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Manchmal ja, daS Geld ist zwar weg, aber die

sich in dem Bericht um Thatsachen, welche Juris publici sind, und die der Redakteur derFrei­sinnigen Zeitung" also ebenso gut wissen muß, wie Jedermann, der sich mit parlamentarischen Dingen beschäftigt. Während der Amtsverwaltung des Herrn v. Puttkamer haben zweimal Wahlen zum preußischen Landtag und dreimal Wahlen zum Reichstag statt­gefunden. Von den vollzogenen 866 Wahlen für den Landtag sind nur drei für ungültig erklärt worden, und zwar nicht wegen Beeinträchtigung der Wahlfreiheit, sondern wegen reglementswidriger Bildung der Urwahlbezirke. Daß dabei höhere Verwaltungsbeamte eine Schuld treffe, ist nur in einem Falle behauptet und auch in diesem Falle nicht erwiesen worden. Außer den gedachten drei sind noch zwölf andere Wahlen angefochten worden. Die in den betreffenden Wahlprotestcn behaupteten Wahlbeeinflussungen haben sich aber als unbegründet oder unerheblich erwiesen. Unter den 705 Reichs­tagswahlen, welche seit 1881 bis heute in Preußen stattgefunden haben, ist nur eine einzige wegen Wahlbeeinfluffungen annulliert worden. Letztere be­standen in der Hauptsache darin, daß untergeordnete Beamte in Uniform Stimmzettel und Wahlflugblätter verteilt hatten. Der Bericht deckte den Elbinger Fall nicht, welcher in der letzten Sitzung des Ab­geordnetenhauses verhandelt worden ist. Dieser befindet sich bekanntlich noch im Zustande der Litis­pendenz. Es liegt erst jetzt die Entscheidung des Abgeordnetenhauses vor, daß die Wahl ungültig sei, und ist nur durch amtliche Untersuchung festzustellen, ob und welche Regierungsorgane eine Schuld trifft. Es ist ferner eine Erfindung, wenn dieFreisinnige Zeitung" behauptet, daßdringende Vorstellungen wiederholt von anderer gewichtiger Seite zu Gunsten des Herrn von Puttkamer bei dem Kaiser versucht worden sind." Richtig dagegen ist, daß die gesammte freisinnige Presse seit dem Thronwechsel in der frivolsten Weise gegen den Minister des Innern gehetzt hat. Endlich ist es im höchsten Maße wahr­heitswidrig, daßHerr von Puttkamer sich an sein Portefeuille geklammert habe". Gerade das Gegen­teil trifft zu. Schon bei dem Thronwechsel hat Herr von Puttkamer die Absicht gehabt, aus dem Amt zu scheiden, und nur auf Verlangen seiner Kollegen sich bereit erklärt, vor Besserung der Ge- undheit Sr. Majestät den Abschied nicht zu er­bitten. Die Begehrlichkeit der Freisinnigen nach Ministerstellung beruht offenbar auf einer Ueber- chätzung der Annehmlichkeiten derselben. TieFrei- innige Zeitung" hebt in derselben Nummer, in

»Seid Ihr wohl stolz darauf?' warf Aeuucheu ein, die an dem munteren Burschen Gefallen zu finden

so voll, so übervoll es zerspringt mir in der Brust, wenn ich nicht ein wenig ablade I'

.Aber Menschenkind, was ist Dir denn, ich er. kenne Dich ja gar nicht wieder!'

.Freilich ich bin auch nicht mehr der alte der übermütige Odoardo, Signor Snpptuis flotter Zuschneider, er ist alle geworden der gefürchtetste Don Juan der Piazetta die San Marco. Drei Meilen von hier liegt P. dort kam er her dort geht er hin 8* ist Neumanns Ede ja, a ich bin wieder Neumanns Ede der Ede nur dem kann so was passieren!'

.Aber was denn? So rede doch!'

.Schlesinger, ich bin verliebt unheilbar verliebt V*

.Ach, dummes Zeug, leg Dich schlafen, Du bist chon x mal verliebt gewesen, heilbar und unheilbar. Ich begreife gar nicht, wie Du das so tragisch nehmen anust. Drei Meile» von hier bist Du zu Hause. Dein Vater hat die schönste Ecke am Markt, den größten Lade», voller Herrengarderobe, mächtige Spiegelscheiben die feinste Kundschaft und nnr eine Hypothek auf dem Grundstück und auch die nur der Steuer» halber. Ist das oicht wahr? Hast Du mirs nicht selbst erzählt? Wie!'

