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Illustriertes Sonntagsblatb

Exveditiou Markt 21. Redaktion, Druck und Krrlaa von J»h. 8np. Soch.

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familien der anderen Ostseemächte den Traditionen des preußischen Königshauses gerecht ; zu werden und dadurch zugleich auch der Pflege freundschaft- ücher Beziehungen von Volk zu Volk deutscherseits

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und

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am Famil>englücke der erhabenen Kaiserlichen Eltern mit ganzem Herzen teilnehmenden Volke freudigst begrüßt als ein glückverheißendes Unterpfand der qgtnen nationalen Zukunft.

Kaiser Wilhelm verkörpert die höchsten Hoffnungen, die Lieblingswünsche Deutschlands. Er ist der Träger und Förderer jener im edelsten Sinne des Wortes volk-freundlichen Politik, welche Sein in Gott ruhender Kaiserlicher Großvater unter treuer Mitwirkung des

Ein Menschenfreund, und thätig für die Armen cj? Land durchstreifend finken ost im Schlamm, 61 gefühlt ein christliches Erbarme», hat gesetzt dem Laster Ziel und Damm, n'!4uf, daß Herzen für die Not erwärmen, *

Früchte fielen von der Reichen Stamm. ' . Held der Rede und der bloßen Fed«

*sat er deS Wortes immer rüstger Thäter. wffwrr

heimlfwen Angelcgenherren se n Äugenmerk widtnen darf. Deutschland aber blickt, das Herz von freu­digem Stolze geschwellt, auf einen Herrscher, der gleich) im Anfänge seiner erhabenen Laufbahn einen so klaren Blick, eine so glückliche Hand bewiesen hat, wie die Geschichte seiner Besuchsreise zu den Fürsteu- höfen der nordischen Reiche vor aller Welt erzählt.

i iw i . z nimimt , Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. August. Der Kaiser wurde gestern bei seiner Ankunft im Marmorpalais von der Kaiserin Friedrich und deren Töchter begrüßt. Er wohnte heute Vormittag den Truppenübungen auf dem Bornstedter Felde bei, nahm später im Marmor- lalais Vorträge entgegen und arbeitete mit dem Ches des Militärkabinets. Über den Abschied des Kaisers aus Friedricksruh berichtet derHamb. Korresp.":^Wahrhaft erhebend gestaltete sich der Moment, als der jugendliche Kaiser seinem treuen Berater die Hand zum Abschied reichte und dieser sich unter tiefer Verbeugung zum Handkuß neigte. Der Kaiser bestieg unter Begleitung seines Gefolges den Salonwagen, der Reichskanzler verabschiedete sich noch einmal durch Verbeugung, und der Separat zug setzte sich langsam in Bewegung. Am Fenster seines Koupccs stand Kaiser Wilhelm, in die ge­schmackvolle neue Marine-Uniform gekleidet, und nahm unter freundlichem Gruß die lauten Hul­digungen des Publikums entgegen. Fürst Bismarck, der heute in dem Helm erschienen war, aber wäh­rend des Abschiedes entblößten Hauptes dastand, blickte noch einige Augenblicke dem davoncilenden Zug nach, wandte sich dann unter rauschenden Ova­tionen der Versammelten feinem Hause zu, und damit hatte der denkwürdige Besuch des jungen Kaisers bei seinem Kanzler sein Ende." Derselbe Korrespon­dent berichtet, daß die Reise-Dispositionen des Hohen Besuchs noch in letzter Stunde geändert worden seien. Danach wäre das gemeldete, ursprünglich auf 4*/, Uhr festgesetzte Diner gänzlich fortgefallen und auch die geplante Ausfahrt unterblieben. Auf die seiner Zeit vom Kammergerichie an Kaiser Wilhelm anläßlich des Ablebens des Kaisers Friedrich gerichtete Beileidsadresse erging folgende Antwort des Kaisers:Dem Kammergerichte entbiete Ich für dm teilnahmsvollen Worte, welche dasselbe Mir an­läßlich des Todes Meines geliebten, nun in Gott ruhenden Herrn Baters gewidmet hat, Meinen königlichen Dank. Das daran geknüpfte Gelöbnis treuer Pflichterfüllung habe Ich mit Wohlgefallen entgegengenommen und erwidere dasselbe mit der

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Das Dominikanerkloster zrr Marburg.

