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(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung folgt.)

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ganz ausschließlich die Türkei. Viel that die per­manente Finanznot der türkischen Regierung, noch mehr aber die Angst der Muselmänner, die Bahn "könne von den Feinden des Osmanenreiches dazu benutzt werden, eines schönen Tages per Kurierzug nach Konstantinopel eine Armee zu schicken und der Herrschaft des Sultans den Garaus zu machen. Dieselbe Furcht bestand auch bezüglich der vor kurzem eröffneten Bahn nach Salomchi, und auch hier war geraume Zeit notwendig, die verbohrte Ansicht zu beseitigen und klarzustellcn, daß die Türkei selbst den allergrößten Nutzen von den neuen Orient­bahnen habe. Im letzten russisch - türkischen Kriege hat sich schon gezeigt, daß die nummerische Schwäche der türkischen Truppen nur durch sehr rasche Be­weglichkeit der Kolonnen ersetzt werden kann. Diese Beweglichkeit fehlte aber fast ganz, weil nur sehr spärliche Bahnstrecken zur Verfügung standen, und die Staatsstraßen miserabler noch als miserabel waren. Tie neuen Bahnstrecken, vorzüglich die jetzt .eröffnete direkte Bahnlinie nach der türkischen Haupt­stadt, haben einen sehr hohen strategischen Wert ^und ermöglichen der Türkei eine Verwendbarkeit

erst in späterer Zukunft Herausstellen wird, eine beträchtliche Zeitersparnis und Befreiung von lästigen Unbequemlichkeiten. Aber ehe es so weit gekommen ist! Die Geschichte dieses Bahnbaues ist ' zehn Jahre alt, dazu kommt dann ein halbes Jahr­zehnt, in welchem Vorbesprechungen gepflogen sind. $ie Schuld an der immensen Verzögerung trifft

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Aenncheu warf einen angstvollen Blick auf ihn, sie hätte ihm gern eine Warnung zugeruseu.

Einen Augenblick hatte eS den Anschein gehabt, als wolle er das Roß zügeln, dann aber hatte er demselben plötzlich die Sporen in die Weichen gedrückt daß es sich hochbäumte und dann im sauseudeu Galopp die Fahrstraße entlang jagte.

Aenncheu atmete tief aus; sie war erleichtert, so konnte ihn kaum eine Kugel treffen. Und nun kehrte auch die Farbe in ihre Wange» zurück.

Sie erzählte Herr» von Rabenau genau den ganzen Sachverhalt, ohne zu bemerken, daß seine Stirn sich mehr und mehr versicherte.

Als sie ihre Erzählung beendet hatte, sagte er: Aber, verzeihen Sie, Fräulein Leinhard, ich nenne

>c8 unverantwortlich, unbedacht gehandelt. Wenn ch nicht zufällig in der Nähe gewesen wäre, würde der Schmied vermutlich seine Schaudtthat vollbracht »oben und sie läge» jetzt tot im Walde. Warum habe» Sie sich nicht heimlich entfernt, oder noch besser warum sind Sie nicht davongeeilt, als Sie die Stimmen vernahmen?"

Sie sah Herr» von Rabenau überrascht, er» chreckt an.

.Warum?" wiederholte sie. .Würden die Elende» dann nicht ihre schändliche Absicht ausgeführt haben und und*

Sie schauerte zusammen bei dem Gedanken, daß Graf von der Zeche wirklich der Rache des Schmiedes zum Opfer hätte falle» köuueo. Herr ton Rabenau verstand sie und abermals flog eine Wolke über eine Stirn.

»O, das ist nicht anzunehmen. Sie haben selbst oeben den Grafe» torbeijage» sehe». Da trifft schwer­lich et- e Kugel," sagte er gleichmütig.

Sie näherten sich jetzt dem Schlosse, Aenncheu zog i;ren Arm aus dem ihres Begleiters.

.Herr vou Rabenau, ich möchte allein zurückkehreu, damit Niemand etwas von dem Borgefalleueu ahnt. Und daun habe ich noch eine Bitte.'

