•fi
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fiir die Kreise Marburg und Kirchhain.ul- Illustriertes Sonntagsblatt. °
Exprditiim: Martt 21. — Redaktion, Druck und Vertag von Joh. Sag. Koch. 1 X
--------------------------- --------—--------- - ■ ------ ------ nM-iänftl i
;U Erscheint täglich °uß« «, Weckage» na« idonn- und $|l>aH*ltn**** il Jf »neigen nimmt entgegen die Sxpedition d Blatte».
<4 x/w AWW m" feiertogeti &uartfll*Äbonnetnent£»$rei6 bei betf % = Jonne b. Ämroncen-Äureaur von öaajenttein unb Boalet * «- y
’■ M 175 ; Jl ' dition^.M.. dn den Postämtern SM SO Pfg. lex«, 7** 7"»' in Bentfurt a. 6offe[, Dlagoeburg "^^" S rim QtohrMtt»
’ 8efteag«lbj. Jnserlwn-gebühr für di- gespaltene Zeile ft- Freitag, 27. Jllll 1888- Moste in Frankfurta. Si, Berlin München u. Köln; ® L ' ^ayrgllNg.
w P'S- Reklamen für die Zeile 2S Pfg. O Daube u. Co. m Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Pari». §
Für die Monate August und September ersuchen wir die Bestellungen bei der Post auf die
Overhesfische Zeitung mit ihren Gratis-Beiblättern •
Krcrsbtatt für die Kreise Marburg und Kirchham
*K -»D - und =|«
Illustriertes Sonntagsbtatt r
baldigst machen zu wollen. Auf dem Lande nehmen die Postboten Bestellungen entgegen. Für Kirchhain nimmt unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen an, — für hiesige Stadt die unterzeichnete Expedition.
HM" Neuzugehende Abonnenten in Kirchhain und Marburg erhalten vom Tage der Bestellung an bis zum 1. August die „Oberh. Zeitung" mit ihren Beiblättern gratis.
Die Exped. der Oberh. Zeitung.
Lnglauds Wehrkraft.
Tie angesehene Londoner Wochenschrift „Neunzehntes Jahrhundert" läßt unter der Überschrist: .Die Sicherheit Englands" drei Artikel erscheinen, welche von den Fachmännern General Hamley, Oberst Hozier und Admiral Bcrcshord verfaßt sind und die folgerrden drei Überschriften tragen: „Welche Stärke der Armee ist mindestens erforderlich, um «ns zu schützen", ferner „Unsere wirkliche Wehrkraft" und drittens „Eine brauchbare Admiralität".
Der erste der Artikel muß zugcben, daß ein englischer Minister, so sehr er auch von der gänzlichen Mangelhaftigkeit der englischen Armee überzeugt sein mag, für die Hebung derselben absolut nichts thun kann, wenn nicht die öffentliche Mei- Mng mit Begeisterung auf seiner Seite steht; weil ohne letztere die ganzen Anstrengungen und verausgabten Millionen nicht weiter reichten, als bis zum nächsten Ministerwechsel, bei welchem das ganze Geld als weggeworfen zu betrachten ist, sobald andere Anschauungen über die Armeeverhältnisse Platz gegriffen haben sollten. Wem fallen .dabei nicht die kolossalen Ausgaben für die Eisenbahn bei Suakim cm, welche nachher in der Wüste liegen gelassen wurde und von der man jetzt in englischen Blättern lesen kann, daß die Schienen von den Arabern zu
Barrikadenbauten verwendet werden, die nun den englifch-egyptischen Truppen Trotz bieten sollen.
General Hamley nimmt an, daß eine etwaige feindliche Landung in England mit mindestens 1OOOOO Mann versucht werden würde, und beweist, daß England durchaus nicht in der Lage sei, einer solchen Armee die Spitze zu bieten, und daß wenigstens eine kriegsbereite Truppe von 15 000 Mann mit allen Geschützen, Trains u. f. w., sowie 25 OOü Mann, um die reguläre Armee zu komplettieren,
' nötig sein würden, um einer solchen Landung erfolgreich entgegenzutreten. Das Blatt fügt hinzu, wenn man den ganzen Artikel gelesen habe, komme man zu der höchst peinlichen Überzeugung, daß, wenn Armeeen auch nur in der halben Stärke von denen, mit welchen Preußen 1866 in Österreich, und Deutschland 1870 in Frankreich einfiel, nach England hinübergeworfen würden, die Lage des Insel- reiches eine ganz verzweifelte genannt werden müßte, wenn nicht Gott sei Dank jener „Silberstreif" die Ufer beschützte. Aber auch dieser Meeresschutz sei illusorisch, wenn nicht neben braven Herzen Schiffe und Kanonen in hinreichender Zahl vorhanden seien, jede Landung zu verhindern.
