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Illustriertes Sonntagsblatt.
Rau Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
----„ - Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag vou Joh. Ang. Koch.
Anzeige» nnaml entgegen die Sxpedition d. BlatteS, sowie d. Lmwaten-Buremlr vou Haasenstein und Bögler
MM. Jahrgang.
Dauben.Co. in Frankfurt a.Berlin, Hannover.Paris.
Erscheint täglich außer an Werktage, nach feomt- und ..f. . .
iaa Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe. lyLttEllltvCle
Jts. 196. ditionSt/.Mk., bei den Postämtern 2 3X1 50 Pfg. (exll. ö'
Dienstag, 21. August 1888.
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Sie hatte ihr Fenster halb geöffnet. Der Mond stand licht am tiefdunklen, mit feuchtenden Sternen bedeckten Nachthiwmel und eine kühle, mit Blumen, duft geschwängerte Luft flutete durch daS geöffnete Fenster in das Zimmer herein. ES war so still rings umher, doppelt still nach dem vergangenen, geräuschvollen Tage. Einmal hatte der große Hofhund angeschlagen, war aber wieder still geworden. Vielleicht hatte eiu Nachtvogel chu auS seiner Ruhe aufgeschreckt.
Wie «eunchen so am Fenster stand und hinaurschaute, war eS ihr plötzlich, als habe sie
einen Schatteu au der jenseitigen Mauer entlang huschen sehen. Sie schrak zusammen urü» trat m» willkürlich einen Schritt zurück, suchte ßch ab« damit « beruhigen, daß fie fich getäuscht haben mochte. War doch daS Thor verscbloffeu und wer vo» h,n
Und doch hatte sie ihn verletzt und dann wiederum gab er ihren Bitten nach, ohne weitere Frage.
Der Förster schüttelte an diesem Tage zum ersten Male mit dem Kopfe und verwünschte die Stunde, in der die Gäste des Grafen ihren Einzug in dem alten Schlosse gehalten uud Alles auf den Kopf ge. stellt hatten.
Seitdem war eS mit Prinzeß Goldhaar anders geworden. Keine Spur des kindlichen Frohsinns zeigte sich mehr in ihrem Wesen, sondern sie ging «mher, still, ohne jenes Lächeln um den Mund, welches ihr Antlitz früher stets so wunderbar verschönt hatte.
Der alte Mann zerbrach sich vergebens den Kopf, was diese Aeuderuog in Aeuncheu hervorgerufen haben mochte. Die wahre Ursache erkannte er nicht.
Aenncheu hatte den letzten Wagen wegfahreu hören und gelauscht, bis das Gerassel der Räder in der Ferne verhallt war. Dann wurde ihr leichter ums Herz, aber fie dachte nicht daran, sich zur Ruhe zu legen, deuu sie fühlte keine Spur vou Ermüdung. Sie war auch so vollauf mit ihren Gedanken beschäftigt, daß Zett und Stunde achtlos au ihr vorbeirollteu.
des Prinzen Friedrich Karl und in der herzlichen Würdigung der Eigenart der Bewohner der Provinz, in deren Milte der Kaiser sprach, der zähen Tapferkeit, die die Brandenburger auszeichnet, kommen Kopf und Herz zu ihrem vollen Rechte, während die wiederholte energische Kundgebung des Entschlusses, das durch die Hingebung und Tapferkeit des Volkes Errungene sestzuhalten bis zum Aeußerften, der Rede eine große politische Bedeutung sichert. Deutschland, die Welt weiß, daß Kaiser Wilhelm die Erhaltung des Friedens ehrlich und ernstlich will; die Macht, über die er verfügt, soll nicht dazu dienen, die Nachbarländer zu bedrohen und mit Krieg zu überziehen, aber sie wird voll und ganz eingesetzt werden für die Verteidigung unserer Unabhängigkeit und unseres Besitzstandes. Darüber wird man sich in Frankreich nicht täuschen dürfen unb auch in Dänemark nicht. Je größer aber die Klarheit in dieser Beziehung ist, um so fester wird auch der Friede sein. Tenn, dieser wäre zumeist gefährdet, toemt irgend etwas die Gegner zu zweifeln berechtigte an der Entschloffenheit der Deutschen, ihren Besitz zu schützen. Dieser aber hat Kaiser Wilhelm einen kräftigen Ausdruck gegeben und darf darin der vollen Zustimmung des ganzen Volkes sicher sein.
einen Stein von dem Errungenen wegnehmen lassen, fv würde sein Großvater den gleichen Gedanken in
viel zu bedeuten.»
