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Marburg,

Freitag, 20. Juli 1888.

Härten der deutschen Behörden, würden die Ersten sein, um den französischen Plebs zur Steinigung eines aktiven deutschen Offiziers aufzuhetzen, dem es emsallen sollte, sich unter dem Vorwande, einen kranken Verwandten pflegen zu wollen, nach Nancy, Verdun, oder einer anderen Grenzfestung zu begeben. Es läge vielleicht in höherem Grade im französischen Interesse, als die durch eine jammervolle, verlogene Presse verblendete große Menge weiß, wenn man sich in Frankreich darüber klar werden wollte, daß die Franzosen sich schon gefallen lassen müssen, mit demselben Maße gemessen zu werden, mit dem sie messen. DieNat.-Ztg." schreibt: Die Broschüre des früheren Erziehers des Kaisers, Geheim. Rat Hinzpeter, ist ihres rückhaltlosen und offenen Toms halber von verschiedenen Seiten bemängelt worden. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, hat die Broschüre vor ihrer Veröffentlichung Kaiser Wilhelm vorgelegen und hat derselbe die Veröffentlichung gestattet.

Macke"nzie soll, nach einer Londoner Mel­dung derFranks. Ztg.", von der Königin von England wegen seiner ihrem Schwiegersohn geleisteten Dienste der Pairstitel verliehen werden. Diese Nach­richt dürfte wohl als ein schlechter Scherz anzusehen sein, den sich jemand mit derFrkf. Ztg." erlaubt hak. Sollte sie sich aber bestätigen, so könnte sie nur als ein politischer Akt angesehen werden, der sich nicht bloß dem Urteil der deutschen Aerzte, sondern auch dem unseres diese Aerzte auszeichnenden Kaisers schroff und vemonstrativ entgegenstellt und beweisen würde, daß man in England die Mission Mackenzies fast mehr als eine politische, denn als eine ärztliche angesehen hat. Einen Arzt, der seinen Patienten zu Tode kuriert, hat, bezahlt man wohl und das ist in wahrlich reichlichem Maße geschehen (1600 Mk. pro £ag!); aber man erhebt ihn nicht zur höchsten politischen Ehrenstelle des Staates! In Paris hat Mackenzie in Gegenwart und unter Zeugenschaft seines Freundes Dr. Fauvel selbst erklärt, er sei durch Generalarzt Wegner im Namen der damaligen Kronprinzessin Viktoria berufen worden. Von dieser wichtigen Erklärung nimmt die gesamte freisinnige Presse nicht ein einziges Mal Notiz, im Gegenteil wird nach wie vor verbreitet, daß gerade Gerhardt und Bergmann cs gewesen seien, welche die Be­rufung Mackenzies herbeigeführt haben. Dazu bemerkt derHamburger Korrespondent":Uebrigens hat gerade der Generalarzt Wegener nachmals nicht am wenigsten unter der Ueberhebung und dem Terrorismus Mackenzies zu leiden gehabt; es wird z. B. zuverlässig

Volk zu beirügen. In dieicm bat der gesunde Menschenverstand längst sein Urteil gefällt und fast alle Einschüchterungs- und Verwirrungsversuche der Mackenziekoterie gleiten an dem Panzer der traurigen aller Welt vor Augen liegenden Thatiachen ab.

Ausland.

Rom, 18. Juli. Nach einer Meldung der Agenzia Stefani" aus Massauah fährt General

Deutsches Leich.

