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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt str die Kreise Marburg uud Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.
Lrprditiru: Markt 21. — Reaktion, Druck und Verlag vou Iah. Auq. Loch. '»ASDA8 $ --T' ... fcU .
JH 156.
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* Marburg,
Donnerstag, 5. Juli 1888.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b Blatte», sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler nilL J-yrgang.
Dauben.So.inFranlfutt a.M-,Berlin,Hannover.Pari». ;.=,
Fürst Bismarcks ncustcr Schachmg.
Daß der Reichskanzler ein Meister der Auswärtigen Politik ist, hat er jetzt abermals erwiesen, indem es ihm gelungen ist, die eine Zeit lang höchst zweifelhaften Beziehungen zu Rußland zu verbessern, derartig sogar, daß für absehbare Zeit die Träume der russischen Panslawistenpartei und der französischen Revanchepolitiker von einem gemeinsamen Bündnis gegen Deutschland als zerstört anzuschen ist. Rußland und die russische auswärtige Politik haben dem Fürsten Bismarck seit 1870 sehr viele Mühe und sehr vielen Verdruß bereitet; oft sind die angeknüpften politischen Fäden total zerrissen, und die Schwierigkeiten nahmen einen direkt bedrohlichen Charakter an. Es zeugt für die Friedftrtigkeit der Gesinnung des leitenden deutschen Staatsmannes, daß er niemals die Geduld verlor, sich niemals dazu hinreißen ließ, die herausfordernde H Äung der russischen Diplomatie durch eine gleiche Haltung zu erwidern. Hätte Fürst Bismarck diese bewundernswerte Ruhe und Kaltblütigkeit nicht besessen, wir hätten längst den russisch - deutschen Krieg. Nach 1870 waren die Beziehungen zum Petersburger Hofe vortreffliche, so vortreffliche, daß das Drei-Kaiser- Bündnis zum Abschluß gelangen konnte. Aber dies Ereignis, von dem viel für die Entwickelung der Geschicke Europa's erwartet wurde, erreichte kein hohes Alter. Nach dem Orientkriege von 1877/78 und dem Berliner Kongreß erlangte die Panslawisten- partci in Petersburg und Moskau dermaßen Oberwasser, daß ein totaler Bruch mit Deutschland und ein Bündnis mit Frankreich drohte. Aus Vorsicht, zur Selbstverteidigung gegen die schwere Gefahr vereinbarte Fürst Bismarck damals das Friedensbündnis mit Oesterreich-Ungarn, deffen authentischer Text vor nicht allzulanger Zeit erst bekannt gegeben worden ist. Es war eine Zwangsmaßregel vou dringender Notwendigkeit, über welche in aufrichtigster Weise auch Rußland reiner Wem emgeschenkt wurde. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland waren auch zum Beginn der Regierung des jetzigen Zaren herzlich schlechte. Die Panslawisten, an ihrer Spitze General Skobelew und Graf Jgnatiew, legten ihren Gefühlen nicht den mindesten Zwang an, und der von diesen Elementen sehr stark beeinflußte Alexander HI. ließ die Fünf ruhig eine gerade Zahl sein. Fürst Bismarck begann indessen seine Minierarbeit im Interesse des Friedens abermals, und nicht ohne Erfolg. Diese unermüdlichen Anstrengungen gipfelten in der Dreikaiserzusammen-
Nachdruck verboten.
Des Verlorenen Heimkehr.
Von Walter Besant und Jame» Rice. Autorisierte Uebersetzung von H. Henschel.
(Fortsetzung.)
AIS da» Papier da war, fing Mr. Pringle, — so hieß der Manu, da» Rupert beim Spiel gehört, — au zu dictiren. .Geliebte Eltern! — Haben Sie da»? — Ihr seid mit Recht erzürnt! — Nein, warten Sie, ich muß mich bestnueu. Also: Geliebte Eltern, nachdem ich vou Hause fortgelaufen war, wachte ich mich auf den Weg nach London und bin gestern hier angelangt. Ich bereue tief, Euch soviel Sorge bereitet zu haben. Eigentlich wollte ich zur See gehen; aber ich sehe ein, daß meiue Hand. mugsweise durchaus unrichtig war, uud möchte nun gern nach Hause zurückkehreu und thuu, was Ihr wollt. Ich bin hier bei guten Christen uud habe mein Hab und Gut verloren; wenn fie nicht für mich sorgten, wüßte ich jetzt verhungern. Ich bin ihnen schon zwei Pfund schuldig und brauche weitere drei, um nach Hause kommen zu können und meine Sache» einzu, wseu; den» ich bin jetzt in Lumpen. So seid denn wgüttg, mir per Postanweisung fünf Pfund an Thomas Pringle, Postamt Whitechapel zahlbar, zu senden. 36 steter Liebe Ener Sohn Robert Lnmley!'