- .«llerdingS, aber eS ist immerhin eine besondere
Fenster aus kau» man alles sehen. Ich will Elsbeth wecken und dann auf meinen Posten zurückkehreu.»
Sie hatte die Worte hastig hervorgeßoße» und war dann wieder davon geeilt, um die Haushälterin
Are Rede,
welche Kaiser Wilhelm nach der Enthüllung des Friedrich-Karl-Denkmals in Frankfurt a. O. bei dem seitens der Stadt ihm zu Ehren gegebenen Frühstück hielt, war die erste, die er als Kaiser in einer öffentlichen Veranlassung, die nicht durch einen Staatsakt geboten war, gehalten. Seine Rede ist daher schon durch diesen äußern Umstand von Interesse; aber sie nimmt unsere Aufmerksamkeit in Anspruch auch durch ihre Eigenart und ihren Inhalt. Der bekannte Satz: „Le style c’est 1 komme" gilt mehr noch vom Reden wie vom Schreiben; die Individualität des Mannes kommt in solchen, wenn die ^Bezeichnung gestattet ist, Gelegenheitsreden schärfer zum Ausdruck als in der schriftlichen Darstellung, die weniger abhängig ist vom Augenblicke. Kaiser Wilhelm gilt dafür, ein gewandter Redner
(Nachdruck verboten.)
Prinzessin Soldhaar.
Roman von I. Steinmann.
(Fortsetzung.)
meldete sie sodann, die Bevölkerung von Stockholm habe ben Kaiser eisig kühl empfangen und auch in Kopenhagen sei die Aufnahme des hohen Gastes eine iehr kalte gewesen. Lügen haben indes nach einem alten Sprichwort kurze Beine, und so sind auch die^ falschen Depeschen der „Agenee Havas" ihrem verdienten Schicksale nicht entgangen, denn auch in Tanger wird man mittlerweile in die Lage versetzt worden sein, die "Verlogenheit der „Havas"- Mitteilungen zu erkennen. — Dem „Reichsanzeiger" infolge nimmt die französische Zollverwaltung die von deutschen Ausgangszollämtern ausgestellten Ursprungszeugnisse bis auf weiteres ohne konsularische Beglaubigung an, wenn sie: mit dem Dienstfiegel des ausfertigenden Zollamts versehen sind und gegen die Echtheit keine Zweifel obwalten. Auf andere nicht von den Zollbehörden ausgestellte Ursprungszeugnisse hat diese Erleichterung keinen Bezug.
Leipzig, 17. August. Im Festgewande harrt die Stadt Leipzig, die morgen, am Jahrestage der Schlacht von St. Privat, spät, aber in glänzender
Vater und der Prinz Friedrich Karl errungen haben, abtreten. — Die „Kreuz-Zeitung" bespricht heute die Rede und schreib^: -Die Zuversicht, welche das deutsche Volk bei den Worten des obersten Kriegsherrn empfindet, daß eine willenskräftige Hand das Steuer des Reiches führt, eine Hand, die dafür bürgt, nur sterbend das Reichspanier preiszugeben, hat darum überall im deutschen Baterlande erhebend gewirkt, und selbst Handel und Wandel, die sich nur unter schützendem Dache sicher fühlen, haben mit freudigem Vertrauen die Aeußcrungen des Kaisers begrüßt. Daß diese auch im Auslande kein geringes Aufsehen erregt hat, ist wohl nicht verwunderlich; doch sind sie mit Recht nicht aufgefaßt worden als Reizmittel zum Kriege, sondern fie haben im Gegenteil die leichtfertigen Chauvins bedenklich und die unnützen Hände vorsichtig gemacht, welche so oft in gewissenloser und frivoler Weise mit dem Wehrgehänge geklappert haben. Ja, sie werden den Schürern des Unfriedens immer mehr zeigen, daß die Arbeit, gegen Deutschland Siege zu erringen, jedenfalls keine leichte ist, und daß Lorbeeren im Kriege mit diesem Reiche nur mit blutigen Köpfen zu holen sind. Deshalb fühlt das deutsche Volk und gerade der friedliebende Teil desselben am ersten nur wärmsten Dank für den offenherzigen ritterlichen Wcrrnungsruf, den der Träger des deutschen Szepters und Reichsschwertes nach Ost und West zugerufen hat, ihnen ratend besseres zu thun, als sich mit den derben deutschen Fäusten in einen Krieg einzulaffen, der nur als ein Kampf um das Dasein endigen kann. — Zu der Mitteilung,
u „ .Jakob, wir werden noch in dieser Nacht reifen, «de eiligst meinen kleinen Koffer, während ich meine »eidnng wechsele," sagte er. .In längstens einer stunde muß alles bereit sein, damit wir noch den «urierzng nach dem Norden benutzen können."
