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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.
Expü>ition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Ssch.
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JtS. ditionL«/.Ml-, bei den Postämtern SMl. b0 Pfg. (exll. , , _ . «* in Aankfutt a.Löffel, MagdeburgrnWien: Rudolf YYIH
^nsntion-gebühr fürdie gespaltene Zeile Freitag, 1. JUlN 1888. Moffe in ßrankfutta. M.,Berlin,Münchenu. Ml»; L ÄÄ1H‘ ^>"l)rgaNg.
10 Ma-, ReNamen für die Zeile 25 Pfg. u v’ Daube u. To. in Frankfurt a.Berlik Hannover. Pari».
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Arr „neueste Zwischenfall".
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die Beschickung der nächstjährigen Pariser „Welt
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Ausstellung" gezeigt. Herr von Tisza war sehr offen. Der Kernpunkt seiner Ausführungen war: „Meine Herren, gehen Sie nicht nach Poris. Gegen den Willen und Wunsch der französischen Regierung lann es, aus politischen Gründen, leicht Skandal geben, und ich weiß nicht, ob unsere Abteilung der - Ausstellung dann hinreichend gesichert wäre!" Darob hat es nun in Paris einen fürchterlichen Läriwge- Lcben, mit einem wahren Wutgebrüll und Be-
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„Was ich denk', das darf ich lagen!" sagt der Dichter bekanntlich, aber Dichtung und praktisckes Leben ist zweierlei. Fürst Bismarck hat diesen Satz in die Diplomatie eingeführt und durch seine energievolle, rücksichtslose Offenheit die größten Erfolge erzielt. In seinen Reichstagsreden über die Auswärtige Politik ist der Kanzler so weit gegangen, wie es nur irgend möglich war, unsere Nachbarn haben dazu geschwiegen, weil der Redner eben der deutsche Reichskanzler Fürst Bismarck war. Dies „Recht zur Offenheit" hat auch jeder andere euro- . päische Staatsmann, nur sind die Folgen leicht
Für den Monat Juni nehmen alle Postanstalten, auf dem Lande die Landpostboten, sowie in Kirchhain unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen aus die
Oberhesfische Zeitung
mit ihren Gratis-Beiblättern
Krersblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und
Illustriertes Sonutagsblatt entgegen.
Bestellungen für hiesige Stadt nehmen unsere Expedition und unsere Zeitungsträger an.
F schimpsungcn aller Art verlangen die Blätter Repressalien gegen Österreich-Ungarn, und der französische
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gs i andere. Das hat sich bei der kürzlich gehaltenen Ifßi« . Rede des ungarischen Ministerpräsidenten Tisza gegen
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Frühtiugsabschied«
Das Som schießt in die Aehreo, D.r Sommer nicht mehr weit, Nun wird nicht lang mehr währen Die schöne Frühlingszeit.
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Feiudliche Sewatte«.
Roman von 6. Mace.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
,O Weib! Bist Du ein Weib oder bist Du ein Satan? Hier, in diesem nämlichen Zimmer war eS, wo Du mich nm Marys Namenszug auf dieses Blatt batest — hier gabst Du vor, es zu vernichten, und in meiner Gegenwart, während Hu mich anlächeltest, verbargst Du es in Deinem Busen, bis Du e» den Händen dessen überliefern konntest, der, ebenso ge- wiffenloS tote Du, aus ihm die Waffe machte, mit der er nach der Ehre und dem Herzen Deine» Gatten zielte! Glaubtest Du den Folgen dieser Handlungsweise zu entgehen? Weißt Du, daß mir jetzt, werm ich Dich anblickt, Deine ganze Schönheit verändert erscheint? ES ist mir, al» sähe ich die Schuppen der
Zu üppig blüht der Flieder, Zu lieblich ist der Duft, Zn freudig find die Lieder, Zn herrlich ist die Lust.
Doch sollst Du nicht verzagen, ES blüht noch mancher Baum, Und sollst nicht mutlos klagen, Daß hin der süße Traum;
Daß hin deS Frühling» Kosen Und all' die Herrlichkeit, — Noch kommt die Zett der Rosen, Die schöne Sommerzeit!