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. »Ja, Fräulein Leinhard, die Frage möchte ich tt erlauben au Sie zu richten," versetzte Herr von Nebenan, tief aufatmend. .Als ich Ihren Schrei dernahm, stürzte ich sogleich ins Gebüsch, sah noch tben zwei Vagabunden in eiligster Flucht verschwinden Sie, wie ich glaubte tot, am Boden liegen. Dem Himmel sei Dank, daß es so abgelaufe» ist!"

Run kam ihr die Erinnerung an die furchtbare, «Ste Stunde zurück und abermals drohte ihr das Eewußiseiu zu schwinde». Herr ton Rabenau bot w seinen Beistand an, welchen sie dankbar an»

Er hatte ihr in diesem Augenblick das Leben Boetiet und sie konnte nicht kleinlich an vergangene ästige denken.

. »Ich glaube, Fräulein Leinhard, wir werden gut Aon ihn», den Fahrweg aufzusucheu," meinte Herr Rabenau, dessen leichtlebige Natur schon wieder ^Oberhand gewann, lächelnd. «Die Strolche könnten °van denken, daß ich keine Waffen bet. mir führe zurückkehren."

tn Aenuchen lehnte totenbleich auf den Arm ihres u^iterg, in dessen Antlitz sich die Helle Freude über gelungene Rettung des jungen Mädchens aussprach.

^traten sie seitwärts anS dem Walde, gerade in 2® Augenblick, als Graf von der Zeche vou der rechten ftette ans seinem Rotz heransprengte.

Sie erste direkte Bahnlinie

nach Konstantinopel ist soeben fertiggestellt und nun­mehr eröffnet worden. Wenn der Bau der be­rühmten Gotthardtbahn Mesenschwierigkeiten ver­ursachte und die Strecke erst nach Jahr und Tag beendet werden kennte, so -sind doch die Hemm- niffe, welche in der Schweiz bestanden, gar nicht entfernt mit denen auf der Balkanhalbinsel zu ver­gleichen. Im letzteren Falle bot allerdings das Terrain keine, oder doch nur wenig Schwierigkeiten, sondern die Politik. Bisher mar die Reise nach Konstantinopel äußerst mühselig und zeitraubend. Man fuhr in der Regel über Belgrad, Bukarest und Galatz nach Barna und von dort mit einem Postdampfer nach Stambul. Eine direkte Bahn­verbindung bestand überhaupt nicht. Die neue Linie führt über Risch, die Hauptstadt von Südserbien, Sofia, Philipopel und Andrianopel direkt zum gol- | denen Horn, bedeutet, was sich freilich wesentlich

Generale bisher nur von Hörensagen kannten. Aber noch mehr, die neuen Bahnen ermöglichen auch einen schnelle« Zuzug von Hilsstruppen. So sehr außer dem Bereich der Möglichkeit liegt es ja nicht, daß Österreicher und Türken einmal zusammen gegen die Russen fechten. Nächst der Türkei hat den größten ; polnischen Vorteil von den Bahnen Österreich - Un- : garn, das deshalb auch mit aller Macht auf ihre

Fertigstellung gedrungen hat.

Die österreichische Regierung hat die beste Ge­legenheit gewonnen, bei allen Orienthändeln schnell zur Stelle zu sein und rechtzeitig eingreifen zu können. Die bekannte Klausel des Pariser Vertrages, nach welcher die Meerenge von Konstantinopel nicht von Kriegsschiffen und Militär passiert werden soll, hat sür den Kaiserstaat an der Donau ihre Bedeutung total verloren. Die neue Bahn garan- ttert eine so schnelle und sichere Beförderung öster­reichisch-ungarischer Truppen nach wichtigen Punkten des Balkan, daß die Russen mit ihrer sehr frag­würdigen Schwarzen-Meer-Flotte gar nicht daran denken können, es ihren Rivalen gleich zu machen. Wenn beispielsweise künftig die Russen einen Hand­streich gegen die bulgarische Küste oussühren sollten, so hat Österreich-Ungarn vollkommen Muße, so rechtzeitig seine Truppen zu dirigieren, daß sie den Russen wirksam cntgegentrcten können. Darin liegt die hohe militärisch-politische Bedeutung der neuen Bahn. Wirksam wird sie aber auch dem Handels­verkehr dienen, die Einfuhr fremder Waaren in die Türkei erleichtern, neue Absatzgebiete schaffen, an­dererseits aber auch den an landwirtschaftlichen Pro­dukten der verschiedensten Art reichen Balkangebieten Gelegenheit geben, ihre bisher fast wertlosen Er­zeugnisse an den Mann zu bring, n. Den Haupt­nutzen von dem erleichterten .wirtschaftlichen Verkehr wird selbstverständlich wiederum Österreich - Ungarn haben, aber auch die deutsche Industrie, die auf der Balkan Halbinsel zahlreiche und kenntnisvolle Vertreter hat, wird profitieren. Wir können deshalb die endlich erfolgte Inbetriebsetzung der neuen großen Völkerstrccke nur mit Freuden begrüßen, indem wir den aufrichtigen Wunsch aussprechen, sie möge nur den Werken des Handels und des friedlichen Verkehrs dienen, europäische Gesittung in jene welt­entlegenen Thäler tragen, deren Bewohner noch wenig von der Zeit-Kultur berührt sind. Das Dampfroß hat sich ja aller Orten, wo es unter halbcivilfierten Völkerschaften erschien, als gewaltiger Bahnbrecher aller modernen Kultur-Ideen erwiesen und zur Ausrottung der alten wilden Zu­