Berlin, 18. Juli. DerReichs Anz." veröffent­licht die Verleihung des Großkreuzcs des Roten Adlerordens mit Eichenlaub an den General von Wardensleben und des Roten Adlerordens 2. Klasse mit Eichenlaub an den Geheimen Regierungs - Rat Professor Hinzpeter in Bielefeld. Die große Herbstparade des Gardekorps wird, da der 2. Sep­tember ein Sonntag ist, schon am 1. September, und zwar, wie immer, auf dem Tempelhofer Felde, abgehalten werden. Da dies die erste Parade vor dem Kaiser Wilhelm II. sein wird, so wird dieselbe voraussichtlich zu einem ganz besonders glänzenden militärischen Schauspiele gestaltet werden. Die Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Durch die gesamte französische Preffe ziehen Klagen darüber, daß die- deutschen Behörden einzelnen Franzosen, welche sich nach Elsaß - Lothringen begeben wollten, Pässe ver­weigert oder die Erlangung derselben in höchst störender Weise erschwert hätten. In den meisten Fallen sind diese Klagen selbstverständlich, wie bei­nahe alles, was in Frankreich über Deutschland ge­druckt wird, einfach erlogen, aber selbst da, wo denselben ein Fünkchen Wahrheit zu Grunde liegen und sie dem Thatbestande mehr oder weniger ent­sprechen sollten, sind sie vollständig unbegründet und nur em neuer Beweis dafür, mit welcher Be­harrlichkeit man in Frankreich fortfährt, die Stellung der Franzosen zu Elsaß - Lothringen zu verkennen. Nachdem die deutsche Sentimentalität während ganzer Generationen der Gegenstand französischen Spottes gewesen ist, sollten unsere so praktischen Nachbarn doch nicht thatsächlich in Fehler verfallen, die ihnen bei uns so lächerlich erschienen sind, und z. B. nicht den Versuch machen, durch Rührung Sym- pathieen zu erwerben, indem sie lamentable Ge­schichten erzählen von einem aktiven Offizier, der durch die deutsche Grausamkeit verhindert worden sei, an das Krankenlager seines im Elsaß lebenden Vaters zu eilen. Die Angehörigen aktiver sranzösischer Offi­ziere haben in Elsaß - Lothringen überhaupt nichts Erlaubtes zu suchen und brauchen sich dort nicht rwfzuhalten, und der ganze Zweck des Paßzwanges ist eben, die sozialen und kommerziellen Verbindungen zwischen Frankreich und Elsaß-Lothringen vollständig : abzubrechen, nachdem in unzweifelhafter Weise fest- ' Seftellt worden ist, wie diese Beziehungen von den i Franzosen in völkerrechtswidriger Weise gemißbraucht wurden. Dieselben Skribenten, die jetzt nicht 1 tat genug jammern können über die angeblichen l

- Illustriertes SonntagsblM

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain

Expedition- Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. 2no. Koch.

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(Nachdruck verboten.)

Dfarchlms-Lonmn.

Bon Conrad Fischer-Sallstein.

» t (Schluß.)

<i*-> ®ott, und er versüßte doch den Eltern die »tzte Minute ihres Lebens, er wachte fie doch glücklich ?"

Trauernd schüttelte der Pfarrherr den Kops.

»Er durfte es nicht, Emmy.'

Er durfte es nicht?"

Nein, weil er in seiner Heimat eine Braut be« saß. Sie hätte ihm diesen Schritt niemals ver­ziehen."

Mit einem Anflug von Entrüstung wollte sich Emmy erheben, aber der Freund ließ ihre Hand Acht los.

»Das ist nicht möglich,' sagte fie.

m r"®0$, doch, Emmy. Ein liebendes Frauenherz V selten groß tm Entsagen. Er kannte seine Braut «d durfte nicht hoffen, daß fie ihm verzeihe, und er gehandelt. Was konnte er sonst thun,

.ß so niedrig von einem Fratzenherzen zu denken! Was er thun konnte? Mein Himmel, eS war tat. Pflicht, eS war Gottes Wille, daß er den ver- »weifelnden Eltern die letzte Minute versüße.' - »Aber die in Deutschland harrende Brant, die ej "icht zur Ruhe uiederlegte, ohne für ihn ein Ge. 00 »um Himmel zu senden?'

Hirz ^lut ".übt- entsagen, wie sehr ihr auch das

.Pfarrherr ergriff jetzt ihre beiden Hände "o blickte Emmy prüfend in die Augen.

m9' haben Sie dieses Urteil auch wohl ge. g/W ? Wären Sie stark genug, als Braut das Gleiche k^khun, war Sie so schön und groß von einer an« Verlangen?*

äbriß W plötzlich von dem Pfarrherr» los. Blut drängte sich ihr zu dem unglücklichen Sie preßte die zitternde» Hände vor die

Augen, vor die Stirn und fragte mit bebender Stimme: Sie sprechen von Eugen nur von Eugen!'

