Illustriertes Sonntagsblatt.
JH 172.
Ittch,
3.50,
:r.
lass
en
leit
iuali'
täuscht. Jules plauderte munter fort, aber seine glänzenden Ange» verrieten der schöne» Frau nur zu bald, welchen tiefen Eindruck sie auf ihn gemacht. Und sie? Auch er gefi l ihr. Nach einer halben Stunde erhob sie sich von der schwellenden Altomane, ans welcher sie neben dem Manne gesessen. Ich danke Ihnen, mein Freund," sagte sie herzlich, .für diese köstliche halbe Stunde. Sie sollen auch Ihre Belohnung haben. Wollen Sie morgen früh mit mir ausreite»? Et» Reitpferd aus meinem Stalle wird für Sie bereit stehen. Also um 9 Uhr!" Er küßte die dargeboteue Hand mit Fener und sie entfernte sich mit holdem Lächeln.
Jules BarraS war berauscht von Wonne, als er mit Henri de Villars am späten Abend die Salons vor Fran de Berthelot verließ. Er sprach nur von ihr mit de» begeisterten Worten. Villars lauschte ihm mit seinem gewöhnliche» ironischen Lächeln, agte aber nichts. .Er ist gefangen, dachte er bet ich, was helfe» da alle Warnungen noch? Auch er wird Paris kenne» lernen."
Es war ein köstlicher Morgen, an welchem Denise de Berthelot und Jules BairaS ihren Spazierritt unternahmen. Der junge Mann hob die Dame selbst auf ihren Renner und stolz wie eine Fürstin saß sie im Sattel. Jules schwaug sich auf sein Thier, er war ein guter Retter und nahm sich vortrefflich zu Pferde aus. ES war ein schönes, einander würdiges Paar, welches durch die Alleen deS Bonlogner Holzes dahinsprengte, uud ein flüchtiger Blick, welcher Denise auf ihre» Begleiter warf, schien diese Ansicht zu be- tätigen. Als mau einsamere Wege erreicht hatte, »egannßmau wieder zu plaudern. JuleS erzählte auf hre Aufforderung ausführlich von seiner Heimat uud einem bisherigen Leben, während die Pferde lang- amer dahin schritten, und Denise lauschte aufmerksam uud mit sichtlichem Interesse. Sie ritten dicht nebeu- eiuander uud der leichte Morgenwind, der mit dem Schleier der stolze» Retterin spielle, fächelte mit dem leichten Gewebe häufig JuleS erhitztes Antlitz.
1.80, «em Urteil berechtigten Kreisen doch an der polt rahme chen Bedeutung der Begegnung fest. Die „Nat.-
Jules de VillarS schwieg geraume Zeit. Endlich er: .Ich sehe, Sie find nicht von Ihrem Fieber befreien, handeln Sie, wie Sie wollen; aber wenn «dame de Berthelot Neigung zeigen sollte, fich mit hre» Liebensbeteuerungeu die Zeit zu vertreiben, so •tn Sie wenigstens Ihre» Herrn Onkel nicht hier- *• Ich warne Siel'
«Mei» Herri" brauste BarreS auf, „wie können Mo sprechen I"
l«ng. en . J einem
fort bei den sich ergebenden internationalen Angelegenheiten ohne Mißtrauen und wohlwollend sachlich vorzugehen, anbelangt, zu einem guten Ende führen werden, wollen wir vor wie nach festhalten, unbeirrt davon, daß man von deutscher Seite auch jetzt noch gezwungen ist, herausfordernde und gehässige Insinuationen russischer Blätter energisch zurückzuweisen. Die hier erwähnten rWsfischen Stimmen tragen allenfalls nur dazu bei, allzu weitgehende Erwartungen auf das richtige Maß zurückzuführen, aber sie widerlegen nicht die Thatsache, daß dieEnt- revue von großer politischer Bedeutung ist. — Aus den weiteren Berichten über die Vorgänge und Festlichkeiten, die sich jetzt am russischen Hofe abspielen, geht immer wieder hervor, daß die Aufnahme der deutsche Gäste am russischen Hofe und in der Bevölkerung eine sehr herzliche ist. Über den gestern abend erfolgten Besuch des Lagers von Krasnoe Selo berichtet der bekannte Feuilletonist der „Voss. Ztg." u. a. folgendes: Etwa 30 000 Mann sind dort vereinigt. Auf und an dem Höhenzuge östlich von dem, auf welchem das Dorf liegt, ziehen sich die Lagerzelte in der Richtung von Nord nach Süd wohl eine Stunde weit hin. Beinahe in der Mitte der langen Reihe, auf dem höchsten Punkt, ist das große Kaiserzelt errichtet. Im Thale geht den Höhenzügen parallel die Eisenbahn. Bis zur Kopfstation des Bahnhofs, auf dem Platz vor der westlichen, bekränzten und bewimpelten hölzernen Perronhalle hielten Pferde, Equipagen, Troikas und Droschken für den Kaiser, die hohen Herrschaften, ihr Gefolge und die fremdherrlichen Offiziere. Eine Kompagnie des Wiborgschen Regiments, dessen Chef Kaiser Wilhelm ist, war mit Fahne und Musik auf jenem Westperron aufgestellt. Ter Empfangsalcm außen und innen war reich mit bli tzenden Gewächsen und Draperien geschmückt. Die Großfürsten Wladimir, Michael, Nicolai und Sergei mit Gemahlinnen und Söhnen waren um halb sieben zu Wagen eingetroffen. Um 7 Uhr lief der Zug mit den Kaisern in den Bahnhof ein, beide heute in russischer Uniform, ebenso Prinz Heinrich, dann kam die Kaiserin mit dem Thronfolger und dessen jüngeren Geschwistern ; ein glänzendes Gefolge russischer und deutscher Offiziere, Graf Bismarck in Dragoner- Uniform, schloß sich an. Von den Rufen der Ehrenkompagnie und der Musik der preußischen Nationalhymne begrüßt, nahm der Kaiser Wilhelm den Rapport des Großfürsten Wladimir als Oberst- Kommandierenden, des Kommandanten v. Krasnoe- Selo, des Kommandanten der Garde und des Re
tz." schreibt: Die Artikel der „Lordd. Allg. tz." werden einschließlich derer über die Okkupation ulgariens durch den Prinzen Ferdinand als tak-
Marburg,
Dienstag, 24. Juli 1888.
Deutsches Reich.
Berti«, 21. Juli. Wennschon die „9?orbb. tzg. Ztg." bemüht ist, die Kaiserbegegnung Petersburg zu einem Höflichkeitsakt, einer An- htsvisite zu stempeln, hält man in hiesigen, zu
5Ö;
s
mä durch •üb®' ■cbtef hner- erzlo5
t 1t ** einen Beweis dafür, daß diejenigen vollauf b **♦ t Rechte waren, welche von der Ansicht nicht' ab- S Alt Hcn, daß die jetzige Kaiserzusammenkunft zu poli- ***** hm Erörterungen Gelegenheit bieten werde. Das t 50 tot schreibt weiter: Daran, daß diese Besprechungen, 4363 ® mindesten was die Feststellung der beiderseitigen mtirt hchlossenheit, gute Freundschaft zwischen den beiden ichligen Nachbarstaaten walten zu lassen und Hin-
Für die Monate August und September [4390 ^suchen wir die Bestellungen bei der Post uf die
Oberhesfische Zeitung
mit ihren Gratis-Beiblättern
Kreisblatt für die Kreise Marburg uud Kirchham und
Illustriertes Souittagsblatt
aldigft machen zu wollen. Auf dem Lande ehmen die Postboten Bestellungen entgegen, jür Kirchhain nimmt unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen an, — für iefige Stadt die unterzeichnete Expedition.
MF* Neuzugehende Abonnenten in Kirch- ain und Marburg erhalten vom Tage der tefteUung an bis zum 1. August die „Oberh. eitung" mit ihren Beiblättern gratis.
L Die Exped. der Oberh. Zeitung.
Erscheint täglich außer an Werktage» nach Sonn- und Feiertagen. — Ouarral-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2*/. Ml., bei den Postämtern 2 Ml- 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertianSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blatte», '
sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler
™iL Jahrgang
Dauben. Co. in Frankfurt a.Berlin, Hannover. Pari!.
MrMch I
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. K-rch.
