Einzelbild herunterladen
 

ff

111)

Donnerstag, 26. Juli 1888.

Für die Monate August und September

s

m

ache

Für Kirchhain nimmt unsere Agentur (Herr Buchbinder-Rindt) Bestellungen an, für

ßesige Stadt die unterzeichnete Expedition.

Pfg,

D Pfg

Die Exped. der Oderh. Zeitung

Are Grnn-mge

icn!

litäts-

anberen sozialen Gesetz haben bei dem in

ta.

(Nachdruck verboten.)

. Prinxessi« Soldhaar.

Roman von I. Steinmann.

(Fortsetzung.)

trg:

slaconj Mart

mit sehen

len

reitun,

aip hr» inent inenr tbge-

..lipll.

C.

1250

Ntt- fest- ohn. 569-

tzen- olen 570 : ist ein

aeA icn.

fit'' :beit och.

m bi »ritäti

M

Jahre bis zum 70. Lebensjahre ergeben baare 200 Thaler, und auf Grund dieser Summe und einiger sonstigen Ersparnisse und der auch fernerhin fälligen 40 Thaler pro Jahr läßt sich ein Ab- konimcn schon treffen, welches ungefähr Verpflegung und Wohnung sichert. Diese Herabsetzung der Jahres­zahl erscheint auch möglich, wenn hur bei der Ver­waltung der Versicherung gehörig gespart wird, und da kann gespart werden. Vielfach wird jetzt schon Klage über die hohen Kosten in der Verwaltung der Berufsgenossenschaften geführt; hier sind Re­formen notwendig. In den Bestimmungen des von den Bundesratsausschüssen cusgearbeitcten Gesetz­entwurfes läßt sich auch recht gut -manches verein­fachen^ es ist durchaus nicht notwendig, daß eine ungemein tief in die VolksverhälMiFe einschneidende Gesetzgebung besonders kompliziert 'verwaltet wird. So einfach wie nur möglich, das muß die Losung sein, denn daraus ergiebt sich eben die Ersparnis, welches den Arbeitern wieder zugute kommen wird.

so wunderbar schön, wie eS nirgends ie der weiten Welt sein kann.'

,Hm, hm!' murmelte die Alte und ein Schatten huschte über ihr Gesicht, indem sie sich gleichzeitig nach allen Seiten umsah.Der Graf hat wohl feine Gründe wenn ihm das Hierbleiben unheimlich wird.'

Anna blickte die Sprecherin mit ihren großen Augen »engierig fragend au.

Der Onkel hört eS nicht gern, wenn ich davon rede," fuhr die Alte mit leiser Stimme fort, .aber wahr ist es und wahr bleibt es, der junge Herr ver­dient eS nicht, daß ihn die Sonne bescheint. Ach Gott, wenn ich noch an die Zeit denke! ES sind nun gerade acht Jahre her alS die junge, eugelschöne Gräfin im Schlosse ihren Einzug hielt. Wir hatten einen schönen April, wie dieses Jahr, und die Sonne lachte vom Himmel herab, als freue sie sich ihres Kommens. Und auch er der Herr, strahlte vor Freude. Früher war er ein schöner Mann und ich habe nie im Leben etu Paar gesehen, das besser für einander zu passen schien. Aber seitdem, waS später geschah, steht man ihm daS böse Gewissen auf zehn Schritte an und er kann keinem Menschen «ehr ordentlich iuS Gesicht sehen." SnnaS Neugierde war auf daS Höchste erregt. Das ganze Schloß gab ihrer lebhafte» Phantasie, der bis dahin sehr enge Grenzen gezogen waren, reiche Nahrung. Der Onkel hatte ihr überhaupt mancherlei Dinge von dem Herrn von der Zeche erzählt, fteilich nichts Un­rechtes, sondern er sprach vielmehr immer mit großer Hochachtung von demselben.

,WaS hat er denn gethän, Elsbeth? Vielleicht im Zorn eine» Menschen erschossen?'

,O, wenn eS weiter Nichts wäre!' entgegnete «e alte Haushälterin mit einem gewiss« Ingrimm.

,Um der Himmels willen, Elsbeth!' rief Anna entsetzt aus.