Ter Schreiber des zweiten Artikels, Oberst Hozier, ist als Militärschriftsteller auch in Deutschland bekannt. Er verteidigt die bekannte große Rede General Wolse- leys über die Schwäche der englischen Armee durchaus und sagt, General Wolseley habe vergebens au die Thüreu der Winisterzünmer angeklopft und darauf sich, und zwar erfolgreich, an die öffentliche Meinung gewendet. Hozier meint, die Gefahr einer feindlichen Landung in England sei eine geringe, so lange die englische Flotte ersten Ranges sei: doch leider wäre die Meinung der Fachleute -dahingehend, daß die britische Marine nicht alles leisten könnte, was im Kriegsfälle von ihr verlangt werde. Wenn die britische Flotte einmal besiegt und gezwungen seh in den Häfen Schutz zu suchen, dann sei eine Landung nicht erst nötig, da die triumphierenden Flotten die ganze Insel bekommen würden.
Auch die Hafenverteidigungen, sagt Hozier, find vollständig ungenügend, wovon sich jeder einfache Reisende überzeugen könnte, welcher die Werke der Häfen von Portsmouth, Dover, Chatam und Plymouth besuchte und sähe, wie schwächlich dieselben armiert sind, und bedächte, daß etwa zwei Jahre nötig sind, um die fehlenden Geschütze durch neu gefertigte zu ergänzen. Es bedarf keines sachverständigen Auges, um sich zu überzeugen, daß die Häfen Aberdeen, Belfast, Dublin, New-Castle, Hüll, Liver-
(Nachdruck verboten.)
Pri«)esfirr Gol-haar.
Roman von I. Steinmann.
(Fortsetzung.)
Gewiß wäre Letzteres das beste für das arme Weib. Den Grafen aber läßt seitdem das böse ®e* M» keine Ruhe. Alle Sommer kommt er nach streiburg, um auf ein Paar Tage alle Zimmer zu »ffuen und in Stand setzen zu lassen; diejenigen der Gräfin bleiben verschlossen und werden mit keinem miß betreten."
De: Eintritt des Onkels machte der eifrigen Unterhaltung ein Ende.
«Prinzeß Goldhaar," sagte er neckend, indem er mue rauhe Hand über ihr seidenweichc s Haar gleite» «ich möchte Dir Etwas zeigen, da» Dir vielleicht Sreude machen wird."
Anna war eiligst aufgesprungen und der Onkel lag ihren Arm durch den seine». So führte er fie As Haus und direkt in das geräumige, freundliche Ammer, welches das junge Mädchen zu ihrem beendigen Aufenthalt hatte. Et» Blick in dasselbe be- Ährte sie, warum sie den ganzen Tag weder den Fahr- noch den inneren Hofraum hatte betreten dürfen. Mitten auf dem getäfelten Fußboden stand ein neuer Machtvoller Flügel, ein Instrument, wie es Anna wohl fchon, wenn auch ohne Neid, von Wettem bewundert *atte. Sie warf einen verwunderten, ftagenden Blick den Onkel.
^«Nuu," schmuuzelte dieser, «wie gefällt Dir das? A verstehe mich freilich nicht auf dergleichen Dinge, ry1 «in guter Freund, auf den ich mich verlaffeu 5"?' hat es für wich ausgesucht und nun, hoffe ich JS“ es hier innerhalb der allen Mauern auch ein«
Musik geben."
kr Roch einen Augenblick stand Anna regungslos, Freude war zu groß. Auch daheim hatte fie ein Wtrmnrat gehabt, ein Spinett mit einer klanglosen na®t» und fie mußte e8 zurücklasseu, weil es den
Transport nicht würde ausgehalten haben. Das war für sie ein großer Schmerz gewesen, der Gedanke, nicht mehr spielen zn können, hatte schwer auf ihrer Seele gelastet, war doch die Musik für sie allezeit die Quelle einzig reiner Freuden.
