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Boulanger nun wenigstens ruhig gewesen wäre, so wäre die Sache immer noch leidlich abgegangen, aber

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versetzen wollte. Der General liebt es, den ersten Napoleon zu kopieren, hat es aber diesmal nicht

Aoittangers Niedergang.

General Boulangers Stern, der eine Zeit hindurch so außerordentlich hell leuchtete, ist im Sinken. Der General hat einen herzlich dummen Streich gemacht, als er am 12. Juli durch seinen Antrag auf Auf­lösung der Deputiertenkammer dem Ministtr-um Floquet und dem Parlamentarismus den Todesstoß

baldigst machen zu wollen. Auf dem Lande nehmen die Postboten Bestellungen entgegen. Für Kirchhain nimmt unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen an, für hiesige Stadt die unterzeichnete Expedition.

AM- Neuzugehende Abonnenten in Kirch­hain und Marburg erhalten vom Tage der

es war ihr, als ob sie selbst es sei. In demselben Augenblick erwachte sie und atmete erleichtert tief auf, als sie Elsbeth mit einem Glase Milch neben ihrem Bette stehen sah.

Die Erzählung der Alten hatte Anna mehr auf» geregt, als sie sich selbst gestehen wollte. Von dem Tage an beschäftigte sie sich mit allerlei Möglich­keiten, welche den Bruch deS Grafen mit seiner Ge­mahlin zur Folge gehabt haben konnten und mit einer heiligen Scheu betrachtete sie fortan das Mitte!- gebäude. Sie hätte für ihr Leben gern einmal einen Blick hinter die seidenen Vorhänge geworfen, welche die Glasthüren, die zu den Gemächern der unglück- ichen Frau führten, dicht verhüllten. Manches Mal tand sie »nter dem hohen Portale und im Geiste ah sie die schöne, knieende Frau vor sich, welche gut zu machen versprach, was sie gegen ihren Gatten gefehlt haben mußte.

Aber hart und erbarmungslos wußte dieser doch gewesen sein, denn es hatte, wie Elsbeth sagte, keine Aussöhnung stattgefunden, indeß er selber büßte da- ür. Wie groß war die Schuld jener Frau ge. wesen, daß eS kein Verzeihen dafür gab?

Am letzten Sonntag hat der General eine Ver­wundung erlitten, die viel tiefer geht, als der Degenstich Floquets, und von der ihn nicht so leicht ein Arzt oder eine Kur heilen wird. Tie Wähler des Departements Ardöche sollten Zeugnis ablegcn für die Popularität des Generals, dort sollte die wuchtige Zustimmung zu seiner Kammerdemonstration erfolgen, von dort aus sollte die eigentliche plebiszitäre Bewegung ihren Lauf nehmen. Die Chancen standen für ihn durchaus nicht ungünstig, da kaum die Hälfte der Wähler des Departements für republikanisch gesinnt gilt.Ich rechne auf Euch, Wähler!" proklamierte der General im Kriegsstil des ersten Napoleon. Seine Freunde arbeiteten mit Dampf­kraft, da sie selbst diese Wahl zu der entscheidenden Aktion gestempelt hatten. Dank diesen Anstrengungen vereinigte sich eine Anzahl von Stimmen auf das Haupt des Generals, aber das Facit war: er fiel durch! Im Departement Tordogne erging es ihm noch ärger; da bekannte sich als Boulangisten nur ein armseliges Häuflein. Wenn ein Starker stürzt oder strauchelt, so kann man erwarten, daß er wieder aussteht; wenn aber ein Luftballon, der ein Stück in die Höhe gegangen war, wieder finkt, dann ist das baldige Ende dieser Luftfahrt menschlichem Er­messen nach sicher.