möchte jede NeiMMg zu.einer Liaison vergehen, m be» Besitz einer HW» Mädchens bringt man

ledkS Opfer."

war erdfahl geworden; nur mit äußerster Anstrengung verbarg sie ihre Wut.

Leo von Rabenau sprach inzwischen unverhohle« seine Bewunderung für Aenncheu Leinhard aus. Manches Mädchen würde, an ihrer Stelle, sofort ein Hülfegeschrei auSgestoßen und dadurch den Schmich verscheucht habe, der mutmaßlich zu einer andere» Zeit seine verbrecherische Absicht wieder aufgenomme» haben würde. Nun war der Gefahr ein für allemal ein Ende gemacht.

»Graf vou der Zeche hat ihr nicht allein die Er» Haltung seines Schlosses, sondern auch sein Lebe« zn verdanken," fuhr er begeistert fort, indem er ganz vas Versprechen vergessen hatte, welches er Aenncheu vor Kurzem gegeben, und nun zn erzählen begatt» was sich oben im Walde zugetragen. ,Ja sagte er dann zum Schluffe, »ohne die Nichte des Försters würde die Kugel dieses Verbrechers schon vorgestern >en Grafen bedroht haben und wer weiß, ob sie nicht ihr Ziel erreicht hätte! Gewiß ist Fräulein Leinhard ein seltenes Mädchen, ecbt weiblich in ihrem ganze« Wese», bescheiden, demütig und dabei ton einem tarfen, mutigen Geist beseelt!'

Mit sichtlichem Unbehagen hatte die Baronin und ihre Tochter diese Lobpreisungen mtt «»gehört. Nu« aber verbarg die Baroneffe ihr Mißvergnügen nicht mehr; sie lachte kurz und spöttisch auf.

»Sie sind ja ein ganz exaltiiter Verehrer dieser MädcheuS', sagte sie dann.Man sollte beinahe erobere Dinge dahinter vermuten, vielleicht eine kleine Liaison!'

Leo von Rabenau blieb vollkommen ernst.

Die Worte hatte» durchaus ihren Zweck verfehlt; es war im Gegenteil, als ab es ttotztig in feint» Snor hfHfanwMttt k F? jhv .»Eine Liaison, Monesse? Än' einmal zu

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg md Kirchhain.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lu«. Koch.

»Sie ist Ihnen im Vorau» erfüllt, mein Fräulein wenn es meine Kräfte nicht übersteigt.'

,O, gewiß nicht! Sie würden mir eine große Freude bereiten, wenn Sie dem Grafen keine Mit­teilung von dem beabsichtigten Schurkenstreich, hingegen Anzeige davon in der Stadt machten.'

In Rabenaus Antlitz leuchtete eS freudig auf.

»Ich werde glücklich fein, Ihren Wunsch zu er» ülleu. Ich teile ihre Ansicht vollkommen. Ich werde ogleich mein Pferd satteln lasse», um die Gendarmerie auzutreibeu, die beiden Strolche dingfest zu machen."