Marburg. Ende Mai 1888.
Botschafter in Wien, Herr Despris, hat den Auf- irag erhalten, vom Minister Grafen Kalnoky Rechenschaft über diese Worte zu verlangen. Und bei alledem ist die Sache sehr einfach, so einfach, daß Alles ohne Schwierigkeiten geregelt werden wird. Die Pariser werden hinterher einsehen, daß es nicht gut ist, wie ein Stier im blinden Zorn nach einem roten Lappen zu rennen. Blinder Eifer schadet bekanntlich nur.
Der ungarische Ministe»Präsident würde die Worte nicht gesprochen haben, wenn er n'cht dazu gezwungen gewesen wäre. Herr von Tisza ist ein äußerst gewiegter Parlamentarier, der schon sehr oft gezeigt hat, daß er lange Reden über auswärtige Politik halten kann, in denen eigentlich gar nichts gesagt wird. Er kann also recht gut schweigen, wenn er nur will. Aber in diesem Falle hätten ihm Ausflüchte nichts genützt. Die zuweilen etwas gar zu wenig besonnene Opposition würde nachgebohrt haben und zuletzt wäre doch die Wahrheit herausgekommen. Wenn also einmal Offenheit walten mußte, so war es schon besser, sie bestand von vornherein, als daß sie unter vielem Hängen und Würgen zu Tage trat. Warum sollte der Minister aber nicht die ausgesprochene Be ürchtung kundgeben? Italien ist mit dem Deutschen Reiche verbündet, und Italiener sind in Frankreich nach allen Regeln der Kunst „verhauen" worden; Oesterreich-Ungarn ist mit Deutschland verbündet, warum sollen seine Staatsangehörigen in Frankreich vor allen Belästigungen gesichert sein? Angenommen den Fall, es gäbe zwischen Deutschland und Frankreich einen Krawall, so hat Oesterreich- Ungarn dem Bundesvertrage gemäß eine wohlwollende Neuttalität zu beobachten. Was würde danw aber aus seiner Pariser Ausstellung? Kurzum, Ministerpräsident von Tisza hat gewußt, was er sagte, er hat ganz einfach die Folgen aus dem bestehenden Friedensbündnis gezogen und Frankreich kann sich darüber nicht wundern.
Graf Kalnoky wird natürlich dem französischen Botschafter in Wien eine liebenswürdige und freundschaftliche Erläuterung geben, aber im Grunde weiß Jeder, was er davon zu halten hat, und wie die Dinge liegen. Die politische Notwendigkeit diktierte das Friedensbündnis, eben dieselbe Notwendigkeit zwingt auch dazu, alle Folgen aus dem Bundes- Verträge zu ziehen und auf sich zu nehmen. Es mag in Paris weh thun, zu erfahren, wie gering das Vertrauen auf die Kraft der französischen Regierung ist, und im Friedensintereffe kann wahrhaftig jeder Deutsche Frankreich eine hochangesehene, starke Schlange. Zwischen un8 gähnt eine weite, nnvber. steigliche Kluft, in deren dunkelst« Tiefe Du die Ehre deS Namens schleudern wolltest, den Du trägst."
