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Illustriertes Sonntagsblatt.

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Arbeit und Arbeitsverdienst

In Deutschland wird im allgemeinen weniger ober den Mangel an Arbeit geklagt, als über die

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Heerende Seuchen können freilich einen schwerwiegenden pfftuß ausüben, aber bei Lichte besehen, wäre in allen diesen Fällen der Schaden viel größer, als der

zu HAseu vermag, und fie vermag viel. Auch ich verdanke ihr meinen einträglichen Posten im Mini- sterium 1"

»Sie wachen mich in der That neugierig,' ver­setzte BarraS,und wenn Sie mir einige Aujklärungen geben wollten, würde ich Ihnen sehr dankbar sein. Weiß der Himmel, auch ich kann eine Beschützerin gebrauchen!'

So hören Sie denn. Madame de Berthelot ist die junge Wittwe eines bekannten Abgeordneten, der «in großes Haus zu halten pflegte. Unsere Herren Gesetzgeber waren rein vernarrt in die reizende Frau und eine Bitte von ihr galt Vielen als ein Befehl. Die böse Welt sagt, Madame de Berthelot habe durch einen süßen Blick manchen der Volksboteu zu über­zeugen gewußt, den stuudenlange Reden im Parlament nicht anderen Sinnes machen konnten. Doch ich sage nur, was man sich allgemein in die Ohren raunte; und will keine feststehende Thatsache hinstellen. Daun starb Herr von Berthelot in einer unserer schönen ostastat,scheu Besitzungen, wohin man ihn als Kom- mtsiar der Republik gesandt. Seine Gemahlin war Witwe. Nun, fie ist in dem Trauerjahr nicht häß­licher geworden, und ihre zahlreichen Anbeter wurden auch utcht unzuverlässiger, und gegenwärtig besitzt die chöue Frau verdoppelten Einfluß. Und warum sollte sie ihn nicht anweudeu. Thut fie es nicht, so thuo es andere, und i» Wahrheit ist Frankreich ja stets von Frauen regiert worden. Doch um von mir selbst zu sprechen. Sie wisieu, mein Lieber, daß ich hundert­tausend Frauken Reute im Jahre hatte. Giebt mau aber statt hunderttausend ost zweimalhunderttanseud aus, so kann die Freude natürlich nicht laug« dauern, und meine finanzielle Lage war daher bald eine recht verzweifelte. Auch ich kannte damals Madame de Berthelot nicht, aber ich hatte einst hier im Bois die Gelegenheit, ein ihr entfallenes Bouquet zurückzugebeu. Daraus leitete sich die Bekanntschaft her. Ich erhielt eine Einladung und da in diesen schwierigen Zeiten mein Antlitz gerade nicht die hoffuuugSseligste Miene

einen wesentlich erhöhten Verdienst am einzelnen Artikel nicht mehr bringen. Auch hierfür sind die Gründe sehr einfach. Es heißt: Not lehrt beten! Aus industriell« Verhältnisse übertragen lautet dieser Satz: Not lehrt erfinden! Als die bösen Zeiten des wirtschaftlichen Niederganges in den siebziger Jahren über ganz Europa hereinbrachen, mußte zu äußerst billigen Preisen gearbeitet werden, wenn überhaupt ein Geschästsumsatz erzielt werden sollte. Um diesen Geschäftsumsatz aber doch zu einem wenigstens etwas lohnenden zu machen, strengten die Industrie und das Gewerbe ihre geistige Erfindungs­gabe auf das Alleräußerste an. Die Produktion wurde kolossal vereinfacht, um in jeder Weise zu sparen, allerlei geschäftliche Mauipulattouen wurden ersonnen, und das Ergebnis war denn auch, daß trotz aller trüben Zeiten sich die Sache doch machte. Aber mit dieser gewerblichen Politik ist auch eine neue Epoche im ganzen industriellen Leben ange­brochen, ebensowenig wie man einen Fluß zwingen kann, zur Ouelle zurückzufließen, kann man jetzt dem Publikum gegenüber eine wesentliche Preissteigerung durchsetzen. Gelingt das vielleicht für einen kurzen Moment, der internationale Wettbewerb würde doch bald alles vereiteln. Tiefe einfache Darlegung der thatsächlichen Verhältnisse zeigt auch, daß der Ge­danke vom Normalarbeitslohn ein niemals ausführ­barer ist. Der Mangel an Arbeitsverdienst besteht beim Arbeitgeber ganz genau so, wie bei seinen Arbeitern, und er kann ihn, das ist die Lehre der verflossenen Sturm- und Trangjahre, nicht durch einfachen Preisaufschlag gegenüber dem Publikum beseitigen, sondern nur durch Vermehrung seiner Kundenzahl. Das ist aber leichter gesagt, als gethan; wer es will, muß häufig viel riskieren, wer nicht, sich einschränken. Es liegt im eigensten Interesse jedes Arbeitgebers, seine Leute so gut zu bezahlen, wie er es im Stande ist. Thut er es nicht, erhält er unfähigere Leute, und daß deren Leistungen die gute Kundschaft nicht vermehren, ist selbstverständlich. Ein leider nicht geringer Teil des Publikums achtet ja freilich mehr auf den Preis der Ware, als auf die Güte, aber es giebt doch sehr viel Beläge, daß eine solche Geschäftsweise für die Dauer wenig Nutzen bringt. Gute Arbeit ist auch heute theurer als geringe, aber im Vergleich zu früher gewaltig billiger. So bestimmt der Bedarf und die Wahl des Publikums immer und ewig den Arbeitsverdienst, und daß er bei uns, wenn auch oft gering, so doch nicht unerträglich niedrig ist, zeigen "bie Lohnstatistiken anderer Staaten. Dort sieht es noch ganz anders aus.