: g'mcntschcfs entgegen und schritt die Front der in : zwei Gliedern ausgestellten Ehrenwache ab. Die : Kaiserin am Arme führend, die einen langen Paletot , aus weißem Damast über einer Hellen, mit Blüten- I Zweigen gemusterten Robe trug, durchschritt Kaiser ! Wilhelm die Empfangsräume bis zu dem Platz, wo : Pstrde und Wagen hielten. Unter brausenden Zu- i rufen der Truppen und der Menge setzte sich der : glänzende Reiter- und Wagenzug, an defien Spitze • der Ches des Hauptquartiers, der schöne weißbärtige - General Richter ritt, in Bewegung, zum äußersten ! linken südlichen Flügel des Lagers hin. Eine große : Zuschauermenge hatte sich auf der Höhe rings ■ um das Kaiserzelt versammelt, bei welchem die : Riesengestalten der Reiter des Convois in langen : blauen _ tscherkessischen Kaftans wacht hielten. 1 Zweitausend Spiel-Leute wurden am Zelt gegenüber in weitem Karree aufgestellt. Länger als eine Stunde währte der Umritt. Die Sonne am glühenden Westhimmel nahte sich dem Höhenrande drüben, als sich in den Klang der von den Truppen gesungenen Soldatenlieder der immer stärker anschwellende Klang der sich näher heranwälzenden Hurrahs der Regimenter mischte, an welchen die Kavalkade vorüberzog. Nun erschien die Kavalkade vor dem Zelt, sprengte noch eine Streck« in nördlicher Richtung unter tosenden Rufen, dann saßen die Herren ab, die Kaiserin und Großfürstinnen mit den Kindern verließen die Wagen und traten zum Zelte, wo die Großürstin Konstantin sie bereits erwartete. Beide Kaiser nahmen die Abendrapporte der Regimenter des Lagers entgegen, sprachen mit den vorgestellten Offizieren und begaben sich dann zu den Damen, um drinnen den Thee zu nehmen, während draußen die Musik des zweitausendköpfigen Orchesters erklang. Sehr bald traten die Herrschaften wieder hinaus, um derselben zuzuhören. In einem Meer goldiger Flut versank drüben die Sonne; da stiegen zischend drei Raketen auf, und in demselben Augenblicke erdröhnte ihm Thal und am Abhänge eine Salve von 200 aufgefahrenen Geschützen. Das war das Signal für den nun beginnenden Zapfenstreich. Prachtvoll rollten seine Trommelwirbel durch die Abendlust dahin, er schloß mit der auch bei unserer Armee gebräuchlichen Weise der Retraite und des Abendsegens, dann aber folgte eine eigenartige Zeremonie. Auf Kommando entblößten sämmtliche Spielleute und Soldatm die Häupter und ein neben einem Trompeter vor der Front der ersteren und vor dem Erdhügel des Kapellmeisters postirter Tam- bour sprach laut und sich häufig bekreuzend das
„Und Sie haben keinen Wunsch, keinen an die Zukunft?" fragte Frau von Berthelot Jules, als er von dem bisherigen und ruhigen und zufriedenen 33er. lauf seines Lebens erzählt hatte. Der junge Mann errötete tief, jetzt war bereits die Gelegenheit da, zu gestehe», was seine Brust bewegte. Sie waren in einer der abgelegensten Alleeen des Holzes, kein menschliches Wese» war zu sehen oder zu hören. JuleS ergriff die mit einem feinen Reithandschuh bekleidete Hand seiner Begleiterin, küßte ste und sagte leise:' O ja, ich habe einen Herzenswunsch: Diese Hand zu erringen und die Liebe ihrer Herrin!',
Frau von Berthelot atmete tief auf. Aehnliche Erklärungen waren ihr schon oft, zu oft gemacht worden, ohne daß ste den geringsten Eindruck auf te gemacht hatten. Jetzt war fie eigenartig erregt; ihr Auge traf JuleS heißen Blick, die Pferde gingen unmittelbar Kopf au Kopf, und wie es gekommen, wußte» weder Denise noch JuleS, als fich ihre Lippen im langen Suffe fanden. „Aber nun kein Wort mehr mein Freund!" rief Denise und versetzte ihrem Renner eiueu Hieb mit der Reitgerte, daß das Tier hoch in di- Lust stieg. I» mächtigen Sätzen brauste es dahin, und Jules hatte Mühe, Madame de Berthelot einzuholen. Kein Wort wurde mehr gesprochen, aber als der junge Mann nach der Rückkehr fich verabschiedete, traf ihn ein voller Blick aus heißen Augen. '
Am nächsten Morgen war JuleS Barras mit einem ' Brief an feinen Oheim beschäftigt, in welchem er i letzteren bat, nach Paris zu kommen. Er war noch - nicht bis zur Unterschrift gelangt, als ei» Telegramm i aus Avignon anlangte, in welchem der Oheim seine Ankunft für den Abend ankündigte, da er an den Verhandlungen de« Senates Teil nehmen wolle, i Zulks empfing den Oheim, nachdem er vorher schon i Frau von Berthelot verständigt, er sei fvr diesen ! Abend am Besuch verhindert. TagS darauf besuchte der °Ue Herr den Senat und fand Anlaß zn einer Aufsehen machenden Rede. Abends Ind JuleS ich
(Nachdruck verboten.)