Nun ich will weller nichts sagen, aber Thatsachen sind einmal Thatsachen. Also die junge Gräfin ist hier eiugezogeu, und ich kauu eS beschwören, daß sie ei» Engel an Güte und Mlldherzigkeit war, während

ficherungsgesetzes sind von den Ausschüssen des Bundes- rsies in mehreren Punkten aboeändert worden, und der dann ausgestellte Gesetzentwurf ist der öffentlichen SenntniS und Kritik unterbreitet worden. Es läßt

ein sorgenfreies Auskommen haben. Das ist der Wunsch, dem jede politische Partei zustimmcn kann. Tie praktischen Schwierigkeiten, diesen Wunsch zu erfüllen, bestehen in der Beschaffung der bedeutenden Mittel. Das Reich, die Arbeitgeber und die Arbeiter sollen je ein Drittel tragen. Offen und ehrlich ge­sagt, kann von allen drei Parteien keine Millionen ohne Weiteres hcrausrücken. Das Reich hat bereits seine schweren Lasten und Steuern, die Arbeitgeber arbeiten mit ziemlich mäßigem Verdienst, so daß sie zur Wahrung ihrer Konkurrenzfähigkeit auch den kleinsten Vorteil wahrnehmen müssen, und von den Arbeitern kann man erst recht nicht viel verlangen. Aus der Schwierigkeit, den in Frage kommenden drei Parteien erhebliche neue Lasten aufzulcgen, ergiebt sich nun eben die weitere, der Zahlung einer höheren Altersrente. Wir dürfen aber nicht ver­kennen, daß der Betrag von 40 Thalern pro Jahr bei den künftigen Altersrentnern gerade keine über­mäßige Begeisterung erwecken wird. Vierzig Thaler sind allerdings besser als garnichts, aber sie bleiben doch eine bescheidene Summe, der mancher am Ende Armengcld vorziehen wird. Die Arbeiter müssen lange Jalire zahlen, bevor sie den Genuß der Alters­rente haben. Wer lange zahlt, erwartet aber auch etwas; das geht allen Leuten so, nicht blos den künftigen Reichsrentnern, und es wird demzufolge nicht an verdrießlichen Aeußerungen fehlen. Auf allen Seiten des Reichstages rechnet man mit dieser Voraussicht, und eben deshalb wird der Versuch einer Verbefferung des Gesetzes gewiß gemacht werden, dem auch die Reichsregierung keine ablehnende Haltung in den Weg stellen wird. Wie die Dinge liegen, glauben wir nun freilich nicht daran, daß sich eine Erhöhung der Rente ermöglichen lasten wird. Wer soll die vermehrten Beiträge zahlen? Dem Reiche neue Steuern aufzuladen, ist ja leicht gesagt, aber an diesen Steuern partizipieren doch schließlich auch die wieder, welchen durch die Altersversorgung eine Wohlthat erwiesen werden soll. So lange die Industrie durch eine durchgreifende wirtschaftliche Besserung nicht erheblich in die Höhe geschnellt wird, ist nicht an eine Steigerung der Rente und nicht an eine solche der Beiträge, die ja doch Voraus­bedingung ist, zu denken. Aber was möglich erscheint, und was sehr viel dazu beitragen würde, die etwa vorhandene Mißstimmung über die Höhe der Rente zu beseitigen, das ist die Herabsetzung der Jahres­ziffer vom 70. auf das 66. Lebensjahr mindestens. Dadurch wird die Möglichkeit gegeben, sich auch mit den 120 Mk. pro Jahr einzurichten; denn die fünf

: dies --zlichsh Mahn aus.

Deutsches Reich.

Berlin, 24. Juli. Ter Besuch des Kaisers bei dem Fürsten Bismarck in Friedrichsruh auf der Rückkehr von Petersburg gilt als feststehend. Heute mittag fand eine Sitzung des Staatsmini­steriums statt. DerReichs-Anz." meldet: Der Ertrag der Getreide- und Viehzölle im Jahre 1887/88 ist mit 28 723 621 Mark ermittelt. Von den nach Abzug des der Staatskasse zukommenden Betrages von 15 Millionen verbleibenden 13 723 621 Mark entfallen auf He sfen-Na s sau 803 754 Mk. DieNordd. Allg. Ztg." erklärt offiziös gegen­über einer Bemerkung des .Wests. Merkur": Die Regierung habe bisher keinen Anlaß gehabt, gegen die Anstellung zahlreicher von den Bischöfen be­nannten Geistlichen Einspruch zu erheben, die Not­wendigkeit habe nur in 6 Fällen in der Provinz Posen vorgelegen. Bei der Rückkehr Kaiser Wilhelms von seiner Ostseereise wird in der Wicker Bucht das ausrangierte KanonenbootDrache" durch einen Torpedo in die Lust gesprengt werden. Nußerdem wird in der Wieker Bucht eine Minen­sperre gelegt. Gerüchtweise wird bereits gemeldet, der Zar wolle den Besuch Kaiser Wilhelms in Berlin im Herbste erwidern und über Kopenhagen nach Petersburg zurückreisen. Der Zar hat dem Grafen Herbert Bismarck die Diamanten zum Alexander-Newski-Orden, Kaiser Wilhelm dem Minister von Giers die Diamanten zum Schwarzen Adler- Orden verliehen.

