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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain. Illustriertes^Sountagsblatt

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ana. Koch.

m Frankl Moste in Dauben.

Anzeigen mumtt entgegen die Expedition d Blatte«.

sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein uud Bögler

' " ^^Magdebura«. Wien; Rudolf XXHi 'xflhTrtrtnrr

Srawkfurt a. M., Berlin, München «. «l»: «. L. " ' xZUljlljilllg.

Co. in Frankfurt a. 1t, Berlin, Hannover.

Erscheint täglich außer au Werktage» nach Sonn- und

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Mittwoch, 18. Juli 1888.

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Airser Kaiser

ist aus der Reise zur Zusammenkunft mit dem Zaren Alexander HL Wie er den Monarchen, welchen tr besuchen will, durch den ersten Besuch, welchen er überhaupt abstattet außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches, besonders ehrt, so wird auch au russischer Seite aus Befehl des Zaren alles ausge- bslen, dem deutschen Kaiser einen würdigen Empsang zu bereiten. Es werden sehr umfangreiche Maß­regeln für die Begrüßung getroffen, und wenn auch die Festlichkeiten der Trauer wegen vornehmlich einen militärischen Charakter haben werden, so werden doch diese Veranstaltungen an Glanz nichts zu wünschen übrig lassen. Der offizielle Empfang wird unseren Kaiser also sicherlich befriedigen. Wie steht <s» nun mit der Rückseite der Medaille, welche Empfindungen hat Rußland und fern Beherrscher chatsüchlich beim Besuche des jungen Kaisers ? Sprechen wir zuerst vom Zaren! Alexander III. ist ein aufrichtiger und wohlwollender Mann, ausrichtiger, als «an öfter bei Fürsten gewohnt ist. Aus Unwillen poL Abneigung macht er gar kem Hehl und pflegt sich höchst energisch dann auszusprecheu. Ein Beweis dafür ist jenes berühmte Gespräch unter vier Augen mit dem Fürsten Bismarck in Berlin, in welchem die Dokumentenfälschung ans Tageslicht kam. Man sagt nun, der Zar bringe dem jungen deutschen Kaiser, der wie sein entschlafener Großvater dem gewaltigen Nachbarreiche und seiner Herrschersamilie tiefe Sympathie widmet, wiederum herzliche Zuneigung entgegen. Wir glauben das gern, find auch fest davon überzeugt, daß der Zar den bestimmten Willen hat, seine persönliche Freundschaft mit Kaiser Wilhelm II. zu Pflegen. Er wird in diesem Vorsatz bestärkt durch das schnelle Erscheinen des deutschen Herrschers in Petersburg, und wir wollen hoffen, t«ß sich aus dieser Visite dieselbe herzliche Intimität entwickeln wird, wie sie zwischen Wilhelm I. und Alexander II. bestand. Diese Intimität bedeutet eure hochwichtige Friedensbürgschaft, sie ist der Zweck der Reise Kaiser Wilhelms II. und wird auch das Ergebnis derselben sein.

Ter Zar ist aber nicht Rußland. Unser Kaiser genießt, was unzweifelhaft ist, in den Kreisen der russischen Armee eine große Achtung, in den ruhigen Kreisen der Bevölkerung eine tiefe Teilnahme. Besonders populär hat ihn im Zarenreiche die Thatsache gemacht, daß er ziemlich geläufig russisch spricht, eine wohl seltene Leistung bei nichtrussischen Fürstlichkeiten, die deshalb auch von den Russen um