Und nun? Nun sollte dieser herrliche Flügel ihr gehören?
„Onkel — ist es wahr? Du — Du wolltest—?"
«Ja, Priuzeßchen, ich wollte Musik haben, und da Du Dein tüchtiges Stück gelernt hast, so dachte ich Tir und mir aus meine alten Tagen die Freude gönnen zu dürfen." Dabei hatte er sie, ohne Umstände, auf den Klavierseffel niedergedrückt und den Flügel geöffnet. «Mit dem Notenzruge mag e8 wohl hapern. Davon verstehe ich Nichts!" Aber dafür ist ja die Stadt nicht weit. Wir werden morgen hinüber fahren und da magst Du Dir in der Musikalienhandlung aussnchen, waS Dir gefällt."
Aber Aenncheu brauchte keine Noten. Nachdem sich der erste Sturm ihrer Gefühle gelegt, rauschten mächtige Akkorde durch die Räume, w^che wohl noch nie derartige Klänge gehört hatten. Die ganz- Seele des jungen Mädchens lag in dem gewaltigen Spiel und der alte Oheim stand mit gefalteten Händen daneben, während die alte Elsbeth unter den Eingang getreten war und mit offenem Munde dem seltsamen Treiben hier zusah und zuhörte.
Spät erst begab sich Aenncheu in ihr Schlafgemach : fie hatte sich noch lange nicht loSreißen können von dem lieben, schönen, neuen Instrument und auch jetzt dachte sie nicht daran, sich zur Ruhe zu legen, obgleich fie sich von den Eindrücken der heuttgen TageS beinahe niedergebeugt fühlte.
Sie stand au dem geöffneten Fenster uud schaute hinauf auf den schweigenden, dunklen Wald, hinter welchem langsam die glänzende Scheibe des Mondes heraufstieg. Ein leiser Wind fuhr durch die Wipfel und ließ fich dieselben einander flüsternd zmreigen. Ein wonniger Tust von Fichten und Blumen stieg zu ihr empor. Es waren seltsame Befühle, welche
Pool, Bristol und Cork, sowie der Flüsse Forth, Clyde und Themse gänzlich ungedeckt sind. Ebenso sei keine militärische Enthüllung nötig, um zu erfahren, wie wenig tauglich zur Verteidigung die englischen Freiwilligen und Milizen seien, welche weder eine Organisation, noch Equipierung, Repetiergewehre, Munition, Trains, Intendantur, Hospitaleinrichtungen oder sonst Ausrüstungsgegcnstände besitzen. Ferner genügte schm ein Blick vom Dampfer aus, um zu erkennen, daß Gibraltar so schlecht mit Geschützen versehen sei, daß cs nicht drei Tage zu ftfiderstehen vermöchte, wenn seine Seefront von den spanischen Linien aus mit schweren Geschützen der Länge nach bestrichen würde; auch die Geschützarmierung von Malta sei eine mehr wie ungenügende. Das Endergebnis der Betrachtungen Oberst Hoziers Wust darauf hinaus, daß der englischen Armee, um einer Landung wirklich erfolgreich widerstehen zu können, nicht mehr oder weniger als 100 000 Mann fehlen, eingeschlossen 30 000 Mann Kavallerie und außer- etwa 1800 Geschütze.,» , --
Der dritte Artikel behandelt die Marine, 'welche Lord Baresford, besonders was die Geschützarmierung anbetrisft, für unzulänglich hält. Er beschäftigt sich außerdem mit der Organisation der Admiralitäts- behörden und verlangt eine Bereinfachung der Zu- sammenftellung derselben, indem er statt des unbehilflichen Apparates des gegenwärtigen Admiralitäts- fiabcs, bei welchem jeder die Verantwortung auf den anderen schieben kann, nur einen Lord der Admiralität haben will, dem drei Departcmentschefs, je einer für das Personal, für dos Material und für d>e Finanzen unterstellt sind. Größere Schlagschatten sind aus das englische Militär- und Marinewefeu schwerlich jemals geworfen worden.
