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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain
Zllustriertes Sonntagsblatt.
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Expedition^ Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag dou Jotz. Ang. Koch.
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hallend gegen ihn war; dennoch hatte er sich eine Begegnung mit ihr doch anders gedacht. Sie zeigte eine Kunst sich zu beherrschen, die er an ihr lieber vermißt hätte.
»Wenn es Ihnen nicht unangenehm ist, so werde ich mir erlauben, Sie zn begleiten."
Damit schritt er an ihrer Seite dahin.
Sie sprachen über die Familie d«S Schmieder und Aennchen fand unter diesem G.sprächsstoff bald ihre ganze Ruhe und Selbstbeherrschung wieder.
Der Tag hatte sie sehr aufgeregt, die Fieber, ihantafieen der Leidende« erschreckten sie; wen» sie auch unzusammenhängend waren, sie hatte« ge- wiffe Befürchtungen tu ihr wachgerufen. Die Gegenwart des Grafen that ihr deßhalb jetzt wohl. Sie wurde wieder freundlich und offen, als sie ihn so ruhig und leideuschaftSloS sprechen hörte.
Er fühlte sich anfangs von einer schweren Last befreit, dann aber senkte sich wieder der frühere Schwermut auf ihn herab. Sollte er sich auch in üenucheu getäuscht haben und sollte fein wärmeres Gefühl in ihrem Herzen wohnen? Sie sprach so klar und kühl, bisweilen von Mitleid für da» Un. glück bewegt, aber ihre Augen sahen ihn dab«i mit einem fremden, kalte» Ausdruck au. Fand denn nichts, was ihn beschäftigte, in ihrer Seele Raum?
Ach, nein, sie konnte nichts empfinden von alledem, was sein JnuereS mächtig bewegte, sobald ihr liebliches Antlitz vor ihm auftauchte und der Strahl aus ihren Augen seinem Blick begegnete. Er war ein Thor gewesen, indem er glaubte, ihr etwas zu sein. Er war ihr »ichtS mehr, wie jeder Fremde. Aber trotz dieser Erkenntnis vermochte er eS nicht, ihr i stld aus seinem Herzen zu verbauueu, und ob sich auch sein Stolz dagegen aufbänmte, er fühlte sich machtlos diesem Mädchen gegenüber, welches, ohne >aß sie selbst eS ahute,• ihn so ganz bezwungen und all sei« Sinnen und Denk« in ihren Zauberbauu geschlagen hatte. .
Während Beide schweigend «eh« einander her-
ichrilten, kam dem Graf'N die Erinnerung an jenen Nachmittag, da er und Herr von Rabenau Aennchen im Walde begegnet waren und die Worte seines Gastes sie tief verletzt haben mußten. Und das heftige Dellangeo, sich vor ihr zu rechtfertigen, wallte tu ihm auf.
r Anna", hob er plötzlich au, denn er
Schloß schon durch die Bäume schimmern.
,Es ist mir nicht gleichgültig, wie Sie über mich de ken. Ich möchte nicht falsch von Ihne« beurteilt werde» und ich bin, freilich durch eigene Schuld, wiederholt in die Lage gekommen, daß ich mich Ihnen “ falschen Lichte gezeigt habe. Ich weiß, daß ich kein Recht habe, mich um Jbr Thun und Lassen zu kümmern, wenn Sie selbst ein solches Recht mir nicht einraumen wollen. Geben Sie es mir, ich bitte sie darum! Lassen Sie mich Ihr Freund sein, der Ihnen ratheud und helfend zur Seite steht. Sie stnd so jung und ich bin ein ernster, durch das Schicksal gereifter Mann. Sie können mir vertrauen, bis zu der Stunde —•
Er brach plötzlich ab und sah mü flehendem AuS, druck i« ihr bleiches Gesicht, welches sich von ihm abgeweudet hatte. Sie blieb aber dennoch ruhig — ganz ruhig; im nächsten Augenblick schaute sie wieder groß zu chm aus.
»Herr Graf, mein Onkel ist mir eine Stütze ein treuer, väterlicher Freund. Ich weiß nicht, wodurch ich Ihre Theilnahme verdient habe, aber sie hat sich mir eben nicht freundlich gezeigt."