.Freilich wohl, aber . .. .'

»Nun, was aber, willst Du fie, und es ist eine tüchtige Wirtin und daS ist fie, das fieht man, dann heiratst Du sie eben. Im Eckhaus am Markt wird wohl »och Platz fein für Euch und eure Nach, kommenschaft?'

.Weißt Du denn wer sie ist?'

.Blind und taub müßte man sein, wenn man das nicht merkte. Lindeuwirts Töchterlein hat Dirs angethan, hast sie ja förmlich mit den Auge» ver. chlungen!'

.Ach Schlesinger, wenn ich bloß wüßte, wie mau mich zu Hause aufuehmrtkwird ach, es könnte noch einmal alles gut werde»!'

.Zum Kuckuck, was soll denn das Lameutireu, laß uns schlafen, das ist bester wie man Dich zu

unter die normale Temperatur. Tie Versuche, eine passende und allen Ansprüchen genügende Kanüle zu kon­struieren, werden noch immer fortgesetzt. Eine Zeit hatte man versucht, statt der Silberkanülen solche aus Alu­minium zu verwenden, weil diese leichter sein sollen. Indessen mußte man wieder zu den silbernen Kanülen zurückkehren, weil Aluminium sehr schwer zu be­arbeiten ist, sich nicht löthen noch schweißen läßt. Tie Schwierigkeiten, welche die Kanüle augenblicklich den Aerzten bereitet, haben ihren Grund nicht mehr darin, daß der Luftweg zu eng ist, sondern die Luftröhre hat sich im Gegenteil so erweitert, daß die Kanüle sie nicht mehr ausfüllt, und der von oben kommende Eiter an ihr vorbei in die tieferen Luftwege fließen kann. Dies suchen die Aerzte dadurch zu verhindern, daß um die Kanüle ein Gummiring angebracht wird, welcher mittels eines feinen, innerhalb der Kanüle eingeführten Röhrchens aufgeblasen wird. Dadurch wird der zwischen der Kanüle und Luftröhrenwand vorhandene Hohlraum ausgefüllt und es kann kein Eiter von oben in die Tcefe fließen. DiePost" schreibt: Der Kaiser sühlte sich heute Wohler, die Schlingbeschwerden haben aber noch nicht nachgelassen. Um die hierdurch hervorgerufene Trockenheit im Halse zu beseitigen, nimmt der Kaiser im Laufe des Tages und be­sonders in der Nacht in kurzen Pausen einen Schluck Milch. Tie Milch wird lauwarm genommen und ist mit etwas Whisky versetzt. Des Nachts wacht außer dem Krankenwärter noch eine Wärterin, der hauptsächlich das Warmhalten der Mich obliegt. Die am Sonnabend Nachmittag eingesetzte Kanüle soll erhebliche Erleichterung gewähren. Wie der Voss. Ztg." mitgeteilt wird, geben die Schling­beschwerden, an denen der Kaiser jetzt wieder leidet, durchaus noch keinen Anlaß zu Befürchtungen. Wie vor einigen Wochen sind die Beschwerden auch jetzt nur eine Folge der Entzündung des Zäpfchens und der Mundhöhle, woran der Kaiser schon oft gelitten. Die Aerzte hoffen, daß die Störung in kurzer Zeit beseitigt sein wird.

Berlin, 11. Juni. Bei dem Reichskanzler findet heute ein Diner statt, an welchem die Minister von Maybach, Freiherr von Lueius, Dr. Friedberg, von Bötticher, Dr. von Goßler, von Scholz, Bron- sart von Schellendorff, Graf Herbert Bismarck und der ausscheidende Minister von Puttkamer, ferner die Staatssekretäre von Schelling und von Stephans owie die Unterstaatssekretäre Herrfurth, Dr. Jacobi, Homeyer und Geheimrat Rottenburg teilnehmen. DieNordd. Allg. Ztg." bringt folgenden Artikel:

ie slar. Sprach«* unscha^- >. (Sinftfr eil eeMt l durchs*

Haus aufnehme» wird, das macht Dir Schmerzen. Mit Freuden, mit Freude» wirst Du empfangen werden Potz Blitz, da» sollt ich meinen, ein hübscher junger Kerl, zehn Jahr in der Fremde ge- wesen etwas tüchtiges gelernt und 300 Lire baar in der Tasche hat mit Freuden sag ich Dir! Wenn ich einmal so »ach Hause käme eine Ehrenpforte bauten fie mir hörst Du, eine Ehrenpforte!'