(Fortsetzung.)

Wenn dcr Landgraf in den Krieg zog, begleitete in der Regel das Marburger Aufgebot ein Domini­kaner»Pricsterbrud«. Zu diesem Zwecke besaß dir Stadt einen eigeueu trausportabelen Altar nebst Zu­behör. Bei dem von Landgraf Heinrich III. von Oberhessen tm Januar 1465 unternommenen Kriegs­zug nach Fulda war der Dominikaner Jost. Nach Ausweis der Stadtrechnung j. I. erhielt .Herr Jost Predigerordens* 8 Schilling aus der Stadtkasse. Ebenso wurdcu vorzugsweise Dominikaner zum Ab­halte» der Fasten, oder Passtonspredigten heran- gezogeu. Es sei hier bemerkt, daß in reichen Pfarr- und Stiftskirchen während der Fastenzeit sogenannte Hungertücher, d. h. Tücher, welche mit der Leidens­geschichte des Herrn bemalt waren, unter das Kirchen­gewölbe auSgespamlt wurde». Unsere Pfarrkirche besaß kein solches Hungertuch, während das Inventar der St. Elisabethkrrche zwei und das der Kapelle im 6t Aisabethkwspital eins verzeichnet. Mtttelpfeiler der rSkdlicheu Reihe St. E

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Wo man ein Haus zum Wohl der Armen weihte, £iIr Rauke Gaben zu der Weihe bot, mau den Sieg erfocht im kühnen Streite, ?«tg er ein Lied als deutscher Patriot, N wenn ein Herrscher unterlag dem Leide, er Klage um den bitteren Tod, man geschmälert dem Verdienst die Ehren, Erstand gerechtes Lob er zu gewähre». -Wn

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tun- grdnis seines Ostseezuges blicken und im Bewußtsein thclll redlicher Er süllurig einer ebenso schönen als. bedeut- 6._j fernen Repräsentatiouspflicht »unmehr wieder den

Dir, liebes Marburg, nahm der Tod jetzt Einen, Der Gutes dir durch Wort und That verlieh», J «m den die Augen der Verlaßnen weinen, n 1 Qiu dem die Freunde hin zur Ruhstatt zieh», Am soll das Lickt in bessrer Heimat scheinen, Das ach! so matt in jüngster Zeit hier schien, "ä® folgen ihm die Werke, die er übte, (rall Da er nur wohllhat und kein Herz betrübte.

Versicherung, daß die Rechtspflege in Meinen Landen Meiner landesväterlichen Obhut alle Zeit gewiß sein darf. Tas erbetene Geschenk: das Bildnis Meines hochfcligen Herr Vaters werde Ich dem Kammer- gerichte alsbald zugehe» lassen." DerPost" zufolge ist Fürst Radolin zum Obersttruchseß ernannt worden. Graf Herbert Bismarck ist aus Friedrichs ruh heute hier eingetroffen., Zum Erzieher der kaiserlichen Prinzen ist-.der Schloßprediger Winfried Schubart in Ballenstedt ernannt worden. Derselbe ist 1847 im Pfarrhaufe Hohenstadt bei Grimma in Sachsen geboren. Von 1752 bis 1872 ist das dortige Pfarramt im ununterbrochenen Besitze seiner Familie gewesen. Seme Vorbildung hat Winfried Schubart äuf der Fürfftnschule zu Grimma und auf der Uiversität Leipzig genossen und nachher mehrere Jahre hindurch erzieherischer Thätigkeit im Auslande namentlich iuMenwne, sich gewidmet. Als erstes geistliches Amt übernahm er die Stelle eines Vereinsgeistlichen am Diakonissenha«se zu Eisenach, welches er vor nahezu 3 Jahren mit seinem jetzigen Amte vertauschte. Seine hervorragende Begabung als Prediger erwarb ihm in weite» Kreisen einen hochgeachteten Namen.Tie übe rseeische Aus­wanderung aus dem Deutschen Reich über deutsche Häfen, Antrverpen, Rotterdam und Amsterdam be­trug im Monat Juni 1888 8453 und int ersten Halbjahr 1888 56 732 Köpfe. Im gleichen Zeit­raum der Vorjahre wanderten aus: 1887 im Juni 8644 und im ersten Halbjahr 57181, 1S86: 5907 bezw 40 597, 1885: 9622 bezw. 66 941; von den letzten 10 Jahren hatte das Jahr 1881 im ersten Halbjahre die größte Auswandererziffer, näm­lich 126 139, 1878 die kleinste mit 13 661 Köpfen. Tie hiesigen Blätter nehmen jetzt, nachdem die Berichte ver dänischen Zeitungen vorliegen, Notiz von dem Versuch einer feindseligen Demonstration bei der Ankunft des Kaisers in Kopenhagen und behandeln dieselbe mit gebührender Verachtung. Sv schreibt dieVoss. Zrg." Kaiser Wilhelm steht zu hoch, um einer solchen Szene einen Platz in seinem Ge­dächtnisse zu gewähren, aber einzelne dänische Staats- männer werden sich fragen dürfen, ob nicht ihr Gebühren seit geraumer Zeit die Gehässigkeit der Feinde des deut­sche» Reiches soweit angchachelt hat, daß sie glauben konnte», durch ihre Taktlosigkeit dm Dank der Re­gierung zu gewinnen. Schon vH der Ankunft des deutschen Kaisers nahmen Blätter, welche dem däni­schen Ministerium nahe stehen > nicht eben eine freundliche Haltung ein, und Reden wie diejenigen des Kriegministers Bahnson waxen nicht geeignet,

