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Illustriertes Sonntagsblatt.

»neigen mmmt entgegen die Expedition d Blatte«. ” ~

sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Vogler

MI. Jahrgang

Daube u. Lo. m Frankfutt a.Berlin, Hannover. Pari«.

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Marburg,

Dienstag, 29. Mai 1888.

um Straferlaß. Das Gesuch wird natürlich ordnungs­gemäß geprüft werden. — Fürst Bismarck wird heute oder morgen aus Varzin wieder in Berlin eintreffen. — Die Kaiserin-Mutter Augusta wird am Dienstag früh nach Baden-Baden abreisen, auch ein Zeichen des gesicherten Befindens Kaiser Friedrichs. — Die „Rordd. Allgem. Ztg." erklärt offiziös, daß die Nachrichten über die Prätendentschast des Prinzen Nicolaus von Nassau in Luxemburg aus der Luft 9c9riffeu seien; es habe niemals wegen der Succesfion des Prinzen in Luxemburg irgend welche Verhand­lung stattgefunden, es könne auch gar keine Rede davon sein, da das Successionsrecht des Herwys von Nassau vertragsmäßig unanfechtbar und völlig zweifellos sei.

Weimar, 26. Mai. Die heutige Generalver­sammlung der Goethe-Gesellschaft, welche unter dem Vorsitze des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simson und unter der Teilnahme des Großherzoglichen Hauses, sowie des Kronprinzen von Griechenland stattfand, war sehr zahlreich besucht. Die Festrede hielt Prof. Kuno Fischer (Heidelberg) über Goethes „Iphigenie". Pros. Dr. Erich Schmidt (Berlin) machte sehr überraschende Mitteilungen über Goethes Arbeiten betreffs des zweiten Teils des „Faust."

auch Dein Geheimnis erraten: Er hat Dich verlaffen, aber Du liebst ihn noch immer! Sieh! Du kannst es nicht einmal leugnen! Wieso also, bin ich denn schlechter, als Du? Du, welche, trotzdem sie meinen Gatten liebt, versprochen hat, einen anderen zu hei­raten, oder ich, die nur dem Namen nach seine Fra» ist! Doch höre mich an! Ich bin nicht sanftmütig genug, um Dich schwelgen zu sehen, während 1h ver­hungere. Ehe ich Dich als Harvcys Frau sehe, lieber — würde ich Dich — ermorden —-.*

DaS l tzte Wort war nur ein leises, unverständ­liches Zischen and ehe eS ihren Lippen entflohen war, wandte fie fich und eilte die Treppe hinaus.

Oben begegnete fie ihrem Gatten, der aus dem Zimmer s iues Vaters kam.

Unten stand Mary bewegungslos, Vie festgebanut, doch vor ihren Augen war es schwarz vor Elend und Entsetzen.

24. Kapitel.

Ueberrascht

.Ich bi» meiner Macht sicher« antwortete fie und lacheUe wieder. .Inzwischen," fuhr fie fort,« sprich mit Mary nicht darüb-r. Vertraue mir * * w

.Meine Geliebte, in welcher Angelegenheit, ob groß oder klein, würde ich Dir nicht vertrauen?« fragte der junge Ehemann zärtlich, indem er aufstand zu ihr ging und da? schöne Weib, daß ihn so be. zaubert hatte, zärflich küßte. .Wen» ich daran denke« Ar » fort, .daß ich einmal eifersüchtig war, eifer, uchtig auf meine Helene und diesen Wüstling! Hatz Du mir meinen törichten Wahnsinn ganz vergebe^ geliebtes Herz?«

-Wirklich Wahnsinn I« antwortete fie. .Sprechen wir nicht davon!" nnb fie schauderte.