Die Patroni«.
Pariser Skizzen.
(Schluß.) s
t Vaterunser. Die Häupter wurden wieder bedeckt, * ein kurzer Trommelwirbel und die Zeremonie war : vorüber. Als die beiden Kaiser ihren Wagen, die : Kaiserin mit dem kleinen Großfürsten und Prinzessin ' Xenia den ihren bestieg, stürmte die ganze geschlossene 1 Masse der Spielleute dicht an den Schlag heran : und ihr jauchzendes Hurrahgeschrei erklang mit be- ' täubender Gewalt unmittelbar an die Ohren der : schönen Herrscherin. Das ganze Fest gewährte ein ! wundervolles unvergleichliches Schauspiel.
1 — (Unterhaltung der Schulen.) Vor
' kurzem hat der Kultus-Minister an eine Provinzial- ; Regierung einen Erlaß gerichtet, welcher davon ; Zeugnis giebt, daß die Unterrichtsverwaltung bemüht • ist, die Gemeinden, soweit es möglich ist. in bezug auf die Pflicht zur Unterhaltung der Schulen zu entlasten. Es war nämlich von feiten der Regierung
: die Frage gestellt, ob im Falle der gänzlichen ober teilweisen Zurückziehung einer widerruflichen Staats- beihilse zur Lehrerbesoldung die Anforderung an die zur Unterhaltung der Schule Verpflichteten, den entstehenden Ausfall fortan aus eigenen Mitteln zu decken, als eine Anforderung, welche durch neue oder erhöhte Leistungen der zur Unterhaltung der Schule Verpflichteten zu gewähren, im Sinne des § 2 des Gesetzes vom 26. Mai 1887 zu betrachten sei. Der Minister hat diese Frage verneint. Werde eine Prüfung der zur Unterhaltung der Schule Verpflichteten zu dem Behufe erforderlich, um darüber zu befinden, ob und in welchem Umfange denselben zur Erfüllung der ihnen gesetzlich obliegenden, von der Behörde innerhalb der Grenzen ihrer Zuständigkeit festgestellten Leistungen für die Schnl- unterhaltung eine Staatsbeihilfe zu gewähren bezw. eine bisher gewährte Staatsbeihilfe ferner zu belassen oder zu kürzen oder ganz zurückzuzichen, so habe hierüber lediglich die Regierung zu befinden. Der Kreisausschuß oder der Bezirksausschuß seien dazu nicht berufen, weil es sich nicht um neue oder erhöhte Leistungen handele, sondern um solche, wozu die Verpflichtung bereits feststehe. Im Falle der Weigerung einer Gemeinde werde daher aufgrund des § 48 des Zuständigkeitsgesetzes zu verfahren sein. Dann schließt der Minister die Darlegung seines Bescheides mit folgenden Worten: .Ich muß indeffen dringend wünschen, daß zur Zeit Staatsbeihilfen zu den Lehrerbesoldungen, welche seither gewährt worden sind, entweder überhaupt gar nicht, oder doch nicht ohne unbedingt zwingende Veranlassung gekürzt oder zurückgezogen werden, und empfehle der Königlichen Regierung, dies um ei», ihn zur Frau von Berthelot zu begleiten, in deren Salons er eingeführt sei, und wo er übrigens viele Politiker finden werden. Von seiner Liebe znr Hausfrau sagte JuleS Barras nichts. Er hielt es ür vorteilhafter, der Oheim möge selbst Denise kennen lernen. Daß fie auch ihn bezaubern werde, daran zweifelte er keine» Augenblick.
