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Illustriertes Sonntagsblatt.
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Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Koch.
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♦ ganz so gut gewesen, wie die vorhergegangenen, doch (|] | hat der hohe Patient, wenn auch mit Intervallen, Ruhe und Erquickung gefunden. Das nächste Bulle- ting wird, wenn keine Zwischenfälle eintreten, mut-
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stätigt, daß Professor Virchow Teile von dem Aus>
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des Kaisers im verfchlosscnen Glassläschchcn
zu erneuter mikroskopischer Untersuchung erhalten hat.
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jj M handelt sich bei diesen Untersuchungen, welche während der Anwesenheit des Kaisers in Sun Remo
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maßlich erst am Freitag veröffentlicht werden. Tie im heutigen Morgenblatte an anderer Stelle mitgeteilte Meldung der „Rat.-Ztg.", daß Professor Dr. Virchow am Sonntag von Sr. Majestät cm- psongen worden sei, wird uns als unrichtig bezeichnet; nur die Kaiserin habe Herrn Dr. Virchow gesehen, dessen Gutachten über den ihm zur mikroskopischen Untersuchung übergebenen Auswurf demnächst erwartet wird. — Die „Soff. Ztg." be-
durch Dr. von Bergmann, Dr. Waldeycr und auch wohl durch den zufällig dort anwesenden russischen Arzt Dr. Hering stattgesunden haben, weniger um Feststellung des Charakters der Krankheit im Allgemeinen, als um den Versuch, das Stadium und den besonderen Charakter der Krankheit festzustellen. — In der „Freis. Ztg." und nach ihr in anderen
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solche Bitläge entnehmen zu sehen, daß ich Dich nui fragen wollte, ob da kein Irrtum verliegt!"
„Nein, Onkel Edgar, eS ist kein Irrtum, aber Du darfst mich nicht frage», wozu ich es brauchte. Und wenn ich hin und wieder einen größere» Betrag entnehme, bitte, frage mich nicht darum. Ich glaube ich fange au, Geschmack am Verschwenden zu finden und, Onkel Edgar, es ist ja doch mein Eigentum uud eS kann Dir nicht schaden, wenn ich eS ausgebe!"
„Mir nicht, mein Kind, aber Dir. Ich bemühe mich, Deine Besitzungen schuldenfrei zu machen, uud d r Ueberschuß in der Bank ist nicht immer groß genug, um solche Beträge zu verschmerzen. Du sollst jeden Dollar Deines EivkommeuS haben, Mary, mein Kind, doch willst Du mir nicht so viel Vertrauen schenk n, um mich wegen der Zeit, wenn Du Beträge herauSuiwmst, um Rat zu fragen »nd das Geld durch mich erheben zu lassen? Ich kann die Sache doch sicherer anfaffen.“
In der Slimme des alten MauueS war ei» Beben des Schmerzes uud BorwurfeS veroehmbar, welches dem Mädchen, das ihn wie eine Tochter liebte, tief ins Herz schnitt.
Sie warf fich in seine Arme und lehnte ihr liebes Köpfchen an seine Brust.
„Du glaubtest, ich habe kein Bertronen zu Dir, Onkel? Habe ich Dir denn nicht schon oft gesagt, daß alles, war ih habe. Dir gehört? Laffe mir nur jetzt für eine karze Zeit meinen Wille». We»n ich wieder Geld brauche, will ich zu Dir kommen, nur darfst Du mich nicht fragen, wozu? Denn das ist mein kleines Geheimniß. Doch wie thörtcht ich bin! Du hast «ich ja noch nie gefragt und ich denke, Onkel Edgar, daß unser Dertraueu ein gegenseitiges ist; ich glaube, daß Du es wiffeu wirst, daß ich von «einem Gelbe keinen »»würdigen Gebrauch mache."
Er streichelte das Haar deS Mädchens und drückte fie fest aus Herz, nab in diesem Augenblicke überkam ihn wieder da» alte Bedauern darüber, daß fie nicht in Wirklichkeit seine Tochter — Harry» Fra» — sei!
Vielleicht würde fie dann mehr Vertrauen zu ihm gehabt haben — er fühlte, daß etwa» nicht in Ocd. uung war hatte jedoch nicht daS Recht, fie zn frage».