Durch welche Künste sollte der berühmte General wieder in die Höhe kommen? Vielleicht durch seine militärische Begabung? Als Kriegsminister trieb er Politik und als General kam er mit allen Regeln der Disziplin in Konflikt. Die einzige Idee, die er hatte, die Probemobilisierung, erwies sich mehr als ein lärmendes und kostspieliges, denn als ein nützliches Manöver. Er hat freilich noch keine Schlacht verloren, aber wahrscheinlich nur aus dem Grunde, weil er noch keine geschlagen hot. Seine Beredsam­keit dürfte ihm auch nicht auf die Beine helfen, denn bekanntlich besitzt Boulanger, wie mancher Eisenfreffer wenig Geschwindigkeit der Zunge, und seine Stärke als Redner besteht hauptsächlich darin, einige Schlagworte, wie: Reform, Kammerauflösung, Plebiszit, so oft als möglich mit steigender Betonung zu wiederholen. Von der Handhabung der Klinge dürfte er selbst, seitdem ihm ein bürgerlicher Gegner eine so empfindliche Lektion gegeben, keine Erfolg'' mehr erwarten. Viele französische Blätter halten Boulanger völlig für abgethan. Ob das letztere wirklich der Fall, dürste sich recht eigentlich bei der

Anreigen nimmt entgegen die «xpeditton b Blatte», sowie b. Amwncen-Bureaur von Haasensteiu und Bögler

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2. Kapitel.

Das schöne Bild.

ä Juni war es geworden. ES hatte de» Anschein, alS wolle der Htwwel Anna die neue Heimat im vollen Glanze zeige». Tage, an denen sie das Schloß nicht hatte verlaffeu können, waren nicht gewesen,. nvr Gewitter kühlte» ab und z» die Atmosphäre ab »nd ließen dir Welt in verjüngter Pracht erscheinen.

ArnnchenS Schmerz nm den Tod der geliebten Eltern hatte einer sauste» Trauer Platz gemacht, l öie wäre» beide leidend gewesen und besonders die stutter hatte während der letzte» Jahre ihre« Lebens sehr, sehr gelstteu. Sie hatte sich viel um ihr Kind

» Illustriertes Somitagsblatt.

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W trrtung, um diese seinem Willen zu beugen, und wie Boulanger mußte er retirieren. Napoleon blieb aber nicht vor der Saalthür uuthätig stehen, ein Wink, und ein Bataillon Grenadiere drang mit gefälltem Bajonnet in den Sitzungssaal ein. In kurzer Zeit war der Saal geräumt, die republikanische Freiheit dernichtet, Napoleons Stellung entschieden. Wenn Boulanger es ebenso hätte machen können, wäre er heute vielleicht Diktator von Frankreich, aber ihm fehlten die Mittel, seine Wünsche in praktische Wirklich­keit umzuwandeln. Der General hat seinen Einfluß überschätzt, nun hat er die bösen Folgen zu tragen, und seine Unbedachtsamknt ist noch mehr geschädigt durch das bekannte Degenduell mit Floquet. Wenn

(Nachdruck verboten )

Nrr«§effr« Sol-Haar.

Roman von I. Steinmann.

(Fortsetzung.)

Aennchcu hatte sich auf einen niedrigen Sesiel

don Korbge flecht am Fenster niedergelassen uns träumte von kommende» Tagen. Durch die ge- öffaeien Flügel schwirrten Blumengeister ins Gemach tob erzählten ihr wunderbar süße Märchen aus dem Walde. Da gab es schattige Spaziergänge, prächtige "lumen und reine, wonnige Luft. Wer in ihm sandelte, mußte frei von Schmerzen nnd Sorgen ioerden. Und sie würde es sein. Dann aber träumte sie weiter, von dem finsteren, jungen Grafen tob seine- schönen Gemahlin, die er verstoße» hatte. 3hr Herz pochte nngestüm bei dem Gedanken an so toel Härte und Grausamkeit. Und sie war schön ttwesen engelschön, er hatte fie zuerst sehr ge- mbtl Was hatte ihn gegen fie aufgebracht? Böse «euschrn? Und nun givg er selbst rnheloS durch

Welt! Das war sehr traurig. Gewiß, eine Ishuld zu büßen, ist schwerer, als sie zu leiden, «tr konnte eS nickt überwinden; neben der schönen «äfiu bedanerte sie auch den Grafen, der nicht total Rast in diesem wonnigen Heim sand.