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Marburg,

Sonntag, 22. Juli 1888.

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(Nachdruck verboten )

Air Patronin.

Pariser Skizzen.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition: Martt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Au-, Koch.

epochemachender Erfindungen entstehen, sind auch nichts anderes, als Gipfelpunkte in der natürlichen Entwicklung. Diese Entwickelung kann uns aber,

[ Zwei junge Herren aus der eleganten Welt schleu- «tt.n im Boulogner Holz und schauten den zahl- ^lcheu Wagen und Wägelchen nach, in welchen die pariser Damenwelt, die ganze und die halbe, durch (ILiJ 7 Alleeen kutschierte. Da rollte ein kleines, äußeist j Lautes Gefährt vorüber; es barg nur eine Dame, Kühe selbst die beiden edle» Tiere vor dem Wagen v., ; Akte, und aus dem Rücksitz einen Diener. Henri de j «Mais, einer der beiden jungen Herren, zog seinen . qa Hat und verbeugte sich tief. Die Dame lächelte e;f' grüßte durch ein Neigen der Peitsche und Piö» «r Wagen war vorübergesaust.

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Niedrigkeit des Arbeitsverdienstes. Was man von sogenanntenarmen Reisenden" über den Mangel ®i Beschäftigung zu hören bekommt, ist manchesmal Wahr, entspringt aber weit öfter noch der lieben Faulheit und Bequemlichkeit. Über die Niedrigkeit des Arbeitsverdienstes wird vielfach nicht mit Unrecht geklagt; es muß in zahlreichen Geweben sehr ernst Wid fleißig gearbeitet werden, um ein genügendes Auskommen zu erlangen, und besonders gilt das ton der gewerblichen Thätigkeit in großen Städten. Kur scheinbar stehen sich dort Arbeiter und Ge- acrbegehilsen besser, als in kleineren Orten, ver­miedene Umstände, auf die im speziellen einzugehen, W weit führen würde, die aber thatsächlich vorhanden std, schmälern den Arbeitsverdienst ganz wesentlich. Hie sozialdemokratische Lehre schlägt zur Beseitigung Ks Übels eines geringen Arbeitsverdienstes einen Astmalarbeitslohn vor, von dem Gedanken aus- chend, daß das ganze wirtschaftliche Leben sich nach ragraphen bestimmen läßt, die aber, wenn sie orhauden sind, zu Gunsten noch radikalerer Be- mungen über den Hausen schleunigst geworsen den sollen. Ebensowenig, wie sich im Meere t wnd Ebbe zwangsweise bestimmen läßt, eben- enig kann auch dem wirtschaftlichen und gewerb- | Sfjen Verkehr vorgeschrieben werden, das hast du $e leisten! Der gewerbliche Verkehr und die in« wstrielle Arbeit sind keine Urgewalten, die olles ctoere beeinflussen, sie sind Ergebnisse unserer Zeit Md werden von der Zeit und den Zeitverhältnissen tingiert. Wie die geschäftlichen Verhältnisse nach dm mageren Jahren, die nicht nur Deutschland, sindern ganz Europa durchgemacht, heute liegen, &men wir uns nicht groß einer Täuschung hingeben, W der Preis aller Waren und Jndustrieprodukte j vis natürlichem Wege nicht wesentlich in die Höhe