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So ging dir, Marburg, Ranke jetzt verloren, Den hin der Tod in weiter Ferne nahm, Der doch die Ruhestatt sich hier erkoren, g > Am Berg, wohin gebettet mancher kam Der guten Pilger, die hier zu den Thore» ofr mhi Der Kirche wallen krank und lahm, nrnhl Am Sarg der Heiligen Gebete lallten. w /}» , ;uf Und unerhört hier mußten fern erkalte».

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Als Pilger wurde weit vom heimsche» Lande Der Ed eie erfaßt vom bitter» Tod, , Da ihm schon stehend an des Grabes Rande Kein Bad, fein Arzt mehr eine Heilung bot. Befreit nun von der Erde schwerem Bande Schaut nun sein Geist ein Helles Morgenrot, Und bei Elisabethen Ruhestätte Ruht nun d-r L ib in täfelet Erde Better.

jener Politik, welche ihrem Schöpfer den herrlichen rden, Äamen eines Friedensfürsten, eines Vaters des

Vaterlandes eintrug. An dieser Politik festzuhalten, Näh in dem Geist, wie sie begonnen worden, weiter- zmühren und zu krönen, hat sich Kaiser Wilhelm II.

Vorschub zu leisten. Und während der Kaiser in der Ferne wellte, entsproßte daheim dem Hohen- zvllernstamme ein neues kräftiges Reis,- von dem

:g _ Ernst Ranke schied, der achtbare Gelehrte, Zn- «er tief durchdrang ten Sinn der Heilgen Schrift, . ~£r deutlich uns des Meisters Wort erklärte,

gute Speise gab und nimmer Gift

Ad Blüten uns des reichen Geists bescherte,

-5 Die selten man in solcher Höhe trifft, j Sohn der Musen hoch von Gott begnadet, llocki Hat er gesegnet, wo leicht einer schadet.

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--- Nichskauzlers Fürsten v. Bismarck ins Leben rief, licn« - - - -......... -

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fttion Sch. 3RL, bei den Postämtern SMk. 5V Pfg. (e$Q. Bestellgeld). Jnferttonsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Mq.. Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

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(II) Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blatte»,

sowie b. Annoncen-Bureaux von Haaseastein und Logier

. ar 1 r in Krankfnrt a.Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXTII

Sonnabend, 4. Auauft 1888 Moffe in Frankfurta. M., Berlin,München u. Mlu; L.

° 1 Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, smnimver. Lari».

auf einen freundlichen Empfang des kaiserlichen Gastes vorzrchereiten. Der Zwischenfall reicht an den deutschen Kaistx nicht heran, schtte aber bat dänischen Chauvinisten, welche da- Hest in den Händen haben, zur Selbstprnfung Anlaß gehyi.