Es wurde an die Thür geklopft; der alte Andrew kam. ,DaS Souper ist servirt, Mr. Harry " sagte er .Miß Mary hat eS für Sie bestellt." ’ ®

fein. Helene, welchen Einfluß kann dieser Mensch ausüben, daß Mary ihm Geld für feine elenden Zwecke

'Das thätest Du bester, fie selbst zu fragen,« antwortete seine Frau und ihr Gatte erschrak über die Härte ihres Tones. .Oder vielleicht ist es bester, Dcn,n Dir die Ange» öffne, sie bat mich ohnehin ieute Abend, es zu thun. Sie ist verlobt mit Harvey Barclay —.«

Horch R-hnold sprang auf.

m ,*^rlM mit diesem Verschwender nnb Spieler? Welcher Wahnsinn hatte fich ihrer bemächtigt? Unb er macht schon Anspruch auf ihr Vermögen? Da muß etwas geschehen, biefeä Opfer darf nicht ae- bracht werden!« ”

„ES wird etwas geschehen, überlasse eS mir," sagte Heleläe mit seltsamem Lächeln. Mary Horn soll nie- mals Harvey Barclays Frau werden!«

,O, Helene, rette fie vor diesem Geschick und Da Wirtz ihr Schutzengel sein, wie Du der meine ge­wesen bist! Doch bist Du Deiner Macht sicher, daß Du die Pläne dieses Menschen zu dmchkr?L im Stande bist?" 1

Harry Reynolds schönes Gesicht war sehr ernst, als er seiner Frau in ihr Zimmer folgte.'

Fast zum ersteumale während ihre» Ehestandes sättigte fich sein Blick nicht an ihrer Schönheit, er warf fich in einen Stuhl, beugte den Kopf auf die Brust herab und bedeckte die Augen mit der Hand.

Sein Schweigen gab Helene Zeit zur Sammlung. Als er endlich den Kopf erhob, um fie anzublicken, war fie wieder ruhig nnb gefaßt.

»Liegt Dein Vater im Sterben?« fragte fie.

»Ich hoffe nicht,« erwiderte er. .Die Aerzte stade» eine leichte Besserung. Sie sageu, er war schon lange schwach, doch er maß einen plötzlichen Schreck gehabt habe». Mein teurer Vater! Aus den wenigen Worte», die er zu sprechen im Stande war, erfuhr ich den Grund. Er konnte nur einen kurze» Satz flüstern, doch dieser betraf Mary und einen Wechsel mit Harvey Barclays Giro. Ich konnte den Betrag nicht erfahren, doch er mutz sehr groß

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Feirtbttchr Seivalten.

Roman von S. Ma er.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Mary sollte niemals Harveys Fra» werden! In diesem Augenblicke fühlte fie fich fähig, eher mit bet Zanzen Welt zu kämpfen, ehe er seinen Sieg ans ihre Niederlage gtünben solle. Sie liebte ihn, wie nur nu solches Weib lieben kann, mit bei Wut nnb bet Leidenschaft einer Tigerin. Die Hand, welche in diesem Augenblicke zärtlich liebkosen wollte, konnte ihn im nächste» erdrosseln.

Sie brauchte nur Mary ioS Gesicht zu blicken und sie wußte, daß sie vor ihr niemals wieder die Larv- aulegen konnte, die ihr jetzt hetabgefallen war. Die dnnkelblaueu Angen sprachen ihr Erstaunen und ihre Entrüstung aus und auf dem jungen schönen Gesichte las man Entsetzen, Verwirrung »nd Kummer.

Das wat HatryS Frau? War fie plötzlich wahu- sinnig geworden?

.Helene,« rief fie erstickt, »was habe ich gethan, laß D» so zu mit sprichst?«

»WaS Du gethan hast?«

Diese Frage fachte die Flammen zn noch stärkerer Mut an, so, daß sie nicht wehr zu beherrschen waren, Klugheit und Zurückhaltung durchbrachen und zum Himmel aufloderteu.

«Was Du gethan haft?« wiederholte fie noch ein- Val. «Frage lieber, was Du nicht gethan hast. Erst versuchtest Du mir meinen Gatten zu nehmen, und M, jetzt stiehlst Du mir den Mann, den ich liebte, v» liebt, wie Du es gar nicht verstehst zu lieben.

sieh nicht so entsetzt anSI Du brauchst mich nicht ^rau zu erinnern, daß ich verheiratet bin. Fühle •w meine Setten nicht jeden Tag? Doch fie find ^rgoldet und deshalb trage ich fie heldenmüttg. Ich Mchte nicht. Dir mein Geheimnis anzuverttaueu, Du vlrft eS schon bewahren, nicht um m inttroiHen, o nein, «aty, sondern um seinetwillen. Du stehst, ich habe

Ausland.