daß ungeachtet der Schnelligkeit, mit welcher die Güter später eingehen werden, die inneren Arrange­ments unserer großen Schau am 1. August d. I., dem für die Eröffnung festgesetzten Tage, weit im Rückstände sein werden. Der britische Hof ist noch nicht im Grundriß fertig; innerhalb seiner Um­grenzung ist nur eine Sammlung von Kisten mit von der Adelaider Ausstellung herrührenden Waren, eine Anzahl besonders beförderter Kisten mit Aus­stellungsgütern, sowie das Holzwerk zu den rrn Bau begriffenen Bureaus und Empfangsräumen zu sehen. Sehr wenig Güter ffind aus Neu-Südwales ein« getroffen, aber die Bureaus für die Ausstellungs­kommissare sind der Fertigstellung nahe und werben sehr behaglich eingerichtet fein. Auf dem Hofe von Viktoria befinden sich nur wenige Kisten, aber, da die verlosten Plätze sämtlich abgegrenzt und nummeriert sind, so können die Aussteller jetzt unverzüglich mit dem Arrangement ihrer Güter vorgehen. Im Hofe von Neu-Seeland wird noch ausgepackt; in Bezug auf Arrangement der Güter und hinsichtlich der Dekoration ist noch nichts geschehen. Am weitesten ist der deutsche Hof vorgeschritten, hinsichtlich dessen jede Einzelheit vorher überdacht zu sein scheint; die ganze Verwaltung dieser Abteilung ist ein Beispiel für die übrigen. Die zu dieser Abteilung gehörigen Beamten habe» feit ihrer Ankunft in der Kolonie bis heute stetig an ihrem Werke Weiterarbeiten können. Infolge dessen sind fie so Weit vorgeschritten, daß sie ohne Bedenken erklären, mit bet. Aufstellung der Kunst- und gewerblichen Gegenstände am 1. August vollständig fertig zu fein. Auch die Ausstellung der Maschinen wird an diesem Tage beendigt fein, wenn der neue Annex für Maschinen zu rechter Zeit fertig wird. Es ist jetzt mit der Anbringung der Dekorationen begonnen, welche bedeutenden Eindruck machen werden. Alle Ornamente und Dreperieen sind in Deutschland vorbereitet. Die reichen Falten schöner an ornamentierten Bögen angebrachter Vor­hänge werden sich gegen die geschmackvi ll und elegant entworfenen Säulen, Schilde und Devisen aus Gold vornehm abheben. Der Haupteiugang führt in eine große Musikhalle, in welcher über 200 Pianos den Hauptausstellungsgegenstand bilden. Außerdem werden auch Orgeln, Harmoniums, Accordeons, Zithern, Coneertinos re. darin ausgestellt. Hinter der Musikhalle befinden sich die Bureaus und Empfangsräume. Die Dekoration des Hosts wird den reichen Verzierungen am Haupteingange entsprechen.

München, 20. Juli. Gegen 12 hiesige Sozial­demokraten, darunter Abgeordneter Auer, ist Anklage ist gefährlich, eine Fran wie Denise von BertheloS zu lieben, denn Sie dürfen nie auf eine wahre selbst, lose Gegenliebe rechnen. Sie ist liebenswert und liebenswürdig, aber noch viel mehr ehrgeizig, und könnte sich eines Tages versucht fühlen, Ihnen ohne Weiteres den Rücken zuzuwenden, vorausgesetzt, daß Sie über­haupt erhört werden.'

Jules Barras widersprach auf das Heftigste. So sehen Sie doch nur diese freuudlicheu, klaren Augen, dieses reizende Gesicht, höre» Sie nur dies silberhelle Lache; ist sie nicht eine Fran zum Lieben und zum Geliebtwerden geschaffen, die verkörperte Gattin der Liebe selbst?'