so höher geschätzt wird. Bon diesen Elementen des russischen Volkes ist unserem Kaiser also eine wirklich von Herzen kommende Begrüßung gesichert. Dagegen wird ihm dieauch amZarmhose mächtige panslawistische Partei äußerst frostig entgegentreten. Der Ton der Presse dieser Partei läßt gar keinen Zweifel darüber, daß sie den Besuch des deutschen Kaisers beim russischen Zaren für etwas sehr Ueberflüssiges oder geradezu Schädliches hält. Diese Stockrusfenpartei haßt den Deutschen nun einmal wie das Gift,' ihr höchster Wunsch geht dahin, erst die Kosackenpferde in Wien aus der Donau zu Käufen, und dann zusammen mit Frankreich das Deutsche Reich klein zu machen. Einen vernünftigen Grund für diesen fanatischen Haß haben sie nicht. Als Scheingrund schieben sie vor, Deutschland trete heimlich den be­rechtigten Ansprüchen Rußlands auf Bulgarien in den Weg. Aber wenn Deutschland dieser Partei auch den Gefallen thäte, Rußland zum Einzug in Konstantinopel behilflich zu sein, ihm Oesterreich- Ungarn, seinen Bundesfreund, aas Messer zu liefern, die Folge würde doch nur die sein, daß zuletzt wir selber an die Reihe kämen. Deshalb ist es auch der panslawistischen Partei höchst gleichgiltig, ob der deutsche Kaiser ein guter Freund ihres Zaren ist oder nicht/ der Deutsche bleibt ihr Feind deshalb doch, mag der Zar ihn für seinen besten Freund erklären.

Der Wille des Zaren ist mächtig, aber seine Gewllt scheitert am Panslavismus. Auch wenn Alexander III. diese Strömung in seinem Laude mundtot machen wollte, welche den Kredit des Staates erschüttert, die für ihn bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten vermehrt, es würde ihm doch nicht gelingen. Hier hat seine Gewalt Lin Ende. Nur eine Macht kann Rußland dauernde Ruhe geben, die panslavistische Kriegspartei um ihren Einfluß bringen, und das ist das konstitutionelle Regierungs­system. An deffen Einführung ist aber nicht zu denken, und doch würde diese Maßregel alle guten Elemente Rußlands zur Stütze des Thrones um denselben versammeln. Der Panslavismus hat aus die russische Politik den mächtigsten Einfluß, sie wird fast ganz von ihm geleitet, was Bulgarien an­betrifft und was die bekannten Truppenbewegungen anbetrifft, welche so viel Beunruhigung hervorge­rufen. so entsprechen sie zum mindesten den Wünschen den Panslavisten. Der Zar kann nur die letzten Konsequenzen der panslavistischen Politik verhüten, die ganze Politik aber nicht, in deren Banden steckt er selbst und wird auch trotz des Kaiserbesuches

darin stecken bleiben. Wer deshalb an eine radikale Wendung der auswärtigen und wirtschaftlichen Politik des Zarenreiches glaubt, der kennt eben Rußland gar nicht. Don Wert ist es aber, daß der deutsche Kaiser die friedliche und freundschaftliche Gesinnung des Zaren für sich hat; das giebt wenigstens die Aussicht für die Zukunft, daß nicht hinter dem Rücken des deutschen Kaisers und der Reichsregierung in Petersburg politische, dem Frieden feindliche Jn- triguen gepflogen werden, und damit läßt sich schon manches anfangen. Für den Moment sind natürlich definitive Abmachungen ausgeschlossen. Man wird sich aussprechen und die Zukunft wird zeigen, was die deutsche Friedensvermittlung zur Lösung der herrschenden Wirren vermag. Allzuviel erwarten wir nicht: Wir haben seit 1870 schon ein halbes Dutzend Kaiserbegegnungen mit Rußland gehabt und regelmäßig wurde das politische Freundschaftsbündnis durch den ersten Stein des Anstoßes erschüttert. Auch Fürst Bismarck wird nicht mehr so sehr Feuer und Flamme für Rußland fein, wie vor langen Jahren. Aber mit ruhigen, nüchternen Erwägungen kommt man oft weiter, als mit der übergroßen Freundschaft, und vielleicht bringen diese uns endlich den dauernden, widerspruchslosen Frieden.

Deutsches Reich.