„DeS NamenS, den ich trage," wiederholte fie verächtlich. „Und was bedeutet ein bloßer Name? Sieh" — fie deutete auf den Wechsel — „wie leicht ein anderer ihn uns beflecke» kann! Du rühmtest Dich Deiner Geschicklichkeit! Du sagst, Du schriebst den Namen und ich hätte Dir diese» Papier für meine eigenen Jntereffeu gestohlen. Wie willst Du das be. weisen? Die Geschichte klingt doch sonderbar und unnatürlich — glaubst Du uicht? Du fälschtest MaryS Unterschrift nut im Scherze — Dein Freund erhebt darauf fünfzigtausend Dollars und am Tage, wo der Wechsel fällig ist, schiffst Du Dch uach einem auderen Weltteile ein. DaS ist natürlich, wie Du sagst, nur eiu Zufall. Du wolltest durchaus beim Verfalle der Wechsels nicht abwesend sein, denn Du wußtest und ahntest ja nichts von deffeu Existenz, doch solltest Dn die Sache vor das Gericht bringen, so müßtest Du Deine Frau anklagen. DaS würde fie jedoch durchaus nicht des Namens berauben, auf deu Du so ftoi' bist! Du würdest, nm Dich selbst zu reinigen, fie und diesen mit ihr in den Staub ziehe«. Und wie, wenn Deine Fran nun die Geschichte bestreitet? Und wenn Harvey Barclay ihre Aussagen unterstützt und kundgibt, wann und wo Du den Wechsel unterschriebst ? Sind zwei Zeugen uicht mehr als einer? Indessen jedoch kann die Aufregung Deinem Vater Verhängnis, voll werden. Glaubst Du nicht, Horry, daß es am besten wäre, die Geschichte ruhen zu lasten? Du hast den Wechsel, der Beweis Deiner Fälschung ist in Deiner Hand, Mary allein hält Dich für schuldig. Denke daran, welche» Preis Du zahfle» mußt, nm fie von Deiner Unschuld zu überzeugen!"
Zweimal hatte Hany versucht, de» Strom ihrer Worte einzudämmen, doch nur ein leiser, gurgelnder Ton kam von seinen aschfarbenen Lippe». Die Luft um ihn schien sich verkörpert Kl haben und wie Hämmer a» seine Schläfe zu klopfe», so daß er nicht denke» konnte.
Regierung wünschen, aber sie ist nun einmal nicht da, und mit den Thatsachen allein kann gerechnet werden. Albern ist es deshalb, wenn in Paris ein Repressaliengeschrei gegen Oesterreich-Ungarn erhoben wird. Das sind einfache Redensarten, auf welche einzugehen, die Regierung sich weislich hüten wird, denn Frankreich selbst hätte den größten Schaden schließlich, weil man in Wien und Pest auch nicht stillschweigen würde. Dumm aber, geradezu unglaublich dumm ist es indesten, wenn radikale Ungarn, welche die Russen wie ihre Todfeinde Haffen, aus Anlaß von Tisza's Rede Frankreich eine Sympathiekundgebung bringen wollen, das um Rußland herum- schwenzelt und tänzelt, als hinge die ewige Seligkeit davon ab. Die Magyaren sind heißblütig, die Franzosen auch, und über den neusten Zwischenfall wird bald wieder Gras wachsen. Bezeichnend ist er aber für unsere politischen Verhältnisse.
BtttUditö Bridi.
Berlin, 30. Mai. Ter Kaiser hatte eine recht gute Nacht. Um 9 Uhr traf der Kronprinz ein und erkundigte sich nach dem Befinden des Kaisers. Der Kronprinz begleitete das vierte Garderegiment bis Westend und ritt dann nach Berlin zurück. Die Kaiserin und die Prinzessinnen Töchter ritten heute morgen spazieren. — Der Kaiser nahm von 10 bis 12®/< Uhr im Park Vorträge entgegen und empfing den kommandierenden General des 5. Armeekorps von Meerscheidt-Hüllessem. Die Kaiserin begab sich nach dem Heimatshause und dem Lette- tterein (Königgrätzerstraße), verweilte..dort eine halbe Stunde, fuhr sodann nach dem Pestalozzi- Jröbelhause xw der Steinmetzstraße und kehrte um 1 Uhr nach Chorlottenburg zurück. Ter Kronprinz empfing gestern den Reichskanzler. Morgen siedelt die kronpriiizliche Familie in das Marmorpalais zu Potsdam über. — Die „Voss. Ztg." erfährt, Prof. Virchow habe nach genauer, forgfältigster Besichtigung des Halses des Kaisers feststellen können, daß die Drüsen vollständig gesund sind, was für den ganzen Stand der Krankheit sehr wichtig ist. Überhaupt habe Virchow sich sehr befriedigt über den von ihm gewonnenen Befund ausgesprochen. — Die „Kreuz-Ztg." bezeichnet die Nachricht, daß der Kaiser am Vermählungstage des Prinzen Heinrich den Generaladjutanten General-Leutnant Mischke in den Adelstand erhoben habe, als unrichtig. — Der Kronprinz wohnte gestern abend der von den Offizieren der zweiten Garde - Infanterie - Brigade im „Löwenbräu" an der Weidendamm - Brücke veran-
„Das — da» war also Deine teuflisch« Berechnung!" stieß er endlich mühsam heran», dann wurde es finster um ihn.