Sie enden im Fieber!' entgegnete VillarS ruhig, und ich wünsche Ihnen, daß Sie dasselbe bald über, stehen. Damit Sie aber an meine Warnungen glauben, mich ich Ihnen noch etwas sagen. Die von Ihnen so sehr verehrte und gerühmte Göttin Venus hat, soviel ich weiß, von Nectar und Ambrosia gelebt, Moden brauchte fie nicht mttzumachen, weil man noch nicht zu dieser Erfindung gekommen war und um ein Hotel brauchte fie auch nicht zu sorgen. Glauben Sie wohl, daß eine Fran, wie Denise von Berthelot mit einer Jahresrente von 25000 Frauken auskommt? Sagen wir 250000 Franken, mein Lieber, das wird etwa genügen.'

Was glauben Sie wohl, antwortete JuleS, welches Vermögen mein Oheim hat? Er hat recht wohl eine JahreSrente von einer Viertel Million Franken!'

Aber Sie haben fie nicht," lachte Henriübrigens was ist Ihr Herr Oheim eigentlich und wie heißt er?"

Er ist der Präsect R. in Avignon, Mitglied deS Senates und dergleichen mehr. Ich bin überzeugt, er wird mir einen erheblichen Teil seines Vermögen» abtreten, wenn et Denise gesehen und ich ihm gesagt, re solle seine Nichte werden. Wenn ich Gewißheit erlange, daß Denise mich zu Lieben im Stande, werde ich ihn bitten, nach Paris zu kommen, damit er sie persönlich kennen lernt*

(Schluß folgt)

Deutsches Reich.

Berlin, 20. Juli. DieNorddeutsche Allgem. Zeitung" teilt mit Rücksicht auf die unvollständige und verstümmelte Wiedergabe der Antwort des Staatsministeriums vom 29. Mai auf die Polen- Adresse an Kaiser Friedrich den wahren Wortlaut der Antwort mit, worin es heißt: Ter Kaiser ließ dem Staatsrninisterium die polnische Ergebenheits­abreffe zugehen, damit es dieselbe in allerhöchst dessen Namen beantworte. Tas Staatsministerium erledigte sich dieses Auftrages mit dem Versichern, daß der König an der Treue der polnischen Unter tränen niemals gezweifelt, daß es aber Sr. Majestät Freude gemacht habe, dasselbe Gefühl, von welchem Seine polnisch redenden Untertanen jederzeit beseelt waren, auch in der Adresse vom 7. April ausgedrückt zu finden. Se. Majestät entnehmen daraus die Zu­versicht, daß die Unterzeichner der Adresse das Ge­fühl treuer Anhänglichkeit und Dankbarkeit für die Wohlthate» geordneter staatlicher Eimichtungen auch in ihren parlamentarischen Arbeiten im Reichstage und im Landtage im Interesse des preußischen Staates betätigen werden. DieNordd. Allg. Ztg." bemerkt gegenüber demSolei!", welcher die Kaiser­reise als letzte Anstrengung, Rußland zu versöhnen, bezeichnet, und welcher sagt, daß dieselbe ein Erfolg der russischen Diplomatie sei, welche nunmehr die Absetzung des Prinzen von Koburg verlangen würde, wozu Deutschland seine Zustimmung geben werde, unter Bedingungen jedoch, welche dem Zaren nicht gefallen und ihn in seinem Entschlüsse befestigen würden, Deutschland keinerlei Zugeständnisse zu machen, daß die deutsche Politik von Anfang an im Sinne des Berliner Vertrages gegen die Abenteuer des Prinzen von Coburg protestiert und hieran niemals eine Bedingung Rußland gegenüber geknüpft habe. Derartige Bedingungen seien eine kindische Erfindung. Ter Berliner Vertrag, welchem Deutschland präsidiert hat, fei ein bindendes Abkommen und die koburgische Okkupation ^ehe mit den Grundsätzen desselben im Widerspruche. Die vier Söhne des Kaisers sind heute von Potsdam nach Berlin gefahren und haben sich von da nach Oberhof in Thüringen begeben.