Genau eine Stunde später hielt der Wagen deS fchloßherrn vor dem Portale und rollte wenige Angen- titde darauf davon.
wilderer, fein Vater ihn in getragenem Form aus- i ^drückt haben. Aber die ganze Rede ist von so großer Wärme und Wahrhaftigkeit, sie bekundet so * scharfes Erfassen und mannhafte Gesinnung, daß jeder, der sie gehört hat oder liest, den Eindruck gewinnen muß, sie sei der Ausdruck eines kraftvollen, loren, zielbewußten, fest in sich selbst ruhenden Charakters. In der kurzen, treffenden Charakteristik
, treten in der knappen aber inhaltreichen Führung ü schärfer hervor, wie dies die natürliche Eigenart der Racb« bedingt. Im Vergleich mit den Reden
" r Z* Kaiser Friedrichs fehlt der oratorische Zug, der ' diesem in bemerkenswerter Weise eigen war. Kaiser Friedrich war ein Schüler Curtius' und hatte sich viel von der Kunst der Eloquenz angeeignet, die den Lehrer auszeichnet.e Die Ausdrucksweise Wilhelms II. erscheint weniger gewählt und kunstvoll, sondern ist einfach und natürlich, mitunter etwas drastisch 49'2ftt ®Enn ®a*fer Wilhelm der Hauptstelle seiner Rede ;--- |i>ie Form gab: lieber 18 Armee-Korps, 42 Millionen
JEinwohner auf der Wahlstatt liegen lassen, als nur
nachmittag 3 Uhr empfängt die Kaiserin Augusta auf Babelsberg die österreichische Botschaft. Nach- mittags 5 Uhr findet bei der Kaiserin Augusta Ebenfalls ein Diner statt.!, < .4 j. i
Berlin, 18. Aug. Äer, .StÄs'- AmD vir- öffentlicht die Ernennung des Staatsministers von Bötticher znm Vizepräsidenten des Staatsmini- fteriums. — Die genaue Feststellung des Wortlautes cher Rede des Kaisers beim Festessen in Frankfurt an der Oder erschien heute im „Reichs-Anzeiger". Derselbe unterscheidet fich »von dem bisher bekannt gewordenen nur dadurch, daß statt des Wortes Strecke, das Wort Wahlstatt gewählt ijt Die Stelle lautet nunmehr: Ich glaube, daß wir sowohl im 3. Armeekorps, wie in der gesamten Armee wissen, daß darüber nur eine Stimme sein kann, daß wir lieber unsere gesamten 18 Armeekorps mzd 42 Mill. Einwohner auf der Wahlstatt liegen lassen, als daß wir einen einzigen Stein von dem, was Mein
im Schlosse Bediensteten sollte noch wach sei»? Nichts* dcstoweniger blieb fie starr und unbeweglich stehen, ihre Augen fest auf den dunklen Winkel gerichtet, m» ste den Schatten verschwinden zu sehen geglaubt hatte.
Und plötzlich zuckte sie zusammen. Ja! Da war er wieder — nein, kein Schatten, eine ManneSgestatt!
Er schlich fich dicht an der Mauer entlang, au de« Seitengebäude vorbei, welches von dem Inspektor bewohnt wurde und stand still unter dem Portale, wohin das Moudlicht nur teilweise fiel.