sEin- und Ausfuhr von Mtttme in den letzten ^pier Jahren. Obstbau. Tierzucht j Aus dem Berichte des Ministers für. Landwirtschaft über die löndwirtfchaftsiche Verwaltung in den Jahren 1884 bis 1887 verdient noch besondere Beachtung derjenige Abschnitt, welcher von der Ein- und Ausfuhr handelt. In dieser Beziehung gehören die tner Jahre nicht zu., den normalen, denn abgesehen von den unge­wöhnlich guten heimischen Ernten waren sie gerade von der aus Zollerhöhung kalkulierenden Spekulation wesentlich beeinflußte Der Zuschuß (Einfuhr nach Abzug der Ausfuhr),, welchen Deutschland an Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Mais von außen heran­zog, chetrng 1884 26158.783 D.-Centner, 1885 ^13§7 051 A-Ctr., 1886 13560551 D.-Ctr., 1887 19 834 069 D.-Ctr. Die Haupt-Bezugsquellen wärest, wie früher, Rußland, Oesterreich-Ungarn und Nord-Amerika. Namentlich hat das große russische, von Jahr zu ^ahr durch Verbesserung der Ver­kehrsmittel roeiter aufgeschlossene Produktionsgebiet mehr und mehr die Versorgung Teutschlands mit

unter, und auch, indem er seine Nordlandiahrt, zu- nächst »ach der Residenz der russischen Kaisersamilie, then< Mlrat, löste er nur ein Vermächtnis ein, welches 1665 ihm von seinem sterbenden Großvater mit besonderem stehi ^ch^^uck ans Herz gelegt war.

"ßjj; j Die gewinnende Macht seiner Persönlichkeit hat ^unserem jogendfrischen Monarchen, wohin er kam, die Herze» von Fürst und Volk gewinnen helfen. f Sie hat es bewirkt, daß Er mst ungetrübter Genug

thuung auf den Verlaus und das persönliche Er-

Getreidefrüchten übernommen. Nur bezüglich der Gerste überwiegt die Einfuhr aus Oesterreich, obwohl auch bei dieser Frucht die russische Konkurrenz bereits beträchtlich ist.- Trotz der guten 'Ernten hat die Kartoffel-Aussuhr ivährend der Berichtsperiode be­trächtlich nachgelassen; die Nachfrage für England war gering und neue Absatzkanäle fanden sich nicht. Der Obstbau hat erhöhte Aufmerksamkeit auf sich gezogen und sichtliche Fortschritte gemacht, obwohl die vier Jahre meht gerade günstig waren. Bei reichen Ernten waren die Früchte nicht zu verwerten und ein beträchtlicher Teil verfaulte auf den Bäumen oder wurde zu Viehfutter verwandt. Es zeigte sich, wie wichtig es ist, eine vielseitigere Vei Wertung und bessere Konservierung des Obstes anzubahnen. Das lehrt auch die Einfuhr, die sowohl an srischem, als an getrocknetem Obst beträchtlich zugenommen hat, während die Ausfuhr abnahm. Die Mehr-Einfuhr im Jahre 1887 entsprach einer Summe von 27 Mill. Mark. Nicht besser, als um den Fruchtban, stand es in der Berichtsperiode um die landwirtschaftliche Tierzucht, Die Erkenntnis von der hohen Bedeutung einer nach jeder Richtung hin rationellen Zucht drang in immer weitere Kreise. Auch die bäuerlichen Wirte befleißigten sich einer besseren Haltung und Fütterung;

Letztere hatte zum Schutzpatron den heiligen Crispin. Eine hölzerne Statue btffelben, welche einer hand­schriftlichen Aufzeichnung zufolge beim Bildersturm tm Jahre 1605 aus jener Kirche gerettet worden fein soll, war im Anfänge dieses Jahrhunderts auf der Zunftstube der Schuhmacher noch zu sehen. Bei Aushebung der Zünfte in der westfälischen Z it kam die Statue unter den Hammer und wurde von einem Marburger Schuhmachermeister erstanden, ist aber schon lange nicht mehr vorhanden. Bei der Feier der Jahresgedächtnisse Verstorbener war es in der Domiuikanerkirche wie in anderen Kiräen Gebrauch, daß vor dem Kreuz- oder einem andern Altar, wo die Ex-qnieu für Verstorbene gefeiert wurden, nm einen ausgespreiteten T-ppich vier weiße brennend« Wachskerz n staube»^ □jsrntjno!