Sie ruhte einige Augenblicke in seinen Armen, wie fie es in früheren Zetten gethau hatte, wo fie, als kleines Kind, auf seine Knie geklettert war — bann sprang fie hastig auf.
„Adien, Onkel!" sagte fie leichthin, obwohl ihre Stimme thräuruelstickt klang, „ich habe fast vergeffe», daß ich mit Mr. Ba'cloy für beute Vormittag eine Verabredung getroffen habe. Wir wollen in das Museum gehe», u« die neuaogekomme»eu Sachen zu sehe»."
„Mr. Barclay ist im Empfangszimmer, Miß Mary," sagte Andrev, als fie durch das Speisezimmer, ging, „ich habe ihm vor ungefähr einer Viertelstunde geöffnet, doch ich sagte ihm, daß Sie bet Mr. Reynold seien, und er wollte Sie nicht störe», Mrs. Reynold ist bei ihm.
Da H.leue bei ihm war, dachte das Mädchen, brauche fie fich nicht zu beeilen, und sie ging deshalb hinauf in ihr Zimmer. Doch fie wagte nicht, allein zu bleiben, denn die Thräuen waren ihr heute sehr nahe und fie wußte, daß, wenn fie nur eine vergösse, deren viele folgen mnßten.
Sie zog sich daher eilig an, »ahm ihre Handschuhe uud ging wieder hinunter. Sie rief eioen freundlichen Gruß, als fie das Empfangszimmer betrat, doch fie erhielt keine Antwort, und als fie fich uwblickte, gewahrte fie, daß fie allein tat Zimmer sei, — ihr Gast erwartete fie wahrscheinlich nebenan im kleinen Muflkzimmer.
Sie durchschritt das Zimmer und wollte eben die Sortiere, welche in das andere führte, anfhebeu, als Helenes Stimme fie festbanute. Dieselbe bebte schmerz, lich und klang wie die einer Verzweifelten.
,Wa» soll ich ihn», Harwy?" fragte fie. „Ich tarnt nicht wieder zu Mary gehen!"
„Du sollst auch nicht, übe,laffe e» nur mir; doch dieser Mensch muß i» jedem Falle zum Schweige»
das Interesse der Gebildeten in Anspruch; es wird für und gegen humanistische und Realgymnasien geschrieben, und die Frage, ob den alten Sprachen ihre bisherige Stellung im Unterrichtsplane zu belassen fei, wird eifrig in Erwägung gezogen. Bei all diesen Erörterungen ist nun eine durchaus erfreuliche Erscheinung zu beobachten: es wird von den meisten Stimmen, welche sich in dieser Ange- llgenhcit erheben, betont, daß die Erziehung einen nationalen Charakter haben müsse. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, wird eine ausgiebige Pflege der Muttersprache als durchaus notwendig bezeichnet, und bisweilen macht sich die Anschauung geltend, daß in den humanistischen Gymnasien für das Deutsche nicht genug geschehe. Man fordert eine g>nauere Berücksichtigung deutscher Geschichte und Litteratur und vor allen Dingen die Anleitung zu einer gründliche» Kenntnis der deutschen Grammatik und zu einer schriftlichen und mündlichen Beherrschung der Sprache, und beruft sich zum Beweise, daß diesen Erfordernissen bisher nicht genügt sei, auf Aussprüche und Gutachten höherer Beamten, welche sich tadelnd über die mangelhafte Ausbildung des Bcamten- Nachwuchsts in dieser Beziehung aussprechen. Ein hiesiges Blatt geht sogar so weit, daß es den Satz ausstellt, unsere Gymnasien seien in ihrer heutigen Organisation und Lehrverfassung am Allerwenigsten von allen höheren Schulen fähig, die für alle höheren Berufsstände notwendigen Grundlagen allgemeiner Bildung zu legen. Es soll nun nicht durchaus in Abrede gestellt werden, daß die Beherrschung der deutschen Sprache bei einer Reihe von Abiturienten zu wünschen übrig läßt, indessen muß doch berücksichtigt werden, daß man von einem jungen Manne mit der allgemeinen Bildung des Primaners eine so vollkommene logische Durchbildung, wie sie die Grundlage eines absolut korrekten Styles sein muß, nicht verlangen kann, und daß daher die Vorwürfe, welche dem Beamten-Nachwuchs in verschiedenen Teilen Deutschlands bezüglich mangelhafter Beherrschung der Sprache gemacht werden, nur zum geringsten Teile auf die Schule und zum größten Teile auf diejenige Thätigkeit fallen, welche die jungen Leute nach dem Verlasfen derselben ausüben. Auf der Universität könnte in allen Fakultäten durch Uebung in Vorträgen, Disputationen, schriftlichen Aufsätzen, wie sie in Seminarien üblich sind, mehr erreicht werden, wenn es gelingen wollte, die große Menge der Studierenden hierzu heranzuzieheu. Es liegt außerhalb des Rahmens dieser Betrachtungen, auf Mittel und Wege zu sinnen, wie dieses Heran
gebracht werde». Laffe mir nur Zeit, über die Sache nachzudenke». Dieses Snbj-kt! Jetzt schon wieder in seine alten Sprünge zu verfallen!"