Sie hatte bei den letzten Worten den Versuch ge. macht, der gefährlichen Unterhaltung die Spitze ab- zubrechen und ihren Worten einen heiteren Klaua in geben. Aber dieser Versuch war mißlungen.
Er athmete tief auf.
.Sie verschmähen meine Freundschaft? Das thut mir leid, dann muffe« alle Beziehungen zwischen u«» abgebrochen werden. Ich ertrage es nicht, Sie als »u Spielball der Laune der varoueffe zu sehen. Wollen Sie als» «et«» R< sich von derselben fern
„ .Sie wollen noch einmal nachsehen, Herr Graf?' ?Me sie. ,ES geht nicht besser und der Doktor tet, daß die Aermste die Nacht nicht über- toltb."/
(Nachdruck verboten.)
Prinzessin Goldhaar.
Roman von I. Steinmann.
(Fortsetzung.)
Deutsches Leich.
Berlin, 11. Aug. Der Kaiser empfing gestern, wie hinfort regelmäßig Dienstags und Freitags, die
Heidelberg, 10. August. Vorgestern wurde der internationale ophthalmologische. Kongreß mit ungefähr 200 Teilnehmern, darunter auch ewigen den Sitzungen zugelassenen Damen, eröffnet. Präsident ist Donders awS' Lehden, erster Ehrw- präsident Helmholtz. Die Stabt ist zum'Empfang der Gäste, unter denen verhältnismäßig viele Franzosen sind, reich beflaggt. Auch Herzog Karl Theodor in Bayern, welcher mit Gemahlin emgetroffen ist, nimmt an den Verhandlungen teil. Der Großherzog ließ durch den Prorektor, Geheimrat Arnold, die Versammlung begrüßen und die Großherzogin that es in einem tiefempfundenen Handschreiben an Geheimrat Becker, in welchem sie zugleich ihres eigene« Leidens und der Milderung desselben durch oen genannten Augenwrzt gedacht«, Oberbürgermeister Wilkens begrüßte namens der Stabs und wünscht, daß es den Kongreßteilnehniern hier wohl.uitb bte haglich sein möge. Nach einer Pause wird sodann in die eigentliche Arbeit cingetreten. Es kam haupt-
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Stadt erhebt gegenwärtig an Schulgeld 145 695 Mk (Bürgerschulen 114700 Mk., Volksschulen 29 305 Mk., kathol. Schule 1800 Mk.) Der der Stadt nach dem angezogenen Gesetz zufließende Staatszuschuß beträgt 35 400 Mk., es würde sich also bei völliger Aufhebung des Schulgeldes ein Einnahmeausfall von 110295 Mk. für die Stadt ergeben, zu dessen Deckung die Erhöhung des Kommunalzuschlags um 21,65 Prozent erforderlich wäre. Die städtischen Behörden beschlossen demgemäß, von der bezüglichen Bestimmung jenes Gesetzes Gebrauch zu machen, und vom 1. Oktober an zwar das Schulgeld an den Volksschulen aufzuheben, an den Bürgerschulen aber in bisheriger Weise (1. Kind 30 Mk. 2. Kind 24. Mk., 3. Kind 12 Mk., 4 und weitere Kinder frei) fortzuerheben. '■*
Bremen, 11. Aug. Wie der „ Weser -Ztg.' aus Berlin mitgeteilt wird, hat der Verwaltungsrat des Nordd. Lloyd den Kaiser gebeten, an der Taufe und dem Stapellauf des beim „Bulcan- im Bau befindlichen neuen Schnelldampfers teiluehmen zu wollen. Kaiser Wilhelm soll sich nicht abgeneigt erklärt, indessen den Wunsch ausgesprochen haben, vor seiner Entscheidung einen Herrn von der Verwaltung zu sprechen. Aus diesem Grunde ist Herr Direktor Lohmann von hier nach Berlin abgereist. Tas Blatt fügt hinzu, der Kaiser habe genehmigt, daß der neue Schnelldampfer den Namen Wilhelm II führe. Wie weiter aus Berlin telegraphisch ge- meldet wird, hat der Kaiser den Direktor Lohmann gestern mittag um 1 Uhr empfangen.