So hatte Mr. Pringle diktirt; aber Rnpert Lemire hotte geschrieben:
»Lieber, alter Beu! Ich bin an einem netten Orte. Sie haben meine fünf Schillinge abgenommen und denken, ich schreibe um wettere fünf Pfund au meine Elter» »ach Manchester, da» ist doch spaßig! Meine Adresse ist High Stteet Whitechapel 1344» und mein
Robert Lurnley; aber Sie dürfen nicht etwa wich schreibe». Der Eigentümer heißt Thomas Pringle; da» ist «in schwindsüchtiger Schurke, mit tatet Schramme an der rechte» Seite deS MnndeS; tt hat lein Haar im Gesicht und sieht wie eia Wolf «88. Er macht mir viel Vergnüge». Besten Gruß. R. L."
fünft von Skierniewice, auf welcher dem Deutschen Reichskanzler mit großen Ehren begegnet wurde. Des Kanzlers mühevolles Werk wurde indessen abermals zertrümmert, und zwar durch den Streit um die bulgarische Angelegenheit. Fürst Bismarck war gerade wieder ebenso weit, wie vor Skierniewice. Rußlands Stimmung gegen uns wurde immer kühler, und zugleich mit der Spannung in der hohen Politik, an welcher Deutschland so unschuldig war, wie ein neugeborenes Kind, entwickelte sich der wirtschastüche Widerstreit, her in dem deutschen Rubelfeldzuge uud den russische« Zollplackereien und den erhöhten Schwierigkeit« im Grenzverkehr seinen Ausdruck fand. Die «lssische Diplomatie war höchst erbittert auf Deutschland, weil dies ihr, nachdem sie sich kolossal verrant, den Gefallen nicht thun wollte, sich Bulgariens wegen mit Oesterreich - Ungarn, seinem Bundesfreunde, zu überwerfen. In Paris sah man diesen Zwist mit höchster Freude; es begann ein Liebcswerben der Franzosen um die russische Freundschaft , welches viel zu kleinlich war, als daß man es einen großartigen politischen Geniestreich hätte nennen können. Der Zar aber und seine Ratgeber nahmen diese Huldigungen mit herablassender Miene an. Aber auch Deuffchland war unter diesen Verhältnissen nicht müßig gewesen; aus dem starken Kaiserbund, erwuchs der stärkere Friedens-Dreibund, welcher über eine militärische Macht verfügt, wie sie noch niemals auf der Erde dagewesen ist. Rußland versuchte Deutschland und Oesterreich-Ungarn durch seine bekannten Truppenverschiebungen nach der Grenze ^u üngsttz«. Das zog nicht. Beide Kaiserstaaten bewahrten ihre äußerst maßvolle Haltung, verstärkten dagegen auch ihre Militärkrast angemessen. Besonders Deutschland that mit seinem einfachen, und doch so großartigen Wehrgesetz Gewaltiges, und allmählig begann. in den kriegslustigen Staaten die Ansicht zu dämmern, daß Krieg führen und Krieg gewinnen nicht dieselbe Sache sei. Trotzdem so die Wetterwolken am politischen Horizont sich etwas verzogen, schien doch das Verhältnis zwischen Deussch- land und Rußland total gestört, eine neue Anknüpfung kaum möglich. Der Zar hatte sich selbst nach Aufdeckung der bekannten diplomatischen Aktenfälschungen nicht aus den Banden seiner panslawistischen Ratgeber befreien zu können, alle Mühe, welche sich Fürst Bismarck bei der letzten Anwesenheit des Zaren in Berlin gegeben, schien unnütz gewesen zu sein, Trotzdem hat Fürst Bismarck von neuem begonnen, Fäden in Petersburg anzuknüpfen, ohne aber der Würde des Deutschen Reiches etwas zu vergeben,
„Haben Sie so geschrieben?'