»Ja Dir, Du bist ihnen immer ein ehrlicher Kerl gewesen, aber ich, ach, wenn du alles wüKest, ich bin alle», Vater, Mutter, Verwandtschaft, Nach­barschaft der ganze» Stadt ein Nichtnutz ein Bösewicht ein Lügner, ein Dieb !

.Du fieberst Du träumst komm doch zu Dir!'

.Ach Schlesinger, guter lieber Kerl verzeih mir, daß ich Dich um Deiueu Schlaf bringe, aber wenn mau seiu Geheimuiß zehn Jahre mit sich her, umgeschleppt hat und nun vor der Lösung steht, da drängt eS sich allmächtig aus tiefste» Jooern auf die Lippen ich muß mich endlich einmal gegen «ine mitfühlende Menschenseele aussprechen ich ahne, es steht mir noch etwas Hebels bevor ich zitterte vor meiner Heimkehr die nächsten drei Tage entscheiden daS Schicksal meines Lebens ich zittere vor Furcht und vor Freude--!'

Nach einer kleinen Pause fuhr er fort:

Hast Du einmal von dem Volksmärchen gehört .Meister Dieb' nicht wahr? Du kennst das Ding, nun sieh, in P. war ich allgemein als Meister Dieb bekannt. ES hatte dies auch feinen guten Grund und ich kann nicht leugnen, daß ich mein möglichstes gethan, um diesen feinen Meister-Titel zu verdienen. Der Speiseschrauk meiner Mutter und die Obstgärten unserer Nachbarn wisse» Wunderdinge davon zu er» zähle». Ich war eine Naschkatze ersten Ranges. Be» ouders nach Obst, ftisch oder eingelegt, lechzte mein leckerHafter Gaume». MU Jndiauerschlauhett w»ßte ich der Töpfe mit Eingemachtem habhaft zu werden.

Meister Dieb.

Sine Pfingst-Geschichte von O. Ludwig.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung)

.Dann fuhr der Schneider fort, .so in der Dämmer­stunde werde ich wieder zu Haus angelaugt sein. Ein eigenes Gefühl nach zehn Jahren; Glaubt mir, ich habe viel erlebt und gesehn, ich war in Holland in der Schweiz, drei Jahre in Tirol, die letzten fünf habe ich sogar in Italien in Venedig zugebracht. Der Meister hatte ein großes Geschäft au der Piazetta dicht am Markusplatz. Das war ein Leben dort ich werde bis an mein Ende von den Erinnerungen zu zehren haben. Der gute Meister, er hat mich ungern ziehen lassen aber ich bekam Heimweh Mutter wird alt ich wollte Sie gern noch mal sehn Md sprech v," er veränderte rasch, als schämte er sich des elegischen Tones in den er geraten war, seine Stimme «ud schlug auf de» Tisch. Wirt Md Tochter, die sich zu der Gruppe gesellt hatte uud an den Vater lehnte, fuhren zusammen: .Und ein Stück Geld haben wir dort verdient, in einem Tage «ehr wie hier in der ganzen Woche! Na, Ihr seht ja da's wahr ist, habts ja leibhaftig in der Hand!' Dabei lachte der Schwarzbärtige laut uud zeigte kokett seine schönen Zähne.

»Nun wenn das wahr ist, was Sie mir sagen, so mögen Sie meinetwegen die Feiertage hierbleiben, oben im Erker ist ein Stübchen mit zwei Betten, ich denke, das wird genügen. Wie viel soll wohl in dem Beutel fein, damit kein AergemiS entsteht ?* fragte der Wirt.

.S'ist italienisches Geld, 300 Lfte, so 240 Mark «ach unserem Gelbe uud könnte mehr fein, wenn ich nicht ein solcher Thuntchtgut gewesen wäre!'

Marburg,

Mittwoch, 13. Juni 1888.