„Und Du wirst das Geld schicken, Harvey? Ich kann mich daraus verlassen?"
„Dn kannst Dich darauf verlaffe«. Ich habe noch so viel von dem anderen. A propos, Helene, es fehlen nur noch vierzehn Tage uud wen« während dieser Zeit fich Maiy Horn nicht dazu entschließt, meine Frau zu werden, so werden wir das Vergüngen haben, Deinen süßen Gatten im Gesängnifle zu sehen. Ich glaube, wenn sie das wüßte, würde fie etwa» ge. tägiger sein."
,O Harvey!" unterbrach ihn Helene, „ist denn kein anderer Ausweg zu finden?"
Doch ehe er noch antworte» konnte, hatte Mary allen ihren Mut aufgeboten, hob, ohne noch mehr hören zu wollen, die Portiere mit zitternder Hand und trat schnell ittS Zimmer.
„Vielleicht kann ich einen anderen Ausweg an« raten," sagte fie fest.
17. Kapitel.
Der vergiftete Pfeil.
ES war, al» oh der Blitz vor ihnen »iedergefahren wäre, denn tat Augenblicke schien ihnen Alles verloren. Doch Harvey Barclay faßte fich bald und beschloß, keck daraus loSzugeheu und diese« Schlag in einen glänzenden Sieg zu verwandel».
Die MaLke der Freundschaft, die er so lauge angenommen, war ihm vom Gesichte gefalle», er konnte sich daher jetzt in seinen wahren Farben zeigen und jedes Mittel, das fich ihm bot, anwenden, um Mary HoruS Hand zu erlangen. Wenn füße Worte ihrem Ohre nicht schmeichelte», so konnte er Drohungen au» wenden. Wa» lag au den Mitteln, wenn nur da» Ziel erreicht wmde? Und Helene mußte ruhig dabei stehe» uud zufehen, wie er da» Spiel gewann, Mary» Vorgehen war kühn gewesen, doch hatte e» auch für den Augenblick alle ihre Kräfte erschöpft; e» wmde
— Ter „N. Westfäl. Volksztg." wird aus Berlin geschrieben: „Ueber die Huldigungen, welche dem Kronprinzen, wenn er die Truppen beim Zurückkommen von den Morgenübungen an sich vorüberziehen läßt, täglich bereitet werden, kann ich Ihnen aus bester Quelle mitteilen, daß die unmittelbare Natur derselben um so schärfer hervor- tritt, je weniger der Kronprinz die Sympathien des Publikums ermuntert. Während er nämlich jeden Gruß eines Einzelnen freundlich erwidert, nimmt er von dem Jubel ganzer Volksmassen, die sich an ihn drängen, gar keine Notiz. Sein ganzes Verhalten geht dahin, daß ihm die Kundgebungen nicht willkommen sind, denen er gleichwohl nicht ausweichen kann, weil er es im Interesse des Dienstes für erforderlich hält, die Truppen unter seinen Augen vorüberziehen zu laffen. Wir können diese Darstellung nach dem Augenschein nur im weitesten Maße bestätigen. Der Kronprinz reitet stets schlicht seines Weges, sein Gesicht verrät alles andere, als etwa eine Teilnahme an den Volkskundgebungen, meistens zeigt es einen ausgesprochenen männlichen Ernst, dessen Eindruck namentlich das unbewegte, sinnend nach vorn gerichtete blaue Auge erzeugt. Seine ganze Aufmerksamkeit gehört seiner militärischen Pflicht; spricht er, so geschieht dies zu den ihn begleitenden Offizieren. Jedenfalls ist seine gesamte Haltung eine so einfache, ruhige, selbstbeherrschte, daß es der ganzen Lügenkunst unserer freisinnigen Presse bedarf, um seine Erscheinung derart zu entstellen, wie cs geschehen ist. Ist man in ihr doch nicht davor zurückgeschreckt, ihn mit dem nach zweifelhaftem Beifall haschenden Straßenkommödianten Boulonger in einem Atem zu nennen, ohne daß die .Loyalität", welche der Freisinn „seinem eigenen Vernehmen" nach besitzen soll, dagegen Einsprache that.