„Ja," sagte Rupert, dabei faltete er de» Brief rasch »ud steckte ihn in das einzige Couvert, das da war.
„Lassen Sie mal sehen."
„Das geht nicht mehr, ich habe ihn schon zugemacht. Geben Sie mir einen Penny zu einer Marke. Aber sagen mir nur, Mr. Pringle, was werden wir mit den fünf Pfund machen?'
„O, damit wollen wir uns gütlich thun, Sie uud ch zusammen in diesem lieben kleinen Häuschen. Nun Ittingen Sie Ihren Brief nach der Post, und kommen Sie bald zurück. Es kann Ihne» ja nichts geschehen; denn Sie haben kein Geld.'
Das war richtig; aber Mr.Mize» hielt es nichts destoweuiger für feine Pflicht, ihn bescheiden nach fern Postamt zu geleiten und ihn daun, nachdem der Brief richtig abgegeben war, nach Nr. 1344» zurückzubringen. Da war mau eben im Begriff, eine Art Mahlzeit einznnehm«; es hatten sich auch »och zwei oder drei andere Gäste eiugefunde»; aber das Rauchen lörte trotzdem nicht auf, wie es doch in manchen Kreisen Sitte ist. Im Gegenteil, diejenigen, die gegessen hatte», oder eS erst wollte», rauchten ruhig ort, uud die gerade aßen, behielten ihre Pfeiffen neben sich, um sie brennend zu erhalte». Als, so zu agen, abgedeckt war, that jeder seine Wünsche kund, und die Abeudbelustiguugeu kamen wie gewöhnlich an die Reihe; es erschienen noch neue Gäste beiderlei Geschlechts, die Tische wurde» fortgerückt, uud mau begann zu tanzen.
Rupert saß lange geuug still; er wartete und sorchte, bis die Mufik anfiug, da aber begänne» auch eine Beine zu zucken. Er schritt auf einen schwer- Slligen Bursche» zu, der sich soeben i» einer Zusammen. etzu»g des Schuhflickertanzes und des Dudelsacks der Matroseu produzirte.
„Ich will mal sehe» lasse», wie getanzt wird,' agte er, überlegen lächelnd.
Nu» zeigte er ihnen, wie men mit einen Dudelsack anzeu müsse, machte ihnen den Schwerttanz mit
und es ist in der That ihm gelungen, die eisig kühlen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten in bessere umzuwandeln. Verschiedene Umstände sind ihm dabei Wohl zur Hilfe gekommen. Der Zar hat sich nachgerade überzeugt doch , daß Deutschland ebenso versöhnlich wie stark ist, daß hingegen die regierenden Kreise in Paris eine Gesellschaft bilden, mit welcher Arm in Arm zu gehen dem autokratischen Kaiser von Rußland doch etwas sonderbar anstehen würde. Kurzum: zum dritten Male seit 1870/71 ist ein erträgliches Verhältnis zwischen dem deutschen Kaiserreiche und Rußland wiedcrhergestellt, und wir wollen hoffen, daß der Zar, nach den Jahren der Erfahrung, erkannt hat, daß ein bewährter deutscher Freund für Rußland das Beste ist, was es überhaupt erlangen kann. Die bevorstehende Kaiserzusammenkunst in Petersburg besiegelt das neue Verhältnis, durch dessen Schaffung Fürst Bismarck zugleich einen energischen Hieb gegen Frankreich ausführte. Die französische Republik ist total isoliert gegenwärtig; alle ihre sich selbst am meisten rühmenden Staatsmänner haben es nicht vermocht, dem Staate eine einflußreiche Stellung in Europa zurückzugewinnen, allenthalben find sie von der deutschen Politik aus dem Felde geschlagen. Diese Thatsache ist das wichtigste Moment bei der neuen deutsch-russischen Freundschaft, das besonders zu beachten ist. . Z
Deutsches Reich. j >v.