Dr. Kuno Hölzchen war Gymnafialprofeffor, ei» gelehrter und allgemein hochverehrter Herr,unter seinen Schülern nicht nur, sondern auch in der ganzen Stadt. Dr. Hölzchen war ein stiller und ernster Mann in Gesellschaften, obgleich er sich seines äußeilichen Menschen nicht z« schämen brauchte. Mehr als Ge­sellschaften lagen ihm seine Studien am Herze», und seitdem ihm die Herausgabe einer wissenschaftlichen Zeitschrift anvertraut worden war, verließ er sein weltentlegenes Studierzimmer nm zu einsamen Spa­ziergängen, die er grübelnd im nahen Walde unter­nahm. Mau bedauerte das. Unter dem .man' ist besonders der weibliche Teil der Stadt zu verstehen, den» der gelehrte Herr war erst achtunddreißig Jahre alt. Sei» männliches Gesicht schmückte ein schwarzer Vollbart, und fand Dr. Hölzchen Gelegenheit zu- ihn interessierender Unterhaltung, bann leuchtete sein blaues Auge hoch auf, die sonst etwa- verschlossenm Züge wurden voller Glut und Leben. Unter alle» seinen Kollegen war Dr. Hölzchen der einzige Unver- wählte. Das schien schon mancher Mutter Grund genug, daß auch er sein Junggesellentum aufgebe» und in den heiligen Ehestand treten sollte. Und ®r. Kuno Hölzchen war eine gute Partte.

Aber dieses mäuuliche Herz im Sturm zu erobern war nicht so leicht. Wen» eS auch einer listige» weibliche» Schönheit am Ende nicht schwer geworden wäre, ihn zu überrumpel», da war noch feine Schwester Adelgunde Hölzchen, die wie ein Cherub mit flam» wend em Schwert ihren Bruder hütete , und sorgsam darauf achtete, daß er ist keinS der Netze trat, die iht» gelegt warten. Adelgunde war eine Rose gewesen; auch Rosen verblühen, und Adelgunde be­merkte dar mit höchstem Schrecken, wenngleich sie sich ziemlich gut konserviert hatte. Aber auch sie mußte

fernst -

4088

«j

Illustriertes Sonntagsblatt

, daß die Altersrente von 120 Mk. eine zu niedrige, r KoZ der Beginn der Rentenzahlung vom 70. Jahre ab ein M weit hinausgerückter Termin ist. Mehr als in

» Ko. u». , ....... ...

auf die

Lberheffifche Zeitung

mit ihren Gratis-Beiblättern

Areisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain

Das Gesicht war tadellos schön, von dem hübschen ' . Nnr.de und der feinen Nase bis zu dem lieblichen " Doal der Form. Reiches, lichtblondes Haar, zu dem

he dunklen Braunen und Wimpern einen auffälligen, «der besonders ausdrucksvollen Kontrast bildeten, um- fahmtr tu zahllosen Wellenlinien die leicht gewölbte Stint, und die Trauergewänder ließen die Zartheit Teints um so klarer hervortreten.

Eins hatte Anna bereits in wenigen Tagen ein- vseheu, besonders nützlich konnte fie sich hier nicht Archen. Elsbeth war der Meinung, daß sie es schwer- empfinden werde, ob solch ein kleines Ding mehr Hanse fei, und verhätschelte sie glckchsam, und der Otfel hatte ihr tausenderlei Dinge zu zeigen, die er weitem für notwendiger erachtete, als häusliche »Gelegenheiten.

Acht Tage war eS, daß Auua jetzt auf Schloß oteüurg verweilte.