Er streckte di« Hand aus, um fich an dem Tisch« festzuhalten, doch, dies«» mit fich ziehend, fiel et mit einem Stöhnen leblos zu Boden, während Glas und Porzellan um ihn zersplitterte, gleich seinen eigenen LebenShoffnnngen und feinen schönen, glänzenden Träumen. Helen« dachte, als fie fich über ihn beugte, daß der Tod fich zu ihren Gunsten eingemischt habe, um ihr Geheimnis zu bewahre«, doch als fie feinen starren Fingern das Papier entwand, das er beim Fallen zusammengeballt, fühlte sie, daß sein Körper warm sei.
ES wurde heftig au die Thür geklopft; sie steckte das Papier iu deu Busen und öffnete daun. Maiy stand blaß und atemlos auf der Schwelle und Andrew hinter ihr.
„Was ist geschehen?" tief dos Mädchen.
„Harry ist krank," antwortete dessen Frau ruhig, „wenn der Doktor oben bei Mr. Rcyrrold ist, soll er sogleich herunterkommen. Andrew soll ihn inzwischen auf daS Ruhebett legen."
Doch ehe fie uoch geeudigt hatte, war Mary davon geeilt; das Herz war ihr von unsäglicher Todes angst bedrückt. Der Doftor sah sehr ernst aus, als er dem Bewußtlose» de» Puls fühlte. Er dachte wohl ficher, daß da in diesem prächtige» Hause nicht alles so sei, wie «8 fein sollte, da binnen viernnd- zwanzig Stunden Vater u»d Sohu a» dem gleiche» plötzlichen und gefährliche» liebel erkrankt waren und blickte unwillkürlich auf das junge, schöne Weib, da» so ruhig feinen Ausspruch und seine Anweisungen erwartete.
„SS ist eine »ffeftion de» Gehirn«, Mr». R«y- uoldsagte er, al» er fand, daß da» Gesicht, daß er studirte, eine undurchdringliche MaSke trug. „Ihr Gatte muß vollkommen ruhig gehalten und vor jeder ärtfregang bewahrt werden. Jede Ursache zn derselben wenn solche existireu, muß ihm au» dem Wege ge
stalteten geselligen Zusammenkunft bei. Derselbe wurde lebhaft von den anwesenden 130 Offizieren, darunter der Divisionskommandeur Generalleutnant von Schlichting und der Korpskommandeur Generäl von Pape, begrüßt und verweilte etwa 3 Stunden in lebhaftem Gespräche mit seiner Umgebung. Dem hohen Gaste wurde ein eigens für ihn hcrgestellter Bierkrug mit Widmung überreicht. — Dem Kronprinzen Wilhelm wurden gestern am letzten Tage des Brigadeexerzierens bei der Rückkehr d.r Truppen ganz besonders herzliche Ovationen seitens der Berliner Bevölkerung dargebracht. Schon von 10 Uhr an sammelte sich eine dicht gedrängte Menge am Kreuzungspunkte der Linden und der Friedrichstraße. Um 12 Uhr rückte auf der Nordseite der Linden mit klingendem Spiele das 2. Garde - Regiment an und schwenkte in die Friedrichstraße ein. Etwa 10 Minuten später erschien auf der Südfeite der Linden an der Spitze der vom 4. Garderegiment gestellten Fahnenkompagnie der Kronprinz, von brausendem Jubel begrüßt. Immer von neuem ertönten die Hurrarufe und nur mit größter Mühe vermochte die zahlreich erschienene Schutzmannschaft die freudig erregten Massen zurückzuhalten. Vor dem Palais Kaiser Wilhelms wurde Front gemacht, der Kronprinz nahm mit feiner Suite an der linken Flanke Aufstellung und in üblicher Weife erfolgte das Abbringen der neuen Fahnen. Unter