Ueber den Stand der Vorbereitungen für die diesjährige Weltausstellung zu Melbourne schreibt der dort erscheinendeDaily Telegraph» unter dem 5. Juni d. I.: Der Eingang von Gütern für die Ausstellung ist jetzt etwas gering; eine verhältnis­mäßige Ruhe ist eingetreten. Die Ankunft verschie­dener Schiffe mit reichlicher und wertvoller'Ladung steht binnen kurzem zu erwarten. Dennoch ist klar, zur Schau trug, so wurde ich von Madame bemerkt und »ach dem Gruude meines Kummers befragt. Ich beichtete so offenherzig, wie nie iu meinem Lebe». Frau von Berthelot lächelte leise. In dem Moment ging gerade ein weißbärtiger, würdevoller Herr, mit dem Kreuz der Ehrenlegion auf der Brust, vorüber. Erlauben Sie, Herr Deputierter,* sagte Frau Denise, daß ich Ihnen Herrn Henri de VillarS vorstelle, eine» junge» Man», der zu de» enthusiastische» An- bänger» der Republik zählt. Er würde ihr gern mit seiner ganze» Lebeuskraft diene», wen» die Republik seine Dienste auuehmeu wollte. Ich weiß, Sie, der erleuchtete und weise Gesetzgeber*

Sie schmeichel», meine Teure,* unterbrach Sie der dekorierte Herr,aber die Republik wird nie Herze» zurückstoßeu, die ihr so begeistert entgege»- schlagen. Die Republik wird gewiß gern von den ihr so bereitwillig augebotene» tteuen Diensten Ge­brauch wachen.' Daun noch ein paar gleichgillige Worte und iu acht Tage» hatte ich meine Ernennung als Ministerialbeamter iu der Tasche, hatte wenig zu thuu und war geborgen. Und wer weiß, mein Lieber, ob ich wegen meiner Verdienste um das Vaterland nicht bald die Ehrenlegion erhalte,* schloß Villars mit einem leichten Lächeln.

Ich will zu Frau von Berthelot!' entschied sich JuleS BarraS,wenn es sei» kann, noch heute.*

Die SalouS von Madame de Berthelot wäre» am Abend reich gefüllt, auch Henri de Villars uud Jnlas Barras befanden sich unter den Erschienen. BarraS wurde von der schönen Frau so liebenswürdig begrüßt wie rin alter Bekrwuter, und ans de» jungen Herrn aus der Proviuz machte die iu der That bezaubernde Dame den tiefsten Eindruck. Er dachte bald nicht mehr daran, daß er Frau von Berthelot aufgesucht, um au ihr eise gnädige Fürsprecherin zu gewinnen, er war in sie verliebt bis über beide Ohren. VillarS bemerkte bald, wie seinem junge» Freunde zu Muth war.Hören Sie, mein Lieber," sagte er in seiner ttockeue» Weise,ich warne Sie eindringlich. Es

. -Wer war das?» fragte JuleS BarraS, der zweite ipoBj beiden Flaneurs, der sich beeilt hatte, den Gruß E'-Les Gefährte» zu wiederholen, indem er durch fein ^kgnon forschend der Entfernten »achblickte.

- »Sre fragen, wer diese Dame ist?' antwortete vwrt de Villars.Mein Gott, wie lange sind Sie Irlich schon tu Paris, daß Sie diese Dame nicht

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Watte», sowie d. Annoncen-Bureaux von Haaseufteiu und Bögler

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Daube q. So. in Frankfurt a. VL, Berlin, Hannover. Pari-

Leos iu. -V°r vier Wochen verließ ich Avignon,* entgegnete - ~ k? ^dere,und ich meine doch, daß ich Paris fett» 10r, N genügend kennen gelernt. Metue Wechsel über

1 iA000 Franke» find dahin, und wen» mein Oheim N dicht erweiche» läßt, werde ich nach Hause zurück.

müssen. Die 25000 Franken sollten für ein Jahr genüge»!* -

^.»Welche thörtchte Idee von Ihrem Herrn Oheim!' Klette VillarS überlege»,wie hätte» Sie aber auch !? einer solche» Bagatelle ganz Paris keuae» lerrev Nein, meio Lieber, Sie kenne» Paris nicht, sonst würde» Sie Madame de Berthelot kennen, Ja einflußreichste Frau iu Paris, uud, vrrgesieu Sie utcht, auch dte liebeuswürdtgste. Madame de ^chelot läßt niemand umsonst büteu, wenn fie ihm

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiettagen. Quattal-Abonnements-PreiS bei der Expe­dition 2»/. Mb, bei den Postämtern 2 Ml- 50 Pfg. (exkl- Bestellgeld). Jnsertivnsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

antirt ^en- Für Industrie, Handel und Gewerbe ist !d un-8to naturgemäße Entwicklung förderlich, und ' tie Umwälzungen, welche auf diesem Gebiete infolge