Lom Schloßturm herab verkündete die Uhr die ^tternachtsstunde, als Anna sich endlich erhob, nm zur Ruhe zu begeben. Sie schloß baS Fenster to* kaum eine Viertelstunde später lag sie in Pwm, friedvollem Schlummer, die Hände gefaltet, »?e ein Kind, welches das Abendgebet mtt in den *tanm hinübergenommen hat.

i «nna träumte auch. Ihre Gedanken, welche fie r® Abend hindurch so lebhaft beschäftigt hatten, l^toen sich im Traum weiter. Sie sah deu Herrn

btt Zeche an einem Abgruub stehen unb baneben >tdr Weib, so jnug unb schön und so bleich.

unsagbare Augst erfaßte Aenncheu »nd fie °uke nm Hülse für die »»glückliche Frau rufen;

_________________________

in Frankfurt a. (Saffet Magdeburg u. Wien; Rudolf YYIH ^nbrnntlrt Moffe i»Frankfurta.M.,8Zerlin,München».«Sln; S-L. AA11L

Daube u. So. in Frankfurt a.»., Berlin, Hannover. Paris.

Nädch, usardt

Für die Monate August und September ersuchen wir die Bestellungen bei der Po t auf die

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Expedition! Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. lae. Koch.

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(462® richl'g an gefangen. Der General Napoleon Bonaparte erschien auch einmal in der französischen VolkSver-

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Langsamen Schrittes wanderte fie weiter. Wie schön war doch diese Welt, von deren Herrlichkeit fi- noch bis vor kurzer Zeit kaum etwas geahnt hatte! Sie hatte de» Pavillon erreicht, welcher am Ende des Saumpfades lag und wo fie den Onkel zu er- warten pflegte. Noch einen Schritt weiter

Ein Ansruf des Schreckens oder der lieber, raschnng entschlüpfte ihren Lippen.

Auf der steinernen Bank des Pavillons saß ein Mann, der sich aber sogleich erhob, als er des jungen Mädchens aufichtig wurde. Er war nicht mehr jung, noch weniger aber alt; eine große Gestalt, wenigstens erschien er Anna in diesem Augenblick so, mit einem wettergebräunten, von einem dunste» Vollbart um- flebenen, fremd aussehendeu Gesicht und einem düsteren einbfeligen Zug um dem Mund. Erschrocken zog fie ich mit einer leichten Verbeugung zurück, um den Heimweg anzutreten.

Je weiter Anna sich von dem Pavillon entfernte, desto schneller wurde ihr Schritt. Wer war der Fremde dessen Anblick einen so beklemmenden Eindruck auf sie gemacht hatte?

Kaum hatte sie fich die Frage vorgelegt, so batte fie auch die Antwort plötzlich gefunden.

Der Onkel hatte in letzter Zeit wiederholt davon esproche», daß Herr von der Zeche vermutlich in allerkürzst« Zett auf Schloß FreUmrg ein treffen * * j Jlt uürÄ -mMirK «z

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ge V6! Bestellung an bis zum 1. August dieÖberh. ' [462 Zeitung" mit ihren Beiblättern gratis.

Die Exped. Der Oberh. Zeitung.

: wärtig in Friedrichsruh weilt, erfreut sich des besten Wohlbefindens. Hamburger Touristen, welche am ' letzten Sonntage Gelegenheit hatten, mit dem Fürsten i zusammenzutreffen und einige Worte zu wechseln, wissen dessen gesundes Aussehen und kräftige Hal- : tuug nicht genug zu rühmen. Wie ferner dem