Berlin, 16. Juli. DerReichsanzeiger" meldet: Mit Genehmigung des Kaisers rotfb die verwitwete Kaiserin und Königin Victoria fortan de» Namen Kaiserin und Königin Friedrich führen. Ter Höchstkommandierende der deutschen Marine, Alexander XVI. Graf v. Monts de Mazin, geboren den 9. August 1832, wurde, nachdem die Charge eines Vize-Admirols seit dem Rücktritt des Vize- Admirals Batfch mcht besetzt war, am 24. Septbr. 1884 zum Vize-Admiral befördert und war seitdem nächst dem Ches der Admiralität die höchstgestellte Person in der Marine. Selten hat ein Offizier mit widrigeren Verhältnissen zu kämpfen gehabt, als Graf Monts nach dem Untergänge desGroßen Kurfürst". Tas kaum fertige, mit ungeübter Mann­schaft besetzte Schiff ging infolge Rammens durch die PanzerfregatteKönig Wilhelm" zu Grunde, und obwohl die Haverie-Kommission zu Kiel die Ursache des Unglücks richtig erkannte, wurde zwei­mal ein Kriegs-Gericht berufen, um über das Ver­halten des Grafen Monts als Kommandanten des Großen Kurfürst" zu urteilen. Die doppelte Frei­sprechung war eine wohlverdiente Genugthuung für den braven Offizier, der in der Stunde der Gefahr

nicht nur der letzte lebende Manu war, welcher das sinkende Schiff verließ, sondern auch später fein Leben einsetzte, um andere zu retten. Nach der Freisprechung blieb Graf Monts allerdings im aktiven Dienste und wurde am 12. April 1881 sogar zum Kontre-Admiral ernannt; aber so lange Herr v. Stosch die Geschäfte siihrle, hat er ein Schiff- oder Geschwader - Kommando nicht wieder erhalten. Als zweiter Admiral der Nordseestation hatte Admiral Graf von Monts keine Gelegenheit, seine Thatkraft und seine Initiative zu zeigen, doch blieb-, ihm Zeit, die Entwickelung der deutschen Marine genau zu verfolgen und die Fehler eines einseitigen Systems an erster Stelle zu studieren Der plötzliche Wechsel in der Admiralität im Früh­jahre 1883 brachte nach dem Rücktritt des Kontte- Admirals Berger am 24. Juli 1883 die Ernennung des Grasen Monts zum Chef der Marinestation der Nordsee. Der nette Stationschef selbst durch­forschte die Meere und die Küsten des ihm auver- trauten Gebiets und wurde dann später auch zu der Kritik über die Übungen des Panzergeschwaders unter Befehl des Kontre-Admirals v. Wickede heran- gezogen, während er im Jahre 1884 selbst die Übungen des Geschwaders geleitet hatte. Graf vwi Monts gehörte nicht mehr der alten Schule an, welche durch die Admirale Henk, Klatt, Werner' Kinderling, Przevisiaski vertreten wurde, sondern gehört der Generation an, welche ihr gefolgt ist und die alte Seemannschaft in Ehren hielt. Die deutsche Marine hat jetzt einen Admiral an ihrer Spitze auf den sie mit vollem Recht stolz sein kann. DieNowoje Wremja" bespricht einen Artikel der Politischen Korrespondenz", in dem Eingangs ze­ugt war, die Zusammenkunft zwischen den Kaisern von Deutschland und von Rußland sei sicherlich ein Ereignis von großer politischer Tragweite, indessen cheine cs, daß man dieselbe an vielen Stellen über» chätze oder wenigstens die Bedeutung derselben ver­kenne. Diese Worte haben das russische Blatt augenscheinlich verletzt, denn es bemerkt daz« daß, wenn Berkin die Ansicht derPolitischen Korrespon­denz teilte, so ließe sich der Zweck der deutschen Kaiserreise gar nicht erklären. Jedenfalls sei die Initiative zu dem Schritte, der offenbar eine innige Annäherung an Rußland erstrebe, nicht von Peters­burg, sondern von Berlin, ausgegangen, und dies doch schon ein Beweis dafür, daß man das Bedürfnis "och einer solchen Annäherung in den höheren Re- gierungssphären Deutschlands stärker empfinde als in Petersburg. Die Initiative zu dem Besuche des

(Nachdruck verboten.) Marchans-Noman.

Von Conrad Fischer-Sallstein.*)

Fünf Minuten Aufenthalt! Nun ein schriller Pfiff» das keuchende Pusten der Lokomotive, ein rück­wärts di äugendes Gewirr von Gepäck und Menschen > dann brauste der Zug davon.