Am Nachmittage hatte sie einen Spaziergang ge- »rächt und der Onkel führte sie im Mittelgebäude Archer, wo sie hier und da einen Blick durch die <hüreu werfen konnte, wenigstens da, wo sich die '«denen Vorhänge ein wenig zur Seite geschoben batten. Tas junge Mädchen war ganz überwältigt von all Pracht und Herrlichkett, die ihr überall entgegen, duckte. Aehnliches hatte fie noch nie in ihrem Leben Knhen, npd fanb des Erzählens kein Ende, als fie ®? Abend bei Elsbeth saß und bete» Arbeit für ben Mr» Mittagstisch sah. Anna hatte ihr fteilich Wft angeboten, die alte Haushälterin verschmähte i^fabe aber mit einem gutmütig spöttischen Blick o die feinen Finget deS jungen Mädchens.

-.214, Elsbeth, nie im Leben würde ich von dem f^offe fortgehen, wenn ich an des Herrn von der 'W Stelle wäre," sagte Anna. »Es ist hier doch

der junge Graf schon seinem seligen Batet viel zu schaffen gemacht hatte. In der ersten Zeit ist alles out gegangen, sie lebten mit einander rote ein paar Turteltauben. Man sah sie mit einander spazieren­gehen und Blumen pflück.». Leider hat das aber ein schneller Ende gehabt. Nickt lange Zeit verging, da hieß es, dir atme, junge Gräfin gehe mit ver­weinten Augen umher und ihr Gemahl mache ein sehr finsteres Gesicht. Das ging bald weiter. Die Tändeleien hörten ans, sogar die Spaziergänge, bisweilen wollte man einen heftigen Wortwechsel zwischen Beiden ge­hört haben und die Folge waten Krämpfe der un­glücklichen, beklagenswerten Frau. So ist eS bis zum Herbst gegangen. Dann eines Morgens n, Kindchen einen Stein hätte es erbarmen sollen! es ist um fünf Uhr in der Frühe gewesen und et» recht naßkalter Morgen, ich weiß es noch wie heute und »och heute ergreift mich ein Grausen, wenn ich daran denke. Ich höre unten ein gellenden Schrei und springe aus dem Bette. Aus dem Fenster blickend, sehe ich den Reise- wagen vor dem Portale halten und neben demselben dir Gräfin im Reisekleide, ihr zur Seite steht der Herr mit verschränkten Armen, sie finster anblickend der Diener öffnet soeben de» Wagenschlag. Da fällt die Gräfi» plötzlich vor ihrem Gemahl auf die Kuiee nieder »nd streckt verzweiflungsvoll die Arme zu ihm empor. ,O, verstoße mich nicht, Ernst, um aller Heiligen willen, laß mich bei Dir bleiben und gut zu mache» suchen!" flehte sie.

Was er ihr geantwortet hat ich weiß es nicht. Ich weiß nm, daß er sich in demselben Augenblick zu iht niederbeugte, fie aufhob und in ben Wagen trug. Der Schlag fiel zu nnb wenige Minuten später rollte baS Gefährt ben Berg hinab.'

Auua war totenbleich geworden.

»Und hast Du Nichts wieder von her Gräfin ge­hört?' fragte fie zitternd. . /HOjilfH

«Kein Wort! Einige sage«, fie lebe in Italien, Andere behaupten, fie sei tot.

(Fortsetzung folgt.)

Rede stehenden die idealen Wünsche mit den praktischen 1 Ko Schwierigkeiten zu kämpfen. Der ideale Wunsch ist, die alten und schwachen Arbeiter, die nichts oder r i*i mr wenig^für die alten Tage im Verlause ihrer khätigkcil haben zurücklegen können, so zu stellen, daß sie. wenn auch nur ein bescheidenes, so doch

»Mtt baldigst machen zu wollen. Auf dem Lande * " nehmen die Postboten Bestellungen entgegen.

zlichstk Für die Monate August und eeptenwer |456 ersuchen wir die Bestellungen bei der Post

»eres

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b Blattes, Marv«rg, hnn xxni -»awa-m-

Donncrstag, 26. IM 1888. «»ift i< . «m« e. s. « dkÜMg

v Daubeu.To. mFrankfurt a.M., Berlin, Hannover. Baris

!vlw, W anmhmcn, daß der Reichstag die Alters- und Marke ^alibenversicherung der Arbeiter ebenso gutheißen - ®irb, wie er seine Zustimmung zur Kranken- und