Ja, ich spreche von Eugen. Sie können ruhig sein, er hat so groß und edel gehandelt, wie Sie es von ihm erwartet. Ec versüßte den Eltern die letzte Minute ihres Lehens er nahm die Tochter zum Weibe die Kleine mit dem Blumenbusch ist sein Kind.'

O Gott!' seufzte Emmy und ließ den hübschen Kopf auf die Brust finken. Daun kam es über fie, als müsse sie sich davonstürzen, durchs Fenster hinaus in de» Herbststnrm hinein, um fich fortwirbeln zu lassen, tote ein gebrochenes, welkes Blatt.

In den Augen des Pfarrherr» zitterte eine Thräne.

Er ist gekommen, Emmy, damit Sie ihm selber sagen, daß er edel gehandelt. Er dachte so groß, so groß von seiner Emwy, wie diese eS von ihm er­wartete. Er befindet fich in meinem Studierzimmer ich darf ihn rufen, Emmy?'

Der Freund erhob fich hier vom Sofa und wollte nach der Thüre gehen. Ruhig blickte fie ihm einen Moment laug nach. Dann zuckle es in ihr auf, ohne zu wissen, was sie that, ganz von den wirren Ge. fühlen ihres Herzens überwältigt, eilte sie mit einem Aufschrei dem Freunde nach und hielt ihn zurück.

Er soll nicht kommen,' stammelte sie,jagen Sie ihn fort!' .

Sie lehnre das Haupt au seine Brust und weinte bitterlich.

O Emmy, wie schwer ist eS doch, mit einem Herzen voll solcher Gefühle groß und selbstlos zu sein. Wo find die Edlen, wo find die Guten, denen nicht zu solcher Stunde der Egoismus wie eine Hoch, flut über de» Kopf zusammenbraust?

Emmy, Sie verdammen ihn?'

Nein, nein ich segne ih», aber ich kann ihn nicht Wiedersehen!'

Die Thüre ging jetzt zitternd «f, als habe sie etue bebende Hand bei der Klinke gefaßt.

Enge» stand im nächste» Augenblick aus der Schwelle.

, Er hielt die liebe Kleine, die mit beiden Aermche» I über der zerzausten Laube wölbt

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St-mme an, die sie seit acht Jahre« nicht mehr ge. mit sich versöhnen ehe er verübt

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i>ie Arme ausbreiten, sie muß ihm au die Brust siuken I Sie winkt i«fct der Kleinen p. .

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A ,to,c o mie glücklich mußte sie sein, ewig!Sie hat keine Mama mehr' kam eS stoßweise enben m btoel'1 bW" eM »-»» °°» i-I»-» Lippe», .ihre Mama - |atb---

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Ä-hrg-ng

Daube u. Co. in Frankfurt a.«., Berlin, Hannover. Pari?

versichert, daß er, als er sich eines Tages in Charloiten- burg bei dem leitenden Arzt behufs einer dienstlichen Rücksprache hatte melden lassen, durch den Kammer­diener die Antwort erhielt: Sir Morell Mackenzie möge den Generalarzt Wegner zwar ganz gut leiden, aber er wünsche ihn nur zu sprechen, wenn er ihn rufen lasse. Der immer wiederkehrende Tadel, daß auch ein Bericht Leydens fehle, könnte zu der

?'I"aJn,e lÜlren* aIS bie^r etwa gegen seine«aqani- aus Mapauay samt General deutschen Kollegen, von denen der amtliche Bericht Baldishera mit Zwangsmaßregeln g^en dichnigen km .^s ist nicht der fort, welche die Zahlung der Munizipalfteuern ver- Sna; Abgesehen davon, daß Prof. Leyden erst tm weigern. Ein Grieche namens Trigogle, Mitglied allerletzten rettungslosen Stadium zugezogen war des Zivilgerichts, wurde ausgewiesen, weil er den und über die entscheidende Zeit der Behandlung gar! bezüglichen Anordnungen nicht nachkam,- mehrere keine eigenen Beobachtungen besaß, darf man an- Griechen bezahlten die verlangten Steuern