Bahnhofpoeste! Glockengeläute, der metallische «ang des sich in der Ferne verlierenden RufeS des vianaltlegraphen, eine sich auflöseude Wolke von «rpack und flxenschen, die sich verfluchtet, vergeht, wie Rauch aus dem Schlote der Lokomotive, welcher w ein grauer Flor minutenlang über dem Bilde schwebt.

Er stand am offenen Coupefenstet und rief ihr PU »Emmy, Emmy, übers Jahr!' dann schreckte £ die rauhe Stimme des Schaffners zurück, ihre Muen Thränen, die ihr den Blick verschleierte», ver- 7^>rteu es ihr, ihn nochmals zu sehen. Es war 5*. rauhe fremde Hand, die sie auf dem Perron iuruckdrängte, als der Pfiff der Lokomotive ihr wie Schrei ins Herz drang. Dau» wurde sie von tj unruhigen Menschenstrom erfaßt, fortgeschobeu, ^gedrängt, immer weiter hinweg von seinem Herzen, «re wahnsinnig geworden, raste der Zug iu die Ferne;

Sehneu, ihr Hoffen flog ihm nach.

»Und von dort zurück kams immer wieder: »Emmy, über» Jahr!"

bi» mön ttar st* heimgekehrt, allein ganz allein, Z^uise deS Pfarrhauses. Der Herbstwiud kann k-*) Wir wollen nicht die Gelegenheit vorübergehen ohne ganz besonders ans Conrad Fischer-Sall- Rheinlands-Geschichten, Verlag der Deutsches 'ne (8. Burmester), Berlin, aufmerksam gemacht fcZ?tn Diesem Buche sagt die Kritik das bezeichnende tt-fc daß jeder, der eS uicht gelesen, einen *®Ben Genuß versäumt habe.

Die Redaktto».

die Thränen nicht leiden, die heimlich unter dem Schleier über die Wangen fließen. Er zerrt und reißt an den Bändern ihres Hutes, wühlt sich ihr ins Haar und wills nicht leiden, daß fie nach dem Pfarrhaus zurückkehrt.

Sie geht den einsamen Weg des BacheS entlang, der am Pfarrhause vorüberführt, und die gurgelnde schäumde Flut, die vom Wehre herabstürmt, murmelt ihr von uuten herauf Eugens Worte zu:Emmy, Emmy überS Jahr!"

Das war vor acht Jahreu! Schon achtmal ein Jahr, voll Hoffen und Sehnen! Welch eine Spanne Zettl So mancher kam aas weiter Ferne zurück, nur Eugen nicht.

Im trauten Hinterstübchen des Pfarrhauses Emmys Stübchen, steht fie jetzt vor dem Spiegel und ordnet ihr Haar. Draußen im Garten fegt der Herbst, wind welkes Laub vou Baum uud Strauch und wir. belt c8 durch die Luft.

WelkeS Laub ist welkes Hoffen. ES sind lange, schneeweiße Fäden, auf deue« die Spinnen im Herbste gegen die Sonne reiten, und solche Fäden entdeckt fie jetzt in ihrem Haar. Herbstgabeu, über de» Leidens, kelch des Hoffens vud Sehnens hingehaucht. Im Lenze prangen Blumen im Haare und im Herbste diese weichen, glitzernde» Silberfäden. Die Spinnen weben fie die emfig webende» Spinnen der Zett.

Sie erschrickt und eS war sicherlich nur der uu. gestüwe Herbstwiud, der fie bebend machte, denn Emmy hatte zu viel gelitten, als daß fie zweifeln könnte, diese grauen Fäden in der üppigen Lockenflut seit» uicht ihre Haare.

Sie will ihren Herbst vor niemand verleugnen, und doch weicht fie jetzt, mit «»sagbarem Weh im Herze», vom Spiegel zurück, preßt beide Hände vor die Augen.

Eugen, Eugen, schon acht Jahre!"

Sie eilt ans Fenster und drückt die heiße Stirn an die Scheibe. Draußen in der Laube des Gartens steht ein steiueruer Tisch. Der stürmende Herbstwiud

reißt die welken, blutroten Blätter der wttden Reben vom Geäst und deckt ihr den Tisch mit welkem Land und welkem Hoffen.