Deutsches Reich. > . s -
Berlin, 25. Juli. Die „Nationalzeitung" schreibt: Kaiser Wilhelm hat mit seinem Besuche in Petersburg die Erbweisheit des preußischen Königshauses ausgelöst, welche ihm sein sterbender Großvater auf den Lebensweg mitgab mit der Mahnung, den Kaiser von Rußland nie zu verletzen. Selten sei ein junger Herrscher in einem so verzerrten Bilde dem Auslande vorgeführt worden, wie dies methodisch während der letzten langen Monate dem Kaiser Wilhelm begegnet sei. Jetzt sei der Kaiser zum erstenmale als Herrscher im Auslande erschienen und die einfache Würde, die jugendliche, aber dennoch gehaltene Heiterkeit, fein lebhaftes Jntereffc, die Freundlichkeit und Lebhaftigkeit seines Wesens hätten
Aenncheu bewegten. Sie erinnerte sich, wie sie noch vor wenigen Wochen so arm, so einsam in der Welt dagestanden hatte und wie nun ein gütiger Gott fie mit reichem Segen überschüttet hatte. Hier sollte sie bleiben, zärtlich geliebt von einem Manne, den die geliebte Mutter so hoch geschätzt hatte — eS war beinahe zu vül des Glückes!
Ste lehnte das Haupt gegen dos Feusterkceuz und ihre Hände falteten fich wie zum Gebet. Feier stille herrschte ringsumher. Geheimnisvoll nur rauschte es in den Baumwipfel; der leise, schwermütig.' Gesang einer Nachtigall tönte zu der einsamen, jungen Wachenden herauf und ein unsagbares Weh beschlich Aennchens Herz. War es der Schmerz um das, was sie hatte verlieren müssen, oder war es eine Vorahnung dessen, was die Zukunft für fie in ihrem Schoße barg, was sie inmittten des neuen Glückes so plötzlich mit Trauer erfüllte ?
(Fortsetzung folgt.)
(Nachdruck verboten.)
Die Iommerrrtfr.w
Eine Humoreske. - /
(Schluß.)
Er könne ja auch, wenn er wolle, int Bade arbeiten, die nötigen Bücher könne man mitnehmen, und alle Zestschrtsten und Briefsachen könnten nach- gesandt werden. Kuno ergab fich ziemlich schnell allen diesen Vorstellungen. Aber von den großen Modebädern, nach denen Adelgunde strebte, wollte er absolut nichts wissen, ihm schwebte ein kleiner auschiger Ort in Thüringen vor, an dem er als luftiger Student einmal ein paar Tage verweilt, und eine Damenbekanutschaft gemacht hatte, die freilich wieder wie ein Traum zerronnen war, aber et bachtt heute noch gern an den friedlich-stillen Ort, an die rohen Jugendtage. Adelgunde protestierte zwar gegen dieses Reiseziel, aber als fie erkannte, daß der Bruder fest blieb, gab fie nach, eS war doch etwa«
0& rstagrrUrÄ
... ....."*■" ' 8 ' । ! V
den, Petersburger Hof wie das Pubtckum nach allen Berichten für dm Kaiser gewonnen. „Wir halten cs indessen für den vielleicht wichttgsten Punkt von politischer Bedeutung bei der Kaiserzusammeuknnft" fährt die „Nationalzeitung" fort, „welchen Emdrück Kaiser Wilhelm selbst in Petersburg von der Zu- verläjsigkeit der russischen Friedens-Versicherungen erhalten hat. Wenn der Kaiser mit der Mber- jeugung zurückkehrt, daß die russische Politik ohne Hintergedanken eine Politik des Friedens und dex guten Nachbarschaft ist, so wird das wechselseitige Vertrauen ber beiden mächtigen Herrscher für alle bestehenden Streitfragen und neu auftaucheudeu europäischen Jncidenzfälle die Lösung finden können. Dieses Vertrauen wird dem Zustande des bewaffneten Friedens wesentlich von seiner Härte nehmen. Dürfch wir uns zu diesem Ergebnis beglückwünschen? H wird dies von zuständiger Seite mit solchem Nachdruck bejaht, daß wir es gern als feststehende That- sache und als neuen Faktor der europäischen Politik begrüßen.". —, Graf