Einzelbild herunterladen
 

hlfZ fl! oft

-'«<1

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg md Kirchhain

Erprditio«; Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Duo. Koch.

M 197

st

Iuris zugestehen, daß Crispi doch ein weit klarerer

Hmte noch im Blindekuhspicl umhertappt.

ist an

ler.

$61,

L-.o von Rabenau sprach inzwischen unverhohlen

i der

ird £ in

ptub t Ers

u v weit

über)

As 6

Erp. 4837,

werde» fohlent fierten rosse.

Freundschaft ist radikal zu Ende, und die fran- "ßschen Jntriguen in Masiaua, über welche sich Crispi seinen verschiedenen diplomatischen Rundschreiben tig beschwerte, zeigen nur zu deutlich, daß man Paris nicht mehr vermag, seinen Ärger zu ver- n. Auch in diesem Zanke hat freilich die fran­

aber verbarg die Baronesse ihr Mißvergnügen nicht mehr; fie lachte kurz uud spöttisch auf.

»Sie find ja ein ganz exaltirter Verehrer dieses Mädchens', sagte sie daun.Man sollte beinahe andere Dtuge dahinter vermuten, vielleicht eine kleine Liatsou I*

Leo von Rabenau blieb vollkommen ernst.

Die Worte hatten durchaus ihren Zweck verfehlt; eS war im Gegenteil, als ob eS trotzig in feiuen Augen aufflammle.

»Eine Liaison, Baronesse? Wer einmal zu tief in Fräulein Leinhaids Augen geseheu, dem möchte jede Neigung zu einer Liaison vergehen. Um de» Besitz eines solchen Mädchens bringt man jedes Opfer.*

Die Baronefle war erdfahl geworden; nur mit äußerster Anstrengung verbarg fie ihre Wut.

»Wären Sie etwa geneigt, Ihrem "alten Nameu einen Schandfleck anzuhängen?' fragte fie mit bebender Stimme, ihrer selbst nicht mehr mächtig.

»Gnädiges Fräulein, ich bin überrascht. Welchem Namen könnte eine Verbindung mit Aennchen Lein- Hard zur Unehre gereichen?*

Seine Stimme klang furchtbar ernst. Die Baroneffe sah ihn betroffen an, aber die Leidenschaft beherrschte sie zu sehr.

»Wir sprechen ein anderer Mal darüber, lieber Herr von Rabenau*, sagte fie kühler. »Für den Moment find Sie zu exaltirb, daS Benehmen der Kleine», das Bewußtsein, durch fie einer großen Ge­fahr entronnen zn sein, hat Ihnen den Kopf verdreht. Wenn nicht, war zöger» Str? Glaube» Sie, daß die Kleine dem Herrn von Rabenau einen Korb

r ZU. Exv. i .021

rfaftuil$'e Franzosen sind furchtbar wütend auf den Fürsten " Bismarck, den sie als den wahren Urheber aller

«(UarMiH folgt)

$11870/71 und seitdem erlittenen Demütigungen an= hen; aber es giebt doch auch Momente, in welchen icse Abneigung etwas mildere Form annimmt, ber von Crispi wird niemals im anderen, als Tone unversöhnlichster Erbitterung gesprochen, it ihm ist kein Friede und keine Freundschaft »glich. Alle die Streitereien, welche im letzten re zwischen Italien und Frankreich sich abspielten, d nur der Wiederschein dieses grimmigen Haffes, will keine Freundschaft und gütlichen Ausgleich, es Pudelskern ist ganz einfach: In Paris hat an zu seinem heillosen Schreck erkannt, daß Italien Crispi einen Staatsmann besitzt, der nicht nur ergisch genug ist» für sein Land genau denselben g wie für Frankreich zu erlangen, sondern sich

Francesco Crispi, der leitende italienische Staatsmann und bewährte Freund Deutschlands, ist auf dem Wege dem Reichs­kanzler Fürsten Bismarck in Friedrichsruhe jetzt wieder seinen Besuch abzustatten. Herr Crispi hat den Vorzug, der Mann zu sein, welcher augenblicklich von allen Franzosen ohne Ausnahme am bittersten gehaßt wird, und hätte ihn der Pariser Mob zwischen seinen Fingern, lebendig würde der italienische Ministerpräsident jedenfalls nicht davon kommen.

(Nachdruck verboten.)

Prinzessin Soldhaar.

Roman von I. Steinmann.

(Fortsetzung.)