»Seh u Sie sich vor!' sagte Aenncheu. »Der Elende könnte nach dem Vorgegangenen auch gegen Sie nicht mehr eben freundliche Gesinnungen hegen. Doch man erwartet mich im Hause meines Onkels. Leben Sie wohl, Herr von Rabenau, und nehmen Sie nochmals meinen Dank!'

Sie reichte ihm ihre schmale, feine Rechte, welche er warm und innig drückte. Um keine» Preis wollte e von dem Grafen nochmals mtt Herr» von Rabenau zusamme» gesthen werden. Sie vergegenwärtigte sich chou seinen höhnischen Blick bei der nächsten Be» k egnung; bei diesem Gedanken schoß ihr heiß alles Blut »ach dem Herze» und nur gewallsam ver­mochte sie den in ihr aufsteigenden, bitteren Schmerz niederzukämpfen.

iHiiM 6 4. Kapitel. _______ I

k,-3 4 Die geheime Handschrift.

Aber nur wenige Miunün später schlug sie bereits leieber die Augen ans. Von den beide» Strolchen »ar nichts mehr zu sehen, aber zu sich herabgebt ugt sah sie ein erschrecktes Gesicht, das ihr im ersten Moment fremd erschien, welches sie dann ober als un»E ks Herrn vou Rabenau erkannte.

»Was ist geschehen?' stammelte Aenncheu in höchster Verwirrung, indem sie sich erhob.

ovrzubeugen, welchen es gemacht hätte, wenn b«r Generalstabschcs der Tod mitten in seiner ThütiMt ererlt haben würde. Jetzt bleibt Graf Moltke nW nur als Chef her Landesverteidigmrgs -KotNmissto», als welcher er der Nachfolger keines Geringewch als Kaiser Friedrichs ist, dem Dienste des Vater­landes erhalten, foudym d«s Reich und die Armee dürfen in der Stunde der Gefahr auch sonst wohl noch auf stme Stifte zählen, so lange er sich des Sonnenlichts erfreut So vollzieht sich ein not­wendiges Ereignis ohne Störungen, und die Teil­nahme der öffentlichen Meinung an dem gewichtige» Vorgänge kann sich äußern, ohne daß 'politische und patriotische Besorgnisse gleichzeitig laut zu werde» brauchen. Ebensowenig w-e der Rücktritt Moltkes hat die Ernennung des Grasen Waldersee zu seinem Nachfolger etwas an sich, was lange gehegten Er­wartungen tmderspräche.' Zwqr sind wiederholt auch andere Generäle als Kandidaten für den Post« des Generalstabschefs genannt worden, so namentlich Graf Häseler, und es ist in her That fraglich, d$ Graf Waldersee seine jetzige hohe Beförderung er­halten hätte, wenn Kaiser Friedrich am Lebe» ge­blieben wäre. Von diesem mehr persönlichen Moment abgesehen aber konnte Graf Waldersee immer atz der Mann gelten, welcher die meiste und wohl auch berechtigtste Anwartschaft hatte, den Grafe» Moltke einstmals zu ersetze». Keiner der jüngeren Heer- führer und Strategen ist in die Pläne und den ganzen Anschauungskreis des großen Feldherrn durch jahrelangen dienstlichen und persönlichen Verkehr so genau eingeweiht, wie der bisherige Generalquartier- Meister der Armee. Ter W«i dieser Kontinuität könnte nicht leicht durch andere, etwa in Betracht kommende Momente ersetzt werden und wer eine so schwierige Wahl zu treffen hatte, wie m diesem Falle der Kaiser , dem mußte selbst die genialste ursprüngliche Anlage zurückstehen hinter den Vor­tellen einer festgefügten Tradition,, welche mit nüchterner Klarheit an einen großen Vorgänger anznkuüpfe» vermag. Was vor Wochen einmal über Differvizen zwischen dem Fürsten Bismarck und de« Grafen Waldersee erzählt wurde, hat sich inzwischen als vollkommen grundlos herausgestellt. Wenn nichts inderes, so würde schon die Ernennung zum ©enerafe ^abschef beweisen, daß jene Ausstreuungen falsch waren.

Die Mißhandlungen deutscher Studenten i» Belfort haben ein Nachspiel gehabt, welches mehr noch als jene rohen Exzesse selbst geeignet ist, ein charakteristisches Licht auf die Zustände in Frank-

Änjdgen nimmt entgegen He Spedition d. Matte», sowie b. Annoneen-Bureaux vonHaasensteinund «->gr-y Donnerstag, 16. August 1888.