Budapest, 26. Mai. Die kurz bereits mit» geteilten Erklärungen Tiszas über die Nichtbeschickung der Pariser Weltausstellung erregten große Sen­sation. Er bezeichnete die Beurteilung der Frage, ob der Zeitpunkt für die Ausstellung richtig gewählt sei, als eine interne Angelegenheit Frankreichs, und gerade, weil man mit diesem Staate in Frieden leben wolle, verzichte er auf eine weitere Erörterung, ob der Zeitpunkt glücklich gewählt sei oder nicht. Wenn er heute anders spreche als vor Jahresfrist, so möge Jeder sich die Frage selbst beantworten, ob seither nicht auch mancherlei Änderungen in der Lage eingetreten seien. Auch in Frankreich herrschen manchmal erregtere Stimmungen und Niemand, auch die französische Regierung nicht, könne dafür eine Garantie übernehmen, oaß die Aussteller keinen materiellen und die Nationalfahne keinen moralischen Schaden erleiden werde. Wenn man ihm einerseits vorwerfe, daß in Ungarn Bismarck diktiere, ander- eits darauf verweise, daß Deutschland die Beschickung nicht hindere, so liege hierin ein Widerspruch der Opposition. Bismarck sei der größte aller lebenden Staatsmänner, aber wenn man sich aus ihn beruft, ollte es mit Konsequenz geschehen. Wir können

Berlin, 26. Mai. Ter Kaiser verweilt seit 11 Uhr in seinem Arbeitszimmer, hörte die Vor- | träge des Generals von Albedyll und des Ministers : ..Von Puttkamer und empfing später die Besuche der Erbprinzessin von Meiningen und des Prinzen von Wales, welche an dem kaiserlichen Diner teilnehmen te werden. — Der Kaiser, die Kaiserin und der Prinz von Wales fuhren gegen 5 Uhr in geschlossenem g Wagen nach Berlin. Im zweiten Wagen folgten die Prinzessinnen-Töchter, im dritten Mackenzie und ein Flügeladjutant. — Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessinnen kehrten um 61/* Uhr von fe bei Ausfahrt zurück, die am Zoologischen Garten vorüber durch den Tiergarten nach Schloß Bellevue L ging, wo der Kaiser beim Pavillon ausstieg und | sich Vom Prinzen von Wales verabschiedete. Der k Prinz ging noch einige Zeit mit der Kaiserin im

Schloßpark Bellevue spazieren. Das Allgemein­befinden des Kaiseis ist recht zufriedenstellend. — Die Einsetzung einer neuen Kanüle ist heute vor­mittag in Gegenwart sämtlicher Ärzte ohne Schwierig- ? leit erfolgt. Die Kanülen werden häufiger ge­wechselt, weil nach einiger Zeit die eine Form wieder besser vertragen wird, als die andere. Ein hiesiges Blatt will wissen, daß sich die Umgebung der Trachcotomiewunde wieder etwas entzündet zeige,

Front gemacht, aber eben nur äußerlich, denn an dem boulangistischen Programm, das die Revision fordert, halten sie erklärtermaßen nach wie vor fest Boulanger selbst hat dieses Verfahren der Radikalen am treffendsten gekennzeichnet, indem er einem Mit­arbeiter des „Figaro" lächelnd bemerkte: „Ich hätte nicht erwartet, daß Herr Clemenceau meine Geschäfte besorgen würde; ich bin ihm dankbar dafür." Die „Köln. Ztg.« konstatiert, daß Boulanger feinem nächsten Ziele mit Riesenschritten näherrücke. Bona- partisten, Royalisten, Boulangisten und Radikale seien heute bereits für die Revision gewonnen, nicht für die Revision im boulangistischen Sinne zwar, aber doch für die Revision im Grundsätze. Dieser offen drohenden Gefahr gegenüber fordert der „ Temps' die gemäßigten Republikaner auf, uner­schrocken die antirevisionistische Fahne zu entfalten und zu versuchen, ob die Radikalen noch auf den Boden der Republik, den zu verlaffen sie sich an- schicken, zurückzuführen seien. „Liberte" sieht das letzte Heil darin, daß die Regierung, falls sie keine genügende Mehrheit in der Kammer finde, sich aus den Senat stütze und aus ihm im Verein mit be­sonnenen Männern der Kammer ein Kabinet bilde, bas stark genug sei, der doppelten, von rechts und links heranwogenden Strömung Dämme entgegen» zusetzen. Auch Präsident Carnot, so heißt es, be­fürworte ein rasches und entschlossenes Eingreifen