DieFreisinnige Zeitung" schreibt mit Bezug auf die Ereignisse der letzten Tage: Der Angriff der freisinnigen Partei auf das System Puttkamer in der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses ist von dem erhofften Erfolg gekrönt worden. Dastreffende Wort zur rechten Zeit" hat seine Wirkung nicht ver­fehlt. Unter dem Eindruck jener parlamentarischen Verhandlungen hatte der Kaiser bekanntlich am 27. Mai Herrn von Puttkamer ausgefordert, sich zu rechtfertigen gegen die Anklage der systemallschen Be­einträchtigung der Wahlfreiheit. Die von Herrn von Puttkamer darauf eingereichte Rechtfertigungs­schrift hat der Kaiser als durchaus ungenügend be­funden. Ein zweites eigenhändiges Schreiben des Kaisers am Donnerstag hat Herrn von Puttkamer dies kundgegeben. Nach Empfang dieses Schreibens blieb Herrn von Puttkamer, so gern er sich auch unter anderen Umständen an sein Portefeuille ge­klammert hätte, weiter keine Wahl mehr. Die Ein­reichung seiner Entlassung, welche am Freitag Morgen erfolgte, ist deshalb als ein freiwilliger Akt nicht mehr anzusehen. Daß die freisinnigen Blätter in Beziehungen zu Hoskreisen stehen, ist eine Thatsache, und die ganze nationalgesinnte Presse, die liberalen Blätter sowohl, wie die konservativen, haben auf das Bedenkliche der Thatsache aufmerksam gemacht, daß die intimsten Vorgänge des Hofes durch frei« sinnnige Zeitungen sofort in die Öffentlichkeit ge­bracht werden. Der oben zitierte Artikel des Richter- schen Organes beweist, daß der Freisinn sich nicht nur Nachrichten vom Hofe zu verschaffen, sondern dieselben auch seinem politischen Bedürfnis entsprechend zu fälschen versteht. Es ist unwahr, daß der Kaiser Herrn von Puttkamer am 27. Mai aufgefordert hat, sich zu rechtfertigen." Das Allerhöchste Handschreiben, auf welches dieFreisinnige Zeitung" hier hindeutet, enthält neben der Sanktion des Gesetzes nichts als die voran geknüpfte Voraussetzung, daß die Freiheit der Wähler sorgfältig gewahrt und seitens der Re- giernngsorgane alles vermieden werde, was als eine Beeinflusiung der Wähler angesehen werden könne. Eine Aufforderung zu einer Rechtfertigung ist in dem Allerhöchsten Handschreiben nicht enthalten. Der von Herrn von Puttkamer erstattete Bericht enthält den Nachweis, daß in der Mehrheit der Fälle die angebrachten Beschwerden unbegründet waren, und in den Fällen, in welchen eine unstatthafte Wahl - Beeinflusiung nachgewiesen werde, die betreffenden Beamten zur Verantwortung gezogen und mit Strafen, welche sich bis zur Dienstent- lasiung steigerten, belegt worden sind. Es handelt

Erscheint täglich außer an Werktage» nach Sonn« und Feiertagen. Ouartal-AboimementS-PreiS bei der Expe­dition 2*/t Mk., bei den Postämtern 3 Mk. 50 Pfg. (exkl Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

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Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Lug. Koch.

Illustriertes Sonntagsblatt-

Deutsches Reich.

X Potsdam, 11. Juni. Tie Schlingbeschwerden machen sich ab und zu noch etwas geltend, aber die vergangene Nacht verlief für den Kaiser doch recht gut. Auf Wunsch der Arzte blieb er aber bis gegen 11 Uhr im Bett. Der Kronprinz sprach schon am frühen Morgen auf dem Wege zum Born­stedter Exerzierplatz in Friedrichskron mit vor, um sich nach dem Befinden seines kaiserlichen Vaters zu erkundigen und erhielt durchaus befriedigende Aus­kunft. Bevor der Kaiser das Bett verließ, früh­stückte er mit gehobenem Appetit und begab sich dann in den Park, wo er die laufenden Vorträge hörte. Der Kaiser arbeitet sehr viel, saft zu viel; den Protesten der Ärzte setzt er entschiedenen Wider­spruch entgegen und nur der Kaiserin gelingt es, ihren Gemahl zu bewegen, sicH zu schonen. Empfangen wurden Justizminister Dr. Friedberg, der aus London heimgekehrte Dr. Hovell u. a. Längere Zeit fuhr der Kaiser im Ponnywagen spazieren. Nach dem Diner, an welchem auch die Frau Erbprinzessin von Meiningen teilnahm, ruhte der Kaiser. Bei seinem Wiedererscheinen im Park fühlte er sich durchau frisch und munter, es liegt in der Thal kein Anla zu direkten Besorgnissen vor. Bei einer neue Spazierfahrt zeigte der Kaiser großes Interesse für seine ganze Umgebung und erklärte wiederholt, er fühle sich ganz wohl. Am Abend wird wieder eine Ausfahrt wahrscheinlich nach Bornstedt unter­nommen. Das historische Schrippenfest wird auf Befehl des Kaisers auch dieses Jahr, unter Teil­nahme der Kaiserlichen Familie, begangen werden. Kronprinz Wilhcllm kam heute nach Berlin und stattete dem Grafen Herbert Bismarck einen Besuch ab. Später entsprach der Kronprinz einer Ein­ladung des Generalquartiermeisters Grafen Walder- see zum Diner. Der Kaiser hat dem Erbgroß- herzog von Hessen den Schwarzen Adlerorden ver­liehen. Über die Schlingbeschwerden schreibt die Nat.-Ztg.": Die Schlingbeschwerden dauern schon