erneuten Ovationen sprengte alsdann der Kronprinz dem Schlosse zu, während die Fahnenkompagnie durch die Charlottenstraße abrückte. Nachmittags um 5 Uhr begab sich der Kronprinz in die Kaserne des 2. Garde- Regiments zu Fuß, um daselbst im Offizier - Kasino einem ihm veranstalteten Diner beizuwohnen und weilte daselbst bis gegen 8 Uhr. An dem Festessen nahmen auch die Offiziere des 4. Garderegiments teil. Die Tafelmusik stellte die Regimentskapelle. — Eine königliche Verordnung über Ehrenpreise für hervorragende Schießleistungen lautet: Auf den Mir gehaltenen Vortrag genehmige Ich, daß alljährlich nach Maßgabe der vorhandenen Mittel bei der Infanterie, den Unteroffizierfchulen, sowie den Jägern und Schützen ein Preisschießen der Offiziere und ein Preisschießen der Unteroffiziere (Oberjäger) stattfindet. Aus Grund der Schießergebnisse erhalten die besten Schützen unter den Unteroffizieren (Oberjägern) in Meinem Namen Preise, welche mit einer enffprechenden Bezeichnung und dem Namen der Be- liehenen zu versehen sind. Die weiteren Ausführungsbestimmungen hat das Kriegsministerium zu treffen. Charlottenburg, den 17. Mai 1888. Friedrich.
räumt werde», daun wird feine Jugendkraft ihm hoffentlich durchhelfen. Inzwischen lassen Sie dieses Rezept machen und geben Sie ihm diese Medizi» genau nach Vorschrift. Es ist ein starkes Gift und muß sehr sorgfältig behandelt werden. Ich würde es niemandem, als Ihnen auvertranen. In ein paar Stunden komme ich wieder. Natürlich darf sein Vater nichts van feiner Krankheit erfahren."
Helene nickte zustimmend, doch als sich die Thür hinter dem Doftor geschloffen hatte, stand fie noch lange in derselben Stellung, in der dieser fie verlassen nur ihre glühende» Ange» ruhte» auf dem bleiche» Gesichte, das vor ihr auf dem Ruhebette lag. Die dunkeln Ange» waren jetzt offen, doch sie starrten ins Leere und merkten nichts von ihren Blicke». Ans ihrem Gesichte zeigte fich weder Mitleid noch Gewifsenkbiffe, nur eine verzweifelte Entschlossenheit.
„Wenn ich ihn geliebt hätte, hätte er mich vielleicht retten können I" murmelte sie endlich halblaut. „Er ist der Liebe eine» edlen WeibeS wert, und das bin ich nicht. Und außerdem — außerdem gehörte alles, wa» ich zu gebe» hatte, schon Harvey Barclay, lang«, bevor ich Dich kannte, Harry Rchnold — Harvey, der mich jetz betrügen will — der vielleicht in diesem Augenblicke Mary seine LiebeSerlläruugen macht."
Der Gedanke stachelte fie zum Handeln an, fie öffnete die Thür be» Zimmers und lief schnell die Trippe hinab.
Doch das Vorzimmer »nb der untere Teil be» Hauses waren leer, Mai h war in ihrem Zimmer und Harvey Barclay hatte bas Han» verlassen.
Allein fie wußte ihn sehen, nnb sprechen; fie mnßte ihm sage», daß alles verraten sei und ihn von du» kühnen Schritte, den fie seinetwillen unternommen hatte, in Kenntnis setzen. —
Sie stieg die Treppen wieder hinaus, setzte fich den Hut aus, ohne auch nur in den Spiegel zu blicken, der die Schöuhett wiederstiahlte, aus die sie so eitel war.
Zum erstenmale seit vielen Wochen fanb sie