Hamburg, 11. August. Bon der Hamburger Filiale der Deutschen Bank ist im Vereine mit an- leren-firmen *%ie Gründung cM Dampffchiffslinie von Hamburg nach Australien «folgt. Das Aktienkapital ist gezeichnet. Zwei Dampfschiffe sind bereits im Bau begriffen, so daß dem Beginne der Fahrten, anfangs nächsten Jahres bestimmt entgegengesehen werden kann.
Oberhof, 9. August. DieHuseilichen Prinzen, die sich, wie die „Henneb. Ztg," zu melden weiß, trotz der kühlen Witterung der vortrefflichsten Gesundheit erfreuen, machten am Dienstag nachmittag im offenen Wagen einen Ausflug durch das Ketzl- thal nach der Gehlberger Mühle zu. Wie alltäglich hatte sich trotz der unfreundl'chen Witterung eine ^roße Menschenmenge vor dem Schlosse eingefunden, die beim Passiren der kaiserlichen Wagen Hüte unff Bücher schwenkte. Die Prinzen grüßten militärisch. Am Mittwoch vormittag unternahmen die Prinzen eine Spazierfahrt in der Richtung nach D-etharz.
Bon der baldigen Abreise der Prinzen, wie sie von dem „Arnst.. Jntell.- u. Nachr.-Bl.^gcmeltzet wurde, ist m Oberhof nichts bekannt. — Ein Lieblingsplätzchen der kaiserlichen Prinzen ist, nach dem „Arnst. I. u. N. Bll", jetzt das Kammcrbacher Pürschhaus; wenn es in letzter Zeit die. Witterung nur einigermaßen erlaubte, wurde ein Ausflug dahin unternommen, um ungestört aus dem einsamen Waldort spielen zu können. Groß war die Freude der kleinen prinzlichen Herrschaften, als sie zum zweiten Male dort ankamen und eine vüllstäud^e Köhlerhütte en miniature vorfanden, welche ihnen Herr Oberförster Grau von Stutzhaus hatte bauen lanen. Kindlich heiter arbeiteten die Kleinen im Waldfrieffen und Knieten mit Vorliebe die Kirchenglocke des Köhlers, die an der Decke der Hütte befestigten Klingkohlen, welche einen schönen harmonischen Klang geben.
München, 11. Aug. Das Preisgericht für die internationale Ausstellung erkannte PreismedaLen erster Klasse zu:, den Kunstmalern Prof. Achenbach und Bochmann zu Düsseldorf, Meyerhcim zu Berlin, Fritz Kaulbach und Zingel zu München, Prof. Angeli zu Wien, Benczur zu Budapest, Böcklin zu Basel, Schönleben zu Karlsruhe, Maris im Haag, Courtens zu Brüssel, Courtois zu Paris, Graf von Rosen zu Stockholm, Morenoeärbonero, Benlliure, Viniegra in Spanien, Titorttore zu Venedig, Garimelchers in Amerika, ferner den Bildhauern Dreiniet zu Paris, Myslbeck zu Prag und dem Graphiker Köppung zu
' Meldungen der Generale, Stabsoffiziere und an- 1.43 derer Militärs, arbeitete nachmittags mit Hahncke
Der Graf schickte zur Unterstützuug noch eine _ ichtige Wärterin aus dem Dorfe und gleichzeitig M^ftine ganze Auswahl von Kindergarderobe. Anna ßte sich doch wundern, mit welcher Sorgfalt die _ mahl getroffen war.
^Nachdem sie nun noch die Kinder umgrkleidet zu Belt gebracht hatte, schickte sie sich au, nach Schlöffe zurückzukehren. Sie verabschiedete sich i dem Doktor und der Schwester, sah noch einmal der Kranken und den Kindern und verließ bann ö HauS.
In demselben Augenblick, alS sie in den Feldweg ®og, stand sie dem Grafen gegenüber. Sie blieb kommen ruhig. »
ditim^^Mll, W'wa.^ertl’ * Marburg, sowie b. Lnnoncen-Bmeaur von Haasn^eiumrd^»gl« SMt
L'-L8dfe Dienstag, 14. August 188«) ’ ™L Jahrgang
»ES war voranSzusehen, aber ich komme auch nicht . ®," entgegnete er. .Ich dachte, es würde nicht «.sein, wenn Sie den Weg in der Dämmerstunde zurücklegteu.'