Daube u. So. in Frankfurt a.Berlin. Hannover. Bari«.

Erscheint täglich außer an Werktagen »ach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbomiementS-Preis Bei der Expe­dition 2'/, 8RL bei den Postämtern 2 Btt 50 Psg. (exkl. Bestellgelds. JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für He Zeile 25 Pfg.

-und j P iaxessi« Sol-Haar.

:cn- r Roman von I. Steinmann.

8®* (Fortsetzung.) ,

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ihrer Truppen im Kriegsfälle, welche die osmanischen

Im Schlosse benschte eine ungeheure Aufregung

auch vom Dorfe kamen die Bewohner herbei, den» Auge» ousflammte.

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BetbreUeL tief t» Fräulein LeitttzardS' Augen gesehen"'dem

Am erschrockensten zeigte» sich die Baronin und ------ - - - ' M ' -

>re Tochter. Der Gedanke an die Gefahr, welcher e entronnen waren, verleidete ihnen sogar im ersten Angenblick de» Aufenthalt im Schlosse und eS be­durfte erst einiger Stunden, ehe sie sich von dem ge­lobten Schrecke» erholt hatten.

stände erheblich beigetragen. Auch die Gegenden, welche jetzt neu erschlossen werden, sind, wenn auch viel genannt, so doch im Einzelnen wenig bekannt. Wir können hoffen, daß auch sie Europa gewonnen werden durch die Werke des Friedens.

Deutsches Leich.

Berlin, 14. Ang. Der Kaiser gedenkt nach­mittags nach Berlin zu kommen, mit dem König von Portugal an einem Diner bei dem Prinzen Friedrich Leopold von Preußens teilKmehmen, hier zu übernachten und auch morgen in Berlin zu ver­bleiben. DasMilitär-Wochenblatt" veröffentlicht die Ernennung des Generalseldmarschalls Moltke zum Präses der Landesverteidigungskommission unter gleichzeitiger Entbindung als Chef tag Generalstabes. Graf Waldersee wird unter Stellung ä la suite des 13. Ulanenregiments zum Ehes des Generalstabs ernannt. Der Kaiser verlieh dem König von Portugal das zwanzigste Infanterieregiment. Nach demReichsanz." Halder Kaiser au den Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten folgenden Aller­höchsten Erlaß, betreffend die Uebernahme des Protektorats über die Preußischen Gustav-Adolf- Vereine, gerichtet: Auf das beifolgende Gesuch des Vorstandes des Brandenburgischen Hauptvereins der evangelischen Gustav-Adolf-Stistung will Ich gleich Meinen Vorfahren das Protektorat über die Preußischen Gustav-Adolf-Vereine hiermit in derselben Gesinnung annehmen, wie sie in der Ordre Meines in Gott ruhenden Herrn Vaters, weiland Sr. Majestät des Kaisers und Königs Friedrich, vom 12. Mai d. I. zum Ausdruck gelangt ist. Ich beauftrage Sie, de» Vorstand des Braudenburgsschen Hauptvereins hiervon in Kenntnis zu setzen. Peterhof, de»21. Juli 1888. Wilhelm R. So überraschend der Rücktritt des Generalseldmarschalls Grafen Moltke vom großen Generalstabe auch kommt, so gehört dieses Ereignis doch zu denjenigen, auf welche man schon seit einiger Zeit vorbereitet sein konnte. Es ist kein Geheimnis, daß Graf Moltke nicht erst seit h«te und gestern den Wunsch hat, fick nach einem unendlich reichen Leben in die ehrenvollste Muße zurückzuziehen. Zwar die Last seiner 88 Jahre trägt der große Feldherr noch ungebrochen und es ist nicht io sthr die Rücksicht auf sein Alter und seine Gesundheit, welche ihn zu «einem Entschlüsse bestimmt, als vielmehr die weist Erwägung, daß es besser ist, schon i bei feinen Leb­zeiten den nun doch einmal unvermeidlichen Wechsel in der höchsten Stelle vorzunehmen, und so nament­lich nach außen hin der Gewalt' des Eindruckes