— Die Herrenhaus-Kommission nahm in zweiter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Erleichterung ber Volksschullasten, im ganzen einstimmig an. Eine Resolutton über die Bedeutung des Artikels 25 der Berfassungsurkunde, betreffend derartige Staatsbeiträge an alle Schulen ohne Nachweis des Unvermögens, wurde mit 10 gegen 4 Stimmen angenommen. Die Erwartung, daß die gegenwärtigen Staatsbeiträge nicht für sich allein den Grund abgeben könnten, die Zahlungen aus den Fonds von zwölf Millionen zurückzuziehen, wurde einstimmig genehmigt. Herr v. Manteuffel erstattet in der morgigen Sitzung mündlichen Bericht.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Die Gestaltung des höheren Schulwesens nimmt dauernd
Deutsches Deich.
Berlin, 15. Mai. Der Kaiser empfing heute nachmittag den Oberpräsidenten Grafen zu Eulen bürg, den Oberzeremonienmeister Grafen zu Eulenburg, den Oberhosmarschall Fürsten Radolin und den Generaladjutantcn Fürsten Radziwill. Am Diner nahmen die Prinzessin Friedrich Karl und der Prinz Friedrich Leopold von Preußen teil. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie wir ferner vernehmen, ist Se. Majestät heute morgen um 10 Uhr ausgestanden und hat im Verlau e des Vormittags verschiedene Vorträge angehört. Zu diesem Zwecke wurden auch die Generale v. Albedyll und von Caprivi empfangen. Die vergangene Nacht ist nicht
Feindliche Gewalten.
Roman von E. Mace.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Ich kenne niemand, der mehr Recht zur Ber. schwenduug hätte, als Du," sagte Harry. —
Fürchtete er vielleicht, so dachte Mary, daß sie seinem Vater entdecken könne, zu Welchem Zwecke fie da» Geld gebraucht hatte?
Daun mußte er also wiffeu, daß e» von ihr ge. kommen war. Glaubte er, daß fie sein Geheimnis sicht bis zu dem Tode bewahren würde? Doch daß fie dieses unedle Geheimnis bewahren mußte, und ihr Glauben, in feinen Worte» eine verdeckte Bitte
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Marburg,
Donnerstag, 17. Mai 1888.