Ertunerung ist mir geblieben! Geld kann ich mir immer wieder verdienen, aber einen verschmähten Genuß hat man ewig verloren.'

»Werden die schönen VenetiMerinnen Sie nicht vermissen?'

»Vielleicht,' sagte er und schelmisch blitzten, während er sich zum Gehen anschickte, seine Augen zu Schön Aeuucheu hinüber, welche die ihrigen errötend fenfte: »Vielleicht, mein Fräulein, den» ich war kein Knicker!'

»Wie ist das gemeint!'

»Ich zahlte jede» Kutz mit Wucherziuse»!'

Laut lachend stieg er mit seinem Reisekollegen die Treppe hinauf zum Schlafgemach!

Beide Ges-llen waren müde. Der Venetiauer aber, wie er wegen seiner letzten Kondition von dem Steife- kollegen genannt wurde, schien keine Ruhe finde» $u könne», voll einer Seite warf er sich auf die andere und seufzte dazu gar herzbeweglich. Der Schlesier, begriffen i» ernsthaften Versuchen sein Einschlafen zu bewerkstellige», wurde dadurch »icht wenig gestört Md fragte endlich was denn los sei.

»Ah Kamerad,' sagte der Schneider, »ich kann nicht einschlafen, mich drückt etwas ganz entsetzlich! Mir ist heut Abend etwas wiederfahren, das mir »och nie zuvor passiert ist. Hörst Du ach Schle. inger, wenn Du wüßtest, wie mir »msHerze ist!'

Ei» unnachahmlich schmachtender Seufzer schloß tiefe Apostrophe, ein Seufzer ans dem ttefsten Inner» dis Herzkämmerleins hervorgeholt, von einer Länge und Fülle, daß dem gute» Tischler, et» solcher war der Schlesier, ganz unheimlich zu Mute wurde. Er richtete sich halb auf im Bett und schaute mit auf» geriffeue» Augen hinüber zu dem Seufzerfabrikanten. Dieser bemerkte es, den» der zunehmende Mond be» euchtete mit seinem milde» Schein das kleine Erker- tübchen, er streckte feine Hand zu dem Bett des un­teren hinüber und mit durch seine innere Bewegung gedämpfter Stimme, flüsterte er fast:

»Schlesinger, alter Freund Du willst schlafen, aber warte noch ein Weilchen mir ist das Herz

mehrere Tage, wenn sie auch abgenommen haben, und beeinträchtigen naturgemäß den Appetit, wie die Nahrungsaufnahme, welche sich wieder haupt­sächlich auf flüssige Speisen beschränken muß. Anderer­seits hören wir, daß die Schlingbeschwerden schon seit längerer Zeit nie ganz aufgehört haben, aber ipigi meistens so gering waren, daß der Kaiser von dem- [llMl selben nicht belästigt wurde. Auch etwas Fieber

rburg, stellt sich in den Abendstunden wieder ein, steigt aber

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blatte«, sowie d. Aimoncen.Bureanx von Haasenstetn und Bögler SMÄSttSiÄrML Jahrgang Dauben.Co. in Frankfurt a.Berlin, Hannover.Paris.

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Dr. M. Freitag, | Bonn.