X Berlin, 27. Mai- (Aus Charlottenburg.s Die Spazierfahrt von Sonnabend abend ist dem Kaiser trotz des kühlen Wetters gut bekommen. Der Kaiser hatte eine gute Nacht und war am Vormittag recht wohl. Er trat auch an das Schloßfenster und wurde jubelnd begrüßt. Bei dem wenig angenehmen Wetter muß der Kaiser fich mehr im Zimmer halten; wenn ihm auch das Verweilen im Park bei weitem lieber ist, hat der vermehrte Zimmeraufenthalt doch kerne schlechten Folgen gehabt. Heute mittag hörte der Kaiser mehrere Vorträge, empfing den Besuch des Kronprinzen und des Prinzen und der Prin­zessin Friedrich von Hohenzollem, die zum Diner blieben. Für den Abend waren trotz des kühlen Wetters die Wagen zur Ausfahrt beordert. Im Schloßpark war der Kaiser einige Zeit am Nach­mittage. — Die Prinzessinnen Viktoria und Margarethe wurden am Sonnabend auf einem Spazierritt fuß- ■äflig von einer aus Magdeburg nach Berlin ge­kommenen Frau um Uebermittelung eines Gnaden­gesuches gebeten. Die Frau ist wegen-Erbschafts- Unterschlagung zu 6, ihr Bruder zu 2 Monaten verurteilt. Sie beteuert ihre Unschuld unb bittet

eine Bestätigung von anderer Seite liegt dafür nicht ' or. — Der Kronprinz empfing gestern den Landrat von Sandt aus Bonn, frühstückte bei dem Kaiser in Charlottenburg, nahm des Nachmittags den Vor­trag des Generals von Albedyll entgegen, arbeitete sodann mit dem Regierungsrat von Brandenstein und empfing darauf in längerer Audienz den Statt­halter Fürsten Hohenlohe, demnächst den zum Manne- Attache in Petersburg ernannten Kapitän-Leutnant von Plessen. Die Kinder des Kronprinzen siedelten gestern nachmittag in das Marmorpalais zu Potsdam über. — Der Prinz von Wales ist heute abend 10 Uhr abgereist, von dem Kronprinzen und den Meimngenschen Herrschaften, dem Botschafter Malet und anderen Würdenträgern zum Bahnhof geleitet. — Die in auswärtigen Blättern aufgetauchte Nachricht, daß der Bundesrat die Frage der Retorsionszölle beraten habe, ist unbegründet. — Die dritte Armee- Inspektion, welche dem Großherzog von Hessen übertragen ist, besteht nicht aus dem 7., 8. und 9., sondern aus dem 11. Armeekorps. — Die Samm­lungen des Komitees für die Überschwemmten er­gaben bis zum 25. Mai 3 032 200 Mk.