->H- Corr." von glaubwürdiger Seite mitgeteilt wirb, beträgt das Körpergewicht des Fürsten in der letzten Zeit ea. 190 Pfund. Bekanntlich wog der Mist vor Beginn der Schwenuinger-Kur nicht weniger : als 247 "Pfund. Den .Berl. Pol. Nachr." zu­folge wäre für Preußen eine neue Verordnung betreffend die Rangverhältniffe der Beamten, in Aussicht genommen. Die Nachfrage nach den mit dem Blldnis des Kaisers Friedrich geprägten Münzen ist eine überaus große. Die Reichsbank und die Generalstaaiskasse waren in den letzten Tagen vom Publikum, welches diese Münzen ein- wechseln wollte, förmlich belagert. Jetzt sind an beiden Stellen vorn an den Hausthüren Plakate angebracht, wonach diese Umwechselungen fernerhin nicht mehr stattfinden. Der bekannte Schulmann Geheimrat Bonitz ist gestorben. Die Reichtags­wahl im Berliner sechsten Wahlkreffe anstelle Hasen- clevers ist auf den 30. August festgesetzt.

Die Ernteaussichten haben sich im ganzen wieder gebessert; der eingetretene Schaden erscheint wenigstens zumteil wieder gut gemacht. Die Berichte aus Karlsruhe, Stuttgart, Lübeck, Stettin, Königs­berg u. s. w. lauten übereinstimmend in diesem Sinne. Namentlich haben sich Weizen- und Sommer­getreide wieder recht erholt; aber auch für die anderen zu Felde stehenden Saaten fft die sehr wechselnde Witterung überwiegend günstig gewesen. Die Besserung der Ernteaussichten wirkte natürlich auf d 's Geschäft nicht belebend. Die landwirtschaft­lichen Berichte aus Frankreich lauten bis jetzt viel ungünstiger. Uedrigeus hgt bie Presse vielfach, in- dem sie aus dm diesjährigen Enteaussichten für Deutschland ihre Schlüffe über den künftigen Ge­treidepreis zog, nicht genügend hervorgehobm, daß es deutsche Getreidepreise nicht mehr giebt, auch nicht einmal europäische, sondern nur noch Welt­preise. Der Ausfall der Ernte in Nordamerika und in Südrußland übt auf den Getreidepreis in Deutschland einen größeren Einfluß aus, als der Ausfall der deutschen Ernte. Aus Rußland wird nun über dm Stand der Winter- und Sommer­saaten überwiegend günstig geurteilt, ausgenommen dm Roggen. Doch ist eS noch zu früh zur Ab­gabe eines endgültigen Gutachtens; besonders wird

be» fie immer gern einschlug. Kein anderer Laut als das Zwitschern eines Vogels, der sich verspätet batte, unb das Säuseln der Blätter erretthte ihr Ohr. Von fern klang auch noch das Brausen des FlnffeS herüber, welcher fich weiter thalwärtS über baS Wehr stürzte.

Eie sah die Kuppel» beS Doms der nächsten Stadt im scheibenden Abendsonnenstrahl auflenchtcu und die Spitzen der gegenüberliegenden Hügelkette tch mit glühendem Rot färben. Durch die üppq wogenden Felder unb Wiesen schlängelte fich be>- Fluß dahin, hier und dort auftaucheud und bann wieder verschwindend.

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nächsten Ministerkrisis zeigen, die wir wohl im Laufe des Herbstes noch erleben werden.

Wenn Boulanger thatsächüch stark gefallen, so ist doch das Ministerium Floquet sehr gefestigt noch lange nicht. Herr Floquet ist durch den Degen­stoß, welchen er Boulanger beigebracht, populärer geworden; aber die Kammer wird sich im Herbst kaum noch an seine Stiftung int Duell erinnern. Floquet hat eine Mehrheit in der Deputiertenkammer gegen sich. Die gemäßigten Republikaner sind seine erbitterten Gegner, und wenn diese zusammen mit den Monarchisten stimmen, ist es um Floquets ganze Herrlichkeit im Nu geschehen. Die Gemäßigten haben nur deshalb zu dem gegenwärtigen Ministerium ge­halten, weil sie ein Emporkommen Boulangers fürch­teten. Sobald diese Furcht vorüber ist, werden sie auch Herrn Floquet schleunigst fallen lassen; im Herbste wird sich also die Sachlage dauernd klar­stellen. Ist Boulanger zur Null herabgesunken, so wird der Streit in der Kammer von neuem aufs Heftigste entbrennen, und wer weiß, was dann geschieht!