9. Kapitel.

mitwirken. Tie Ausführung der beschlossenen Anordnungen dürfte Monate beanspruchen. Seitens der landrätlichen Behörden sind jetzt die Gemeinde- bezw. Gutsbezirksvorständc mit Weisungen bezüglich der durch die Herbstmanöver etwa ent­stehenden Flurenschäden und deren Entschädigung versehen worden. Danach hat u. a. sobald es fest- steht, daß ein Gemeinde- oder ein Gutsbezirt von den Truppenübungen berührt wird, der Gemeinde- bezw. der Gutsbezirksvorstand solches rechtzeitig vor dem Anfang der Hebungen in der Gemeinde bckannt- zumachen und festzustellen, welche Grundstücke noch mit wertvolleren Früchten bestanden sind. Diese Grundstücke sowie auch die jungen Schonungen, na­mentlich junge Forstpflanzungen sind durch Stroh­wische deutlich erkennbar zu machen. Außerdem sind die Besitzer und Nutznießer der Grundstücke anzuweisen, an den Manövertagen die Koppeln und das Vieh wenigstens am Vormittage in den Stallen zu hasten. Der Gemeinde- und Gutsbezirksvorstand hat zugleich mit der unter vorstehend erwähnten Bekanntmachung die Aufforderung zu erlassen, Flur­schäden, welche bei den Truppenübungen etwa ent­stehen sollten, fo bald wie möglich und spätestens am dritten Tgge nach beendigtem Manöver bei dem Gemeinde- ober Gutsbezirksvorfland samt den Ent­schädigungsforderungen anzumelden. Bis zum 15. September sollen sämtliche Flurschäden mrgxmekbet sein. Bezüglich der Verpflichtung zu Leistungen und zur Aufbringung von Kostenbeiträgen für die Straßemegulirung seitens der angrenzenden Haus- eigentümet bestimmt ein Erlaß des Ministers des Innern folgendes: Nach §. 15 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 kann ». a. durch Ortsstatut festge­setzt werden, daß bei der Anlegung einer neuen Straße, wenn solche zur Bebrnrung bestimmt ist, von den angrenzenden.Eigentümern, sobaldfi^rm der neuen Straße Gebäude errichten, die in dein Gesetze näher bezeichneten Leistuiigen überiiomrnen oder die für dieselben aufgewondten Kosten erstattet werden. Ter Anlegung einet neuen Straße ist die Regulierung einer bereits bestehenden. Straße gleich zu achten, welche nicht entsprechend den baupolizei­lichen Bestimmungen des Ortes hergestellt ist. Als in der Anlegung begriffen ist eine Straße von dem­jenigen Zeitpunste ab anzusehen, zu welchem für die­selbe entweder in einem besondern Verfahren ober in dem allgemeinen Bebauungspläne Fluchtlinien fest­gesetzt worden sind. Unter der gleichen Voraus­setzung finden demnach auch noch nicht regulierte Straßen die Bestimmungen im §. 15 cit. Anwen-

kiicht >026: 6.

zösifche Regierung den kürzeren gezogen, alle Mächte haben Italien Recht gegeben. Ob der Erwerb von Massaua für Italien vorteilhaft oder nachteilig ist, geht unS zunächst nichts an, denn wir haben die Kosten nicht zu zahlen, und die italienische Bündnis­fähigkeit wird durch diese Affaire nicht beeinträchtigt. Italien hat eine sehr starke Armee und eine vor­treffliche Flotte, und das deutsche Reich würde mit der südlichen Macht sicher kein Schutz- und Trutz- bündnis abgeschloffen haben, wenn sie in militärischer Beziehung n cht leistungsfähig wäre, nicht ihre Rolle in dem Bündnis auszufüllen vermöchte.