-Eine dunkle Glut war ihr iuS Gesicht geschoffen fit wagte eS nicht, aufzuseheu.
j- »2ch fürchte mich nicht," sagte sie nur, indem ste ^r Stimme einen ruhigen Klang zu geben versuchte.
-Würden Sie eS vor gezogeu haben, allein zu gehen?" jÄeuudjen hatte ihre momentan verlorene Fassung g^er gewonnen; sie gedachte ihres mühsam erkämpften Schluffes, sollte derselbe nun so leicht wieder in ""^uer fallen? Sie sprach ruhig und fest.
fkbk Trafen bemächtigte sich schon wieder eine — ttogeduld, doch gelang eS ihm, sich zu be- ttrt) Er hatte Aennchen tief gekränkt und e«
5 ih» nicht befremden, wenn sie kühl und zurück-
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zu halten, nicht annehmen, ich kann es nicht ändern, aber ich muß das als einen Bern. iS ansehen, daß Sie mir das Recht, Ihnen ein treuer Freund zu fein, nicht einräumen wollen."
Eine Pause entstand. Aennchen's Herz pochte in bangen, stürmischen Schlägen, die Welt drehte sich mit ihr im Kreise und es wurde ihr schwarz vor den Augen. Wo waren ihre Entschlüffe? Warum wendete er ihr seine Theilnahme zu? Weßhalb bekümmerte er sich um ihr Thun und Lassen?
»Anna, ich warte auf Ihre Entscheidung*, begann er endlich mit bittender Stimme von Nepern. .Gehen Sie nicht wieder zu der Baroueffe, eS wird sich ein Entschuldigungsgrund finden lassen.*
«Ich habe dem gnädigen Fräulein versprochen, wiederzukommen', stammelte das junge Mädchen t» höchster Verwirrung.
»Sonst würde« Sie nicht wieder zu ihr gehen?'
Seine Stimme hatte ein« heiseren Klang.
»Nein — wenn Sie cs nicht wünschen, nicht!'
»Gott segne Sie für diese» Wort', sprach er tief aufathmend, »Sie wissen nicht, welche Wohlthat mir ® dieser Stunde geworden ist. Sie werden mich nie mehr finster und ungerecht finden.' »
Der Schloßhof war erreicht.
Herr von der Zeche führte Aennchen bis vor die Thür ihrer Wohnung; dort verabschiedete er sich von ihr.
Sie eilte verstört hinauf in die Eiusamkest ihre« Zimmers. Alle ihre Pulse flogen. Die Hände gegen ihr wildpochendes Herz gepreßt, sank sie emp die Kuiee nieder; — umsonst rang sie nach Fassung, die widerstreUeudsten Empfindungen tobten in ihr«/ Brust, bis endlich der Schmerz in ihr die Oberhand gewann und fick gewaltsam Bah» brach in einem-. Strome heißer Dhräneu. LH
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Übung zwischen hier und Spandau erhält die „Post" folgenden Bericht:
Groß-Glienicke, 11. Aug., 1 Uhr 38 Min.