Aber sie will noch nicht zu Gast sein bei dem ttostloseu Mahl jetzt noch nicht! So kann ihr der Herbststurm dar Hoffen nicht aus dem Herzen reißen, wie die Blätter und Rauken von der im Sturm bebenden Laube. Nein, nein, der Glaube an Eugen kann nicht welken und hinsterbeu in ihrem Herzen.

Sie wendet sich vom Fenster ab, setzt sich auf einen Schemel und zieht sich zurück in den Schrein dieses Herzens, wo der ewige Frühling ihres Glaubens wohnt; hier grünt und blüht das Hoffen und Sehnen schon acht Jahre lang.

Schon acht Kränze hat sie um sein Bild gewunden schon achtmal sagte fie:Engen, Eugen übers Jahr!"

Hier vor diesem Sofa knttte fie Hand in Hand mtt ihm wie vor einem Altäre und empfing den Segen von Vater uud Mutter.

-Du wirst glücklich sein mit ihm, Emmy, unend­lich glücklich," flüsterte ihr der gütige Vater ins Ohr. Die Mutter sagte uichts, souderu lächelte nur, weil ie uicht gerne von dem sprach, was ihr so süß> heilig war dem Glücke ihrer Emmy!

Und daun mußte er fort. Dem Rufe deS Staates Dlgend, zog er als Naturforscher iu ferne, ferne -.ander. Uebers Jahr wollte et wiederkommen, mit i^nhm und Ehre bedeckt ffir feine Emmy.

Mußte eS denn so sein? Ja, eS mußte sein. Das Saterland befahl es und fie mußte ihn ziehen lasse» n den fernen, fernen Westen. Uebers Jahr wird er a wiederkommen.

Sie zählt jetzt an den Finger» ab, wie viele Jahre dahingegauge» feie», seitdem er zum letzten Male schrieb.

Sieben Jahre! Harre an», Emmy, schrieb er ihr, bleibe tren Deinem Eugen. -

Der Vater starb, die Mutter starb.

Ein junger Pfarrherr zog an Stelle des Heimge­gangenen Vaters ins Pfarrhaus. M u

Er wollte ihr den Engen ersetzen, der fern, fern m Westen weilt. Sie sollte Frau Pfarrerin werde» und ein Leben voll Glück und Frieden an seiner Seite führen. . i

8ber durfte Emmy so etwas thun? Wenn Eugen zutuckkomme übers Jahr und fie sei die Frau eines andern geworden? ,.s

, ES ist ein Verbrechen, sich das nut zu denken; begehen V"l>rechen, konnte Eugens Emmy nicht Wie glücklich sie das machte, als der junge Pfatt, Ijerr ein anderes Weib gewann! ES kam lachender Kindersegen ins Haus. Lose, schelmische Lockenköpfe Srmten um sie her fie wurde ihnen eine liebende Tante.

Und der Pfarrhitt gewährte ihr dieses bescheidene Hintetstübche», wo sie ihren Glauben, ihr Hoffen pflegen konnte, bis er wiederkomme über» Jahr; fie timt eS schon acht Jahre lang.

Der Herbstwiud reißt jetzt draußen in seiner tollen Wut die Hausthüre auf und schlendert fie wieder ins Schloß, daß ein Zittern und Beben da» ganze Haus ergreift Et fährt durch den Sami» mit einem wim­mernden Schrei und kommt zurück mtt düsterem Rufen eS find Klagen aus bet Ferne.

Ein so düsterer Tag und das war der Jahrestag.

Da» Beben ergreift auch fie, die Tapfere! Etwas vom Herbststnrm wat auch ihr iss Herz gedrungen: O Gott, wenn er mit seinem eisigen Hauche das Heiligtum in ihrem Herzen zerstörte! Sie wehrt ihn hinweg. Aber er wird wiedetkommen, bet Herbststurm, übetS Jahr wird er wiederkomme» und ihr die Blätter und Blüten im Herzen verwehen.----

(Fortsetzmtg fHjLV«

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