Herr Crispi ist gerade so wie Fürst Bismarck ein leidenschaftsloser und besonnener Politiker, der alle Kleinigkeiten dem großen Z'ele unterordnet, sein Vaterland mächtig zu machen, ihm eine gesicherte Friedensära zu schaffen. Aber Crispi besitzt auch die Energie Fürst Bismarcks, davon hat er in dem letzten Jahre wiederholte Beweise gegeben. Die beiden Staatsmänner werden in ihren Konferenzen sicherlich zu dem Resultate kommen, daß kein direkter Anlaß vorliegt, einen Friedensbruch zu fürchten, daß das beiderseitige Bündnis trefflich sich bewährt hat. Sicher wird auch die bulgarische Angelegenheit, welche Italien lebhaft interessiert, in den Kreis der Erörterungen hineingezogen und vielleicht ist es nicht ausgeschlossen, daß das Terrain für weitere Schritte gebahnt wird. Fürst Bismarck wird ja auch noch mit dem österreichischen Minister Grafen Kalnoky eine Besprechung haben und zuletzt wird Kaiser Wilhelm II. mit dem Grafen Herbert Bismarck nach Wien und Rom reifen. Gelegenheit zum Erwägen und Überlegen ist also reichlich vor­handen und man würde auch leicht zu Resultaten im Einvernehmen mit Rußland kommen, wenn die panslavistische Garde mit ihren unheilvollen Ein­flüsterungen in Petersburg nicht wäre, die Europa schon mehr unruhige Stunden verschafft hat, als die Revancheakte in Paris. Es ist ein wahres Glück, daß die leitenden Staatsmänner der Friedensmächte leidenschaftslose Leute sind und nicht Hitzköpfe, sonst wäre schon längst alles darunter und darüber ge­gangen. Das feste Einvernehmen der Verbündeten Staaten, die enge Freundschaft ihrer Fürsten und deren Ratgeber sichert uns den Frieden, und wir wollen nur wünschen, Fürst Bismarck möge seinem Gast, dem ersten Minister des verbündeten Staates, beim Abschied dieselben Worte sagen, wie im vorigen Jahre:Wir haben uns um den Frieden wohl verdient gemacht."

dör so die Pflichte» vergeffeu kau», welche er feinem Name» schuldig ist, tarnte mich nicht gewinne». Ich glaube, wir sollte» «tzS über diese» Zwischenfall von Herze» fteneu Hnb-beM&Mttnbe Fenn »ach besteck i

vm Den nuTCDi^uu ini öajiD|jc uno es ve-

Aste erst einiger Stunde», ehe sie sich von dem ge- Erde «sten Schreck-» erholt hatten.

chkeit, Stv von Rabenau sprach mz-vriwen unoeryoyrer geeig- Ml« Bewunderung für Aennchen Leinhard aus.

uiui, .Am erschrockensten zeigten sich die Baronin und t vom- ?te Tochter. Der Gedanke an die Gefahr, welcher entronnen waren, verleidete ihnen sogar im erste» Mnageudltck den Aufenthalt im Schlöffe uud eS be-

»Ich staue dem Frieden nicht, Meier', sagtehy Unteroffizier zu dem Gefreite». »Daß für Lieft Tcrge eint Schlacht in Aussicht steht, wisse» wir/ Md wer weiß, wie-«he uns die Rothofen find. Der von Maste im letzte» Orte «achte, als «st ädstchwiH gerade solch' Gesicht, als wollte et sagen r Euch wird'» gut geh«, Ihr fahrt gerade t» des Teufel» Rachen!' ' - '-

.Der muß dann allerdings ziemlich groß fein, wenn unsere yrßlf Wage« hiuetugeheu solle»*, «st

Die geheime Handschrift.

Im Schlosse herrschte eine ungeheure Aufregung tiora Dorfe kamen die Bewohner hetb.i, denn ,et 5 *8 Gerücht von dem nächtlichen Vorgänge hatte sich A**3 Mell verbreitet.

skunst > Iber!

4485 :

1499-

____ UU|5 k^lirpi UUU^ VUl HAU UUVCiXi, stehend Stopf ist, als alle französischen Diplomaten. Er hat Zalkol!,: das Rechte erfaßt, während die französische Diplomatie Loden- Jsute noch im Blindekubspicl umbertovvt.

\ bei 1 *6n<bt8 Mädchen würde, an ihrer Stelle, sofort st m ^Hülfegeschrei anSgestoßen und dadurch den Schmied ^Mcheucht habe, der mutmaßlich zu einer anderen M seine verbrecherische Absicht wieder aufgenommen k 5_ea würde. Nun war der Gefahr etu für allemal und tat Ende gemacht.

.»Gras von der Zeche hat ihr nicht allein die Er- «llnng fetat 3 Schlosses, sondern auch fein Lebe» ? verdanken*, fuhr er begeistert fort, indem er ganz 7 Versprechen vergeffeu hatte, welche» er Aeunchen ^ Kurzem gegeben, uud »uu zu erzählen begann, C® sich oben im Walde zugetragen. »Ja, sagte er zum Schluffe, »ohne die Nichte de» Försters die Kugel dieses Verbrechers schon vorgestern Grafen bedroht haben und wer weiß, ob sie nicht ? Ziel erreicht hätte! Gewiß ist Fräulein Leinhard AflklteneS Mädchen, echt weiblich in ihrem ganze» Mtu, bescheiden, demütig und dabei von einem muttgeu Geist beseelt!'