Bismarck wird, so schreibt die „Köln. 3$:", den Kaiser auch nach Stockholm und Kopenhagen begleiten und mit ihm am 31. Juli hierher zurückkktzren; er wird alsdann" sofort seinen jetzt mehrfach aufgeschobenen Urlaub antreten, dessen ersten Teil er, wie wir bereits früher gemeldet Haden, nur alffährlich in Königstein am Taunus zubringen wird. Dann werben auch die albernen Gerüchte verstummen^ die chm eiste besondere Sendung nach Paris übertragen, um dort namens der beiden Kaiser pne durchgreifende Abrüstung zu verlangen. Darüber, ob Graf Bismarck, wie er das in den letzten Jahren regelmäßig gethan hat, die letzte Hälfte seines Urlaubs bei seinen Freunden nt England auf dem Lande zubringen wird, scheint bisher endgiltiges noch nicht bestimmt zu sein. - Im Gegensatz hierzu berichtet- die „Nat.-Ztg.": „Staatssekretär Gräf Herbert Bismarck wird in den nächsten Tagen hier aus Petersburg zurückerwartet. Es ist wahrscheinlich, daß er fich alsbald nach Friedrichsruh begeben wird, um dem Reichskanzler über seine persönlichen Eindrücke und Wahrnehmungen während des Aufenthaltes des deutschen Kaisers am russischen Hofe zu berichten. In den ersten Tagen des August wird Graf Herbert Bismarck eine Urlaubsreise antreten und sich zunächst, wie es heißt, zu längerem Aufent- halte nach dem Seebad Ostende begeben." — In einem Spezialfall hat der Unterrichtsminister einer Provinzialregierung gegenüber ausgesprochen, nach welchen Grundsätzen die Unterrichtsverwaltung bezüglich der Staatsbeihülfen zu Lehrerbesoldungen
und besser als garutchtS. Und der Zufall konnte ja doch sei» neckisches Spiel treiben. Dr. Hölzchen war von seiner Reise so eingenommen, daß er gar- nicht darauf achtete, daß die Hebe Schwester feine Kaffe in recht starker Weise für Sornmertoiletteu in Anspruch nahm. Er gebrauchte ja um so weniger, einen hellen, leichten Sommeranzug, einen Strohhut, ein tüchtiger Stock und ehr Plaid, das war Aller. Pünktlich zur angenommenen Zeit wurde die Reise angetreten, und das Dampfroß, das geschwinde, führte Schwester und Bruder schnell in die schönen Berge Thüringens. Der früher so schlichte Badeort hatte sich in den langen Jahren, in welchen Dr. Hölzchen nicht ttn ihm geweilt, nun freilich auch erheblich verändert, und er hatte etwas Mühe, fich zurecht zu finden. Da waren sehr elegante Hotels und hübsche Villen am Bergeshang, und Adelgunde fühlte fich mit ihrem künftigen Aufenthalt einigermaßen ausgesöhnt.
Sie gingen zusammen au8, eine Wohnung zn nchen. Sie fanden ein in einem Garten liegendes Häuschen, von welchem der Oberstock mit Balkon zn vermieten war. Dar paßte dem Doktor, und Adel- gnude, die lieber in einer vornehmen Villa Quartter genommen, mußte fich fügen. Der Garten war herrlich gepflegt, mit Wohlgefallen schaute Kuno sich um, als sie hindurch zu dem grünumrankten Häuschen schritten. Ein junges Mädchen von 18—20 Jahren saß vor der Thür, erhob fich beim Herannahen der Fremden sofort und zeigte ihnen aus den ausgesprochenen Wunsch die freundliche Wohnung, be» scheiden und höflich alle Fragen beantwortend. AIS Dr. Hölzchen nach dem Preise für vier Wochen fragte, bat sie, einen Augenblick zu warten, ste werbe sofort dirZ Mutter rufen. Eine einfach gekleidete ältliche Fran erschien, grüßte und nannte den Preis. Der Doktor hörte kaum ans ihre Worte, er sah nur immerfort in das Gesicht bet Fran, und als diese hinznfügte: «ES wirb ben Herrschaften sicher hier gefallen l", rief Hölzchen laut au». «Stab Sie d j bß-iüüj
.3£ .rsirHjftE