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freisinnigen Blättern wird neuerdings behauptet, daß über die Natur des Leidens ein sicheres Urteil auch jetzt noch nicht möglich sei, keinerlei Untersuchung habe bisher eine durchaus zuverlässige Diagnose ermöglicht. Auf weffen Autorität hin diese im Widerspruch mit den amtlichen Publikationen stehende Behauptung verbreitet wird, ist aus der „Freis. Ztg." r nicht ersichtlich. — Dem „B. B -K." zufolge sind die Vorbereitungen zur Abreise der Kaiserin nach dem Danziger Überschwemmungsgebiet so getroffen, daß die Reise heute abend angetreten werden kann. Die Kaiser in will nur erst von den Ärzten darüber
unterrichtet sein, ob und wann sie eine Nacht und einen Tag von Charlottenburg abwesend sein kann. — Die „Post' bringt noch folgende intereffante Meldungen: Der Kaiser hat am Montag 11 Stunden außerhalb des Bettes zugebracht, während deren er vielfach schriftliche Arbeiten erledigte. Die Arbeitslust ist so gewachsen, daß die behandelnden Ärzte nur noch durch die Unterstützung der Kaiserin cs erreichen können, daß der Kaiser sich nicht zu große Anstrengungen zumutet. Tas sich regende Kraft- gesühl, das aus dieser Arbeitslust hervorleuchtet, ist eine Folge der peinlichen Beobachtung der vom Geh. Rat Leyden in Übereinstimmung mit den übrigen Ärzten festgesetzten Vorschriften über die Ernährung des erlauchten Kranken, die zumal jetzt, nachdem derselbe sich wieder freier bewegen kann, ihre Wirkung nicht versagt, -e Das lokale Leiden hat seit der Rückkehr von San Remo sich, wenn auch langsam, weiter ausgebreitet. — Der Kaiser ging abends ziemlich munter wiederholt durch die Zimmer. Das kühle, windige Wetter hält noch immer an, natürlich kann der Kaiser unter solchen Umständen das Zimmer nicht verlaffen. Tas Fieber ist unbedeutend, während am Tage die Temperatur unter Normal war. Eine Lungcnerkrankung ist bisher nicht zu konstatteren. Des Kaisers Handschrift ist bereits wieder recht kräftig und lesbar. Voraussichtlich schreitet in den nächsten Tagen die Kräfte unahme weiter fort. — Auf eine von Frauen und Jungfrauen Posens an Ihre Majestät die Kaiserin gerichtete Adresse ist das nachfolgende Allerhöchste Antwortschreiben ergangen: Aus Posen, wo Ich vor einigen Wochen Zeuge des Elends gewesen bin, welches die Überschwemmungen angerichtet haben, und wo Fürsorge und Opferwilligkeit aller Schichten der Bevölkerung hilfreiche Hand leisten — ist Mir von Frauen und Jungfrauen eine Zuschrift zugegangen, die Meiner Anwesenheit in der Provinz gedenkt und in teilnehmenden Worten sich anschließt den allgemeinen, aus allen Teilen des Landes Mir dargebrachten Beweisen der Liebe und des Mitgefühls an dem schweree Leiden, welches es Gott in Seinem uner- forschlichcn Ratschlüsse gefallen hat, über den Kaiser und König, Meinen Gemahl, zu verhängen. Möchte der Allmächtige uns allen Kraft geben, diese schwere Prüfungszeit zu bestehen, und möchten die Gebete in Erfüllung gehen können, welche, weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus, Millionen für die Genesung des Kaisers und Königs Friedrich zum Himmel senden. Charlottenburg, den 10, Mai 1888. Victoria.
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werde Deine« Vater keine Rechenschaft ablegen," tagte sie stolz.
„Er wild auch keine verlangen — Deine Angst ist grundlos."
ES war Hany, als ob ih« ein Mefler in das Herz schnitte, al» da» Mädchen weiter ging; er schloß langfa« die Thür und kehrte z» seinem Platze zurück. Was war geschehe»? Wa» hatte Mary, sei» kleines Liebchen, das süße Kind, in dieses kalte, verachtende Weib umgewandelt? Weshalb wies fie feine Etn- Aischung so deutlich zurück?"
Er war gleichzettig ärgerlich und betrübt und ahnte nicht, daß die heißen SchmerzenSthränen fich de« Mädchen bei de« Gedanken an seine Veränderung iv» Auge drängten. Sie trocknete sie -ab, ehe fie da» Zimmer ihres Vormundes betrat und schlang, al» fie i« diesem trat, die Arme ihm um den Hal».
Er streckte die Hand aus und zog sie zu fich.
„Ich finde hier ei« item von fünf Tausend Dollars Mary, welche D« im Januar selbst an» der B uk atnomme« hast. S» ist mir so ungewohnt, Dich
Erscheint täglich 'außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Onartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2«/. Mk., bei de» Postämtern 2 SIL 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnserttonSgedühr für die gespaltene Zeile 10 $fg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blatte», sowie d. Amtoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. 9L. Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII. Haüraana Stoffe in Frankfurt a. M.,Berlin,Münchenu. Köln; ®. L. ^uyujuug,
Daube u. Co. in Frankfurt a. 9t., Berlin, Hannover. Parie.
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___ um Schweigen zu sehen, gab ihren Augen unbewußt . . einen verächtlichen Ausdruck und ihrer Stimme einen
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