»Mit sichtliche« Unbehagen hatte die varouiu und ** Tochter diese Lobpreisungen mit angehört. Nun

14.

t bi u

Em -ei Sc-an. '

K MW < f (Nachdruck verboten.) i

Auf einem ber schlechtesten Wege, die e8 in ganz Frankreich giebt, bewegten sich ein Dutzend hochbe­ladene Bauernwagen dahin. Vor jede» Gefährt Ware» zwei Pferde gespannt, aber auch diese brauchte» ihre ganze Kraft, die Last auf der grundlose» Sstaße fortzuschleppen. Die Wagen waren mit allerlei MoMierungsstücken und Vorräten beladen Md für ein Regiment 'bestimmt, welches mit den anderen Truppen der Kronprinzen von Preußen und Sachsen unter dem Oberbefehl König Wilhelms seinen Marsch aus Sedan genommen hatte. Die Lenker der Wagen waren sräozösische Blaukittel, die kurze Pfeife tot Munde, die verdrießlich genug ausschauteu und augenscheinlich keinen größeren Wunsch hatten, als mit ihren für den Kriegsdienst requirierten Pferden durchzubrennen. Aber wenn auch ber Wunsch wohl vorhanden war, so war doch seine Erfüllung etwas weniger selbstverständlich. Neben jcbem Fuhrmann saß ein preußischer Infanterist, das geladene Gewehr toi Arm, und das sprach eine gar zu deutliche Sprache und machte alle eindriuglichtu Vorstellungeu über­flüssig. Auf dem Sitz des ersteu WageuS saß ber Führer ber ganzen Kolonne, ein Unteroffizier mit bichtem, braunen Vollbart. Er rauchte mit großer Behaglichkeit seine Feldpfeife und plauderte mit einem G-freiten, ber hoch oben auf Kisten und Lasten saß.. Die Beiden hielten einen KriegSrat.

Deutsches Reich.

Potsdam, 20. Aug. In der Ansprache, welche der Kaiser am Sonnabend nach Besichtigung des ersten Garderegiments hielt, hob derselbe hervor, daß es ihm eine Freude sei, gerade heute am Ge­denktage der Schlacht von Saint-Privat das Regi­ment zu sehen,, an einem Tage, der für die ganze Armee bedeutend sei, einem Gedenktage an viele, welche nicht mehr sind. Ferner sprach der Kaiser die Hoffnung aus, daß das Regiment, wenn die Zeit einmal an dasselbe herantrete, nicht zurückstehe» werde vor dem, was es an jenem Tage vor acht­zehn Jahren geleistet habe.

Berlin, 20. Aug. Neber den Besuch, dm Se. Majestät dem General - Feldmarschall Grasen Moltke gemacht hat, haben wir schon berichtet. Die Köln. Ztg." teilt einiges Nähere darüber mit: Graf Moltke war nach Berlin gekommen, um dem Kaiser seinen Dank für die ihm gewordenen Aus­zeichnungen auszusprechen und die Uebernahme seiner neuen Stellung zu melden. Als der Kaiser von der Ankunft des Grasen Moltke erfuhr, wartete er die Meldung desselben nicht ab, sondern über­raschte ihn nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr in s iner Tienflwohnung und verblieb eine halbe Stunde beim Feldmarschall. Graf Moltke soll tief gerührt und ergriffen gewesen fein ob dieser neuen Aus­zeichnung durch seinen kaiserlichen Herrn, die einzig in ihrer Art dasteht, da es noch niemals'dagewesen ist, daß ein Monarch einer persönlichen Meldung in solcher Weis«; zuvorgekommen ist;», er soll dem. Kaiser die Bitte ausgesprochen haben, ihm Gelegen­heit zur Bethätigung seiner Dankbarkeit zu geben. Ter General-Feldmarschall erfreut sich eines aus­gezeichneten Wohlbefindens. Bezüglich des Rücktritts des General-Feldmarschalls Grafen Moltke von dem Posten des Chefs des Generalstabs der Armee wird demHamburger Korrespondenten" von Berlin ans nachträglich bestätigt, daß der Feldmarschall den Kaiser seit längerer Zeit um Entbindung von seiner bisherigen Thätigkeit gebeten und Se. Majestät nur mit Widerstreben und nach langem Zögern darein gewilligt hat. Es wird ferner bestätigt, daß der Kaiser noch mit umfassenden Verabschiedungen bezw. Zurdispositionsstellungm umgehe unb ein förmlicher Veijüngungsprozeß in der Armee hinsichtlich der Offizierstellen aller Grade sich in der nächsten Zeit vollziehen werde. Tie Einführung des neuen Exer­zier - Reglements der Infanterie werde bei den zu treffenden Maßnahmen voraussichtlich bestimmend

Roch eine steife, förmltoe Verbeugung unb Herr von Rabenau hatte das Gemach verlasse».