, Berlin, 3. Juli. Der Kaiser konferierte gestern vormittag 1'/» Stunden lang mit dem Staatsminifter Grasen Herbert Bismarck und machte nachmittags einen Spazierritt. Heute vormittag nahm der Kaiser mllitärische Meldungen entgegen und erteilte Audienzen.
Wie es heißt, wird die Reise des Kaisers nach St. Petersburg Mitte dieses Monats zur See, und zwar von Kiel aus, erfolgen; es verlautet, daß einige Kriegsschiffe den Kaiser begleiten werden. — Staatsminifter Graf Herbert Bismarck, nicht der Reichskanzler, begleitet den Kaiser nach St. Petersburg. — Herr Herrfurth, der neue Minister dcs Innern, wurde 1830 geboren, hat seine Beamtenlaufbahn in Westfalen begonnen; er war ausgangs der sechziger Jahre bei der Regierung in Arnsberg tbätig, von dort wurde er etwa um das Jahr 1870 als Vortragender Rat in das Ministerium des Innern berufen und wurde 1880 zum Ministerialdirektor befördert; kurze Zeit darauf erhielt er das Unterstaatssekretariat, als sein Vorgänger, Herr von Schlieckmann, zum Ober-Präsidenten von
Ostpreußen ernannt wurde. Namentlich aus kommunalem Gebiete ist der neue Münster des Innern thätig gewesen; hervorragend war er bei dem Zustandekommen des Notkommunalgesetzes beschäftigt. Herr Herrfurth ist Vorsitzender der Prüfungskommission für höhere Verwaltungsbeamte und der Reichskommission für Beschwerden gegen, die Ausführung des Sozialistengesetzes. Der Entwurf zur Thronrede, mit welcher der Landtag eröffnet wurde, wird, wie die „Nat.-Ztg." mitteilt, Herrn Herrfurth zugeschrieben und sind deren Ausführungen somit auch für die Bestrebungen des neuen Ministers besonders charakteristisch. — Die AusschiH'e des Bundesrats, welche mit der Vorberatung, betreffend die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter betraut sind, haben ihre Arbeiten soweit ■ beendet, daß heute die Schlußsitzung stattfinden soll, in welcher die endgültige Fassung des Gesetzentwurfs in Paragraphen festgestellt werden wird. Die Ausschüsse haben wesentliche Änderungen des ursprüglich in seinen Gründzügen bekannt gewordenen Entwurfs vorgenommen, insbesondere ist die berufsgenossenschaftliche Organisation für die Alters- und Invalidenversicherung uiajt aufrecht erhalten, sondern eine territoriale Abgrenzung für die einzeln zu errichtenden Versicherungsanstalten angenommen worden. Man wird, so bemerken die „B. P. ‘31.“, kaum, fehlgehen, wenn man annimmt, daß die Organisation in ähnlicher Weise gedacht ist, wie die für die land- wirtschastlichrl Unfallversicherung. Die territoriale Abgrenzung ermöglicht naturgemäß die Einrichtung einer geringeren Anzahl von Versicherungsanstalten, als dieselben bei der berufsgenossenschastlichen Organisation notwendig gewesen wären. Ebenso dürfte sich bamit eine Vereinfachung des Markensystems und auch die Einführung, gewisser Abstufungen, etwa, nach Gefahrenklassen, für die zu erhebenden Beiträge ermöglichen lassen. Selbstredend würde der Gesetzentwurf, wie schon die Gründzüge es thaten, die sämtlichen Arbester und Arbeiterinnen Deutschlands umfassen, wenn auch der in Aussicht genommene Gesetzentwurf, welcher den noch nicht berufsgenossen- schastlich organisierten Rest des arbeitenden Teiles der Bevölkerung an die Unfallversicherung anzuschließen bestimmt ist, vorerst noch nicht fertiggestellt werden würde. Es sei kaum zu zweifeln, daß in Preußen die Organisation, für die Alters- und Invalidenversicherung sich an die Kommunalverbände angliebein ließe, somit vielleicht für je eine Provinz, mitunter auch vielleicht für zwei eine Versicherungsanstalt zu errichten wäre. Für bie größeren Bundes-
Schüreisen und Feuerzange vor, führte dann Figuren eigener Elfindnng aus, bei denen er zum ungeteilten Entzücken aller die Seine über bie Köpfe der anwesenden Samen und Herren erhob; zuletzt nahm er »ent berauschte» Musikanten die Fidel aus der Hand stellte sich an seinen Platz und spülte ihnen einen Contre ans, daß fie tanzten, als ob ein Zauberer fie trieb.