, sllnfallversicherung erteilt hat, aber eine andere Sache

iüig» sitz-es, ob er den vorliegenden Gesetzentwurf unver-

tfnahü

ifun9 jt& 174

Siebe; *'*" ~

vohnep

Daß die Erziehung unserer Kaiserlichen Prinzen die denkbar edelste und zugleich einfachste ift, Davon bringen täglich mehr Einzelheiten in die Öffentlichkeit. Tie Kaiserliche Mutter, die selbst in stiller Einsamkeit auf dem Schlosse Primkenau inmitten schlichter Verhältnisse ausgewachsen ist, deren vornehmster Spielplatz einst das waldversteckie Schweizerhäuschen daselbst war, sucht denselben wohl- thnenden Schleier gemütvoller Abgeschlossenheit um das Leben und Treiben ihrer lieblichen Kinder zu breiten; die Berührung mit der Außenwelt wird nicht gemieden, aber noch weniger gesucht. Die (St= ziehung selbst geschieht nach den festen Grundsätzen idealer, gesunder Christlichkeit, welche vor allem hie Tugenden, die ein deutsches Kind zieren, pflezgt und hegt. In erster Reihe steht darunter eine Ein­fachheit, eine Entwöhnung von allem Luxus, an bet sich manche bürgerliche Mutter ein ernstes Vorbild nehmen könnte. Als dieser Tage die Übersiedelung der Prinzen nach Oberhof erfolgte, hatte man Ge­legenheit zu beobachten, mit welcher strengen 21#= fpruchslosigkeit die eisernen Bettchen, die hölzernen Gartenstühlchen, die Spielsachen derselben gewählt waren. Da war nichts, was nicht das Kind eines Bürgers ebenso ober noch kostbarer besitzen könnte Selbst das Fähnchen, welches auf dem Spielplatz der Prinzen vor dem Marmorpalais weht, ist ein Banner, nicht besser, als wie es Dorfbuben am Sedantage auf dem Dorfanger tragen. Die hohe» Eltern selbst nehmen den lebhaftesten persönlich« Anteil ar. dem fröhlichen Heranwachsen der Prinzen. Man hat in letzter Zeit, wenn man am Rande des Heiligen Sees stand, auf der nach dem Wasser zu gelegenen Ballustrade des Marmorpalais den Kaffer zuweilen selbst beobachten können, wie er dort auf der Plattform seine Kleinen in aller Form exer­zierte. Auch ist ja bekannt, in welcher unerbittlich Disziplin sich die Prinzen untertmanber selbst halten und mit welcher militärischen Genauigkeit sie ihre Honneurs sowohl dem erlauchten Valer, wie dem Publikum gegenüber erlediget^ Die kindliche Be­geisterung für das Militär ist bei allen Prinzen eine ausgeprägte, bei dem Kronprinzen aber die fortgeschrittenste. Sie überwiegt bei diesem gelegentlüh alle anderen Bedenken. So erzählt man sich in Potsdam im Augenblick mit besonderem Be­hagen eine reizende Geschichte, wie der Kronprinz jüngst, als er mit seinen Geschwistern zu einer photographffchen Gruppenaufnahme aufgestellt war, samt diesen, sobald die Schloßwache vorbeizog, alles im Stich ließ, um neben derselben, laut komman-

s E (Nachdruck verboten.) 1| Pit SommerreLf«, Eine Humoreske.

MF* Neuzugehende Abonnenten in Kirch­hain und Marburg erhalten vom Tage der Nach Bestellung an bis zum 1. August dieOberh. Zeitung" mit ihren Beiblättern gratis.

fit- z ' I I I X

: Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nub Kirchhain

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und String von Joh. Lira Koch.

Erscheint täglich außer an Werktage» nach Sonn- und Feiertagen. Onartal-Abonnementr-PreiS bei der Expe- bition S»/. KL bei ben Postämtern 8 SRI 50 Pfg. (exkl. vestÄgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Lette 10 Big.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

!* V» Ludert amuhmen wird. Wie die bisherigen Stimmen anm ob§ Reichstagskreisen sich darüber aussprechen, so -wtrd zum mindesten ein sehr ernsthafter Versuch ge­macht werden, die Bestimmungen über die Alters- Ko^ Rite abzuändern, denn es wird nirgends verkannt,

und

Illustriertes Sormtagsblatt