nehmen, daß Mackenzie ihm gegenüber zur Aus- Paris, 18. Juli. Präsident Carnot ist heute suhrung brachte, was er bet der Zuziehung des morgen in die Dauph,ne abgereist 9

d^^N^?E^ ^maul vergcbllch versucht hatte: Tarragona, 18. Juli. Gelegentlich einer gestrigen

n . scannt, keine Versammlung wegen des Alkoholgesetzes kamen Ruhe-

vollständige^ Untersuchung des hohen Kranken, insbe-1 störungeri vor, wobei mehrere Personen verletzt sondere nicht des örtlichen Leidens, gestattet worden. I wurden. '

®benf° Ersten sich die Bemühungen Senators auf Dagerort (Esthland), 18. Juli. Die Kaiser-

Temperatur, YachtHohenzollern" passierte, von vem Geschwader Puls und Ernährung beschrankt haben. Mangel an I begleitet, heute früh 61/» Uhr Dagerort

USartQ keineswegs das Fehlen von Be- Kronstadt, 18. Juli. Die YachtSlawjanka"

rtchten Leydens und Senators bewirkt. Anders liegt mit Offizieren des Steuermannkorps ist heute behufs Professor Krause. Aus folgenden Einlootsung des deutschen Geschwaders in See ge- Grunden wäre em Bericht von ihm nicht unerwünscht, gangen und erwartet dasselbe bei Hochland

m seinem Bericht über die Operation Chicago, 18. Juli. Bei einer gestern vorge- unzureichenden Assistenz, nommenen Haussuchung wurden 12 Tynamitbombeu die ihm zu Gebote gestanden, obgleich man doch den I ein Revolver und ein Dolch aufaefunden 3 Personen mitanwe,enden Aerzten Krause und Schrader die wurden verhaftet. Der Polizeikommissär Bonfield nötige Geschicklichkeit zutrauen darf. -Es hieß aber Liebt an, seit längerer Zeit habe eine Verickwöruna in sonst gut unterrichteten Kreisen schon bald nach bestanden, die gestern zum Ausbruch kommen sollte der Operation, Krause das Unglück gehabt habe, 20 Teilnehmer hätten gestern beabsichtigt" d^Wohn- wahrend ihrer Ausführung ohnmächtig zu werden, Häuser der Richter Gary und Grinnel, "sowie anderer Berickt ^bl^kt^tk^ruber in Bramannschen an dem jüngsten Anarchistenprozcsse beteiligten Per- ®et,t7ctr teh^t, so will man annehmen, daß die sonen zu zerstören. Nach anberroeitmer Mitteiluna //gehässige streuschrlft sich hierin wie in anderen ist die Zestörung des Gerichtssaules und anderer

Zuruckhaltungauferlegt habe." öffentlicher Gebäude, sowie verschiedener Redaktions- D eWesergeit hat sich an der freisinnigen Hetze lokale beabsichtigt gewesen. Unter den Verhärteten Sdbmäfit ^'enschaft abseits gestellt und befindet sich ein bekannter Anarchistenführer, verschmäht es, wie wir zu ihrer besonderen Chic! _________

fonftatieren wollen, im Gegensatz zu ihren zahl- NesslM - NMaU.

reichen Kolleginnen eme Schleppenträgerin Mackenzies I Marburg, 19. Juli. Herr siivil - Jnaenieur zu sem D^xgen nmimt für diesen bte (jüdisch-!Lindley, welcher gestern in Angelegenheit der Kanali- redigierte)Wiener Medizin. Wochenschrift" Partei, sationsfrage in hiesiger Stadt weilte, besichtigte in Der Ring der beteiligten Preßkotene, die sich aus Begleitung des Herrn Oberbürgermeisters und einiger ^ändkwäickk^ Becken gegenseitig die Mitglieder der Baudeputation die gejammte Kanal-

Hande wascht, wird immer deutticher. Trotz aller anlage der Stadt, wobei er sich eingehend sowohl Praktiken gelingt es ihr aber nicht mehr, das deutsche J über die Gefälle der einzelnen Kanäle^ als auch die