Aenncheu hatte sogar die Gestatt als die des Schmiedes zu erkennen geglaubt und eine unheilvolle Ahnung erfaßte sie. Wenn er der nächtliche Ein, driugliug war, was konnte er wollen? Sicher nichts Gutes I
Sie dachte beton, den Onkel zu wecken, aber dann mußte fie ihren Posten verlassen uud er konnte tu» ' zwischen ihren Blicken entschwinden. So blieb f6.
Da unterbrach ein kretschendkS Geräusch die Stille Aenncheu wußte, was eS bedeutete. Der Mann war mit einer Feile au dem Thürschloffe beschäftigt, er wollte sich Eingang ins Schloß erzwinge^. Das d irrste ihm nun und nimmermehr gelinge»! I ' • J ’
Die schlimmsten Vorstellungen bemächttgten fich ihrer — nun durste ste nicht mehr zögern. Sie warf noch einen Blick nach dem Schloß hinüber, schlich dann vom Fenster zurück und eilte in das Schlafzimmer ihres Oheims.
.Onkel, Du mußt aufstehen!" sagte fie, nachdem Ixr alte Manu schnell munter geworden war. ,Unter dem Portale steht Jemand und feilt au dem Thür. -• chloffe. Ich glaube, es ist der Schmied. Bon meinem
daß Madame Adam auf ihre Mre die Echtheit der von ihr in der „Noupelle Revue" tmb(i$ierte« angeblichen Akrenstücke beteuert, bemerkt ote „Norddeutsche" offiziös: Ja freilich, wenn Madame Adam ihre „Ehre" dafür engagiert, so ist das eine andere Sache! Aber in Rußland wird man ihr doch keinen Glauben schenken; das wird durch die dumme Ungeschicklichkeit verhindert, die Geschichte der Stettiner Einladung hinewzubringen. In Rußland weiß man eben so gut wie bei uns, daß.eine sAche Gnlädung nicht ergangen ist, daß: akst' auch die angebliche Verstimmung über deren Ablehnung unmöglich ist und daß folglich auch der Reichskanzler niemals in dem ihm imitierten Sinne geschrieben haben kann. — In einem andren offiziösen Entrefilet sagt dasselbe Blatt: Die herzliche Aufnahme, welche Kaiser Wilhelm bei seurer Rundfahrt an den nordischen Höfen gefunden hat, war der dttrch i(jte deüischfeindliKn Pendenzen b.kannten „Agenee Havas" in Paris natürlich ein Dorn im Auge. So viel an ihr tag, durste die unangenehme Wahrheit nicht bekannt gemacht werden, um diejenigen, die thöricht genug sind, sich bei einem Abonnement auf die Depeschen dieser „Agenee" für sachlich gut bedient zu hatten, Über die gute» Beziehungen Deutschlands zu seinen nordischen Nachbarn wsssenilich zu belügen. So verbreitet^ die in Tanger bestehende Agentur der genannten „Agenee" am Tage nach dem Eintreffen Kaiser Wilhelms in Petersburg, daß der Besuch daselbst fast unmerklich geblieben sei. Am 28. v. M.
ß sein, und feine Worte bestätigen dies vollauf. Allerdings bestehen zwischen seiner Redeweise und (2428 der seines Großvaters und Vaters erhebliche Uuter- fdjtebe, Unterschiede, die, soweit sie Wilhelm L berühren, weniger individueller Art sein dürften, els vielmehr bedingt durch die Verhältniffe. Aus i ben Reden Wilhelms I. sprach die Ruhe und Milde ——. einer auf langen Erfahrungen beruhenden Welt-
: anschauung, in Wilhelm II. Ansprache ist der schnellere ' Pnlsschlag der Jugend bemerkbar; Ecken und Kanten
Das Geräusch störte die Gäste.
Mau dachte plötzlich allgemein an bat Ausbruch ®ib nachdem das Signal dazu einmal gegeben war, «eiten sich die glänzenden Räume rash.
In einer halben Stunde waren die Säle verödet tnd das Rollen der letzten Wagenräder verklungen.
Die Baronin uud ihre Tochter hatten sich in ihre- nscht. Fächer zurückgezogen uud bewunderte» hier beim Mnwernden Kerzenlicht noch einmal das prachtvolle Mchmeide, welches, Melanies weißen Nacken zu «Mücke», bestimmt war.