.1 (Fortsetzung folgt.)

ist bei der Restauration am südlichen Dienste eine eiserne Rolle stecken geblieben, welche ohne Zweifel dazu gedient hat, das Hungertuch aufzuziehen und niederzulaffen. An den nördlichen und südlichen Pfeilerdievsten tm Mittelschiff waren Eisen in Form eines stumpf-u Kegels eingegossen, die ohne Zweifel ebenfalls mit jenem Tuche in Beziehung standen, jetzt aber sämtlich herausgemeißelt woroen sind.

Die Dominikaner nahmen regelmäßig Teil an dcr von der Pfarrgeistlichk-tt veranstalteten Fron- letchnawsprozefsiou durch die Stadt zur Kirche der h tilgen Elisabeth. Zu der daran sich anschließenden Mahlzeit ging an fte keine Einladung, allein der Magistrat schickte ihnen jedesmal ei» aus zwei Vierteln bestehendes Weinpräsent in ihr Kloster; ebenso ließ ders-lde dem Provinzial oder einem Doktor des Predigerordens, wenn er die Stadt be­suchte, gleich andern vornehmen Gästen auf Rechuung der Stadtkasse einen Ehrenttunk überreichen. Das letzte Weinpräsent erhielten die Dominikaner von der Stadt am Gedenktag ihres Stifters, den 4. August 1526.

Die Dominikaner versammelten sich täglich zum Gottesdienst in ihrer Kirche. Mit den FrauziSkanerR hielten sie abwechselnd SountaK Mittag 12 Uhr eine Predigt, welche von der Bürgerschaft gern be sucht wurde. Mit gestifteten Messen am Donnerstag und Sonnabend waren besondere Gesangfeierlichkciten verbunden; auch war eine Orgel ttr 15. Jahrhundert in der Kirche vorhanden, die ein Dominikauerbrnder spielte. Vor dem Hochaliar brannte tzistnugsmäßig an allen Fest- und Feiertagen rmb an den Tagen zuvor zur Dekper und Complete eine große Wachs­kerze, und vor dest.im Chore aufgestelltm Macku. bilde brannte eine Lampe. Von den Marburger Laienbruderschaften hielten zwei derselben, eine Ab- tellunss der St. Jakobs- und eine Abteilung der Rosenbruderschaft, ihre Andachten in der DEstköntt- kirche, und Die Schuhmachcrzmift feierte daselbst die tu Zuuftörüder.

Prinzessin Sol-Haar,

Roman von I. Steinman». wnt ifi iffiWI (Fortsetzung.)

Melanie entgegnete nichts. Sie wollte ihre Mutter nicht wieder reizen und war zu einem uuüchen Wort­gefecht auch durchaus nicht aufgelegt. Schweigend begab sie sich in eines der angrenzenden Gemächer, um Betrachtuugk» darüber anzust.lleu, ob sie klug gewesen, eine sichere Aussicht mit einer ungewissen, wenn auch glänzenderen zu vertauschen. Nun, die nächsten Tage mußten do8 lehren und schließlich war nicht viel verlöre», wenn die Verhältnisse eine Ab­kürzung dieseL Besuche« notwendig machte».

Angeregt «rch diesen G-danftn wechflfte sie ihre Tolletto, um allein einen Spaziergang z, machen, ober i&te Mutter riet davon ab.

,Dn wurdest dnrch einen solchen Ausflug eigent­lich zeigen, daß Du nichts weniger als leidend bist, sonder» eher eW Natur von Stadt und Eisen hast. Eine solche Fran pflegt aber Männer, mir Deinen

Kaiser Wilhelm

___j ijt_ von seiner Nordlandsfahrt, welche anzutreten ihn der persönliche Drang des Herzens bestimmte, im beste» Wohlsein zur vaterländischen Heimat, in die Mitte seines treuen Volkes, in den Schoß seiner

Illi Familie zurückgekehrt. Freudigen Mutes heißt die , Nation den hnmkehrcnden Herrscher willkommen!

IQ)« sie weiß, daß keine anderen Beweggründe, als Er- ; rvägungcn ernsten Pflichtbewußtsein, Kaiser Wilhelm ;i zu seiner Besuchsreife an die nordischen Höfe ver- 7 anlaßte», der Wunsch insbesondere, durch Knüpfung persönlicher Freundschaftsbande zu den Herricher-

7g] tzur vornehmsten Aufgabe seines Herrscherwaltens von ^^tzt. Jede einzelne seiner Regierungshandlungcn ordnet sich in diesem höchsten leitenden Gesichtspunkte