Nachdem der Kaiser früh halb fünf Uhr die Potsdamer Garnison, von Kaserne zu Kaserne reitend, alarmiert hatte, rückten die Truppen als Siidkorps gegen Spandau vor, um dieses zu zernieren. Nachdem die Vorhut des Spandauer Forts, aus einem Bataillon Infanterie bestehend, von Groß- Glienicke umzingelt und zurückgeschlagen war, ging das Korps gegen Karolinenhöhe vor. Zwischen Groß- Glienicke und Karolinenhöhe auf den Gatowcr Bergen stieß das Südkorps auf eine Posillon des femdlichen Nordkorps. Mit aufgelösten Schützenlinien ging das 1. Garderegiment zu Fuß und das Lehr-Infanterie-Bataillon, letzteres unter Befehl des Majors v. Schöler, auf den Feind los, welcher seine Artillerie eingegraben und auch Schützengräben aufgeworfen hatte. Se. Majestät befand sich in der Feuerlinie des Südkorps. Allerhöchstderselbe trug kleine Generals- uniform, hohe Stiefel, den Stern vom Schwarzen Adlerorden, Schärpe und Helm. Das Nordkorps stützte sich in der linken Flanke auf ein kleines Gehölz, in der rechten Flanke auf Karolincnhöhe. Das Südkorps drang sogleich vor und nahm um 10V. Uhr nach hartem Kampfe Karolincnhöhe; der Feind zog sich auf Spandau zurück. Das Südkorps stellte auf Karolinenhöhe seine Vorposten aus und ging mit dem Rest bis Groß-Glienicke zurück. Beide Korps kochen ab, dann erneuert sich das Gefecht. Se. Majestät hielt um 11 Uhr eine lange Kritik ab und begab sich sodann in das Kaiserzelt, welches auf den Gatower Bergen aufgeschlagen war. Die deutsche und die preußische Flag^ zieren de« Eingang. Vor dem Zelte links im Birkengebüsch ist die kaiserliche Tafel aufgeschlagen. Um dieselbe ist der Gcncralstab Sr. Majestät versammelt. Der Kaiser sitzt an der rechten Langseite am rechten Flügel. Die Truppen haben die kolossalen Marschanstrengungen bewunderungswürdig ertragen, alle sind völlig intakt und frisch. Die Artillerie des Südkorps trug zur Entscheidung des Gefechts hauptsächlich bei. Das Gefecht wurde durch die Flankenbewegung des Südkorps nach links mit der Direktion auf Karoliuenhöhe entschieden. Wahrscheinlich um 3 Uhr gehls weiter. Die Truppen in den beiderseitigen Lagern geben ein malerisches Bild ab.
Halle a. S., 10. Aug. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß gestern abend die durch das Gesetz vom 14. Juni d. I. betr. die Erleichterung der Volksschullasten geforderten neuen Festsetzungen. Die
und dem Staatssekretär Berchem und empfing später den General Meerscheidt - Hüllessem. Heute vormittag wohnte der Kaiser einer größeren Felddienstübung der Potsdamer und Spandauer Garnison m rfcer Nähe von Großglinicke bei. Morgen früh wird
r Kaiser nach Berlin kommen und den dort an- mmenden König von Portugal begrüßen, der wahrscheinlich bis Montag abend hier resp. 'm otsdam bleiben wird. Ter König will erst hier weitere Entschlüsse über seine fernere Reise treffen. Bestimmt in Aussicht genommen ist von ihm bisher zur ein Ausflug von Gastein nach Ischl, woselbst
r König dem Kaiser von Österreich einen Besuch chzustatten gedenkt. —: Kaiser Wilhelm soll den Drofessor von Angeli nach. Potsdam berufen haben, von diesem fein lebensgroßes Porträt malen lassen. — Staatsminister von Bötticher reiste eute zum Reichskanzler nach Friedrichsruhe und rbleibt dort voraussichtlich bis Montag. — Als pichen besonderen Wohlwollens hat der „Post" folge der Kaiser dem General von Albedyll das serd aus dem Marstall, mit welchem jüngst der Icneral im Gefolge des Kaisers bei einem Exer- cren auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam die inderniffe nahm, mit voller Generalsausrüstung
Geschenk gemacht. — Zwei verdiente Generale preußischen Armee feiern am 15. d. Mts. ihr SOjähriges Militär-Tienst-Jubiläum, die beide am 45. August 1838 als Offiziere aus dem Kadetten- Mrps hervorgegangen sind, nämlich der General der Kavallerie v. Heu duck, kommandierender General M 15. Armeekorps, und der General der Jnfan- stie des Bar res, Präses der Ober - Militär- Examinations - Kommission. — Seit Jahren war «e Erweiterung der Hauskapelle des hiesigen gusta-Krankenhauses geplant. Die Kaiserin Augusta M von neuem einen Beweis ihrer Fürsorge für
e Anstalt durch die Spende von 15 000 Mark ihrer Prioalschatulle zur Ausführung dieses Planes gegeben. — Der Reichskanzler publiziert Beschlüsse des Bundesrats vom 12. Juli d. Js. w Ausführung des Branntweinsteuergesetzes über He alkoholometrischen Messungen bei der Abfertigung
k Branntweins.
Potsdam, 11. Aug. Ueber die heutige Truppen-