Deutsches Deich.

Berlin, 26. Fuli. TasArmee-Verordnungs- Blatt" enthält folgende, die Trageweise der Epaulettejs -c. betreffende, Allerhöchste Ordre des Kaisers:Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich: 1. Mit dem Aufhören der für des verewigten Kaisers und Königs Friedrich Majestät von Mir befohlenen Armeetrauer werden Epauleties wieder angelegt. Dieselben sind indessen von den Ossizieren aller Grade fertan nur zu tragen zur Gala, zum Paradeanzuge und in der bisher üblichen Weise zum Gesellschastsanzuge. Die Offiziere der Ulanenregimenter legen zum Dienst stets Epaulettes, an, sobald die Mannschaften mit solchen erscheinen. 2. Die Epauleithalter sind demgemäß auf den Überröcken nur noch von letztgenannten Offizieren zu tragen, sowie von den inaktiven Offizieren mit den für dieselben vorgeschriebenen Abzesihen. 3. An Stelle der durch Allerhöchste Ordre vorn 7. Juni 1866 für Hauptleute, Rittmeister und Subaltern- osfiziere eingeführten Achselstücke sind fortan bei Neubeschaffungen die von Mir für die gleichen Chargen genehmigten Proben maßgebend." Das Krieg-Ministerium bringt vorstehende Allerhöchste Kabinetsordre mit dem Hinzufügen zur Kenntnis der Armee, daß die Ausgabe von Proben der er­wähnten Achselstücke noch Vorbehalten bleibt. Fürst Bismarck, der, wie bereits bekannt, gegen-

geharmt unb der Gedanke, daß diese Sorge eine ganz nutzlose gewesen, hatte für Ann« etwas ganz besonders Beruhigendes.

Der Wechsel, welcher in ihrer LidenSweise statt­gefunden hatte, übte einen wohltätigen Eirfluß auf daS junge Mädchen aus unb ,fie lebte wie neu auf. Gleichwie die blaffen Wangen sich rosiger färbten nnd die prächtige», blauen. Augen ausdrucksvoller in die Welt schauten, so kam auch allmälig der ursprüug. liche Frohsinn, der Sorge und Not verscheucht, wieder zum Durchbruch. Unten im Thal hörte man oft eine frische Stimme liebliche Lieder fingen; das war die Stimme Aennchevs, die baS Herz des Onkels damit erfreute. Ihre anfängliche Vermutung, daß sie nicht sonderliche Gelegenheit haben würde fich nützlich zu machen, ertoieS sich als richtig.

Die alte Elsbeth schien zu befürchten, durch trgenb welche Arbeit die Schönheit ihres Lieblings zu zer­stören. Sie fand immer einen Ausweg und selbst das Staubabwischen schien ihr für das Prinzeßchrn keine würdige Beschäftigung. Sie hatte sich nur : in ergeben müssen, daß Anna die Honneurs bei allen Mahlzeiten machte unb besonders den Onkel versorgte. Der alte Oheim aber fand eS außer, ordentlich behaglich, daß er, wenn er heimkam von einer avstrenflenden Tour, Hausschuhe, Stiefelknecht und HauSrock stets in größter Ordnung bereit fand, daneben die gestopfte Pfeife und was er sonst ge. brauchte. Und wenn fich dann noch seine kleine Nichte an de» Flügel setzte, während er am Fenster saß und die blauen Dampfwolke» aus seiner Pfeife in die Abendluft hinausblieS, bann sagte er sich, daß er viel entbehrt habe sein Leben hindurch »nd daß er jetzt mit keinem Könige tauschen möchte.

Eines Abends war Anna dem Oheim entgegen, gegangen. Er hatte ihr gesagt, daß er gegen acht llhr durch ben Wald zurückkehre» und dann deu Saumpfad des Parkes eürschlagen werde, ans welchen w ihn treffe« könne. So hatte fie fich auf den Weg gemacht. ES war ei» wnlldrrschöner Waldweg,

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