Mrs. Flauagau hatte solche» Tanz, solche Er. regnag und solchen Duist noch nie gesehen.
Mr. Pringle sagte auch zu der würdige» Wrtiu, fie sich zur Ruhe begaben: „Der Junge ist etn Stück Geld wert, wir wollen ihn hier behalten. Wen» er ans feinen Brief Antwort erhält, werde ich ihn esthalten unb alles in Ordnung bringen. Es soll nicht noch ein Haus wie dieses geb«, alter Drache.'
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8. Kapitel. sm -
Helene spielt einen Trumpf an8.
.34 erinnere mich, wir hatten einen Kollegen im Comptoir, der Samuel Pringle hieß," meinte Georg nachdem er Ruperts Bries gelesen hatte.
„Ein Kollege, und dieses Nam«S," rief Helene, „was war das für etn Mensch?"
Man muß bekennen, daß es Helme war, welche die weitere Verfolgung der Angelegachett WaruefordS eifrig und mit der größten Umsicht lettetete. Ob die lange Gefangenschaft seinen Geist niedergedrückt hatte, ob er an dem Erfolge verzweifelte; jedenfalls zeigte tch Georg meist unentschlossen, still »»d apathisch, mauchmal als ob eine Wolke feinen (Seift umnachtete.
„Denke einmal nach, Georg was war das für ein Mensch?',
„Wir arbeitete» in bemfelbe» Zimmer; er war einige Monate jünger als ich, aber bebentenb später eingetreten. Seine Familienverhältnisse kenne ich nicht ebensowenig seine Lebensweise, »eil er in einem ganz onber« Stadttheile wohnte, — ich glaube in der Nähe von Kings Road."
(Fortsetzung folgt.)
(Nachdruck verboten.) -
Ei« srrtes Geschäft.
Tom Walson war ein geschickter Mensch in seinem Fache — er war Zeichner und Graveur, aber arm, blutarm. Seine Geschicklichkeit wurde vortrefflich be» zahlt, aber er bildete sich fortwährend ein, die 30 Dollars, welche er pro Woche in seinem Atelier em. pfing, seien lange nicht genug für das, was er leiste. Und wenn er sah, wie feine Arbeiten gelobt und teuer bezahlt wurden, so stieg ihm das Blut zu Kopfe, er geriet mit seinen Prinzipalen in Streit, unb das Ende vom Liede war, daß diese ihm den Stuhl vor die Thür setzten. Sie bedauerten, ihn fortschicken zu muff«, aber wer wollte es mit einem so zänkische» unb jähzornigen Menschen auf die Dauer aushalt«?
Tom bekam nachgerade einen schlechten Ruf i» xu Ateliers; so hoch man seine Knustfertiegkett auch chätzte, so wenig hielt man von ihm als Mmsch, und als er einst im Jähzorn einem Prinzipal mit einem Stuhl auf den Kopf geschlagen hatte, so daß der Getroffene bewußtlos zufammengebrochen war, >a war es ans mit ihm. Sechs Monate Gefängnis hatte er abgeseffm, und als er die Gefängnismauern verließ »ud verschiedentlich um Arbeit anklop'te, da wies man ihn überall ab. Niemand hatte Lust, sich totschlage» zu lass«, auch von dem geschicktesten Ar- >etter nicht. ES wäre vorbei gewesen mit Tom Wal. o», wen» nicht seine Frau, Bethy, mit unermüdlicher Treue für ihn gearbeitet hätte. Sie wusch, nähte, trickte und flickte, vom frühe» Morgen bis in die Nacht hinein, um den Lebensunterhalt für Tom, sich und die kleine Annie, ihr vierjährige» Töchterchen in verdien«. Es gelang mühsam.
Bethy hatte Tom iu deff« beste» Tage» kennen gelernt, al» er meinte, die Goldstücke, welche in seinen Taschen erklang«, könnte» nie verschwinde». 6r war ein flotter, hübscher Bursche, und Bethy verliebte sich bi» über die Ohr« in ihn. Als fie Hochzeit mit