»Um deS HWmelS willen, Stob, Du fetzest to der That jede Vorsicht außer Acht', rief die Baronin endlich aus. »Du hast ihn erzürnt!*

»Pah, was liegt mir daran!' rief Melanie, noch immer gereizt. »Da ist nichts mehr zu verliere». Du stehst, die hat ihn behext und nun vollends Ernst seine Lebensretterin! Hahaha! Die hat Glück!'

»Um so weniger hättest Du Dich Herrn von Rabenau gegenüber fo benehme» sollen*, tadeste die Mutter. »Wenn Dir Ernst verloren ist, so bedarfst Du seiner um fo wehr. Aber sobald Dich Deine Leidenschaften beherrschen, ist Dir jede Lebensweisheit abhanden gekommen. Leo von Rabenau besitzt ein anständiges Verwögen/ welches Dir alle Deine Wünsche zn be- friedigen gestattet hätte. Er ist nebenbei unabhängig, darf jeden Augenblick seinen Neigungen folgen und wenn es ihm zum Beispiel behagen sollte, diese kleine blonde Walbschöne zur gnädigen Frau zu machen, so steht ihm absolut nichts im Wege.'

Baronesse Melanie war aufgesprungen, bas hübsche Gesicht von etiler zornigen Röte entstellt. Mit funkeln- ben Augen trat sie vor bie Mutter hi», bie diese Auf. regung ihre» nervenleidenden Töchterchens mit ziem­lichem Gleichmut aufnahm.

»Wie kurzsichtig bist Du doch, Mama! Wenn Leo von Rabenau sich entschließe» sollte^ diesem Mädchen seine Hand anzubieten, so würde fie dieselbe mit großem Dank annehmen und dadurch wäre die Ge­fahr für Ernst beseitigt. Mag er doch! Ei» Mau»

» UI,b das ist die Hauptsache, gar nicht scheut, ler " dem großen Rarbarreiche die Rolle zu entreißen, Deiche es bisher im Mittelmeer gespielt. Das deutsch- * italienische Bündnis zeigt, was Frankreich im Falle

cluta« xnixx Niederlage zu erwarten hat; es wird zu >|teuer<|@nnj-|en Juliens degradiert. Das weiß man in Haris, daher die haushohe Wut gegen Italien und den vermaledeiten Staatsmann, der Frankreich mit einer Million Soldaten auf den Fersen sitzt, und es hindert, sich zu rühren. Und endlich muß man in

5 ! Illustriertes Sonntagsblatt.

t. zu i025 b.

elhen

geben wird? Dazu scheint fie mir denn doch etwas zu schlau.*

Herr vou Rabenau hatte sich der Thür genähert.

DK ganze Oberflächlichkeit seines Wesens schien er Herze» fr em i

mit einem Male abgestreift z» habe». ? Kräfte» schüre»

»Dau» wäre ich zweifellos et» sehr glücklicher

Mensch', sagte er gemessenen Tones. »Ich werde mein Hell versuchen!'

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Bonn- und . Anzeigen nimmt entgegen die «xpeditiou d. Blatte», //

Vertag?1.-7 knartal-AbormementS-^iS der der Erpe- f . sowie b. AnnoncrmBureaur mm Hänfenstem und Logler

drtron 2»/. Mb, bei den Postämtern 8 3RL 50 Psg. (ejU. in Frankfurt a.Taffet, Magdeburg u. Wien: Rudolf YYTH

.sar b« gespAene Zelle Mittwoch, 22. August 1888. Moffe to Frankfurta. M,Berlin, Münchenw «lL; ». L ÄÄUL ^llyrgllNg

10 Wg., Reklamen für bte Zeile 25 Pfg._____________'__Daube tu Co. m Frankfurt a. M., Berlin, Hannover- Paris.

Das Verhältnis zwischen Italien und Frank- r auch reich ist mindestens ebenso gespannt, wie das zwischen rankreich und Deutschland. Die frühere intime

ide (4

Nr.

t soso