— Tie „Post" knüpft an den jüngsten Artikel über die Zollrepressalien gegen Rußland an. welcher verschiedentlich falsche Auslegung erfahren habe. Die „Post" wollte damit nur die Berech­tigung der deutschen Zollverwaltung beweisen, jeden Augenblick zu Repressalien zu greifen, falls Ruß­land seine jetzige Zollpolitik fortsetzte. Die „Post" betont schließlich, daß sie mit keiner Silbe erwähnt habe, solche Repressalien seien in nächster Zeit zu erwarten, sie vernimmt vielmehr neuerdings, das Maßregeln für jetzt nicht zu erwarten sind. Der Artikel, gegen die Börsenblätter polemisierend, hält es für die Kreditwürdigkeit der russischen Papiere nicht gleich, ob Rußland sich zu einer großen poli­tischen Katastrophe anschicke, weil solche den einfluß­reichen Parteien als Heilmittel erscheine, oder ob Rußland, wie im Jahre 1884, in welchem die Monarchen-Zusammenkunft in Skierniewice erfolgte, nach den Versicherungen der maßgebendsten Personen in die Bahn des Friedens einlenke.

— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt m ihrer Rundschau: Tie französischen Republikaner wollen Hm. Boulanger das Widerspiel halten, pieken aber thatsächlich fein eigenes. Den Beweis dafür liefert das Ergebnis der im Grand Orient zu Paris stattgehabten Versammlung der verschiedenen radikalen Richtungen. Clemenceau und Genossen haben jetzt zwar äußerlich gegen den Boulangismus

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Loch.

Erscheint täglich 'außer an Werktagen nach dann- und Feiertagen. — Quattal-AbonuementS-PreiS bei der Expe­dition 2*/t Mk., bei den Postämtern 2 SRI. 50 Psg. (etil. Bestellgeld). JnserttonSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Psg., Reklamen für die Zelle 25 Psg.

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Für den Monat Juni nehmen alle Postanstalten, auf dem Lande die Landpostboten, sowie in Kirch­hain unsere Agentur (Herr Buch­binder Rindt) Bestellungen auf die

Overheffische Zeitung

mit ihren Gratis-Beiblättern

Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain

und

Illustriertes Sonntagsblatt entgegen.

Bestellungen für hiesige Stadt nehmen unsere Expedition und unsere Zeitungsträger an.________

Deutsches Reich.

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»Ich vergaß ganz, daß ich hungrig war," rief er, „unb wir haben seit heute Früh nichts gegessen. Komm H-lene, Du mußt schon ganz erschöpft sei» vor Hunger!«

„Schicke mir eine Taffe Thee," autwottcte fie. „Ich mag nicht hinunter gehen.«

Es war gerade Mitternacht, als Hany das Speise, zimmer betrat und Mary auf dem gewohnten Platze am Tische fand, auf dem Platze, den fie, tiotz HeleueS augenscheinlichem Wunsche, denselben kiuzunehmen, dieser niemals abgetreten hatte. Ein neuer Ausdruck der Trauer und angstvoller G-danken auf dem jungen blaffe» Gesichte erregte in Harrys Herzen eine sehn- stchttge Zärtlichkeit. Wenn er nur die Wolke zerstören könnte, welche fich so unmerklich zwischen Mary und ihn gebreitet hatte, wenn er nur ihr früheres Der. trauen zurückgewinnen könnte, so wäre eS ihm vielleicht möglich, fie von der Unwürdigkeit des ManueS zu überzeugen, den fie zu heirat-u versprochen hatte. Was war nur dem Kinde zugestoße»?

Er schtttt durch das Zimmer und faßte, fich über re beugend, mit warmem Drucke eines ihrer kalte» Händchen. „WaS ist das, waS ich von Helene höre?" lüstrrte er. „Ich bin wie der »uglSnb'ge Thomas »nd mnß die Geschichte a»S Deinem eigenem Munde höre», ehe ich sie glaube."

„Du sprichst von meiner Verlobung?« fragte fie. „Ueberrascht fie Dich?«

Ihr Ton war leicht, doch ttotz aller Anstrengung zitterte ihre Stimme und seinem aus merksamen Ohre entging daS nicht.

.Mary!« rief er. „Du bist nicht glücklich, Kind. Dahinter steckt etwas, ttwaS, was Du uns allen Den birgst. Du liebst diesen Menschen nicht, kamst ihn nicht liebe». Trotz seine» einschmeichelnde» Wesens st Dein Herz z« rein, zu unentweiht unb aufrichtig um nitfct bte Falschheit in seiner Rede, bat falschen Blicken seinen Auge« zu entdeckte».

(Fortsetzung felgt)