschien, das verjüngte deutsche Kaiserreich hielt stets über sie den schirmenden Schild, bereit, alle Anfechtungen abzuwehren. Es ist der größte Ruhm Kaiser Wilhelms des Siegreichen und seiner Paladine, daß sie die gewaltige Macht, welche Deutschland durch die Erfolge von 1870/71 erzielte, nicht benützten, um weitere kriegerische Lorbeeren zu erringen, sondern um die Friedenspalme zu pflegen. Der letzte große Krieg hat dem deutschen Vaterlande enorme blutige Opfer gekostet; in dem Anblick der Tausende von Toten und Verletzten haben Kaiser Wilhelm und sein Sohn den stillen Schwur gethan, das Blut des deutschen Volkes zu schonen, soweit dies nur möglich, alle Kriegshetzereien und Kriegsaufforderungen unbeachtet zu lassen, soweit nicht Ehre und Würde des Reiches ins Spiel kommt. Und sie haben dieses stille Gelöbnis bis zum letzten Athemzuge gehalten. Unser Kaiser Wilhelm II. hat dies Gelöbnis als ein heiliges Vermächtnis ausgenommen, auch er wird ein Schirmer und Schützer des Friedens und der Friedensarbeit sein, wie seine Vorgänger es waren, znm Glück des deutschen Reiches, zum Ruhme für sich selbst und sein einstiges Angedenken.
Die Starken und Großen, welche Deutschland so hoch gestellt haben, sind fast Alle von uns geschieden, aber ihr Werk besteht, unvermindert ist die deutsche Einigkeit unter Volk und Fürsten. Die glänzende Reichstagseröffnung durch Kaiser Wilhelm II. hat gezeigt, daß Deutschland nicht mehr auf die Augen einzelner Personen angewiesen ist, daß die eigene frische Kraft seine Selbsterhaltung garantiert. Und so wird es immer bleiben, so lange wir mit warmem Herzen uns der großen Zeit erinnern, in welcher das Reich entstand, so lange wir unsere Nationalehre und unseren Nationalstolz hoch und heilig halten. Dafür daß der Nationalstolz nicht in Selbstüberhebung ausartet, dafür bürgt uns der deutsche-Eharakter. Wir freuen uns zum Sedantage unserer Waffenthaten, aber wir sagen nicht, daß wir allen Völkern überlegen sind, daß kein anderes einen gleichen Sieg erringen kann, und wohl hüten wir uns, den übrigen Staaten Europas Gesetze
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die Kunde von dem wunderbaren Erfolge einging. ,u i 8n der alten Freude erwärmt sich wieder und wieder nen' dos Herz, der gerechte Stelz, daß wir Deutsche «i größten und folgenschwersten Sieg in einem »nzcn Zeitalter errungen, kommt zur richtigen teltung. Der Tag von Sedan ist der wahre Ge- -letl uttstag des deutschen Kaiserreiches, der Tag der ***$ iluttaufe für die geeinigten deutschen Stämme. iqo bon ihm her datieren Macht, Ansehen und Kraft
H gWtet seine zwölf Kugel» i»S Schwarze. Der I*6 einen solche» Schützen hoch erfiente Hauptmann a ihm gnädig auf die Schulter, und Ignaz 50 **8te nach Hause gehen, toihrend die Andere» sich 39* **üht.u. Einmal hatten die Offiziere der Kompagnie 11«-