Madame de Berthelot empfing Onkel und Reffen mit ganz besonderer Auszeichnung, der alte Senator war als Manu des Tages überhaupt der Mittelpuntt der Gesellschaft. Jules lechzte nach einem Liertel- tündcheu Alleinseins mit der schönen Frau, aber sein Wunsch blieb unerfüllt, sie »>ar zu sehr von den Gästen in Anspruch genommen. Später aber plauderte sie mit dem Oheim, und da konnte JuleS natürlich nicht dazwischen treten. Ein feuriger Blick aus den schönen Augen mußte ihn beim Abschied für den verkürzten Abend trösten.
Der Senator war entzückt von Denise; er sprach das offen seinem Reffen gegenüber aus uud dieser jubelte im Stillen. Run mußte ja sein Plan gelingen, uud er sah es deshalb gern, wenn der alte Herr fast den ganzen Abend bei ihren Besuche» an Denises Seite war. Die Entscheidung mußte ja bald fallen. Da wurde der Senator für einige Tage gehindert, Denise zu besuchen. Das Ministerium war zurück» getreten, und er war eingeloben, Mitglied des neuen KadiuetS zu werde«. JuleS erzählte Denise von den Aussichten seines OheimS, sie hörte ihm mtt blitzenden Augen zu. AIS er sagte, er werde nun mtt dem Oheim sprechen, wegen ihrer Verbindung, machte fie eine flüchtige Bewegung. Tag« darauf beretiete er ich auf die Enthüllung vor, als der Oheim in« Zimmer trat: „Du kannst gratulieren, Reffe, sagte er, „ich bin Minister und Madame de Berthelot wird meine Gemahlin!' Halb ohnmächtig sank Jnle« Barras in einen Seffel. Was hatte VillarS gesagt? —
Ä mein Lieber!" antwortete Villars in unge- [L Mich herzlichem Tone, „eS ist überflüssig, daß Sie 1 ereifern. Ich bin älter als Sie, kenne Paris 'Allgemeinen und Denise de Berthelot im Be- 1C» 'deren genauer, als Sie. Nochmals, ich warne > armer Junge. Aber, dort in jenem Zimmer sin Spielchen gewacht, entschuldigen Sie mich einige Zeit. Sie wollen sehen, ob Frau Venus ”5a geneigt ist, ich will Frau Fortuna auf die t6”e stellen. Auf Wiedersehen."
Denise de Berthelot hatte das Gespräch der beide» 8e» Männer beobachtet. Es bedurfte keines be- "otten Scharfblickes für fie, zu erkennen, daß von zwis hen jenen Beide» dix Rede war. Der Julis BarraS, mit dem frischen offenen Ge- ok ?ot Hr sofort unter den gelangweilten Pariser i ter nn ausgefallen; etwas wie Neugier regte sich zu erfahren, was er über sie gesagt. Sie »an onf Jules BarraS zu und begann im leichte» ^wungene» Tove mit ihm vo» seiner auch ihr 6o7e.H Heimat zu plaudern. JuleS wurde lebhaft ^»le des Gesprächs, er erzählte vortrefflich und lauschte ihm mit großem Vergnügen. Dan» ste bte Rede auf Paris, aber wenn fie er» fe? hatte, auch er werde nun mit einem Anliegen ihre Fürsprache erbitten, so sah fie fich ge
lbe Züge zu betrachten sein, die bas publizistische L vielleicht auch bas diplomatische Terräii ab- ' 8zen. In gutunterrichteten Kieisin dahier waltet r Eindruck vor, als ob die nächsten Ziele der en.miserr ise sich in einer die besten Erwartungen ’ lertressenden Weise verwirklichen. Ebenso erblickt i 60, k „Kreuz-Ztg." in den Unterredungen des deutschen ™* Üstrs mit Giers und des Zaren mit Herbert Bis-