»Ich glaube, Melauie, daß die Entscheidung, die --- ersehne», nicht mehr allzu fern ist*, sprach die 9. v.- Monin lächelnd. .Solche Geschenke macht man J®t einer Dame, die in nur verwandtschaftliche» etiiebungen zu einem steht.*
Melanie dachte au bett Morgen, wo fie horchend 51 bcm erste» Treppenabsatz gestände», und ihre IcB geschweiften Braue» zogen fich ei» wenig "larnnttn.
Deutsches Reich.
1 Potsdam, 18. Aug. Der Kaiser besichtigte ; vormittags auf dem Bornstedter Felde das erste ' Garderegiment. Die Besichtigung verlief in glänzendster Weise. Der Kaiser kehrte an der Spitze des Regiments unter den Klängen der Volkshymne in die Stadt zurück und frühstückte im Regiments- Hause. Bei dem Dejeuner brachte Oberst Plesscn einen Toast auf den Kaiser aus. Der Kaiser erwiderte mit einem Trinkspruch auf das Regiment, worin er der beiden verstorbenen hohen Chefs gedachte unter Bezugnahme auf seine eigene Ausbildung im Regiment und die Verdienste desselben um die Pflege der altpreußischen Traditton in der Armee hervorhob. Der Kaiser verweilte bis 2 Uhr im Regimentshause. — Nachmittags 4 Uhr fand im Potsdamer Stadtschlosse zu Ehren des Geburtstages des Kaisers von Österreich ein Galadiner statt, woran der österreichische Botschafter mit seinem gesamten Personale teilnahm. — Die Kaiserin Augusta empfing gestern auf Babelsberg die Kaiserin Friedrich und die Erbgroßherzogin von Weimar, machte sodann der Kaiserin Viktoria und dem neugeborenen Prinzen im Marmorpalais Besuch und erteilte nach ihrer Rückkehr Herrn von Schlözer Audienz. Heute
.Hast Tu ihn zuletzt noch gesehen?' fragte die Baronesse spöttisch.
.Als der Tanz begann? Allerdings.*
.Als der Tanz begann, ja, aber später war er plötzlich verschwunden und hat fich nicht wieder blicken lassen.'
.Davon weiß ich nichts. Du darfst ihm das übrigens nicht so hoch anrechnen, sonder» solltest mit dem gehabten Erfolge zufrieden sei». Ma» fällt nicht auf einen einzigen Streich eine Eiche.*
.O, Mama, ohne diese FörsterSnichte würde ich mein Ziel bereits erreicht haben!*
.Du fürchtest fie?"
Die Baronin blickte erwartungsvoll empor.
Die Baronesse erzählte ihrer Mutter die Unterredung, welche am Morgen zwischen dem Grafen und fleuncheu ftattgefunben hatte. Die Baronin schien derselbe» keine Wichtigkeit beizulegeu; der Schmuck machte fie blind gegen Alles.
.Lege Dich zur Ruhe, mein Kind*, sagte fie begütigend. .Deine Nerven sind überreizt. Morgen wirst Du Alles mit andere» Augen ausehen.*
Damit begaben sich beide Dame» in ihre Schlaf, zimmer, um vou ihre» Pläueu uud Hoffnungen zu träumen.
3m Schlosse war auch das letzte Licht erloschen uud der silberne Schein deS Mondes spiegelte sich in ben hohen Fenstern. Alles schlief und nur in dem Seitengebäude wachte noch ein Menscheuherz, von banger Unruhe und Sorge, bau ttügertsche» Hoffnuugeu und fünfter Trauer erfüllt.
Das war Aenncheu. u
Die Unterredung am Morgen mit dem Grafen wurde für sie eine Quelle des bittersten Leides und
------T“ -Zünde kei» Licht cm, Eltteth, eS ist taghÄ dtoutzem^
11 daS Thor verschloss^ und »M.ßp^ deu flüsterte fie Der erschreckten Atteu »och «.
banger Zweitel. Vergebens suchte fie seine Worte zu deuten. Einmal dämmerte eine Ahnung i» ihr auf, die ihr das heiße Blut tu die Wangen trieb,
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